TREE.TV 2 mit Heiko Schöning

Der Diesel ist heute ziemlich stark in Verruf geraten. Abgasskandal, Stickoxide und Fahrverbote sind nur drei derjenigen Assoziationen, die uns wahrscheinlich derzeit als erstes einfallen, wenn wir das Wort „Diesel“ hören. Woran vermutlich kaum einer denken würde, ist die soziale Frage. Warum auch?

Dafür gäbe es aber eigentlich einen sehr guten Grund. Von Rudolph Diesel, dem Erfinder des Diesel-Motors, ist folgendes Zitat überliefert: „Dass ich den Diesel-Motor erfunden habe, ist schön und gut. Aber meine Hauptleistung ist, dass ich die soziale Frage gelöst habe.“ Was genau er damit meint, beschreibt Diesel in seinem weitgehend in Vergessenheit geratenen Werk „Solidarismus: Die natürliche wirtschaftliche Erlösung des Menschen“.

Mehr als 100 Jahre später stößt der Hamburger Arzt Heiko Schöning durch einen Zufall auf Diesels Schriften. Er arbeitet sich in die Materie ein und versucht, das Buch aus der damaligen Perspektive zu verstehen. Es dauert nicht lange, bis er zu der Ansicht kommt: Der Mann hat Recht!

In der Konsequenz entwickelt Schöning das Spiel „WIRKRAFT“, mit dem er für seine Mitmenschen die Idee von Diesel spielerisch erfahrbar machen möchte. Doch damit nicht genug. Schöning möchte den Geist von Rudolph Diesel jetzt als unabhängiger und parteiloser Kandidat ins Europaparlament tragen.

KenFM hat sich im Rahmen des Formates TREE.TV mit Schöning getroffen, um einen Menschen abzubilden, der vor einiger Zeit einen politischen Aufwachprozess durchlebt hat und sich seither auf einem Weg des Wandels befindet. In sein altes Leben kann und möchte er nicht mehr zurück. Damit ergeht es ihm wie so vielen da draußen, die beginnen, sich ihre eigenen Gedanken zu machen und das so lange als alternativlos Hingenommene zu hinterfragen.

Herausgekommen ist ein mitreißendes Gespräch vor einer traumhaften österreichischen Winterkulisse.

Hier findet Ihr weitere Informationen zum Spiel: www.wirkraft.org

Inhaltsübersicht:

0:02:01 Heiko Schöning – Vom Bundeswehroffizier zum Friedensaktivisten

0:27:51 Der Fall von Anna Bågenholm und die Gehirnkühlung

0:47:02 Rudolph Diesel und der Solidarismus

0:53:54 Das Spiel „WIRKRAFT“

1:10:37 Kandidatur für das Europaparlament

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16 Kommentare zu: “TREE.TV 2 mit Heiko Schöning

  1. DANKE an KenFM, so einen interessanten Menschen einzuladen mit wirklich interessantem Leben und Ideen!!! Die Gedanken von Rudolph Diesel finde ich auch genial!!! Das Spiel „Wirkkraft“ möchte ich gerne für meinen Sohn bestellen und ihm schenken!!! Da ich seit zweieinhalb Jahrzehnten alle Wahlen boykottiere, muss ich noch in mich gehen……DANKE für die kritische Frage gegen Ende des Gesprächs, den Entwicklungsprozess der Partei „Die Grünen“ aufzuzeigen….!!! Wenn ich daran denke, brauche ich die Kotzschüssel….!!! Mich macht mittlerweile leider jeder Mensch, der in die Politik gehen will, skeptisch bis misstrauisch…..!!! Ach, würde dies Herr Heiko Schöning nur widerlegen – ich wäre ihm außerordentlich dankbar – allein, der Glaube fehlt mir – den habe ich einfach über die Jahrzehnte hinweg verloren….

  2. buch lässt sich auch auf Bücher.de bestellen.

    auf dem Internetportal von ingenieur.de wurde 12.08.2011, 12:08 Uhr in einem Artikel von Rudolf Stumberger die Solidarismus Idee von Rudolf Diesel auch mal vorgestellt:

    „Die Utopie des Solidarismus von Rudolf Diesel“

    Die Idee der Genossenschaft steht im Zentrum von Rudolf Diesels Utopie des Solidarismus. In so genannten Volkskassen wird Kapital gesammelt für Kredite an gemeinschaftliche Betriebe. Diese Betriebe sollen alle wichtigen Bedürfnisse decken. Im Solidarismus, so Diesels Utopie, fällt das Interesse des Einzelnen mit dem Interesse der Allgemeinheit zusammen.

