Missing Link: Transkription und deutsche Übersetzung des Telefon-Interviews mit James Risen (Krieg um jeden Preis)

Berichterstattung über das Verschwinden von etwa 10 Milliarden US-Dollar Bargeld, durch die US-Regierung beauftragt, von der Fed gedruckt, von der USAF nach Irak geliefert und dort von der US-Militärverwaltung in dunkle Kanäle spurlos eingespeist, ist nur eines der journalistischen Bravourstücke James Risens, die in diesem Interview mit KenFM-International-Reporter Dirk Pohlmann zur Sprache kommen.

James Risen hat als Investigativ-Journalist für zwei der bedeutendsten US-Zeitungen gearbeitet, erst für die Los Angeles Times und später für die New York Times. Er ist zweimal mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden, dem Presse-Äquivalent zum Oscar. Zum einen für seine Berichte über den 11. September, zum anderen über die Aufdeckung von NSA-Programmen zur Ausspähung von US-Bürgern durch die NSA – bereits 2006, also lange vor Snowden. Seine Bücher, die sich meist mit der CIA beschäftigen, sind Bestseller. Sein neuestes Buch „Krieg um jeden Preis – Gier, Machtmissbrauch und das Milliardengeschäft mit dem Kampf gegen den Terror“ war sowohl in den USA wie auch in Deutschland unter den Top Twenty.

Ist wirklich jemand überrascht, dass James Risen in den USA, dem selbsternannten „Land of the Free and Home of the Brave“, juristisch verfolgt wird? Die US-Justiz erweist sich als williger Helfer, wenn es darum geht, Whistleblower wie Chelsea Manning, Julian Asssange oder Edward Snowden möglichst lebenslang im Gefängnissystem der USA einzukerkern und zu ruinieren. Die Duftnote „Politischer Schauprozess“ umgibt die United Soviet Union of America spätestens seit der Amtszeit des Lügen- und Angriffskriegs-Präsidenten George W. Bush, aber auch unter dem Drohnenmordpräsidenten Barack Obama, der ihm auf diesem Kurs gefolgt ist.

Seit 2008 steht James Risen vor Gericht. Der Staatsapparat der USA will ihn zwingen, eine Quelle seiner Enthüllungen preiszugeben. Risen wehrt sich standhaft. Ein Zeugnisverweigerungsrecht und Quellenschutz für Journalisten, an deutschen Universitäten als Wesenskern eines demokratischen Rechtsstaates bezeichnet, gibt es in den USA nicht. Zum Glück aber mutige Journalisten wie James Risen.

 

Missing Link: Telefon-Interview von Dirk Pohlmann mit James Risen (Krieg um jeden Preis)

DP: Dirk Pohlmann / JR: James Risen

DP: Hier ist KenFM-International und unser Gast ist heute James Risen, zweimaliger Pulitzer-Preis-Gewinner und Autor des Buches „Krieg um jeden Preis – Gier, Machtmissbrauch und das Milliardengeschäft mit dem Kampf gegen den Terror“. Guten Tag, Mr. Risen, wir freuen uns sehr, Sie heute bei uns begrüßen zu können.

JR: Vielen Dank für die Einladung.

DP: Ihr Buch war auf Platz 18 der US New York Times Bestsellerliste und hat es bis auf den 9. Platz in Deutschland geschafft. Sie sind jetzt in Deutschland also noch prominenter als in den USA, obwohl ich bezweifle, dass der Pulitzerpreis …

JR: Das ist hervorragend, vielen Dank!

DP: Vielleicht können Sie uns ein wenig über sich selbst erzählen, wer Sie sind und über Ihren beruflichen Hintergrund.

JR: Ich bin ein Investigativ-Reporter für die New York Times in Washington, ich habe vier Bücher geschrieben, „Krieg um jeden Preis“ ist mein viertes Buch, über die Kosten durch Betrug beim Krieg gegen den Terror. Mein vorheriges Buch „State of War“ führte zu einer sehr langen staatsanwaltlichen Ermittlung gegen mich, es war ein sieben Jahre langer Kampf, den ich mit der US-Regierung auszutragen hatte, weil ich meine Informanten nicht offenlegen wollte.

DP: Das ist ein journalistisches Grundrecht in allen zivilisierten Staaten, warum war das ein Problem in den Vereinigten Staaten?

JR: Weil es kein Bundesgesetz in den USA gibt, dass Journalisten erlaubt, ihre Quellen zu schützen. Es gab eine Reihe von Entscheidungen in der letzten Zeit, die sich gegen Journalisten richteten, besonders in meinem Fall, da bekämpfte mich die Obama-Regierung mit einer Gerichtsverfügung. Entweder ich würde meine Informanten preisgeben, oder ich müsste ins Gefängnis. Ich habe abgelehnt, meine Quellen zu benennen, bis heute, und die Regierung war kurz davor, mich ins Gefängnis zu stecken, aber dann haben sie es doch nicht gemacht, weil sie so viel negative Publicity dafür bekamen.

DP: Das ist eine sehr merkwürdige Situation, weil in der Journalistenausbildung in Deutschland beigebracht wird, dass die Vereinigten Staaten das Mutterland der freien Presse sind, aber es scheint von der rechtlichen Seite problematischer zu sein als in Deutschland oder England.

JR: Ja.

DP: Aber warum sind Sie so gefährdet, was schreiben Sie in Ihren Büchern, das Sie zum Ziel der Regierung und ihres Justizapparates macht?

JR: Ich habe über Geheimdienste berichtet, ein großer Teil meiner Karriere als Journalist habe ich mich mit der CIA, Spionage, der NSA beschäftigt, und das sind sehr heikle Themen. Ich bin ein investigativer Journalist, der versucht, etwas über die US-Geheimdienste herauszubekommen, und einiges von dem, was ich enthüllt habe, passte der US-Regierung überhaupt nicht. Das führte dazu, dass sie mich ins Visier nahmen, mich, aber auch andere Journalisten, die andere Sachen über die US-Geheimdienste herausbekommen haben.

DP: Sie haben zweimal den Pulitzerpreis gewonnen, für was haben Sie diese Auszeichnung erhalten?

JR: Den ersten für meine Berichterstattung über Terrorismus und Al-Kaida nach 9/11 im Jahr 2002, den zweiten für das Aufdecken der Inlandsüberwachung der NSA 2006.

