Vorsicht, Verschwörungstheorie!

Daniele Ganser im Interview mit Jens Wernicke.

Exklusivabdruck aus dem Buch Lügen die Medien?

Haben Sie es auch schon gelesen? Auf Friedensdemonstrationen trifft man heutzutage angeblich viele Rechte an. Die meisten, die das Völkerrecht verteidigen oder die Auswüchse des Casino-Kapitalismus kritisieren, sind latente Antisemiten. Wer gegen TTIP ist, verbirgt hinter linker Attitüde vielleicht nur dumpfen Nationalismus und Querfront-Sympathie. Und diejenigen, die nicht gleich alles glauben, sondern auf Ungereimtheiten hinweisen und sich der Mehrheitsmeinung nicht per se beugen: Das sollen alles Spinner sein, denn sie glauben an »Verschwörungstheorien«. Was aber meint dieser Begriff eigentlich? Wo kommt er her? Und warum wird er aktuell so häufig verwandt? Darüber sprach Jens Wernicke mit dem Schweizer Friedensforscher Daniele Ganser, den Medien und interessierte Kreise seit einiger Zeit selbst als »Verschwörungstheoretiker« zu diskreditieren versuchen.

Herr Ganser, durch WikiLeaks und andere sind in der letzten Zeit einige brisante Dokumente, die staatliche Mechanismen zur Manipulation respektive Lenkung der öffentlichen Meinung offenbaren, an die Öffentlichkeit gelangt. Da wurde inzwischen nicht nur belegt, dass etwa im »Krieg um die Köpfe« seit einiger Zeit ganz gezielt Frauen propagandistisch angesprochen werden, um auch und insbesondere diese zur Zustimmung zu westlichen Kriegen im Nahen Osten zu bewegen (1). Da gibt es inzwischen auch Papiere, die darlegen, wie mit Spins und Propaganda diejenigen, die die richtigen Fragen stellen, in Verruf gebracht werden sollen (2). Was ist hier über die entsprechenden Strategien von Seiten der Mächtigen bekannt?

Wir stecken heute mitten im Informationskrieg. Immer mehr Menschen erkennen das und wachen sozusagen auf. Diese wachen Menschen lehnen Kriegspropaganda ab und versuchen, sich ein eigenes Bild von der Welt und den politischen Ereignissen zu machen, zum Beispiel indem sie verschiedene alternative Medien konsumieren. Es ist heute wichtig zu verstehen, dass die Massenmedien in diesem laufenden Informationskrieg benutzt werden, um die Menschen zu lenken und zu steuern (3).

Wie Edward Bernays in seinem Buch Propaganda schon 1928 erklärte, kann man das Denken der Öffentlichkeit ganz genauso dirigieren, wie eine Armee die Körper ihrer Männer dirigiert. Aber nur so lange, wie die gelenkten Menschen sozusagen schlafen und sich dieser Steuerung gar nicht bewusst sind. Wenn sie aber aufwachen und die Realität des Informationskrieges erkennen, wird es viel schwieriger, sie zu lenken. Dann funktioniert die Regel von Bernays nicht mehr, und genau das erleben wir derzeit bei Tausenden von Menschen.

Nehmen wir als konkretes Beispiel den Irakkrieg 2003. Die US-Regierung unter Präsident Bush wollte die eigene Bevölkerung davon überzeugen, dass der Irakkrieg richtig, notwendig und gerecht sei. Das war keine einfache Aufgabe für die Propagandaabteilung im Weißen Haus und die Massenmedien im Mainstream wie CNN oder New York Times. Denn in Wahrheit handelte es sich um einen illegalen Angriffskrieg ohne UNO-Mandat, der bis heute über eine Million Menschenleben gefordert und den Aufstieg der Terrormiliz IS erst ermöglicht hat (4). Die Aufgabe der Kriegspropaganda ist es, diese unschönen Fakten in den Hintergrund zu rücken und den Krieg als wertvollen Beitrag im Kampf für die Menschenrechte darzustellen.

Natürlich wird der Informationskrieg an der Heimatfront nicht mit Flugzeugträgern oder Landminen geführt, sondern mit Bildern und Worten (5). Konkret hat die Bush-Administration damals behauptet, der irakische Diktator Saddam Hussein habe etwas mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zu tun. Das war völlig erfunden und erlogen, aber es hat funktioniert. Denn 9/11 ist ein Trauma in den USA und auch in Europa, ein schlimmes Ereignis, das sich tief in die Seelen der Menschen eingegraben hat. Man kann es nicht leicht vergessen. Im Informationskrieg wurde das Trauma mit dem neuen Feind, also Irak, verbunden, um dem Land einen schlechten Ruf zu verpassen. Und das hat tatsächlich funktioniert.

Bei einer Umfrage im Jahre 2006 erklärten 85 Prozent der US-Soldaten im Irak, dass ihre »Hauptmission« darin bestehe, »Saddam für seine Rolle bei den Terroranschlägen vom 11. September zu bestrafen«. Das Verrückte ist: Saddam hatte nichts mit 9/11 zu tun! Aber die Kriegspropaganda hat das in die Köpfe der Soldaten eingetrichtert, indem es immer wieder und zudem von verschiedenen Medien gesagt wurde. Tatsächlich muss man eine Lüge nur dauernd und in verschiedenen TV-Sendungen und Zeitungen wiederholen, dann wird sie oftmals geglaubt. Die Wiederholung ist das Entscheidende.

Eine weitere Lüge, welche die US-Administration an der Heimatfront einsetzte, war die Behauptung, der Irak besitze ABC-Waffen. Heute wissen wir, auch das war eine Lüge. Außenminister Colin Powell, der im Februar 2003 diese Lüge kurz vor dem US-Angriff im UNO-Sicherheitsrat der Welt präsentierte, zeigte später Reue und erklärte 2005, er fühle sich »furchtbar«, dass er vor der UNO angebliche Beweise für Massenvernichtungswaffen vorlegte, die sich als falsch erwiesen haben. Diese Rede sei ein »Schandfleck« in seiner politischen Karriere.

