Von der Würde der Tiere II

von Dirk C. Fleck.

Am 22. September 2016 veröffentlichte KenFM meinen Artikel „Von der Würde der Tiere“, der mit 647 Kommentaren bei den Top-Beiträgen bis heute mit weitem Abstand den ersten Platz einnimmt. Dies zeigt doch, wie sehr das Thema den Menschen am Herzen liegt. Als ich in einem Facebook-Post vor kurzem jedoch die Frage stellte, warum sich trotz aller Kenntnis über die „Fleischgewinnung“ nichts nennenswertes zu verändern scheint, duckten sich die meisten User weg. Warum essen so viele von uns nach wie vor Fleisch? Fragt euch das bitte, heißt es in dem Post, der gerade einmal sieben Likes erhielt. Ein erschütterndes Echo, wie ich finde. Es zeigt, wie schnell wir mit unserer Empörung zur Stelle sind, aber wenn es gilt, aus der schrecklichen Erkenntnis, wie mit unseren Mitwesen verfahren wird, persönliche Kosequenzen zu ziehen, scheint das milliardenfache Leid der Tiere, das sich täglich vor unser aller Augen abspielt, nicht zu zählen.

Für mich ist dies ein weiterer Beweis dafür, wie schwer wir uns damit tun, ein neues Bewusstsein zu entwickeln, das die Welt zu einem besseren Ort machen könnte. Das gilt übrigens für alle ökologischen Probleme, die es zu lösen gilt. Das gilt nebenbei bemerkt auch für die Friedensbewegung, die selbst angesichts der Tatsache, dass unsere Politiker die Option eines Atomkrieges in den Händen wiegen wie einen Kohlrabi auf dem Gemüsemarkt, nicht so recht auf die Beine kommen will. Es ist diese Trägheit, dieses Beharrungsvermögen auf alten, bequemen Positionen, welches es den ausschließlich am Profit orientierten Eliten erlaubt, ihre Vernichtungspolitik unbeirrt weiter zu betreiben. In welchem Geiste das geschieht und wie fern von jeder Empathie gewirtschaftet wird, belegt eine Broschüre des Hog Farm Management, das eine Broschüre mit „Ratschlägen an die Schweinezüchter in den USA“ herausgegeben hat. Dort heißt es:

Vergessen Sie, dass das Schwein ein Tier ist. Behandeln Sie es genauso wie eine Maschine in einer Fabrik. Gehen Sie beim Umgang mit den Schweinen wie beim Ölen eines Gerätes um. Die Vermehrung der Schweine sollte wie ein Fließbandprozess betrachtet werden. Der Verkauf der Ware ist einfach nur das Handeln mit fertigen Gütern.

Das Vereinsblatt „National Hog Farmer“ sattelt noch einen drauf:

Die trächtige Sau sollte man ansehen und behandeln wie eine kostbare Maschine, deren Funktion darin liegt, wie eine Wurstmaschine kleine Babyferkel auszupumpen.

Tut mir leid, aber den folgenden Text kann und will ich Ihnen nicht ersparen. Er stammt von Nicole Tschierse. Die Frau war als Tierärztin in einem  Schlachthof bei Augsburg beschäftigt. Wer also wäre kompetenter, von den Zuständen in den Mordfabriken zu berichten als sie? Mittlerweile arbeitet Frau Tschierse mit einem großen Gnadenhof in Oldenrode/Moringen zusammen, der Tiere vor der Schlachtung oder dem Einschläfern rettet. Ihre Kontaktdaten, die sie im Internet selbst veröffentlicht hat, lauten folgendermaßen: Fon: 0821/2594012, Mobil: 0179/4528619, Fax: 0821/2594013. Ich zolle der Dame für ihr Engagement und  ihre schonungslose Schilderung über die Befindlichkeit der tierischen Todeskandidaten meinen allergrößten Respekt. Hier ist ihr Bericht:

Wie reagieren Tiere, die in den Schlachthof gebracht werden? Bisher habe ich noch nicht ein Schwein oder Rind gesehen, das gleichgültig oder ruhig gewesen wäre, als es angeliefert wurde. Sie haben Angst. Alle. Bei sehr jungen Schweinen kann es vorkommen, dass sie nach einer gewissen anfänglichen Furchtsamkeit anfangen, herumzutollen. Vielleicht, weil sie zum ersten Mal in ihrem Leben etwas Platz dazu haben, wenn sie in einer etwas größeren Wartebucht landen.

Während des Schlachtens herrscht ein ohrenbetäubender Lärm, allein schon durch die Maschinen. Dazu kommt noch das Gebrüll der Arbeiter und Tiere.

Es riecht nach Blut, vor allem aber nach Exkrementen, Darmgasen und dem Rest der stinkenden Eingeweide, die zum Teil trotz Kühlung in Verwesung übergegangen sind und auf die Abholung durch den Lastwagen der Tierkörperverwertung warten.

Der Inhalt dieser Lastwagen verbreitet einen unvorstellbaren Gestank. Aus diesem entsteht dann Tierfutter oder, im weiteren Verlauf der Verarbeitung, Seife und andere Dinge, die man sich kaum vorstellen kann und will.

