KenFM im Gespräch mit: Uwe-Christian Arnold („Letzte Hilfe: Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben“)

Das todsichere Geschäft mit dem vorenthaltenen Tod.

Die moderne Medizin ist so fortschrittlich, man ist sich seines natürlichen Todes nicht mehr sicher.

Was wie ein zynischer Witz klingt, ist längst Realität und hat brutale Folgen. Menschen, die immer auf ein selbstbestimmtes Dasein größten Werte legten, werden als Greise und oft gegen ihren eigenen Willen mit allen Mitteln am Leben gehalten.

Viele würden lieber sterben, als in die einsetzende Demenz zu dämmern oder über Jahre an Maschinen angeschlossen zu sein, aber der Gesetzgeber stellt es Dritten unter Strafe, dem letzten Wunsch eines Menschen Folge zu leisten. Hilfe beim Suizid.

Dass es auch anders geht, zeigt die Schweiz. Dort gibt es Einrichtungen, bei denen Menschen sich ganz legal anmelden können, um zu einem späteren Zeitpunkt selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden.

Wer dort die Dienstleitung eines finalen Schlafmittels in Anspruch nehmen möchte, muss natürlich im vollen Besitz seiner geistigen Fähigkeiten sein. Er muss sich vor Ort und bei vollem Bewusstsein für den bevorstehenden Tod entscheiden.

Dass Deutschland große Schwierigkeiten hat, Menschen dabei zu helfen, aus dem Leben zu scheiden, hat sicherlich auch mit der NS-Geschichte zu tun. Unter den Nationalsozialisten wurden tausende von Menschen als „unwertes Leben“ abgestempelt und gegen ihren Willen getötet. Mord der „Volkshygiene“ willen. In Wahrheit ging es aber um das Vermeiden von Kosten, die in etwa von einem geistig Behinderten über die Jahre anfallen. Es ging also um Geld.

Geld spielt heute beim Tabuthema Freitod aber auch die entscheidende Rolle. Die sogenannte Palliativ-Medizin verlängert den Prozess des Sterbens im Schnitt um fünf Jahre, indem vor allem ein Cocktail von Schmerzmitteln verabreicht wird. Dabei fließen jedes Jahr Milliarden an die Pharmakonzerne, während in den personell unterbesetzten Altenheimen Hungerlöhne der Standard beim Pflegepersonal sind.

Involviert in das Geschäft mit dem Nicht-Tod sind die beiden großen Kirchen, die als karitative Dienstleister in Deutschland mehr Menschen beschäftigen als die Automobilindustrie.

Wie passt das alles mit Artikel 1 des Grundgesetzes zusammen? Hat ein Mensch nicht das Recht, selber zu bestimmen, wann und wie er sterben möchte? Warum ist professionelle Sterbehilfe in Deutschland illegal und warum muss man als Deutscher in die Schweiz fahren, wenn man beschlossen hat, dass man gehen möchte, wenn es am schönsten ist? Z. B. mit 98 und nachdem man zehn Jahre an Schläuchen gefesselt auf der Krebsstation vegetierte?

KenFM traf Uwe-Christian Arnold, Autor des Buches „Letzte Hilfe: Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben“.

Arnold hat, als das in der BRD noch erlaubt war, rund 250 Menschen dabei geholfen, selbstbestimmt zu sterben. Manche nennen ihn abschätzig „Dr. Tod“. Er selber wirft der eigenen Zunft vor, das Leid der Patienten brutal auszublenden oder sogar daran zu verdienen.

Jeder Mensch muss sterben. Ohne Ausnahme. Wer im Alter nicht zum Objekt degradiert werden möchte, kommt nicht umhin, sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen. Bevor es andere tun, ohne dass man sie darum gebeten hätte!

Inhaltsübersicht:

00:00:25 Tabuthema Tod

00:03:55 Vom Taxifahrer zum Sterbehelfer, beruflicher Werdegang

00:06:49 Was ist Palliativmedizin?

00:12:08 Historie des hippokratischen Eids

00:16:02 Leben & Tod selbstbestimmt

00:22:07 Aktive Sterbehilfe

00:30:47 Das Sterbehilfe-Verbotsgesetz

00:32:30 Sterbehilfe Ablauf

00:40:22 Begrifflichkeiten zum Thema Tod

00:45:24 Sterbehilfe: Geld, Gesetze & Statistiken

01:02:59 Die Kirche & der Tod

01:13:24 Gedanken zu Leben, Krankheit & Tod

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39 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Uwe-Christian Arnold („Letzte Hilfe: Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben“)

  1. Allem versuchen diese im materiellen Denken versackten Geldgierigen die Würde zu nehmen. Selbst der Krönung am Ende des Lebens, dem Tod, indem sie selbst hier noch versuchen, Enteignung zu betreiben mit ihren perversen, gewalttätigen Überlebenszwangsmaschinen! Und das auch noch im Deckmantel einer angeblichen Christlichkeit! Pfui Teufel!