Wenn nun unabhängige Historiker mit dem Spezialgebiet Zeitgeschichte kommen und diese einfachen Tricks der breiten Öffentlichkeit in Vorträgen, Büchern und Interviews darlegen, dann werden die Mächtigen der Welt, die sogenannten 1 Prozent, natürlich nervös. Die Machtelite mag es nicht, wenn ihre Strategien, die jenseits aller Ethik ablaufen und nur darauf abzielen, mehr Geld und mehr Macht anzusammeln, demaskiert werden. Daher werden auch die Intellektuellen angegriffen, wenn sie den Machtmissbrauch offen und deutlich kritisieren.

Wie wird das gemacht? Wie läuft das ab?

Ich habe es persönlich in den letzten Jahren immer wieder erlebt, dass einige meiner kritischen historischen Fragen lächerlich gemacht wurden, um sie dadurch zu schwächen. Ich untersuche ja vor allem die Energiewende und den globalen Kampf um Erdöl und Erdgas (6). Aber ein anderes meiner Forschungsgebiete sind die Terroranschläge vom 11. September 2001. Was damals passierte, ist bis heute ungeklärt. Speziell über den Einsturz von World Trade Center 7, das nicht von einem Flugzeug getroffen wurde, wird viel gestritten, vor allem in den USA.

Zwei Thesen stehen hier im Raum: Feuer oder Sprengung. Nun beobachte ich seit Jahren diese Debatte, denn sie ist ohne Frage historisch relevant. Die Überwachung der Bürger, die hohen Ausgaben für das Militär, der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und auch der Irakkrieg, welcher in Folge auch Syrien destabilisiert hat: All das gründet auf 9/11 und wird hiermit legitimiert. Daher müssen wir die verschiedenen Geschichten und Fragen zu diesem Tag ganz genau untersuchen. Doch einige mächtige Menschen möchten das auf keinen Fall und sagen, das sei längst geklärt. Präsident Bush selbst hat 2001 vor der UNO erklärt, dass seine Geschichte zu den Anschlägen die Wahrheit sei. Alles andere seien »Verschwörungstheorien«, die man auf keinen Fall glauben dürfe.

Auch heute, vierzehn Jahre nach den Anschlägen, tobt zu 9/11 immer noch ein heftiger Informationskrieg. Die Debatte wird dabei gezielt mit Blödsinn kontaminiert, wie Sabine Schiffer und andere wunderbar herausgearbeitet haben (7). Dadurch werden wichtige und zentrale Fragen, wie etwa die bezüglich des WTC 7, als unwichtig abgetan, obschon sie das nicht sind. Wer sich im Informationskrieg aber nicht auskennt, der verliert schnell den Überblick oder bekommt ein ungutes Gefühl und wendet sich enttäuscht ab.

Genau das ist auch das Ziel solcher Manipulationen. Außerdem versucht die Machtelite nach wie vor, die kritischen Stimmen mit dem Vorwurf »Das sind doch alles Verschwörungstheoretiker!« mundtot zu machen. Man stellt die 9/11-Forscher also in die Spinner-Ecke und hofft, die Bevölkerung hört nicht auf sie. Mein Eindruck ist aber, dass dieses Spiel mit den Stigmata inzwischen immer weniger funktioniert.

Welche Stigmata meinen Sie? Und welches Spiel?

Nun, die Liste ist lang. Aber die bekanntesten stigmatisierenden, verleumderischen Zuschreibungen sind wohl jene, dass man ein »Verschwörungstheoretiker«, »Anti-Amerikaner« oder »Querfrontler« sei. Die USA sind ja gegenwärtig – und als Historiker gesprochen – das Imperium, also der mächtigste Staat der Welt. Wer den Machtmissbrauch des Imperiums aber anspricht, und der ist empirisch messbar, wird in den NATO-Ländern umgehend als »Anti-Amerikaner« stigmatisiert. Das ist Teil des Informationskrieges.

All diese Stigmata werden auch verwendet, um zum Beispiel die 9/11-Debatte und die hier notwendigen Fragen zu unterdrücken. Nun sind aber viele Menschen in den NATO-Ländern nicht blöd. Sie wissen, dass sie zum Irakkrieg belogen wurden. Sie haben erkannt, dass die USA ein Imperium sind, das rücksichtslos die eigenen Interessen verfolgt. Immer mehr Menschen verstehen auch, dass Kriege oft mit Lügen beginnen, und sind wachsam.

Weil ich selber auch schon mit den genannten Kampfbegriffen angegriffen wurde, weiß ich aus eigener Erfahrung, wovon ich spreche. Im Jahre 2006 habe ich zum Beispiel im Schweizer Tages-Anzeiger einen Text zu 9/11 publiziert, in dem ich auch auf das WTC 7 einging und die Frage in den Raum stellte: Feuer oder Sprengung? Daraufhin hat mich die US-Botschaft in der Schweiz umgehend als »Verschwörungstheoretiker« angegriffen. Das war unfair, aber im Kontext des Informationskrieges die normale und zu erwartende Reaktion.

Danach erhielt ich aber von vielen Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz E-Mails mit dem Tenor: »Diese Fragen zu WTC 7 sind wichtig. Bleiben Sie mutig. Bleiben Sie dran. Wir brauchen Historiker wie Sie, die einen kritischen Blick auf die Zeitgeschichte werfen.« Es sind derart viele E-Mails, dass ich empirisch festhalten kann: Tausende von Menschen werden von den oben genannten Stigmata inzwischen nicht mehr abgeschreckt. Sie bilden sich selber eine Meinung. Zudem greifen diese kritischen Mediennutzer jetzt über Leserbriefe und Postings in den Sozialen Medien wie Facebook selber in die Debatte ein.

Ist denn bei diesen Begriffen irgendwie nachweisbar, dass ihre Verwendung aus den Kreisen, die sie nutzen, heraus initiiert, also angestoßen ist?

