„Verstand ohne Mitgefühl führt in den Wahnsinn“

Ein Interview für das Online-Magazin RubikonKonstantin Wecker im Gespräch mit Florian Ernst Kirner über notwendigen Widerstand gegen kapitalistische Zumutungen.

Konstantin Wecker und Prinz Chaos II. im Gespräch – über Verachtung, Wut und Pazifismus und die heillose Verrücktheit der sogenannten Elite, über Markus Lanz und Donald Trump, den Ausstieg aus dem kapitalistischen Gewaltapparat, das Scheitern an eigenen Ansprüchen und über einen millionenfachen Aufstand der Leisen.

Hier weiterlesen: Rubikon-Beitrag.

Foto: Thomas Karsten

47 Kommentare zu: “„Verstand ohne Mitgefühl führt in den Wahnsinn“

  1. Ist es eigentlich wirklich so gemeint,wie man glaubt zu lesen,dass dieses neue Online-Magazin um Spenden bittet ,um seine Arbeit tun zu können.
    Wenn ich mir die lange Liste von Künstlern und Intellektuellen ansehe,haben bestimmt nicht wenige von Diesen einen Zweit-oder Drittwohnsitz auf Mallorca oder einer anderen hübschen Insel.

    Ist das,was diese Leute schreiben,wirklich dermaßen wichtiger als das,was hier einfache Menschen von sich geben.
    Sollten diese Künstler und Intellektuellen nicht viel mehr beim einfachen Volk mal vorbei schauen,damit sie wissen,wie die Stimmung im Lande ist.Während ein Tolstoi vor 100 Jahren dafür stand,dass seine Bücher kostenlos unter das Volk gebracht werden,-er aber an seiner Frau scheiterte-wird heute das einfache Volk gebeten,für hochbezahlte Künstler zu spenden,damit das Volk deren Botschaft vernehme.

    Ich habe noch von keinem einfachen Mann oder Weib vernommen,dass sie eine Spende erwünsche,wenn sie im Internet etwas schreibe.Und das kann von größerer Brisanz getragen sein als das Geschriebene irgendeines Intellektuellen oder Künstlers.Natürlich wird es nicht die geschliffene Sprache und den gehobenen Ausdruck aufweisen-

    Man könnte sagen,ein solches Online-Magazin kostet Geld,um es in Betrieb zu nehmen. Aber wie die gesamte Infrastruktur oder alle anderen öffentlichen Bereiche sowieso schon vom Bürger bezahlt sind,so ermöglichen auch erst die Gelder des Bürgers das Internet zu ermöglichen und Leitungen zu legen und was alles dazugehört. So wie das Wasser oder die Luft,gehört auch das Internet dem Bürger,weil er es finanziert.

    • Die Luft existiert natürlich sowieso,-aber man warte auf den Tag,dass der Bürger dafür bezahlt,wie für das Wasser oder Öl und Gas.Es gehört allen Menschen,-und die Infrastruktur,um diese Ressourcen zu bergen,bezahlt auch der Bürger. Und um in den Genuss dieser Ressourcen zu kommen,bezahlt der Bürger wiederum.
      Der Bürger bezahlt und bezahlt,um für alles,was ihm sowieso gehört,bezahlen zu dürfen.

  2. 9/11 ein Sinnbild für den Einsturz dieser Zivilisation, die auf Lüge und Gewalt aufgebaut ist und am Ende durch eine pervertiert benutzte Technik(„Dustification“) pulverisiert wird. Die zivilisierte Menschheit hat ihre komplexen Möglichkeiten einseitig und überheblich entwickelt zu einer „Wissenschaft des Todes“ gegen die gesamte Schöpfung, aus der sie selbst hervor gegangen ist. Es war der falsche Weg. Oder?

  3. Nun geht es entgültig zur Sache:
    Trump gibt Militär freie Hand „gegen Terror“ – Dramatische Folgen in Irak, Afghanistan und Syrien
    Was nutzt das ganze Gefasel von Empathie und Mitgefühl. Wir werden dieses Vieh nicht mit lieben Worten einfangen.
    Wenn ein beklopptes Volk Amok laufen will, hilft nur noch Selbstverteidigung. Ich bin für Boykott aller amerikanischer Wirtschaftsgüter und Einrichtungen. Ich kann auch ohne Internet leben.

    • Der Feind ist nicht die USA und deren Wirtschaft-die USA ist genau wie alle Länder in der Hand des Banken-Kartells.
      Diese registrieren die Menschen zu ihrer Geburt mit einer Urkunde und handeln sie an der Börse.

    • Die Zusammenhänge kann man nachlesen im Buch von Michael Tellinger (Ubuntu-Prinzip)

    • Nechludoff:
      Und was soll die Konsequenz sein, wenn ich das Buch gelesen habe. Werde ich dort Verhaltensregeln finden, denen ich a. Vertrauen kann und b. werden sie dieses Mistvieh USA stoppen?

