Im Gespräch: Thomas Freitag („Hinter uns die Zukunft“)

Vorhang auf, für den vielleicht besten deutschsprachigen Kabarettisten der letzten Jahrzehnte. Thomas Freitag, Jahrgang 1950, erlangte nach Abschluss einer Ausbildung zum Bankkaufmann über das Stuttgarter Renitenztheater seit 1974 Jahr für Jahr mehr Aufmerksamkeit und Popularität.

Unverkennbar ist seine Stimme und unverkennbar sind auch seine Parodien. Wer Willy Brandt, Herbert Wehner, Franz Josef Strauß, Helmut Kohl und Marcel Reich-Ranicki in einer so exakten Form parodieren und mit Witz, Charme und Niveau auf die Bühne bringen kann, verdient es noch einmal genauer unter die Lupe genommen zu werden.

Im Gespräch erfahren wir viele Details vom Leben auf der Bühne, blicken aber auch hinter die Kulissen des Showgeschäfts. Wir reisen durch die Anfänge des Kabaretts von Gert Fröbe bis Dieter Hallervorden, landen aber auch immer wieder im prägenden politischen Weltgeschehen von DDR bis USA.

Genug verraten. Bitte jetzt den Play-Button klicken und es heißt: „Bühne frei für ein humorig-aufschlussreiches, situationskomisch-spannendes Gespräch mit Thomas Freitag.“

Inhaltsübersicht:

0:05:12 Ein kritischer, katholischer Kabarettist

0:15:46 Das Leben auf der Bühne

0:25:24 Ein kabarettistischer Blick in die politische Geschichte

0:36:24 Patriotismus und Vaterlandsliebe

0:47:30 Die Geburt eines Künstlers

1:06:16 Von Gert Fröbe über Dieter Hallervorden ins Profi-Business

1:17:47 Prägende Erfahrungen beim Zivildienst

1:26:49 In den Kabaretts der Republik

1:37:45 Einflüsse aus den Staaten

1:55:22 Erfahrungen in der DDR

2:14:12 Privates und Persönliches

2:26:38 Vorbilder und Verführer

2:40:35 Tschernobyl, Mauerfall, 9/11

2:48:07 Der letzte Satz

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20 Kommentare zu: “Im Gespräch: Thomas Freitag („Hinter uns die Zukunft“)

  1. Ein interessantes Gespräch bis auf den Abschnitt "Patriotismus und Vaterlandsliebe", den ich fast nicht durchgestanden hätte. Was zählt sind die Taten der Menschen und nicht anderes, auch wenn Herr Freitag meint, seine politischen Ansichten ständen über allem.
    Was ich damit meine ist: CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne haben als Bundestagsparteien direkt den Tod von Tausenden Menschen zu verantworten. Gut möglich dass es noch viel mehr Tote sind. Beispiel Jugoslawien-Krieg, Beispiel Afghanistan. Stattdessen wird der "Mückenschiss" thematisiert. Welches irrationales Denken pflegt Herr Freitag? Für mich ist das weit weg von reflektierendem Denken…

    Wie auch immer, gute Arbeit der KenFM Redaktion. Danke.

  2. Erstaulich, daß so ein Mann des geschliffenen Wortes, es sich durchgehen läßt, den Sinn einer Rede ins Gegenteil zu verkehren. Alice Weidel wollte den Sinn und Verstand einengenden Zwang, den "political correktness" damals ausübte, auf dem "Müllhaufen der Geschichte" entsorgt wissen. Das dürfte Thomas Freitag auch am Herzen liegen. Aber da macht er aus selbigem eine Mördergrube. Einmal links, immer links.

