Uns wird unser Land entzogen

Von Willy Wimmer.

wer es ehrlich mit den Menschen meint, der trägt nichts auf dem Rücken von Menschen aus. Damit nichts schändliches geschieht, gibt es die Genfer Flüchtlingskonvention und entsprechende Bestimmungen in der deutschen Verfassung. Das gilt für alle anderen Länder auch. Unsere Regierung erweckt seit Monaten nicht den Eindruck, genaue Kenntnis von den dort niedergelegten Prinzipien zu haben. Das muss unter allen Umständen vermieden werden, weil das ein ganzes Land in eine Schieflage bringt.

Es wird durcheinandergemischt, was vor dem Hintergrund der eindeutigen Regeln nicht zusammengehört. Die Hunderttausende, die nach Europa drängen, haben sehr unterschiedliche Gründe. Da die Bundesregierung sich nicht darum bemüht, der Öffentlichkeit Aufschluß über die unterschiedlichen Motive und Herkunftsländer gibt, liegt eine Vermutung nahe. Die Bundesregierung will die von den USA, England und Frankreich im wesentlichen betriebenen Kriege und die entsprechenden Migrationsbewegungen im Ergebnis für etwas anderes als Hilfe für Menschen in Not nutzen. Wie anders ist es zu erklären, dass sich alles nur auf die Menschen aus Syrien konzentriert? Nach öffentlichen Berichten nähert sich diese Zahl in etwa einem 30% Anteil unter all denen, die nach Europa und Deutschland wollen. Die anderen Menschen in der Migrationsbewegung stammen aus dem Ländergürtel zwischen Bangladesh bis ins südliche Afrika.

Die Bundesregierung erweckt den Eindruck, dass alle und alles über einen Kamm zu scheren sei. Nichts ist falscher als das und deshalb traut kaum noch jemand der Bundesregierung und den Brüsseler Schaumschlägern über den Weg.

Die Ziele dieser Politik werden nicht offen gelegt und die eigenen Bürger werden verbal niedergehalten.

Das Land hat in den letzten gut fünfzehn Jahren seine demokratische Grundsubstanz weitestgehend verloren. Der Staat wurde abgewrackt und als Folge wurde der mündige Bürger nicht mehr gebraucht. Wie der deutsche Sozialstaat offenkundig nur eine Funktion im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion zu erfüllen hatte, wurden auch die demokratischen Gepflogenheiten ad acta gelegt, um Ziele, die an anderer Stelle festgelegt werden, in Deutschland umsetzen zu können. Wenn in der Verfassung polstuliert wird, dass die politischen Parteien an der Willensbildung des deutschen Volkes mitzuwirken haben, so haben sie wich in den zurückliegenden Jahren aus dieser Aufgabe verabschiedet. Parteien in der Fläche des Landes sind eine Seltenheit geworden. Sie sind für den Bürger weitgehend unsichtbat, kümmern sich nicht um seine Belange und sind zu reinen, auf Berlin ausgerichtete Karriereeinrichtungen, verkommen. Die Mittlerfunktion wurde weitestgehend aufgegeben und lassen den engagierten Bürger sprachlos mit seinen Problemen zurück.

Die in Berlin, Brüssel und Washington festgelegte politische Zielsetzung kommt nicht mehr auf demokratischem Wege zustande sondern wird dasurch umgesetzt, dass jeder verbal und mit Hinweis auf die dunkelste Zeit deutscher Geschichte niedergeknüppelt wird, der sich als Bürger äußert. Die Bürger im Lande werden regierungsseitig als „Pack“ bezeichnet. Wo sind da die Instanzen, die sich so gerne über andere aufspielen, wie ein Herr Bundespräsident oder die Steuerzahler-ausgehaltenen Kirchen? So kann kein Land betrieben werden und das ist vielleicht auch die Absicht djenigen in der Regierung, die sich so äußern? Spaltung der Landes ist angesagt, um eine bestimmte Politik umzusetzen. Das geschieht dadurch, dass keine Rechenschaft mehr gegeben wird und die dagegen aufbegehrende Bevölkerung beleidigt und diskreditiert wird. Es muss doch zu denken geben, dass viele Bürger einfordern, das geltende Recht einzuhalten und Straftaten, die von wem auch immer begangen werden, des Rechtsfriedens wegen ohne Scheuklappen zu verfolgen und zu ahnden.

Ein Land, das gegen die eigene Verfassung Kriege führt und sich an Elend beteiligt, stellt diejenigen in die Ecke, die auf das Angriffsverbot der Verfassung pochen. Die tatsächliche Lage im Land ist die neue Blütezeit einer mehr und mehr obrigkeitsstaatlichen Verwaltung. Die Bürger werden geknebelt und gegängelt, wo es nur geht und die einzigen, deren Regellosigkeit uns die größten Sicherheitsprobleme verschafft, können auf staatliche Unfähigkeit und laissez faire hoffen. Die Regierung erweckt nicht den Eindruck, dass sie auf die Stimmung im Lande hören will. Die Stimmung interessiert sie schlichtweg nicht. Das wird noch dadurch auf die Spitze getrieben, dass die Bundeskanzlerin noch nicht einmal interessiert, was unsere Nachbarn denken, auf die wir angewiesen sind.

Die Kriegs-und Umgestaltungsparteien nutzen die Migrationsentwicklung für ihre eigenen Zwecke. Sie wollen ein anderes Land.

Die Migration wird als Waffe gegen unsere Länder und die Bevölkerung benutzt. Die gesellschaftlichen Verluste für den demokratischen Staat werden billigend in Kauf genommen, um andere Gesellschaften zu formen. Dafür spricht alleine schon das Zusammenwirken entsprechender inländischer Parteien und internationale Netzwerke, die sich die Kontrolle über Europa gegen den Willen der örtlichen Bevölkerung auf die Fahnen geschrieben haben. Da trifft es sich gut, wenn man nach Lust und Laune die amerikanischen Kriege mitmachen kann, die Clintons bei ihrer Zerstörung des internationalen Rechts bejubelt und diejenigen in die Ecke zu drängen versucht, die sich ihre Rechte partout nicht nehmen lassen wollen. Noch wählen diese Bürger wie sie wollen. Wenn aber zunehmend mehr als die Hälfte der Bürger nicht mehr zur Wahl geht, dann wird sich eine Regierung nur noch auf den Spitzen der willfährigen Presse-Bajonette aufhalten können. Für eine angebliche Demokratie ist das ein verhängnisvoller Platz.