  2. Ein gutes Playdoyer für Selbstbestimmung, die ja immer weiter eingeschränkt wird.

    Hilfe beim selbstbestimmten Sterben finde ich gut und richtig; und es ist höchst bedauerlich, dass es so schwer gemacht wird, bis unerreichbar ist.

    Allein schon eine Patientenverfügung zu erstellen, ist eine aufwendige und unangenehme Angelegenheit. Wenn es einem gut geht, macht man es nicht gern und wenn es einem schlecht geht, schafft man es vielleicht nicht mehr.
    Es ist ja schon schwer genug, sich gegen manche medizinische Maßnahmen zu wehren, selbst wenn man halbwegs im Vollbesitz seiner Kräfte ist
    Im Fall der „Sterbehilfe“ muss man noch die finanziellen Möglichkeiten in Erwägung ziehen und den Wunsch heimatnah zu sterben trägt das „Schweizer Modell“ für Deutsche ja auch nicht Rechnung.
    Ich wäre dafür, dass Hilfe beim selbstbestimmten Sterben in Deutschland möglich ist und durch die üblichen Versicherungen – ob nun Renten- oder Krankenversicherung – übernommen wird. Wer das aus religiösen oder anderen Gründen ablehnt, sollte das nicht für andere bestimmen dürfen.

    Leider wurden meine Bedenken, dass es einen gewissen Druck geben könnte, von dieser Möglichkeit gebrauch zu machen, nicht wirklich ausgeräumt. Egal ob es nun um die anstehende Erbschaft, der Wunsch pflegende Angehörige zu entlasten, Angst vorm Pflegeheim oder schlicht die gesellschaftliche Forderung nach sozialverträglichem Ableben geht, was noch nicht war, kann noch werden, wenn eine solche Möglichkeit verbreitet zur Verfügung steht.

    Ach ja, den Placebo-Effekt wird keiner so wirklich untersuchen, genausowenig wie man etwas wissen will, von den Zusammenhängen den ein Dr. Hamer entdeckt und nachgewiesen zu haben glaubt.
    Wer bezahlt und bestimmt damit doch gleich fast alle Forschung?
    Und in diesem System müsste er bekloppt sein, wenn er was Umsatzminderndes erforscht.
    Im Gegenzug halte ich es für durchaus denkbar, dass Probleme geschaffen werden, damit man die Lösung verkaufen kann.

    • „Im Gegenzug halte ich es für durchaus denkbar…“ Ja klar. Das gibt’s schon lange. Die sog. „Designerkrankheiten“.

    • Gehen wir weiter in die Angst, oder entscheiden wir uns endlich für die Liebe? Guter Vortrag, gute Fragen stellt Bernard Jacoby. Immer, wenn wir Entscheidungen treffen, sollten wir fragen: Was würde die Liebe tun?
      Ich bin meiner Mutter als transformiertem Geistwesen begegnet, nachdem sie gestorben war. Im Leben war unser Verhältnis problematisch, wir waren zu verschieden, um uns in diesem Leben zu verstehen. Aber dann erlebte ich dieses große Wunder einer bedingungslosen, unverbrüchlichen, und erhebenden Freundschaft für die Ewigkeit. Eigentlich unbeschreiblich. Und diese Herzensverbundenheit ist seitdem immer bei mir, für immer und ewig. Ich bin wahrlich reich beschenkt worden!

    • Bei manchen Phänomenen, die da als Zeichen von Verstorbenen berichtet werden, bin ich mir noch nicht so sicher. Zum Beispiel die Schwestern, die beim Gespräch über den verstorbenen Bruder plötzlich alle gleichzeitig das Parfüm gerochen haben, das er immer benutzt hat. Ich kenne das nämlich aus eigener Erfahrung als telepathisches Phänomen. Also bspw. wenn jemand an Rotwein denkt, dann kann es vorkommen, dass ich plötzlich den Rotwein „rieche“.
      Aber nach dem, was ich selbst erlebt habe, es steht für mich außer Zweifel, dass Kontakte mit Jenseitigen bestehen und dass sie sich auch maßgeblich auf unser Leben auswirken. Außerdem steht für mich außer Zweifel, dass ein Mensch im Sterben sich teilweise oder auch vollständig transformieren kann, weil in diesem Moment alle wahrheitsverhüllenden Schleier aus dem Diesseits weggezogen werden. Soz. „im Lichte der Wahrheit“ kann aus einer herumirrenden eine erkennender Menschenseele werden. Eine gewisse Transformation findet da im Sterben bei jedem Menschen statt. Da bin ich mir sicher.