Ja, das ist beispielsweise beim Begriff »Verschwörungstheoretiker« ganz klar der Fall. Er stammt aus dem Arsenal der psychologischen Kriegsführung und wurde von der CIA erstmals 1967 als semantische Waffe im Informationskrieg etabliert (8). Damals haben verschiedene Forscher und Juristen in den USA damit begonnen, kritische Fragen zum Mord an Präsident Kennedy 1963 zu stellen. Die Theorie vom Einzeltäter Lee Harvey Oswald entspricht bis heute der offiziellen US-Geschichtsschreibung. Wer daran zweifelte, wurde gemäß CIA sofort und gezielt als »Verschwörungstheoretiker« angegriffen (9).

Die CIA wusste, dass man mit derlei Stigmata und Verunglimpfung den Informationskrieg im Sinne ihrer Interessen zu beeinflussen vermag. Warum sie das tat, ist bis heute umstritten, aber es dürfte als erwiesen gelten, dass viel vertuscht und gezielt manipuliert worden ist. Die taz hat hierzu vor einiger Zeit einen guten Kommentar veröffentlicht, der den aktuellen Forschungsstand gut zusammenfasst. Darin heißt es unter anderem:

»Bis heute sind tausende Seiten von CIA-Dokumenten aus Gründen der nationalen Sicherheit gesperrt. Darunter sind auch so scheinbar banale Papiere wie die Steuerbescheide des Lee Harvey Oswald, weil dieser zum Sündenbock aufgebaute inoffizielle Mitarbeiter der Geheimdienste vermutlich von einer Strohfirma ein Gehalt bekam. Dass ›normale‹ Kriminelle oder fremde Kommunisten zu einer solchen Zurückhaltung von Akten ebenso wenig in der Lage sind wie zu der Manipulation von Autopsiefotos spricht für die Mittäterschaft staatlicher Behörden an diesem Mord« (10).

Und dasselbe läuft mit 9/11: Wer die Bush-Version nicht für die Wahrheit hält, ist ein »Verschwörungstheoretiker«.

Derzeit haben wir folgende Situation: Viele Menschen haben es fest im Gehirn verankert, dass es zu 9/11 entweder die Version von Bush oder aber komische Verschwörungstheorien gibt. Diese Menschen haben nicht begriffen, dass alle Geschichten zu 9/11, also auch die Geschichte von Bush, per definitionem Verschwörungstheorien sind, weil es jeweils um eine geheime Absprache von zwei oder mehr Menschen geht, um mit Gewalt ein politisches Ziel zu erreichen, was ja den Kern jeder Verschwörung ausmacht.

Bush hat natürlich nie zugegeben, dass seine Geschichte ebenfalls eine Verschwörungstheorie ist. Aber immer mehr Menschen erkennen, dass er keine gute und glaubwürdige Quelle ist, weil er zum Beispiel auch zum Irakkrieg gelogen hat. Das ist für uns Historiker ein ernsthaftes Problem. Denn es ist eine historische Pflicht, schlechte Quellen zu prüfen, indem man andere Quellen in die Debatte miteinbezieht. Etwa den Architekten Richard Gage aus San Francisco, der den Einsturz von WTC 7 sehr genau untersucht hat. Eigentlich müssten auch die Journalisten bekannte schlechte Quellen meiden, aber sie haben fast alle die Geschichte von Bush nacherzählt und verteidigen sie bis heute. Gage hingegen wurde nach einem Auftritt in Berlin in diesem Jahr von der BILD-Zeitung umgehend als »Verschwörungstheoretiker« diffamiert. Das ist falsch, unehrlich und unhöflich.

Das Muster in diesem Informationskrieg ist immer dasselbe und völlig simpel. Im Kern ist es eine beschämend einfache Taktik, aber sie funktioniert immer wieder: Statt die Fragen bezüglich WTC 7 sachlich zu diskutieren, mit Argumenten dafür und dagegen, wie es in der historischen Wissenschaft eigentlich normal ist, wird einfach die Reputation der Person, welche die Frage aufwirft, in Zweifel gezogen. Das ist Richard Gage passiert. Das ist mir passiert. Das ist dem klugen deutschen Journalisten Mathias Bröckers passiert. Das ist dem mutigen früheren SPD-Bundesminister für Forschung Andreas von Bülow passiert. Und vielen anderen auch, welche sich kritisch mit 9/11 auseinandergesetzt haben.

Inzwischen werden immer mehr Menschen, die kritische Fragen auch zu anderen Themen stellen, mit derlei Stigmata überhäuft. Selbst wer feststellt, dass Regierungen lügen oder große Konzerne einen Großteil des Welthandels beherrschen, kann inzwischen schnell in Verruf kommen (11). Oder dass ernsthaft behauptet wird, wer gegen TTIP demonstriere, lehne sich »gedanklich bei Pegida-Bachmann, Marine Le Pen und Donald Trump« (12) an, sei also Rassist, Nationalist und womöglich Schlimmeres.

Was können denn die Mediennutzer tun, um derlei Diffamierungen zu durchschauen und sich den durch diese intendierten Manipulationen zu entziehen? Gibt es da ein einfaches »Rezept«?

Ja. Selber Denken und sich ohne Angst eine eigene Meinung bilden. Zudem sollte man der Anwendung von Gewalt, also Krieg, Terror, Folter und Vergewaltigung, kritisch gegenüberstehen. Niemand kann alles wissen. Und niemand kann alles lesen. Aber jeder muss selber festlegen, welche Themen ihn interessieren. Dann soll er zu diesen Themen, also zum Beispiel zum Thema »Informationskrieg«, breit lesen und sich informieren nach der alten Regel: alles prüfen, das Beste behalten.