 

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

16 Kommentare zu: “Uns wird unser Land entzogen

  1. Sehr geehrter Herr Wimmer,

    1. Täuschung der Öffentlichkeit
    Ich stimme in vielen Punkten mit Ihnen überein. Man sollte jedoch auch die Kehrseite der Medaille sehen: Verkürzte Darstellungen sowie Darstellungen, die undifferenziert in Gut und Böse unterteilen, werden vom Volk viel leichter absorbiert als komplexe Sachverhalte. Die mangelnde Bereitschaft sich zu informieren und zu engagieren sind ein Teil des Problems. Und das obwohl die drängenden, gesellschaftlichen Fragen längst ein existenzielles Niveau erreicht haben. Wir werden sie in den kommenden Monaten wieder sehen: die große Anteilnahme am Abstiegskampf in der Bundesliga, die hohen Einschaltquoten in der Endphase der Championsleague und natürlich die große Begeisterung für die EM – bevor es dann in den wohlverdienten Urlaub geht.
    Wer an dieser Stelle auf gesellschaftlichen Wandel durch Massenbewegungen und Mehrheitsbeschlüsse setzt, müßte jetzt zwangsläufig die Frage stellen, wie man die Menschen wach rüttelt, wie man sie zu einer bestimmten Demo bringt oder in eine bestimmte Partei.
    Wer auf die Mobilisierung der Massen verzichtet, muss sich mit der Frage befassen, wie er soviel Einfluss auf die Geschicke der Gesellschaft gewinnt, dass er sie (hoffentlich) im Sinne und zum Vorteil des Volkes bestimmen kann.
    Zu welcher Gruppe gehören Sie und wie würden Sie die jeweilige Frag beantworten, Herr Wimmer?

    2. Massenmigration als Waffe
    Sicherlich können Sie sich mit Ihrer Vita und Ihrer Reputation etwas mehr erlauben als andere, ohne mit dem Brandsiegel des „Verschwörungstheoretikers“ abgestempelt zu werden. Trotzdem glaube ich, dass Ihnen konkrete Angaben zu den Punkten
    – Wer greift an?
    – Welche Motive werden verfolgt?
    gut zu Gesicht stehen würden und letztlich den interessierten Lesern auf dieser Plattform mehr Substanz und Klarheit bieten würden.

    Vielen Dank!

  2. EIne besondere, glaubwürdige Moral-Ästhetik besitzt es ja schon, dass das „Pack“ ausgerechnet von denen gezüchtet und im Stich gelassen wurde, maßgeblich aus denen erwuchs, die „es“ jetzt verteufeln.
    „Pack“ kann ja nur niederste Interessen haben.

    Willkommen in Merkel-Deutschland.
    Willkommen im Land der bis-ins-Mark-Heuchler und -Lügner.

    Brandt sagte „Wir wollen mehr Demokratie wagen.“
    Merkel sagt „Wir müssen mehr Demokratie verhindern!“

    • Diese politische Klasse hat doch gar nicht mehr die Macht, eigene Entscheidungen selber zu treffen. Wer in Wahrheit regiert ist die Wall Street. Und diese Hochfinanz ist das Instrument gewisser Logenbrüder einerseits und andererseits das der Jesuiten. Die brauchen zuerst ein globales Chaos. Damit die Völker einen Grund haben, nach neuer Ordnung zu schreien.Beide sind vereint im Ziel der Abschaffung der Freiheit und der Demokratie. Sie wollen Einheitsdenken und Gleichschaltung aller.
      Wir haben doch heute schon keine Geschichts-wissenschaftliche Betrachtung mehr, sondern wir haben eine Geschichts-politische Betrachtung. Wer die offizielle historische Lesart hinterfragt, handelt gesetzwidrig.

  3. Vertrauensverlust vieler Bürger
    in die gegenwärtige Politik

    Wen wunderts, dass mancher Bürger spricht
    „Meine Stimme, oh Politiker, geb ich Dir nicht.“
    Wen wunderts, dass der Ex-Kunde spricht
    „Mein Geld, oh Zeitung, geb ich dir nicht.
    Und auch eure Buttons klick ich nicht mehr an
    Erspar mir Stress in der Durchblutungsbahn.
    Denn jede Verdrehung, und sei sie noch so klein,
    jede Diffamierung und jedes Unwahrhaftig-Sein
    Das man liest, hört, mitbekommt,
    Wirkt auf den Geist, was ihm nicht frommt.
    Denn gezwungen bin ich – ich bitt‘ das recht zu fassen –
    die Unwahrheit lesend nachzuschaffen.
    Und immer bleibt etwas hängen.
    Es lässt sich nicht alles verdrängen.
    Eurem Herzen, ihr Oberen, stehen wir fern
    Drum habts mich alle herzlich gern.“

  4. Deutschland „unser“ Land?

    War Deutschland überhaupt jemals „unser“ Land, das Land der deutschen Bürger? „Deutschland gehört uns!“ ließ schon Bernt Engelmann in einem seiner Bücher die deutschen Superreichen zu Wort kommen. Und in der Tat genießen Herrschaft und Herrschaftswissen insbesondere auch in Deutschland eine uralte Tradition. Mag sein, daß im Zuge von Revolutionen mal der eine oder andere wohlbetuchte Tyrann zu Tode kam – wirklich im Sinne von nachhaltig verändert wurde dadurch noch nie etwas.

    Es gab schon immer und gibt auch heute zahlreiche Warner und Whistleblower wie Herrn Wimmer, die versuchen, die Leute um sie herum auf aktuelle Mißstände aufmerksam zu machen. Allein die Mühe scheint vergeblich. Man erreicht meist nur die, die sowieso bereits „aufgewacht sind oder schon lange nicht mehr „schlafen“, und das ist leider nur eine kleine Minderheit. Die ganz „normalen“ – im Sinne von der Norm, dem Status Quo verhafteten – Leute winken ab, ignorieren dich oder fangen gar an, dich zu beschimpfen und sich von dir abzuwenden – und die sind leider in der Überzahl. Der Anpassungsdruck ist wohl einfach zu hoch, nicht nur der von außen, sondern ganz besonders auch der von innen, vom inneren Selbst. Denn schon mit dem bloßen Gedanken einer Abwendung vom Mainstream geht bei den allermeisten Menschein eine übergroße Angst einher; der Gedanke ist mit Angst besetzt, würde es ein Psychologe formulieren.

