Vortragsveranstaltung mit Willy Wimmer und Wolfgang Bittner

Kino Babylon
Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin
4. Oktober 2017
19.00 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr)

Eintritt / Ticket: 12,- EUR

 

Der Einfluss der USA auf Europa – Die USA-EU-Russland-Krise

Die USA sind der bestimmende Faktor der politischen Entwicklung im Osten Europas. Seit langem bereiten sie mit geheimdienstlichen Mitteln Umstürze vor, beeinflussen die zentralen Medien und entkernen die Souveränität europäischer Staaten. Die verhängnisvolle Einflussnahme der US-amerikanischen Regierung auf die zentralen Medien und die Politik Europas schildern und analysieren Staatssekretär a.D. Willy Wimmer und der Schriftsteller und Jurist Dr. Wolfgang Bittner kenntnisreich in ihren Büchern „Die Akte Moskau“ und „Die Eroberung Europas durch die USA“.

Bereits 1961 warnte der US-Präsident und ehemalige Generalstabschef der Armee, Dwight D. Eisenhower, vor den verhängnisvollen Verflechtungen und Einflussnahmen des „militärisch-industriellen Komplexes“ auf die Politik der USA. „Das Potenzial für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen“, sagte Eisenhower. „Wir dürfen es nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet.“

Wie recht Eisenhower hatte und wie sehr die destruktive „Macht dieser Kombination“ die Wirklich- keit bestimmt, wird deutlich, wenn wir uns die gegenwärtige politische Weltlage ansehen. Wohin wir auch blicken: Konflikte, fortschreitende Verschärfung der sozialen Verhältnisse, Chaos, Gewalt, Kriege, zumeist verursacht von den USA oder unter deren maßgeblicher Beteiligung.

Daran hat sich auch nach dem Regierungswechsel in Washington und der Ablösung einer mafiös-elitären Politiker-Kaste durch eine andere, elitär-kapitalorientierte Interessengruppe erst einmal nichts Wesentliches geändert. Die Präsidentschaftswahlen in den USA im November 2016, die demokratische Gepflogenheiten weit verfehlten, brachten einen von den führenden westlichen Politikern und ihren Leitmedien verabscheuten und über Monate hinweg verteufelten Kandidaten ins Weiße Haus: Den polternden Donald Trump. Allerdings hatte er versprochen, das Verhältnis zu Russland zu verbessern, was Empörung und Widerstand unter seinen Gegner hervorrief.

Spätestens im März 2017 zeigte sich, dass die von Donald Trump ausgehenden Signale widersprüchlich, regellos, teilweise wirr und chaotisch sind. Hinzu kommt, dass es in seinem Stab unter den zum Teil konservativ-reaktionären Ministern und Beratern starke Kräfte gibt, die an der NATO-Politik Obamas und seiner Vorgänger festhalten wollen. Dagegen wird Trump – so war von Anfang an zu befürchten – wenig ausrichten können, zumal er selber die weltpolitische Situation offensichtlich nicht einzuschätzen vermag. Die weitere Richtung scheint vorgegeben zu sein: Im Verhältnis zu Russland hat sich durch den Regierungswechsel von Obama zu Trump zunächst nichts zum Positiven geändert, im Gegenteil, die NATO wird noch mehr aufgerüstet. Und im Hinblick auf den Iran und China hat sich die Lage verschlechtert.

Die Einstellung Trumps und seiner Regierung zu Russland wird schließlich längerfristig zeigen, wohin der Weg führt, zunächst vor allem hinsichtlich der Krisen in Syrien, dem Irak und in der Ukraine. Manches lässt bedauerlicherweise nicht darauf schließen, dass Trumps Denken und seine Ziele primär dem Frieden in der Welt gelten, auch wenn er davon spricht. Vielmehr steht über allem seine Botschaft: „America First!“, und es hat den Anschein, dass ihm dieser nicht durch Ethik, Moral oder Vernunft gezügelte „Patriotismus“ Macht und Mehrheit in seiner Partei, im Kongress und in der Wirtschaft sichern soll, auch in Kreisen des militärisch-industriellen Komplexes, der Waffen-, und Bankenlobby und in der verarmten, verunsicherten Bevölkerung, die ihn gewählt hat.

