Trump kündigt Atomabkommen mit Iran: Grünes Licht für die Konfrontation mit Russland

Von Ernst Wolff.

US-Präsident Trump hat am Dienstag das 2016 mit Iran geschlossene Atomabkommen einseitig gekündigt. Darin hatte sich Iran verpflichtet, keine Atomwaffen zu produzieren oder zu entwickeln. Im Gegenzug hatten die USA und ihre Verbündeten die zuvor gegen Iran verhängten Sanktionen aufgehoben.

Bereits im Wahlkampf hatte Trump das unter der Federführung der EU ausgehandelte Abkommen als „schrecklichen Fehler“ bezeichnet. Mit Außenminister Mike Pompeo und seinem neuen Sicherheitsberater John Bolton hat er innerhalb der vergangenen Wochen zwei Männer um sich geschart, die seit Jahren einen härteren Kurs gegen Iran fordern.

Nur eine Woche nach der Pressekonferenz des israelischen Premiers Netanjahu, deren unausgesprochene Botschaft in der Forderung nach einem Präventivschlag gegen Iran bestand, verdichten sich damit die Anzeichen für einen bevorstehenden Krieg.

Was sind die Beweggründe der USA, einmal mehr zu diesem äußersten aller Mittel zu greifen?

Trump braucht einen Krieg

Etwas mehr als ein Jahr nach der Amtsübernahme durch Donald Trump befinden sich die USA trotz aller anderslautenden Beteuerungen von Politikern und Medien in einer überaus schwierigen Lage. Die soziale Ungleichheit im Land erreicht immer neue Rekordwerte, die Arbeitslosigkeit ist viel höher als in den offiziellen Statistiken angegeben, die Verschuldung sowohl der Bevölkerung als auch die von Staat und Unternehmen ist höher als je zuvor und an den Finanzmärkten haben sich riesige Blasen gebildet, die jederzeit zu platzen drohen.

Sowohl die Regierung Trump als auch die US-Zentralbank Federal Reserve stehen in dieser Situation mit dem Rücken zur Wand. Trump kann sein Versprechen, gut bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen, nicht einhalten, seine Steuererleichterungen für Ultrareiche sind weitgehend wirkungslos verpufft und seine Anhängerschaft in der amerikanischen Bevölkerung wird wegen der vielen gebrochenen Wahlversprechen zunehmend unruhiger.

Die Situation der Federal Reserve ist noch schwieriger: Die USA zeigen immer deutlichere Anzeichen einer anschwellenden Inflation, die eine Straffung der Geldpolitik – insbesondere eine Erhöhung des Leitzinses – notwendig macht. Diese – bereits eingeleitete – Straffung aber bringt für die Federal Reserve noch größere Probleme mit sich: Sie erschwert die Bedienung des Schuldenberges, entzieht Investoren das Geld zur Spekulation und bereitet damit den Weg für einen Einbruch an den Finanzmärkten, da diese auf den ständigen Zufluss neuen Geldes angewiesen sind.

Was könnte sowohl Trump als auch der FED aus dieser Klemme helfen? Ein Krieg würde die Verschuldung der USA zwar langfristig weiter in die Höhe treiben, dafür aber die Rüstungsindustrie und damit die Aktien- und Anleihenmärkte befeuern, einen Crash hinauszögern, Arbeitsplätze schaffen und der Trump-Wählerschaft einen ausländischen Sündenbock für die von der Regierung und der Wall Street angerichtete Misere liefern. Das heißt: Ein Krieg würde vorübergehend zu einer Stabilisierung der Verhältnisse in den USA führen.

Die Wall Street setzt vermutlich schon seit längerem auf Krieg

Zudem steht hinter Trump eine Kraft, die diesen Krieg offensichtlich schon seit längerem eingeplant hat: die Wall Street. Ihre großen Finanzinstitute haben in den vergangenen Jahren mehr als eine Viertel Billion Dollar in das Fracking investiert – zunächst, ohne dabei nennenswerte Gewinne zu erzielen, in den vergangenen Jahren unter Inkaufnahme erheblicher finanzieller Verluste.

