The Wolff of Wall Street: Freihandel

Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12.00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Freihandel“.

Die Geschichte des Handels, also die Geschichte des Austauschs wirtschaftlicher Erzeugnisse zwischen den Menschen, wurde über viele Jahrhunderte von künstlich geschaffenen Hemmnissen geprägt.

Bereits in der Antike und später im Mittelalter wurden immer wieder Zölle erhoben und Handelskriege geführt, und mit der Errichtung von Nationalstaaten begann ab dem 18. Jahrhundert die Geschichte des Protektionismus.

Unter Protektionismus versteht man sämtliche Maßnahmen, die ein Staat ergreift, um ausländische Anbieter auf dem Inlandsmarkt zu benachteiligen und inländische Anbieter vor ausländischer Konkurrenz zu schützen.

Das Gegenteil des Protektionismus ist der Freihandel, in dem keine Handelshemmnisse bestehen und keine Handelskriege ausgetragen werden, sondern Waren und Güter ungeachtet staatlicher Grenzen ihren Besitzer wechseln können.

Der erste prominente Fürsprecher des Freihandels war Mitte des 18. Jahrhunderts Adam Smith, der Begründer der klassischen Nationalökonomie. Seinen Durchbruch erlebte der Freihandel allerdings erst 200 Jahre später – nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Die USA, die als unumstrittener Sieger aus dem Krieg hervorgingen, hatten damals ein großes Problem, nämlich die Überproduktion. Ihre Wirtschaft stellte mehr Waren her als der heimische Markt aufnehmen konnte. Die USA brauchten also Märkte.

Zu diesem Zweck griffen sie 1944 zu einem sehr effektiven Mittel: Auf der Konferenz von Bretton Woods schufen sie ein Geldsystem, das fast alle Währungen der Welt an ihre Währung band und den US-Dollar so zur ersten globalen Leitwährung machte. Außerdem bekannte sich die Führung der USA, deren Wirtschaftspolitik vorher über Jahrzehnte von Protektionismus und Isolationismus geprägt war, nun rückhaltlos zum Freihandel und pries ihn als demokratische Errungenschaft und als Garant für Frieden und Wohlstand an.

Die tatsächlichen Folgen aber sahen anders aus. Die Aufhebung von Importbeschränkungen bedeutete für wirtschaftlich schwächere Länder, dass ausländische Waren ungehindert hineinfließen und deren Märkte überfluten konnten. Die mittelständischen Unternehmen dieser Länder mussten nun mit US-amerikanischen und anderen ausländischen Großkonzernen konkurrieren – und zogen dabei fast immer den Kürzeren.

Da der Freihandel auch den Abbau von Devisenbeschränkungen beinhaltete, wurden die ins Trudeln geratenen Betriebe häufig von internationalen Großinvestoren aufgekauft, die sich auf diese Weise einen großen Teil der Märkte dieser Länder unterwarfen.

Besonders heftig waren die Auswirkungen im Nahrungsmittelbereich. Durch den Freihandel mussten zum Beispiel afrikanische Kleinbauern den ungleichen Konkurrenzkampf gegen internationale Nahrungsmittelkonzerne aufnehmen. Das Ergebnis: Zahlreiche Länder, die zuvor Nahrungsmittel exportiert hatten, wurden zu Nahrungsmittelimporteuren – und sind es bis heute geblieben.

Im Zuge des Abbaus von Kapitalkontrollen wurden auch die Börsen und der Finanzhandel der betroffenen Länder für ausländisches Kapital geöffnet – mit der Folge, dass internationale Großinvestoren die lukrativsten Bereiche der Finanzsektoren afrikanischer, asiatischer und südamerikanischer Länder übernahmen.

Eine weitere Folge des Freihandels war die Globalisierung, die zu einer nie dagewesenen Verlagerung von Abermillionen von Arbeitsplätzen in Niedriglohnländer führte und die dafür sorgte, dass die Reallöhne in den Industrieländern wegen des Drucks durch die ausländische Konkurrenz entweder stagnierten oder sogar zurückgingen.