Die Tiere verbringen nach der Anlieferung einige Stunden, bei Anlieferung am Wochenende auch bis zu zwei Tage, in Wartebuchten. Manche beruhigen sich dabei etwas, anderen beschert es nur ein umso längeres Martyrium, wenn sie bereits krank oder verletzt sind oder von anderen Tieren in der Gruppe bedrängt, verletzt oder gemobbt werden.

Ich nenne es absichtlich gemobbt und vermenschliche damit. Das werde ich auch im weiteren Verlauf tun. Ich kann das, was ich sehe und erlebe nur aus menschlicher Sicht schildern, beurteilen und vielleicht verstehen. Ich bin nunmal ein Mensch.

Möglicherweise werde ich dem Wesen und Empfinden einer anderen Art so manchmal bei Weitem nicht gerecht, dafür entschuldige ich mich. Aber es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten im menschlichen und tierischen Verhalten. Ähnliche Situationen führen zu ähnlichen Reaktionen. Stress, der nicht nur durch Angst, sondern auch durch Enge, Langeweile und fortdauernde Triebblockade entsteht, führt zu Aggression. Aggressives Verhalten Einzelner findet unter schlechten und unnatürlichen Bedingungen schnell Nachahmer und Unterstützer.

In der drangvollen und lebensfeindlichen Enge einer Massentierhaltung spielt sich das ähnlich ab, wie es auch in einem Großraumbüro ablaufen mag. Unter Todesangst verschärft sich dieses Problem. Die angelieferten Schweine haben regelmäßig schwärende, eiternde Wunden an Schwanz, Ohren und Beinen. Während des Wartens im Schlachthof passiert es dann durchaus, dass einzelne Tiere totgebissen werden. Die schwachen Herzen in den züchterisch bedingt krankhaft muskelüberladenen Körpern tun ein Übriges dazu.

Es sieht aus wie Mobbing, es wirkt sich aus wie Mobbing. Streß und Angst führen bei einem Rind, genau wie beim Menschen, zu erhöhtem Puls, schnellerer Atmung und ganz allgemein zu unruhigem bis panikartigem Verhalten. Es sieht aus wie Angst, es wirkt sich aus wie Angst: ich nenne es Angst.

Wenn Sie den Eindruck haben, eine von Ihnen verschiedene Lebensform hat Schmerzen und leidet, dann gehen Sie besser auch davon aus, dass es so ist. Sie können nicht das Gegenteil beweisen, oder? Ganz im Gegenteil findet die Wissenschaft immer mehr Beweise dafür, dass es genauso ist. Wir wären gerne völlig anders und einzigartig. Wir sind aber Gleiches unter Gleichem, auch wenn diese Erkenntnis noch unpopulär sein mag, wie seinerzeit die Entdeckung, dass die Welt keine Scheibe ist.

Stellen Sie sich bitte nicht vor, ich stünde mit Stift und Block und wissenschaftlicher Neugier neben den todgeweihten Tieren, um mir Notizen über deren Verhalten zu machen. Was ich beschreibe nehme ich eher im Vorbeigehen wahr, nehme es zur Kenntnis, verdränge, ignoriere oder lasse mich davon berühren. Niemand kann an so einem Ort dauerhaft empathisch, „auf Vollempfang“ sein. Man wäre schnell ein psychisches Wrack. Trotzdem bleiben die Bilder, die ich gesehen habe in mir: Abgespeichert und abrufbar.

Der Facettenreichtum der Angst

Ich möchte in erster Linie über die Rinder sprechen, weil die zu beobachtende Verhaltensvielfalt aus einem einfachen Grund größer ist. Während der Großteil der Schweine am Schlachthof ziemlich genau ein halbes Jahr alt ist, gibt es beim Rind vom Kalb bis zum zehnjährigen Zuchttier alle Altersgruppen gleichmäßig verteilt. Eine Gruppe gleich alter Teenager zeigt in einer Ausnahmesituation eher nicht die ganze Bandbreite möglichen Verhaltens. Außerdem kommen die Schweine praktisch alle aus reiner Stallhaltung, während Rinder aus verschiedenen Haltungsarten angeliefert werden.

Manche stammen aus reiner Anbindehaltung und haben, genau wie die Schweine, nie einen Schritt in Freiheit gemacht. Sie wissen nichts über die Welt draussen, sind dafür aber Profis im Ertragen von Menschen. Andere waren auch oder ausschließlich auf der Weide und dort vielleicht mehr oder weniger auf sich selbst gestellt. Sie hatten bisher wenig Kontakt mit Menschen.

Abhängig von den Erfahrungen, die sie gemacht haben, gehen sie mit sehr unterschiedlichem Selbstbewußtsein an die neue Situation heran, was ich im Folgenden etwas genauer beschreiben möchte.

Angstvolles Staunen

Wie in Trance gehen diese Tiere mit weit aufgerissenen Augen ihren letzten Weg. Sie versuchen zu verstehen, was sie da gerade sehen und starren ganz offen auf die Schreckensszenarien vor ihnen. Ungläubig und fassungslos wirken die Gesichter dieser Tiere auf mich.