    Ich bin im Gegensatz zu Herrn Wimmer der Auffassung, daß das Land nicht erst “ in den letzten gut fünfzehn Jahren seine demokratische Grundsubstanz weitestgehend verloren“ habe, sondern sie nie wirklich besessen hat. Es gab scheinbar eine Zeit der relativen Ruhe nach den letzten Attentaten der RAF, während der sich die Leute scheinbar weitgehend ungestört ihren persönlichen Angelegenheiten widmen konnten und sich dem Trugschluß hingaben, im der besten aller Demokratien zu leben. Aber diese Ruhe war trügerisch und wurde immer nur von jenen empfunden, die sich gar nicht um Anpassung an die herrschenden gesellschaftlichen Strukturen (Stichwort strukturelle Gewalt) zu bemühen brauchten, weil ihnen dieses Verhalten schon seit ihrer Kindheit in Fleisch und Blut übergegangen war. Wer sich bereits in den 70ern und 80ern abseits vom Mainstream informierte – das ging damals nur über Bücher, es gab noch kein Internet, und die Massenmedien berichteten wie heute auch einseitig und bruchstückhaft –, der wußte schon damals, wie der Hase läuft.

    Weil ich erst 1960 auf die Welt kam, bekam ich davon natürlich nicht viel mit und mußte mir vieles erst anlesen, mich mit Büchern über diese Zeit informieren. Was ich in den letzten 25 Jahren alles über den tatsächlichen Zustand des Landes, in dem ich aufgewachsen bin und noch immer lebe, erfahren habe, ist nicht wirklich besser als das, was man aus sogenannten Krisenländern mitbekommt. Der einzige Unterschied: Hier hält man die Leute mit Wohlstand ruhig. Dadurch haben sie etwas zu verlieren und halten stille. Durch Wohlstand wird der Handlungsdruck vermindert: „So lange es mir noch einigermaßen gut geht, gehe ich nicht auf die Straße und demonstriere, denn ich will ja, daß alles so bleibt, wie’s ist, damit es mir auch weiterhin gut geht.“

    Die deutsche NS-Vergangenheit wurde in weiten Kreisen der Bevölkerung niemals wirklich aufgearbeitet, nicht einmal ansatzweise. In den Menschen wirkt noch immer der autoritäre Charakter, der die Entstehung des Faschismus begünstigt hat und auch heute wieder fördert.

    Das Konzept des autoritären Charakters geht wesentlich auf Erich Fromm zurück, der es am Institut für Sozialforschung unter der Leitung Max Horkheimers in den 1930er-Jahren entwickelte. Unter den Begriff „autoritärer Charakter“ fasst Erich Fromm ein bestimmtes Muster von sozialen Einstellungen bzw. Persönlichkeitseigenschaften, die das Sozialverhalten seiner Auffassung nach negativ prägen, u.a. durch Vorurteile, Konformität, Destruktivität, Autoritarismus, extremen Gehorsam gegenüber Autoritäten, Rassismus und Ethnozentrismus, d.h. Ablehnung des Fremden und fremder Kulturen. Wilhelm Reich hatte 1933 mit seiner „Massenpsychologie des Faschismus“ die erste größere Auseinandersetzung mit dem Faschismus bzw. dem Nationalsozialismus aus psychoanalytisch-gesellschaftskritischer Sicht geliefert. Er behauptet darin einen fundamentalen Zusammenhang zwischen autoritärer Triebunterdrückung und faschistischer Ideologie. Die patriarchalische (Zwangs-)Familie als Keimzelle des Staates schaffe die Charaktere, die sich der repressiven Ordnung, trotz Not und Erniedrigung, unterwerfen.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4rer_Charakter

    Arno Gruen hat diesen autoritären Charakter weiter untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, daß die allermeisten Menschen bereits in ihrer frühesten Kindheit nachhaltig daran gehindert werden, einen eigenen Willen zu entwickeln. Der Wille des Kindes muß auch heute noch aus Sicht der meisten Eltern gebrochen werden, um es zu einem „wertvollen Mitglied der Gesellschaft“ werden zu lassen. Dies geschieht jedoch ganz unmerklich und wird nur sehr selten von Eltern als das empfunden, was es wirklich ist: Eine Verstümmelung der menschlichen Psyche von klein auf. Dadurch, daß bereits die Kleinkinder daran gehindert werden, Vertrauen in die eigene Wahrnehmung zu entwickeln, wodurch überhaupt erst eine eigene Urteilsfähigkeit entstehen kann, bleiben sie ein Leben lang auf die Bestätigung durch Vater- und Mutterfiguren (= Autoritäten) angewiesen und somit folgsam und unterwerfungsbereit.

    Daß dennoch eine lügende, verzerrende Presselandschaft benötigt wird, um die Menschen über tatsächliche Absichten hinwegzutäuschen, ist nicht wirklich einer in weiten Teilen aufgeklärten Bevölkerung geschuldet, die sich ansonsten widersetzen würde. Vielmehr hatte sich die deutsche Bevölkerung bis zum Verrat der SPD (Schröder und Hartz-IV) daran gewöhnt, eine nach und nach humanere Gesellschaft zu „bekommen“ (die meisten hatten an diesen Erfolgen keinen Anteil) und müssen deshalb Stück für Stück wieder auf den Stand zurückgefahren werden, damit man wieder die für Herrschende bestmögliche Gesellschaftsordnung herstellen kann: den Faschismus. Die Psyche der Menschen ist dafür bestens ausgestattet, wie bereits vor Jahrzehnten das Milgram-Experiment gezeigt hat: Auch wenn die Leute von sich glauben, gut und anständig zu sein, würden sie doch, wenn man es ihnen befiehlt, anderen Menschen, die sie nicht kennen und die ihnen nichts angetan haben, Leid und Schmerzen und sogar den Tod zufügen.

