Unser Problem ist nicht die Krise, es ist das Gefühl der Machtlosigkeit

Von Dirk C. Fleck.

Haltet die Welt bitte kurz an, ihr Mächte. Danke. Jetzt ist kurzfristig Ruhe im Karton. Herrlich. Lasst uns den Stillstand nutzen, lasst uns in Ruhe darüber nachdenken, was wir noch zur Verfügung haben, bevor der Rest auch noch den Bach runter geht. Denn Fakt ist, dass die Schöpfung von uns in jeder Sekunde geschreddert wird. Gnadenlos, gefühllos, sinnlos. 

Wer von euch kennt die Steigerung von tot? Niemand? Ich sag`s euch: AUSGESTORBEN! Ausgestorben im Anthropozän. Im vom Menschen gemachten Zeitalter, für das es in der Erdgeschichte keine Entsprechung gibt. In dem das Artensterben zum Alltag gehört. In dem sogar das Licht verschmutzt ist. In dem die Verdrängung der Natur das oberste Ziel der Menschheit zu sein scheint.

Also, was haben wir noch zur Verfügung? Setzten wir einen Preis für die Dienstleistungen der Natur am Menschen an, so wäre er heute trotz aller bisher gezeigten Zerstörungswut nach wie vor beträchtlich. Noch immer liefert die Natur uns jährlich einen Nutzen von 33 Billionen Dollar. In Form von Früchten, in Form von Wasser und in Form einer „CO2“-Wäsche, die von den Pflanzen vorgenommen wird.  Nach Schätzungen der Wissenschaftler Paul Hawken und Frederic Vester betrug der natürliche Kapitalstock einst 400 bis 500 Billionen Dollar. Aber noch immer stehen jedem Menschen auf der Welt pro Jahr 50 000 Dollar vom natürlichen Kapital zur Verfügung. Wenn wir nicht wollen, dass die Meere und Wälder ihre globalen Dienstleistungen, die bis jetzt jedem Menschen zugute kamen, demnächst für immer einstellen, müssen wir endlich lernen, dass es allemal besser ist, mit der Natur, als gegen sie zu leben. 

So einleuchtend das ist und so sehr Millionen von Menschen die Mechanismen des kapitalistischen Giersystems, unter dem sie extrem zu leiden haben, inzwischen durchschaut haben, so unmöglich scheint sich diese Forderung in der Praxis durchsetzen zu lassen. Die Begründung ist erschreckend: der globalen Finanzelite ist es nämlich einfach zu teuer, die Erde zu retten. Lasst mich an dieser Stelle Abraham Lincoln zitieren, den 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Er regierte von 1861 bis 1865, bis er am Karfreitag desselben Jahres im Ford`s Theatre in Washington D.C. einem Attentat zum Opfer fiel.

„Die Macht des Geldes,“ so Lincoln, „ist despotischer als eine Monarchie, unverschämter als eine Autokratie und egoistischer als eine Bürokratie. Sie verleumdet all jene als Volksfeinde, die ihre Methode in Frage stellen und Licht auf ihre Verbrechen werfen. Eine Zeit der Korruption an höchsten Stellen wird folgen und die Geldmacht des Landes wird danach streben, ihre Herrschaft zu verlängern, bis der Reichtum in den Händen von wenigen angehäuft und die Republik vernichtet ist“.

Ein weiser Mann. Lincoln wusste sehr früh, dass die Wallstreet die Mainstreet übernehmen würde. Aber nicht nur Republiken werden vernichtet, der ganze Planet steht zur Disposition, ohne dass den verantwortlichen Eliten auch nur ein Hauch von Schamesröte in die Gesichter steigen würde. „Die Natur ist ein unendlich geteilter Gott,“ hat Friedrich Schiller gesagt. Wer diese Worte verinnerlicht und infolgedessen Respekt und Ehrfurcht vor dem Mysterium der Schöpfung entwickelt, kann angesichts unserer Barbarei die Wut und Verzweiflung, die in ihm brennt, nur noch schwer zügeln. Ich jedenfalls kann es nicht mehr. Dabei war ich vor nicht allzu langer Zeit noch voller Hoffnung, ja geradezu euphorisch, was die Lösungen betrifft, die uns aus der Krise führen könnten. Sie liegen praktisch auf der Straße, werden jedoch von den Kapitalinteressen brutal ausgebremst. Inzwischen muss ich darauf achten, dass ich den Menschen in meinem Umkreis nicht jegliche Hoffnung nehme. Aber welche Hoffnung ist gemeint? Die Hoffnung, dass es immer so weiter gehen möge wie bisher? Keine Angst, das wird es wohl.