      Ich weiß nicht, ob wir uns nicht langsam lächerlich machen, in dem wir im Intellektuellen Überbau uns einrichten.
      Später können wir uns ja alle gegenseitig bestätigen, dass wir es ja schon immer gewusst haben.
      Aber wissen tue ich das auch ohne Studium von Michael Tellinger.
      Handeln ist gefragt. Und mein Vorschlag ist halt konsequente Verweigerung aller amerikanischer Produkte, so weit ich dazu in der Lage bin.
      Das hat nichts mit der amerikanischen Bevölkerung zu tun, die werden genauso am Nasenring spazieren geführt.
      Das hat was mit verteidigen zu tun.
      Wenn solche Schlagzeilen wie Oben, in die Welt gesetzt werden, dann bekomme ich langsam kalte Füße.
      Oder ist das alles ein lustiges Spiel, welches wir hier spielen, damit wir uns den Tag vertreiben?

      TRUMP GIBT MILITÄR FREIE HAND „GEGEN TERROR“ – Dramatische Folgen in Irak, Afghanistan und Syrien

      Wen da dramatische Folgen steht, so nehme ich an, dass die bereits eingetreten sind. Auf was soll ich da noch warten.

    • Zitieren sie ruhig weiter den Mainstream und verbreiten dessen Gehirnwäsche.
      Wenn sie so aufgeklärt sind,wieso reden sie dann vom „Volk“,das Amok laufen will .
      Viel scheinen sie nicht begriffen zu haben.

    • Ach ja , und zu dem Interviewe, Herr Wecker hält sich ja vornehm zurück und überlässt Florian Ernst Kirner den Part des Kritikers. Außer, das eine neue Platte veröffentlicht werden soll erfahre ich wieder mal nur Allgemeinplätze von Konstantin Wecker. So pflegt man Image ohne sich weit aus dem Fenster lehnen zu müssen.

    • „Die radikale Umkehr der Rhetorik von Präsident Trump in seiner ganzen Außenpolitik geschah anlässlich der Bombardierung des syrischen Flugplatzes Schayrat und der von einem afghanischen Berg.

      Die Welt zitterte vor dieser Kraftentfaltung: 59 Tomahawk-Raketen in Syrien und eine Mega-Bombe GBU-43/B in Afghanistan. Und doch war die Schayrat-Basis schon am nächsten Tag wieder in Betrieb, während „die Mutter aller Bomben“ sicherlich den Zusammenbruch von drei natürlichen Tunnelausgängen verursacht hat, aber nicht den der Kilometer langen unterirdischen Gänge, die im Laufe der Zeit durch fließendes Wasser in dem Berg ausgehöhlt wurden. Kurzum: viel Lärm um nichts.

      Diese beiden Operationen sollten offenbar den tiefen Staat der USA überzeugen, dass das Weiße Haus wieder die imperiale Politik unterstützt. Sie hatten auch den gewünschten Effekt auf Deutschland und Frankreich. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident François Hollande haben ihrem Lehensherrn Beifall gezollt und aufgerufen, mit Syrien Schluss zu machen. Die Überraschung aber kam von woanders…..“

      „Voltairenet“

    • Was wollen sie mir sagen?
      Das Trump, RT Deutschland, die Bundesregierung, Ken Jebsen, NDS, aber auch SZ und BILD, Marionetten sind, welche an den Fäden eines obskuren Kreises von asozialen Kräften hängen, und ein Verwirrspiel mit der Welt betreiben. Ein Zirkel von Menschen, die zwar alle Privilegien einer Welt in unserem Sinn genießen wollen, aber gleichzeitig deren Zerstörung betreiben.
      Ich lebe hier, sitze vor meinem PC und mein Blick auf die Welt ist gerade mal bis in den verschneiten Garten vor meinem Fenster.
      Ihrer wird auch nicht wesentlich weiter sein. Also bleibt mir nur ein Blick in die Medien.
      Alles was ich an Wissen und Unwissen erfahre, stammt nicht aus eigener Recheche.
      Ob nun jemand anderes einen weiteren Horizont hat, ist mir momentan relativ wurscht.
      Wenn ein Auto auf mich zu rast, gehe ich erst mal auf die Seite und frag danach, hatte der Vorfahr.
      Und genauso sehe ich das momentan auch. Wenn ein Land permanent an der Eskalationsschraube dreht, frag ich erst mal nicht, wer sind die Schraubendreher, bzw Nutznießer, sondern ich versuche dem Druck entgegen zu wirken.
      Von daher verstehe ich ihre Argumentation überhaupt nicht, Alles halb so wild. Nur Propaganda.

      Um was geht es ihnen eigentlich?
      Ich schlage lediglich eine Maßnahme gegen einen Aggressor vor, und dass sind in meinen Augen die USA.
      Aber wenn sie die Aggressoren wo anders sehen, können sie das doch sagen. Ich lasse mich gerne belehren.
      Dann überleg ich mir halt wie ich denen in den Arm fallen kann.
      Immer nur auf mysteriöse Bank und Geldverbindungen, Geheimbünde, und Weltverschwörer hin zu weisen,
      bringt einen Afghanen, Syrer, Iraker, keinen Meter in eine friedlichere Welt.
      Ganz im Gegenteil, sie versuchen dieses Elend auch noch herunter zu spielen, in dem sie mir Blindheit vorwerfen, weil ich die Intriganten nicht erkenne.
      Da ist eine Riesenbombe nur Theaterdonner, Ein Raketenangriff nur Silvesterscherz.
      Erklären sie das mal den Hinterbliebenen.
      Oder sind das auch nur Marionetten, die für eine Inszenierung gebraucht werden.