Dass etwas so positiv Klingendes wie „Freihandel“ solch negative Auswirkungen haben konnte, ist im Übrigen kein Zufall. Ein Freihandel, der allen Beteiligten zugute kommt, ist nämlich nur unter gleichwertigen Partnern vorstellbar, aber das herausragende Merkmal der Welt, in der wir leben, ist die Ungleichheit. Und ein Freihandel zwischen ungleichen Partnern ist vergleichbar mit einem Kampf zwischen Boxern verschiedener Gewichtsklassen: Gewinnen wird immer der, der mehr auf die Waage bringt, ob beim Boxen oder im globalen Handel.

Seit der Krise von 2007/08 wird der Protektionismus übrigens wieder gefördert – bei uns unter anderem durch die Abwrackprämie als Subvention für die heimische Autoindustrie, durch Sondersteuern auf Agrarimporte oder durch Zölle auf Stahlerzeugnisse.

Verantwortlich für diese Wende sind – wen wundert’s ? – genau diejenigen, die uns den Freihandel jahrzehntelang angepriesen und vor allem selbst davon profitiert haben.

Die Zeit ist reif für ein demokratisches Geldsystem!

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8 Kommentare zu: “The Wolff of Wall Street: Freihandel

  1. Unser Problem ist die typische Denkweise, die auch immer kommuniziert wird.
    Wenn man keine Profite macht, wird niemand etwas machen.
    Sprich ohne Profitdenken gibt es keine Wirtschaft.

    Von diesem Denken muss man sich lösen.

    Wir brauchen eine Wirtschaft die den Menschen dient und dessen Zukunft sichert und dafür macht man dann das was nötig, gebraucht wird und Frieden schafft. Zudem eine Entwicklung auf Basis von Forschung sich eh immer von alleine ergibt. Vielleicht nicht so korrupt und unterdrückerisch wie aktuell, eher frei und wirklich nutzenorientiert.

    Niemand muss am neuesten Handy verdienen, sondern es dient einfach allen Menschen und dem Planten wenn die neue Generation sicherer, effektiver und gleichzeitig stromsparender ist.

    Wenn wir uns bei der Wirtschaft vom Geld selbst entkoppeln und der größte Gewinn der ist, allen geholfen zu haben, Probleme und Zwänge durch Fortschritt wieder verkleinert zu haben, haben wir den Maximalprofit.

    Wenn aber Leute meinen sie müssen die die Leistung der Menschen in Form von Geld zusammenbringen und dann abschöpfen und dadurch herrschen, gleichzeitig Knappheit, Leid und Nöte bringen, um das Geld und die Macht zu maximieren, dann werden wir ewig in einem schrecklichen Pyramidensystem mit Kriegen, Unterdrückung und Verelendung leben, neuerdings ja auch mit Planetenzerstörung die wieder die gemachten Armen als erstes mit voller Wucht spühren werden und das nicht nur in Form von Hunger und Durst.. sondern durch Gewalt durch Bomben, durch Verstrahlung, durch Vergiftung etc..

    Wir können dieses System nicht mehr weiter stützen und halten und mit unserem Schweigen und Abwarten die ganze Zeit "finanzieren".
    Und das sage ich nicht um rebellisch zu sein.. Es geht hier ums nackte Überleben. Der Kampf hat schon begonnen, wir sehen ihn nur nicht, da er tausende Kilometer woanders stattfindet in Form von Krieg, Plünderung, Migration, Konzerndiktatur usw. und die Kartellmedien samt Politik etc. uns in Scheinwelten gefangen halten.

    Wenn wir nicht alsbald reagieren und das System einer Minderheit ersetzen durch demokratische soziale Systeme, die den Fortschritt so nutzt, uns allen zu helfen und was da nicht noch alles dranhängt, dann wird sich die Welle so hoch auftürmen, dass sie uns früher oder später einfach überrollt. Und dagegen kann man dann gar nichts mehr tun, es wird einfach alles zerbrechen.
    Die Machtzentren wissen das und bereiten die Schauplätze vor und versuchen daraus noch Profit zu schlagen und natürlich ein mögliches Folgesystem wieder zu ihren Gunsten neuzustarten.

