Trump’s Kriegserklärung

von Willy Wimmer.

Es kommt auf die Sprache an. Das konnte man hören, als der amerikanische Präsident Trump über das Nuklearabkommen mit dem Iran sprach. Das war eine Kriegserklärung und der Anlaß ist ein Abkommen, das nach dem Urteil der Internationalen Nuklearagentur, der Kontrolleure des Abkommens, der anderen Vertragspartner des Abkommens und selbst weiter Teile der eigenen Administration vom Vertragspartner Iran wortgetreu eingehalten wird.

Diese Haltung des amerikanischen Präsidenten zerreißt die verantwortliche internationale und diplomatische Welt. Die Vereinigten Staaten selbst haben seit Jahrzehnten die Welt ins Elend gestürzt. Es fing nicht mit Afghanistan und dem Irak an, aber diese Staaten und viele andere Staaten sind zusammengebombt worden. Sie wurden in die Steinzeit zurückgebombt, weil die Vereinigten Staaten die gesamte Welt unter ihre Kontrolle bringen wollen und bringen.

Niemand kann bestreiten, daß es im Nahen und Mittleren Osten riesige Probleme gibt. Eines davon ist der Bürgerkrieg in Syrien, der von den Vereinigten Staaten, England und Frankreich losgetreten worden ist, als ein Friedensabkommen mit Israel vor der Türe stand. Es ist der Russischen Föderation zu verdanken, daß das internationale Recht überhaupt in dieser Region und darüber hinaus eine Überlebenschance hat.

Präsident Trump öffnet die „Zeit der großen Lüge“. Wie wir die USA einschlägig kennen, wird das Füllhorn der zielgerichteten Lügen uns umtreiben oder das zumindest versuchen. Trump  hat es bisher versäumt „Frieden“ zu können. Nach der Rede kann die Welt sich warm anziehen. Er kann offensichtlich „Krieg“.

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Willy Wimmer war Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE 1994-2000 und Leiter der deutschen Delegation bis 2009.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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15 Kommentare zu: “Trump’s Kriegserklärung

  1. Wenn es nur ein Nuklearabkommen wäre, wäre das Ganze etwas klarer. Aber mit dem sogenannten ‚Iran nuclear deal‘ wurde der Iran in Wahrheit völlig sanktionsfrei gestellt, es handelte sich in Wirklichkeit um eine völlige Anerkennung der Mullah-Diktatur durch die USA und die Vereinten Nationen (die sich ja ohnehin inzwischen lächerlich machen, wie war das nochmal mit Saudi-Arabien in der Menschenrechtskommission) und Schlagseite zu Islamdiktaturen haben.

    Stattdessen wurden durch die Obama-Regierung und noch massiv verstärkt durch die Trump-Regierung einfache Bürger beider Seiten am Reisen gehindert, durch Schikanen bei der elektronischen Einreisegenehmigung und durch den allseits bekannten ‚Muslim Ban‘ (und durch die Retourkutschen der iranischen Regierung).

    Das ist mal Establishment-Diktatur seitens der Trump-Regierung (allerdings hat die Obama-Regierung damit bereits angefangen): Die Establishments, die früher wirklich verfeindet waren, schließen Frieden, und die Bürger der betroffenen Länder werden dafür schikaniert. Aber Krieg ist das nicht. Es ist Diktatur.

    • Die Iranische Demokratie wurde in 1911 und in 1953 durch das Westen umgeworfen.
      1979 befreite der Islam Iran von den USA Marionet Shah.
      Ohne Atomwaffen Drohung bleibt heute kein Land frei von das westerse Joch.
      1953 war Iran ein modernes Land.
      Mossadeq nationalisierte legal das Iranische Öl, das konnten USA und GB nich zulassen.

  2. Russia Today ist eine sehr interessante Quelle.
    Eine Dame die augenscheinlich wusste worüber sie sprach sagte ‚they (Deep State) have him (Trump) in the box‘.
    Ich musste mein Wörterbuch American Slang benutzen um genau zu verstehen was sie meinte, es ist ‚Alternativen einschränken‘.
    Sie sagte auch, ich übersetze ‚von Kennedy bis 11 September war die CIA das Instrument von Deep State‘.
    Wie sehr die USA keine Demokratie ist sehen wir heute: zehn Millionen Dollar für Informationen die es möglich machen Trump abzusetzen.
    Ich fürchte das Trump empfunden hat das ein USA President nicht die Macht hat.