    • Na Nechludoof:
      Hauptsache es blubbert vor sich hin.
      Ich nehme an, das war auch ein Zitat aus ihrem Almanach der Klosprüche.
      Nun aber Fix zur Pisastudie.

    • Sehen sie ,es ist doch so,dass sehr viele Menschen das Spiel der Bankendynastie durchschaut haben-es werden täglich mehr.
      „Die Länder sind Unternehmen und die Welt ist ein Betrieb…wir Sklaven und Vermögen jener sind,die über den Betrieb die Kontrolle ausüben..“Michael Tellinger
      Es ist keine Weltverschwörung wenn aus Menschen juristische Personen gemacht werden-die ganze Ausbeutung und Krieg beruhen darauf,dass Menschen zu einer Sache degradiert werden.Das zu durchschauen erfordert einen gewissen Bewusstseinsprozess. Und dann gibt es die ,die versuchen diese Erkenntnisse zu verhindern und andere,die der Wahrheit helfen,an die Oberfläche zu kommen.
      Bei ihnen scheint klar zu sein,welchem Lager sie angehören.
      Die Wahrheit lässt sich auf Dauer nicht verschleiern,-es wissen bereits zu viele Menschen was gespielt wird.

    • Ich wollte natürlichen sagen ,es ist keine Verschwörungstheorie,wenn aus Menschen juristische Personen gemacht werden.
      Da die Zusammenhänge zu komplex sind,um sie in einem Forum zu erläutern,empfehle ich das Buch von M. Tellinger,das diese offenlegt.

    • Lassen sie die Beleidigung ruhig stehen,offenbart sie doch,dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird und legt sie Zeugnis ab über den Absender.
      Wahrhaft trollig-auch im übertragenen Sinne.

  4. Erich Fromm und sein „Marketing-Charakter“-wunderbar beschrieben in seinem Buch „Haben oder Sein“und liest sich runter wie ein Roman von einem großen Erzähler…mit Erich Fromm hatte ich vor Jahren einen neuen Planeten entdeckt.

    Das oberste Ziel des Marketing-Charakters ist die vollständige Anpassung, um unter allen Bedingungen des Persönlichkeitsmarktes begehrenswert zu sein. Der Mensch dieses Typus hat nicht einmal ein Ich (wie die Menschen des 19. Jahrhunderts), an dem er festhalten könnte, das ihm gehört, das sich nicht wandelt. Denn er ändert sein Ich ständig nach dem Prinzip: „Ich bin so, wie du mich haben möchtest.“ Menschen mit einer Marketing-Charakterstruktur haben kein Ziel, außer ständig in Bewegung zu sein und alles mit größtmöglicher Effizienz zu tun. Fragt man sie, warum alles so rasch und effizient erledigt werden muß, erhält man keine echte Antwort, nur Rationalisierungen wie:„Um mehr Arbeitsplätze zu schaffen“, oder: „Damit die Firma weiter expandiert.“ Philosophischen oder religiösen Fragen, etwa wozu man lebt und warum man in die eine und nicht die andere Richtung geht, bringen sie (zumindest bewußt) wenig Interesse entgegen. Sie haben ihr großes, sich ständig wandelndes Ich, aber keiner von ihnen hat ein Selbst, einen Kern, ein Identitätserleben. Die „Identitätskrise“ der modernen Gesellschaft ist darauf zurückzuführen, daß ihre Mitglieder zu selbstlosen Werkzeugen geworden sind, deren Identität auf ihrer Zugehörigkeit zu Großkonzernen (oder anderen aufgeblähten Bürokratien) beruht. Wo kein echtes Selbst existiert, kann es auch keine Identität geben.

    Der Mensch von heute ist wie eine Ware und hat das Gefühl, sein Wert hänge von seinem Erfolg, von seiner Verkäuflichkeit und von der Anerkennung durch andere ab. Er merkt, daß sein Wert weder auf dem inneren oder auf dem Gebrauchswert seiner Persönlichkeit beruht, noch auf seiner Kraft oder Liebesfähigkeit und seinen menschlichen Qualitäten – es sei denn, er kann sie verkaufen oder hat mit ihnen Erfolg und andere anerkennen ihn.

    Aus diesem Grunde ist die Selbstachtung der meisten Menschen heute sehr leicht zu erschüttern. Sie haben kein Selbstwertgefühl aus der Überzeugung: „Das bin ich, das ist meine Liebesfähigkeit und meine Fähigkeit, zu denken und zu fühlen“; vielmehr fühlen sie sich nur wertvoll, wenn sie von anderen anerkannt werden, wenn sie sich verkaufen können, wenn andere sagen: „Du bist ein wunderbarer Mann“ oder „Du bist eine wunderbare Frau“.

