Über die Psychologie des Verschwörungsleugners | Von Tim Foyle, übersetzt von Bastian Barucker

Ein genauerer Blick auf jene Leute, die für Verschwörungstheorien nur Spott übrig haben.

Ein Kommentar von Tim Foyle, übersetzt von Bastian Barucker.

Warum sträuben sich ansonsten vollkommen intelligente, nachdenkliche und rational denkende Menschen gegen die Behauptung, Soziopathen würden sich verschwören, um sie zu manipulieren und zu täuschen? Und warum verteidigen sie diese unbegründete Position mit solcher Vehemenz?

Die Geschichte der Menschheit ist voller Machenschaften von Lügnern, Dieben, Tyrannen und Narzissten sowie voll von den sich daraus ergebenden verheerenden Auswirkungen. Auch in der heutigen Zeit gibt es viele Beweise für Korruption und außergewöhnliche Täuschungen. Wir wissen ohne Zweifel, dass viele Politiker lügen und ihre Verbindungen verbergen und dass zahlreiche Unternehmen routinemäßig eine völlige Verachtung für moralische Normen an den Tag legen – wir wissen, dass Korruption uns umgibt.

Wir wissen, dass die Drehtüren zwischen Unternehmen und Politik, das Lobbysystem, korrupte Aufsichtsbehörden, die Verhasstheit von Medien und der Justiz nur sehr selten dazu führen, dass Fehlverhalten gesühnt werden muss. Wir wissen, dass die Presse gelegentlich Lärm um diese Dinge macht, sie aber nie mit echtem Nachdruck verfolgt. Wir wissen, dass in den Geheimdiensten und bei den Strafverfolgungsbehörden Fehlverhalten in atemberaubendem Ausmaß an der Tagesordnung ist und dass auch hier nie Gerechtigkeit geübt wird. Wir wissen, dass immer wieder Regierungen die Rechte des Volkes ignorieren oder mit Füßen treten, dass sie das eigene Volk aktiv missbrauchen und misshandeln. Nichts davon ist wirklich umstritten.

Was genau ist es also, das die Verschwörungsleugner mit solcher Inbrunst, Rechtschaffenheit und Herablassung nicht anerkennen wollen? Warum verteidigen sie gegen alle Beweise geradezu höhnisch und verächtlich die bröckelnde Illusion, dass „die Großen und Guten” irgendwo da oben sitzen und alles im Griff haben, dass sie nur unser Bestes im Sinn haben, Skrupel besitzen sowie weise und aufrichtig sind? Warum verteidigen sie die bröckelnde Illusion, dass die Presse dem Volk und der Wahrheit dient und nicht den Gaunern? Dass eine Ungerechtigkeit nach der anderen aus Fehlern und Versehen resultiert, aber niemals aus Verschwörung?

Welcher vernünftige Mensch würde freiwillig in einer solchen Fantasiewelt leben?

Der Streitpunkt liegt hier nur in der Frage des Ausmaßes. Jemand, der wirklich neugierig auf die Pläne von mit Macht ausgestatteten Soziopathen ist, wird den Umfang seiner Neugier nicht auf z.B. einen Konzern oder eine Nation beschränken. Warum sollten sie auch? Eine solche Person geht vernünftigerweise davon aus, dass die Muster, die sich an einem Ort zeigen, wahrscheinlich auch in der gesamten Nahrungskette der Macht zu finden sind. Doch der Verschwörungsleugner besteht darauf, dass dies absurd ist.

Warum denkt er so?

Es ist schmerzlich offensichtlich, dass die pyramidalen gesellschaftlichen und rechtlichen Strukturen, die die Menschheit hat entstehen lassen, genau die Art von Dominanzhierarchien darstellen, die Soziopathen begünstigen. Ein menschliches Wesen, das mit einer normalen und gesunden kooperativen Denkweise operiert, hat wenig Neigung, sich an den Kämpfen zu beteiligen, die notwendig sind, um eine unternehmerische oder politische Leiter zu erklimmen.