Quellen

  1. Jens Wernicke: »Geleaktes CIA-Dokument belegt Kriegspropaganda«, Telepolis, 22.6.2015, http://www.heise.de/tp/artikel/45/45221/1.html
  2. Siehe http://www.siper.ch/de/assets/uploads/files/dokumente/CIA%20%281967%29%20-%20Countering%20Criticism%20of%20the%20Warren%20Report.pdf
  3. »Medien im Krieg«, Interview mit Jörg Becker, NachDenkSeiten, 12.2.2015, http://www.nachdenkseiten.de/?p=24995
  4. http://www.nachdenkseiten.de/?p=25535 oder auch http://www.nachdenkseiten.de/?p=25848
  5. Jens Wernicke, »Meinungsmanipulationsstrategien in Frieden und Krieg«, http://www.medienverantwortung.de/wp-content/uploads/2009/07/Wernicke_Forschungsarbeit-Feindschaft.pdf
  6. Jens Wernicke, »Die Welt im Erdölrausch«, Telepolis, 10.6.2015, http://www.heise.de/tp/artikel/45/45127/1.html
  7. Roland Heurig, Sabine Schiffer, Karin M. Schmidl, »Konspiration auf dem Kunstrasen – Reframing 9/11«, hintergrund.de, 17.11.2009, http://www.hintergrund.de/20091117530/hintergrund/medien/konspiration-auf-dem-kunstrasen-reframing-911.html
  8. »Der Aufstieg der CIA zur Schattenregierung der USA«, Interview mit David Talbot, NachDenkSeiten, 9.9.2016, http://www.nachdenkseiten.de/?p=34928
  9. Mathias Bröckers, »Terror und Tabu«, Telepolis, 11.9.2015, http://www.heise.de/tp/artikel/45/45945/2.html
  10. Mathias Bröckers, »Was heißt hier Verschwörungstheorie?«, taz.de, 22.11.2013, http://www.taz.de/%215054431/
  11. »Wie Verschwörungstheoretiker ticken«, Spiegel online, 28.1.2012, http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/psychologie-wie-verschwoerungstheoretiker-ticken-a-811832.html
  12. Alexander Neubacher, »Schauermärchen vom rechten Rand«, Spiegel online, 10.10.2015, http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ttip-bei-der-demo-marschieren-rechte-mit-kommentar-a-1057131.html

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Dieser Beitrag erschien am 4.9.2017 im Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Fotograf: Christoph Hardt

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29 Kommentare zu: “Vorsicht, Verschwörungstheorie!


  1. Irak-Krieg auf Wikipedia

    Eben bemerkt: Ein erstaunlich offener Wikipedia-Eintrag.

    Der Irakkrieg (auch Zweiter Irakkrieg oder Dritter Golfkrieg) war eine völkerrechtswidrige Militärinvasion der USA, Großbritanniens und einer „Koalition der Willigen“ in den Irak.

    Die US-Regierung Bushs hatte den Sturz Saddam Husseins seit Januar 2001 erwogen und nutzte die Terroranschläge am 11. September 2001 dazu, einen Invasionsplan national und international durchzusetzen. Sie begründete diesen als notwendigen Präventivkrieg, um einen angeblich bevorstehenden Angriff des Iraks mit Massenvernichtungsmitteln auf die USA zu verhindern. Dafür erhielt sie kein UN-Mandat des UN-Sicherheitsrats und brach somit das Verbot eines Angriffskrieges in der UN-Charta.5 Die USA und Großbritannien legten die UN-Resolution 1441 gegen die übrigen Sicherheitsratsmitglieder als Angriffsmandat aus und verhinderten mit ihrer UN-Vetomacht, dass der UN-Sicherheitsrat den Irakkrieg verurteilte. Da im Irak keine Massenvernichtungsmittel und keine Beweise akuter Angriffsabsichten gefunden wurden, ist die Begründung des Irakkriegs als falsch erwiesen. Sie wird oft als absichtliche Irreführung der Weltöffentlichkeit bewertet. Als tatsächliche Kriegsgründe werden oft geopolitische und wirtschaftliche Interessen westlicher Staaten angenommen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg

    • Mir fehlen dabein zwei Dinge
      – das es keine Terroranslag war
      – das Bush jr in eine Rede bei AIPAC versprochen hatte Irak an zu greifen, um die jüdische Stimmen zu bekommen.
      Viele Kriege werden geführt für innenpolitische Gründe, die Franzosische Attacke von 1870 ein gutes Beispeil.
      Mit Mussolini dasselbe.

    • @Pieter Kamp

      Nicht gut genug?

      Wenn Sie nichts einwenden ändern wir den Artikel dann dahingehend ab:

      Der Irakkrieg (auch Zweiter Irakkrieg oder Dritter Golfkrieg) war eine mit irakischen Gräueltaten begründete Militärinvasion der USA, Großbritanniens und einer „Koalition der Willigen“ in den Irak.
      Begründete war dieser notwendigen Präventivkrieg, um einen bevorstehenden Angriff des Iraks mit Massenvernichtungsmitteln auf die USA zu verhindern. Dafür stimmten Mitglieder des UN-Sicherheitsrats.
      Der UN-Sicherheitsrat hat den Irakkrieg nie verurteilt.
      Es gab viele Gründe den Irak anzugreifen.

      😉

  2. Was als ‚Migrationswaffe‘ (fälschlich) bezeichnet wird, wäre eher eine Art Invasion einer zombiehaften ‚Armee‘, die auf Befehl einzelner Lobbyisten oder Regierungen in andere Länder aufbrechen würde. Das setzt voraus, dass die Mitglieder dieser Armee keinen eigenen Willen haben würden, dass sie völlig auf Befehl handeln würden und dass sie keinerlei Wertschätzung für ihr eigenes Leben hätten.
    Das halte ich für ein Szenario, das vielleicht in einem seltsamen Film denkbar ist, aber nicht in der Realität, also für eine relativ absurde Verschwörungstheorie (wobei ich anerkenne, dass auch sehr gute und wahre Verschwörungstheorien gibt!). Und mit Migration hätte das nichts zu tun, der Name ‚Migrationswaffe‘ dient offenbar dazu, das ansonsten offensichtlich absurde propagierte Szenario bei Rechtspopulisten und Rechtsradikalen „schmackhaft“ zu machen.