Seit hundertfünfzig Jahren, seit Beginn der Industrialisierung, stellen sich couragierte Männer und Frauen dem Wahnsinn entgegen. Ich nenne diese Menschen Mahnwesen. Sie wussten und wissen, dass der von den Menschen eingeleitete Ökozid irgendwann an den Nerv allen Lebens geht. Ihnen blieb und bleibt keine andere Wahl, als radikal Position zu beziehen, was in der manipulierten und narkotisierten Gesellschaft, die wir heute vorfinden, mit hohen Risiken für Leib und Leben verbunden ist. Aber wer einmal die ungeheuerliche Tatsache erkannt hat, dass unser von Gier gesteuertes Wirtschaftssystem die Schraube bis zum Anschlag drehen wird, für den gibt es kein Zurück, auch wenn den meisten klar ist, dass sie in ihrer Verzweiflung lediglich als Rufer in der Wüste agieren.

Wie ist es möglich, dass alle zerstörerischen Handlungen, die wir erleben müssen, von den Machteliten und deren Medien als kreative Taten gefeiert werden? Die Bombardierung anderer Länder, der Bau von Staudämmen, das Versprühen von Insektiziden, die Erschaffung genmanipulierter Organismen – dies alles wird als notwendig, fortschrittlich und kreativ empfunden. Wir begreifen Gesundheit als Leistung der pharmazeutischen Industrie, wir verstehen soziale Sicherheit als etwas, was Polizei und Justiz herstellen. So ist es auf fast allen Gebieten: wir glauben ausschließlich an ordnungspolitische oder technische Lösungen – wir vertrauen uns selbst nicht mehr. Und damit begeben wir uns widerstandslos in die Hände derer, die den Untergang kurzfristig so gewinnbringend betreiben.

Wie geht man nun mit der Tatsache um, dass man einer Spezies angehört, die sich blind in den kollektiven Untergang wühlt und dabei alles andere Leben aus dem Gleichgewicht reißt, ohne dass man auch nur die geringste Möglichkeit hätte, dieser verheerenden Entwicklung entgegen zu wirken? Jahrzehntelang haben wir uns in unserer Ohnmacht mit immer neuen Parolen rüsten müssen: Rettet die Nordsee, rettet das Nashorn und das Klima, rettet den Regenwald, rettet den, die, das. Das Ergebnis? RETTE SICH WER KANN!

Das Erstaunliche ist,  dass es nicht die Herausforderungen sind, die uns ohnmächtig werden lassen, sondern das verbreitete Gefühl, nicht an der praktischen Umsetzung von Lösungsansätzen teilnehmen zu können. Das Problem ist nicht die Krise! Das wirkliche Problem ist das Gefühl der Machtlosigkeit, dieser Eindruck, mit gebundenen Händen dazustehen und nichts anderes tun zu können. 

Wie schafft man es nun, angesichts der permanent sich verschlimmernden Zustände nicht verrückt zu werden? Der US-amerikanische Umweltaktivist und Autor Derrick Jensen („Endgame“) bringt es auf den Punkt: „Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass unsere Zivilisation nur Wälder kahl schlägt. Sie tut dasselbe mit unserer Psyche. Es wäre verfehlt zu glauben, dass sie nur Flüsse mit Dämmen verbaut. Sie errichtet auch in uns Dämme. Es wäre verfehlt, dass sie nur in den Meeren tote Zonen erzeugt. Sie schafft tote Zonen in unseren Herzen und in unseren Köpfen. Es wäre verfehlt zu glauben, sie würde nur Habitate zerstückeln. Auch wir werden zerstückelt, zertrennt, zerfetzt, zerrissen und zermalmt“.