DP: Wir werden auf das Thema des Journalismus zurückkommen, auch darauf, was Journalisten heutzutage denken und wie sie reagieren. Aber zuerst lassen Sie uns über Ihr neues Buch reden, „Pay any Price – Greed. Power and Endless War“, auf Deutsch „Krieg um jeden Preis – Gier, Machtmissbrauch und das Milliardengeschäft mit dem Kampf gegen den Terror“. Sie haben e sin drei Kapitel unterteilt, vielleicht können Sie uns eine grobe Übersicht über den Inhalt des Buches geben, außerdem einige Beispiele zu jedem Kapitel, ein interessantes Beispiel, und wählen Sie doch bitte jeweils ein Beispiel aus, damit wir einen Eindruck bekommen.

JR: Eines der Dinge, die ich zeigen wollte – man könnte es auch das Hauptthema des Buches nennen – war gleich nach dem 11. September der Krieg gegen den Terror der USA ein Rachefeldzug, ein Heimzahlen, ein Quittwerden – mit welchem Ausdruck auch immer Sie das bezeichnen wollen – was es immer war, vielleicht auch, das Wachstum von Al-Kaida zu bekämpfen. Aber das Argument in meinem Buch ist, dass das Motiv des weltweiten Krieges gegen den Terror 13 oder 14 Jahre später nur noch eine Suche nach Geld und Macht ist. Es gibt eine ganze Klasse, Personen, die von dieser langen Zeit eines ständigen Krieges profitiert haben, der längsten Kriegsdauer in der Geschichte der USA. Die Vereinigten Staaten haben nach dem 11. September damit begonnen, hunderte Milliarden Dollar in den Krieg gegen den Terror zu versenken. Das passiert mehr oder weniger im gleichen Moment, in dem man sich zur Deregulierung mittels Nationaler Sicherheit entscheidet. Was ich damit meine ist, da0 wir viele Regeln und Vorschriften aufhoben, die eingeführt wurden, um die Macht der Nationalen Sicherheit nach Watergate in der Reformperiode der siebziger Jahre zu begrenzen. Damals haben die USA die Kontrolle über Operationen, die mit Nationaler Sicherheit zusammenhingen, verstärkt. Viele dieser Reformen waren gültig, bis der 11. September alles änderte. Dann begann die Bush-Regierung damit, diese Reformen und Regeln abzuschaffen, während sie zur gleichen Zeit hunderte Milliarden Dollar für Anti-Terrorismus auszugeben begann. Das war im Grunde ein dereguliertes Unternehmen, in das hunderte Milliarden Dollar hineingesteckt wurden, während man die Regeln und Vorschriften abschaffte, was unausweichlich zu enormen, nicht beabsichtigten Konsequenzen führte. Aus meiner Sicht wurde das – so versuchte ich zu argumentieren – zu einer Anti-Terror-Blase, sehr ähnlich der Finanz-Blase, die wir in der letzten Rezession 2008, 2009 durchstehen mussten.

DP: Wenn ich Sie hier unterbrechen darf: Ich war im Spionagemuseum in Washington, da gab es jede Menge über den Kalten Krieg zu sehen, würde es einen Nuklearkrieg geben oder nicht, und dann am Ende der Präsentation sagte man, jetzt, wo der Kalte Krieg zu Ende ist, ist die Welt viel komplizierter und viel gefährlicher geworden. Das ist doch eher lustig. Es scheint so zu sein, dass man plötzlich realisiert habe, dass einem der Feind abhandengekommen zu sein schien und man etwas Anderes brauchte und sich einen neuen ausgedacht hat, wie eine Puppe: Der Feind existiert eigentlich gar nicht in der Größe. Sie brauchen aber so etwas, und also bauen sie sich einen Feind?

JR: Warum auch immer sie das machten, mit Absicht oder ob es einfach passierte, das ist schwer zu sagen. Ich glaube nicht, dass es eine willentliche Entscheidung von jemand war, der einen neuen Feind brauchte. Ich glaube, dass es einfach passierte. Es ähnelt sehr dem, was im frühen Kalten Krieg passierte, als die USA den Kommunismus fürchteten und den Kommunismus nicht verstanden. Die sowjetische Bedrohung war eine sehr abstrakte Bedrohung, und weil wir die nicht wirklich verstanden, glaubten sie sogar, dass die Sowjets superstark waren und dass sie bald den Broadway entlangmarschieren würden. Nach dem 11. September geschah etwas sehr Ähnliches: Wir verstanden die terroristische Gefahr nicht, sie war sehr abstrakt, und so landeten wir in einer sehr ähnlichen Periode der Angstmacherei, einer Art Panik, in etwa wie in der Periode des frühen Kalten Krieges, die zur McCarthy-Ära führte. Ich glaube, diese Periode war wirklich der McCarthy-Zeit des Kalten Krieges ähnlich, als Furcht und Paranoia sich ausbreiteten und dazu führten, dass die Bedrohung sehr akut zu sein schien, ein Übertreiben der Bedrohung, einer massiven Überreaktion angesichts der Bedrohung.

DP: Aber Sie haben über Ihr Buch gesprochen. Wir haben diese drei Kapitel. Vielleicht können Sie uns erklären, um was es dabei geht, eine Übersicht.

JR: Es gibt drei Kapitel. Das erste heißt „Gier“. Es beschäftigt sich mit … Ich glaube, die erstaunlichste Geschichte ist das erste Kapitel, in dem ich herausfand, dass die USA 12 bis 14 Milliarden Dollar in 100-Dollar-Noten mit Militärflugzeugen in den Irak geflogen hatten, direkt nach der US-Invasion, und der größte Teil davon ist bald nach der Ankunft im Irak verschwunden. Was ich herausgefunden hatte war, dass zwei Milliarden von diesem Geld in einem Bunker im Libanon entdeckt wurden. Es war offenbar in Bagdad gestohlen und im geheimen von den Leuten aus der irakischen Regierung, die es gestohlen hatten, in den Libanon gebracht worden. Das ist wahrscheinlich einer der größten Raubzüge der Weltgeschichte, aber niemand unternimmt deswegen irgendwas. Das Geld wurde aus der Federal Reserve in New York genommen, es wurde von der Edwards-Air-Force-Base aus Washington in den Irak geflogen. Und dann, als es in der grünen Zone ankam oder in der Irakischen Zentralbank, verschwand davon ein großer Teil.

DP: Was ich in Ihrem Buch gelesen habe, erweckt den Eindruck, dass einige Leute da lieber wegschauten, weil das Geld dem damaligen Präsidenten Alawi helfen sollte, an der Macht zu bleiben. So lange er dieses Geld dazu nutzen würde, eine stabile Regierung zu bilden, würde man darüber hinwegsehen. Ist das so richtig?