  3. Für alle, die das noch nicht mitbekommen haben. Trump ist der Nachlassverwalter eines untergehenden Imperiums. Auch wenn das einige nicht verstehen, dieses Gebrülle von Trump und das Verhalten gegenüber Nordkorea ist eine Taktik des Rückzugs. Er provoziert mit Absicht, um dann sagen zu können, Schutz gibt es nur noch gegen Bezahlung. America first bedeutet die Abstossung von Problemzonen, die mehr Geld kosten als einbringen. Das Motto ist, soll sich doch China um Nordkorea kümmern. Die sollen selber Geld ausgeben, um das Problem dort einzudämmen. Genauso wie mit dem Iran. Die Europäer wollen am Atomvertrag mit dem Iran festhalten, also sollen die Europäer sich darum kümmern. Ukraine genauso. Schön viel Stress verursachen damit Russland bluten muss. Und in Syrien läuft es genauso. Mit minimalem Einsatz Unruhe stiften und rumdrohen, damit andere Länder auch hier Einsatz zeigen müssen. In der Zwischenzeit versucht der Insolvenzverwalter Trump sein Land wieder auf Vordermann zu bringen. Nicht zuletzt durch Waffenverkäufe an Saudi Arabien, Deutschland, Japan, der Türkei und sonst noch wem. Nicht umsonst sollen in allen Ländern die Wehretats steigen. Hauptprofiteur wären immer die USA. Er verbreitet Angst und Schrecken und schlägt ab und zu punktuell zu, aber mehr steckt da nicht dahinter. Und alle, die darauf reinfallen, sind selber Schuld, weil sie allzulang dieses Spiel mitgespielt haben.
    Deshalb denke ich, wäre die beste Taktik, das Gebrülle von Trump zu ignorieren und so ihn unter Druck zu setzen. Dann wird sich sein wahres Gesicht zeigen. Sein Bluff würde dermaßen platzen, dass dann endlich eine Chance entstehen könnte, dieses alte Ausbeutungsprinzip von teilen und herrschen zu beenden. So dumm kann man doch nicht sein, diese Taktik zu durchschauen. Ronald Reagan ist das grosse Vorbild für Trump. Reagan schaffte es, die UdSSR ohne direkten Krieg in die Knie zu zwingen. Dasselbe will Trump auch erreichen, nur diesmal weltweit. Auch mihilfe der blasengeschwängerten Finanzmärkte. Er sagte nicht umsonst, dass er der bessere Reagan werden möchte.
    Pooler1970

    • Nordkorea ist eine wahnsinnige und völlig militaristische Diktatur, die nicht nur mit Krieg gegen völlig Unschuldige (z.B. die Bewohner von Guam) droht und die USA provoziert, sondern auch ihre eigenen Bürger einsperrt und völlig entrechtet.

      Bezüglich Nordkorea hat Trump völlig recht. Ich bin alles andere als ein Anhänger von Trump, aber er ist der einzige westliche Spitzenpolitiker, der, soweit mir bekannt, da überhaupt die passenden Worte findet.

    • Und wie kommen Sie darauf, dass Reagan die UdSSR ‚in die Knie gezwungen hat‘? Die UdSSR wurde von Gorbatschow und seinen Mitstreitern transferiert, allerdings hat Russland die Macht der UdSSR geerbt. Und die russische Regierung spielt sie derzeit aus, anstatt etwas zu tun, was den Bürgern Russlands und der Welt mehr nutzen würde.

    • „Nicht umsonst sollen in allen Ländern die Wehretats steigen. Hauptprofiteur wären immer die USA.“

      Da muss man nicht in die USA schauen. In Deutschland werden auch viele konventionelle Waffen produziert. Es macht keinen Sinn, die USA, die für Deutschland immer ein hervorragender und essentiell wichtiger Verbündeter waren, derart zu bashen. Ohne die Politik der USA der letzten 70 Jahre sähe es in Deutschland düster aus, und wohl in ganz Europa.