Ich kann diese Worte sehr gut nachvollziehen. Noch diese Woche werde ich ein etwa siebzig Seiten langes Traktat beginnen, mit dem ich eines Menschen gedenken möchte, der seit 35 Jahren vehement und mit Leidenschaft für eine sozio-ökologische Wende kämpft. Es handelt sich um Eric Bihl, den Gründer und Vorsitzenden des Equilibrismus e.V. (www.equilibrismus.org). Das Sachbuch „Equilibrismus – Neue Konzepte statt Reformen für eine Welt im Gleichgewicht“, zeigt genügend Alternativem auf, mit der sich unsere Gesellschaft auf alle Feldern von Grund auf verändern könnte. Unterstützt wurde und wird der Verein von Persönlichkeiten wie Sir Peter Ustinov, Lord Yehudi Menuhin, Thor Heyerdahl, Dennis Meadows, Hermann Scheer, Daniel Goeudevert, Jean Ziegler und vielen anderen. Eric Bihl steht nach allen gemachten Erfahrungen kurz davor, den Kampf aufzugeben. Wie würde Tulcholsky sagen? „Und wieder einer, wieder einer.“

Ich werde in diesem Buch mit dem Titel „Dumm gelaufen …“ über die Langzeitfolgen und das Kurzzeitgedächtnis sprechen. Ich werde einen Blick zurück auf die kurzen Zeiten des Friedens, auf humanistische Ideale und auf alles, wozu Menschen sich hätten entwickeln können werfen. Vielleicht liest sich der Text wie ein vorgezogenes Tribunal, das jedoch niemanden schuldig spricht, da wir doch alle in unseren kleinen individuellen Geschichten verstrickt sind und gar nicht über die geistigen und seelischen Voraussetzungen verfügen, um die unfassbare Endzeit der Hochzivilisation in unser bescheidenes Weltbild einordnen zu können. Im Unterbewusstsein macht unsere Psyche nämlich dicht. Auch eine Art der Rettung … Letztlich werde ich den Mitläufern, die sich in grandioser Unkenntnis auf dem Marsch in die Katastrophe befinden, Absolution erteilen. Ihr seht schon, zu mehr als einem ohnmächtigen Statement werde ich wohl nicht in der Lage sein.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis: Martina Badini / Shutterstock 

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19 Kommentare zu: “Unser Problem ist nicht die Krise, es ist das Gefühl der Machtlosigkeit

  1. 102 Wissenschaftler des IRISH CLIMATE SCIENCE FORUM veröffentlichten eine Arbeit über den Klimawandel.Resultat: Verglichen mit dem vergangenen Jahrtausend ist nichts aussergewöhnlich. Die Schwankungen sind üblich. In unseren Medien m, auch den (meisten) sogenannten alternativen Medien wird das nie zu lesen sein.

    • Das ist wohl das Thema, wo wir uns nicht einig werden, macht aber überhaupt nichts. Weder möchte ich irgendjemanden zu irgendwas bekehren noch überzeugen, vielmehr möchte ich das jeder Mensch so selbstbestimmt wie möglich lebt und hoffentlich sein Bewusstsein erweitert (Ich mag auch Danielle Ganser‘s „Das Leben ist heilig!“). Weil wir uns gerade ganz gut verstanden hatten, hier nur ein Verweis, dem ich Glauben schenke: https://www.theologe.de/evangelischer-kirchentag.htm#Kirche_und_Klimakatastrophe
      Nichts für ungut, brauchst Du Dir auch nicht „anzutun“.
      Übrigens den NWO-Plan der „Eliten“ mit den vielen Bestandteilen (Genmanipulation, Klonen, Geo-Engineering (Schaffung einer künstlichen Atmosphäre), Künstliche Intelligenz, 5G, Transhumanismus H+, …) sehe ich genau so. Ich glaube halt, dass sich die (Christus-) Offenbarung des Johannes in unserer Zeit erfüllt und das es so kommt: „Siehe ich mache alles neu, einen neuen Himmel und eine neuer Erde (und einen neuen Menschen) , in denen Frieden wohnen und Gerechtigkeit herrschen“. Der Widersacher (Du nennst ihn Teufel) ist nicht kreativ (hat immer versucht die Wahrheit der Himmel für seine Zwecke zu vereinnahmen und zu verfälschen, respektive umzupolen und herunterzutransformieren) und versucht ebenso mit seinen unzulänglichen Mitteln (NWO-Plan) seinen Stützpunkt zu konservieren, was aber scheitern wird.

