Thesen zur „deutschen Schuld“

Auszug aus dem Buch „Der neue West-Ost-Konflikt – Inszenierung einer Krise

von Wolfgang Bittner.

Sowohl der Erste als auch der Zweite Weltkrieg wurden durch den Eintritt der USA auf Seiten Englands, Frankreichs und Russlands entschieden, und nach verbreiteter Meinung traf die Schuld an diesen Menschheitskatastrophen Deutschland. Zwar wird Geschichte von den Siegern geschrieben, aber zahlreiche Dokumente und Äußerungen damaliger Politiker belegen, dass diese festgeschriebene Schuld Deutschlands einer genaueren Betrachtung bedarf.(1)

Von der englischen und US-amerikanischen Geschichtsschreibung wurde der Historiker und Bestsellerautor Fritz Fischer, der von der Hauptschuld Deutschlands am Ersten Weltkrieg ausging, als der bedeutendste Historiker des 20. Jahrhunderts gepriesen. In seinem 1961 erschienenen Werk „Griff nach der Weltmacht“ suchte er akribisch eine Kontinuität aggressiven deutschen Weltmachtstrebens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, also vom Kaiserreich bis zur NS-Diktatur, nachzuweisen. Über die von ihm konstatierten imperialistischen Machbestrebungen des Deutschen Reiches, die nach seiner Meinung den Ersten Weltkrieg ausgelöst haben, schrieb er: „Bei der angespannten Weltlage des Jahres 1914, nicht zuletzt als Folge der deutschen Weltpolitik, mußte jeder begrenzte (lokale) Krieg in Europa, an dem eine Großmacht beteiligt war, die Gefahr eines allgemeinen Krieges unvermeidbar nahe heranrücken. Da Deutschland den österreichisch-serbischen Krieg gewollt, gewünscht und gedeckt hat, und, im Vertrauen auf die deutsche militärische Überlegenheit, es im Jahre 1914 bewußt auf einen Konflikt mit Rußland und Frankreich ankommen ließ, trägt die deutsche Reichsführung einen erheblichen Teil der historischen Verantwortung für den Ausbruch des allgemeinen Krieges.“(2)

Hinsichtlich der Seriosität der Einsichten dieses Historikers ist zu berücksichtigen, dass er als Exponent des Hitlerfaschismus galt und als solcher nach Kriegsende in den „Automatischen Arrest“ kam. 1933 in die SA und 1937 in die NSDAP eingetreten, wurde er 1939 Stipendiat am Institut des NS-Historikers Walter Frank. Er bot Vorträge zum Einfluss des Judentums auf Staat und Gesellschaft an, zum Beispiel: „Das Eindringen jüdischen Blutes in Kultur und Politik Deutschlands in den letzten 200 Jahren“ oder „Die Rolle des Judentums in Wirtschaft und Staat der USA“. 1942 wurde er auf Empfehlung des nationalsozialistischen Hochschulpolitikers Adolf Rein zum außerordentlichen Professor an der Hamburger Universität ernannt.(3) Seltsamerweise wurde Fischer entlastet und erhielt schon 1948 wieder eine Professur in Hamburg. Er widmete sich als „kompromissloser Aufklärer“ der Geschichte des Ersten Weltkriegs und bildete eine Anzahl seinen Thesen zugewandter (eher linksorientierter) Schüler aus. Seine Nazivergangenheit verleugnete er und betonte stattdessen, kein Anhänger des Nationalsozialismus gewesen zu sein.(4)

Wie immer man zu Fischers Vergangenheit und seinem Werk, das den Alliierten sehr gelegen kam und von ihrem Weltmachtstreben absah, stehen mag: Ein Mangel ist vor allem, dass ihm (wie auch Karl Kautsky, Hermann Katorowicz, Imanuel Geiss und anderen, die dazu publizierten) nicht die Dokumente aus den Archiven der Alliierten zur Verfügung standen, die bis dato gesperrt sind.