JR: Es gab die Möglichkeit, dass die USA die Regierung Alawi stabilisieren wollte, möglicherweise 2005 und 2005, obwohl es dafür keinen Beweis gibt. Ich habe im Buch auch nicht versucht, das zu beweisen. Ich habe nur gesagt, dass in den USA die Frage aufgetaucht ist, ob die Bush-Regierung im Geheimen versucht hat, Alawi zu unterstützen, weil er 2004 der erste irakische Interims-Premierminister nach der Invasion 2005 wurde, als er bei einer Wahl antreten musste. Er wurde jedoch von dem stärkeren Schiitenkandidaten Al Maliki geschlagen. Es ist nicht genau bekannt, wer das Geld, das in den Libanon geschickt wurde, gestohlen hat. Aber Al Maliki hat US-Spitzen-Offizielle gefragt, was mit dem Geld passiert ist, und der frühere US-Botschafter im Irak hat mir gesagt, dass Al Maliki ihn gefragt hat, was er über das versteckte Geld im Libanon wüsste. Er hat auch mit Stewart Bohen, dem generalbevollmächtigten Ermittler (Special Inspector General for Iraq) gesprochen, dessen Team nach dem verschwundenen Geld gesucht hat und der den versteckten Bunker im Libanon gefunden hat. Es war also seine Mannschaft, die die Ermittlungen durchführte und feststellte, dass all dieses Geld im Libanon gelandet war.

DP: In Ihrem Buch sagen Sie, wenn ich das richtig zitiere, dass etwa 20 Milliarden ausgeliefert wurden, wovon 11,7 Milliarden verschwunden sind.

JR: Ihr Verbleib konnte nicht festgestellt werden. Vieles davon ist wahrscheinlich nicht gestohlen worden, es ist einfach irgendwo verschwunden. Die Buchhaltung war sehr schlecht. Es ist nicht klar, wieviel davon benutzt wurde, wieviel gestohlen und wieviel verschwendet.

DP: Aber das sind riesige Summen.

JR: Ja, es ist atemberaubend, dieser Haufen Geld. Allein die Tatsache, dass die USA für dieses Geld eine Luftbrücke einrichtete, Berge von Geld, und dann haben sie sich nicht dafür interessiert, wo das geblieben ist. Das ist phänomenal.

DP: Und im Moment gibt es auch niemanden, der fragt: Wohin ist dieses Geld verschwunden? Da muss einiges auf privaten Konten liegen.

JR: Ja, es ist unklar, was damit heute passiert, und ich weiß davon nichts. Im Buch habe ich geschrieben, dass Al Maliki daran interessiert war, es zu finden oder herauszufinden, was damit passiert ist. Aber soweit ich weiß unternimmt die US-Regierung nichts, um das herauszufinden. Gehen wir zum nächsten Kapitel. Das zweite Kapitel des Buches heißt Macht. Es ist der Teil, für den ich die meiste Zeit aufgewendet habe, der mich am meisten interessiert hat. In gewisser Weise war es die Geschichte von „Rosetta“. Das ist eine sehr komplexe Geschichte, eine echte Herausforderung für einen Reporter, das zu untersuchen, weil es so komplex war, vielleicht eine der komplexesten Geschichten, über die ich jemals zu schreiben versucht habe. Es war ein Fall, in dem eine Rechtsanwaltskanzlei in South Carolina in den USA, die die Angehörigen der 911-Opfer vertrat, sich dazu entschloss, gegen Saudi-Arabien zu klagen, und zwar wegen Unterstützung des Terrorismus und Unterstützung von Al-Kaida. Sie beschuldigten die Saudis, hinter 911 zu stecken. Nachdem sie eine 1000-Milliarden-US-Dollar-Klage gegen Saudi-Arabien erhoben hatten, heuerten sie weltweit ein Team von Ermittlern an, um die Indizien für ihre Klage gegen Saudi-Arabien zusammenzutragen. Doch zufälligerweise arbeiteten einige ihrer Ermittler auch für die US-Regierung, und so verstrickten sie sich in einer sehr komplexen Operation, in deren Verlauf sie einen afghanischen Warlord zurück in die USA lockten, aus Afghanistan, Pakistan. Der wurde dann verhaftet, vor Gericht gestellt und zu lebenslanger Haft in den USA verurteilt. Das haben sie im Auftrag der US-Regierung, der Drogenfahndung gemacht, all das zur selben Zeit, in der sie eigentlich für die Kanzlei wegen der Anklage arbeiten sollten. Das war eine sehr merkwürdige Mischung von Umständen, die mich Fragen stellen ließ, ob der Krieg gegen den Terror zu all diesen unbeabsichtigten Folgen führte, die sowohl für die Regierung als auch für die Anwaltskanzlei sehr verwirrend waren. Das war für mich wirklich interessant, mich durch diese Sache durchzuwühlen und zu sehen, wie schwierig es doch ist, den Dingen auf den Grund zu kommen und zu verstehen, was wirklich in der Welt in Sachen Terror vorgeht. Das war wie eine Suche im Spiegelkabinett: Wer arbeitet jetzt wirklich für wen im Krieg gegen den Terror. Wenn Sie sich jetzt Syrien anschauen, haben Sie das perfekte Beispiel dafür, was ich gerade gesagt habe. Wenn Sie sich diesen Krieg anschauen, den wir angeblich mit ISIS haben: Sie haben die Russen, die Rebellen bombardieren, ISIS-Rebellen bombardieren, die Türken, die gegen die kurdischen PKK-Rebellen im Nordirak agieren, die USA, die ISIS bombardieren. Sie haben die Iraner, die die irakische Armee unterstützen und ISIS in der Provinz Anbar bekämpfen. Da gibt es eine Menge sich bewegender Teile im Krieg gegen den Terror, sie Sie zusammensetzen oder unterscheiden müssen.

DP: Es scheint so zu sein, dass Länder und Grenzen nichts mehr wert sind. Wann immer sich irgendjemand dazu entschließt, dass Libyen eine neue Regierung braucht … Wobei Libyen die geringste Säuglingssterblichkeit hatte, sie hatten kostenloses Bildungssystem, sie hatten ein funktionierendes Gesundheitssystem, es war ein Land mit dem höchsten Durchschnittseinkommen in ganz Afrika, aber es musste unbedingt zerstört werden. Und dann ist da der Irak. Trotz all dieser Sachen gibt es Krieg, wann immer jemand meint, dass er möglich ist und profitabel.