    • Lieber thatsit
      Dass mit den richtigen Worten zu Korea wäre ja zu verstehen, wenn sie nicht von den USA kämen,dass Land mit der größten Militärmacht, den meisten angezettelten Kriegen mit Millionen von Toten und einem Nuklearpotenzial das Leben auf der Erde zu löschen. Nordkorea hat wenigstens die Eier dagegen zu halten, auch auf Kosten der eigenen Bevölkerung. Ich habe bis jetzt noch nicht gehört, dass Nordkorea je ein anderes Land angegriffen hätte. Selbst der Bruderkrieg wurde von den Amis angezettelt.
      Die UdSSR ist aufgrund des Wettrüstens mit den USA in die Knie gegangen. So wie es der Plan von Reagan gewesen ist und nicht weil Gorbatschow eine Transformation wollte. Die Transformation war die Folge des Bankrotts.
      Zu Deutschland. Ohne die USA in Zusammenspiel mit Grossbritanien hätte es weder den ersten noch den zweiten Weltkrieg gegeben und Deutschland würde mit Eurasien vielleicht friedlich und in Wohlstand leben. Der 1 Weltkrieg wurde durch den Anschlag eines serbischen Freischärlers verursacht unter Anleitung der britisch amerikanischen Geheimdienste. Ziel war es, Deutschland, das habsburger Reich und Russland auseinander zu dividieren. Die Demütigung durch den erzwungenen Friedensvertrag führte zum 2. WELTKRIEG. Und danach hing Deutschland nur noch von Gottes Gnaden namens USA ab.
      Ich sags mal so. Ich kann nicht sagen, wie es ohne die USA in Deutschland gelaufen wäre die letzten 103 Jahre seit Beginn des 1. Weltkrieges, aber eines ist sicher. Der Aufstieg der USA zum Imperium mit all seinen Folgen, Kriegen und Toten ist rein auf deren Mist gewachsen und ist lediglich die Fortführung derselben britischen Taktik zur Beherrschung der Welt.
      Weil der Kapitalismus gerade gegen die Mauer fährt, weil die Weltbevölkerung es nicht mehr schaffen kann, die Zinseszins Belastungen zu finanzieren, ist Trump gezwungen die verbale Keule auszupacken und sich zurück zu ziehen und abzuwarten was passiert. Wenn was nach dem globalen Crash übrig bleibt, kann die USA ja wieder ein paar Brocken einsammeln.
      Pooler1970

  4. Danke für den Artikel, Herr Wimmer. Aber würden Sie wirklich so weit gehen? Bedeutet die Rede nun Krieg?
    Es stimmt, der Ton wird immer rauer, dennoch halte ich es für vorschnell, gleich von Krieg zu sprechen.
    Wenn man zu oft „Feuer“ ruft, und es brennt nicht, dann kommt am Ende keiner mehr, wenn der Funke doch mal aufflammt. Ich glaube, die Lage ist so unübersichtlich und ein Krieg schon so lange „möglich“, dass es ganz schwierig ist, mit Sicherheit zu sagen, wann es passiert – deshalb wäre es gut, nicht solch genauen Prognosen vorsichtiger zu sein.

    • Vielleicht hat Herr Wimmer bzgl. der Gefahr doch Recht?
      http://www.zeit.de/news/2017-10/17/konflikte-nordkorea-atomkrieg-koennte-jeden-moment-beginnen-17061202

      „Nordkoreas stellvertretender UN-Botschafter Kim In Ryong hat vor den Vereinten Nationen vor dem Ausbruch eines Atomkriegs gewarnt. Die Situation in Nordkorea habe einen „sehr riskanten Punkt erreicht“, sagte Kim vor dem Abrüstungsausschuss der UN. Ein Atomkrieg könne jeden Moment beginnen. Kein anderes Land auf der Welt habe für so eine lange Zeit eine solch extreme und direkte nukleare Bedrohung von den USA hinnehmen müssen, sagte er. Nordkorea könne den internationalen Atomwaffensperrvertrag aufgrund der Bedrohung durch die USA nicht unterzeichnen.“

  5. „Dieses radikale Regime hat den Reichtum einer der ältesten und dynamischsten Nationen der Welt geplündert und die Zerstörung und das Chaos des Todes auf der ganzen Welt verbreitet.“ (Donald Trump)

    Das, was man selber seit Jahrzehnten betreibt, wirft Trump einer anderen Nation vor. Einfach nur unterirdisch!

  6. „Die Vereinigten Staaten selbst haben seit Jahrzehnten die Welt ins Elend gestürzt. Es fing nicht mit Afghanistan und dem Irak an, aber diese Staaten und viele andere Staaten sind zusammengebombt worden. Sie wurden in die Steinzeit zurückgebombt, weil die Vereinigten Staaten die gesamte Welt unter ihre Kontrolle bringen wollen und bringen.“

    Die USA handeln ganz nach dem Motto:

    „Was du nicht willst, das man dir tu, das füge kräftig andern zu.“

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