Eine andere, eher vermittelnde Meinung vertrat der in Cambridge lehrende australische Historiker Christopher Clark in seinem 2013 in deutscher Sprache erschienenen Werk „Die Schlafwandler – Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“. Er umgeht die Frage nach der Kriegsschuld, indem er schreibt: „In dieser Geschichte gibt es keine Tatwaffe als unwiderlegbaren Beweis, oder genauer: Es gibt sie in der Hand jedes einzelnen wichtigen Akteurs. So gesehen war der Kriegsausbruch eine Tragödie, kein Verbrechen.“(5)

Die Veröffentlichungen Fischers und Clarks führten zu einer bis heute andauernden Kontroverse in der deutschen und ausländischen Geschichtswissenschaft. Clark wurde vorgeworfen, er wolle die Deutschen durch „Verkürzungen“, „Verdrehungen“ und „Verfälschungen“ weißwaschen.(6) Aber auch die Thesen Fischers blieben nicht unwidersprochen. Als namhafte Kritiker Fischers sind die Historiker Wolfgang J. Mommsen, Paul Sethe und Thomas Nipperdey zu nennen, die eine alleinige Schuld Deutschlands am Ersten Weltkrieg infrage stellten.(7)

Mehr zu diesem Thema: Wolfgang Bittner, Der neue West-Ost-Konflikt – Inszenierung einer Krise, S. 113.-139, in den Kapiteln über die britisch-amerikanische Imperialpolitik, den Ersten Weltkrieg, Versailler Vertrag, Hitler und den Zweiten Weltkrieg.

Quellen:

(1) Vgl. hierzu Wolfgang Effenberger/Willy Wimmer: Wiederkehr der Hasardeure, Höhr-Grenzhausen 2014, S. 117 ff.
(2) Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/1918, Düsseldorf 1961, S. 97.
(3) Dazu: Hamburger Abendblatt, 11.8.2016, www.abendblatt.de/hamburg/article208041841/Historiker-Fritz-Fischer-schummelte-bei-seiner-Biografie.html
(4) Vgl. Effenberger/Wimmer, S. 442 ff.
(5) Christopher Clark: Die Schlafwandler – Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog, München 2013, S. 716
(6) Vgl. Neues Deutschland, 25.8.2017, www.neues-deutschland.de/artikel/1061632.vorreiter-der-revisionisten.html
(7) Vgl. Effenberger/Wimmer, S. 445.

Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur. Wolfgang Bittner lebt in Göttingen. 2017 erschien von ihm „Die Eroberung Europas durch die USA – Eine Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung“, und im März 2019 der Roman „Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen“.

Verlag zeitgeist, Klappenbroschur, 320 S., 20 Abb., 19,90 €, Höhr-Grenzhausen 2019.

Klappentext: Bereits 1961 warnte der US-Präsident und ehemalige Generalstabschef Eisenhower vor den verhängnisvollen Verflechtungen des „militärisch-industriellen Komplexes“ mit der Politik der USA. „Wir dürfen“, so Eisenhower, „es nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet.“

Wenn wir uns die gegenwärtige politische Weltlage ansehen, wird deutlich, was Eisenhower meinte. Doch Wolfgang Bittner beschränkt sich nicht auf die jüngere Zeit, vielmehr geht er zurück auf eine mehr als ein Jahrhundert währende britisch-amerikanische und französische Imperialpolitik, der das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn zum Opfer gefallen sind, und die nach wie vor – ausgehend von Interessengruppen in den USA – Deutschland im Fadenkreuz hat. Sein Buch bietet eine Gesamtschau der globalen politischen Entwicklung im 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart, von Europa über Nord- und Südamerika bis nach Asien. Bittner deckt die Hintergründe der Aggressions- und Interventionspolitik einer gewissenlosen Allianz unter Führung der USA mit der von ihr dominierten NATO auf. Der Autor stellt damit auch eine faktenreiche Argumentationshilfe in der längst fälligen Auseinandersetzung mit der akut drohenden Kriegsgefahr zur Verfügung.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis: Alex SG / shutterstock

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6 Kommentare zu: “Thesen zur „deutschen Schuld“

  1. Nicht das deutsche Kaiserreich hatte die Weltherrschaft im Sinne, sondern englisch-sprachige Eliten hatten (oder haben immer noch??) eine Weltherrschaft der Englisch-Sprachigen (Großbritannien und USA) zum Ziel. Wer ihnen da im Weg stand (oder immer noch – steht???), der musste (muss – immer noch???) bekämpft werden.