JR: Ich glaube, das ist der größte Fehler, den die Vereinigten Staaten gemacht haben. Seit dem 11. September war eine sehr – ich glaube, ich beschreibe das auch in meinem Buch: Ich glaube, die zentrale Entscheidung der Periode nach dem 11. September war, als George Bush entschied, dass es eine militärische Antwort der Nationalen Sicherheit zum 11. September zum Terrorismus geben würde statt einer strafrechtlichen Antwort – wenn man auf die Clinton-Regierung zurückblickt, die in den 90er Jahren meist mit strafrechtlichen Methoden auf Terrorismus geantwortet hatte und die Al-Kaida-Terroristen in einem Bundesgericht in New York angeklagt hatte. Und Bush entschied, dass er nicht das Gleiche tun wollte, was Clinton getan hatte. Er meinte, dass Clinton nicht entschlossen genug den Terrorismus vorgegangen war, also veränderte er das Vorgehen von juristischer Verfolgung zu Krieg, zu einem Vorgehen im Rahmen der Nationalen Sicherheit. Er brachte das Land auf einen Kriegskurs. Ich glaube, das war die zentrale Entscheidung der gesamten Periode, und jetzt sucht die USA für jeden Aspekt der Terrorismus-Abwehr immer nach einer militärischen Lösung. So führten wir seit dem 11. September entweder offene oder verdeckte Militäroperationen in sieben oder acht verschiedenen Ländern durch. Man kann daraus ein Argument ableiten, dass in fast jedem Fall diese Länder nach unserem Eingreifen im Vergleich zu vorher in einer schlechteren Lage sind: instabiler und dysfunktionaler.

DP: Da stimme ich Ihnen zu. Außerdem wurde auch die Glaubwürdigkeit der USA von den eigenen Bomben und Drohnen getroffen und sie ist mit Waterboarding bearbeitet worden. Da werden die eigenen Grundlagen zerstört, die hier sehr positiv besetzt waren, sogar für die Linke in Europa. Als die wahre USA erschien ja vor allem Kalifornien: Es gab Jazz, Musik, sehr viel Freiheit, und plötzlich verändert sich das in eine Art Sowjetunion light, die nur um des militärischen Machtwillens existiert. Um mehr geht es nicht mehr: Ein Staat, der nicht mehr den Rechtsgrundsätzen gehorcht.

JR: Das führt zu dem dritten Teil meines Buches, in dem es um die langfristigen Effekte geht, die diese Kriege auf die USA hat. Ich nenne diesen Teil den endlosen Krieg. Dieses Kapitel ist mir eines der liebsten. Es handelt von den physischen Hindernissen und Beschränkungen der Bewegungsfreiheit, die sich die Amerikaner selbst auferlegt haben oder die die Regierung den Amerikanern seit dem 11. September auferlegt hat. Ich habe mich besonders mit einer kleinen Stadt in Vermont beschäftigt, die direkt an der Grenze zu Kanada liegt, sie heißt Derby Line Vermont. Vor dem 11. September gab es da keine Mauern, Grenzen, keine Tore, nichts. Derbyline liegt genau auf der Grenze mit Quebec. Es ist nur die Hälfte einer Stadt, die andere Hälfte ist Stanstead, Quebec. Und genau in der Mitte der Stadt liegt die Bibliothek, eine kostenlose Bücherei der Mittelschule. Es ist eine große Bücherei und sie beherbergt auch noch eine Oper. Das Gebäude wurde vor etwa hundert Jahren mit Absicht genau auf der Grenze errichtet, buchstäblich. Die Grenze verläuft durch die Mitte des Leseraums. Es gibt eine dicke schwarze Linie in der Mitte des Raumes, um die Grenze zu markieren. Das wurde entworfen, um die gute Nachbarschaft der USA und Kanada zu symbolisieren, die traditionell als die längste, unverteidigte Grenze der Welt bekannt war. Doch nach dem 11. September entschied das Heimatverteidigungsministerium, dass die kanadische Grenze ein Sicherheitsrisiko sei, obwohl es dafür überhaupt keine Hinweise gab. Dann begannen die Anti-Einwanderungs-Aktivisten der USA damit, Mauern an der mexikanischen Grenze zu fordern, und dann wollten sie auch strengere Begrenzungen der Einwanderung von Kanada oder stärkere Beschränkungen des Zugangs zu den Vereinigten Staaten. Das Heimatschutzministerium forderte, Barrieren entlang der kanadischen Grenze an Grenzübergängen zu errichten. Eine der Städte, in die sie gingen, um Grenzen zu errichten, war Derbyline Vermont. Aber sie hatten dieses Problem, dass die Bücherei genau auf die Grenze gebaut war. Das war ein berühmtes Gebäude der Stadt. Wie also konnte man die Grenze schließen, wenn der eigentliche Daseinszweck dieses Gebäudes darin bestand, die Grenze offen zu halten? Also bauten sie Grenzübergänge an den Straßen der Stadt auf außer einem, direkt an der Bücherei, von dem die Bewohner forderten, dass er offenbleiben sollte. Doch dann hatte dieser Mann, den ich interviewte, Buzz Roy, ein netter älterer Herr, dem die Drogerie in Derbyline gehört, ein alter Brummbär in der Stadt … Er ging auf die andere Seite, um sich in Stanstead eine Pizza zu kaufen, das ist nur ein paar Blocks von seinem Haus entfernt, und auf seinem Rückweg passierte er die Grenze bei der Hasco-Bücherei. Die Grenzpolizei hielt ihn an und fragte ihn, wohin er wolle und warum er illegal in Kanada sei, und er antwortete: „Nein, ich bin doch an der Straße neben der Bücherei, hier geht das noch.“ Doch die Grenzbeamten sagten, das sei nicht mehr erlaubt. Er ging nach Hause, aß seine Pizza und wurde wütender und wütender, so dass er beschloss, in der gleichen Nacht wieder hinzugehen und einfach die Straße auf und ab zu gehen, immer wieder, über die Grenze an der Bücherei, bis ihn jemand festnehmen würde. Sie kamen, hielten ihn an und nahmen ihn fest. So wurde er zum Märtyrer für Derbyline. Es gab große Proteste in der Stadt gegen das Heimatschutzministerium, das letztlich nachgeben musste. (Für mich war das wie ein Mikrokosmos, in dem man die Forderung nach Sicherheit nach dem 11. September, die Forderung, das Leben der Amerikaner einzuengen, das traditionelle Lebensart des Landes …)

DP: Ist dieser Krieg gegen den Terror auch ein Krieg gegen Amerika?