Viele der beteiligten Spekulanten haben sich sogar Geld geliehen und sind extreme Risiken eingegangen, um am Ball zu bleiben. Warum? Es gibt nur einen Grund: Weil sie damit rechnen, dass das Fracking sich irgendwann rentiert und hohe Gewinne abwirft. Was aber ist dafür die Voraussetzung? Ein höherer Ölpreis, den ein Krieg umgehend herbeiführen würde.

Und nicht nur das: Ein Krieg, der – wie die übrigen Kriege der USA – mit Absicht nicht gewonnen wird, sondern den Nahen Osten auf Jahre hinaus destabilisiert, wäre für die hinter dem Fracking stehenden Investoren und die Regierung der USA ein wahres Geschenk: Er würde den Ölpreis selbst im Fall einer sich abzeichnenden Rezession hochhalten, das bislang zu teure Fracking auf Dauer in die Gewinnzone bringen und die USA befähigen, vom Öl-Importeur zum Öl-Exporteur zu werden.

Hierin liegt auch die Gefahr begründet, dass aus dem Nahostkrieg ein Weltkrieg werden könnte: Die USA haben nämlich in jüngster Zeit begonnen, ihr Öl nach Westeuropa zu exportieren. Sollte ihr riesiges Reservoir an durch Fracking gewonnenes Schieferöl nach einem kriegsbedingten Ölpreisanstieg in größeren Mengen nach Westeuropa fließen, würden sie damit ihrem Widersacher Russland einen seiner wichtigsten Märkte streitig machen.

Das aber könnte Russland auf gar keinen Fall hinnehmen, denn der Verlust des westeuropäischen Marktes käme einer wirtschaftlichen und finanziellen Katastrophe gleich. Zudem erinnern sich die Politiker in Moskau mit Sicherheit noch daran, dass ihr Vorgängerstaat Sowjetunion letztendlich am Ölpreis zerbrochen ist.

Die Trump-Administration spielt mit dem Feuer

Ein Krieg gegen Iran wäre für die USA aber auch ein Spiel mit dem Feuer: Das mit Russland verbündete China hat die Kriege der USA in der Vergangenheit nämlich durch den Kauf von US-Staatsanleihen zu einem großen Teil mitfinanziert. Sollte es das in diesem Fall nicht tun und möglicherweise sogar seine Staatsanleihen als Reaktion auf eine Kriegserklärung der USA auf den Markt werfen oder seine Währung mit den riesigen in den vergangenen Jahren angehäuften Goldvorräten decken, würde es den US-Dollar damit in allerhöchste Bedrängnis bringen.

Ein Krieg der USA gegen Iran hätte also nicht nur das Potenzial, einen weit über den Nahen Osten hinausgehenden militärischen Konflikt auszulösen, er könnte auch zum Ende des US-Dollars und damit zum Einsturz des seit längerem nur noch an einem seidenen Faden hängenden globalen Finanzsystems führen.

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Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor der Bücher „Finanztsunami“ und „Weltmacht IWF“. Die Titel können über unseren KenFM-Buchshop bestellt werden:  https://kenfm.de/buchshop/

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11 Kommentare zu: “Trump kündigt Atomabkommen mit Iran: Grünes Licht für die Konfrontation mit Russland

  1. “ Ein Krieg der USA gegen Iran hätte also nicht nur das Potenzial, einen weit über den Nahen Osten hinausgehenden militärischen Konflikt auszulösen, er könnte auch zum Ende des US-Dollars und damit zum Einsturz des seit längerem nur noch an einem seidenen Faden hängenden globalen Finanzsystems führen. “