    Ein Selbstwertgefühl, das von anderen abhängig ist, wird immer unsicher sein. Jeder Tag bringt eine neue Bewährungsprobe, und jeden Tag muß man sich selbst und andere davon überzeugen, daß man o.k. ist. Man kann die Situation fast mit der einer Handtasche vergleichen, die auf dem Ladentisch zum Verkauf ausliegt. Jene Handtasche, von deren Art im Laufe eines Tages viele verkauft wurden, könnte am Abend stolz auf sich sein, während eine andere, deren Art nicht mehr ganz der Mode entspricht oder die etwas zu teuer ist oder aus sonst einem Grund nicht so gut verkauft wurde, sich deprimiert fühlen würde. Die eine Handtasche könnte sich sagen: „Ich bin wunderbar“; die andere müßte sich eingestehen: „Ich bin nichts wert“, obwohl die „wunderbare“ Handtasche nicht schöner, brauchbarer oder von besserer Qualität sein muß als die andere. Die nicht verkaufte Handtasche müßte das Gefühl haben, daß man sie nicht haben will. Der Vergleich zeigt, daß der Wert einer Handtasche von ihrem Erfolg abhängt, also davon, wieviel Käufer aus irgendeinem Grund die eine der anderen vorziehen. …

    • Habe vergessen den zitierten Text in Anführungszeichen zu setzen.

      Das beschriebene Selbstwertgefühl erscheint mir sehr wichtig,weil es eben kein wahres Selbstwertgefühl ist.
      In unserer Gesellschaft wird das oft benutzt,um die Menschen zu manipulieren und ihnen ein schlechtes Gewissen einzureden.
      Da heißt es dann oft in den Medien,dass der Mensch die Arbeit benötigt,für sein Selbstwertgefühl.Und da viele Menschen wirklich nur ihren gesamten Selbstwert von aussen beziehen,kann man sie so manipulativ dazu „drängen“,jede Arbeit anzunehmen,-mal ganz verkürzt ausgedrückt.Unsere Gesellschaft benötigt geradezu und lebt von Menschen mit keinem bzw. nur dem Schein-Selbstwertgefühl.

      Ein wahres Selbstwertgefühl besteht ja in dem festen Glauben,dass man ein Mensch ist ,den es so nur einmal auf der Welt gibt. Ein Mensch mit einem wahren Selbstwertgefühl weiß worin die menschliche Würde besteht.

    • Ja, unbedingt alles von Romm lesen!
      Auch: Zen Buddhism & Psycoanalysis (Fromm, Suzuki, De Martino)

    • Ja,das kleine Büchlein „Zen-Buddhismus und Psychoanalyse“ ist eine schöne Schatztruhe von Gedanken,-wie etwa eine Sache,die ich mir angestrichen habe „Alles Äussere sagt dem Individuum dass es nichts ist,während alles Innere es davon überzeugt,dass es alles ist“

  5. Das Problem ist doch, dass sogar unsere Sprache schon durchsetzt ist von dieser für unsere Art leider heute deutlich erkennbare geistige Erkrankung namens Überheblichkeit als unantasbare „Krone der Schöpfung“. Ein typisches Beispiel dafür sind gerade diese beiden Worte „Ratio“ bzw. Vernunft und „Emphatie“ bzw. Gefühl oder Mitgefühl. Das sogenannte „Rationelle“ in unserer „Wissenschaft“ und Industrie ist ja nur in Bezug auf den direkten monetären Profit „rationell“. Im Gesamten betrachtet ist es ein unmenschliches, zwanghaftes und krankhaftes in unserer Spezies gewachsenes geistiges Krebsgeschwür. In Wirklichkeit ist die höchste Vernunft, derer Mensch überhaupt fähig sein kann, die All-umfassende Liebe. Diese wertet nichts an sich ab oder auf, sondern erkennt das Wesen aller Dinge intuitiv und mit Hilfe aller gut intakten Sinne und sieht sich nicht selber als alles überlickender Richter oder Berechner auf einem Podest. Das Wesentliche dabei ist die Achtung vor dem Leben, vor dem Wunder der gesamten Schöpfung und die Freude an ihrer Schönheit.

    • Ratio steht ja für ein Verhältnis. Wir vergleichen also und ziehen Schlüsse daraus oder urteilen auf Grund von Vergleichen. Gott bittet uns darum nicht zu vergleichen, wir sollen uns kein Urteil bilden. Er ist es der urteilt. Wir sollen in Liebe leben. Nun durch vergleichen entsteht Neid, Hass, Verleumdung. Möglicherweise ist das ja der Konflikt in dem wir sind. Auf der einen Seite müssen wir alles miteinander vergleichen und erklären und auf der anderen Seite wollen wir in Frieden und Liebe miteinander Leben. Dadurch entsteht ja schon eine Spaltung des Menschen, wir sind alles gespaltene Menschen da keiner von uns ohne Vergleichen auskommt. Auch ich selber stelle gerade fest das diese Spaltung eines meiner größten Probleme (Herausforderung) ist, hmmm nun was mache ich jetzt. Weniger Vergleichen ist vermutlich sehr empfehlenswert. Gerechtigkeitssinn entsteht aber auch durch Vergleich, ich bin ehrlich gesagt in einem Dilemma.