  3. nteressantes Gespräch, welches bei mir viele Erinnerungen wach gerufen hat.
    Allerdings sind einige Punkte für mich nicht ganz so nachvollziehbar. T. Freitag erzählt aus einer Zeit, die ich ja auch erlebt habe. Er ist Jahrgang 50. Er muß schon sehr früh politisch höchst interessiert gewesen sein, wenn er den Vietnamkrieg als so traumatisch erlebt haben will.
    Ich bin Jahrgang 48 und war zu dem Zeitpunkt da der Vietnamkrieg richtig los tobte 15 Jahre alt.
    Ich kann mich noch genau an die Interpretationen zu Vietnamkrieg erinnern.
    Zum Beispiel kamen ja in der Tagesschau die Einspieler, und da wir damals total auf Kalten Krieg gebürstet waren, sahen wir den Vietkong als etwas böses, dagegen bewunderten wir die Technologie der Amerikaner. Überhaupt war alles was Amerika machte positiv. Ob Atomwaffentests, oder
    Dum Dum Geschosse, alles war Klasse, was die produzierten.
    Wir fachsimpelten darüber, in der Lehre.
    Das kippte erst 1968. Da kam das Massaker von My lai. Der Spiegel und der Stern berichtete kritisch.
    Da war T. Freitag 18 Jahre alt, und kann auch nur dem Zeitgeist gefolgt sein.
    Zu den Anschlägen 11/9 sagt er das was die offizielle Version ist. Was soll er auch sagen, soll er dem Wiedersprechen. Er könnte natürlich seine Zweifel äußern, aber was bringt das, außer Angriffsfläche.
    Das er da sicher auch seine Gedanken dazu hat, kann man ausgehen. Sagt er ja auch indirekt, indem er über Busch im Nebensatz seine Meinung äußert.
    Was auch auf viel, ist das herausstellen der Kabarettszene. Es gab natürlich in Berlin ein sehr prägendes Kabarett. Günter Neuman und seine Insulaner, sie waren die Nr. 1 weiterhin gab es Wolfgang Gruner und seine Stachelschweine, wesentlich beliebter als das sehr verkopfte Komödchen. Auch das Senftöpfchen in Köln, in dem Dieter Thoma und Alfred Biolek den Kölner Treff machen, eine der ersten Talkshows im WDR3.
    Auch gab es die Sponti Scene, die auch sehr politisch unterwegs war. Von Schöbert und Black über
    Insterburg und Co. Bis zu den Polit Gruppen Ton Steine Scherben oder die Schmetterlinge.
    Die gehören auch in diese Zeit.
    Aber alles in allem trifft er die Zeit in seinen Erzählungen sehr gut.
    Damals war Tomas Freitag für mich der überragende Kabarettist, der das Komödchen interessant machte.

    • Als 17 jähriger (1967) lief ich Hồ Chí Minh Demos, nach der Berufsschule, hinterher.
      Hồ Chí Minh war für mich damals der "König" von Vietnam, auf jeden Fall ein Revolutionär.
      (Er war Premierminister). Das war damals in Wuppertal-Elberfeld.
      Die Wahrheit zu 9/11 bietet "Angriffsfläche", richtig, aber auch ein Fundament, auf das sich aufbauen lässt. Es wird Zeit, bald 20 Jahre danach!

    • Blauersalamander
      Mag ja sein, meine Schwester war in der KPDML roter Ölberg Wuppertal. Allerdings war das nicht 67 sonder 71/72
      die Ho Chi Minh Demos gab es, aber wer in dem Alter ist den ein politischer Durchblicker. Die Organisatoren waren doch mindestens 5 Jahre älter. Aber im nach hinein verwischen die Erinnerungen. Würde aber gut tun, wenn man sich an die tatsächlichen Gegebenheiten erinnert. Zu viel Verklährtheit mach die Sache nicht transparent.
      Benno Ohnsorg geb. 15 .10 1940
      Rudi Dutschke geb. 7.3.1940
      Fritz Teufel geb. 17.7.1943
      von einen Joschka Fische geb 1948 habe ich zu dem Zeitpunkt noch nichts gehört.
      Der einzige der noch auf der Prominentenliste stand war dieser schräge Vogel Daniel Chon Bendit
      geb. 1945 . Das nur mal zur Erinnerung.