JR: Ja, ja, ich glaube, den größten Einfluss hat dieser Krieg gegen den Terror auf das Leben der Amerikaner gehabt, auf unseren Lebensstil. Wir haben uns das selbst angetan. Ich zitiere einen der vielleicht größten Terrorismus-Experten der USA, Brian Jenkins von der Rand Corporation, der gesagt hat: „Wir haben uns selbst terrorisiert.“ Wir haben das wirklich gut hinbekommen, uns selbst zu verängstigen angesichts eines Problems, das in Wirklichkeit viel kleiner ist, als irgendjemand zugeben will. Das ist, was hier abläuft. Und dann sieht man immer dasselbe. Bis zu Osama Bin Ladens Tod war Al-Kaida die große Bedrohung, von der die Leute geredet haben, und jetzt reden plötzlich alle von ISIS. Das ist merkwürdig, weil ISIS hauptsächlich damit beschäftigt ist, sich Gelände im Mittleren Osten zu sichern, doch trotzdem sich viele Kritiker und viele sogenannte Terrorismus-Experten der Ansicht, dass dies eine größere Bedrohung für den Westen ist als jemals zuvor. Aber so würde ich das nicht einschätzen: es ist keine existenzielle Bedrohung für die Vereinigten Staaten oder Europa. Trotzdem haben wir es zugelassen, dass wir in Panik verfallen sind.

DP: Glauben Sie, dass das möglich ist, weil die amerikanische Wirtschaft ihre gesamte Produktion ausgelagert hat? Das einzige, was wirklich noch komplett in den USA hergestellt wird, sind Rüstungsgüter. Ich denke an Smedley Butlers Buch: „Krieg ist ein Geschäft“. Liegt es daran, dass diese aufgeblasene Industrie Krieg braucht, um zu überleben, weil es so einen wesentlichen Teil ausmacht?

JR: Das ist eines der Hauptthemen meines Buches, dass es heute eine ganze Söldnerklasse besonders in Washington gibt, deren Lebensunterhalt direkt vom Krieg gegen den Terror abhängt, deren Besitztümer in Gefahr wären, wenn jemand den Krieg gegen den Terror für beendet erklären würde. Es ist so ähnlich wie mit dem Krieg gegen die Drogen: es hat ein Eigenleben entwickelt. Da gibt es jetzt eine komplett neuartige Infrastruktur, die sich darum kümmert, eine sehr abstrakte Bedrohung der Bevölkerung zu bekämpfen. Es geht alles darum, wie wir Risiken und Bedrohungen definieren. Die heutige USA definiert den Angriff eines islamischen Radikalen als eine sehr ernste Bedrohung. Auf der anderen Seite lassen wir zu, dass es Schulmassaker gibt, ohne dass es deswegen zu Änderungen der Schußwaffengesetze kommt. Es geht also darum, was man als Bedrohung der Gesellschaft definiert. Und das ist etwas, bei dem wir mal einen Schritt zurücktreten müssen, um einen neuen Blick darauf zu erhalten. Wir produzieren unsere eigenen Definitionen davon, was eine Bedrohung ist und was keine.

DP: Als ich das letzte Kapitel Ihres Buches gelesen habe, bekam ich den Eindruck eines Frankenstein-Monsters, das durch den Geheimdienstapparat erzeugt wurde. Sie berichten da von Whistleblowern, die es bereits vor Snowden gab. Es scheint so, als ob es nicht wirklich kontrollierbar ist, sozusagen eine losgerissene Kanone, die über das Deck der USS Constitution rollt.

JR: Ich glaube, dass die Geheimdienste und der Apparat der Nationalen Sicherheit mittlerweile so viel Macht haben, dass sie eine eigenständige Gewalt in Washington darstellen, und ich glaube, dass das gefährlich ist. Wenn Sie einen großen Geheimdienstapparat haben, und die Politiker sagen, wir müssen die Geheimdienste fragen, was sie von dieser Politik halten, das ist nicht das traditionelle Rollenverständnis eines Geheimdienstes in einer Gesellschaft. Sie sollen keine Politikhoheit haben, keine Rollen, keine Beteiligung. Da können Sie die Rolle der Geheimdienste sehen, die die Justiz, die Polizei, das FBI und sogar das Weiße Haus dazu bringen, auf die Suche nach Informationslecks zu gehen. Letztlich bedeutet das, wenn die CIA oder die NSA Strafverfolgung von Whistleblowern fordern, dann übernehmen sie eine Rolle in der Politik, von der ich meine, dass sie ihnen nicht zusteht. Und ich glaube, das ist in einigen Fällen passiert, in denen es um Whistleblower geht. Der Geheimdienstapparat hat eine zentrale Rolle in der innerstaatlichen Strafverfolgung übernommen.

DP: Die Exekutive übernimmt die Regierung. Wie kommen wir da raus? Haben Sie eine Idee? Wie bekommen wir einen Wandel, an den wir wirklich glauben können?

JR: Das ist eine alte Sache. Wenn man sich in seine eigene Falle vergraben hat, ist das beste, dass man aufhört weiter zu graben. Das ist mal das erste. Wir graben uns weltweit ein riesiges Loch mit diesem Krieg gegen den Terror. Das erste, was wir tun müssen, ist mit dem Graben aufzuhören. Damit meine ich, und das ist meine private Meinung, wir sollten unsere Einmischung in fremden Ländern reduzieren, auf vielen Gebieten. Die Rolle, die wir spielen, von Afghanistan bis Irak, vom Jemen bis nach Somalia oder Libyen, wir verschlimmern die Lage überall. Ich meine, wir sollten unsere Rolle in der Region komplett überdenken. Wir sollten unseren Geheimdienst- und Militärapparat in diesen Regionen reduzieren. Wenn wir unseren Apparat als Ausdruck dafür, dass wir in all diesen Ländern nicht mehr involviert sind, zurückgebildet haben, dann werden wir auch ein stabileres Gleichgewicht in Washington finden.

DP: Vielen Dank, Mr. Risen. Möchten Sie noch etwas speziell für deutsche Zuhörer hinzufügen? Eine Botschaft an diese Seite des Atlantiks?

JR: Nein. Ich bin einfach glücklich, dass die Menschen in Deutschland das Buch mögen.