Zurückschreckende Angst

Diese Tiere werfen nur einen kurzen Blick auf das, was sich vor ihnen abspielt und weichen dann entsetzt zurück. Sie sehen sich in alle Richtungen um auf der Suche nach einem Ausweg. Ein halbherziger, unsicherer Fluchtgedanke ist es aber nur, der aus diesen Gesichtern spricht. Der Gedanke an eine Flucht erstickt gleich wieder im Keim.

Panische Angst

Tiere, die von Panik ergriffen werden, versuchen oft um jeden Preis zu fliehen. Sie drehen sich in den schmalen Treibgängen, die gerade nur die Breite eines Rindes haben und machen dabei halbe Purzelbäume. Sie gehen praktisch die Wände hoch, wagen undenkbare Sprünge und Verrenkungen und verletzen sich oder andere Tiere im Gang dabei manchmal erheblich. Oft handelt es sich dabei um Tiere von der Weide, die mit der drangvollen Enge und der Nähe zu fremden Menschen überhaupt nicht umgehen können, sich aber der Möglichkeiten ihres Körpers bewußt sind.

Lähmende Angst

Stumm und bewegungslos starren diese Tiere vor sich hin und wirken wie gefroren in Schockstarre. Sie trauen sich keinen Schritt weiter zugehen, weder vor noch zurück. Als hätten sie sich in sich selbst verschlossen, scheinen sie nichts mehr wahrzunehmen. Sie zeigen auf fast nichts mehr eine Reaktion. Tiere, die ihr Leben in Anbindehaltung verbracht haben, sind zum Teil schon allein körperlich mit jedem Schritt, den sie jetzt gehen sollen, überfordert. Der Gedanke an Flucht oder Kampf scheint ihnen gar nicht zu kommen. Sie kennen die Möglichkeiten ihres eigenen Körpers nicht. Diese Tiere bekommen am meisten Schläge und Stromstöße auf ihrem letzten Weg. Ohne Beaufsichtigung und Maßregelung greifen einige beteiligte Arbeiter aus Ungeduld oder Ratlosigkeit zu Maßnahmen, die weit jenseits der Tierschutzregelungen liegen.

Abwehrbereite Angst

Oft sind es weibliche und erfahrene Tiere von der Weide, die sich den Kampf zutrauen. Ausbruchversuche bereits beim Abladen und gezielte Tritte und Kopfstöße gegen Menschen sind auch gelegentlich von kurzzeitigem Erfolg. Manchmal müssen solche Tiere nach einer erfolgreichen Flucht vom Anhänger, im Hof des Schlachtbetriebes erschossen werden, weil sich keiner mehr nähern kann. Sie sind bisweilen zu clever, um sich noch einmal in die Enge treiben zu lassen.

Von solchen Tieren hört man gelegentlich in den Nachrichten, weil es vielleicht sogar spektakuläre Verfolgungsszenen gab. Wer einem solchen Tier das Leben schenkt, es von seinem Schicksal begnadigt, darf nicht unbedingt damit rechnen, jetzt eine Schmusekuh zu haben.

So ein Verhalten ist mir übrigens bisher nie bei den halbjährigen Mastschweinen begegnet. Teilweise versuchen sie zwar panisch vor sich nähernden Menschen zu fliehen, meistens jedoch sind sie neugierig und freundlich. Vielleicht auch hungrig und aufdringlich, aber nicht angriffslustig. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen. Was ich beschreibe hat zumindest seine Gültigkeit für die rund zweihundert Schweine jede Woche, die ich seit circa fünf Jahren zu sehen bekomme. Erwachsene Zuchtsauen haben aber unter Umständen ein breiteres Verhaltensspektrum.

Verzagte Angst

Diese Tiere schlottern und zittern bis ins Mark. Zum Teil fließen ihnen Tränen aus den Augen und Speichel tropft ihnen in Strömen aus dem Maul. Schwache Tiere brechen womöglich zusammen. Ich habe vor allem Kälber und ältere Tiere so gesehen. Die Kälber haben noch keine körperlichen und psychischen Notfallreserven, auf die sie im Streß zurückgreifen können. Die Älteren scheinen bereits im Stall ein Bild davon zu haben, in welcher Lage sie sich nun befinden. Nicht erst, wenn sie in der Tötungsbucht stehen und vor ihnen ein anderes Rind kopfüber an einer Kette hängt und dabei ist zu sterben.

Bei diesen Tieren habe ich manchmal den Eindruck, dass sie auch schmerzhaft den Verrat empfinden, den die Menschen, denen sie vertraut haben, die ihre Herdenführer waren, an ihnen begangen haben.

Denn das tun Rinder zweifellos: Menschen, denen sie vertrauen, von denen sie gut versorgt werden, sehen sie als Herdenchef und Rind im Geiste an. Sie würden ihnen freiwillig hinterher laufen. Sie lecken sie auch oft und gerne ab, wie das befreundete Rinder untereinander tun. Die Zunge ersetzt die Hand, die Hand, die streichelt.

Ein weinendes Rind kann man auf den puren physiologischen Vorgang reduzieren. Die Adrenalinausschüttung bewirkt unter anderem eine verstärkte Sekretion der Schleimhäute, vor allem im Maul, aber manchmal auch in den Augen. Es fließen Speichel und eben auch Tränen.

Das Gleiche gilt aber auch für Menschen, die große Angst haben.