Was also stellen sich die Verschwörungsleugner vor, was die mindestens 70 Millionen Soziopathen auf dieser Welt den ganzen Tag tun? Die Soziopathen wurden in ein “Spiel” hineingeboren, in dem der ganze Reichtum und die Macht an der Spitze der Pyramide liegen, während die effektivsten Attribute zum “Gewinnen” Rücksichtslosigkeit und Amoralität sind? Haben die Verschwörungsleugner noch nie Monopoly gespielt?

Soziopathen wählen ihre Weltsicht nicht bewusst und sind einfach nicht in der Lage zu verstehen, warum normale Menschen sich selbst in einen schier unglaublichen Nachteil bringen, indem sie sich mit Gewissenhaftigkeit und Empathie einschränken.

Um in diesem Spiel zu gewinnen, muss der Soziopath nur öffentlich lügen, während er privat konspiriert. Was könnte einfacher sein? Sich weiterhin vorzustellen, dass die Welt, in der wir leben, nicht größtenteils von dieser Dynamik angetrieben wird, grenzt im Jahr 2021 an rücksichtslose Naivität, ja, grenzt an Irrsinn. Woher kommt ein solch ungewollt destruktiver Impuls?

Das Kleinkind setzt ein angeborenes Vertrauen in die Menschen, mit denen es zusammen ist – ein Vertrauen, das in den meisten Fällen gerechtfertigt ist. Anders könnte der Säugling nicht überleben.

In einer vernünftigen und gesunden Gesellschaft würde sich dieser tiefe Instinkt zusammen mit der Psyche weiterentwickeln. Während sich im Individuum das Selbstbewusstsein, die kognitiven und logischen Fähigkeiten und der Skeptizismus entwickeln, würde dieser angeborene Vertrauensimpuls weiterhin als ein zentrales Bedürfnis der Psyche verstanden werden. In solch einer idealen Gesellschaft würden kollektive Glaubenssysteme existieren, die darauf zielen, diesen kindlichen Impuls bewusst weiterzuentwickeln, um dieses Vertrauen irgendwo bewusst zu platzieren – in Werte und Überzeugungen von dauerhafter Bedeutung und Wert für die Gesellschaft, das Individuum oder idealerweise für beide.

Ehrfurcht und Respekt vor der Tradition, den Naturkräften, den Vorfahren, vor der Vernunft, der Wahrheit, der Schönheit, der Freiheit, dem angeborenen Wert des Lebens oder dem Schöpfergeist aller Dinge könnten als gültige Ruhepunkte betrachtet werden, in die wir unser Vertrauen und unseren Glauben bewusst setzen – ebenso wie diejenigen Ruhepunkte, die aus formalisierteren Glaubenssystemen abgeleitet sind.

Ungeachtet des jeweils individuellen Wegs, der eingeschlagen wird, um das eigene Vertrauen zu entwickeln, ist das Abgleichen des eigenen Bewusstseins und der eigenen Wahrnehmung mit diesem angeborenen Impuls von großer Wichtigkeit. Ich glaube, dass dies eine tiefe Verantwortung ist – ein reifes Vertrauen zu entwickeln und zu kultivieren –, eine Verantwortung, der sich viele Menschen verständlicherweise nicht bewusst sind.

Was passiert, wenn es ein kindliches Bedürfnis in uns gibt, das sich nie über seine ursprüngliche Überlebensfunktion hinaus entwickelt hat, nämlich denjenigen Menschen in unserer Umgebung zu vertrauen, die am mächtigsten, am präsentesten und aktivsten sind? Was passiert, wenn wir unsere eigene Psyche nie wirklich erforschen und nie tief hinterfragen, wem wir wirklich vertrauen und warum? Wenn unsere Motivation, etwas oder jemandem zu vertrauen, unhinterfragt bleibt? Was passiert, wenn die Philosophie den Philosophen überlassen wird?

Ich möchte hier vorschlagen, dass die Antwort relativ simpel ist und dass der Beweis für dieses Phänomen und die Verwüstung, die es anrichtet, überall um uns herum zu finden sind: Der angeborene Impuls, der Mutter zu vertrauen, entwickelt sich nie weiter, trifft nie auf sein Gegengewicht der Vernunft (beziehungsweise des gereiften Vertrauens), um sich mit diesem auseinanderzusetzen, sondern bleibt für immer auf seiner ursprünglichen “Standardeinstellung” als Kind.