DP: Das tun sie. Dann vielen Dank, Mr. Risen, danke für dieses Interview und viel Glück von einem Kollegen. Ich hoffe, dass die Gilde der Journalisten Sie dort unterstützt. Sie sind wieder unter Feuer, juristisch, es gibt ein Verfahren gegen Sie, soweit ich weiß. Vielleicht können wir dazu noch etwas sagen. Der Dennis MtGomery Case, das war eher eine Satire, dass jemand geheime, verschlüsselte Informationen aus den Videobotschaften Bin Ladens herauslesen wollte. Das klingt eher nach einem psychiatrischen Fall als nach Wissenschaft. Doch offenbar hat es dieses Thema zum CIA hin und zurück geschafft. Ihr Buch ist es auf jeden Fall wert, gelesen zu werden. Vielen Dank für das Interview. Auf Wiedersehen.

JR: Tschüss und auf Wiedersehen.

 

10 Kommentare zu: “Missing Link: Transkription und deutsche Übersetzung des Telefon-Interviews mit James Risen (Krieg um jeden Preis)

  1. Mike Prysner

    Michael Prysner (geb. 1983) ist ein US – amerikanischer politischer Aktivist. Er ist der Mitbegründer von März Forward! Bewegung, einer Organisation, die Militärangehörige dazu auffordert, den Einsatzbefehl zu verweigern. Er ist ein Mitglied der Partei für Sozialismus und Befreiung . Er ist auch ein Mitglied A.N.T.W.O.R.T. : Act Now Stop War and End Racism.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Prysner

    Das folgende Video enthält einen auf deutsch synchronisierten Ausschnitt aus einem Vortrag von Mike Prysner, den ich transkribiert habe.

    https://www.youtube.com/watch?v=eCgEcATVul4

    US Soldat aus dem Irak-Krieg packt aus – Wir sind die Terroristen

    Ich wollte immer stolz auf meinen Einsatz sein, aber ich konnte nur Scham empfinden. Die Tatsache der Besatzung war nicht mehr durch Rassismus zu übertünchen. Das waren Leute, menschliche Wesen. Seitdem quälen mich jedesmal Schuldgefühle, wenn ich einen alten Mann sehe wie den, der nicht laufen konnte, den wir auf eine Trage rollten und die irakische Polizei anwiesen, ihn wegzubringen. Wenn ich eine Mutter mit ihren Kindern sehe wie die, die wild weinend schrie, wir seien schlimmer als Saddam, als wir sie aus ihrem Haus trieben. Wenn ich ein junges Mädchen sehe wie jenes, das ich am Arm packte und auf die Straße zerrte. Man sagte uns, wir kämpften gegen Terroristen. Der wahre Terrorist war ich, und der wahre Terror diese Besatzung.

    Rassismus war lange im Militär ein wichtiges Mittel, um die Zerstörung und Besatzung anderer Länder zu rechtfertigen. Er wurde als Rechtfertigung für das Töten, Unterjochen und Foltern der Völker benutzt. Die Regierung benutzt den Rassismus als zentrale Waffe. Er ist wichtiger als ein Gewehr, ein Panzer, ein Bomber oder ein Schlachtschiff, zerstörerischer als eine Granate oder ein Bunkerbrecher oder eine Missile. All diese Waffen, die die Regierung erschafft und besitzt, sind harmlos ohne die Menschen, die sie einsetzen. Die, die uns in den Krieg schicken, müssen den Abzug nicht ziehen oder einen Mörser herumwuchten, sie müssen den Krieg nicht kämpfen, nur verkaufen. Sie brauchen eine Öffentlichkeit, die bereit ist, ihre Soldaten auf den Weg des Verderbens zu schicken, die bereit sind zu töten und getötet zu werden, ohne zu fragen. Sie können Millionen für eine einzige Bombe ausgeben, aber die ist erst dann eine Waffe, wenn die Militärs bereit sind, den Einsatzbefehl auszuführen. Sie können den letzten Soldaten überall auf der Welt hinschicken, aber Krieg gibt es nur, wenn die Soldaten auch bereit sind, zu kämpfen.

    Die Klasse der Herrschenden, die Milliardäre, die am Leid der Menschen profitieren, sind nur auf Bereicherung und Kontrolle der Weltwirtschaft aus. Sie haben nur Macht, wenn sie uns überzeugen können, daß Krieg, Unterdrückung und Ausbeutung in unserem Interesse liegen. Sie wissen, daß ihr Reichtum davon abhängt, daß sie die arbeitende Klasse dazu bringen können, zu sterben, um die Märkte anderer Länder zu kontrollieren. Um uns zum Töten und Sterben zu bringen, müssen sie uns weismachen, daß wir irgendwie etwas Besseres sind. Soldaten, Matrosen, Marines, Flieger haben gar nichts von dieser Besatzung. Die große Mehrheit der Menschen in den USA hat nichts von dieser Besatzung. Tatsächlich haben wir nicht nur keinen Vorteil davon, sondern leiden darunter. Wir verlieren Gliedmaßen, erleiden Traumata und geben unser Leben. Unsere Familien müssen zusehen, wie fahnenbedeckte Särge in die Erde gesenkt werden.

    Millionen in diesem Land ohne medizinische Versorgung, ohne Job, ohne Ausbildungsplatz sehen zu, wie diese Regierung 450 Millionen Dollar pro Tag für diese Besatzung verschleudert. Arme schuftende Menschen in diesem Land werden ausgeschickt, um arme schuftende Menschen in einem anderen Land zu töten, um die Reichen reicher zu machen. Ohne Rassismus würde den Soldaten klar werden, daß sie mehr mit dem irakischen Volk gemeinsam haben als mit den Milliardären, die sie in den Krieg schicken.

    Ich habe im Irak Familien auf die Straße geworfen, nur um nach Hause zu kommen und hier auf die Straße geworfene Familien vorzufinden. Es ist eine tragische und unnötige Zwangsvollstreckungskrise. Wir müssen aufwachen und erkennen, daß unsere wahren Feinde nicht in einem fernen Land sitzen. Das sind keine Leute, deren Namen wir nicht kennen oder deren Kulturen wir nicht verstehen. Der Feind, das sind Leute, die wir sehr wohl kennen, Leute, die wir identifizieren können. Der Feind ist ein System, das Krieg anzettelt, wenn’s Profit bringt. Der Feind sind die Vorstände, die uns feuern, wenn’s Profit bringt, die Versicherungen, die uns Behandlungen verweigern, wenn’s Profit bringt, die Banken, die uns unser Heim wegnehmen, wenn’s Profit bringt. Unser Feind ist nicht fünftausend Meilen weg, sondern genau hier zu Hause. Wenn wir uns organisieren und gemeinsam mit unseren Brüdern und Schwestern kämpfen, können wir den Krieg beenden, diese Regierung stoppen und eine bessere Welt schaffen.