    Es gibt schlicht und einfach keine Instanz, an die man sich erfolgreich wenden könnte, wenn man feststellt, daß „unsere“ Politiker – die eigentlich gar keine sind, sondern lediglich geübte Schauspieler, Marionetten an deutlich sichtbaren Fäden – ständig das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland brechen. Da gibt es zwar das Bundesverfassungsgericht hier bei mir direkt um die Ecke, aber die Richter dort sind auch nur Menschen, die letztlich mehr an ihrem Wohlstand als Widerstand gegen herrschende Kräfte interessiert sind. Wenn dort wirklich aufrichtige Richter säßen, würde eine Verfassungsbeschwerde wie die gegen die Hartz-IV-Gesetze, die täglich die menschliche Würde untergraben, oder die Beschwerde gegen die GEZ-Haushaltsgebühr, die einen dazu zwingt, Leistungen zu bezahlen, die man gar nicht in Anspruch nimmt (und wer nicht zahlt, dem läßt man die Luft aus den Autoreifen), oder die Beschwerde gegen den Einsatz der Bundeswehr bei einem Angriffskrieg – man würde solche Dinge vorrangig behandeln und schnellstmöglich dafür sorgen, daß diese Gesetzesbrecher hinter Schloß und Riegel wandern. Stattdessen wird die Bearbeitung solcher Verfassungsbeschwerden hinausgezögert, währenddessen Richter von Politikern ausgewechselt werden können. Da ist es doch kein Wunder, wenn man dann endlich dahinter kommt, daß all diese ganzen Rechtsinstitutionen nur einem Zweck dienen: Den Status Quo aufrecht zu erhalten und die Menschen zu dem Irrglauben zu verleiten, sie würden in einem Rechtsstaat leben. Das ist definitiv nicht der Fall: Wir haben hier keinen Rechtsstaat, nicht bei 7,6 Prozent der Bevölkerung (ca. 4,3 Millionen), die Hartz-IV erhalten und ein jämmerliches Dasein unterhalb der Armutsschwelle führen müssen. Dabei sind wir noch immer besser gestellt als die USA, wo im vergangenen Jahre bereits mehr als 45 Millionen Menschen (das wäre hier mehr als die Hälfte der Bevölkerung) auf Essensmarken angewiesen waren:
    http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/4795467/USWirtschaft_Zwischen-Borsenboom-und-Essensmarken

    Leider gibt es auch keine Institution, die Aufklärung betrreibt über die seelische Verfassung des Großteils der Bevölkerung, eine psychische Deformation, die all diesen Verwerfungen zugrunde liegt, ja sie überhaupt erst ermöglicht, und zwar auf Seiten der Unterdrückten wie auf Seiten der Unterdrücker. Menschen, die sich entweder frei entwickeln durften oder später durch intensive Arbeit an sich zu ihrem eigentlichen Selbst gefunden haben, leiden nämlich wirklich an diesen Zuständen. Die große Masse scheint dagegen kaum oder gar nicht zu leiden. Da wird mit den Schultern gezuckt und die Glotze eingeschaltet. Und diejenigen, die gerade davon profitieren, von jenen, die das Ganze in abgefeimter Weise zu lenken scheinen, indem sie sich geostrategisch betätigen und im Namen ihres Wohlstands weltweit Blutbäder anrichten, diese Leute lachen dich hämisch aus, wenn du ihnen mit Humanismus und Empathie kommst. In weiten Kreisen gilt allein schon das Befassen mit psychischen Zusammenhängen, mit Psychologie, mit der psychischen Entwicklung des Menschen als bäh, als Schwäche oder als sicheres Zeichen einer seelischen Störung.

    Die Nachhaltigkeit gesellschaftlicher Veränderungen durch Revolutionen oder Aufstände oder sonstige aktive Gegenwehr des Teils der Bevölkerung, der ein wenig aufgeweckter ist als der große Rest, bleibt, wie oben bereits erwähnt, mit zuverlässiger Regelmäßigkeit aus. Das liegt genau an diesem einen Umstand, den ich nicht müde werde immer wieder zu thematisieren (da geht’s mir wie Frau Hecht-Galinksi, ich muß das ständig erwähnen): An der verkrüppelten menschlichen Psyche, die dazu führt, ständig nach Ersatzbefriedigungen für unbestimmt wahrgenommene Unzufriedenheiten zu suchen.

    https://kenfm.de/warum-sanders-gewinnen-kann/#comment-87787
    https://kenfm.de/me-myself-and-media-19/#comment-87537

    Arno Gruen’s Werke: http://www.irwish.de/bin/gruen.zip
    Erich Fromm’s Werke: http://www.irwish.de/bin/frommpdf.zip

    • Ich denke das Deutschland “unser“ Land ist…denn jeder hat ob bewusst oder unbewusst seinen Teil dazu beigetragen, das es so werden konnte wie es heute ist.

      V. Klemperer sagt in der LTI das Faschismus sich vom Wort für Volk / Rudel herleitet….der Gedanke also, dass das Volk sich wieder dem Faschismus hingibt halte ich daher für falsch und sogar wünschenswert (bis zu einem gewissem Rahmen)! Ich bin der Ansicht, das der Mensch als soziales Wesen, Autorität brauch um sich selbst in der Masse wohl zufühlen und auch die herrschenden Gesetze annimmt. Ich kenne auch keine Tierart die nicht ihren Nachwuchs erzieht und das Verhalten der Gruppe lehrt.
      Ich sehe da die Verantwortung im Umgang der Eltern mit ihren Kindern, welche nicht wirklich mehr an der Bildung Interessiert sind. Ähnlich wie mit der „Demokratie´´ die wir genießen. Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Wir haben Sie, genießen Sie und sind ihr doch fast überdrüssig… Die Menschen müssen wieder lernen wie wichtig Bildung ist! Jedoch leidet die Masse eben nicht genug.

      Würde Sie es, würde Sie begreifen wie krank Sie ist. Ich finde es auch sehr honorabel das Sie, Herr R. Ihre Umgebung informieren, versuchen aufzuklären. Aber warum sollte man Menschen die einen nicht verstehen wollen, das Geschenk der Erkenntnis bringen, wenn Sie es doch nicht wollen? Vielleicht Altruismus oder Hedonismus an der Sache an sich? Vielleicht erhalte ich irgendwann die Möglichkeit meinen Egoismus gegenüber solchen Menschen (die jammern sich aber nicht weiterentwickeln wollen (die Masse als ganzes) nicht mehr so zu betrachten…

      Danke Herr Wimmer und auch Herrn Rothweiler für den jeweils sehr interessanten Beitrag.