    Vor 100 Jahren, 1911, kam das endgültige Aus für die Dieselmotorenfabrik Augsburg, die 1898 gegründet worden war. Der Name Rudolf Diesel ist untrennbar mit Millionen von Motoren und einem Kraftstoff verbunden. Wenig bekannt ist hingegen, dass Diesel sich nicht nur technischen, sondern auch sozialen Fragen zuwandte. „Solidarismus. Natürliche wirtschaftliche Erlößung des Menschen“, lautete der Titel einer Schrift, die von „Rudolf Diesel, Ingenieur in München“ 1903 veröffentlicht wurde. Darin legt er das Konzept einer solidarischen Wirtschaft vor, bei der die ehemals abhängig Beschäftigten die Finanzierung, Produktion und Verteilung von Gütern selbst in die Hand nehmen.

    „Ihr seid in Deutschland 50 Millionen Menschen, die von Gehalt, Lohn, Salär abhängen“, schreibt Diesel, und rechnet weiter vor: Wenn jeder einen Betrag von nur einem Pfennig pro Woche in eine „Volkskasse“ einzahlen würde, ergäbe dies ein Kapital von einer halben Million Mark pro Woche. Würde gar jeden Tag ein Pfennig beiseite gelegt, „so habt ihr pro Jahr 182 Millionen und in zehn Jahren schon zwei Milliarden Mark zu eurer wirtschaftlichen Erhöhung zur Verfügung“.

    Solidarismus von Rudolf Diesel setzt Einzelinteresse mit Gesamtinteresse gleich

    Dieses Sparverfahren ist die Grundlage für das Prinzip des Solidarismus, den Diesel als die „vollkommene Gleichsetzung des Einzelinteresses mit dem Gesamtinteresse“, „die freie Vereinbarung der Menschen zu gegenseitiger Gerechtigkeit durch Arbeit, Einigkeit und Liebe“ versteht: „Der Solidarismus ist die Sonne, welche gleichmäßig über alle scheinend, durch ihre milde Wärme und ihr glänzendes Licht die Menschheit aus ihrem Winterschlaf zur wirtschaftlichen Erlösung erwecken wird.“

    Dreh- und Angelpunkt dieses Sonnenaufgangs ist die Gründung einer „Volkskasse“, in der die Millionen Pfennige zusammengeführt werden. Diese Volkskasse mit ihrem angesammelten Kapital dient als Kreditgeber und Bürge für gemeinschaftliche Betriebe der Kassenmitglieder, die Diesel als „Bienenstöcke“ bezeichnet: „Ebenso wie für Schuhe errichtet ihr unter dem Schutz der Haftung der Gesamtheit – der Volkskasse – noch andere Bienenstöcke für Kleider, Wäsche, Möbel, Hausgerät usw.“, die schließlich die wichtigsten Lebensbedürfnisse der Mitarbeiter, den „Bienen“ und anderer befrieden können.

    Der Solidarismus von Rudolf Diesel setzt auf genossenschaftliche Selbsthilfe

    Unschwer ist hier die Idee der genossenschaftlichen Selbsthilfe zu erkennen. Diesel erweiterte allerdings die Idee der genossenschaftlichen Finanzierung und Produktion durch die Hinzufügung von genossenschaftlicher Konsumtion: „Eure Bienenstöcke tauschen also ihre Waren aus; in jedem derselben entsteht auf diese Weise ein Tauschlager, dessen Waren den Bienen und deren Familienmitgliedern … zu den denkbar billigsten Preisen, da keinerlei Zwischenspesen darauf lasten“, zur Verfügung stehen.

    Diesel entwirft so einen geschlossenen Kreislauf von Finanzierung, Produktion und Konsum von genossenschaftlichen Gütern, die weder in Konkurrenz zu anderen Produzenten treten noch auf Märkten auftauchen: „Die wahre Genossenschaft tritt gar nicht in die allgemeine Konkurrenz ein, weder für die Produktion noch für den Konsum, sie arbeitet lediglich für ihren eigenen Bedarf.“ Es geht also nicht um Gewinn, sondern um Bedürfnisbefriedigung, eine Art industrieller Subsistenzwirtschaft.

    An den zur damaligen Zeit bestehenden Produktionsgenossenschaften wie der Glashütte Albi kritisierte Diesel, diese seien als allgemeine Betriebsform einer Volkswirtschaft undenkbar. Dies einfach aus dem Grund, „weil sie sich wegen ihrer meist ungenügenden Mittel gegen die übermächtige Konkurrenz der verschiedenen Formen großkapitalistischer Produktion oder kapitalistischer Vereinigung nicht halten können“. Sie seien nach innen zwar genossenschaftlich, nach außen aber kapitalistisch.

    Rudolf Diesel: Sozialeinrichtungen ergänzen das Genossenschafts-Prinzip

    Rudolf Diesel ergänzt sein Modell genossenschaftlichen Arbeitens durch Sozialeinrichtungen. So habe jeder „Bienenstock“, also jeder genossenschaftliche Betrieb, eine „geräumige, helle, gut ventilierte und geheizte Speiseanstalt“ zu errichten, in denen wohlschmeckende Speisen zu „Bienenpreisen“ angeboten werden, auch habe er für „gesunde, helle, luftige geräumige Wohnungen“ zu sorgen. Zudem seien Krankenhäuser, Schulen, Lehrlingswerkstätten und Gesellschaftshäuser „mit Restaurant und möglichst mit Garten“ zu errichten.