So oder so: Einem Rind ins Gesicht zu sehen, dem vor Angst und Verzweiflung Tränen aus den Augen laufen, hinterläßt einen bleibenden Bildabdruck im Gehirn. Sicherlich nicht nur bei mir.

Lautes Wehklagen

Manche der Tiere brüllen ununterbrochen. Womöglich aus Furcht, vielleicht auch wegen Hunger, Durst oder einem anderen körperlichen Unbehagen. Viele vermissen sicherlich ihre gewohnte Umgebung und rufen nach ihren Herdengenossen. Schließlich ist das Rind ein Herdentier. Die Herde bringt Sicherheit, Absonderung bedeutet Gefahr, womöglich Lebensgefahr.

Bei sehr extrovertierten Individuen äußert sich so die allgemeine Aufgeregtheit. Zuletzt, in der Tötungsbucht, kann das Brüllen auch ein verzweifeltes Schreien werden. Meinem Eindruck nach, haben diese Tiere noch bis zuletzt die kleine Hoffnung, dass von irgendwoher Hilfe kommen wird.

Bei den Schweinen kann man auch einen Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit des Tieres und den Lautäußerungen beobachten. Natürlich werden die meisten schreien, wenn ihnen unerwartet Schmerz zugefügt wird, zum Beispiel mit Strom. Aber bei gleicher Behandlung gibt es immer welche, die sofort lauthals quieken, während andere lange stumm bleiben. Ungefähr so, wie es bei Menschen Schweigsame und Mitteilsame gibt.

Halbhoffnungsvolle Angst

Es gibt auch Tiere, die eine bestimmte fremde Person im Schlachthof ständig mit den Augen verfolgen, womöglich versuchen sie ihr hinterher zulaufen. Vielleicht rufen sie auch nach ihr, wenn sie ausser Sichtweite gerät. Dieser bestimmte Mensch erscheint ihnen aus irgendeinem Grund vertrauenswürdig und sie erhoffen sich bei ihm Sicherheit. Vielleicht erinnert er sie optisch oder akkustisch an eine vertraute Pflegeperson aus dem ehemaligen Umfeld.

Natürlich sind überall fließende Übergänge und Kombinationen von Verhaltensweisen zu finden, aber solche Tiere sehe ich häufig auch zittern und weinen. Besonders häufig ist dieses Verhalten bei hungrigen Kälbern. Sie vermuten sehr oft, dass ihnen nun irgendjemand Nahrung und Hilfe geben wird und alles gleich wieder gut werden wird, wenn Menschen um sie herum sind, die ihnen bekannt erscheinen.

Sie zeigen häufig deutlich sichtbar zwei Gefühle, die eigentlich nicht zusammen gehören: Angst und Vertrauen zur selben Zeit. Kleine Lebewesen, noch zu jung und zu hilflos, um auf sich selbst gestellt zu überleben, dazu gezwungen, Hilfe auch beim Feind zu suchen.

Hoffnungsvolle Furcht und verdrängte Angst

Manche Tiere scheinen erstaunlich ruhig zu sein. Sie verhalten sich neutral abwartend und wirken zum Teil recht sicher, dass nichts allzu Schlimmes passieren wird. Sie beobachten alles einigermaßen ruhig.

Auch Übersprungshandlungen sind zu beobachten. Die Tiere scheinen sich selbst abzulenken und dabei etwas Anspannung abzubauen, zum Beispiel beim Aufreiten auf andere Tiere (sexuell motiviert) oder beim Weben (rhythmisches Hin- und Herwiegen auf den Vorderbeinen). Schweine suchen häufig nach losen Metallteilen, die sie gleichförmig und ausdauernd scheppern lassen.

Erst kürzlich hat ein knapp zweijähriger Ochse lange und laut nach seinen nach und nach verschwindenden Freunden vor ihm geschrien (sie wurden aus dem gleichen Betrieb gemeinsam angeliefert). Er hat zum Schluß mit weit aufgerissenen Augen aus der Tötebox heraus versucht, mich abzulecken. Nicht weil er hungrig oder neugierig war. Dazu hatte er viel zu viel Angst. Er hat versucht, wenigstens noch schnell mit mir Freundschaft zu schließen. Er hat um Hilfe gebettelt.

Ich könnte aufhören, diese Arbeit als Tierärztin der Fleischbeschau zu tun. Aber damit wird das Schlachten nicht aufhören und auch nicht die Qual der Tiere.

Es hört nur auf, wenn wir alle endlich anfangen, beim Einkaufen die richtige Wahl zu treffen. Wenn wir durch die Waren, für die wir bezahlen, nicht länger das Schlachten in Auftrag geben. Jeden Tag an der Kasse im Supermarkt treffen wir die Entscheidung.

Wenn Sie bereits auf Fleisch verzichten, dann vergessen Sie nicht, dass Eier und Milch ebenso durch unendliches Leid entstehen. Informieren Sie sich, zum Beispiel auf Internetseiten über vegane Ernährung, über die Hintergründe.

Falls Sie Angst davor haben, dass Sie es nicht schaffen, auf so Vieles zu verzichten: Sie haben es ja noch gar nicht probiert! Legen Sie einen veganen Tag ein in der Woche. Seien Sie neugierig. Sie werden positiv überrascht sein von den neuen Esswelten, die sich eröffnen!