    • Verschwörungstheorie „Migrationswaffe‘“

      Die Migrationsströme sind geplant:
      Not und Anreize – Start und Ziel

      Der von den USA initiierte Bürgerkrieg in Syrien der die humanitäre Katastrophe verursachte.
      Kürzung der Bedarfe in Flüchtlingslager.
      Aussetzen internationaler, europäischer und nationalstaatlicher Gesetze und Regelungen:
      Dublin III, Artikel 16a GG und Genfer Flüchtlingskonvention
      Anreize – Medienkampagne Open Border und Welcome-Politik
      Keine Kontrolle und Steuerung
      Massive Zuwanderung aus anderen (sicheren) kulturfremden Ländern
      NGOs als Schlepper
      Soziale Spannungen (die Einzelfälle)

      Erkennen Sie darin wirklich kein System ?!

    • Geplant ist, Grenzen zu schließen und die Leute an Migration zu HINDERN.
      Mindestens 60% der Politik dreht sich genau um eine Frage: „Wer soll wohin reisen dürfen mit welchem Visum (oder visafrei) ?“. Und die finanziellen ‚Eliten‘ (= ganz einfach die wirklich reichen Leute) und ihre Helfer und Verbündeten können nahezu weltweit ihren Wohnsitz aussuchen. Hingegen haben genau die Vertreter dieser „Eliten“ gar kein Interesse an Migrationsdynamik. Sie wollen nämlich eine statische Weltwirtschaft, damit in 100 Jahren ihre eigenen Nachfahren sicher und ohne Anstrengung reich sind.
      Reisefreiheit ist ein Grundrecht, und das wichtigste Grundrecht überhaupt im politischen Dialog. Reisefreiheit kann nämlich als einziges Grundrecht nicht von einer Nation alleine gesichert werden, dazu braucht es alle beteiligten Nationen!

    • In den Mainstream-Medien wird dieses Thema derzeit massiv verschleiert. Dabei sind ALLE Nationengrenzen, ja sogar die Existenz der Nationen selbst, Resultate reiner Machtpolitik. Dass es Deutschland, Frankreich oder Papua-Neuguinea oder Irak überhaupt als Länder gibt, in den derzeit existierenden Grenzen, ist einzig und alleine auf frühere Entscheidungen mächtiger Gremien zurückzuführen. Staaten sind rein menschengemacht. Es gibt gar kein natürliches Recht der Nationen, Grenzen zu schließen, aber leider oft die Macht dazu.
      Und es wird von Lobbyisten regelmäßig versucht, diese nicht wirklich legitime Macht der Nationen zu erhalten und auszubauen. Es gibt eine Propaganda für Knaststaaten (für Nicht-Reiche).

    • Sie bringen da aber einiges durcheinander. Reisefreit und Migration sind verschiedene Dinge!
      Reisefreiheit bedeutet ich darf in ein anderes Land reisen – sprich Besuch auf Zeit.
      Migration bedeutet man will in dem Land leben und ggf. Staatsbürger werden.
      Um ihnen das natürliche Konzept von Nationen und Grenzen etwas verständlicher zu machen,
      bezeichne ich Nationen mal als einen begrenzten Gebietsanspruch. Viele Lebewesen auf unseren Planeten beanspruchen Gebiete also ihren Lebensraum für sich. Sie grenzen ihr Revier durch Makierungen ab und verteidigen es meist gegen Artverwandte. Vielleicht haben Sie ja einen festen Wohnsitz und beanspruchen damit sozusagen ihren privaten Lebensraum. Ich nehme mal an, dass Sie in diesem keine unbegrenzte Migration wünschen oder eine Form der Reisefreiheit. Vielleicht haben sie auch eine Grenze (Tür) zu ihrem privaten Lebensraum, die sie auch mal schließen \ abschließen. Nun übertragen Sie dieses Konzept auf größere Einheiten und sie haben 2 Grundbausteine eines Staates\Nation: Staatsvolk und begrenztes Staatsgebiet. Vielleicht haben Sie ja eine Art Hausordnung bei sich zu Hause die ein paar Grundregeln festlegt (Schuhe ausziehen usw.). Mit solchen Grundregeln hätten wir den 3 und letzten Baustein: Die Rechtsordnung \ Verfassung.
      Also unterliegen Sie nicht dem Denkfehler nur weil die Eliten dieses Konzept nutzen \ missbrauchen , sei es nicht natürlich.

    • Auch ich kann nur denken das die Migrationsströme geplant sind.
      Sehr gutes Mittel die Kulturen der Europäischen Länder zu vernichten.
      Nötig um der grosse Europäischen Heilstaat ein gutes Fundallent zu geben.
      Eine Hetze wird begonnen gegen ein jeder die dagegen ist, durch Politiker und Medien.
      Das gelingt, der Vordertür Baudet’s, von FVD, wurde diese Woche zweimal beschmutzt.
      Pim Fortuyn, der gegen Islamisierung war, wurde ermordet.
      Ob es gelingen wird die Kulturen zu vernichten, in Norwegen bekam anti Migration wieder die Mehrheit.
      Polen, Ungarn, Slovakei, auch Rumeniën glaube ich, widersetzen sich noch immer.
      FVD bekam seit Oktober 2016 mehr als 13.000 Mitglieder, Rutte’s VVD hat 26.000.

  3. Der Begriff ist inzwischen so massiv kontaminiert und wird mit „Schwachsinn“ oder „Spinner“ gleichgesetzt, dass ich ihn einfach weglassen würde.

    Habe das auch einem Freund von mir geraten, der ganz stolz meinte, er bezeichne sich als „conspiracy theorist“ – weil er eben aufgewacht ist. Bei vielen Leuten löst das einen unangenehmen Reflex aus. Ich würde einfach mit Fakten argumentieren, und grob geschätzt 90% der Leute (die reflexartig den Begriff verwenden) wissen gar nicht, wie viele Gebäude an 9/11 zusammen gestürzt sind. Das zeigt, wie inhaltsleer das ganze verwendet wird: keine Plan, Hauptsache ein kluges Schlagwort.