    Es wurde behauptet das Saddam sich zu Tode verurteilte wenn er 2000 beschloss sein Öl nicht mehr gegen Dollar, aber in Euro’s zahlen zu lassen.
    Iran liefert China Öl, wird bezahlt in die Chinesische Währung.
    Was Trump jetzt will verstehe ich nicht.
    Denke noch immer das die Analyse des UVA Amsterdam Professor Laslo Maracs stimmt, das Trump, und seine reichen Freunde, verstehen das noch mehr Krieg sie ruïnieren wird.
    Was wir jetzt sehen ist das die Europäische Länder sich gegen Trump äusseren.
    Vielleicht kann, was Trump tut, daraus erklärt werden das er Zeit käuft gegen seine innenpolitische Gegner, Netanyahu vorerst zufrieden ist, und das die Wirtschafliche Streit mit den EU verschärft wird, dadurch mehr Arbeit in die USA.
    Was auch möglich ist das Bolton vorerst zufrieden ist, und damit Trump sicher ist von financiëllen Unterstützung durch eine sehr reiche USA Bürger, Jude, Bolton scheint seine Marionette zu sein.

    • Vielleicht braucht er mehr Zeit für die versiegelten Anklagen (sealed Indictments).
      Neulich war hier Artikel über diese Abramovic, meines Erachtens ein heißes Eisen, das anzufassen sich im ganzen Ausmaß kaum jemand traut. Das ist ein Hauptbestandteil des deep state, da muss man sich nicht mit Waffenlieferungen aufhalten.
      Sollte Trump es wahr machen und den Stier dort an den Hörnern packen, soll mir sonst vieles an Zeitschinderei egal sein. Denn die Strukturen auszuräumen wäre ein großer Dienst an der Menschheit, denn über diese MK-ultra oder sonstigen brainwash-Marionetten läuft das ganze miese Spiel weltweit mit Dingen, die man kaum an sich ranlassen kann und auch nicht aussprechen will. Die Stichworte sind hinlänglich bekannt und stehen für unendliches Leid an Kindern, Frauen und Männern, die wahlweise oder abwechselnd selbst Täter und Opfer sein können.
      Und das ganze Establishment mitten drin.
      Wenn er dafür Zeit braucht, dann kann er noch hundert Mitarbeiter oder Minister austauschen oder Verträge kündigen.

    • Die USA ratifizierte niemals Versailles.
      Amerikanische Bürger wussten wofür ihre Sohne gstorben waren, Britische und Französische Imperialismus.
      Es kamen Neutralitäts Gesetze.
      1932 wurde Franklin Roosevelt in die Politik gebracht um Krieg zu führen.
      Sein Freund Sol Bloom macht das ganz klar in seine Autobiographie ‚der grosse Verdienst Roosevelt’s war das er das Amerikanische Volk allmählich bereit machte für Krieg‘:
      Sol Bloom, ‘The Autobiography of Sol Bloom’, New York 1948
      Beard beschreibt wie Roosevelt es tat:
      Charles A. Beard, ‘American Foreign Policy in the Making, 1932 – 1940, A study in responsibilities’, New Haven, 1946
      Wenn ich es richtig sehe versteht Trulmp das die Zeit das die USA die Welt beherrschen kann vorüber ist.
      Aber wie Roosevelt, er braucht Jahre um die Gedanken zu ändern, und Gegner aus zu schalten.

    • Ich bin generell einfach nur ein vorsichtiger Beobachter, denn niemand kann sagen, welches Spiel läuft. Auch nicht die großen Alternativmedien, die jetzt auf Trump abgehen, weil er Iran und Russland bedrängt.
      Es gibt weit hinter dem Vorhang auch eine Verbindung zwischen Trump und Putin, die jedoch nicht nach Frieden riecht. Es ist durchaus vorstellbar, dass beide ein abgekartetes Schausoiel aufführen, jedoch nicht zu unserem Vorteil, daher bin ich mit pro-Putin-Bekundungen sehr kritisch.
      Die Verbindungen werden angedeutet, behauptet in einem Politico-Artikel:
      „The Happy-Go-Lucky Jewish Group That Connects Trump and Putin“

      Es ist nicht die Zeit, sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen. Niemand hat hier festen Boden unter den Füßen. Vieles ist reine Projektion. In Trump, dass er den satanischen, pädokriminellen Stall ausmistet. Oder in Putin, er würde den USA als Kriegstreiber die Stirn bieten.
      Es gibt Indizien pro und contra, aber das Gesamtbild bleibt diffus.

