KenFM-Spotlight: Hans-Christof von Sponeck über einen potentiellen Lösungsansatz im Israel-Palästina-Konflikt

Ausschnitt aus dem Gespräch mit Hans-Christof von Sponeck – in voller Länge hier zu sehen:

Teil 1: https://kenfm.de/hans-christof-von-sponeck/
Teil 2: https://kenfm.de/kenfm-im-gespraech-mit-hans-christof-von-sponeck-teil-2/

Das Gespräch wurde ursprünglich im August 2014 veröffentlicht.

Hans-Christof von Sponeck gehörte zu den ersten Wehrdienstverweigerern der damals jungen Bundesrepublik Deuschland. Im Anschluss entschied er sich für eine Bewerbung bei den Vereinten Nationen. Seit 1968 verbrachte er über 30 Jahre im Dienste der UN und war in dieser Zeit neben den Zentralen in New York und Genf unter anderem in Ghana, Pakistan und Botswana im Einsatz.

Seine letzte Station war der Irak. Von Sponeck legte 2000 aus Protest gegen die Sanktionspolitik der USA nach 17 Monaten in Bagdad das Amt nieder. 500.000 verhungerte Kinder als „Preis“, um das Land wieder auf „West-Kurs“ zu bringen, widersprachen allem, was er in der Menschenrechtscharta als richtig erkannt hatte.

Hans-Christof von Sponeck ist offiziell im Ruhestand. In der Realität ist der heute 75-jährige so umtriebig wie nie zuvor. So lehrte er beispielsweise bis vor kurzem im Zentrum für Konfliktforschung an der Universität Marburg und gibt Seminare an der Universität Basel. Zudem veröffentlicht er Artikel und Sachbücher.

Hans-Christof von Sponeck entstammt der alten Militärfamilie von Sponeck. Sein Vater, Hans Emil Otto Graf von Sponeck, 1888 geboren, kämpfte im Ersten und Zweiten Weltkrieg für Deutschland. Nachdem er seiner Einheit beim Russlandfeldzug 1941 eigenmächtig den Rückzug befahl, da die Rote Armee seine Truppe sonst aufgerieben hätte, wurde er am 23. Dezember 1942 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde von Adolf Hitler jedoch in eine lebenslange Haft umgewandelt.

Im Zuge des Hitlerattentates vom 20. Juli 1944 jedoch wurde die Haftstrafe durch Himmler erneut in eine Todesstrafe umgewandelt und General von Sponeck hingerichtet.

Damals war unser Gesprächspartner 5 Jahre alt. Der Tod des Vaters und die spätere Beschäftigung mit der deutschen Geschichte haben Hans-Christof von Sponeck tief geprägt und eine andere als eine militärische Laufbahn einschlagen lassen.

Hans Christoph von Sponeck hat sich ohne Wenn und Aber dem Frieden verschrieben, zu dem es seiner Meinung nach keine Alternative gibt.

Kooperation statt Konkurrenz.
Demut statt Überheblichkeit.
Humanismus statt Militarismus.

Wir trafen den langjährigen UN-Diplomat in der Nähe Freiburgs und sprachen mit ihm über die Bilanz seiner Arbeit und die aktuellen Krisenherde der Welt, den Irak, die Ukraine und Gaza. Das Gespräch dauerte rund 120 Minuten und hat uns als Redaktion tief beeindruckt. Hans-Christof von Sponeck gehört zu den intellektuellen Lichtblicken in diesem Land. Für ihn sind Ethik und Moral keinen Mode, die man mal mehr, mal weniger vor sich her trägt.

Die Zentrale Botschaft, die wir aus dieser Begegnung mitnehmen konnten, lautet: Frieden ist möglich, wenn wir, die Bürger, endlich den Mut aufbringen, den Kriegstreibern in allen Bereichen zu widersprechen.

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://www.kenfm.de/kenfm-unterstuetzen/

3 Kommentare zu: “KenFM-Spotlight: Hans-Christof von Sponeck über einen potentiellen Lösungsansatz im Israel-Palästina-Konflikt

  1. Die Wahlergebnisse in NRW am Sonntag ja gezeigt, dass es den Deutschen noch nicht schlecht geht.
    Und Merkel wird im Septenber selbstverständlich wieder gewählt.
    Erfreulich wäre einzig, wenn die verlogenen Grünen aus dem Bundstag fliegen. Das wär mir eine Flasche Champagner wert.

  2. „Für ihn sind Ethik und Moral keinen Mode, die man mal mehr, mal weniger vor sich her trägt.“

    Ja, das mag so sein, aber weder für das deutsche Volk, noch die deutsche Regierung trifft das zu, oder?

    „Die Zentrale Botschaft, die wir aus dieser Begegnung mitnehmen konnten, lautet: Frieden ist möglich, wenn wir, die Bürger, endlich den Mut aufbringen, den Kriegstreibern in allen Bereichen zu widersprechen.“

    Also: „Frieden ist möglich, wenn wir, die Bürger…“ Mit anderen Worten: Frieden ist unmöglich!
    Warum die banale Wahrheit so verklausuliert umschreiben, Herr Sponeck?

    • Der englische Professor John Gray war vor drei oder vier Jahre in den angesehenen Sonntag Programm Buitenhof, er sprach über den EU Illusion.
      Er wurde gefragt ‚wann wird diese Illusion enden ?.
      Seine Antwort war ‚it has to get worse‘, ‚es muss viel schlechter werden‘.
      Mit anderen Worten, die Masse kommt erst in Aufstand wenn sie selbst getroffen werden.
      Wer durch Krieg getroffen wird ist zu spät um Krieg zu verhindern.
      Wie viele ahnen was EU, Deep State und NATO wollen ?
      Täglich werden wir Gehirn gespült mit den gefährlichen Putin, und die IS Terrorgruppe.
      Das IS nicht mehr ist als De Gaulle’s Free French ist, dat darf nicht gesagt werden.

Hinterlasse eine Antwort