    Die Möglichkeiten der Vernetzung, die unsere Freiheit bedeuten, bedeuten aber auch die unglaubliche Zerstörungskraft einer unsagbar bösartigen Minderheit, die scheinbar lieber den Untergang akzeptieren, als sich wieder in die Masse der Menschen einzugliedern..
    Wenn ich versuche deren Gedankengänge nachzuvollziehen, kann ich das sogar ein wenig verstehen.
    Wer gibt schon gerne diese enormen Privilegien und Machtgefüge auf.. vor allem wenn er durch eine gewisse Schule total Gehirngewaschen ist und glaubt dies sei sein Vorrecht.. ich kann mir sehr gut vorstellen, wie diese Leute sich tatsächlich als was besseres sehen, mit Stammbäumen und ach hör auf…

  2. Der Ernst Wolff hat das Thema angeschnitten .
    In welchem Verhältnis steht eine Gemeinde gegenüber Konzernen .
    Inwieweit hat die Selbstbestimmung und damit Handlungsfähigkeit der Gemeinde Wert gegenüber der (oft billigeren) Versorgung durch Konzerne .

  3. Der Beitrag hier von Herrn Wolff sollte Grundlage (Einführung) in ein VWL Studium sein.
    …Da wäre dann gleich am ersten Tag richtig was los an den Unis…
    …Die Professoren müssen "begründen", bestätigen, oder eben erklären wieso der Freihandel doch was ist….
    – Mit den Fakten der letzten 50 Jahren wird das schwer fallen….
    – So könnten die Studenten gleich lernen, dass es um Macht usw. geht und nicht um "harmlose" Denkweisen (Lehrmeinungen) Theorie…

    Also fragt man sich doch weil das oben beschriebene so nicht stattfindet:
    – Was Lernen die denn statt dessen im "Mankiw" für komische Sachen?
    – wie kam es dazu das Ethik, Politik und VWL voneinander Getrennt wurden? Also der "Mensch" verloren ging
    – Ist ein "Gespräche" und Transparenz heute noch möglich, oder geht es nur um Ideologien und Lehrmeinungen? (Und natürlich auch um Professoren die nur dann 5 – 6000 Euro im Monat erhalten, wenn sie in gewisser weise "konform" sind)
    – Was ist jetzt nächste Woche zu tun um die Fakten die Herr Wolf hier bringt an die Richtigen Stellen zu bringen, und was muss passieren das sich wirklich was ändert?

    Es scheint so auszusehen das die "Renovierungen" oder Verbesserungen (die z.B. Herr Scholz – Finanzminister will) nichts bringen – es muss anscheinend etwas kräftiges anderes passieren das sich überhaupt etwas zum positiven ändert…
    ansonsten scheint es wirklich so zu sein so wie Herr Wolff es schon öfters gesagt hat:
    der nächste Crash wird schrecklich – aber haben wir außer ein paar Diagnosen nicht mehr?
    Ich möchte jedenfalls das richtige an der richtigen Stelle tun…auch hier in Rinteln, wo ich wohne….

    Gruß an Herr Wolff von Martinh

  4. Bei jeder Kreditvergabe erzeugen Banken Geld aus dem Nichts. In den Lehrbüchern steht es anders. Doch der deutsche
    Finanz-Professor Richard Werner hat es 2014 empirisch nachgewiesen.

    Ich habe jedenfalls seit ca. 10 Jahren ein abgeschlossenes FH Studium Wirtschaft und im Rahmen der von mir besuchten Vorlesungen wurde es nahezu gar nicht besprochen, dass Geld dadurch entsteht, dass Banken Geld aus dem Nichts verleihen.

    Vielmehr wurden seinerzeit eher doch nur die typischen Themen der Neoklassik, wie etwa der Homo oeconomicus besprochen.

    Es war mir insofern zu diesem Zeitpunkt nahezu gar nicht bekannt, dass Geld deshalb einen Wert hat, weil es eine Schuld ist.

    Sobald man die Schuldensystematik des Geldes einmal verstanden hat, ohne die das Bezahlen etc. doch gar nicht funktionieren würde, dann hätte man es mit wenig Nachdenken bereits verstanden, dass die Marktwirtschaft gar nicht funktioniert.