    Da muss man einfach sachlich bleiben, und sind wir doch mal ehrlich: die Friedensbewegung hat so gute Argumente, da müssen wir uns gar nicht mit so einem Unsinn abtun.

  4. Es ist eben wie bei allen Theorien so, auch bei der verschwörungstheorie: Es gibt wahre, bewiesene, gute, schlechte und falsche und sogar widerlegte Verschwörungstheorien. Es gibt Verschwörungstheorien, die entscheidende Durchbrüche sind für das Verständnis der wahren Situation, und es gibt andererseits auch solche, die gezielt eingesetzt werden, um die Leute zu verwirren. Also sollte man das Wort ‚Verschwörungstheorie‘ wieder wertfreier sehen.

  5. Ich denke, was Dr. Ganser schildert, betrifft einen ganz wesentlicher Aspekt der demokratischen Verfasstheit: Viele der Kampagnenstrategien, die er benennt, zielen nämlich darauf ab, die Beweislast umzukehren bzw. diese mindestens von den Regierungen wegzunehmen. In einer echten Demokratie ist es nämlich die Regierung, die beweisen muss, dass ihre Entscheidungen und Informationen bzw. ‚Versionen‘ richtig sind, und die insbesondere auch ‚unangenehme‘ Fragen beantworten muss. Wenn das umgedreht wird, ist das ein Schritt in die de-facto-Diktatur. Ziel der von Dr. Ganser geschilderten Kampagnen ist es aber leider wohl, diejenigen, die Fragen stellen, unter eine mindestens überzogene, meist sogar logisch falsche, ‚Beweispflicht‘ zu stellen, und damit der Regierung zu ermöglichen, nichts aufdecken zu müssen.

    • und weil es in Deutschland hundertausende sind, wurde Deutschland mit der Migrationswaffe (Hilfsgelder für Flüchtlingslager wurden um bis zu 60% gekürzt!) gezielt angegriffen. Wir schaffen das – nicht – wäre den imperialen Herren und Damen dieser Welt sehr recht und sie WISSEN, das Deutschland nicht alle Flüchtenden und Hungernden dieser Welt aufnehmen kann. Das „Spiel“ wird sich auch in Zukunft wiederholen, doch werden wir besser vorbereitet sein.

      Das Problem der Beweislastumkehr lässt sich durch transparente Regierungspolitik lösen.

      Auf eine gute Zukunst, ihr vielen Wahrheitssuchenden!

    • Aus Sicht von Leuten, die dafür sind, dass Nationen ihren Bürgern helfen und sie nicht einsperren und auch Andere nicht aus dem öffentlichen Raum aussperren (wie es etwa die EU vormacht mit ihren offenen Binnengrenzen, aber nicht mit der ‚Festung Europa nach außen), gibt es sowas wie eine ‚Migrationswaffe‘ gar nicht.

      Das Entscheidende für mich ist, dass man Verschwörungstheorien gerne und auch öfters aufstellen kann und sogar sollte – aber man, wenn man keine Beweise hat, unbedingt klarstellen sollte, dass es eben nur eine Verschwörungstheorie ist.
      Ich mache das explizit mit dieser Wortwahl. Das erfüllt mehrere Zwecke:
      1) Es ist manchmal nötig, Verschwörungstheorien aufzustellen, als Thesen, um der Wahrheit näherzukommen. Jeder hute Ermittler macht das.
      2) Die politisch gewollte negative Konnotation des Wortes ‚Verschwörungstheorie‘ wird abgemildert. Man gibt einfach offen zu, und bleibt dabei gut gelaunt, dass man eben nur eine Verschwörungstheorie hat, aber keine Beweise.
      3) Es wird der ebenfalls grassierenden Tendenz begegnet, dass Verschwörungstheoretiker ihre teils wilden und oft sogar widerlegten Theorien wie eine bewiesene Wahrheit ‚verkünden‘.

    • Thatsit

      Mal eine Frage können Sie sich vorstellen wie man eine gesteuerte Migration als Waffe einsetzen kann ?

      Ich würde solche eine Waffe zur Destabilisierung einsetzen – Stichwort: Übermäßige finanzielle und soziale Belastungen die Spannungen erzeugen.
      Mit der richtigen Munition könnte das gelingen.

      Man schicke mehrere Millionen Kulturfremde (Religion, gesellschaftliche Normen und Werte) in ein Land, so dass die Integrations- und Assimilationsfähigkeit einer Gesellschaft nicht mehr ausreicht um soziale Spannungen und den Verteilungskampf zu kompensieren. Neben zusätzliche finanziellen Belastungen führen gerade diese Spannungen zur Destabilisierung.
      Im Falle einer zusätzlichen Belastung von außen Finanzkrise oder Krieg könnte man das Land auch dann mit einem Bürgerkrieg konfrontieren.

    • @ Entschwörungspraktiker

      Eine solche ‚Waffe‘ würde nur dann funktionieren, wenn man Millionen Leute zur Verfügung hätte, die sklaven- oder gar marionettengleich mal eben in das ‚Zielland‘ aufbrechen würde, nur weil einem mal eben einfällt, sie als ‚Waffe‘ zu mißbrauchen.

      Die Szenerie bei der Flüchtlingskrise war schon etwas komplexer, und die Flüchtlinge sind sicher auch allermeistens keine Befehlsempfänger von Lobbyisten. Ich halte die Flüchtlingskrise in erster Linie für einen Affront der Regierungen der EU-Staaten Griechenland, Österreich und Ungarn gegen die deutsche Regierung. Die ganze EU stand da auf dem Spiel, und die Bundesregierung hat damals die EU gerettet. So unsinnig und beängstigend wie die deutsche Politik derzeit bezüglich der Türkei agiert *), kann ich mir kaum noch vorstellen, wie diese Regierung damals so gut handeln konnte.

      Die Rolle der türkischen Regierung bzw. der türkischen Behörden (die ja ggf. auch von der Gülen-Bewegung unterlaufen waren) ist natürlich ebenfalls dubios, bezüglich der Situation in der Türkei diesbezüglich fehlen mir Kenntnisse.