    • Hallo Frank wieder einmal sehr Tiefgründig dein Kommentar. Aber was sollen wir den machen, sollen wir uns alle erhängen weil wir in dieser schreckliche Welt leben? Ist das Leben nicht mehr Lebenswert auch wenn wir gesteuert sind. Bei der Hoffnungslosigkeit die du beschreibst, macht es da überhaupt noch Sinn Leute aufzuklären? Ist Deutschland unser Land? Sind wir nur gesteuerte Individuen von ein paar Elitären? Oder sind es sogar wie Franz Hörmann meint, Außerirdische. Oder sind es Überlieferungen der Hochkulturen von Ägypten oder der Mayas die dem Freimaurertum das Wissen und die Macht geben uns alle zu verklaven ( Erdmann Stefan) ?
      Ich habe Bücher von Gustave le Bon gelesen, z.B. Psychologie der Massen und bin mir vollkommen darüber im klaren wie wir gesteuert werden und was auf der Welt los ist. Aber trotzdem muss man doch versuchen ein Glückliches und zufriedenes Leben auch unter diesen Umständen zu leben. Mir geht es in meinem Freundeskreis,obwohl ich einige schon seit dem Kindergarten kenne, auch so das die meisten sich gar nicht mehr über Politik oder Humanitäre Dinge unterhalten möchten, Aber ich kann diese Leute vollkommen verstehen, sie Leben in ihrer friedlichen, heilen Welt und wollen diese beschützen!!! Sie sind damit auch teilweise weit aus Glücklicher als ich es bin, weil ich mich mit dieser ganzen Thematik beschäftige und sehe was uns in der Zukunft erwachtet. Ich versuche einfach das Bestmögliche aus diesen Umständen unter denen wir nun mal Leben müssen heraus zu ziehen. Versuche mich einzubringen in die Gesellschaft, versuche anderen vor zu Leben das es auch anders geht. Versuche meinen Teil für eine bessere Welt zu leisten und damit muss man dann auch Glücklich sein.
      Bei der Erziehung der Kinder kann ich nur sagen das ich dein Wunschdenken teilen kann, aber Hofnarr hat mit seiner These schon Recht aus meiner Sicht. Ich versuche meine Kinder mit einem Mix aus beiden zu begleiten, aber es ist nun mal auch Fakt das diese sich auch in dieser Gesellschaft zurecht finden müssen und da kommt man an einem gewissen Maß an Autorität und festen Regeln halt nicht vorbei!
      Vielleicht sind die Prophezeiungen von Alois Irlmaier ja richtig oder es kommt zu einer Polarverschiebung so wie andere Meinen und die Menschheit fängt wieder bei einem Minimum an, aber bis dahin müssen wir das beste aus dem Machen was uns als System zur Verfügung steht.

      MFG Rene

    • Zum Ersten: Dieses „unser“ bezüglich der Bundesrepublik als Land, als Nation oder Staat oder Staatsgebiet, ist nicht juristisch gemeint, sondern bildlich gesprochen als Ausdruck eines Gefühls der Zugehörigkeit – wenn dieses „unser“ nicht von deutschen Großkapitalisten ausgesprochen wird, die damit in der Tat genau das meinen: „Meins!! Ich bin hier der Chef! Mir gehört hier alles!“

      Zum Zweiten kann man nicht einfach irgend eine Bedeutung irgend eines Begriffs hernehmen und selbige vollkommen umdrehen, nur weil das irgendwo von irgend jemandem einmal so abgeleitet wurde. Der Faschismusbegriff ist nicht das, wovon er sich angeblich herleitet, sondern steht schlicht für eine antidemokratische, rechtsradikale Bewegung. Seine Entlehnung aus dem italinischen fascismo – das wiederum von fascio (Bund) stammt, das wiederum aus dem lateinischen fascis abgeleitet wurde, das eigentlich „Rutenbündel“ bedeutet, wobei insbesondere das Rutenbündel mit dem Beil, dem symbolischen Zeichen für Herrschergewalt, gemeint ist, das bei öffentlichen Auftritten von den römischen Liktoren den Magistraten als Zeichen der Macht vorangetragen wurde – bedeutet nicht, daß man diesen Begriff einfach einem dieser Entlehnungen gleichstellen könnte. In Italien war „Faschismus“ zunächst eine Eigenbezeichnung von Arbeiterbünden, besonders der Bewegung, die 1922 unter Mussolini an die Macht kam. Die Bezeichung steht in der Tradition sozialrevolutionärer „Bünde“ des 19. Jahrhunderts (z.B. fasci dei lavoratori [Bündel von Arbeitnehmern]). Doch schon vor 1930 wurde diese Bedeutung verallgemeinert, indem Mussolini von einer über Italien hinausgehenden Bedeutung des Faschismus ausging und andererseits die Kommunistische Internationale im Faschismus eine allgemeine Herrschaftsstruktur des Finanzkapitals sah und ihn damit zu einem Feindbild erhob. Später wurde der Faschismus mehrfach mit dem deutschen Nationalsozialismus in Zusammenhang gebracht. Heute wird der Begriff allgemein als Abwertung für politische Gegner verwendet, meist ohne genau zu wissen, was er tatsächlich bedeutet, was sich dahinter alles verbirgt oder gar, wie Faschismus überhaupt entsteht. Von irgend einer Bedeutung im Zusammenhang mit „Rudel“ steht jedenfalls absolut nichts in meinem etymologischen Wörterbuch.