    In den folgenden Abschnitten liefere ich Belege und Zitate für diese, zugegebenermaßen brisante Aussage:
    Schon Archibald Primrose Lord Rosebery (1847-1929) dachte so. Er war zweimal Außenminister und Premierminister. Seine Heirat mit der einzigen Tochter des Bankiers Mayer de Rothschild machte ihn zum reichsten britischen Regierungschef. Er glaubte an die rassische Überlegenheit der angelsächsischen Weltgemeinschaft und sagte im November 1900 vor Studenten der Universität Glasgow: „Was ist das Empire, wenn nicht Vorherrschaft der Rasse?“ Was künftig allein zähle, seien Besitz und Rasse. 1893 richtete Rosebery in einer Rede am Royal Colonial Institute folgenden Appell an seine Zuhörer: „Wir müssen uns daran erinnern, dass es Teil unserer Verantwortung und unseres Erbes ist, dafür zu sorgen, dass die Welt, soweit sie noch von uns geprägt werden kann, angelsächsischen und nicht einen anderen Charakter erhält.“ Zitat aus: Markus Osterrieder: Welt im Umbruch, Stuttgart 2014. S. 822.
    Der britische Staatsmann Robert Gascoyne-Cecil, 3. Marquess of Salisbury überlegte sich schon im Jahre 1885, wie der damalige Rivale des British Empire, das zaristische Russland, in Schach gehalten werden konnte und entwickelte folgende Langzeit-Strategien: 1. Schwächung des Gegners durch Hineintreiben in Zahlungsunfähigkeit und danach Entfachen von Revolutionen, 2.Widerbelebung des Islams an Russlands Rändern und 3. ein verlustreicher Krieg gegen Deutschland. Quelle: John Charmley: „Splendid Isolation?“ London, 1999, S. 201, unten, Folgendes übersetzt von mir: (Salisbury erklärte dem neuen britischen Botschafter in St. Petersburg, Sir Robert Morier in 1885): Russlands einziger wunder Punkt seien „seine Zahlungsschwierigkeiten“ und „wenn wir Russlands chronischer Feind werden, müssen wir unsere Anstrengungen auf diesen wunden Punkt richten. Wir müssen es so stark wie möglich in Ausgaben treiben“, so dass „nur wenige Schritte weiter es in eine Revolution getrieben wird, die ständig über ihm zu schweben droht.“… Russland sei „wirklich unverwundbar in Bezug auf militärische Angriffe…“ und auf S. 213: „Die Zeit und das Glück könnten die Antwort auf das russische Problem bringen: Revolution, Widerbelebung des Islam oder Krieg gegen Deutschland…“

    Doch auch Kronprinz Edward, der spätere britische König Edward VII, hatte schon 1878, zusammen mit Papst Leo XIII, die Vision eines neuen politischen Kurses. Papst Leo XIII hat daraufhin wesentlich dazu beigetragen, das Bündnis zwischen dem russisch- orthodoxen Zarenreich und der laizistischen Französischen Republik (seit Napoleon eigentlich verfeindet!) gegen das katholische Österreich und gegen Deutschland zustande zu bringen. Quelle: Professor Evgenij A. Adamow: Die Diplomatie des Vatikans zur Zeit des Imperialismus. Berlin, 1932 und Wolfgang Effenberger: “Europas Verhängnis 14/18” Bd. II, Kritische Angloamerikanische Stimmen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs. S. 30 ff.
    1887 wendet sich Salisbury an Count Chaudordy. Der Herzog von Norfolk wendet sich dann an Papst Leo XIII & Kardinal Rampolla und kommuniziert dieses „Bild für das 20. Jahrhundert“. Der gewiefte russische Diplomat Alexander Iswolski wird russischer Botschafter am Vatikan. Der Papst bewegt sich auf den Zaren zu. Papst Leo befiehlt den französischen Katholiken, sich der ("freimaurerischen, atheistischen") Dritten Republik zu fügen. Der Papst befiehlt den polnischen Katholiken, sich dem (orthodoxen) Russland zu unterstellen. Somit steht einem Bündnis zwischen Frankreich und Russland (das gegen die Mittelmächte gerichtet ist) nichts mehr im Wege. [Zum Nachhören: Ab Min. 55:44 https://www.youtube.com/watch?v=_Hsb9SQ6Ayw The Battle for the Truth about the First World War]
    Übrigens: Iswolski stieg auf persönliche Empfehlung König Edwards VII. zum russischen Außenminister auf (1906). Das ist doch merkwürdig, nicht? Beleg: Gerry Docherty/Jim Macgregor, Verborgene Geschichte, S. 138.
    Doch es ist eigentlich gar nicht so merkwürdig – lesen Sie weiter unten, welcher international orientierten Organisation Iswolski und König Edward angehörten…