      Wenn überhaupt, war die ‚Flüchtlingskrise‘ von Leuten gewollt, die die EU kaputtmachen wollten. Also von Rechtspopulisten oder anderen EU-Hassern. Migration sollte beidseitig möglich sein, ich wäre für eine Welt vieler Nationen, die aber alle offene Grenzen haben so wie heute die EU, das halte ich für das Ideal.

      *) Das einzig Sinnvolle wäre, die Verhandlungen bezüglich EU-Beitritt einfach weiterlaufen zu lassen, natürlich NICHT abzubrechen, und der Türkei klare und SINNVOLLE Forderungen zu stellen, also insbesondere Verbesserungen der Pressefreiheit und gewisse rechtsstaatlkiche Kriterien 8also keine zu lange ‚Untersuchungshaft‘ etc.). Zu fordern, dass Gefangene freizulassen sind, nur weil sie Deutsche sind, ist hingegen mindestens genauso provokant, übergriffig und hanebüchen wie Erdogans Sprüche über angebliche ‚Nazimethoden‘ (offenbar weiß er nicht, was Nazis sind?) und riskiert die Beziehungen Deutschlands zur Türkei für nichts.

    • „Flüchtlingskrise“
      Der Begriff „Flüchtling“ wird mittlerweile sehr inflationär gebraucht.
      Ganz klar ein Flüchtling flieht vor etwas. Man kam aber nur vor einer Bedrohung\Verfolgung fliehen die wirklich existiert. Die Genfer Flüchtlingskonvention formuliert das ganz treffend:
      „Straffreiheit der illegalen Einreise, sofern der Flüchtling sich umgehend bei den Behörden meldet und er unmittelbar aus dem Fluchtland kam (Art. 31 Abs. 1).“
      Unmittelbar ist das Stichwort. In sicheren EU-Ländern die zwangsweise auf dem Weg zu uns „durch-flohen“ werden müssen, bestehen keine unmittelbaren Fluchtgründe.
      Also vor was fliehen diese Menschen dann ?
      Nun vor einer schlechteren sozioökonomischen Perspektive im Vergleich zu ihrem Ziel \ Wunschland. „Armut“ ist aber kein anerkannter Fluchtgrund, andernfalls wären mindestens über 1 Mrd Menschen asylberechtigt.

      Daher bezeichne ich diese Krise als Migrationskrise.
      Sie sagen Rechtspopulisten wollten diese Krise, aber Merkel und Co sind doch keine Rechtspopulisten ?! Die Krise wurde doch erst zur Krise als Merkel die Grenzsicherung und Kontrolle der Grenzen aufgab ohne die EU mit einzubeziehen.

    • @Entschwörungspraktiker:

      Sie sind mir ein bisschen monothematisch unterwegs – immer schreiben Sie über Flüchtlinge, egal was das Thema des Beitrags ist. Gestern haben Sie einen in Teilen wortgleichen Kommentar verfasst. Ziemlich verdächtig.

      Übrigens: Ja, Massen-Migration ist natürlich ein großes Problem und möglicherweise haben die Amerikaner diese „Migrationswaffe“ aus Nahost bewusst eingesetzt. Nur ist das, was wir aktuell erleben, ja nur ein müder Aufgalopp dessen, was auf uns zukommt an Migrationsbewegungen aus Afrika v.a. aufgrund der Bevölkerungsexplosion. Und dann? Sollen wir den von Merkel ja schon längst eingeschlagenen Kurs der Flüchtlingsbekämpfung und -internierung in Nordafrika noch verschärfen? Weil Armut doch kein Asylgrund ist und wir ja überhaupt nichts zu tun haben mit der wirtschaftlichen Not und Bildungsarmut – und damit einhergehend Kinderreichtum – in Afrika?

      Das ist doch alles blanker Unsinn, völlig unrealistisch und menschenverachtend! Natürlich wäre es auch hier allerhöchste Zeit, dass wir unsere neoliberale, kolonialistische Handelspolitik ernsthaft ändern.

    • Kanzlerin Merkel hat keinerlei Grenzsicherung aufgegeben. Die Grenzen Deutschlands sind allesamt bis auf die Grenze zur Schweiz EU-Binnengrenzen. Die Flüchtlinge kamen weitgehend über Österreich.
      Die Grenze zwischen Deutschland und Österreich war 2015 schon offen, ist offen und hat offen zu bleiben.
      Die Rechtsradikalen wollten 2015 eine Grenzschließung propagieren. Diese Grenzschließung hätte das Schengen-Abkommen gebrochen, das die EU im Kern definiert, und hätte somit die EU zerstört.

      Migration ist ein völlig normaler Ausdruck eines Grundrechts, nämlich des Grundrechts auf Reisefreiheit, des Rechts, nicht in seinem Staat eingesperrt zu werden. Alleine daher gibt es sowas wie eine ‚Migrationswaffe‘ nicht. Und Migration ist nichts Bedrohliches. Bedrohlich ist vielmehr die ungebrochene Tendenz der Regierungen, ihre Macht, die sie über die Staatsgrenzen haben, zu mißbrauchen, um Leute einzusperren oder auszusperren und damit Grundrechte zu brechen.

    • „Unmittelbar ist das Stichwort. In sicheren EU-Ländern die zwangsweise auf dem Weg zu uns „durch-flohen“ werden müssen, bestehen keine unmittelbaren Fluchtgründe.“

      Erzählen Sie das dem ungarischen Präsidenten Orban und der österreichischen Regierung, die die Flüchtlinge EU-satzungswidrig nach Deutschland durchgewunken haben und im Falle der regierung Ungarns auch nicht einmak angemessen behandelt haben. Die wären die Adressaten für eine solche Kritik von rechts. Dumm nur, dass Ungarn und auch Österreich selbst rechtspopulistisch dominiert sind. Das große Dilemma und der übliche inhaltliche Offenbarungseid der aktuellen europäischen Rechten – sie schaffen die Probleme selbst, die sie angeblich ‚lösen wollen‘ oder auch anderen vorwerfen.