Während die unreife Psyche für ihr Wohlergehen irgendwann nicht mehr von den Eltern abhängt, bleibt der mächtige und motivierende Grundgedanke, den ich beschrieben habe, intakt, unangefochten, unhinterfragt und unentwickelt. Und in einer Welt, in der Stabilität und Sicherheit nur noch eine ferne Erinnerung sind, bleiben diese Überlebensinstinkte, anstatt gut ausgeprägt, reflektiert, relevant, anspruchsvoll und aktuell zu sein, im wahrsten Sinne des Wortes die Instinkte eines Babys. Man vertraut auf die größte, lauteste, präsenteste und unbestreitbarste Kraft, denn der Instinkt sagt, dass das eigene Überleben vom Vertrauen darein abhängt. Und in diesem großen “Weltkindergarten” ist die allgegenwärtigste Kraft eben das Netzwerk jener Institutionen, die ohne Unterlass ein unverdientes Image aus Macht, Ruhe, Kompetenz, Besorgnis und Stabilität ausstrahlen.

Meiner Ansicht nach ist dies der Grund, warum sich Verschwörungsleugner an die völlig unlogische Fantasie klammern – und sie gegebenenfalls aggressiv verteidigen können –, dass oberhalb einer bestimmten, nicht definierten Ebene der gesellschaftlichen Hierarchie Korruption, Betrug, Bösartigkeit und Narzissmus einfach auf mysteriöse Weise verdampfen. Entgegen einer allgemein anerkannten Maxime klammern sie sich an die Fantasie, dass je mehr Macht eine Person hat, sie umso mehr Integrität an den Tag legen wird. Diese armen, verblendeten Seelen glauben im Wesentlichen, dass dort, wo persönliche Erfahrung und Vorwissen die Lücken in ihrer Weltsicht nicht ausfüllen können – wo gewissermaßen eine verriegelte Tür ist –, Mami und Papi dahinterstehen und sich Gedanken darüber machen, wie sie am besten sicherstellen können, dass es ihrem kleinen Schatz für immer gut geht, dass er glücklich und sicher ist.

Dies ist der Kern, die tröstliche Illusion an der Wurzel der Denkweise von Verschwörungsleugnern. Es ist das verfallene Fundament, auf dem sie eine turmhohe Burg der Rechtfertigung errichten, von der aus sie all diejenigen, die die Dinge anders sehen, verhöhnen und verspotten.

Das erklärt obendrein, warum der Verschwörungsleugner jede Andeutung, dass der betreuende Archetyp nicht mehr vorhanden ist – ja, dass hinter der verriegelten Tür stattdessen vielleicht Soziopathen sind, die uns alle mit äußerster Verachtung behandeln oder uns völlig missachten –, angreifen wird. Der Verschwörungsleugner wird jede derartige Andeutung so vehement angreifen, als ob sein Überleben davon abhinge – was es in der Verfasstheit seiner unbewussten und prekären Psyche in gewisser Weise auch tut. Ihr Gefühl des Wohlbefindens, der Sicherheit, des Komforts, sogar von einer Zukunft überhaupt haben solche Leute vollständig – und völlig unbewusst – in diese Fantasie investiert. Der Säugling in ihnen ist nie gereift, und weil sie sich dessen nicht bewusst sind – wirklich bewusst ist ihnen wohl nur die Besorgnis um ihre persönliche Sicherheit –, werden sie jede Bedrohung dieses unbewussten aber gleichwohl zentralen Aspekts ihres Weltbilds auf das Heftigste angreifen.