Zum Schluss möchte ich einen Stoßseufzer des Literaturnobelpreisträgers Elias Canetti (1905 – 1994) zitieren, den ich in meiner Ohnmacht auch schon des öfteren ausgestoßen habe: Es schmerzt mich, dass es nie zu einer Erhebung der Tiere gegen uns kommen wird, der geduldigen Tiere, der Kühe, der Schafe, alles Viehs, das in unsere Hand gegeben ist und ihr nicht entgehen kann. Ich stelle mir vor, wie eine Rebellion in einem Schlachthaus ausbricht und von da sich über eine ganze Stadt ergiesst.

+++

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

21 Kommentare zu: “Von der Würde der Tiere II

  1. Wir essen nun seit einem Jahr kein Fleisch mehr und haben nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Es ist unerträglich, wie mit den Tieren umgegangen wird. Es ist so einfach zu helfen. Einfach mal im Supermarkt eine richtige, bewusste Entscheidung treffen.

  2. Vielen Dank, lieber Dirk, für diesen Artikel!

    Keine Tierprodukte zu konsumieren, ist kein wirklicher Verzicht, sondern viel eher ein Gewinn an Vielfalt – nicht nur beim Essen! Das Einkaufen ist viel entspannter, weil von vorne herein klar ist, was auf keinen Fall im Einkaufskorb landen wird. Im Netz gibt es tolle vegane Rezepte. Auf You Tube gibt es Videos, da kann beim Kochen zugeschaut werden 🙂

    Veganer zu sein, ist heute keine Besonderheit mehr, weil immer mehr Menschen Ihre Ernährung umstellen – so kommt es mir zumindest vor. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es nur noch wenige Fleischesser – die meisten sind zumindest Vegetarier.

    Noch nie war es leichter, auf Tierprodukte zu verzichten, weil die Lebenmittel und auch viele andere Produkte entsprechend gekennzeichnet sind.

  3. Vielen Dank für Ihren neuen Text, Herr Fleck! Ich gebe zu, den „Bericht aus der Hölle“ habe ich mir nicht mehr „angetan“, zumal ich leicht erahne, was mich da wieder erwartet hätte, habe ich doch vor einigen Jahren einen ganz ähnlichen Text (vermute ich jedenfalls) für die Seite „Provegan“ ins Italienische übersetzt, in dem die Tierärztin Christiane M. Haupt aus der gleichen Situation heraus die entsetzlichen Vorgänge im Schlachthof beschrieb.

    Ich habe mich genau aus diesen Gründen vor rund 20 Jahren entschieden, vegan zu leben und habe es seither nicht bereut. Verzicht? Nein, wenn man einmal verinnerlicht hat, worum es geht, kann man unmöglich so etwas wie Verzicht empfinden, nur eine tiefe Gewissheit, dass es richtig ist.

    Abgesehen davon gibt es heute, im Gegensatz zu damals, unzählige wirklich gute Ersatzprodukte – wo bitte ist da noch das Problem?? Und komme man mir jetzt bitte nicht mit dem oft zu lesenden Argument „Ja, aber da sind so viele Zusatzstoffe drin“ — Gähn. Erstens kann man sich solche ohne Zusatzstoffe heraussuchen (die gibt’s nämlich) und zweitens: seit wann sind herkömmliche Fleischprodukte ohne Zusatzstoffe?? Das wäre mir neu ….

    Ich stimme Torsten zu, dass dieser Beitrag voraussichtlich Ihrem ersten Text keine Konkurrenz in Sachen Kommentare machen wird, vielleicht, weil ja schon alles gesagt ist.

    Trotzdem finde ich es gut, die Thematik wieder zu aktualisieren. Danke schön dafür.

    Heike

  4. Eine Leserin schreibt: „… Achtung und der Respekt vor Allem was lebt und das, was ihm, dem Lebendigen innewohnt, nämlich leben, fühlen und sich entfalten wollen und das gilt für Mensch und Tier.“ Pflanzen sind keine Lebewesen?

    Unsere Katze lebt nicht vegetarisch.

    Die Nichtfleischesser haben immer riesige Empfehlungen, was man alles statt Fleisch essen sollte, um Defizite zu vermeiden. In einem sog. Dritteweltland auf dem Lande gibt es das alles nicht, und auch in der Stadt fehlt der vegetarische Supermarkt.

    Und noch was: Die „gute KenFM“ hat soviel Respekt vor dem tierischen Leben, aber in ihrer polit-manipulierenden TAGESDOSIS am 7.8. die um die 400 Toten des nicaraguanischen Volksaufstandes, fast alle von der Regierung umgebracht, und die 2.000 Verletzten werden ignoriert, bzw. die mörderische gewalttätige Diktatur wird verteidigt. Sogar eine Reihe Kinder haben sie umgebracht, 2 (ein Baby, ein kleines Mädchen) davon am lebendigen Leibe verbrannt. Aber Kälbchen und Schweine sind halt wichtiger.

    • … wie oben geschrieben: Es ist schon alles gesagt – auch zum Thema „Pflanzen sind doch auch Lebewesen“ – falls Sie das damals verpasst haben, können Sie ja bei Interesse im ersten Thread nachlesen, was dazu geschrieben wurde.