  2. Ergänzend dazu, Herr Meyssan:

    Russland widersetzt sich einem Krieg zwischen Israel und Iran
    von Thierry Meyssan

    Während die meisten Beobachter in dem Konflikt zwischen Russland und den USA Partei ergreifen und den Sieg ihres Lagers wünschen, versucht Moskau den Nahen Osten zu beschwichtigen. Russland widersetzt sich daher einem Angriff auf Israel durch den Iran, sowie es im Jahr 2008 strikt gegen eine israelische Operation gegen den Iran gewesen war.
    Voltaire Netzwerk | Damaskus (Syrien) | 8. Mai 2018

    Israel hat neun Raketen gegen zwei syrische Militärbasen in der Nacht vom 29. / 30. April 2018 abgefeuert, die erhebliche Schäden verursacht haben.

    Überraschend an dieser Operation ist, dass die russischen Radare die Warnung nicht an die syrischen Behörden weitergeleitet haben. Diese haben daher die israelischen Projektile nicht abfangen können.

    Es stellt sich heraus, dass der Angriff nicht auf syrische, sondern auf iranische Ziele auf den syrischen Stützpunkten gerichtet war.
    (…)
    Heute gehen die Ziele der Iraner und der Russen auseinander.
    (…)
    Die Entwicklung der politischen Positionen

    Aus russischer Sicht ist Israel ein international anerkannter Staat, in dem mehr als 1 Million Bürger der ehemaligen Sowjetunion leben. Israel habe das Recht, sich zu verteidigen, unabhängig von der Frage des Diebstahls von Land und des aktuellen Apartheid-Regimes.

    Aus iranischer Sicht aber ist Israel kein Staat, sondern eine illegitime Entität, die Palästina besetzt und seine historischen Einwohner unterdrückt. Es ist daher legitim, diese Entität zu bekämpfen. Auf diese Weise geht die islamische Republik jedoch über die Analyse ihres Gründers hinaus. In der Tat ist Israel für den Imam Khomeini nur ein Werkzeug für die beiden großen Kolonialmächte, die Vereinigten Staaten (der „große Satan“) und das Vereinigte Königreich. Im Laufe der vergangenen Jahre ist der iranische Diskurs über Palästina besonders konfus geworden, indem politische und religiöse Argumente vermischt wurden, und auf antisemitische Stereotype zurückgegriffen wurde.

    Seit drei Jahren verlangt Israel lautstark von Russland, dass es den Bau von militärischen Installationen durch den Iran im Umkreis von 50 Kilometern an der Demarkationslinie verhindere. Zunächst hat Russland darauf aufmerksam gemacht, dass der Iran den Krieg in Syrien gewonnen, während Israel ihn verloren habe. Tel Aviv habe also nichts zu sagen. Aber nun kommt man zum möglichen Ende des Krieges und die russische Position hat sich geändert: man kann nicht zulassen, dass der Iran einen neuen Konflikt beginnt.

    Das ist genau die gleiche Haltung, die Russland zur Bombardierung von zwei von Tsahal in Georgien im Jahr 2008 gemieteten Flughäfen geführt hatte. Es handelte sich damals darum, einen Angriff von Tel Aviv auf Teheran zu verhindern. Außer, dass sich diesmal das Laissez-faire gegen eine iranische Initiative und nicht gegen eine israelische richtet.

    Die syrische Stellungnahme

    Aus syrischer Sicht ist Israel ein Feind, der die Golan-Höhen illegal besetzt. Im Laufe des Krieges hat es die Dschihadisten in Wirklichkeit unterstützt und hat das Land schon mehr als hundert Mal bombardiert.