    • Das Denken hat immer etwas Spalterisches. Muss es wohl haben, weil es tatsächlich immer etwas mit dem Vergleichen zu tun hat, wie du sagst. Aber das trennende Denken, wo Du allein auf Dich gestellt bist, ist ja kein Dauerzustand. Wir haben doch alle von Natur aus gemeinsame Zuflüchte, wenn unsere Psyche noch halbwegs gesund funktioniert. Dann haben wir gemeinsam Achtung vor dem Leben und lieben es und damit Freude und Lachen und auch unsere gemeinsame Trauer. Ich war in meiner Studienzeit einmal sehr überrascht, dass ein Kommilitone plötzlich aufsprang und mir ganz begeistert die Hände schüttelte, nachdem ich nur gesagt hatte, dass ich eigentlich nur deshalb denke, weil ich die Wirklichkeit sonst nicht ertragen kann. Dass ich nur denke, wenn etwas weh tut. Man könnte also in Abwandlung des Descarteschen Ausspruches sagen: „Ich fühle- also denke ich!“

    • Ja, das ist schön. Du bist schon einen Schritt weiter. Viele können die Wirklichkeit nicht ertragen weil sie denken? Oder, ich bin mir auch nicht sicher jedenfalls mehr geben, weniger vergleichen. Es geht vermutlich in beide Richtungen aus Gefühlen werden Gedanken und aus Gedanken werden Gefühle? Zumindest mal ein Ansatz für mich das Dilemma aufzulösen. Alles Gute.

    • Es wäre alles gar nicht so kompliziert, wenn wir im emotionalen Bereich keine Spaltung hätten. Die Spaltung ist durch den Speziesismus vollzogen worden.

    • Es gibt keine humanitären Kriege. Ergo ist ihre Aussage einfach Blödsinn.
      Ich glaube nicht das es sich um Mitgefühl handelt wenn Verblendete für den krieg in Libyen oder Irak waren.
      Das ist auch bei denen nur ein Vorwand. Es ist Bösartigkeit die zu den Kriegen führt und diese Bösartigkeit ist halt auch bei Menschen vorhanden die als junge Mädchen Peace rufen und für einen Einsatz gegen den Gaddafi sind, sie fühlen sich zwar im Recht, nur ihre Motivation für den Krieg ist nicht Mitgefühl sondern Bösartigkeit und wenn es nur darum geht das eigene System zu bekämpfen. Genauso bei allen Rebellen oder dem IS, sie unterscheiden sich nicht sonderlich von den Demokraten die für den Krieg hetzten, sie alle fühlen sich im Recht nur Mitgefühl, ne Fehlanzeige. Das sind eben die Psychopathen, nicht nur in den Führungsebene, die Psychos gibt es massenweise in allen Schichten.

    • Pingu,

      mit, da hier die Instrumentaliserung von Gefühlen angesprochen wird.

      Arrrrggggggg,

      ich denke der Nutzer Pingu bezog sich auf die Vergewaltigung des Mitgefühls vermittels Lügen.
      Man könnte es humanitäre Kriege nennen. Verwendet wird es als humanitäre Intervention, es ist dann nicht so negativ besetzt wie Krieg.
      Zudem ist es dann doppelt heimtückisch, denn interveniert wird schließlich nur, um eine Gemeinheit zu unterbinden.

    • Sie haben anschienend Ihre Kontaktlinsen vergessen. Schauen Sie noch einmal genau hin, dann werden Sie mit etwas Glück die Anführungszeichen um das Wort „humanitär“ erkennen.

    • Der Vollständigkeit wegen möchte ich noch anmerken, daß im vorliegenden Gespräch natürlich nicht der Missbrauch des Mitgefühls gemeint war. Dennoch ist die Erwähnung des Missbrauchs notwendig.

    • Ja, aber ich stelle auch in Frage ob es bei den Menschen bei denen angeblich Mitgefühl durch Lügen ausgelöst wird es sich wirklich um Mitgefühl handelt. Also die Pervertierung ist ja schon das die USA und die Verbündeten also die Rebellen, Saudi Koalition, EU ohne Skrupel und geplant mittels Giftgas Menschen umbringen. Dann diese False Flag als Grund hernehmen noch mehr Menschen umzubringen mittels Tomahawk Raketenangriff. Dann alle EU Außenminister die gleiche Scheiße von sich geben und auf Assad zeigen und sagen „Er war es, er hat die Kinder mit Giftgas umgebracht, obwohl sie ganz bestimmt wissen wie es war“ Und das soll dann eine Akzeptanz bei den Menschen auslösen die auf Mitgefühl beruht????? Eher auf Gleichgültigkeit bis man hat halt eine Rechtfertigung und braucht kein schlechtes Gewissen mehr haben. Es ist halt eine Bestätigung das man eh im Recht ist und damit ist die Welt wieder in Ordnung. Das EGO Arschloch wird einfach bestätigt und sonst nichts. Wenn darauf hin eine sogenannte „humanitäre Intervention“ stattfindet und noch viel mehr Menschen umbringt so beruht die nicht auf Mitgefühl, sondern einfach auf Befriedigung des EGO Arschlochs. Auf das wollte ich hinaus. Die Anführungsstriche habe ich schon gesehen.