    • Nun ja mein Lieber. Ich halte mich da an physikalische Gesetze, an die gesamte Literatur der letzten 100 Jahre (Geologie, Astronomie, usw. usw.)
      Aber die Fakten werden für sich selbst sprechen. Daher erspare ich mir hier weiter auf das Thema einzugehen.
      Bei der Sache mit dem Teufel dürftest Du richtig liegen. Das wird auch so in alten "Mythen", ALLEN großen Religionen und 35 anderen kleineren Religionen, den gnostischen Schriften etc. so beschrieben (das ist auch das, was David Icke mit den Reptiloiden meint). Insbesondere, daß der Teufel nicht kreativ ist, sondern nur verfälschen kann – siehe Klimawandelwahnsinn 😉
      Der Teufel ist aber keine Person im eigentlichen Sinne, genauso wie Gott keine Person ist. Es wird auch kein Jesus wieder erscheinen (wenn doch ist es ein Hologramm, erzeugt vom milit. ind. Komplex-Project Blue Beam genannt).
      Ich kann Dir ein gutes Buch zu dem Thema empfehlen: Die Urfeld Forschungen von David Wilcock.
      Ein fantastisches Buch und Bestseller. Mit tausenden von wissenschaftlichen Quellen (übrigens auch zum Klimawandel-der im gesamten Sonnensystem stattfindet), die nicht nur alte Mythen wissenschaftlich bestätigen, sondern tief in Quantenphysik und bisher nicht veröffentlichte wissenschaftl. Forschungen geht.
      Lohnt sich wirklich.
      Bis bald.
      Gruß

  2. Matrix, Welt am Draht, Castaneda, „Die Hypostase der Archonten“(Koptisch-Gnostische Schriften: Nag-Hammadi-Codex II,4), z.B. in „Metamorphose der Menschheit“ von Dieter Broers, Maya (Advaita-Vedanta, Hindusimus), „Der dämonische Zahlencode“ in „Durch Selbstschulung zur Bewusstseinserweiterung“ (Urchristliche Neu-Offenbarung), … beschreiben jeweils aus ihrem Bewusstsein das gleiche Phänomen. Dieses überhaupt zu erkennen bzw. nichtsdestotrotz Hoffnung und Perspektiven zu entwickeln setzt ein spirituelles Weltbild voraus (was im zu Ende gehenden „Zeitalter des Materialismus“ nicht immer gegeben ist).
    Ich persönlich teile die angedeutete Auffassung von Herrn Fleck (und auch die Analyse von Herrn Mies in „Planetarer Supergau“), das der Homo sapiens sapiens in spätestens zwei bis drei Generationen seinem (selbstverschuldeten) Aussterben entgegengeht (Erst sterben Natur und Tiere , dann der Verusacher, der Mensch), da er global gespochen nicht gelernt hat mit und für seine Mitgeschöpfe zu sein (und das Weltenkarma, das aus allen ungesühnten Verbrechen aller Menschen aller Zeiten besteht nun zur Ernte kommt; Was der Mensch sät wird er auch ernten).
    Zu „RETTE SICH WER KANN!“: Im Äußeren lässt sich nichts mehr retten, diese Welt wird untergehen (wir sind ca. bei OFFENBARUNG 13); zu retten ist allein die Seele: „Rettet eure Seelen, bevor diese Welt vergeht! (Christus)“.