      Zum Dritten habe ich nirgendwo geschrieben, „dass das Volk sich wieder dem Faschismus hingibt“, sondern vielmehr: „In den Menschen wirkt noch immer der autoritäre Charakter, der die Entstehung des Faschismus begünstigt hat und auch heute wieder fördert.“ Mit diesem und den in meinem vorangegangenen Beitrag darauffolgenden Sätzen versuche ich die Aufmerksamkeit des Lesers darauf zu lenken, daß das, was den Faschismus hervorbringt, in uns selbst verborgen liegt, nämlich in unserem unterdrückten Eigensinn, im fremd- und außengesteuerten falschen Selbst des Menschen, das in unserer Kultur gewöhnlich als das wahre Selbst angenommen wird, obwohl es lediglich die Person darstellt: Die Maske, die man sich einst fest hat anschrauben lassen, damit sie nie wieder verrutschen kann und man dahinter die rote, schorfige Haut sieht: https://de.wikipedia.org/wiki/Person#Wortherleitung

      Das Soziale an einem sozialen Wesen wie dem Menschen gründet sich nicht, wie du hier offenbar zu glauben scheinst, auf Autorität, sondern auf Empathie. Wenn Kinder ihre Eltern lieben, braucht es kein „göttliches“ Gebot, das befiehlt, die Eltern zu lieben. Ein entsprechendes Gebot, das die Eltern dazu anhält, ihre Kinder zu lieben, fehlt in diesen Religionen. Eltern mögen ihre Kinder nämlich meist nur dann, wenn sie brav sind, sich also den Vorstellungen der Eltern, wie die Kinder zu sein hätten, vollständig unterwerfen und damit ihr eigenes Selbst verwerfen müssen. Deshalb darf es auch kein Gebot geben, seine Kinder zu lieben, denn das Nichtlieben, das Drohen mit Liebesentzug stellt eine uralte Erziehungstradition dar, und zwar rund um den Globus. Dieser Liebesentzug sorgt letztendlich dafür, daß Menschen, die damit aufwachsen müssen, später folgsame Untertanen sind und bleiben. Wie das vor sich geht, hab ich hier bereits mehrfach gepostet. Genauer kann euch das der Arno Gruen erzählen. Doch weil der nicht mehr lebt, können wir ihn nicht mehr fragen, und deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als in seinen Büchern nachzulesen. Dorst steht das nämlich ausführlich beschrieben.

      Der Autoritätsbegriff hat grundsätzlich zwei Bedeutungen, die im psychischen Bestand der meisten Menschen heute leider weitgehend zu einer einzigen zusammenfallen. In „Autorität“ steckt das Wort „Autor“. Das weist darauf hin, daß es hier nicht ausschließlich um eine gesellschaftliche Position geht, die es einem gestattet, Befehle an andere weiterzugeben und bei Nichtbefolgung Strafen auszusprechen. Man wird durch die Position auf der Hühnerleiter zur Autorität im pervertieren Sinne, im Sinne des autoritären Charakters. Der Begriff „Autor“ kommt aber von „Urheber, Gründer“, was auf einen Menschen verweist, dessen Rat man sucht, weil er sich mit einer Sache auskennt, während die Autorität qua Position eine bedingungslose Unterwerfung verlangt. Ohne die ursprüngliche Autorität kommen wir in der Tat nicht aus, ohne die pervertierte dagegen mit Leichtigkeit.

      Leider muß ich feststellen, daß du mich vollkommen falsch verstanden hast: Es geht weder darum, mehr Bildung zu vermitteln, noch um eine irgendwie durchführbare Abschaffung von Autorität. Autorität um des Befehlens und Gehorchens willen entsteht nur in den sog. autoritären Charakteren, die sich vor allem durch eine ausgeprägte Unterwerfungsbereitschaft auszeichnen: Einerseits dürsten sie danach, andere Menschen zu dominieren, andererseits sind sie aber auch schnell bereit, sich selbst zu unterwerfen, wenn sie einem vermeintlich Stärkeren begegnen. Der autoritäre Charakter ensteht durch die eben angerissenen Erziehungsfehler, die von den meisten durchschnittlichen Eltern weder wahrgenommen noch vermieden werden können, weil sie selbst so erzogen wurden und deshalb selber so sind, daß sie den Willen des Kindes frühestmöglich brechen müssen, um das Kind ertragen zu können.

      Nicht ohne Grund stelle ich Links zu genau den Texten zur Verfügung, die ausführlich beschreiben, worum es hierbei geht. Ich möchte dich bitten, doch mal eine Weile in den Texten von Arno Gruen zu schmökern und zu verweilen, denn ich kann hier nicht den gesamten Text wiedergeben, um es dir zu erklären. Zugegeben: Es ist nicht so leicht zu verstehen wie die Formel 1+1=2, doch wer noch ein wenig empathisch ist, wird früher oder später nachvollziehen können, was wir der nächsten Generation ständig zumuten.

      Noch etwas zum Verstehenwollen: Ich kann nicht wissen, ob ein Mensch grundsätzlich jeglichem Verständnis abgewendet ist und bleibt. Wir als Gesellschaft können es uns aber nicht wirklich leisten, auch nur einen Einzigen in seelisch-geistiger Dunkelheit zu belassen; deshalb kann ich auch nicht beurteilen, wer der Aufklärung würdig sei und wer nicht. Ich käme gar nicht erst auf die Idee, solche Gedanken anzustellen. Wenn man mir zu verstehen gibt, daß meine Ausführungen unerwünscht seien, dann habe ich das zu akzeptieren, weil ich sonst die Leute unnötig belästigen, manche gar bis aufs Blut reizen würde, und das wäre meinem Anliegen nicht gerade dienlich. Es geht hier nicht um Egoismus oder um Altruismus oder Hedonismus (was immer damit auch wann immer genau gemeint sein will), sondern darum, daß ich glaube, etwas Grundlegendes erkannt zu haben (und offenbar nicht der einzige bin) und das meiner Ansicht nach jeder wissen sollte. Nicht mehr und nicht weniger.

    • An Rene, den @Systemgegner

      Die Frage danach, was wir machen sollen, ist meiner Ansicht nach die falsche Frage, denn wir sollen bereits genug in dieser Gesellschaft. Viel wichtiger wäre die Frage, was wir tun können oder ob wir überhaupt etwas tun können. Du sollst nicht töten, du sollst deine Eltern lieben, du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib usw. – hält das irgend jemanden wirklich auf, bewirkt das irgend etwas? Nicht wirklich, und wenn, dann nur durch Unterdrückung und Zwang. „Sollen“ ist immer ein Gebot, ein Befehl. Gebote sind im Grunde aber nichts anderes als Drohungen: Tu das so und so, oder du wirst bestraft.