Die Situation ist und bleibt unübersichtlich und brandgefährlich. Willy Wimmer und Wolfgang Bittner werden unter anderem auf die Zuspitzung des Konfliktes mit Russland und die aktuellen Entwicklungen unter Präsident Trump eingehen.

Willy Wimmer: „Die Akte Moskau“, Verlag zeitgeist Print & Online, Höhr-Grenzhausen 2016.

Wolfgang Bittner: „Die Eroberung Europas durch die USA. Eine Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung“, erweiterte Neuausgabe, Westend Verlag, Frankfurt am Main 2017.

Willy Wimmer gehörte 33 Jahre dem Deutschen Bundestag an. Von 1985 bis 1988 war er verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU, anschließend bis 1992 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Er spielte eine bedeutende Rolle bei der deutschen Vereinigung und der Integration von Teilen der Nationalen Volksarmee der DDR in die westdeutsche Bundeswehr. 1999 wandte er sich gegen eine deutsche Beteiligung am Jugoslawien-Krieg. Von 1994 bis 2000 war Wimmer Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

2016 erschien von ihm „Die Akte Moskau“, ein zeitgeschichtlich-biografisches Werk, in dem er auf die bedenkliche Entwicklung der letzten Jahre eingeht.

Wolfgang Bittner lebt als Schriftsteller in Göttingen. Der promovierte Jurist verfasst Bücher für Erwachsene, Jugendliche und Kinder, erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen und ist Mitglied im PEN. Von 1996 bis 1998 gehörte er dem Rundfunkrat des WDR an, von 1997 bis 2001 dem Bundesvorstand des Verbandes deutscher Schriftsteller.

Wolfgang Bittner war freier Mitarbeiter bei Zeitungen, Zeitschriften, Hörfunk und Fernsehen und veröffentlichte mehr als 60 Bücher, zuletzt im Westend Verlag „Die Eroberung Europas durch die USA“. Darin legt der Autor detailreich die Strategie offen, mit der die USA ihre Interessen in weiten Teilen Europas ohne jede Rücksicht und Abwägung durchsetzen.

Hier der Link zum Kartenvorverkauf: http://www.babylonberlin.de/literaturlive.htm#Mi,_4._Oktober_2017__19.00_Uhr

3 Kommentare zu: “Vortragsveranstaltung mit Willy Wimmer und Wolfgang Bittner

  1. Auch sehr empfehlenswert:

    Wiederkehr der Hasardeure: Schattenstrategen, Kriegstreiber, stille Profiteure 1914 und heute
    von Wolfgang Effenberger und Willy Wimmer

    Die Entwicklung, welche zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führte, wird heute zumeist an den Bündnisverpflichtungen innerhalb Europas festgemacht, hinzu kommen Fehlurteile sowie Selbstüberschätzung bei den Mächtigen, allen voran bei Kaiser Wilhelm II. Das jedoch ist zu kurz gegriffen. Die Lunte für das explosive Gemisch wurde schon Jahre zuvor an anderer Stelle gelegt.
    Das vorliegende Buch beschreibt den Weg in die Katastrophe, identifiziert die Kriegstreiber und erläutert deren Motive und Ziele. Dabei wird deutlich, dass es sich keineswegs um Schlafwandler, sondern um kühl kalkulierende, machtbesessene Hasardeure handelte. Sie finden sich unter Politikern, Militärs, Unternehmern und Bankiers, die ihren Einfluss häufig aus zweiter Reihe ausüben. Völlig unterschätzt wird das Wirken verdeckter Netzwerke, deren Wurzeln in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückreichen.
    Heute, ein Jahrhundert später, wird erneut ein Konflikt der Großmächte heraufbeschworen, und die Massenmedien stimmen wie seinerzeit in den Kriegskanon ein. Wolfgang Effenberger zeigt anhand einer Vielzahl an Quellen, wie sich die Muster gestern und heute gleichen, ja dass heute sogar noch perfider vorgegangen wird. Besondere Betrachtung finden der Aufstieg der USA zur Weltmacht und die Aushebelung des Völkerrechts seit 1999.
    Willy Wimmer ergänzt den primär historischen ersten Teil durch seine Überlegungen sowie eine Einschätzung der aktuellen Lage, welche er aus einer Vielzahl an Gesprächen und Besuchen während seiner aktiven politischen Zeit gewonnen hat. Eine der zentralen Fragen lautet dabei, wer in Deutschland künftig über Bundeswehreinsätze zu entscheiden hat. Wimmers biografische Notizen machen das vorliegende Werk zu einem Dokument der Zeitgeschichte.
    ISBN-10: 3943007073