    • Die Hinweise auf NagHamadi, Castaneda, Broers, usw. verstehen die Leser dieses Portals genausowenig wie der größte Teil der Menschheit. Warum ist zB Dieter Broers noch nie von KenFM interviewt worden? Oder David Icke?
      Trotzdem Dank für Deine Mühe. Wenn auch nur einer es versteht hat es sich schon gelohnt.
      Leider verstehen die Massen auch nicht, daß die Geschichten zum Klimawandel Lügen sind und von den „Eliten“ erdacht wurden um ihre eine Welt Regierung (Diktatur) zu manifestieren(5G, Smart-Geräte sind auch Teil davon).
      Viele haben sogar le Bon und Bernays gelesen, merken aber trotzdem nicht, daß sie genau wie in den Büchern beschrieben, gelenkt und so freiwillig zur Schlachtbank geführt werden. Sie merken nicht daß sie mit (unbegründeter) Angst gelenkt werden. Sie wollen nicht wahrhaben, daß es Menschen gibt, die so bösartig sind, den Großteil der Menschheit zu ihrem eigenen Vorteil zu opfern.
      Die Indoktrination und Gehirnwäsche durch Bildung, Medien, Politik der letzten ca 150 Jahre ist so mächtig, daß es einen Zusammenbruch benötigt, damit sie die Täuschung erkennen. Ich freue mich drauf( so wie Broers), denn der Bewußtseinssprung wird dadurch immens sein.
      Der größte Trick des Teufels war, die Menschen zu überzeugen, daß es ihn nicht gäbe.
      Und der Teufel kommt immer! mit einem Lächeln!

    • Hi Wissenschaft, danke für die Rückmeldung! Ich freue mich sehr auf das goldene Zeitalter danach und versuche natürlich auch entsprechend dazu beizutragen. Es wäre schön, wenn Dieter Broers mal von KenFM interviewt wird (auch gegen David Icke hätte ich nichts einzuwenden), vielleicht kommt das ja noch. Ansonsten könnte es doch etwas mit dem jeweilig vertretenen Weltbild zu tuen haben. Obwohl wir uns wahrscheinlich auch nicht in allem einig werden, stimme ich besonders Deinen letzten beiden Absätzen uneingeschränkt zu. Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag und alles Gute!

    • Hallo apocalypsenow. Broers oder gar Icke werden auf KenFM nie passieren. Besonders Icke ist denen zu nah an der Wahrheit dran.
      Dir auch noch einen schönen Sonntag.

  3. "Ihr seht schon, zu mehr als einem ohnmächtigen Statement werde ich wohl nicht in der Lage sein." – Wär schön, Dirk C. Fleck, wenn doch – auf gewandelte Weise !
    Ließe sich nicht auch sogenannt ´Ohnmächtiges´ als jener Beweggrund denken, der uns sehen lehren könnte, dass wir noch jedesmal falsch liegen, wenn wir uns in Rettungs-Mantren verheddern ?

    Das Leben in seiner ganzen wunderbaren Fülle gelangt schließlich nur in die Existenz vermittels eines unablässigen "Stirb und Werde", wie Goethe es einst als "Selige Sehnsucht" menschlichen Gastseins auf dieser Erde bezeichnete. . .

    Beides unterliegt bewusst steuernder Gestaltungskraft meistenteils allenfalls illusionär.

    Es vollzieht sich dort zur Gunst und Freude Beteiligter, wo diese fallweise ein ersehntes wie ein ganz unverhofftes Miteinander-Schwingen erfahren und zwischen einander wachsen zu lassen lernen, indem sie ein Gespür dafür entwickeln, wie es beibehaltend auszuloten wäre und: wie sich jeweils beherzt bis dahin nicht geahnte neue Harmonien bilden ließen . . .

    Und es findet noch jedesmal seine mehr oder minder schmerzlichen Enden, mal kleinteilig, mal fürchterlich großräumig. . .