      Ich mag hier nichts mehr wiederholen, das ist ermüdend.

    • Auch wenn es ermüdend ist, möchte ich Abu Sharif antworten:
      – Pflanzen sind auch Lebewesen und verdienen deshalb Respekt. Aber sie haben kein Gehirn und sind deshalb weniger leidensfähig als Tiere (zu denen übrigens laut der Biologie, einer allgemein anerkannten Wissenschaft, auch die Menschen gehören).
      – Der Beitrag wendet sich an Menschen mit deutschen Sprachkenntnissen, nicht an Katzen oder Menschen in Dritteweltländer. Nicht Katzen sollen ihr Verhalten überdenken, sondern Menschen.
      – Nichtfleischesser haben keine riesigen Empfehlungen, sondern ganz normale Empfehlungen, was man stattdessen essen kann.
      – Das einzige Defizit, das Veganer haben können, ist beim Vitamin B12. Das läßt ganz einfach mit Tropfen, Pillen oder einer entsprechenden Zahncreme beheben.
      – Dafür hat die vegane Ernährung viele gesundheitliche Vorteile, z.B. weniger Übergewicht, oder: keine Arthrose.
      – Man braucht keinen vegetarischen Supermarkt, um sich tierleidfrei zu ernähren. Ein normaler Supermarkt tut’s auch.
      – Wenn in Nicaragua Menschen sterben, ist das auch eine Katastrophe. Kälbchen und Schweine sind nicht wichtiger als Menschen. Aber auch nicht unwichtiger.

    • Es verwundert mich ein wenig, wie einseitig Sie meinen Kommentar bewerten, denn ich glaube, ich habe verdeutlicht, dass es mir um Tier UND Mensch geht und dass ich einen Zusammenhang zwischen der Ausbeutung und Ermordung von Menschen in fernen Ländern und unserem unbekümmerten Umgang mit Tieren sehe. Auch beanspruche ich keine Deutungshoheit, wenn ich sage, dass meiner Meinung nach zur Beendigung des einen Misstand – andere Länder mit Krieg und Tod zu übersähen – auch der andere bereits erwähnte Misstand überdacht werden sollte. Haben Sie andere Lösungsansätze? Nur zu!
      Übrigens, auch ich habe eine nicht-vegane Katze. Aber was hindert einen daran, auch hier über Alternativen nachzudenken?

    • In diesem Bericht ging es um Tiere. Tiere haben keine Stimme, wenn wir sie ihnen nicht geben. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er mit Informationen umgeht. Wenn die Information vorliegt, kann man nicht als Entschuldigung vorbringen: Das habe ich nicht gewusst. Wenn mit Lebensmitteln allgemein vernünftiger umgegangen würde, gäbe es keinen Hunger in der Dritten Welt mehr. Es ist nicht fair hier in diesem Zusammenhang zu behaupten KenFM würde Tiere dem Menschen vorziehen. Ich respektiere deine Meinung Abu Sharif, aber ich teile sie nicht.

  5. Lieber Herr Fleck,
    darf ich Sie fragen, wie Sie auf Frau Tschierse aufmerksam geworden sind? Auf ihrem Gnadenhof in Moringen leistet sie zusammen mit Frau Vogelei unfassbares. Man könnte argumentieren, dass Gnadenhöfe zur Rettung des Planeten keinesfalls beitragen. Wenn jedoch durch einen Besuch ein Bewusstseinswandel angestoßen wird? Das wäre auf jeden Fall ein Grund für die Existenz von „Lebens“höfen. Abgesehen davon: jedes Leben zählt! Der Verein hat dieses Jahr schwere Probleme aufgrund der Dürre. Da die Weiden vertrocknet sind musste das Winterfutter verbraucht werden und neues angekauft werden.
    Hier der Link zu den beiden Vereinen „Weil Tiere lieber leben“ (Nicole Tschierse) und „White Paw – die Wilde Hilde“ (Melanie Vogelei). Man kann auf dem Gnadenhof auch Urlaub machen. Ein Besuch lohnt sich. Die Gegend ist wunderschön (bestimmt auch vertrocknet). https://www.wildehilde-lebenshof.de/

    Hier noch ein richtig, richtig guter Artikel https://www.zeit.de/zeit-magazin/2018/32/vegan-leben-fleisch-tiere-tierschutz/seite-5

    • Mein Kommentar ist schon sehr lange her, ich hatte schon vergessen, dass ich auch über Nicole Tschierse geschrieben hab. Jedenfalls freut es mich sehr, dass Sie sich die „Gesichter der Angst“ durchgelesen haben. Auch wenn es sicherlich alles andere als erfreulich war. Ich konnte sie mir nicht durchlesen, nach ein paar Gesichtern hab ich den Schmerz nicht mehr ausgehalten.

  6. Der einzige Grund Fleisch zu essen, ist letztlich, dass wir es gewohnt sind (schmeckt so gut). Brauchen tun wir es, entgegen den Behauptungen der Fleischlobby und derer Propaganda, nicht.
    Die Gründe hingegen, kein Fleisch und Tierprodukte zu essen, sind ohne Zahl!