Der ermüdend häufige Refrain der Verschwörungsleugner lautet: “Eine so große Verschwörung kann es nicht geben”. Die einfache Erwiderung an solche selbsternannten Experten für Verschwörungen lautet offensichtlich: “Wie groß?“

Die größten “medizinischen” Konzerne der Welt können jahrzehntelang die Beilegung von Gerichtsprozessen als bloße Geschäftskosten behandeln, für Verbrechen, die von der Unterdrückung unerwünschter Testergebnisse über mehrfache Morde infolge nicht deklarierter Tests bis hin zu gigantischen Umweltverbrechen reichen. Regierungen führen die abscheulichsten und undenkbarsten verbrecherischen “Experimente” an der eigenen Bevölkerung durch, ohne dass dies Konsequenzen hat. Politiker lügen uns gewohnheitsmäßig ins Gesicht – ohne Konsequenzen. Und so weiter und so fort. An welchem Punkt genau wird eine Verschwörung so groß, dass “sie” einfach nicht mehr damit durchkommen, und warum? Ich vermute, dies ist der Punkt, an dem die kognitiven Fähigkeiten der Verschwörungsleugner nachlassen und ihr unbewusster Überlebensinstinkt einsetzt. Der Punkt, an dem der Intellekt von der Tragweite der Ereignisse überwältigt wird und der Instinkt sich in den vertrauten, tröstlichen Glauben zurückzieht, den man seit dem ersten Moment kennt und kultiviert, als die eigenen Lippen die Brustwarze fanden. Es ist der Glaube, dass sich jemand anderes darum kümmert – dass dort, wo uns die Welt unbekannt wird, eine mächtige und wohlwollende menschliche Autorität existiert, in die wir nur bedingungslos unser Vertrauen setzen müssen, um ewige emotionale Sicherheit zu erlangen. Diese gefährliche Wahnvorstellung könnte der zentrale Faktor sein, der die physische Sicherheit und die Zukunft der Menschheit in die Hände von Soziopathen legt.

An alle, die die Angewohnheit haben, Menschen, die fragend, forschend und skeptisch sind, als Aluhut-tragende, paranoide, die Wissenschaft verleugnende Trump-Anhänger abzutun, möchte ich die folgenden Fragen richten: Woran glauben Sie? In was haben Sie Ihren Glauben gesetzt und warum? Wie kommt es, dass, während niemand den Regierungen vertraut, Sie scheinbar den aufstrebenden Global-Governance-Organisationen ohne Frage vertrauen? Wie rational ist das?

Wenn Sie solchen Organisationen Ihr Vertrauen schenken, bedenken Sie, dass diese Organisationen, so außerordentlich gut sie sich auch präsentieren, im modernen globalen Zeitalter einfach größere Manifestationen der lokalen Versionen sind, von denen wir wissen, dass wir ihnen nicht trauen können. Sie sind nicht unsere Eltern und sie zeigen keine Loyalität gegenüber humanen Werten. Es gibt keinen Grund, irgendeinem von ihnen den geringsten Glauben zu schenken.

Wenn Sie keinen bewussten Glauben entwickelt haben oder nie tiefgründig hinterfragt haben, warum Sie so glauben, wie Sie es tun, mag eine solche Position menschenfeindlich erscheinen, aber in Wahrheit ist sie das Gegenteil. Diese Organisationen haben Ihr Vertrauen mit nichts anderem als PR-Geld und Hochglanzlügen verdient. Die wahre Macht liegt, wie immer, beim Volk.

Es gibt einen Grund, warum Buddhisten nachdrücklich dazu raten, sein Vertrauen in den Dharma oder das Naturgesetz des Lebens zu setzen und nicht in Personen, und dass ähnliche Sprüche in anderen Glaubenssystemen üblich sind: Macht korrumpiert. Tatsächlich könnte in der heutigen Welt unangebrachtes und unbegründetes Vertrauen eine der größten Machtquellen sein, die es gibt.

Massive kriminelle Verschwörungen existieren. Die Beweislage dafür ist überwältigend. Das Ausmaß der Verschwörungen, die derzeit im Gange sind, ist freilich nicht bekannt, aber es gibt keinen Grund, sich vorzustellen, dass im neuen globalen Zeitalter das soziopathische Streben nach Macht oder der Besitz der Ressourcen, die für den Weg zur Macht benötigt werden, abnimmt. Sicherlich nicht, solange abweichende Meinungen von Gatekeepern [“Pförtner“ im Sinne von “Informationsregulator“, “Meinungswächter“], “nützlichen Idioten” und Verschwörungsleugnern verhöhnt und zensiert werden – von Leuten also, die durch ihre unerbittlichen Angriffe auf diejenigen, die ein Licht auf Missstände werfen wollen, in Wirklichkeit direkt mit der soziopathischen Agenda zusammenarbeiten.