    Hier mal einige Medienschlagzeilen, die die völlige Unkenntnis unserer Spitzenpolitiker über die doch eigentlich gar nicht unbekannte Funktionsweise unseres Geldes veranschaulichen:

    Welt am 19.10.2014
    Der ökonomische Klassenprimus schwächelt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gibt zu, dass die Wettbewerbsfähigkeit leidet.

    Selbst der derzeitige Ifo-Chef ließ doch in 2017 noch folgendes verlauten:

    Deutschlandfunk Kultur am 23.12.2017:
    ifo-Präsident Clemens Fuest
    „Die Botschaft, die soziale Schere geht auseinander, ist schlicht falsch“

    Anstatt es aber treudumm zu vermuten, dass wir doch mit Geld tauschen, müssen wir uns viel genauer in die Systematik von Schuld und Entschuldung unseres Geldes im Zahlungsverkehr hineindenken.

    In diesem Zusammenhang gibt es jedenfalls folgendes Zitat:
    "Das Schlimmste an der Dummheit ist, dass man, ähnlich wie beim Alkohol nur die kleineren Dosen bemerkt; bei den großen hält man sich für besonders nüchtern und gescheit." – Oswald Bumke

    Jedenfalls müsste man es doch schnell bemerken, dass es nicht funktionieren kann, dass die Politik ständig Schulden sozialisiert, weil doch nur so neues Geld entstehen könnte, und dass dann ständig wenige große Akteure der Wirtschaft ausgerechnet das viele Geld einnehmen, mit dem der spätere Schuldenabbau doch allenfalls möglich sein könnte.

    Außerdem kann es doch nicht funktionieren, dass wir sowohl für das Sparen der Einzelpersonen als auch für jede Einkommenserzielung die Schulden anderer Leute benötigen. So viele Schulden kann es doch allein durch den normalen Konsum oder durch das normale Kreditgeschäft der Banken gar nicht geben.

    Weil es diese vielen Schulden auch in der Tat nicht gibt, gab es dann etwa auch schon mal bei der Regierung von Gerhard Schröder eine Abwrackprämie. Dann kurbelt die Politik doch die Wirtschaft etwa mit Subventionen an.

    Seit Ende 2011 sorgt dann doch die EZB mit einem immer tieferen Griff in die Trickkiste dafür, dass uns die vielen Schulden doch durchaus nicht ausgehen.

    Die Politik scheint es auch meistens nicht zu wissen, dass Geld als solches auch eine Schuld ist.

    Sobald ich wenige Tage lang auf die Idee kommen sollte, mal nur 2- 3 Tage lang einfach nur etwas Irrsinn zu veranstalten, dann würde man mich sofort in die Psychiatrie einweisen.

    Aber bei unserem Geld- und Bankensystem wird niemand eingewiesen, obwohl es noch sehr viel irrsinniger ist.

    weitere Überschrift vom 27. November 2019:
    Putin sieht wirtschaftliche Lage Russlands stabil

    20.02.2019
    KLARE WARNUNG: Putin droht USA mit Ankündigung neuer Superwaffen

    Jedenfalls versteht Herr Putin es doch nicht, dass man mit Geld besser gar nicht tauschen sollte. Er hatte doch jetzt vor kurzem wieder unglaublich viele Erklärungen dafür, warum die Wirtschaft in Russland doch völlig offensichtlich nur ausnahmsweise mal etwas geschwächelt hatte.

    Herr Putin versteht es auch nicht, warum die US-Banken keine andere Wahl haben als in Rüstung und Kriege zu investieren.
    Er hält einfach ständig gegen die Aufrüstung der USA dagegen und kündigt locker vom Hocker atomare Mittelstreckenraketen an, weil die USA doch durchaus nicht hätten aufrüsten müssen und sein Nichtverstehen unseres Geld- und Bankensystems ist eine Kriegsgefahr.