  3. Ich halte die „Sterbehilfe“ für hochproblematisch. Zwar weiß ich, dass heute Leben künstlich, durch Maschinen verlängert werden können – und dennoch lehne ich die Sterbehilfe entschieden ab. Aus zwei Gründen:
    1. Ich bin fest überzeugt, dass über den Zeitpunkt des Todes nur der Herr des Karma entscheiden sollte und kein Mensch. Es gibt einfach noch etwas, was höherer Entscheidung anheim liegt, und das ist der Todeszeitpunkt. Nicht umsonst gilt Mord als schwerstes Verbrechen. Der „Sterbehelfer“ mag es gut meinen und Leiden lindern wollen – aber er kann nicht genug über das Schicksal eines Menschen wissen um über einen solch folgenschweren Schritt entscheiden zu können. Kein Mensch kann das, nur der Herr des Karma kennt das Schicksal des Patienten und weiß mehr als ein Mensch.
    2. Die sogenannte Sterbehilfe ist der Einstieg für Euthanasie. Die „Sterbehilfe“ überschreitet Tabus. Wenn sich die Gesellschaft erst an die Sterbehilfe gewöhnt hat, wird es weitergehen – dann wird man die Euthanasie ausweiten… und das ist sehr gefährlich. Allmählich wird man dann auch ganz alte Menschen und demente Personen bedrängen.. oder es entsteht die böse Empfindung, dass sie doch nur Kosten verursachen, Versicherungen könnten dann Druck machen – das sind alles sehr gefährliche Möglichkeiten, die die Würde des Menschen angreifen.
    Jetzt begründet man die Sterbehilfe ja mit der angeblichen Würde und Selbstbestimmung des Menschen….Aber tatsächlich wird damit eine Grenze überschritten, die nicht überschritten werden sollte.
    Und wie auch Lilly hier sagt: Die Überlegungen, dass die Erde „übervölkert“ sei – sind gerade bei „Denkern“ immer wieder anzutreffen. Angeblich „große“ angelsächsische Philosophen und Schriftsteller haben Dinge geschrieben, die mir die Haare zu Berge stehen lassen:
    H. G. Wells: „Anticipations of the Reaction of Mechanical and Scientific Progress Upon Human Life and Thought” (1901)
    Bertrand Russel schrieb 1953 „The Impact of Science on Society“
    George B. Shaw („Prefaces,“ London, Constable and Co., 1934, S. 296) und und Julian Huxley sind weitere einflussreiche Personen, mit Gedanken, die mir die Haare zu Berge stehen lassen… eugenisches Gedankengut… sie haben Angst davor, dass die Welt „zu voll“ werden könnte und dass die „Kultur“ niedergehe, wenn man nicht eingreife – und sie schlagen furchtbare Mittel dazu vor – sie begründen ihre Gedanken mit angeblich wissenschaftlicher Erkenntnis… Diese „Philosophen“ sind unglaublich arrogant; sie maßen sich an, entscheiden zu können, welches Leben wertvoll sei und welches angeblich nicht.

    • Welche moralische Wert mann die kultur des Westens gibt, ist natürlich diskutabel.
      Eines kann nicht bestritten werden, es sei denn mann denkt das die Vimana’s keine Phantasie sind, waren, noch nie hat die Menschheit soviel Kenntnis gehabt.
      Was ich sehe ist wie die westliche Kultur vernichtet wird, mit Merkel als führende Politikerin.
      Thilo Sarrazin, ‚Deutschland schafft sich ab, Wie wir unser Land aufs Spiel setzen‘, München 2010

    • @ A. Eberl
      nachvollziehen kann ich deiner Argumentation leider nicht. wieso setzt du eine begründete individuelle Entscheidung (sterbebehilfe) mit einer Ideologie gleich?
      Eugenik, Euthanasie begründet aus einem malthusianisch- calvinistischen- Weltbild des 19. Jahrhunderts, hat ja nicht wirklich was mit dem gesagten zu tun.

    • A. Eberl: Sie sprechen als ein typisch traumatisierter Nach-Hitler- Deutscher. Hauen damit in die selbe Kerbe wie unsere Politiker. Von Natürlichkeit kann ja bei der heutigen Apparate-Medizin gar nicht die Rede sein. Da wird der natürliche Todeszeitpunkt mit aller Gewalt nach vorn verschoben, egal, wie es den Patienten dabei geht. Da kann z.B. einer 96jährigen todkranken Frau noch gegen ihren Willen ein kostspieliger Herzschrittmacher implantiert werden, ohne dass es als Verbrechen geahndet wird. Diese Menschen werden gefoltert für sehr viel Geld, während die anderen für weniger Geld erlöst werden.
      Wer nur noch Schmerzen hat und nicht mehr ohne fremde Hilfe leben kann und deshalb keine Freude mehr daran hat und sich den Tod herbeisehnt, der soll ihn auch haben dürfen. Einen Gott, der verlangt, dass Menschen sich am Ende noch möglichst lange qualvoll im Leben halten lassen, fände ich pervers.
      Am schönsten finde ich allerdings einen selbst bestimmten Tod durch Einstellung von Essen und Trinken. Ich möchte nicht durch Gift sterben. Aber das sollte jedem frei gestellt bleiben. Sie glauben an einen diktatorischen Gott. Ich glaube an eine Göttlichkeit, die Selbstbestimmung als Selbsterlösung belohnt.