    Das, was man mit Deutschland und Russland vorhatte, wurde schon mal unverfänglich vorverkündigt: So wie heute etwa „The Economist“ manchmal Dinge „erstaunlich weitsichtig“ voraussieht, so sah damals das Satiremagazin „Truth“ Dinge voraus (offenbar ist es ein okkultes Mittel, Pläne erst man vorab, in unverfänglicher Weise, spielerisch in Satire-Magazinen oder anderswo, „anzukündigen“. Dann stellen sich die Gemüter der Leser schon mal darauf ein und halten es nicht mehr für ganz unmöglich): So erschien in der Weihnachtsausgabe von 1890 der Satirezeitschrift „Truth“ eine „Satire“ über Kaiser Wilhelm II, in der stand, dass er hypnotisiert werde und danach einen Traum hätte, einen Krieg anzuzetteln und schließlich im Armenhaus zu landen; die Zeitschrift präsentierte eine neue Europa-Karte als Ergebnis dieses Krieges, auf der Deutschland zerstückelt und Russland als „russische Wüste“ erscheint. Siehe „Der Europäer“, April/Mai 2010, S. 18: „Die geplante und auf politischen Karten skizzierte Zertrümmerung Mitteleuropas und ihre schrittweise Realisierung.“ Siehe auch hier, ab ca. 1:06:06 https://www.youtube.com/watch?v=k1yJ0zID_xw

    Alfred Milner war geistiges Oberhaupt einer Gruppe, die sich – wohl in Anspielung auf die Große Weiße Loge des frühen Mittelalters, König Artus Tafelrunde – „Round Table“ nannte. Durch diese Gruppe übte Milner Einfluss auf die britische Elite aus und zwar sowohl auf die Partei der Unionisten als auch auf die Liberalen, doch geschah dieser Einfluss und diese Macht nicht durch demokratische Mittel sondern durch Herstellung eines außerparlamentarischen Konsenses bezüglich einer bestimmten politischen Agenda, vor allem in der Außenpolitik. Sobald ein strategisches Ziel gesetzt war, setzte die Round Table Bewegung alle verfügbaren Mittel ein, um es zu erreichen, auch Manipulation, was die Gruppe „Modellieren“ der öffentlichen Meinung nannte. Eine weitere, wichtige Vorgehensweise zum Erreichen eines strategischen Zieles waren koordinierte und orchestrierte Handlungen durch ein Netzwerk von miteinander verbundenen Personen und Organisationen. Das Royal Institute of International Affairs (Chatham House) und der Council on Foreign Relations waren die wichtigsten unter ihnen.
    Dank des Kollateralismus einiger historischer Institutionen der Universität Oxford – All Souls College, vor allem aber auch Balliol, New College und des Rhodes Trust-und einer totalen Kontrolle über die damalige "Qualitätspresse" wie The Times und The Observer und anderen konnte der Round Table innerhalb des Empire eine "kulturelle Hegemonie" ausüben, insbesondere in den dreißig Jahren zwischen 1910 und 1940.
    Die Round Table Gruppe schuf eine Vierteljahresschrift mit dem Namen „The Round Table, die sich voll und ganz dem Empire und den auswärtigen Angelegenheiten widmete und sich, als elitäre Zeitschrift, vor allem an diejenigen richtete, die in der Lage waren, die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Sie wollte „Denkanstöße“ liefern, die dann im gesamten Empire weiter verbreitet werden sollten durch andere Zeitungen, durch Hochschulen und Thinktanks.
    London war zu Beginn des Jahrhunderts das Zentrum eines weltweiten metropolitanen politischen Journalismus. Die erste Ausgabe der Zeitschrift erschien im November 1910 und beinhaltete einen Artikel mit dem Titel "Anglo-German Rivalry" von Philip Kerr, ein gegen Deutschland gerichteter Propaganda-Artikel. Vergl.: http://threeman.org/?p=2584 Boardman: „Indeed, the very first issue in Nov. 1910 of The Round Table, the movement’s journal, featured an article titled ‘Anglo-German Rivalry’ by Philip Kerr which was what today would be called an agitprop hit piece against Germany”