    In Wirklichkeit haben wir ganz sicher keine Marktwirtschaft, sondern einen völlig absurden Debitismus, der bei der derzeitigen Regierungspraxis mit dem Prinzip "Gewinne privatisieren – Verluste sozialisieren" immer schneller neue Schulden für alle Bürger und unglaublich hohe Profite für wenige Ultrareiche liefert.

    Aber wenn die Konsum bei so vielen Schulden infolge der Geldentstehung als Schuld und der darüber hinaus extrem ungleich verteilten Gewinne immer mehr wegbricht, dann müssen die Banken doch ihr aus dem Nichts geschöpftes Geld irgendwohin investieren. Aber mit dem Konsum der Bürger wird doch für die Banken bei ihrer vielen Zockerei auch kein Blumentopf zu gewinnen sein.

    Jedenfalls können Politiker und Banken die Bürger auch bis zu einem gewissen Punkt lange Zeit erstmal täuschen.
    Ob sie dies aber wirklich nur versehentlich machen?

    Schließlich sind die Preise im Einzelhandel doch weitestgehend stabil und wenn man sich nicht so auskennt, könnte man es doch durchaus denken, dass etwa auch die Frau Bundeskanzlerin durchaus gute Arbeit leistet.

    Schließlich sagen es uns unsere Kartellmedien ständig, dass wir doch nur ein wenig mehr aufrüsten müssten.
    Frau K.-K. scheint dann ihre ihre Aufrüstungspläne doch durchaus als eine sehr gute Idee zu verstehen.

    Dann hatte sogar der Herr Claus Kleber von den Tagesthemen diesen genialen Gedanken schon mal gehabt, dass ein Militäreinsatz sicherlich sinnvoll sein könnte und uns Zuschauer sogar in seine Überlegungen einbezogen.
    Dummerweise war das dann aber dann doch schon wieder ein Regime-Change der USA.

    Die Politiker der Linken kassieren doch auch mehr als üppige Diäten. So richtig glaubhaft ist es da doch nicht, wenn sie nicht müde werden für soziale Gerechtigkeit zu werben.
    Aber wenn es dann darauf ankommt, dann lese ich folgendes:
    Die Linke fordert: Schuldenbremse lockern

    Und wenn Donald Trump irgendwie die Funktionsweise unseres Geldes nicht so richtig versteht und dann den jüngsten US-Schlag verteidigt, bei dem ein wichtiger iranischer General getötet wurde?

    Jedenfalls gibt es doch folgendes von Robert Fleischer geführte Interview:
    Hellseher Martin Zoller zur Zukunft Europas: Kein 3. Weltkrieg, aber Trump wird ermordet

    Das Eintreten dieser Prophezeiung scheint jetzt nach dem jüngsten US-Schlag gar nicht mehr so unwahrscheinlich zu sein.

    Jedenfalls gelingt es doch dem Finanzkartell regelmäßig solche Politiker ins Regierungsamt hineinzubekommen, die unser Geld am allerwenigsten verstehen. Wäre es anders, dann hätten doch unsere Banken ein riesiges Problem.

  5. Wer Wirtschaft unter moralischen Gesichtspunkten betrachtet und vermittelt, wird sie nicht verstehen und nur zu einem einzigen Ergebnis kommen: Irgendwie ist alles nicht richtig und nicht so, wie es sein sollte. Zudem wird ein sehr statisches Bild von Handel und Entwicklung vermittelt: „Gewinnen wird immer der, der mehr auf die Waage bringt, ob beim Boxen oder im globalen Handel.“ Nach diesem Denken ist Entwicklung nicht möglich. Da bleibt alles, wie es ist. Nur fragt man sich dann, wie Wirtschaften wie die der Tigerstaaten Südostasiens oder China oder auch Deutschland nach dem 2. WK es dann zu ihrer heutigen schwergewichtigen Stellung im Welthandel bringen konnten, wenn diese simple Gleichung von Wolff gelten soll. Denn sie gehörten zu niedrigeren Gewichtsklassen, als sie in den Welthandel eintraten. Besonders China aber hat mittlerweile dieselbe Gewichtsklasse erreicht wie die USA und Deutschland. Da wird die Wolff'sche Gleichung aber zur Ungleichung.
    Es gibt auch keine „gleichwertigen Partner“ im Handel. Handel beruht immer auf Ungleichheit. Denn was der eine hat, muss dem anderen fehlen, sonst kommt Austausch nicht zustande. Worin soll denn die Gleichwertigkeit bestehen? Selbst die Austauschverhältnisse im Handel sind unterschiedlich und in den seltensten Fällen gleich. Davon sprechen die Handelsbilanzdefizite auf der einen und -überschüsse auf der anderen Seite. Selten kommt es vor, dass die Handelsbilanz zwischen zwei Staaten ausgeglichen ist. Worin also soll nach Ihrer Ansicht die Gleichwertigkeit bestehen, Herr Wolff, wenn WErte als WErte verstanden werden, wie üblich im Handel? Oder ist mit "Gleichwertigkeit" vielleicht Moralisches gemeint? Da wird es aber dann noch kompizierter. (siehe dazu Rüdiger Rauls – Kolonie Konzern Krieg UND Wie funktioniert Geld?)