Es liegt in der dringenden Verantwortung eines jeden menschlichen Wesens, soziopathische Agenden aufzudecken, wo immer sie existieren – und niemals diejenigen anzugreifen, die versuchen, dies zu tun.

Es ist heute mehr denn je an der Zeit, kindische Dinge und kindliche Impulse beiseitezulegen und als Erwachsene aufzustehen, um die Zukunft der tatsächlichen Kinder zu schützen, die keine andere Wahl haben, als uns ihr Leben anzuvertrauen.

Dieser Aufsatz hat sich auf das konzentriert, was ich für den tiefsten psychologischen Antrieb der Verschwörungsleugnung halte. Es gibt sicherlich noch andere Antriebe, wie etwa der Wunsch, akzeptiert zu werden; die Vermeidung von Wissen über und die Auseinandersetzung mit dem inneren und äußeren Schatten; die Bewahrung eines positiven und gerechten Selbstbildes; eine verallgemeinerte Version des “Flying Monkey”-Phänomens [Als Flying Monkeys werden Personen bezeichnet, die sich als die verlängerte Arme von Narzissten betätigen, indem sie diesen helfen, Dritte zu schädigen], bei dem eine eigennützige und bösartige Menge sich selbst zu schützen trachtet, indem sie sich um den Tyrannen schart; die subtile, unbewusste Übernahme der soziopathischen Weltsicht (z. B. “die Menschheit ist der Virus”); Empörungssucht/Überlegenheitskomplex/Statusspiele; ein verkümmerter oder wenig ehrgeiziger Intellekt, der seine Bestätigung in der Aufrechterhaltung des Status quo findet; der dissoziative Schutzmechanismus der Vorstellung, dass Verbrechen und Schrecken, die wiederholt zu unseren Lebzeiten begangen werden, irgendwie nicht jetzt, nicht “hier”, passieren; und ganz einfach die altmodische Faulheit und Feigheit.

Meine Vermutung ist, dass alle diese Faktoren bis zu einem gewissen Grad auf dem Fundament der Hauptursache aufbauen, die ich hier skizziert habe.

Tim Foyle ist ein Engländer, der Katzen, Natur, Musik, Essen, Menschlichkeit und Wahrheit liebt. Sie können seinen Schriften hier und auf Twitter folgen: @timfoyl

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Artikel erschien zuerst am 20. März 2021 auf dem Blog bastian-barucker.de

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Der englische Original-Text ist hier nachzulesen.

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Bildquelle: Try_my_best / shutterstock

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19 Kommentare zu: “Über die Psychologie des Verschwörungsleugners | Von Tim Foyle, übersetzt von Bastian Barucker

  1. Nevyn sagt:

    Ich möchte ergänzend eine andere Betrachtungsweise des Themas vorschlagen. Zweifel und Widerstand muss man sich leisten können – energetisch betrachtet.
    Es erfordert nach meiner Beobachtung ein hohes Maß an kognitiver und emotionaler Energie, sich mit Zuständen auseinander zu setzen, die Dissonanz erzeugen. Vor allem emotional sind viele Menschen dazu gar nicht in der Lage. Ich habe mich eine Zeitlang gewundert, warum es gerade Typen wie Schlagerbarden oder Veganköche sind, die ihre Karriere bewusst wegschmeißen. Das sind ja nun nicht unbedingt die hellsten Kerzen auf der Torte, aber sie sind sehr nahe bei ihren Gefühlen und sie FÜHLEN die Wahrheit. Den Geist kann man verwirren, Emotionen muss man abtöten. Da ist ja diese Gesellschaft gut dabei. Überhaupt wird alles getan, die Menschen möglichst auf einem niedrigen Energielevel zu halten. Da rennen so viele Zombies durch die Gegend, mit oder ohne Doktortitel. Man schaue doch nur mal in die Gesichter unserer politischen "Elite". Fast durchweg Automaten, Sprechrotober, schlechter als Alexa, organische Portale.
    Alle die merken, dass an diesem System etwas nicht stimmt, kümmern sich um ihre körperliche und geistige Gesundheit selbst und fangen an, zu meditieren. Sie arbeiten ihre Schattenthemen auf. Das ist jedenfalls meine Beobachtung.
    Das ist auch der Grund, warum diese Menschen Stress bekommen vom System. Sie werden gefährlich, Man will ihr Energielevel senken. Man muss nicht jeden gleich umbringen. Einfach runter drücken, ihm so viele Probleme machen, dass er mit sich selbst beschäftigt ist.
    Dabei ist Meditation für das System besonders gefährlich. Menschen, die das machen, bekommen im Laufe der Zeit Zugang zu ihrer Quelle. Am Ende sind es die Stillem im Lande, die den Unterschied machen, die Hefe, die man selbst nicht sieht, wohl aber ihr Werk.