    Das iranische Projekt ist jedoch nicht so herzlich willkommen. In der Tat stellt Damaskus, wie Moskau, die Existenz des jüdischen Staates nicht in Frage, sondern nur die Form seines Regimes, das die Palästinenser ausschließt. Vor allem sucht die Arabische Republik Syrien keine Konfrontation mit ihrem Nachbarn, sondern Frieden. Die Präsidenten Hafez und Baschar Al-Assad haben beide versucht ihn durch Verhandeln zu erreichen – vor allem mit dem amerikanischen Präsidenten Bill Clinton –, aber vergeblich.

    Darüber hinaus weiß jeder, dass die israelische Armee durch die Vereinigten Staaten vorbehaltlos unterstützt wird, und wenn man sie angreift, es einem Angriff auf Washington gleichkommt. Syrien, das gerade sieben Jahre ausländische Aggression mitgemacht hat und weitgehend zerstört ist, könnte diesen Weg nicht einschlagen, selbst wenn es wollte.

    Damaskus, das zugestimmt hat, dass der Iran auf seinem Boden Stützpunkte installiert, wird demzufolge nicht weiter gehen.

    Der iranisch-amerikanische Kontext

    So wie das mögliche Ende des Krieges die derzeitige Krise verursacht hat, beeinflusst es gravierend die Zukunft des 5 + 1 Abkommens. Wahrscheinlich werden die Vereinigten Staaten es nicht weiter garantieren.

    Dieses multilaterale Abkommen ist nicht das, was man glaubt. Der am 14. Juli 2015 unterzeichnete Text ist genau identisch mit dem vom 4. April. In den letzten Monaten haben Washington und Teheran unter vier Augen bilaterale geheime Klauseln ausgehandelt, deren Inhalt niemand kennt.

    Jeder hat jedoch feststellen können, dass seit dem Abschluss dieser geheimen Vereinbarung die überall im Nahen Osten präsenten US-amerikanischen und iranischen Truppen sich nie direkt bekämpft haben.

    Der öffentliche Teil des Abkommens konzentriert sich auf eine Aussetzung des iranischen Atomprogramms für mindestens ein Jahrzehnt; eine Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen den Iran; und eine Verstärkung der Kontrollen der IAEO. Diese Vereinbarung ist für Teheran katastrophal, das z.B. gezwungen wurde sein Kernphysikstudium zu schließen. Aber es hat die Vereinbarung doch unterzeichnet, in der Hoffnung, die Sanktionen, die seine Wirtschaft stark beeinträchtigen, würden aufgehoben werden. Jedoch, kaum waren die Sanktionen aufgehoben, wurden sie unter einem anderen Vorwand (Raketenprogramm) wieder verhängt. Der Lebensstandard der Iraner ist weiterhin rückläufig.

    Entgegen einer überkommenen Vorstellung hatte die Islamische Republik 1988 aufgehört zu versuchen, sich mit einer A-Bombe auszustatten, weil Imam Khomeini sie überzeugt hatte, dass Massenvernichtungswaffen gegen den Islam verstoßen. Allerdings hatte sie ihre zivile nukleare Tätigkeit und einige Forschungen für taktische militärische Anwendungen weiter verfolgt. Heute sind nur diejenigen, die in die Fußstapfen des Schahs treten wollen – d. h. die Gruppe des Präsidenten Rohani – gewillt, ihr militärisches Atomprogramm wieder aufzunehmen. Aber sie werden es wegen ihrer ausgezeichneten Beziehungen zu Washington nicht tun.

    Ein Vorbereitungstreffen für die globale Weiterverfolgung des Vertrags der nuklearen Nichtverbreitung findet derzeit in Genf statt. Der Iran und Russland verteidigen dort einen Antrag, um den Nahen Osten zur „atomwaffenfreien Zone“ zu machen; ein Antrag, den Israel, Saudi Arabien und der Westen bekämpfen.