      Mir ist nicht wirklich klar, wo du in meinem Beitrag Hoffnungslosigkeit erfährst. Im Gegenteil hat mich die Erkenntnis, daß das, was die Menschen heute darstellen, eben nicht das wirkliche Wesen des Menschen ist, sondern ein falsches, aufgesetztes, ein aufgepfropftes, aufgezwungenes pervertiertes Wesen. In Wirklichkeit sind wir gar nicht so, sondern werden lediglich entsprechend domestiziert, sozialisiert, abgerichtet. Diese Abrichtung können wir aber durchbrechen. Mir hat es sehr geholfen, mich von allen Zerstreuungen abzuwenden und meine freie Zeit hauptsächlich dem Erkenntnisgewinn – vor allem aus Büchern – zu widmen. Ich kann nicht sagen, ob ich vorher glücklicher oder unglücklicher war. Für mich stellen Glücklich oder Unglücklichsein keine dauerhaften Grundzustände dar, wie das für manche offenbar der Fall zu sein scheint. Ich bin mal glücklich, ein andermal unglücklich. Meine Empfindungen und Gefühle sind mir inzwischen wichter geworden als meine Rationalität, weshalb ich sehr darauf achte, sie nicht zu verfälschen, egal wie angenehm oder unangenehm sie sind. Der menschliche Gefühlsapparat stellt in Wirklichkeit einen „Apparat“ dar, mit dem wir beurteilen. Wir prüfen, ob uns eine Sache „schmeckt“, ob wir jemanden „riechen“ können, wie sich eine Sache anfühlt. Erst dadurch kommen wir zu einer sinnvollen Beurteilung, zu echtem Gewahrwerden. Die rationalen Erkenntnisse sind dagegen abstrakt, haben weder Geruch noch Geschmack, sondern sind im Grunde Formeln, also Sprache, und dienen der Kommunikation. Wie steil oder luftig der Weg ist, kann man auf der Landkarte nicht erkennen. Die Speisekarte kann man nicht essen.

      Seit ich also weiß, daß der Mensch gar nicht so ist, wie er heute geworden scheint, seit ich von psychoanalytischen Erkenntnissen und Forschungen gelesen habe, hoffe ich wieder. Das was du da beschreibst, das Zurückziehen ins kleine private Glück, ist Resultat des reduzierten Bewußtseins, der abgespaltenen Selbstanteile. Offenbar hast du nicht wirklich verstanden, was ich damit meine, wenn ich schreibe, daß wir bereits in frühester Kindheit gewisse Reflexe eingeimpft bekommen, damit wir zu folgsamen und unterwürfigen Untertanen heranwachsen. Das hat nichts mit Wunschdenken zu tun oder mit einer Forderung an dich, deine Kinder anders zu erziehen. Ich hab keine Ahnung, wie du mit deinen Kindern umgehst, ja ich wußte bis eben nicht einmal, daß du überhaupt welche hast. Wie also könnte ich deine Erziehungsmethoden kritisieren wollen?

      Nein, es geht mir darum, daß wir uns selbst hinterfragen. Du kannst deine Kinder nur so erziehen, wie du bist. Niemand kann über seinen Schatten springen. Aber man kann an sich selbst arbeiten, und dazu gehört auch die Bereitschaft, Unglücklichsein zu riskieren. In unserer Gesellschaft werden dagegen Schmerz und Tod weitgehend ausgeklammert. Wir lernen erst gar nicht, damit umzugehen, auch nicht mit dem Altern, mit dem Dahinschwinden der Spannkraft, des guten Aussehens usw.

      Was mir an deinem Beitrag am heftigsten ins Auge gestochen hat: „Aber trotzdem muss man doch versuchen ein Glückliches und zufriedenes Leben auch unter diesen Umständen zu leben.“ Wieso muß man das? Wo siehst du einen Zwang zum Glücklichsein? Wo steht geschrieben, was ein glückliches und zufriedenes Leben ist und daß ich es zu führen habe? Kein Mensch kann ein durch und durch glückliches Leben führen. Das liegt schon in der Natur der Sache. Glücklichsein ist ein subjektives Empfinden, ist die Abwesenheit von Schmerz, die Überflutung mit gewissen körpereigenen Drogen.

      In dem Moment, wo dein Wohlstand daraus resultiert, daß andere leiden müssen, kannst du da wirklich noch glücklich und zufrieden sein?

    • @Hofnarr

      Soweit ich weiß stammt der Begriff Faschismus vom Italienischen Wort fascio = Bündel oder Rutenbündel (lateinisch: fasces) ab.

      Gute ausführliche Erklärung hier:

      Definition Begriff Faschismus
      Die Rutenbündel mit Beil, im alten Rom von den Liktoren (Staatsdiener, eine Art Polizei, meist Libertini = freigelassene Sklaven, die Bürger minderen Rechts wurden) vor den obersten Beamten voran getragen wurden, als Zeichen ihrer Gewalt, Gesetzesverletzer an Leib (Ruten) und Leben (Beil) zu strafen.

      http://www.bernd-schubert.de/nachgedacht/faschismus.html

      Hier ist die Flagge von Mussolini (mit Rutenbündel) abgebildet (weiter unten):