    • Schlafschaf sagt:

      Die hellste Kerze scheinen sie aber auch nicht zu sein.
      Mehr Dünnpfiff geht ja kaum

    • Steadfast sagt:

      So unterschiedlich sind die Horizonte der Menschen. Ich sehe hier eine der hellsten Kerzen auf KenFm.
      Und etwas Weiseres läßt sich schwerlich formulieren.

      Wohingegen Schlafschaf das beste Pseudonym für sich gewähtl hat und was er hier schreibt, lediglich eine Aussage über ihn selbst ist.

      Manchmal hilft Holzkohle.
      Manchmal ist es auch einfach gut, die Klappe zu halten.

    • Nadine sagt:

      Veganköche sind nicht die hellsten Kerzen auf der Torte???
      Wie kommen Sie denn darauf beurteilen zu können, welche Berufsgrupppen "helle Kerzen" sind und welche nicht? Ich dachte über solch ein anmaßendes Schubladendenken seien wir hier hinaus?! Über manche Kommentare muss ich mich hier doch sehr wundern

  2. Regimekritiker_Dracula sagt:

    Ich bin ein o Neurechter Verschwörungstheoretiker (https://www.freitag.de/autoren/regimekritikerdracula/neurechter-verschwoerungstheoretiker)

    • Nevyn sagt:

      Neurechts passt schon. Das hieß früher Mitte.
      Neulinks gibt es auch, das hieß früher linksextrem.

  3. Name_der_Redaktion_bekannt sagt:

    "In solch einer idealen Gesellschaft würden kollektive Glaubenssysteme existieren,"

    Es existieren diese Glaubenssysteme, doch sie wurden (und werden) zurückgedrängt, obwohl ich in letzter Zeit feststellen darf, dass sich einige wieder zum Glauben bekennen bzw. zurückgefunden haben.

  4. How-Lennon sagt:

    Der Autor schreibt: "Es ist heute mehr denn je an der Zeit, kindische Dinge und kindliche Impulse beiseitezulegen und als Erwachsene aufzustehen, um die Zukunft der tatsächlichen Kinder zu schützen, die keine andere Wahl haben, als uns ihr Leben anzuvertrauen."

    Nachdem er völlig richtig anmerkt, dass das Kind in uns "kultiviert" werden muss, ist diese Aussage leider nur widersprüchlich, fast schizophren.
    Diese Erkenntnis, die "kindlichen Impulse weiterzuentwickeln" ist der Schlüssel, nicht sie wegzuschieben, was uns doch erst zu abgestumpften, nicht mehr (hinter)fragenden Robotern und Zombies werden lässt. Gerade das Kind in uns sind die Neugierde, Lebenslust, Streben nach Wahrheit, Vielfalt, Spontaneität usw.

    Also wie jetzt, Herr Foyle?

    • Steadfast sagt:

      Schwarzweißdenken, passend zum digitalen Menschentum. 0 oder 1. Kindlich oder nicht kindlich? Ein integrales Menschsein kennt andere Strukturen.
      Kindliche Lebendigkeit hat nichts mit Infantilität zu tun.

    • How-Lennon sagt:

      Lieber Steadfast,
      kultivierte Kindlichkeit hat doch eben gerade nichts mit 0 oder 1 zu tun. Sie hilft aber dem gesunden Menschenverstand.