  2. Sehr interessant!
    Da sind ein paar Milliarden USD in kleinen Scheinen, die wohl an viele Leute verteilt worden sind. Genau das braucht das derzeitige System, weil das umlaufende Geld in den Kapitalsammelstellen verklumpt. Vor ein paar Tagen gab es die Meldung über etwa 5 Milliarden USD in kleinen Scheinen, die in einem Flugzeug in Simbabwe gefunden wurden. Es wird davon noch einiges mehr geben. Mit Kreditkartenbetrug können auch große Geldsummen unter die Leute gestreut werden.
    Es gibt schon heute das berühmte Hubschraubergeld.

    Übrigens kann man mit zehn Millarden USD in hundert-Dollar-Scheinen mehrere Millionen mal mehrere tausend USD für Schleuser bezahlen.

    • @ Streng Geheim:“…das umlaufende Geld in den Kapitalsammelstellen verklumpt.“

      Ein wahrer Gedanke: Geldfluss wird unterbrochen und verklumpt. Das Geld ist wie das Blut im sozialen Organismus, es sollte eigentlich dorthin fliessen, wo es dringend gebraucht wird. Doch manche errichten „Dämme“, um diesen Fluss aufzuhalten. Wie wäre es denn, wenn wir dem Geld ein Verfallsdatum aufprägen würden ?

    • Irgendwo bei YouTube hab ich vor längerer Zeit mal ein Video gesehen, da spielen US-Soldaten im Irak mit handballgroßen durchsichtigen Plastiktüten, prall gefüllt mit Dollarnoten, indem sie sich die Pakete gegenseitig zuwerfen. Leider finde ich das nicht mehr. Dafür gibt’s haufenweise Links zu entsprechenden Meldungen über Dollarfluten in von den USA besetze Länder:

      Geistergeld in Plastiktüten
      Der US-Geheimdienst CIA schmiert den afghanischen Staatsapparat mit Millionen von Dollars. Das Geld, das heimlich in Plastiktüten übergeben wird, fließt unter anderem in die Taschen von Warlords und korrupten Politikern.
      http://www.fr-online.de/politik/cia-geistergeld-in-plastiktueten,1472596,22617996.html

      Afghanistan CIA brachte Millionen in Plastiktüten
      Die CIA hat einem Zeitungsbericht zufolge über Jahre etliche Millionen Dollar in Koffern, Rucksäcken und Einkaufstüten in das afghanische Präsidialamt gebracht. Mit dem Geld habe sich der US-Auslandsgeheimdienst Einfluss auf Präsident Hamid Karsai sichern wollen, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf jetzige und frühere Berater des Staatsoberhauptes. Das sogenannte Geistergeld beförderte demnach aber US-Regierungskreisen zufolge die Korruption und machte lokale Machthaber noch stärker. „Die wichtigste Ursache für Korruption waren die Vereinigten Staaten“, zitierte das Blatt aus den Kreisen.
      http://www.ksta.de/politik/afghanistan-cia-brachte-millionen-in-plastiktueten-4789232

      Irakisches Geld in libanesischem Bunker: Die verlorene Milliarde
      Mit Flugzeugen brachten die USA nach dem Fall von Saddam Hussein Milliarden Dollar in den Irak. Viel Geld versickerte, Generalinspekteur Bowen verzweifelte oft. Es gab eine heiße Spur in den Libanon – aber niemand wollte ihr nachgehen.
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-eine-milliarde-dollar-landet-in-libanesischem-bunker-a-996763.html

      Irakische Milliarde landete in Bunker im Libanon
      Mindestens zwölf Milliarden Dollar in bar schickte Amerika nach dem Irakkrieg in das zerstörte Land. Doch mehr als eine Milliarde davon landete im Libanon. Und keiner weiß, was passiert ist.
      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/stuart-bowden-sagt-iraks-dollar-im-bunker-in-libanon-13203896.html

      Für eine Flugzeugladung Dollar
      Nach dem Sturz von Saddam Hussein überfluteten die USA den Irak mit mehr als zehn Milliarden Dollar in Bargeld. Das meiste davon verschwand spurlos. Zwei Milliarden liegen bis heute in einem Bunker.
      http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Fuer-eine-Flugzeugladung-Dollar/story/23965629

      363 Tonnen Bargeld im Irak verschwunden
      Washington ließ Unmengen von Bargeld in den Irak schaffen. Was damit geschah, weiß niemand.
      https://www.zeitenschrift.com/news/363-tonnen-bargeld-im-irak-verschwunden

      500 billion dollars stolen under Maliki rule in Iraq: official
      The Iraqi Commission of Integrity (CoI) spokesman Adil Nouri has claimed that half of the government’s oil income and funds for reconstruction were ’stolen‘ and ‚vanished‘ from Iraq during the 8-year period of office of former President Nouri Maliki.
      http://www.dailysabah.com/mideast/2015/10/28/500-billion-dollars-stolen-under-maliki-rule-in-iraq-official

      Bislang 20 Mrd. Dollar: Kosten des Irak-Kriegs
      Der Irak-Krieg hat die USA bislang 20 Mrd. Dollar gekostet. Diese Summe nannte der Rechnungsprüfer des US-Verteidigungsministeriums, Dov Zakheim, in Washington. Gut die Hälfte davon, knapp über zehn Mrd. Dollar, habe man für die Kampfeinsätze ausgegeben.
      http://www.n-tv.de/archiv/Kosten-des-Irak-Kriegs-article110733.html

    • Wie wäre es denn, wenn wir dem Geld ein Verfallsdatum aufprägen würden ?

      Das haben schon einige vorgeschlagen. Der Bekannteste ist wohl Silvio Gesell.
      Das Problem dabei ist, dass dann auf eine andere Währung umgestiegen wird, zum Beispiel Edelmetall. Außerdem kann, solange Rechtssicherheit besteht, also das „Pacta sunt servandi“ durchgesetzt wird, jede Institution mit hinreichend gutem Ruf und Bekanntheit, Schuldscheine ausstellen, die dann stabiles Geld sind.

    • @Irwisch

      Deine Meldungen handeln von Millionen USD, was uninteressant wenig ist, von diesen zehn Milliarden Dollar im Irak. und von 500 Millarden, die kein Bargeld waren.

      Ein Geldschein wiegt etwa ein Gramm. Eine handballgroße Plastiktüte könnte mit tausend Scheinen gefüllt gewesen sein, und die größten gängigen USD-Scheine sind Hunderter. Eine Millionen USD in Hundertern ist nichts Besonderes.