  7. Lieber Herr Fleck, vielen Dank für den zweiten Artikel dieser Reihe.
    Ich kann Ihre Frustration verstehen, denn ich empfinde sie selber, wenn ich sehe, wie viele Menschen um mich herum sich vollkommen ignorant gegenüber den verschiedensten Themenfeldern, die dringend Veränderung benötigen, verhalten.
    Darunter fallen u.a. die Umwelt, speziell die Meere, Konsum, Sozialverhalten, Aktivismus, Medienkompetenz, Ernährung und damit auch Gesundheit.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieses Beharrungsvermögen nur mit Hilfe einen Katalysators aufgelöst wird. In meiner Familie war dies ein ernstes gesundheitliches Problem (meines damals dreijährigen Sohnes) und die Motivation, zu gesunden.
    Das war 2010. Der Weg zur Gesundheit führte über des Weglassen von (allen) artfremden Muttermilchprodukten. Und zwar für die ganze Familie, denn man kann nicht von einem kleinen Familienmitglied verlangen, vermeintlich auf etwas zu verzichten, während andere einfach weitermachen. Also betraf diese Veränderung die ganze Familie – und hält bis heute an. Ich mache es kurz an dieser Stelle, denn ich möchte gleich eine Botschaft an alle hier richten.
    Aus dieser Zeit kann ich die fantastischen Bücher: „Der Murks mit der Milch“ (Bruker), Food Revolution (Robbins), bedingt Eating Animals (Foer), unbedingt Artgerecht ist nur die Freiheit (Szegin) empfehlen.
    Das immer seltener konsumierte sackteure Biofleisch fiel dann 2013 auch weg, Fischkonsum war schon länger eingestellt, seit der Thailand-Shrimpszucht Doku und der Beschäftigung mit Fischzucht und -fang.

    Ich kann dazu nur sagen, dass ich Angst hatte vor diesen Veränderungen, Angst vor dem Verzicht, Angst davor, nicht die richtige Entscheidung für mich und meine Familie getroffen zu haben, Angst, anders zu sein als andere.
    Die Sache mit dem Verzicht habe ich schnell verstanden. Das war kein Verzicht, sondern ein Weglassen. Dadurch entstand aber keine Leere, sondern es kamen nicht selten mehrere Alternativen, die mich letztendlich bereicherten. Der vermeintliche Verzicht hatte mir also mehr Vielfalt eingebracht, als ich jemals angenommen hätte.
    Mit dem Weglassen des Fleischs hat sich eine innere Ruhe eingestellt, so als wäre eine latente Schuld von mir abgefallen, und ein tieferes Verständnis für andere Lebewesen entwickelt.
    Die richtige Entscheidung wird mir jeden Tag aufs neue bestätigt, wenn ich sehe, wie gesund und sportlich die komplette Familie ist, mit Strahlkraft bis zu den Großeltern. Anders zu sein als andere ist nicht verkehrt, man muss es nicht jedem auf die Nase binden, sondern einfach als gutes Beispiel da sein. Offen für Fragen und nicht verurteilend.

    Daher mein Apell an Euch alle: Wenn Ihr den Artikel oder meinen Kommentar auch nur ansatzweise nachvollziehen könnt, dann tut etwas. Ihr habt eine Sache, die Ihr verändern wollt? Es muss nichts mit Essen zu tun haben, vielleicht ist es Medienkonsum, weniger Smartphonenutzung, mehr Engagement zeigen, mit Sport anfangen….

    Fangt jetzt damit an. Investiert mal 30 Tage vom Rest Eures mickrigen 😉 Lebens in etwas, was Euch wichtig ist, in ein „ich müsste eigentlich mal…“-Thema. Danach könnt Ihr entscheiden, ob der eingeschlagene Weg der Richtige ist.
    Freut Euch auf die Veränderung! Seid mutig und stolz.

    Das war es von meiner Seite, beiAnmerkungen und Fragen bin ich gerne da, für Spalter stehe ich nicht zur Verfügung.

  8. Ein großartiger Artikel, herzlichen Dank, Herr Fleck!
    Und auch Frau Tschierse möchte ich danken, für ihren Mut, diesen Bericht aus der Hölle veröffentlicht zu haben.
    Für mich ist das, was Menschen den Tieren antun, das größte Verbrechen überhaupt. Schon allein wegen der Zahlen: ca. 250.000.000.000 Opfer jährlich weltweit. Vergleichbar wäre nur ein Atomkrieg. Aber der ist – hoffentlich! – hypothetisch. Die Tierhölle ist real.
    Und sie wird von den 99 %, die Lebensmittel tierischen Ursprungs konsumieren und vorher bezahlen, am Leben erhalten.
    Ich bin damals, als der erste „Von der Würde der Tiere“-Artikel gerade eingestellt war, zu KenFM gekommen, und habe mitkommentiert. Dieser zweite Teil wird keine 647 Kommentare bekommen. Weil viele Tierrechtler, die sich damals an der Diskussion beteiligt haben, inzwischen garnicht mehr bei KenFM sind. Sie haben resigniert aufgegeben, weil sie mit abstrusen Vorwürfen fleischessender Kommentatoren vergrault wurden. Der häufigste Vorwurf lautete auf Dogmatismus. Wer das Eintreten für die Alleruntersten der Gesellschaft, die wie Gegenstände behandelt werden, und denen man das einzige, was sie besitzen, ihr Leben, skrupellos nimmt, als dogmatisch bezeichnet, hat von Gerechtigkeit nicht die leiseste Ahnung, und sollte sich schämen und einfach die Klappe halten.