    • Ach so hab ich vergessen, meine Schwester hatte anschließend zu kämpfen, sie viel unter den Radikalenerlass,
      Das fällt in die Zeit " gloreiche SPD unter Willy Brand."
      Sollte man auch noch auf dem Schirm haben.

    • Und wenn man den Zeitgeist ein wenig erahnen möchte, kann man sich ja mal wieder
      James Bond „ Liebesgrüße aus Moskau“ anschauen. Der ist ja noch immer Kult.

  4. Ich fand es auch zu plauderhaft, kann es aber auch verstehen. Herr Jebsen hat jetzt ein Weile den "Vortänzer" gemacht.

    Da ist es wohl auch entspannend, mal ein Gespräch zu führen, abseits des "medialen Kugelhagels".

    … und geputzt werden, muss in jedem Haushalt und Staat, von Zeit zu Zeit.

    • Ich bin ja immer so neugierig, welchen Zahnersatz die Leute mit sich herum tragen.
      Bei Herrn Freitag tippe ich auf Gold.

      Bleiben wir einander gewogen, und respektieren die Vielfältigkeit von Menschen und Meinungen.

  5. Thomas Freitag ist und war für mich der eindrucksvollste deutsche Stimmenemitator mit politischer Ausrichtung. Unvergessen Willy Brandt, Herbert Wehner, Marcel Reich Ranicki, Franz-Josef Strauß … . Das Interview hat mich stark beeindruckt. Danke.

  6. Herr Freitag hat, wie jeder Andere auch, das Recht seine Meinung zu haben. Hört auf zu meckern, weil er nicht das gesagt hat, was Ihr hören wollt. Ich rechne ihm sehr hoch an, dass er sich, bei all dem Dreck, der sich gerade über Ken Jebsen ergießt, völlig entspannt auf ein Gespräch in dessen Studio einlässt. DAS ist Format und Haltung und verdient Respekt. Und Ken zeigt, dass er nicht jeden, der ihm gegenübersitzt, um jeden Preis in seine Gedankenwelt hineinzwingen will.

    • "(Herr Jebsen) Ken zeigt, dass er nicht jeden, der ihm gegenübersitzt, um jeden Preis in seine Gedankenwelt hineinzwingen will".

      Gut gesagt, wir brauchen ja auch eher weniger, als mehr Wasser auf unser Mühlrad,
      sonst haut uns der Wasserdruck das Mühlrad aus der Nabe….

      Fand ich gut das Herr Jebsens "Kopfporsche" auch mal als "Sonntagsfahrer" unterwegs war. Andererseit freue ich mich, wenn es dann auf der Autobahn wieder "voran" geht.

  7. Thomas Freitag glaubt noch an bin Laden, also an den Weihnachtsmann. Macht der Herr Freitag nicht politisches Kabarett? Unglaublich, wenn ich's nicht selbst gehört hätte. Aufklärung? Lass stecken.
    Nach soviel Chemtrails klärt sich nichts mehr auf.

    • Ja, und nicht nur da 🙁

      Bei 24:00 bedauert Freitag, dass Merkel die "Informationen" zur Corona Krise kund getan hat. Der Inhalt war ja absolut plausibel, sagt er, er hätte sich nur einen anderen, mehr emotionalen Sprecher gewünscht …

    • habe nebenbei aufgeräumt und geputzt. Denke das war ein für Herrn Freitag ein Promo-termin für sein Buch und für ihn als Kabarettisten. nicht viel mehr.
      Der Mann ist Medien-Profi durch und durch und hat sich allgemein nicht sonderlich aus der Reserve locken lassen und hat die Fragen geschickt umschifft.
      auch denke ich, weiß er wie sein Stammpublikum wohl tickt und wird sich auch da hüten, irgendetwas anbrennen zu lassen. Wer will es ihm verdenken.

    • @ Meinstein, ja menschlich durchaus zu verstehen. Ist nur wenn alle rücksicht nehmen daruaf was andere denken und möglichst nicht anzuecken, dann schwimmen halt alle mehr oder weniger mit dem Strom, das ist ja auch nicht so optimal ;-(

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