  3. @ Frank Rothenweiler:P.S. Muss korrigieren. Hatte geschrieben.“Herr Speck“, doch gemeint ist Herr Fleck !
    Der bekennt ja, auch selber früher mal – ich nenne es mal so:-chemische Forschungen betrieben zu haben.
    Der weiss um die Metamorphosen des Bewusstseins, die dieses durchleben kann, durch die Null bis zur Eins.

  4. Es ist auf jeden Fall immer wieder sehr erhellend zu erfahren, was hinter den Kulissen der Macht vor sich geht. Darüber berichten die Mainstream-Medien – Zeitungen, Magazine und Fernsehen – gewöhnlich nichts, sondern stellen die Kulissen als das eigentliche Geschehen dar.

    Ganz besonders – auch wenn das nicht allzu häufig geschieht – freut es mich immer wieder zu erfahren, daß nicht alle Menschen in den USA hinter den Machenschaften der US-Administration stehen, obgleich nur sehr wenige dieser kritischen US-Stimmen hier bei mir ankommen. Könnte natürlich auch an meinen mangelhaften Englischkenntnissen liegen. Leider kenne ich keinen Übersetzer, der mir solche Texte kostenlos übersetzt 😉

    Umso erfreulicher ist es, daß man hier oder auch bei Free21.org hin und wieder Übersetzungen aus dem Amerikansichen Raum findet, die das Bild des weltenmordenden Amerikaners etwas abmildern. Dennoch erwarte ich von der amerikanischen Bevölkerung inzwischen auch nicht mehr als von der deutschen, nämlich so gut wie nichts mehr. Das liegt in der Natur der Sache, konkret in den Prägungen, die uns ein Leben lang lenken. Das eigene Selbstverständnis, die eigenen Prägungen, Überzeugungen usw. dürfen ja gewöhnlich nicht hinterfragt werden, nicht weil irgend ein Gesetz das verbieten würde, sondern weil wir alle bereits die Ketten im Kopf mit uns herumtragen, die vor allem aus Angst geschmiedet wurden – Angst vor dem, was wir entdecken würden, wenn wir hinter unsere eigenen Kulissen zu blicken wagten.

    • @ Frank Rothenweiler:“Angst vor dem, wass wir entdecken würden, wenn wir hinter unsere eigenen Kulissen zu blicken wagen.“

      Du bist ein weiser Mann. Diese Angst ist Todesangst, der wir normalerweise aus Ueberlebensinstinkt ausweichen.
      Unsere Kulissen sind unsere materiellen Körper, die wir nur beim Sterben verlassen und normalerweise erst nachtodlich von aussen als Kulissen wahrnehmen. Nur in Ausnahmefällen findet ein so genannter „klinischer Tod mit Reanimation“ statt. Und wenn wir solches bewusst (!) durchleben, durchleben wir zuerst einen Zustand, in dem der materielle Körper wie vor einem ist. Die Zeit läuft rückwärts, und wir schauen mit einem moralischen Blick auf das bis da gelebte Leben zurück und fühlen: DAS habe ich noch NICHT erlebt, nun wo ich sterbe geht es nicht mehr. Wir erleben rechts hinter uns einen mächtigeen Richtergeist, der uns besser kennt, als wir uns selber kennen. Der weist unseren Blick auf den Todesengel hin, der vor uns bei dem materiellen Körper ist. Er ist das Urbild für all das, wofür wir SCHAM empfinden.

      Und da treffen wir eine Entscheidung. Entweder wir akzeptieren den (vermeintlich realen)Tod und „gehen auf den Todesengel zu“. Das ist nur Verbildlichung für einen Bewusstseinszustand Mut. Dann kann der Richter uns zu neuem Leben begnadigen und wir sind zurück im materiellen Körper, hellwach, bei klaren Sinnen und klarem Verstand und haben volle Selbstkontrolle wiedererlangt. Vorher waren wir in einem kurz andauernden Wachkomazustand und gingen von realem Tod aus. Zurückkehren zu dürfen und dann aufstehen zu dürfen ist Auferstehung aus Todesmacht. Wer das erlebt hat, ist um die Zeit verjüngt, die er bis da gelebt hatte. Daran wird der Richter als der Christus erkennbar. Das ist keine blosse Glaubenssache mehr sondern Wissen.

      Wer sich im Wachkomazustand ängstlich an das Erdenleben anklammert, der stirbt entweder real.Oder er wird geistig seelisch von diesem luziferischen Todesengel verfolgt und leidet an Panikattacken.
      Wer das Wagnis eingeht, diesem Todesengel „ins Gesicht zu schauen“, der wagt es, seine Kulissen als einen „Spiegel“ sich vorzuhalten. Denn dieser Todesengel ist das Urbild all unserer Schwächen und Irrtümer.
      Wer das wagt, aus welchen gründen auch immer – die müssen kein Ruhmesblatt sein -das wagt, erlebt temporäres Hellsehen,Hellhören und ist nachher, wenn er im Normalbewusstseinszustand zurück ist, ein Mensch mit okkulter Erfahrung.Bereichert und verjüngt. Ich denke,Herr Speck weiss, wovon ich rede. Aber nachher kommt es dann darauf an, dieses geistige Sehen usw. durch Meditation sich zu ERARBEITEN. Es war einem geschenkt worden für gewisse Zeit. Doch es war noch keine selbst erarbeitete Fähigkeit.

      Es gibt keinen anderen Weg, diese „Ketten, die aus Angst geschmiedet“ wurden, wie du das so genial formulierst, durch Mut zu lösen. Der Weg führt wie durch diesen „Spiegel“ hindurch in die Freiheit. Ins Schauen Gottes. In die Erinnerung an ein voriges Erdenleben. Zum Empfang gewisser Anweisungen zur Meditation. Man lernt aus solcher Erfahrung,ALLES, was man tut,BEWUSST zu tun. Sei es geschäftlich, beruflich, sei es privat.
      Manche wissen nicht, was sie tun. Sie tun zwei Dinge gleichzeitig, wissen aber hinterher nicht, ihr Tun zu benennen. Sie esssen und lesen gleichzeitig. Essen sie beim Lesen ? Oder lesen sie beim Essen ? Nichts von beidem tun sie voll bewusst, voll konzentriert. Während sie lesen, bleibt eine Fliege an der Marmelade kleben. Sie essen die mit und bemerken es nicht, weil sie hektisch die Zeitung überfliegen, während sie sich das Brötchen reinschieben…
      Wenn man mich hierfür mit Hohn und Spott überschüttet, will ich es aushalten. PEACE.

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