US-Wahlstreit: Ein weiteres Ablenkungsmanöver | Von Ernst Wolff (Podcast)

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Seit dem 3. November tobt in den USA ein heftiger Kampf um den Ausgang der Wahlen. Joe Biden beansprucht das Amt des Präsidenten ab dem 20. Januar für sich, Donald Trump will es mit Hinweis auf Wahlfälschung nicht hergeben.

Sämtliche Mainstream-Medien berichten rund um die Uhr über die Entwicklung, in der öffentlichen Diskussion der USA gibt es kaum ein anderes Thema und niemand scheint zu merken, wie die Bevölkerung einmal mehr von der Politik hinters Licht geführt wird.

Bei dem Streit um Wahlfälschung setzen beide Parteien nämlich unausgesprochen voraus, dass es die wahlberechtigte Bevölkerung der USA ist, die über die Besetzung des Präsidentenamtes, des Senats und eines Drittels des Repräsentantenhauses entscheidet und damit die Richtung der Politik für die kommenden vier Jahre festlegt.

Das aber ist pure Fiktion. Die US-Wahlen sind seit jeher riesige PR-Kampagnen, die ausschließlich von einer Kraft entschieden werden – dem großen Geld. Das gilt für den diesjährigen Wahlkampf mehr denn je: Er hat mit insgesamt 14 Milliarden Dollar mehr Geld verschlungen als seine beiden Vorgänger zusammen.

Allerdings gab es in diesem Wahlkampf eine Besonderheit. Während die Geldgeber über lange Zeit den amtierenden Präsidenten favorisierten, kam es in den letzten zwei Monaten zu einer überraschenden Wende. Herausforderer Biden erhielt im September und Oktober die größte finanzielle Unterstützung, die einem Kandidaten jemals in zwei Monaten zuteil geworden ist.

Um die Gründe dafür zu verstehen, muss man einen Blick auf die aktuelle Situation der USA werfen. Das Land hat 2020 den schwersten Wirtschaftseinbruch seiner Geschichte erlebt, die Finanzmärkte aber durch die Injektion der größten Geldsummen aller Zeiten bis heute über Wasser gehalten. Da aber der Lockdown riesige Steuerausfälle bewirkt hat und demnächst mit einer Welle von Insolvenzen und einem erneuten gewaltigen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen ist, muss nun weiteres Geld geschaffen werden.

Das aber wird den Dollar zusätzlich entwerten und seine globale Stellung weiter untergraben. Deshalb setzt man in Washington auf digitales Zentralbankgeld, für das ein Gesetzesvorhaben bereits unterwegs ist. Allerdings gibt es dabei ein großes Problem: Konkurrent China droht dem Dollar mit einer eigenen Digitalwährung zuvorzukommen.

Während Präsident Trump mit Zöllen und Tarifen auf Konfrontation gesetzt hat, setzt Joe Biden offensichtlich eher auf einen Kurs der Kooperation und der sanften Unterwanderung Chinas. Darauf deutet jedenfalls ein Deal hin, den Larry Fink, CEO von BlackRock, im August mit der chinesischen Regierung eingefädelt hat und der seinem Unternehmen bis 2023 einen 30-Billionen-Dollar-Markt eröffnet. Fink war bereits von Hillary Clinton für das Amt des Finanzministers vorgesehen und gilt unter Biden als aussichtsreichster Kandidat für den Posten. Es gibt also deutliche Hinweise darauf, dass das Verhältnis zu China entscheidend zum Kurswechsel des großen Geldes beigetragen hat.

Trotzdem ist noch nicht sicher, ob Joe Biden am 20. Januar tatsächlich ins Weiße Haus einziehen wird. Präsident Trump lässt ja zurzeit keinen Zweifel daran, dass er seinen Platz nicht freiwillig zu räumen gedenkt. Seine personellen Umbesetzungen im Pentagon, seine Unterstützung durch bewaffnete Milizen und die Gewaltbereitschaft von Teilen seiner Basis lassen vermuten, dass Trump möglicherweise versuchen wird, mit Hilfe eines Militärputsches an der Macht zu bleiben.

Für die Geldgeber hätte sich ihr hoher Einsatz aber auch in diesem Fall gelohnt, denn die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie und die Errichtung einer Militärdiktatur wären eine geradezu ideale Voraussetzung für ihr derzeit wichtigstes Vorhaben: die Einführung eines ebenfalls diktatorischen neuen Geld- und Finanzsystems.

Nun ist das Buch „The Wolff of Wall Street: Ernst Wolff erklärt das globale Finanzsystem“ frisch im Handel erhältlich.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:  No-Mad / shutterstock

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