    Wer will, dass etwas sei – also unendliches Vierlerei in unendlich vielen sich mal treffenden, mal zerstreuenden bzw. einander bedrängenden Rhythmen und Erfahrungshorizonten – . . .
    . . . wer also – ein nicht anders als so sein könnendes – Etwas will und nicht vielmehr nichts : der hat zu begreifen, dass es in und zwischen diesem vielfältgen Etwas keine Hand geben k a n n , nicht einmal eine als allmächtig-göttlich herbei-erhoffte, für die die alles umstürzende Möglichkeit existierte, diesem Etwas eine dauerhafte Schwingungs-Harmonie zu verleihen . . . – es sei denn den Umsturz ins ´Nicht-Etwas´, was immer das wäre . . . ! !

    Von so etwas wie einem Einstellungs-Tool zu träumen, das fehlende Harmonien via machtgeballtem Zentral- oder quasi allmächtigem Außenimpuls erzwänge, v e r s c h r ä g t unser Träumen immer wieder zutiefst:
    Unser aller Lebendigkeit hängt a u c h an unserem Sterben-Müssen, ja -Dürfen.

    Dauer und Qualität dieser Lebendigkeit liegen in den Stücken von Zusammen und Auseinander aller Einzelschwingungen, zu denen ein/e jede/r von uns findet.
    Ob und wieweit wir einander dabei finden oder längerfristig in einem Maße verfehlen, dass wir zu keinen gedeihlichen neuen Klang-& Meldogie-Bandbreiten gelangen, liegt an unserem Gespür für uns selbst wie füreinander.
    Da lässt sich weder etwas einfordern noch erzwingen.
    Teilen wir einfach unseren Einfallsreichtum, loten wir aus, was wir uns und einander gewinnen, wenn wir mit diesem oder jenem unserer Einfälle zu operieren beginnen – finden wir ins Gespräch und in Verständigungen, aber entschieden jeseits hybrider ´Rettungs-Mantren´!

    Leben wir mit wem immer es gelingt, was uns jeweils ausmacht – austauschfreudig und entwurfsfreudig – und einverständig damit, dass ´Weltrettung´ ebensowenig wie ´Welt-Untergang´ je im Benehmen sich noch so machtvoll gruppierender Existenzen liegen wird – – –

    – das ´Stirb´ mögen sie sich vermeintlich mehr oder minder erfolgreich auf die Fahnen schreiben und mit herbeiführen …

    – das begleitende wie anschließende ´Werde´ erwächst hingegen aus Wirkgefügen, deren Autopoiesis von keinem Menschenhirn, keinem noch so hochgetrimmten Cyberwesen oder gar von ´künstlicher Intelligenz je wird erfasst werden können …, denn all das wird immer ein so oder so ausdifferenziertes Etwas sein und nicht das allmächtig-unvorstellbar statisch alles in sich umschließende Nichts im ´Kokon´. . . ! !

    Kein ´Stirb´, das keines Hinterhertrauerns ´wert´ wäre und dessen sich immer auch widerstreitender Nachhall nicht fortwirkte in dem, was jeweils ´wird´, unendlicher Möglichkeiten wie Abgründe voll…

    Wichtig ist unser jeweiliges Lebendig-Sein im Stirb-und-Werde der Prozesse, an denen w i r je perönlich teilhaben und die wir mitprägen, mal in Fülle, mal nur beeinträchtigt, aber immer mit unserer unkapputtbaren Einmaligkeit.

    Ob diese Prozesse nun historisch am "Ende der Hochzivilisation" stattfinden – oder wann immer davor oder danach: Hat das wirklich Bedeutung ? – Bei Erich Fried heißt es: " Es ist was es ist sagt die Liebe " . . .

    Niemand braucht ´Tribunale´ außer denen, die sich anderen voraus glauben und ´Leben´ entsprechend als ein Rangeln um Positionsgewinne begreifen . . .
    Wo Menschen nicht tun, was sie könnten, ist das noch jedesmal m i t das Gemeinschaftswerk aller darin so oder so Verflochtenen, soweit sie in eher lieblosem Machtstreben unterwegs waren, statt mit unbewehrter Barmherzigkeit . . . ,
    – einer Barmherzigkeit, ohne die welche Kraft und Freude auch immer verdorren . . . !