    • Arrrrggggggg,

      am Beispiel der sog. Humanitären Intervention tritt sehr deutlich hervor, da die Protagonisten möglichst rasch und ohne analytischen Diskurs vorgehen, daß sie versuchen ihr Anliegen nur noch auf der Emotionsebene durchzudrücken.
      Besonders deutlich wurde dies, wie von ihnen erwähnt, während der kürzlichen Attacke unter falscher Flagge in Syrien.

      Einerlei welche Gefühle sie dabei ansprechen, Hass, das Ego welches auf Rache sinnt oder Mitgefühl um weitere Opfer zu verhindern.
      Alle Gefühle lassen sich instrumentalisieren, solange der Verstand ruht.

    • ich halte das halt eher für eine Beruhigungspille oder Droge, man reicht den Massen einen Joint und die Masse lehnt sich wieder zugedröhnt in den Sessel und schaut Fernsehn, Dr. House oder CIA Miami, Friends und geben sich ein Küsschen oder dumm – dümmer – Nerd, oder was weiß ich was es da gibt.

    • Box: Was Sie hier argumentativ betreiben, ist genau das, was ich unter „Diskriminierung des (Mit-)Gefühls“ verstehe. Angst z.B., womit in der gesamten Weltpolitik am meisten gearbeitet wird, ist eine erzwungene Reaktion, so wie es Schmerzen sind, die Gefolterten zugefügt werden. Mit dem alles verbindenden Mitgefühl, was auf dem Ur- Wissen gründet, dass „alles Eins“ ist und alles in der Welt auf jedes reagiert, hat das nichts zu tun. Im Gegenteil.
      Von echten Gefühlen kann man nur sprechen, wenn sie frei sind und nicht, wenn sie erzwungen werden.

    • Wir können m.E. sowieso nicht derart über „Gefühl“ und „Verstand“ diskutieren, als ob eins davon getrennt vom anderen wirken könnte. Viel mehr ist es so, dass wer tief und weit fühlt, auch tief und weit denkt. Da müssen wir eher schauen, wo unser Denken im Laufe der geschichtlichen Entwicklung beschnitten worden sein könnte, genau so, wie unser Fühlen. Die These, dass wer „zu viel“ fühlt, „zu wenig“ denkt, ist doch eine typische Zwangsvorstellung dieser Profitgesellschaft.

  6. In ihrer Anpassung an marktförmige Lebens- und Existenzbedingungen entwickeln die Menschen eine bestimmte Art von Tüchtigkeit, von Wendigkeit und Flexibilität – eine ganze Reihe von Eigenschaften, die einem Vorteile im täglichen Rattenrennen eintragen. Dazu gehört auch eine bestimmte Art der Härte gegen sich und andere. Sie verlieren aber dafür alle die Eigenschaften, die dem im Wege stehen und die wir bis vor kurzem als die gerade menschlichen angesehen haben. Die Menschen werden den Maschinen immer ähnlicher, die sie bedienen und in die sie mehr und mehr hineinkriechen.

    Das Leben unter den Bedingungen des losgelassenen Marktes bringt einen Menschtyp hervor, der dem von Psychiatern wie Cleckley und Hare diagnostizierten „Psychopathen“ ähnelt. Dieser wird als psychisch frigide, oberflächlich charmant, durchsetzungsfähig, fokussiert, skrupellos, ausschließlich an privater Nutzenmaximierung interessiert und empathielos beschrieben. Wer diese Eigenschaften aufweist, hat beste Chancen, sich im neoliberalen Existenzkampf zu behaupten.

    Dieses Denken, heißt es in André Gorz‘ Kritik der ökonomischen Vernunft, bringt schließlich eine Maschine hervor, „die das Denken der Äußerlichkeit durch die Äußerlichkeit dieses Denkens selbst ersetzt und seitdem als Bezugspunkt für den menschlichen Geist dient: der Computer, gleichzeitig Rechenmaschine und ‚künstliche Intelligenz‘, Maschine zur Komposition von Musik, zum Schreiben von Gedichten, zur Krankheitsdiagnose, zur Übersetzung, zum Sprechen … Die Fähigkeit zum Entwurf von Maschinen begreift sich schließlich selbst als Maschine; der Geist, der in der Lage ist, wie eine Maschine zu funktionieren, erkennt sich in der Maschine wieder, die in der Lage ist, wie er selbst zu funktionieren – ohne zu begreifen, dass in Wirklichkeit die Maschine nicht wie der Geist funktioniert, sondern nur wie jener Geist, der gelernt hat, wie eine Maschine zu funktionieren.“

    Mir scheint, wir waren schon mal weiter: Fritjof Capra, The Tao of Physics; Erich Fromm, The Sane Society; David Bohm. Noch weiter zurück:Aristoteles (Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile); Leibniz, Schelling, Hölderlin.