    • Meine Mutter wurde ab Sonntagmorgen, wenn sie in Coma war, in Coma gehalten, kein Trinken mehr, sie starb am Dienstagmorgen.
      Mein Vater bekam am elf Uhr Morgen eine überdosis Morfium, um halb vier Mittags war er noch sehr aufgemuntert, wir konnten noch Witze mit ihn machen, um elf abends war er tot.
      Meine Mutter war in ein christliches Versorgungungs Haus, meine Suggestion von viel Morfium, das konnte gar nicht.
      Meine Vater war in ein Krankenhaus, dort hatte man mehr Mut selbst etwas zu tun.
      Die zweite Methode war für uns weniger belastend.

    • @A. Eberl
      Vielleicht vorweg, ich bin kein spirituell denkender und handelnder Mensch, wenngleich ich eine Auseinandersetzung damit für sinnvoll halte. Allerdings passsieren mir zu viele absurde und grausame Dinge auf der Welt, die nahe legen, dass es das „übergeordnet Lenkende“ nicht gibt. Aber hier ein positives Beispiel für das Eingreifen in die Natur. Viele Babys kommen geplant vorzeitig zur Welt – haben somit einen fremdgesetzten Geburtstermin – weil eine „Spontangeburt“ entweder ein vitales Risiko für das Kind selbst oder für die Mutter darstellen würde. In solchen Fällen wird die Geburt per Kaiserschnitt um ca. 14 Tage vorverlegt. Das Kind kann maximal reifen und das Risiko der Komplikationen durch Wehentätigkeit während des Eingriffes wird reduziert. Meine Tochter kam so zur Welt und auch wenn ich es ihr gewünscht hätte, den Zeitpunkt ihrer Geburt selbst zu setzen, war es doch nach Abwägung der Umstände die bessere Option für sie und für mich. Vielleicht ein schönes Beispiel, um zu verdeutlichen, wie sehr Leben und Tod, Anfang und Ende miteinander verwoben sind. Ein selbstbestimmter Zeitpunkt zum Sterben beschreibt halt das Ende.

      @keeneahnung
      BIst Du Dir sicher, dass das „nichts mit dem Gesagten“ zu tun hat? Da wo Raum für Gebrauch ist, ist auch Raum für Missbrauch – die Grenzen sind fließend – und wie wir hier ja immer wieder erfahren durften, sind es die Nachfahren der Denker aus dem 19. Jhrd, die auch heute noch mit dem Globus a la Chaplin (der große Diktator) Ball spielen…
      Mir fällt auf, dass auch hier das Thema vor einem festgelegten Rahmen diskutiert wird, nämlich Selbstbestimmung vor dem Hintergrund einer unheilbaren, mit Leid und Elend verbundenen Krankheit. Sind wir da nicht selber auch gefährlich nah an dem dran, was man Bewerten von wertem und unwertem Leben nennen kann? Vor ein paar Jahren las ich von einem Ehepaar, das sich zusammen mit ihrem an Trisomie leidenden Kind das Leben genommen hat. Aus ihrem Abschiedsbrief soll zu entnehmen gewesen sein, dass die Eltern, neben der Belastung durch das Kind mit dem Druck des Umfelds nicht fertig wurden. Dieses zeigte wohl wenig bis kein Verständnis dafür, dass sich die Eltern gegen eine Abtreibung entschieden haben. Gesellschaftliche Veränderungen verlaufen fließend und für den Einzelnen kaum wahrnehmbar. Ich bin zwar auch für Selbstbestimmung, sehe allerdings auch, dass es da sehr viel zu bedenken gibt.

      @AHIMSA
      Soweit mir bekannt darf die Nahrungsaufnahme zur Verkürzung eines unabwendbaren Sterbeprozesses eingestellt werden, die Flüssigkeitszufuhr jedoch nicht.

    • Igitt, was ist denn das für eine perverse Einstellung, den Kaiserschnitt mit vorverlegter Geburt als positives Beispiel für Zeitbestimmung des Lebensbeginns anzuführen?
      Das hat insofern überhaupt nichts mit dem selbstbestimmten Lebensende zu tun, weil das Individuum dafür gar nicht befragt werden kann. Wer will denn wissen, ob dieses Ungeborene dann schon bereit ist?
      Ich finde das einen Gewaltakt sondergleichen!

  4. Ein gutes und wertvolles Interview. Danke.
    Für mich ist das regierungsamtliche Handeln in Deutschland nicht zu verstehen. Jeder Mensch sollte über sein Leben(und sein Ende) selbst entscheiden können.

    Verlängerung von Leiden bringt dem betroffenen Menschen nichts, wohl aber denen die da Ringsum verdienen.