  4. Was ich in dem Kommentar vermisse ist: "Der Drops ist gelutscht".
    Wenn ich nur das Negative suche und finde, muss das Positive versteckt bleiben.
    Das Positive wird nur finden, wer es sucht.
    Leben gestalten, gegen den Strom schwimmen, der Feind ist nicht gegenüber, er ist in uns selbst oder gar nicht. Dem Gegenüber vertrauen und Selbstvertrauen. Es ist so leicht.
    Sie machen es sich und anderen unnötig schwer.

    "Wenn ich also in meiner grenzenlosen Naivität einer Ökodiktatur das Wort rede, so deshalb, weil ich den Traum nicht aufgeben will, dass wir eines Tages zurückfinden werden zu einem Verständnis, das nicht nur uns selbst, sondern auch unserer Mitwelt nützt. Sein oder Nichtsein ist zur aktuellen Alternative der Menschheit geworden." schrieben sie.

    Sein oder Nichtsein, also Leben oder Tod, ist hier nicht die Frage, die sich stellt.
    Wie H²O ist auch CO² Leben, lebensnotwendig. Leben zu besteuern ist die Fortsetzung von Arbeit besteuern. Also dumm, zu dumm.

  5. "Das Erstaunliche ist, dass es nicht die Herausforderungen sind, die uns ohnmächtig werden lassen, sondern das verbreitete Gefühl, nicht an der praktischen Umsetzung von Lösungsansätzen teilnehmen zu können. Das Problem ist nicht die Krise! Das wirkliche Problem ist das Gefühl der Machtlosigkeit, dieser Eindruck, mit gebundenen Händen dazustehen und nichts anderes tun zu können."

    Sie bringen es auf den Punkt, Herr Fleck: "Das wirkliche Problem ist das Gefühl der Machtlosigkeit, dieser Eindruck, mit gebundenen Händen dazustehen und nichts anderes tun zu können."

    Es ist aber nicht d a s wirkliche Problem, sondern es ist I h r wirkliches Problem.

    Und noch darunter liegt Ihr tatsächlich wirkliches Problem. Was halten Sie von einem Treffen mit Frau Maria Sanchez ?

  6. Traurig… genau so ist es und so fühle ich mich auch immer mehr.

    "Es gibt keine Mißstände der Natur. Es gibt nur Mißstände des Menschen."
    http://www.hundertwasser.de/deutsch/texte/philo_misstaende.php

    Zu den vielen engagierten Menschen, die obengenannt wurden, füge ich noch Friedensreich Hundertwasser hinzu, der sich neben seiner wundervollen Malerei und Architektur ebenfalls jahrelang sehr intensiv für Ökologie und Politik einsetzte und dessen Werke und seine höchst aktuellen Manifeste gerade in einer Austellung in Hamburg zu sehen sind.

    Diese Austellung:
    Sehr schön, nützlich und vorübergehend sogar wirkungsvoll zum Lindern dieser Traurigkeit, die aus der oben beschriebenen Hilflosigkeit entsteht und die sich nach so vielen Jahren des Mahnens, 10.000 Unterschriften, Demos, Bescheidensein und Andersleben ausbildet, zusammen mit einem Aufgeben und einem Gefühl des "Kannnichtmehr – Dannistesebenso". Wirklich traurig und schade…

    Seit einigen Tagen ertappe ich mich sogar beim Gucken von Dänicken-Filmen und den UFO-Dokumentationen von Dirk Pohlmann & Robert Fleischer und damit bei der Überlegung, ob es vielleicht (wiedermal??) erst der Beratung und Anleitung "von oben" bedarf, um der dümmlichen Menschheit aus dieser ihrer Lage/Misere zu helfen. Und ob das überhaupt möglich wäre, so in nächster Zeit…

    (Und soweit ist es also schon gekommen…der Wunsch nach dem starken Mann, der hier aufräumt, weil wir es allein nicht schaffen…oh je.)