    • Sokrates, Pythagoras, Jesus von Nazareth…usw. Aber das war, genauso wie auch heute noch, immer nur die Spitze der geistigen Pyramide und meistens verfolgte, verfemte oder auch zum Tode verurteilte Minderheit. Von Aristoteles bin ich gar nicht so begeistert, er hatte auch schon faschistische Tendenzen. Zum Beispiel ist belegt, dass er zeitlebens behauptete, Frauen hätten weniger Zähne als Männer, obwohl er selber Sohn eines Arztes war.
      Er hatte sich offensichtlich noch nicht einmal die Mühe gemacht, bei seiner eigenen Frau nachzusehen. Pythagoras wurde auch verfolgt und ist mit seiner Schule nur deshalb nicht vernichtet oder getötet worden, weil er so clever war, immer rechtzeitig umzuziehen in ein anderes Land.
      Ich glaube, wir kommen nicht umhin, diese ganze Zivilisation in Frage zu stellen, weil sie von Grund auf auf dem Herrschaftsdenken aufgebaut ist und selbstverständlich immer auf Unterdrückung und Gewaltanwendung gebaut hat.

    • „Es kommt gewiß nicht bloß auf das Äußere einer Frau an. Auch die Dessous sind wichtig.“(Karl Kraus) Ist das faschistisch?

      Ich gebe zu, ich habe es stets unterlassen, die Zähne bei einer Frau zu zählen. Das lag wohl daran, daß mich weichere Körperteile mehr verführten. Wenn mir dann gelegentlich eine die Zähne zeigte, dann zog ich es vor, mich aus dem Staub zu machen. Ans Zählen dachte ich nicht.
      Denn beim Biß ist die Zahl der Zähne schließlich nicht ausschlaggebend.
      Wie auch immer, wenn es um Frauen geht, sind Männer für vom ’normalen‘ geistigen Zustand abweichende Zustände geistiger und sinnlicher Erregung anfällig.

    • Zu Herrschaft, Unterdrückung und Gewalt.
      Ich denke, bei Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnissen trägt der Beherrschte und Unterdrückte seinen Teil bei. Dazu fällt mir Max Sirner ein:

      „Allein in der Furcht bleibt immer noch der Versuch, sich vom Gefürchteten zu befreien… Dagegen ist’s in der Ehrfurcht ganz anders. Hier wird nicht bloß gefürchtet, sondern auch geehrt: das Gefürchtete ist zu einer innerlichen Macht geworden, der Ich Mich nicht mehr entziehen kann… Ich bin vollständig in seiner Gewalt und versuche die Befreiung nicht einmal mehr… Ich und das Gefürchtete sind Eins.“

      Liebe, Treue, Nationalgefühl etc., wenn gefürchtet und geehrt wird, wenn das Geehrte zur inneren Macht wird, wenn man vollkommen in der Gewalt des Geehrten ist, wenn das Geehrte das Gefürchtete wird, wenn Ich und das Gefürchtete Eins werden, wenn die Befreiung nicht einmal mehr versucht wird.

      „Few men who have liberated themselves from the fear of God and the fear of death are yet able to liberate themselves from the fear of man. “ Lin Yutang (1895–1976), Chinese-born writer and philologist.

  7. Ein wesentliches Gespräch, daß das zugrundeliegende Dilemma, die Krankhaftigkeit und Irrationalität der Systemprotagonisten, gut herausarbeitet.

    Ein Punkt wird, nach meinem Empfinden, zu undifferenziert behandelt.
    Gefühle, wobei ich hauptsächlich die Negativen meine, ob mit oder ohne Verstand, sind gleichfalls ein hervorragender Nährboden für Wahnsinn.

    So leid es mir tut.
    Bisher konnte ich keine Herrschaft der Ratio oder die reine Ratio, bevorzugt nenne ich es ganzheitliches Denken, wahrnehmen, viel mehr das Gegenteil..
    Der Wahnsinn dieser Zeit nährt sich vordergründig aus dem Ansprechen der niedersten Instinkte, wobei die Herrschenden hier ihr eigenes Empfinden auf den Rest projizieren.
    Ein ausgebildeter Verstand, das Verstehen der Konsequenzen, ein ganzheitliches Denken, würde einem dieses selbstzerstörerische Verhalten bewußt machen.
    Man muß schon schon mit einem ordentlichen Selbsthass und/oder Todessehnsucht ausgestattet sein, um dann nicht von diesem Weg abzulassen.

    Verstand und überwiegend positive Gefühle sind Bestandteil eines ausgewogenen Gemüts.