  5. Vielen Dank für dieses gute und tiefe Gespräch, in dem sogar Humor platz hatte. Endlich sprach mit Ken Jepsen jemand aus, was mich schon lange extrem beschäftig: Christliche Politiker und Kirchen wehren sich extrem gegen die passive Sterbehilfe, sind aber für Krieg und Aufrüstung und bringen damit Millionen unschuldiger Menschen um.

    In den USA bringen christliche Fundamentalisten Ärzte um, die Frauen beim Abtreiben helfen. Frau von der Leyen, Christliche Politikerin und Aerztin (Verdeidigungsministerin) schickt junge Männer und Frauen in Kriegsgebiete, von denen dann viele tod oder verkrüppelt in die Heimat kommen. Die Bilder von toten Soldaten die in Holzkisten zurück in die Heimat kommen, sind aus dem Fernsehen verschwunden. Diese Frau von der Leyen spricht sich aber gegen die passive Sterbehilfe aus. Ein tiefer Widerspruch, der auf keine Kuhhaut passt. Ken hat recht: Krieg ist aktive Sterbehilfe. Politiker und Pfaffen sagen dann lakonisch, das darf man nicht vergleichen.

    Noch ein Nachtrag: verschiedentlich hat sich Eugen Drewermann für die passive Sterbehilfe ausgesprochen http://www.kath.net/news/16149

    Passive Sterbehilfe sollte zugelassen werden. Ein entspannterer Umgang mit der eigenen Vergänglichkeit ist befreiend!

  6. Danke Herr Jebsen und Herr Dr. Arnold,

    sehe den „Dingen“ und Menschen auch gern direkt ins Auge

    nur was und wer blickt zurück?

    Kraft und Mut zu diesem Schritt?

    Vielleicht habe ich mal diesen Mut…

    Herr Arnold, Sie widerstehen ganz sicher dem Gegenwind, der kam und kommt

    An Alle Anderen, habt Kraft und Mut zum Leben

    Und, gebt diese Kraft weiter

    Ich möchte das gern betonen

    Gebt diese Kraft weiter

    Und habt Mut, wenn…Herrn Arnold anzurufen und ihm zu vertrauen.

    Claudia Volke aus Dresden

  7. Da wurde in 95 Minuten aber ein riesen Fass aufgemacht. Es war das erste Mal, dass ich mir während des Zuhörens Block und Stift schnappte, um mir Notizen zu machen. Auch wenn KenFm doch immer wieder betont, ein breites Spektrum abbilden zu wollen; Hier wurde meines Wissens dann doch Neuland betreten. Sonst zumeist stiller/ passiver Konsument habe ich hier das Bedürfnis etwas weiter auszuholen.

    Auch wenn mir klar ist, dass in so kurzer Zeit nur ein Bruchteil angesprochen werden kann, so haben mir dennoch aus meiner Sicht wesentliche Aspekte gefehlt. Wie wir bereits zu anderen Themenbereichen (auch durch KenFm) erfahren haben, liegt dem allgemeinen Wahnsinn nicht selten ein von Interessen geleitetes System zu grunde. In dem Buch „Hiltlers amerikanische Lehrer“ stellt Herr Ploppa dar, dass sich bestimmte Kreise schön länger u. a. mit der Frage beschäftigen, wie man das Bevölkerungswachstum in den Griff bekommen kann. Selektion durch „tödliche“ Erkrankungen wie Krebs, Aids etc. könnte da eine neue Spielart sein, denn Maßnahmen wie Zwangssterilisation und Euthanasie von unerwünschten Personengruppen haben ja bekanntermaßen und Gott sei Dank ausgedient.
    Vor ca. 10 Jahren gab mir ein Freund ein Buch von einem Autor, der diese These aufstellte und sogar behauptete, dass der Film „Love-Story“ eine PR-Aktion – und damit Teil einer groß angelegten Plans – war, um die Menschen auf das Thema Krebs einzustimmen. Leider bot das Buch keine wirkliche Möglichkeit der Recherche und der Autor selbst versteckte sich hinter einem Pseudonym, über welches im Netz übelstes zu lesen war (seinen Namen habe ich leider vergessen). Ich bekam das Buch jedoch nicht von ungefähr, denn dieser Freund war wie ich mit der Hamer-Thematik befasst, auch war ich bereits mit der 9/11-Debatte vertraut. Weit ausgeholt, nun zur Sache: Nehmen wir für einen Augenblick an, dass auch hinter diesem massenhaften Sterben durch o.g. Erkrankungen ein tiefer liegendes System steckt, dann bedeutet das, dass viele Menschen unter Umständen verfrüht durch Diagnosestellungen sterben, die beim betroffenen Individuum vor allem einen nachhaltigen psychologischen Effekt haben. Denn was macht es mit einem, wenn man mit der konkret gewordenen Endlichkeit des eigenen Daseins konfrontiert wird? Der Mensch welkt innerlich vom Diagnoseschock traumatisiert dahin, den Rest besorgt die Medizin. Wenn also all das kritisch hinterfragt werden müsste, und dazu gibt es aus meiner Sicht berechtigte Gründe, dann muss auch der Umgang damit neu bedacht werden. Ich glaube, es wurde im Interview angesprochen, dass viele den selbstbestimmten Tod wählen bzw. sich wünschen, um dem medizinischen Behandlungselend und den damit verbundenen Qualen zu entkommen. Was aber, wenn all das gar nicht sein müsste, weil es sich dabei um behandelbare Erkrankungen handelt? Für mich eine Frage, mit der ich mich schon lang beschäftige und an der so unedlich viel dran hängt. Nehmen wir nur den Teilbereich Kinderhospize. Ein weiterer an diese Fragestellung anknüpfender Aspekt betrifft die Entscheidungsfreiheit der Eltern von an Krebs erkrankten Kindern. Während Erwachsene noch für sich selbst entscheiden dürfen, ob sie die schulmediznischen Therapieangebote samt Rattenschwanz annehmen oder ausschlagen, wird Eltern, die das selbe für ihre Kinder einfordern, kurzzeitig das Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihr Kind entzogen, um somit das Kind in Abwesenheit der Eltern der Therapie zuzuführen. Bekanntestes Beispiel hierfür ist der Fall Olivia Pilhar. Die Eltern flohen mit ihrer an Leukämie erkrankten Tochter. Man einigte sich später darauf, auf Inhaftierung der Eltern und Weiterbehandlung von Olivia mittels Chemo zu verzichten. Ihr Vater Helmut Pilhar tourt und hält Vorträge, natürlich findet man über ihn lauter Nettes auf Psiram.