    Die durch Teheran über Syrien ausgeübte Bedrohung sollte möglicherweise als Druckmittel verstanden werden, um die parallel zu der 5+1-Vereinbarung getroffenen geheimen Klauseln beizubehalten.
    http://www.voltairenet.org/article201038.html

  3. TRUMP verfolgt die gleichen ökonomischen Weisheiten des „Return on Investment / ROI“. wie es seine Vorgänger taten, bis hin zu Woodrow Wilson vor dem 1. Weltkrieg.

    Im Nachhinein stellt man immer wieder fest, dass im Vorfeld aller Weltkriege sogenannte private US-Geschäftsbanken, – z.B. von 1910 – 1916 die J.P.Morgan-Bank -, besonders umfangreich milliardenschwere Kriegskredite an eine Kriegsseite ausreichten, für die letztendlich doch der US-Steuerzahler haftete.
    Die USA und ihre PR-Medien beteiligten sich stets zum Schluss der Kriege selbst beim kriegsfinanzierten Morden, wenn es darum ging, die ausgereichten Kriegskredite wieder reinzuholen, da sonst Bankpleiten drohten.

    So wird das Geschäftsmodell der „Kriegskredite aus dem Nichts zu Null % Zins“ auch heute in Syrien, Irak, Afghanistan, Jemen, Libyen betrieben worden sein.
    In Syrien scheinen die Investitionen nicht lukrativ genug, so muss mit Iran eine neue Investition aus dem Nichts erschaffen werden um Rendite zu erwirtschaften.
    Quasi ein Kriegs-Schneeball-System, dem immer neue Kriegskredite folgen müssen, um die „faulen Kriegskredite“ gegenzufinanzieren.
    Ansonsten haben die USA ja nicht viel an realen Wirtschaftsgütern anzubieten. Schade.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Return_on_Investment

  4. Die Wallstreet setzt vermutlich auf Krieg, aber wir wissen es nicht.
    Ebenso können wir nicht wissen, ob der Iran nicht wirklich an der Bombe baut. Das hat jetzt erstmal gar nicht szu sagen, aber generell davon auszugehen, dass der Iran die Bombe nicht will, ist auch zweifelhaft.
    Die USA haben bisher keine Atommacht angegriffen.
    Also könnte ich gut nachvollziehen, wenn der Iran daher beschlossen hat, zur Atommacht zu werden.

    Außerdem gab es doch diesen Clinton-Deal mit Russland; und da ging es um Uran.
    Können wir sicher sein, dass dies nicht über Russland doch an den Iran ging? Vielleicht sogar weiter nach Syrien.

    Vielleicht ein Falle? Vielleicht auch ein großes Spiel, an dem sich Russland beteiligt?
    Könnte auch sein, dass Trump dies stoppen will, eine Utopie?
    Sowohl Trump als auch Putin haben Kontakte zu Endzeitsekten, die ihr Armageddon möchten. Vielleicht arbeiten beide daran mit, eine Dystopie.

    Aber das, was abläuft, das sehen wir sowas von überhaupt nicht, dass jede Festlegung in gut/böse einem postwendend übel aufstoßen kann.

    Mein Vertrauen ist absolut bei null. Und das betrifft sie alle, die Putins, Trumps, den Iran und alle sonstigen Machtdeppen.

    • “ Die Wallstreet setzt vermutlich auf Krieg, aber wir wissen es nicht. “

      Im Gegensatz zu was allgemein gedacht wird, Finanzleute wollen keine Kriege.
      Unsicherheit und Verluste.
      Gut möglich das Soros Krieg will, aber er ist nicht Wall Street.

  5. Vielen Dank für den sehr informativen Beitrag. Kurz und bündig geschrieben, klare Sprache, das ist für mich von der Form her Qualitätsjournalismus.

    Vom Inhalt her kann ich dies nicht beurteilen, habe den Eindruck das dies die Dinge wirklich auf den Punkt bringt. Die nächste Zeit wird entscheiden, wie das weitergeht…. auch in Hinblick auf die weltweite Finanzwirtschaft.

    Ja, die Trump Administration spielt mit dem Feuer … ich befürchte es wird dem Iran gegenüber Provokationen geben und hoffe, dass der Iran diese ignorieren wird …

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