Totengräber – Ein Gedicht

Ein Gedicht von Wolfgang Bittner.

Sie lesen unsere Mails,
sie kennen unsere Kontakte,
sie lesen, dass wir sie
Verbrecher nennen.

Sie hören, was wir sagen,
sie hören, worüber wir traurig sind,
sie hören, dass wir wütend sind,
sie hören, dass wir sie
gewissenlos nennen.

Sie kennen unsere Vorlieben,
sie kennen unsere Abneigungen,
unsere Krankheiten,
unseren Kontostand,
sie wissen, was wir kaufen,
sie wissen, wen wir lieben.

Sie sammeln und registrieren,
sie spitzeln und diffamieren,
sie zerstören Existenzen,
verantwortlich für Umsturz und Mord,
sie sind legal-illegal,
Hunderttausende.

Sie wissen, was sie tun,
sie kennen die Verfassung,
die sie missachten,
sie wissen, dass wir sie verachten,
aber sie machen, was sie wollen
und was geduldet wird
von den Totengräbern
der Demokratie.

Siehe auch KenFM im Gespräch: https://kenfm.de/wolfgang-bittner/

Kürzlich erschien im Westend Verlag das neue Buch von Wolfgang Bittner „Die Abschaffung der Demokratie“. https://www.westendverlag.de/autoren/wolfgang_bittner/

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

2 Kommentare zu: “Totengräber – Ein Gedicht

  1. Nein, sie hören nicht, was wir sagen.
    Sie hören ihre Gedanken über das, was wir sagen.

    Und nein, sie wissen nicht, was sie tun.
    Sie kennen nur ihre Gedanken über das, was sie tun.

    Sie hören nicht, sie sehen nicht, sie fühlen nicht –
    sie denken.

    Und so sind sie sehend blind,
    hörend taub,
    fühlend gefühllos.

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