    Zu den Eagle-Leistungen: Auf der Netzseite der AOK wird man unter der Rubrik „Faktenbox“ über Sinn und Nutzen von bestimmten medizinischen Maßnahmen aufgeklärt (die Seite befindet sich im Aufbau, hat aber jetzt schon zu einigen Themen interessante Infos). Der PSA-Test zur (vermeintlichen) Früherkennung von Prostatakrebs kommt dabei nicht besonders gut weg, das selbe soll wohl für die Mammografie bei Frauen zur Brustkrebsfrüherkennung gelten. In beiden Fällen kommt es wohl nicht selten zu falschen Diagnosen, falscher Behandlung etc.

    Ich habe es schon angesprochen; 90 Minuten sind zu kurz, um diesem Thema auch nur im Ansatz gerecht zu werden. Vielleicht sprengt es ja das Format von KenFm, aber ich meine schon, das das ein gutes Thema für „Positionen-Politik verstehen“ wäre, denn es müssten noch andere Stimmen zu Wort kommen. Z.B. zu der am Ende des Intervievs gestellten Frage, was Leben ist und was Tod ist, gäbe es eine Menge mehr zu sagen, als das, was Dr. Arnold dazu meinte. Es war seine, wie er auch selber zugab, atheistische Sicht auf das Thema. Da spielt sich schon mehr ab, auch mit dem bloßen Auge sichtbar.

  8. Wenn das Menschenbild WIRKLICH christlich geprägt wäre, Christen glauben doch ans Paradies, dann würde kein Christ einen anderen Menschen vom Paradies fernhalten.

    Das Ziel des Lebens ist nunmal der Tod!

    Auch das Bestimmen über unseren Tod, durch die Herrschenden, ist ein deutliches Zeichen, dass wir tief in der Sklaverei leben, ohne es zu merken.
    Ich darf nicht rauchen, was ich will. Darf nicht leben, wo ich will und wie ich will. Darf nicht sterben, wenn/wann ich will.

    Die neue Patientenverfügung ist so hoch kompliziert gemacht worden, mit so vielen Details und man muss begründen, warum man z.B. keine lebenserhaltenden Maßnahmen wünscht. Und von nem Notar sollte das Ding auch noch unterschrieben sein. Kostet eine Menge Geld.
    Aber selbst MIT Patientenverfügung machen die Ärzte noch Druck auf die Angehörigen und versuchen, die fast toten Menschen an die Maschinen zu hängen. Der Wille und die Würde eines Menschen werden einfach missachtet.
    Qui bono?

    • Ist das Paradies im Jenseits?
      Wo ist dieses jenseits?

      Wie kann etwas, wie der Tod ein Ziel sein, wenn wir gar nichts darüber wisen?

      Was bedeutet Tod überhaupt?

      Kommt nach dem Tod das Nichts? Aber das _Nichts_ kann doch nicht da sein…

      Und für mich viel wichtiger, was bedeutet Leben überhaupt?

      Existiert Leben und/oder Tod?

      Was genau lebt und was genau stirbt?

    • Gute Fragen! Stelle ich mir auch!

      Das Ziel ist immer die Stelle am Ende eines Weges. Wie bei nem Marathon quasi. SO war das gemeint.
      Bissi provokant, ich weiß. 🙂

      Also meine Maxime lautet: ich bin Seele/Mensch und habe ne Zeitlang einen Körper.
      Der Körper stirbt. Die Seele nicht.