  9. Ich hardere schon seit langem, denn wann immer ich einem Tiertranspoter begegne, fühle ich mich nicht gut. Man darf wohl davon ausgehen, dass die Tiere, die man darin sieht, auf dem Weg zur Schlachtbank sind. Dieser Umstand ist mir schon seit langer Zeit nicht egal und dennoch fiel es mir in der Praxis schwer, meine Ernährungsgewohnheiten umzustellen. Zwei bzw. drei Begebenheiten haben dann aber doch – wenn auch mit einem langen Vorlauf – dazu geführt, dass ich nun seit ein paar Monaten zumindest schon mal kein Fleisch mehr esse; Ereignis Nummer 1 wurde durch meine Tochter ausgelöst. Als ich sie nach dem Stillen an die erste „normale“ Nahrung gewöhnen wollte, sah ich in den Supermarktregalen u.a. Gläschen, in denen Kalbshäppchen angepriesen wurden und ich dachte spontan „ich soll meinem Kind ein Kind (das eines anderen Wesen) zu essen geben?“. Nee, dachte ich, das geht ja wohl gar nicht. Ein weiterer Grund liegt für mich in der von Kriegen gebeutelten Welt, die mich auch, vor allem mit Blick auf die Zukunft meiner Tochter, sehr beschäftigt. Hierdurch hörte ich dann irgandwann mal von dem, Tolstoi zugeordneten, Zitat „So lange es Schlachthäuser gibt, so lange wird es Schlachtfelder geben“. Um mich nicht all zu sehr im Detail zu verlieren, hier nur ein Argument, warum ich diese Aussage für stimmig halte, Es reicht bei weitem nicht aus, wenn Menschen aufhören, andere Menschen zu töten, denn das eigentlich Ausschlag gebende, das zu einer tieferen Einsicht führt, ist die Achtung und der Respekt vor Allem was lebt und das, was ihm, dem Lebendigen innewohnt, nämlich leben, fühlen und sich entfalten wollen und das gilt für Mensch und Tier.
    Nur kein Fleisch zu essen, kann – konsequent gedacht – sicher nur der Anfang sein, denn auch der Verzehr tierischer Erzeugnisse wie Ei und Käse erzeugt bei den betroffenen Tieren Leid und Elend. Den Konsum durch „Veggie-days“ nach und nach auszuschleichen, ist ein guter Tipp.

  10. In der MENUE-Leiste bei KenFM ist noch genügend Platz vorhanden, um eine weitere Plattform für eine bessere Welt neu zu eröffnen. z.B.
    „der vegetarische Chefkoch empfiehlt heute“
    Täglich die besten vegetarischen Gerichte, garantiert selbst hergestellt und von einen engagierten Koch per Video ins Netz gestellt. Ist das nichts?
    Bei mir gab es gestern „Zwetschgenknödel“ (selbstgepflückt) mit zerlassener Butter und Zimt und Zucker. Ein Genuss für den ganzen Tag. Und den Quarkteig kneten macht richtig Spass.
    https://www.chefkoch.de/rs/s0/zwetschgenkn%C3%B6del+quark/Rezepte.html
    Wer doch mal ein Vorschlag, um die ideenlosen Fleischfresser auf andere Gedanken zu bringen.

    • Schön und gut – jetzt bräuchtest du nur noch die Milch selbst aus den Zitzen der Kuh zu melken, um dann den Topfen (Quark) reifen lassen zu können. ach ja, wenn die Kuh dann „ausgedient“ hat…..?

      lg Schual

    • Gut Schual.
      KenFM könnte in diesem Zusammenhang auf Bio-Bauern und deren Vertriebswege bundesweit hinweisen.
      Die grenzenlose Tier-Verachtung ist u.a. Folge des sogenannten „Wachstumszwangs“ und der EU-Landwirtschaftspolitik.
      Bio-Bauern, die das Hamsterrad verlassen und ihre Tiere fair behandeln, können erfolgreich wirtschaften, in dem sie eine Marktnische bedienen, kooperativ wirtschaften und Bank-Kredite vermeiden. Nur Infos fehlen darüber, wie man Bio-Bauern mit zinslosen Einlagen finanziell unterstützen kann.
      Bei uns in Frankfurt gibt es die „Buerger AG“. Hier können Interessierte sich finanziell an Unternehmen und Projekten beteiligen, um private GELDSCHÖPFER mit Banklizenz endlich vom Hof zu jagen. Das freut auch die Tiere.
      https://buerger-ag-frm.de/

  11. Danke Herr Fleck! Ich habe die Schilderungen über den Schlachthof auch gelesen. Geht es um Fleisch, stehen sich hier Fanatiker gegenüber, denen jedes Maß abhanden gekommen ist. Leider ist es mit allen Dingen so. Man empört sich und kehrt dann wieder zur Tagesordnung zurück. Aber nicht aufgeben, diese Verbrechen an der Schöpfung anzuprangern!
    Die Leute hier sind einfach fast alle irre.

Hinterlasse eine Antwort