    Die Round Table –Bewegung war eine politische Organisation mit deutlicher Verwurzelung in allen großen peripheren Zentren des Empire, mit fast unbegrenzten finanziellen Mitteln durch den Rhodes-Trust und mit einer Zeitschrift, die bezüglich des Empire und der Außenpolitik als maßgebend anerkannt wurde. Bedeutende Mitglieder waren Lionel Curtis und Philip Kerr, der Musterschüler von Alfred Milner. Die Infos über die Round-Table-Gruppe sind aus Andrea Bosco: The Round Table Movement And the Fall of the „Second“ British Empire (1909-1919), S. 8-10

    So sind sicherlich auch die folgenden Artikel in diesem Geiste geschrieben worden:
    Am 11. 9. 1897 brachte die Zeitschrift „The Saturday Review“ einen Artikel mit dem Titel „England and Germany“ – England und Deutschland heraus, der mit folgendem Satz endete: „Germania esse delenda“ (Deutschland muss zerstört werden). Zum Nachhören: Ab 1:22:42 https://www.youtube.com/watch?v=_Hsb9SQ6Ayw The Battle for Truth about the First World War.

    Und im September 1915 erschien ein "anonymer" Artikel in der „Round-Table-Zeitschrift, der von Philip Kerr geschrieben worden war, einem der wichtigsten Gefolgsleute von Lord Milner und späteren Sekretär von Lloyd George. Der Artikel enthielt Folgendes über den "Weltstaat", den die Round-Table-Gruppe um Milner damals schon für die neue Nachkriegsordnung konzipierte: „Ein solcher Staat muss alle anderen außer Kraft setzen. Tatsächlich wird er der einzige Staat sein. […] Darunter mag es eine unbegrenzte Anzahl von nationalen Einheiten geben, aber das oberste Gesetz wird das Weltrecht sein, übergeordnet dem nationalen Recht, dort, wo es mit ihm kollidiert und es wird für alle Bewohner der Welt verbindlich sein." http://threeman.org/?p=2304 Boardman zitiert aus dem Round Table Artikel: “Such a state must override all others. Indeed, it will be the only state. […] Beneath it there may be an indefinite number of national units as at present, but the supreme law will be the world law, overriding national law where it conflicts with it and binding on all the inhabitants of the globe.” Also: Wer wollte damals die Weltherrschaft? Die elitären Engländer natürlich und nicht Kaiser Wilhelm und seine Leute. Dazu passt auch, dass Arthur Balfour aus der einflussreichen Cecil-Familie und Neffe von Lord Salisbury, 1909 an Theodore Roosevelt schrieb, und zwar bezüglich einer angelsächsischen Konföderation. Man sieht also, dass man sich mit dem englisch-sprachigen USA zusammentun wollte. Doch hinter der Konzeption einer losen Konföderation der englisch-sprachigen Länder soll Philip Kerr, der spätere Lord Lothian gestanden haben, der Jünger von Alfred Milner. Beleg: Ab ca. 1:13:24 https://www.youtube.com/watch?v=k1yJ0zID_xw siehe auch: http://threeman.org/?p=2564 The Cecils and the End of the British Empire.

    • Fortsetzung: Doch nicht nur Theodore Roosevelt war ein Ansprechpartner für so etwas, sondern auch Edward Mandell House:
      Am 15. Januar 1916 traf sich Colonel House, der Berater von US-Präsident Wilson, nachmittags in England mit dem britischen Außenminister Sir Edward Grey und dem damaligen Ersten Lord der Admiralität, Arthur Balfour. Dabei sagte Colonel House, dass der Völkerbund ein Instrument unter der Führung Großbritanniens und der Vereinigten Staaten werden solle: „…Balfour war merkwürdig skeptisch gegenüber diesem wichtigen Punkt im House-Wilson-Projekt, denn er war, so notierte House, „den Deutschen gegenüber unabänderlich misstrauisch.“ Aber House akzeptierte den Einwand ohne Umschweife. Es spiele schließlich keine Rolle, entschied er, denn der vorgeschlagene Völkerbund würde sich um all diese Angelegenheiten „unter der Führung Großbritanniens und der Vereinigten Staaten“ kümmern und dabei unterstützte ihn Sir Edward „kräftig…“ Zitat aus Walter Millis, Road to War, America 1914-1917, S. 261, übersetzt von mir.