      Man sollte natürlich an ein Jenseits glauben, aber WENN man das tut, dann ist das hier das Beste (mMn), was man über das Jenseits zu lesen findet:

      randomhouse.de/leseprobe/Blick-in-die-Ewigkeit-Die-faszinierende-Nahtoderfahrung-eines-Neurochirurgen/leseprobe_9783778774779.pdf

    • Was ich noch sagen wollte: ich fände es eine tolle Nummer wenn Ken jebsen mal bei Rüdiger Dahlke öffentlich 16 Tage viapassana durchziehen würde.
      Also fasten und schweigen. Hinweis: dies ist eine PR IDEE OHNE KOMISCHE BOTSCHAFTEN ODER HINTERGEDANKEN!!

  9. Seit ein paar Jahr habe ich eine tödliche Krankheit, wie lange ich noch zu leben habe, weiss ich nicht.
    Kann einige Monate sein, oder zwei Jahre.
    Schon vor zwei Jahre unterzeichnete ich meine Euthanasie Erklärung.
    Meine Beide Eltern starben durch Euthanasie.
    Sie hatten keine Lust in unnötiges Leiden, ich auch nicht.
    Warum in andere Länder von Euthanasie so ein Problem gemacht wird, ich kann es nicht verstehen.

    • Ja, die Holländer sind da im Vergleich zu den anderen Europäern in der Gesetzgebung immer schon erfreulich viel unverkrampfter gewesen. Ich wünsche Ihnen noch schöne Tage, Pieter.

    • Nicht nur in Gesetze, wir haben ein Wort was kaum übersetzbar ist ‚gedogen‘, das heisst ein Gesetz wird gebrochen, das wissen wir, aber wir tun nichts.
      So können wir im Ausland sagen das wir moralisch gute Gesetze haben, ohne das wir die Folgen tragen müssen.
      So geht es schon viele Jahre mit Marihuana, und Party Drugs.
      Über das letzte, wir versuchen die zu unterdrücken, aber es gelingt nicht gut.
      Die einzige Lösung ist natürlich Drugs zu legalisieren, aber das gelingt auch bei uns nicht, und was werden die Nachbarn sagen, und wie verhindern wir das noch mehr Nachbarn kommen um legal zu kaufen, was zuhause eine Totsünde ist ?

    • @ Pieter Kamp
      Was für die einen eine Todsünde ist, ist für andere die pure Lust am Leben.

  10. Allein, dass andere sich das Recht herausnehmen, darüber zu entscheiden, wann und wie jedes einzelne menschliche Inividuum zu sterben hat, ist eine bodenlose Unverschämtheit und Übergriffigkeit. Aber wenn man dann noch erfährt , was dabei die treibende Kraft ist, nämlich das Profitstreben, und wie das heuchlerisch in angebliche „Christlichkeit“ gepackt wird, dann geht einem doppelt und dreifach der Hut hoch. Es erschreckt mich immer wieder von neuem, wenn ich erfahre, wie tief und bodenlos sich Menschen selbst belügen, nur um des Geldes und um der Macht über andere Willen. Alle Bereiche unseres Lebens – und sogar der Bereich Sterben, sind von dieser Diabolik beherrscht. Herr Arnold ist ein lieber Mensch, aber ein tiefsinniger Philosoph ist er nicht. Ich verstehe, dass er bei seiner Kenntnis der Zusammenhänge im Hintergrund einen Ekel vor der sog. „Christlichkeit“ empfindet. Aber dass er derart materialistisch eingestellt ist und jede Art von Religiösität und damit die geistige Welt ins Reich des Aberglaubens verweist, sogar die Kreuzigung Christi, finde ich schade, zumal er mit diesem materialistischen Glauben ja durchaus nicht alleine ist, sondern dieser in unserer westlichen Welt neben dem der ebenso verkehrten Biogotterie(die in den gehobenen Kreisen ja auch nur ein Machtmittel ist), die mehrheitlich verbreitete Lebensanschauung darstellt. (Ich verweise da z.Zt. gern auf Arnim Risi mit seinem Philosophischen Buch: „Der radikale Mittelweg“, in dem die Grundproblematik des heutigen diabolischen Irrdenkens dargestellt wird).
    Zum selbstbestimmten Sterben möchte ich noch ergänzen, dass ich es schöner fände, wenn dieses Sterben einfach nur mit dem Weglassen der Ernährung erzielt werden könnte und nicht mit Gift. Diese Methode wird oder wurde übrigens auch bei Schwerkranken angewendet und ich weiß nicht, ob das auch verboten ist. Es gibt darüber auch ein Büchlein. Titel ist mir momentan entfallen, aber ich besitze es. Kann es später nachtragen. Es kann ja eigentlich niemand zum Essen und zum Trinken gegen seinen Willen gezwungen werden. Oder doch? Im Krankenhaus ist ja anscheinend jede Art von Perversion möglich und erlaubt.