    Wie man sich Soziopathen züchtet wird in einem weiteren Artikel vom Rubikon recht gut dargestellt:

    „Kadavergehorsame Faschisten hingegen wachsen heran, wenn man Kinder schon vor Beginn der Pubertät bestens vorbereitet auf ihr weltumspannendes Berufsleben, ganz gleich, ob sie dann später „Babynahrung produzieren oder Landminen“ (Volker Ladenthin), und sie porentief gehirngewaschen organisiert wie die effektivsten Betriebssysteme, ohne Herz und ohne Charakter, im allzeitigen Wissen, dass der Sinn des Lebens aus Selbstoptimierung und Siegen im Wettbewerb besteht.“

    Hurra, hurra, die Schulpflicht brennt!, Sven Böttcher, Rubicon

  8. Verstand ohne Mitgefühl führt in den Wahnsinn. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!
    Das ist mir schon seit vielen Jahren sowas von bewusst! ich habe eben das ganze lange Interview meinem Mann vorgelesen. Jawohl, es stimmt alles so weit. Aber es genügt uns schon der eine Titel-Satz. Leider kommt einmal mehr das Mitgefühl für unsere total ausgeliieferten empfindsamen Mit-Lebewesen nicht mit einem Wort vor! Von da her ist es leider für uns wieder nur nicht mehr als eine Bestandsaufnahme von allem, was bisher nicht im Sinne von Mitgefühlsvermehrung in der Gesellschaft gegriffen hat. Logischerweise Ein mitleidlos Tier-vernutzender Pazifist ist ein Widerspruch in sich! Ich bin jetzt nur gespannt, ob ich diesen ersten Schritt des Mitempfindens über den immer noch üblichen Speziesismus hinaus noch erlebe! Es ist der erste Schritt zur wirklichen Heilung des global agierenden, gesellschaftlich getragenen Wahnsinns. So lange dieser nicht erfolgt, kann es keine Heilung geben.

    • Liebe Veganislove, das sehe ich genauso. Das Ignorieren des Tierleids durch die neuen Medien, wie sie im Interview bezeichnet werden, erfolgt beinahe genauso konsequent wie die Unterdrückung der Wahrheit über den Kapitalismus durch die MSM. Das ist für mich immer wieder auf’s Neue enttäuschend. Und ich frage mich, woran das liegt. Ist das Bewußtsein wirklich noch nicht soweit, oder befürchtet man, die derzeit eh schon schwache Friedensbewegung durch dieses Thema zu spalten und dadurch noch mehr zu schwächen? Wie auch immer, umso wichtiger sind die wenigen Menschen, die den Tieren ihre Stimme geben.

    • Du bringst es mal wieder genau auf den Punkt mit diesem Satz über das Ignorieren des Tierleids, das in den „neuen Medien“ genauso konsequent erfolgt, wie die Unterdrückung der Wahrheit über den Kapitalismus durch die MSM. Ich rätsele auch noch immer daran herum, woran das liegt. Es hat jedenfalls nichts mit dem Intellekt oder mit dem Bildungsstand zu tun. Es ist eine andere Form der Blindheit. Wirklich begreifen können wir ja nur das, was wir emotional irgendwie nachvollziehen können. Diese Form von Intelligenz ist scheinbar in dieser Welt verkümmert, sogar bei Menschen, die genau dieses ansprechen und bemängeln wie hier in diesem Dialog. Dazu ist es sehr gut, das Buch „The WorldPeaceDiet“ des US-Soziologen Will Tuttle zu lesen. Seit letztem Jahr in Deutsch unter dem Titel: „Ernährung und Bewusstsein“. Ich glaube schon lange, dass vor sehr langer Zeit diesbezüglich eine unnatürliche Abspaltung des Empfindens in der Psyche der Menschheit statt gefunden haben muss aus Gründen, die noch im Dunkeln liegen. Es gibt da z.B. diese Eiszeittheorie, mit der vermutet wird, dass an verschiedenen Stellen der Erde Menschen, die vom Eis eingeschlossen waren, zu „Eisrandjägern“ mutieren mussten, um zu überleben. Und dass die Fähigkeit, von tierischem Protein zu leben, nicht etwas ursprünglich natürlich war, sondern eine aussergewöhnliche Anpassung unter Auslese der Überlebensfähigsten. Die industrieunabhängigen Ernährungsforscher sind sich ja schon lange einig, dass der Mensch von Natur aus nicht eine omnivore und schon gar keine karnivore Anlage hat, sondern eine frugivore.

    • Ja, ich denke auch, daß in Zeiten, in denen die Nahrungsversorgung nicht gewährleistet war, der Drang, zu überleben die Tierausbeutung befördert hat. Das ist für mich auch nachvollziehbar. Aber wir, die Nachkommen dieser Zwangs-Fleischesser, kamen doch alle mit einem Gewissen auf die Welt, das dieses Ausbeuten wieder infrage stellen sollte. Und da kommt aus meiner Sicht die Sozialisation ins Spiel. Kinder wachsen in einem tierausbeutenden Umfeld auf und übernehmen dieses Verhalten als „normal“. In meinem Dorf sind neulich die Kindergartenkinder zum Metzger gegangen und haben Würste hergestellt. Im Ferienprogramm geht’s mit dem Jäger in den Wald. Wenn man in einem Umfeld lebt, in dem man Veganer nur vom (abwertenden) Hörensagen kennt, ist das Umdenken schwierig. Und selbst wenn man es im Kopf geschafft hat, bleibt bei vielen noch die Angst, aus der vorgegebenen Rolle auszubrechen und sich sozial zu isolieren. Da ist das Tierleichen-Konsumieren für viele leichter zu verkraften.
      Von einem Konstantin Wecker oder Florian Kirner kann man aber etwas mehr Kampfgeist erwarten.

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