  5. Box sagt:

    Die Kritik, die sich mit diesem Inhalt befaßt, ist die Kritik im Handgemenge, und im Handgemenge handelt es sich nicht darum, ob der Gegner ein edler, ebenbürtiger, ein interessanter Gegner ist, es handelt sich darum, ihn zu treffen. Es handelt sich darum, den Deutschen keinen Augenblick der Selbsttäuschung und der Resignation zu gönnen. Man muß den wirklichen Druck noch drückender machen, indem man ihm das Bewußtsein des Drucks hinzufügt, die Schmach noch schmachvoller, indem man sie publiziert. Man muß jede Sphäre der deutschen Gesellschaft als die partie honteuse |den Schandfleck| der deutschen Gesellschaft schildern, man muß diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, daß man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt! Man muß das Volk vor sich selbst erschrecken lehren, um ihm Courage zu machen. Man erfüllt damit ein unabweisbares Bedürfnis des deutschen Volks, und die Bedürfnisse der Völker sind in eigner Person die letzten Gründe ihrer Befriedigung.

    Und selbst für die modernen Völker kann dieser Kampf gegen den bornierten Inhalt des deutschen status quo nicht ohne Interesse sein, denn der deutsche status quo ist die offenherzige Vollendung des ancien régime, und das ancien régime ist der versteckte Mangel des modernen Staates. Der Kampf gegen die deutsche politische Gegenwart ist der Kampf gegen die Vergangenheit der modernen Völker, und von den Reminiszenzen dieser Vergangenheit werden sie noch immer belästigt.
    (Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung, Geschrieben Ende 1843 – Januar 1844)

    • Tastend sagt:

      Danke für dieses Zitat. Gute Analyse von Marx. Danach spricht jedoch doch viel dafür, den tausende Jahre alten Kampfmodus endlich zu beenden – ähnlich wie dies auf diesem Portal immer wieder von Rüdiger Lenz präferiert wird und die „belästigenden Reminiszenzen der Vergangenheit“ eher zu therapieren, aber nicht mit einem Impfung genannten "Gentherapeutikum" 😉 – allerdings dennoch möglichst grundlegend und im eigentlich positiven Sinne des Wortes radikal.

  6. Piet sagt:

    Ich weiß das "die" lügen. Letzten Herbst habe ich einen Selbstversuch gemacht. Nur wenige Tage Mainstream geguckt und absichtlich mein Wissen, soweit es ging, nicht zum denken genutzt. Diese Propaganda fühlte ich in mein Hirn kriechen. Ich kann gut nachvollziehen warum normale liebe, soziale, einfühlsame Menschen mehrheitlich da hineintappen. Das muss ja auch so sein, so blöd sind die Lügner auch nicht. Wenn jemand das jeden Tag sieht, mit Argumenten komme ich dagegen keinen Schritt weiter. Vielleicht müsste ich denen das Video zeigen, jenes wo Spahn so sympathisch und mitfühlend lügt und am selben Abend das Gegenteil macht und mit Unterstützern ohne Maske und Abstand diniert und dann auch noch positiv getestet wird. "Sieh mal hin, da lügt er,..siehst wie gut er das macht, da lügt er dich bewusst voll an, er ist wirklich sehr gut darin…." Könnte ja sein, dass die Macht der Bilder auch umgekehrt wirkt.
    Ich wollte mir heute das Spahn Video vom Okt. 2020 noch mal ansehen, ich finde es nicht mehr, nur noch seine Danksagung für die guten Besserungswünsche ist noch da. So ist es, das neue Normal

    • wasserader sagt:

      Sind Suggestion und Propaganda,
      Dogma und Inquisition Teil der Geschichte
      wurde – nicht zufällig mit der Einführung von Demokratie – die Manipulation der Massen (z.B. Berneys)
      wesentlicher Teil der Politik
      und mit der Durchsetzung der globalistischen Agenda in den 1980 Jahren die PR Industrie ein entscheidender Faktor bei der Produktion von Wirklichkeit .
      Ein weiterer, heute perfektionierter Teil war die Synchronisierung der Massenmedien für die globalistische Agenda .