    • Kapitalismus und Ethik schließen sich aus. Wenn ich mit „Christlichkeit“ oder unter der Überschrift „Christentum“ bestimmte ängste kanalisieren , benutzen und zu Geld machen kann, dann tue ich das ohne nachdenken. Reine Mathematik.
      So läuft der Laden. Je größer die Not, desto schamloser das Gebaren derer die sie für sich auszunutzen wissen.

    • Zum Sterbefasten hätte ich noch Barbara Rüttings Petition anzubieten:
      https://www.change.org/p/gestorben-wird-zuhause-ja-zum-sterbefasten

      Ansonsten sollte das selbstbestimmte Leben das eigentliche Thema sein,
      denn das Leben endet niemals. Geburt und Tod sind nur Wechsel des „Aggregatzustandes“ von feinerstofflich nach grobstofflich und zurück.

      Die Werke von Armin Risi (und sein Plädoyer für den Theismus als goldene Mitte
      zwischen Monotheismus und Atheismus) finde ich ausgezeichnet. Wer sich dafür
      interessiert findet bestimmt gratis diverse Vorträge von diesem „Weisen“ im www.

    • In einem Interview mit dem Palliativmediziner Dr. Matthias Thöns auf NouViso erfahrt man auch noch so einiges, was an Verbrechen des Geldes wegen in Krankenhäusern begangen wird.

    • @ Martin
      Umgekehrt wird ein Schuh draus:

      Adam Smith, Moralphilosoph? Schon mal gehört?

      Kapitalismus ist nichts anderes als Moralphilosophie pur…alles wird dem Urteil unterworfen…alles wird ge-, be-, ent- und verwertet…das alles sind reine Wertekategorien…Ethik pur…

      Was für den einen moralisch ist, ist für den anderen unmoralisch. Moral und Unmoral bedingen einander.

      Findet sich auch hier in den Kommentaren von allen Freunden der Gewißheit.

    • Armin Risi, der Retter der Menschheit?
      Durch Astralwesen und/oder Außerirdische im Hintergrund des Weltgeschehens?

      Aber ihr wollt bestimmen, wie Menschen gefälligst zu _leben_ haben…Kein Wunder, wenn hier alles den Bach runtergeht…

    • Sie wollten noch den Titel des Buches über Weglassen der Ernährung hier einstellen. Das interessiert mich. Danke!
      Alte Menschen verweigern übrigens von sich aus die Nahrungsaufnahme, wenn sich der Sterbeprozeß nähert. Nach meiner Erfahrung (nein, ich bin keine Krankenschwester) halten es die Angehörigen oft nicht aus, so daß sie z.B. einer Magensonde zustimmen.

    • Mittlerweile gibt es 2 Bücher zum Sterbefasten. Was ich zuhause habe trägt den Titel: „Ausweg am Lebensende“ Autoren sind Chabot und Walther. Das andere heißt direkt „Sterbefasten-Taschenbuch“, Autorin Christiane zu Nieden. Ich glaub ich würd jetzt eher dieses nehmen, möcht es mir noch zusätzl. besorgen. .Im Klappentext heißt es: „Der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit – Sterbefasten genannt – ist eine natürliche Form des Sterbens. Der Tod tritt selbstbestimmt aufgrund von Unterlassen, nicht durch eine aktive Handlung ein.“
      („aktive Handlung“ ist ein bisschen doppelt gemoppelt, aber so steht’s da.)

  11. Bravo Ken Jebsen und Dr. Arnold!
    Sehr ausgewogener Beitrag unter nahezu umfassender Berücksichtigung fachlicher, menschlicher und gesellschaftlicher Aspekte. Mir ist bis zu diesem Gespräch noch keine seriöse mediale Auseinandersetzung mit dem Thema Tod, Sterben und Sterbehilfe untergekommen, an deren Ende ich mit einem hoffnungsvollen Lächeln dastand.
    Dieses Gespräch hat geradezu internationales Niveau und wäre durchaus in der Lage, die einschlägigen Fachmedien zu bereichern. Aber vor allem wird hiermit wieder der öffentliche Diskurs angeregt, denn selbst in diesem so privaten bis intimen Lebensbereich versuchen finanzorientierte Lobbys, dem angeblich mündigen Bürger in diesem Land mittels vorgeschobener moralischer Bedenken ďie buchstäblich letzte Freiheit zu nehmen. Als Altenpfleger, der seit 25 Jahren im stationären Bereich tätig ist, kann ich nur bestätigen, dass zusätzlich zur chronischen personellen Unterversorgung die juristische Hilflosigkeit des medizinisch, pflegerischen Personals bei dieser Problematik zum Teil hahnebüchene Ausmaße annimmt. Das daraus resultierende bürokratische Monster schadet letztendlich denen am meisten, die ursprünglich von dieser Form der Regulierung angeblich profitieren sollten, nämlich den direkt betroffenen Patienten bzw. Bewohnern.

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