      Die alliierten Kriegsziele vor dem Ersten Weltkrieg waren: Frankreich wollte Elsass-Lothringen zurück, Russland wollte Konstantinopel und die Straße der Dardanellen, England wollte Deutschland als wirtschaftlichen Konkurrenten loswerden und Serbien träumte von einem großserbischen Reich, doch dazu musste Österreich-Ungarn zerschlagen werden. Infos aus: Terry Boardman: “Britain’s Responsibility in 1914…” : https://www.youtube.com/watch?v=k1yJ0zID_xw
      ab: 1:13:44 ff.
      Italien und Rumänien traten erst später in den Krieg ein und bekamen Gebiete zugesprochen, die ihnen nie gehört hatten (z.B. Südtirol). Beleg: Walter Mills: Road to War, America 1914-1917, S. 374

      Dann noch aufschlussreiche Zitate aus der Reihe von Wolfgang Effenberger: Europas Verhängnis 14/18, Band I, Die Herren des Geldes greifen zu Weltmacht, S. 41:
      „Im Jahre 1907 sagte Arthur Balfour zum amerikanischen Botschafter in London, Henry White:
      Balfour: „Wir sind vermutlich Narren, dass wir keinen Grund dafür finden, Deutschland den Krieg zu erklären, bevor die Deutschen zu viele Schiffe bauen und uns den Handel wegnehmen.“
      White: „Sie sind im Privaten ein sehr moralischer Mensch. Wie können Sie da überhaupt nachdenken über etwas politisch dermaßen Unmoralisches wie das Provozieren eines Krieges gegen eine harmlose Nation, die ein ebenso großes Anrecht auf eine Marine hat wie Sie? Wenn Sie mit dem deutschen Handel konkurrieren wollen, dann arbeiten Sie härter.
      Balfour: „Das würde bedeuten, unseren Lebensstandard zu senken. Vielleicht wäre es für uns einfacher, einen Krieg zu führen.“
      White: „Ich bin schockiert, dass ausgerechnet Sie derartige Prinzipien von sich geben.“
      Balfour: „Ist es eine Frage von richtig oder falsch? Vielleicht geht es einfach nur um die Frage, ob wir unsere Vormachtstellung erhaltenwollen."

    • Und noch ein Hinweis darauf, was das „CID“ war: Siehe „Europas Verhängnis 14/18 Band II, Kritische angloamerikanische Stimmen zur Geschichte des Ersten Weltkriegs von Wolfgang Effenberger, Siehe Kapitel: „Abschluss der Entente Cordiale und Gründung des CID“
      „Im Mai 1904 – einen Monat nach Abschluss der Entente Cordiale – wurde in Großbritannien das »Committee of Imperial Defence« (CID), ein ressortübergreifendes Komitee zur Planung der Verteidigungspolitik, geschaffen.“ Dessen Unterausschüsse erstellten schon ab 1907 Pläne und Szenarien für Krieg gegen Deutschland, wie auch in einem anderen historischen Werk ausführlich beschrieben wird, nämlich in Planning Armageddon von Nicholas A. Lambert, S. 70 unten, Kapitel: „The 1907 War Plans“ = dt.: Die Kriegspläne von 1907. Auf S. 71, Mitte, heißt es da: (übersetzt): „Anfang Dezember 1906, nach seiner Rückkehr aus den Ferien, rief der Erste Seelord den Captain George Ballard in sein Büro und beauftragte ihn, einen geheimen Ausschuss zu bilden, um detaillierte Pläne für einen Krieg gegen Deutschland zu formulieren.“ Pläne für KRIEG GEGEN DEUTSCHLAND. Tja, und Ballard forderte dann umgehend Lord Hankey an. Ihm widmet Effenberger ein eigenes Kapitel in „Kriitische angloamerikanische Stimmen…“: „Lord Hankey und das Economic Warfare Paper“: Planungen zu Wirtschaftskrieg und Blockade gegen Deutschland“ (S. 57).
      Hört man im Geschichtsunterricht jemals etwas über diesen wichtigen Mann? Oder las man in historischen Werken à la Fritz Fischer jemals darüber?