    Dann hörte ich noch die interessante These eines alten dtsch. Trainers/Coach und Philosophen, die sich mit Wiedergeburt/Reinkarnation beschäftigt und der all den ignoranten Menschen, die angesichts der Klimaveränderung der Meinung sind, das ginge sie alles nichts an, denn bei deren schlimmsten Auswirkungen seien sie eh schon gestorben, diesen Zahn zieht:

    indem er sagte, dass sie aber (leider, leider…) – kraft der Wiedergeburt – in eben genau diese ganz schlimmen Auswirkungen wieder hineingeboren werden und diese dann wirklich hautnah erleben müssen

    und ob es dann nicht besser sei, im Hier und Jetzt wirkungsvoll etwas gegen diese Katastrophe zu unternehmen, anstatt nur "NachmirdieSintflut" zu rufen.

    (Auch ziemlich weit hergeholt, scheint mir, aber doch möglicherweise irgendwie schlüssig. Man greift ja inzwischen zu jedem Strohhalm, angesichts der Aussichtslosigkeit, die Dirk C. Fleck oben beschreibt und die auch ich die letzten Tage so stark und traurig verspüre).

    Dank & Gruß

  7. Castaneda hatte, neben Anderen, die Antwort:
    We have a predator that came from the depths of the cosmos and took over the rule of our lives. Human beings are its prisoners. The Predator is our lord and master. It has rendered us docile, helpless. If we want to protest, it suppresses our protest. If we want to act independently, it demands that we don't do so… I have been beating around the bush all this time, insinuating to you that something is holding us prisoner. Indeed we are held prisoner! "This was an energetic fact for the sorcerers of ancient Mexico … They took us over because we are food for them, and they squeeze us mercilessly because we are their sustenance. just as we rear chickens in chicken coops, the predators rear us in human coops, humaneros. Therefore, their food is always available to them." "No, no, no, no," [Carlos replies] "This is absurd don Juan. What you're saying is something monstrous. It simply can't be true, for sorcerers or for average men, or for anyone." "Why not?" don Juan asked calmly. "Why not? Because it infuriates you? … You haven't heard all the claims yet. I want to appeal to your analytical mind. Think for a moment, and tell me how you would explain the contradictions between the intelligence of man the engineer and the stupidity of his systems of beliefs, or the stupidity of his contradictory behaviour. Sorcerers believe that the predators have given us our systems of belief, our ideas of good and evil, our social mores. They are the ones who set up our hopes and expectations and dreams of success or failure. They have given us covetousness, greed, and cowardice. It is the predators who make us complacent, routinary, and egomaniacal." "'But how can they do this, don Juan? [Carlos] asked, somehow angered further by what [don Juan] was saying. "'Do they whisper all that in our ears while we are asleep?" "'No, they don't do it that way. That's idiotic!" don Juan said, smiling. "They are infinitely more efficient and organized than that. In order to keep us obedient and meek and weak, the predators engaged themselves in a stupendous manoeuvre stupendous, of course, from the point of view of a fighting strategist. A horrendous manoeuvre from the point of view of those who suffer it. They gave us their mind! Do you hear me? The predators give us their mind, which becomes our mind. The predators' mind is baroque, contradictory, morose, filled with the fear of being discovered any minute now." "I know that even though you have never suffered hunger… you have food anxiety, which is none other than the anxiety of the predator who fears that any moment now its manoeuvre is going to be uncovered and food is going to be denied. Through the mind, which, after all, is their mind, the predators inject into the lives of human beings whatever is convenient for them. And they ensure, in this manner, a degree of security to act as a buffer against their fear." "The sorcerers of ancient Mexico were quite ill at ease with the idea of when [the predator] made its appearance on Earth. They reasoned that man must have been a complete being at one point, with stupendous insights, feats of awareness that are mythological legends nowadays. And then, everything seems to disappear, and we have now a sedated man. What I'm saying is that what we have against us is not a simple predator. It is very smart, and organized. It follows a methodical system to render us useless. Man, the magical being that he is destined to be, is no longer magical. He's an average piece of meat." "There are no more dreams for man but the dreams of an animal who is being raised to become a piece of meat: trite, conventional, imbecilic.

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