    Freihandel ist schon immer eine Variante des Handels gewesen. „Seinen Durchbruch erlebte der Freihandel allerdings erst 200 Jahre später – nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.“ Das sieht nur so aus, weil hier ganz andere Größenordnungen ins Spiel kamen. Der Ausbau der Transportmittel und -wege (so nahm bekam der Flugverkehr eine Stellung, die er vor dem Krieg nicht gekannt hatte) ermöglichten einen Warenaustausch, den die Welt hinsichtlich der Abdeckung, Mengen und Schnelligkeit nicht gekannt hatte. aber das sind nur andere Bedingungen, kein Durchbruch im Sinne von Neuem.
    Hinzu kam, dass einerseits gewaltige Produktionskapazitäten in den USA zur Verfügung standen. Das alleine aber genügt nicht zur Förderung des Freihandels, auch nicht die Vereinheitlichung im Währungsaustausch durch die Leitwährung Dollar. Entscheidend ist, dass Bedarf und Nachfrage vorhanden sind. Das macht das Besondere aus in der Situation nach dem 2. WK. Der Wiederaufbau Europas stellten bisher nie gesehene Nachfrage und Bedarf dar. Deshalb ist Bretton Woods und der Freihandel nicht alleine von den Amerikanern der Welt aufgedrückt worden. Es bestand auch ein großes Interesse in Europa und dem Rest der Welt an diesen Neuerungen, sonst hätten sie sich nicht durchgesetzt. Aber das hat nichts mit Moral und gut und schlecht zu tun, sondern mit den Vorteile, die sich für die Teilnehmer an diesem System boten.
    Die Globalisierung ist nicht neu. Sie gab es schon immer, siehe den mediterranen Handel in der Antike, das Handelsnetz der Hanse, den Chinahandel durch Marco Polo, die Portungiesen, die Holländer, die Gründung von Kolonien und die Entdeckung neuer Handelsrouten und Kontinente der Neuzeit. Der Handel drängte schon immer nach neuen Ufern, neuen Produkten und Abnehmern. Neu sind nur die gewaltigen Ausmaße und Möglichkeiten, die sich dem globalen Handel heute dank Internet und Containerschifffahrt bieten.
    Aber das ist mit Begriffen wie „positiv“ und „negativ“ nicht zu fassen. Solche moralischen WErtungen führen auch nicht zu einer Demokratisierung des Geldsystems (was immer das auch sein mag) oder einer Abkehr vom Kapitalismus, auch wenn man ihn noch so sehr verteufelt. Sie führen auch nicht zu einem besseren Verständnis der Vorgänge innerhalb des Kapitalismus. „Negativ“ und „positiv“ führen nur zur Verwirrung, weil sie das falsche Werkzeug sind. Mit einem Hammer kann man kein Brett sägen.

    • Danke Rüdiger Rauls für diesen erhellenden Hinweis, auch wenn er keine Antwort auf Ernst Wolff's Ruf nach dem "Demokratischen Geldsystem" sein konnte, oder doch? Wird uns Ernst Wolff hier eine Antwort schuldig bleiben? müssen? 😉

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