      Italien
      http://www.flaggenlexikon.de/fital.htm

    • @ Rothweiler
      Hallo Frank, vielen Dank für deine Antwort!
      Ich habe schon viele Kommentare von dir gelesen und dir auch zu dem ein oder anderen etwas geschrieben. Ich selber bin kein so großer Schreiber wie du es bist oder auch andere hier im Forum, weil es mir oftmals auch schwer fällt, meine Gedanken in Worte zu fassen. Ich finde viele deiner Gedankengänge, Überlegungen und Schlussfolgerungen die du daraus ziehst sehr gut und auch wichtig das du diese mit den Usern hier Teilst. Doch habe ich manchmal das Gefühl das du zwar den Richtigen Weg für dich gefunden hast, dann aber wieder sehr aufgewühlt und teilweise bedrückend schreibst. Aber wahrscheinlich interpretiere ich einige Dinge einfach falsch! Du Analysierst hier im Forum sehr viele Beiträge, aber ich habe noch nie etwas von dir gelesen was du selber machst um die Welt ein stückweit besser zu machen. Wo bringst du dich ein, was Räts du anderen Usern was sie machen können.
      Ich selber Versuche mitlehrweile (nachdem ich den Status der Ohnmacht nach dem Erwachen hinter mir gebracht habe) sehr viel Positiver an die ganze Thematik heran zu gehen. Indem ich zunächst einmal mich selbst hinterfragt habe. Was brauche ich wirklich um Glücklich zu sein, was kann ich an meinen Leben, meinem Umfeld ändern. Was kann ich selber tun um die Welt ein Stückweit besser zu machen. Ja, da ist es wieder das Wort Glücklich! Glücklich und zufrieden sein stellt sich für mich von ganz alleine ein, wenn man mit sich selbst im reinen ist. Tod und Schmerz gehören da natürlich genau so dazu, wie auch die Zwänge die man verspürt weil man ja trotz allem ein Teil dieses Systems ist. Zur Erziehung meiner Kinder habe ich nur aus meinen eigenen Erfahrungen schreiben wollen das ich die ersten Jahre, vor meinen Bewusstwerdens was ich da eigentlich mache, meine Kinder nach der Autoritären Methode ERZOGEN habe und dann mehr in das Begleiten der Kinder über gegangen bin. Das heißt für mich im Kollektiv Entscheidungen treffen, Selbstständigkeit Förden, eigene Meinungen und Willen der Kinder zulassen. Auch wenn das bedeutet das Sie jetzt auch öfter mal schlechte Erfahrungen sammeln. Nur leider würde ich noch viel mehr in Richtung Rüdiger Lenz gehen, nur müssen sich die Kinder auch in diesem jetzt bestehenden System zu Recht finden können.
      Wo wir bei Wohlstand sind! ja ich kann Glücklich und im Reinen mit mir selber sein denn ich kann nicht die ganze Welt verändern. Ich habe hier auch schon etwas über Permakultur also selbst Anbau geschrieben, eigenes verantwortliches Konsum verhalten, Regionale Produkte usw. Ich tue die Dinge die ich für mein Empfinden selber machen kann.
      Ich denke deine und meine Ansichten sind gar nicht so unterschiedlich nur das du vielleicht schon etwas weiter bist oder manche Dinge einfach aus einer anderen Perspektive siehst. Viel zu Lesen und zu Wissen ist die eine Sache, aber seinen eigenen Weg zu finden wieder etwas ganz anderes. Ich für mein Teil versuche mich jetzt etwas mehr mit der Meditation aus einander zu setzen um noch mehr innere Einkehr und Bewusstsein über mich und im Einklang der Natur zu finden.
      Ich hoffe du verstehst meine Sicht der Dinge jetzt ein wenig besser. Ich freue mich auf jeden Fall wieder über deinen nächsten Kommentar, weil es dort für mich wieder neue Erkenntnisse und Sichtweisen zu entdecken gibt.
      MFG Rene

  5. Ich teile größtenteils Herrn Wimmers Einschätzung, dass die EU mittels Migrationswaffe destabilisiert werden soll. Aber die undifferenzierte Verteidigung der größtenteils xenophoben und rassistischen PEGIDA und AfD-Anhänger finde ich dann doch etwas befremdlich. Die wollen schlicht und einfach keine Ausländer. Punkt.

  6. Sehr geehrter Herr Wimmer,

    vielen Dank für Ihre jetzt schon seit einigen Jahren durch Artikel und Interviews durgeführte Aufklärungsarbeit. Das gerade Sie als CDU Politiker versuchen den Menschen immer wieder die Augen zu öffnen und sich für die Rechte des Volkes einsetzen schätze ich sehr. Auch wenn ich es nicht ganz verstehen kann wie man dann trotzdem noch Mitglied dieser Partei sein kann. Ich sehe es auch schon seit Jahren mit argwöhnen wie die Bevölkerung das Vertrauen in die Regierung verliert und sich Politische Interessenlosigkeit breit macht. Wenn man dann noch sieht das es Weltweit Menschen gibt die verhaftet, gefoltert oder gar dafür sterben weil sie sich für Demokratie und freie Wahlen einsetzen, dann kommt mir das Grauen. Wenn diese Menschen wüssten wie in unseren so genannten freien Ländern die Demokratie mit Füßen getreten wird!!! Diese Menschen kämpfen für freie Wahlen und bei uns geht keiner mehr hin weil Sie leider keinen Sinn mehr darin sehen bei dieser Parteienlandschaft. Aber ist das nicht verständlich! Ich selber war von Hause aus jahrelang SPD Anhänger bis ich bei der Schröder Regierung gemerkt habe, das ich diese Partei nicht mehr unterstützen kann und möchte. Dann bin ich mehr ins linke Lager gewechselt da ich mit den Grünen und dem schon lachhaften Wandel von Joschka Fischer und der Grünenpolitik auch nichts mehr anfangen konnte. Bei den Linken sah ich dann ein paar Ansätze die ich auch vertreten konnte, doch leider ist ihr Politikwandel auch schon vollzogen! Also was bleibt mir noch als politisch interessierter Bürger dieses Landes? Sie haben Recht bei Ihren Befürchtungen zu der geringen Wahlbeteiligung, aber nennen Sie mir eine Partei in Deutschland die mir nicht täglich ins Gesicht lügt, die meine Interessen als Bürger vertritt und meine Rechte als freier Bürger schützt!!!

    MFG Rene

    • Es gibt heutzutage keine einzige wählbare Alternative. Das sind alles kapitalistische Einheitsparteien. Wahlboykott.
      Mein Tipp: Geh auf YouTube und gib den Begriff „Sozialistische Gruppe“ ein, vielleicht findest Du da Antworten.
      Oder besuche mal die Website http://www.wsws.org. Sehr lesenswert.
      mfg Norbert

    • Hallo Nobert, danke für den Tipp. Mir sind diese Dinge leider bewusst. Meine Frage an Herr Wimmer, „Also was bleibt mir noch als politisch interessierter Bürger dieses Landes?“ war nicht als Frage an sich gemeint. Ich kenne die Antwort ja leider selber. Ich würde mir nur Wünschen das es Anders wäre!!!

      MFG Rene

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