  7. Hartensteiner sagt:

    Die Beschreibung dieses seltsamen Phänomens in dem Artikel ist nicht übel.
    Offensichtlich gehen viele Menschen mit Scheuklappen durch die Welt, die fast völlig zugezogen sind und projizieren von Innen auf diese ein Märchen von einer Welt, die nicht existiert. Es genügt doch schon ein kurzer Blick auf die letzten rund 100 Jahre um zu sehen, dass die Menschen von einer Verschwörung in die nächste geführt wurden. Da war WKI, den schon die nach Zürich geflüchteten Dadaisten völlig durchschauten. Dann war da 1923 die Inflation, mit der man den Menschen abnahm, was sie (noch) hatten und den Rest dann 1929. 1933 die dickste Verarschung, die sich 1945 in der Ruinenlandschaft Deutschland betrachten ließ. Dann Adenauer mit: "Wer nochmal ein Gewehr anfasst, dem soll der Arm verdorren!" – aber Bundeswehr und Zustimmung zur möglichen, nuklearen Vernichtung der Menschheit oder auch die dicke Propaganda im Osten. Heute Corona, wobei bereits die wahnwitzige Propaganda erkennen lässt, dass das Ding vorn und hinten nicht stimmt.
    Wer da immer noch Vertrauen in irgendwas hat, muss schon ein SEHR dickes Fell haben. Ich kann mir einfach nicht recht vorstellen, wie Viele das hinbekommen. Sprach vor einer Zeit mit einem älteren Coronajünger: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Frau Merkel nicht im Grund gut mit uns meint!". Selten so gelacht. Wie hat der das nur geschafft….
    Dabei waren das nur einige wenige Aspekte von tausenden. Ja, das sind schon phantastisch stabile Scheuklappen, unter denen dann die Masken getragen werden. Eine geistige TOTALVERMUMMUNG. Sollte eigentlich verboten sein 🙂

    • How-Lennon sagt:

      Die "Scheuklappen" sind das Smartphone, auf das pausenlos gestarrt wird.
      Ständige (seichte) Berieselung und Ablenkung.
      Display vor den Augen, Kopfhörer, Mund UND Nasenbedeckung. Das stellt sogar die drei Affen in den Schatten.

    • Tastend sagt:

      Die Formulierung zu den Scheuklappen, unter denen Masken getragen werden – sozusagen als Zeichen einer "geistigen Totalvermummung" finde ich außerordentlich prägnant und zutreffend! Genauso die Ergänzung von How-Lennon, dass dies sogar die berühmten drei Affen übertrifft. Chapeau!

  8. Norbobot sagt:

    ein Punkt spielt vlt. keine unwesentliche Rolle: die meisten Menschen hängen ja noch direkt an der Mutterbrust. Wenn die Einsicht mit der Erkenntnis einher geht, dass der Staat (Mutti) hochgradig krank ist und die Genesung mit dem Versiegen der Muttermilch (finanzielle Sicherheit) verknüpft ist, dann steckt der Kopf sehr schnell wieder im Sand.

  9. NichtvonBedeutung sagt:

    Erstens: Wann hat wohl der Autor aufgehört, nach Mami zu schreien, wenn er in der Situation ist, in der er niemandem mehr vertrauen kann? Bei mir geschah dies im Alter von 8 bzw. schleichend in den anschließenden knapp 11 Jahren Heimaufenthalt. Da bleibt von Vertrauen in irgendjemanden nicht mehr viel über. Evtl. brauchen Verschwörungsleugner solch ein Trauma.
    Zweitens: Ich bin lieber feige, als das Notwendige zu tun, wenn mein Leben noch nicht in Gefahr ist. Man kann etwas versuchen und scheitern, klar. Man kann es auch immer wieder versuchen und scheitern. Dann erforscht man die Gründe, warum man scheitert und dann fällt einem auf, dass man gar nicht scheitern würde, wenn die, die sich immer für ganz besonders klug halten und dies mit einem Papier beweisen können, nicht so abgrundtief dumm und falsch wären. Ab diesem Moment gibt es eigentlich nur noch einen Weg, nicht weiter zu scheitern, nur stellt sich nun die Frage, ob man diesen moralisch vertreten kann.

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