    Aktuell:

    Ex-Botschafter: Warum die USA nie ihr Militär aus Deutschland abziehen werden

    Trotz Kontroversen in Bezug auf die Finanzierung der Nato werden die USA nicht ihre Truppen aus Deutschland abziehen, auch wenn Berlin sich weigert, die Militärausgaben aufzustocken. Diese Ansicht vertritt der ehemalige Botschafter der Sowjetunion und Russlands in Deutschland, Wladislaw Terechow.

    „Die USA forderten von Deutschland die Erhöhung der Militärausgaben, und damit begann die ganze Geschichte. Deutschland muss klar sein, dass es sich bei allen Drohungen – wenn sie nicht zahlen, werden wir sie auch nicht schützen – nur um leere Floskeln handelt, weil die USA davon überzeugt sind, dass sie in Europa unter allen Umständen präsent sein müssen“, sagte Terechow während einer Gesprächsrunde des Sinowjew-Klubs in der Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya.

    Er erinnerte daran, dass die Amerikaner bereits Ende der 1980er Jahre, als die Wiedervereinigung Deutschlands im Gange war, Bundeskanzler Helmut Kohl bei Treffen mit US-Präsident George Bush zu verstehen gaben, dass die Russen sich aus Deutschland und Polen zurückziehen müssen und die Amerikaner bleiben werden – nicht nur die Armee, sondern auch der Atomschild, weil sie sich ohne den Abwehrschild nicht außerhalb ihres Territoriums aufhalten können.
    https://de.sputniknews.com/politik/20170706316469144-warum-us-armee-deutschland-nicht-verlassen-wird-botschafter/

    Und immer wieder gerne zitiert:

    „Admiral Mahan liefert den Plan zur Welterboberung. Der Schlüssel liegt in der Beherrschung der Weltmeere. Beabsichtigt ist hierbei nicht in erster Linie die Annexion fremder Gebiete, sondern deren nachhaltige Kontrolle durch einheimische, den USA ergebene Eliten. Das ist kostengünstiger als langfristig überall Besatzungstruppen zu postieren. Hauptsache, die Geschäfte der USA verlaufen reibungslos im globalen Maßstab.“

    (Hitlers amerikanische Lehrer: Die Eliten der USA als Geburtshelfer der Nazi-Bewegung, Hermann Ploppa, S. 270, Abs. 1)

    • Die zwei Weltkriege haben ihre Ursache in den französischen Angriff von 1870.
      Dadurch entstand ein vereinigtes Deutschland, was durch das Britische Weltreich als Bedrohung gesehen wurde.
      Britische Aussen Politik seit 1900 ungefähr war nur gegen Deutchland gerichtet, auch nach Versailles.
      Britische Politiker sprachen offen über Britische Kontrolle von zentral Europa.

      Eein Buch wie
      Alice Teichowa, ‚An economic background to Munich, International business and Chechoslovakia, 1918- 1938‘, London 1974
      zeigt wie mitte 30er Jahre ein Grossteil des Tsjechoslovakisches Nationales Einkommen nach England ging.

      Philip M. Taylor, ‚ The Projection of Britain, British Overseas Publicity and Propaganda 1919_1939‘, Cambridge 1981
      macht deutlich wie das Empire versuchte seine Herrschaft zu behalten.

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