    Es drängt sich hier die Idee des Betriebes als Lebensmittelpunkt auf, wie sie von realsozialistischen Ländern, aber auch von Großunternehmen in der Frühzeit des Kapitalismus bekannt ist. Doch der entscheidende Unterschied zu beiden ist die Freiwilligkeit. Im Unterschied zum Sozialismus sei der Solidarismus „im Rahmen bestehender Gesetze, in friedlicher Entwicklung bei vollkommener individuellen Freiheit“ zu erlangen, im Unterschied zum Kapitalismus beruht er nicht auf dem Spiel der Marktkräfte, sondern „auf dem natürlichen Spiel der solidarischen Kräfte“.

  3. Die Lösung läuft aus meiner Sicht auf die ursprüngliche Organisation menschlicher Gemeinschaften hinaus.
    Jeder tut das was er am besten kann und trägt dies dem Gemeinwohl bei, wobei größere Aufgaben in Kombination der einzelnen Fähigkeiten gelöst werden. Wesentlich dabei ist jedoch, dass der Nutzen immer dem Gemeinwohl dient, was auch nur gegeben ist, wenn es den Einzelnen gut geht.

    In der aktuellen Wirtschaftsordnung wird die Gemeinschaft abgeschafft und der Einzelne in den Vordergrund geschoben. Den Nutzen schöpfen wiederum Einzelne (Eliten) ab.

    Wie funktioniert das?
    Einfach gesagt, benötigt der Einzelne die Gemeinschaft nicht mehr in dem er ein Zweckbeziehung mit dem Eliten eingeht.

    Wie kommen wir davon weg?
    Die Lösung liegt im nicht zu groß werden, außer im Gedanken. Also der Art und Weise wie in der kleinen Gemeinschaft organisiert wird. Das hat nämlich folgende Vorteile:
    –> Kontrollierbarkeit
    –> kurze Wege (Kommunikation)
    –> Flexibilität
    –> Nähegefühl
    –> Wissen um eigene Stärken und Schwächen
    –> Passgenaue Organisation

    Wir müssen zurück zur Gemeinschaft: Wirkraft, Gemeinsam sind wir stark!

  4. Genau, wählt die Einzelkämpfer – die sich dann vor Ort miteinander (hoffentlich) verbünden – die dann zu Massenkämpfern sich vereinen, um dann den saftlosen Volksparteien in den Schritt treten zu können, damit dann endlich die wirkliche
    Masse der Völker zu Worte kommen kann!
    Die Alternativen sind jetzt deshalb nicht unbedingt die Erlösenden, aber die sie zwingen das System zum Nach – und Überdenken!
    Und je mehr Alternative in die Parlamente gewählt werden (unterstützt die Bürgerkanditaturen!), um so schwächer
    wird die angebliche Volksvertretung – deren Titel sie nicht verdient – weil erst dann seid ihr die Volksvertreter!

  5. Was soll man/frau sagen . . Ihr macht´s einfach gut! . .liebes KENFM-Team . .

    Danke für die Aufklärung (natürlich auch an Hern Schöning!)
    Wusste nix davon, dass Diesel auch noch ganz andere tolle Sachen ersonnen hat. . ..

    Da gibt es dann vielleicht mal den „echten“ Dieselskandal und „gelbe“ Banken!

    Finde es auch klasse, dass soetwas schon so alt und bereits erdacht wurde und so einfach scheint (die guten Sachen sind ja meistens einfach).

    Also lieber Herr Schöning, mich haben Sie auf jeden Fall erreicht
    und 1001 Dank an den Kenfm-Multiplikator!

    Wie war das noch: „Es gibt nix gutes, außer man tut es“ (E.Kästner)

    oder afrikanisch: If you wanna go fast, go alone
    If you wanna go far, go together!

  6. Habe das Formular heruntergeladen und ausgefüllt. Auch meine Frau hat unterschrieben. Das Ganze geht heute per Post weg. Herr Schöning hat sehr vernünftige Ansichten. Zuerst wollte ich die Europawahl boykottieren. Vielleicht habe ich jetzt eine Alternative.

    • Sehr gut. Für alle, die da noch eine andere Alternative suchen, können auch mal nach kleinen Parteien schauen. Ich habe bis jetzt für die Grundeinkommenspartei (BGE) gesammelt, werde aber nun auch zusätzlich für die Bürgerkandidaten werben.

  7. Tja, super!
    Werde den Herrn Heiko Schoening mal unterstützen. Und weiß, was ich als nächstes Buch lesen werde.
    Danke, Ken Jebsen fuer Ihre Arbeit und den Job, dem Sie sich unterzogen haben.
    Mein Scherflein fuer Kenfm gibts aber erst, wenn Ihre Orga auch mal irgendwo und irgendwann Bargeld oder Goldstaub analog annimmt.

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