      Übrigens: Kronprinz Edward von England war von 1875 bis 1901 Großmeister der Vereinigten Großloge von England und Mitglied zahlreicher englischer Logen war. Beleg: Robert A. Minder, Freimaurer-Lexikon, Innsbruck, 2004, S. 39
      Alfred Milner war Großaufseher der Großloge von England. Beleg: Robert A. Minder, Freimaurer-Lexikon, Innsbruck, 2004, S. 43. Und nach Franz Schweyer, dem Autor von Geheimbünde, war auch Iswolski ein Freimaurer. Beleg: Franz Schweyer, Geheimbünde. München, 1925, S. 5.
      Theodore Roosevelt war seit 1900 Mitglied der „Matinecocke Lodge 806“ und Ehrenmitglied der Loge „Rienzi“ in Rom. (Freimaurer-Politiker-Lexikon, S. 261.)
      Es spricht also einiges dafür, dass diese Ideen von einer Weltherrschaft der Englisch-Sprachigen unter anderem Namen auch Eingang in die Ziele der Logen gefunden haben – denn mir ist aufgefallen, dass westliche Logen alle etwas Ähnliches zu vertreten scheinen, das eigentlich Vorherrschaft der Englisch-Sprachigen bedeutet, aber mit veränderlichen Namen bezeichnet wird, z. B. „Internationalisierung“, „Freie demokratische Welt“, „New World Order“, „Globalisierung“, „Westliche Werteordnung“, „Internationale Gemeinschaft“ etc . aber eigentlich ist damit gemeint die Verbreitung angloamerikanischer Kultur, angloamerikanischer Wissenschaft, anglo-amerikanischer Wirtschaftsordnung, angloamerikanischer Werteordnung. Kurz: Weltherrschaft der Englisch-Sprachigen.

  2. Es gibt schon so viele Bücher über die Gründe, die zum 1. Weltkrieg führten. Ebenso viele Bücher über die Gründe, die zum 2. Weltkrieg führten. Einschließlich der Bücher, die gegen Mainstream geschrieben wurden wie das Buch G. Menuhin "Wahrheit sagen, Teufel jagen". Als Fazit bleibt immer wieder: Kein Mensch hat das Recht einen anderen einzusperren in Lager, der nicht von einem ordentlichen Gericht wegen einer Straftat verurteilt wurde. Keine Nation hat das Recht einen Krieg zu beginnen. Ob sich irgendjemand als "our Great Nation" oder "la Grande Nation" oder als "tausendjähriges Reich" bezeichnet und dadurch legitimieren will, ist völlig egal. Dem gibt es nur eines entgegen zu setzen:
    "Kriege haben noch nie jemanden groß gemacht." (Yoda, Star Wars)
    Für die ganzen Weltkriegsgründeerforschungsautoren wäre ein Befassen mit Wolfgang Eggert und der messianischen Sekte Chabad Lubatisch vonnöten, um eine Sichtweise auf einen möglichen Grund für den 3. Weltkrieg zu erhalten. Dies würde dann auch erklären, warum Leute glauben, dass China schachmatt gesetzt werden soll, weil die USA unbedingt im Nahen Osten Krieg beginnen wollen. Mit einer Schwächung Chinas wäre das leichter zu erreichen. Auch für Putin ist ohne ein starkes China ein Konflikt mit den USA weniger gut.
    https://www.contra-magazin.com/2020/02/dreifacher-angriff-zerstoert-china-eine-biowaffe-ein-medienkrieg-und-insiderhandel/

    • Auch sind Eggerts Ideen zu den 5 formen des Terrorismus klug. Passt aber für viele LInke nicht ins Weltbild, weil links ist gut und immer gegen den Staat.
      Für diese Leute ist alles false flag, außer den Aktionen von Links, das ist immer authentisch volksrevolutionär und damit moralisch überlegen.

      Schade eigentlich, denn so werden wir den deep state nie durchschauen und überwinden.

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