    • Benjamin wenn Sie meine sachbezogene Kommentare und Meinungsäußerungen sowie meine Themenwahl
      – der erste Kommentar hier von mir war eine Antwort auf den Kommentar von Thatsit in dem es um die Migrationswaffe ging, der andere Kommentar den sie ansprechen ist ebenfalls sachbezogen, wenn Sie den Text von Susan Bonath aufmerksam lesen werden Sie auch einen Bezug zum Thema „Flüchtlinge“ finden –
      verdächtig finden steht es ihnen frei dies der Amadeu Antonio Stiftung zu melden oder sich dort um einen Job zu bewerben damit Sie sich auch beruflich über einen verdächtigen Gebrauch der Meinungsfreiheit empören können.

      Richtigerweise sehen Sie die Migration als ein Problem an.
      Da wären wir beim Kern des Problems, der Trennung von Einwanderung und Asyl.
      Bei der Einwanderung kann und sollte man „Nein“ sagen können bzw. sich die Bewerber aussuchen können.
      Beim Asyl gibt es kein „Aussuchen“, das einzige Kriterium ist der Asylanspruch selbst.
      Wenn Sie keinerlei Kriterien anwenden und auch keine Trennung sowie Steuerung (universelles Grundrecht) möchten, dann müssen Sie sich Gedanken machen wie sie eine Zahl ohne Obergrenze von Menschen aufnehmen, versorgen und in die Gesellschaft integrieren. Auch wenn Sie und Thatsit bei sich zu Hause etwas platz machen und ein Teil ihres Einkommens zur Finanzierung beitragen, wird es irgendwann nicht mehr reichen.
      Platz (Wohnraum) und Finanzierung (Sozialstaat) sind leider nicht die einzigen Probleme.
      Eine Migrationswaffe wäre noch effektiver wenn es durch die Migration noch zusätzliche Spannungsfelder in der Gesellschaft gibt. (Kultur, Werte und Religion). Bei uns nennt man solche Spannungsfelder „Einzelfälle“.

      Merkel und die Bundesregierung haben mehrere Gesetzte und Vereinbarungen nicht befolgt.
      Dublin III, Artikel 16a GG und auch nicht die Genfer Flüchtlingskonvention (siehe meinen Auszug)
      Es bleibt ihren Rechtsempfinden überlassen eine passende Bezeichnung dafür zu finden, wenn man Gesetze nicht anwendet oder bricht. Da diese Willkür zum Dauerzustand wurde, kann man nicht von einer temporären Aussetzung aufgrund einer humanitären Katastrophe (Budapester Bahnhof) sprechen.

      Außerdem macht es wenig sinn Menschen massenweise ins Land zu lassen um dann den Asylanspruch zu klären.
      Im Bezug auf die sehr niedrige Anerkennungsquote (nach geltenden Recht müsste sie für Flüchtlinge die nicht unmittelbar aus dem Land kommen aus dem sie fliehen 0 betragen) und den damit verbundenen geduldeten Rechtsverstößen und Straftaten, kann man nur von einen Vorsatz sprechen, dem kein humanistisches Ziel inne wohnt.

      Man mag manche Gesetze nicht gut finden, dran halten sollte man sich trotzdem bis man sie ggf. geändert hat.

    • @Entschwörungspraktiker:

      Recht und Gesetz sollen also das einzig Wichtige sein? Moral dagegen nicht?

      So deute ich Ihre Verweigerung einer wirklichen Antwort auf meine Fragen, die ich hier nochmal ganz nüchtern wiederhole. Ich will Ihnen hier nichts unterstellen und bin an einer sachlichen Antwort interessiert.

      „Nur ist das, was wir aktuell erleben, ja nur ein müder Aufgalopp dessen, was auf uns zukommt an Migrationsbewegungen aus Afrika v.a. aufgrund der Bevölkerungsexplosion. Und dann? Sollen wir den von Merkel ja schon längst eingeschlagenen Kurs der Flüchtlingsbekämpfung und -internierung in Nordafrika noch verschärfen? Weil Armut doch kein Asylgrund ist und wir ja überhaupt nichts zu tun haben mit der wirtschaftlichen Not und Bildungsarmut – und damit einhergehend Kinderreichtum – in Afrika?“

      Meine Antwort darauf nochmal: Schluss mit neoliberaler, ausbeuterischer Handelspolitik – und natürlich ein Stopp der NATO-Angriffskriege im Nahen Osten und anderswo.

    • Benjamin Recht,Gesetz und Moral müssen sich nicht ausschließen.
      Dafür haben wir zwar keine Verfassung aber ein GG.
      Es bleibt jedem persönlich selbst überlassen wenn er aus moralischen Gründen (Mitleid) ein Gesetz bricht.
      Eine Bundesregierung bzw. ein Volksvertreter sollte im Sinne der Rechtssicherheit dies aber nicht tun und auch nicht tun dürfen.

      Wollen Sie den Migrationsbewegungen aus Afrika ohne Kontrollmechanismen begegnen ?

      „Wenn Sie keinerlei Kriterien anwenden und auch keine Trennung sowie Steuerung (universelles Grundrecht) möchten, dann müssen Sie sich Gedanken machen wie sie eine Zahl ohne Obergrenze von Menschen aufnehmen, versorgen und in die Gesellschaft integrieren. Auch wenn Sie bei sich zu Hause etwas platz machen und ein Teil ihres Einkommens zur Finanzierung beitragen, wird es irgendwann nicht mehr reichen.“

      Grundproblem, neben das was Sie erwähnt haben, ist natürlich das Schuldgeldsystem und Konsumgier \ Wegwerfgesellschaft. Denn wir leben von Ressourcen und nicht von „Geld“.
      Jährlich werden z.B. ca 30 Mrd Tonnen Lebensmittel weggeworfen und in Afrika verhungern Menschen. Mit der richtigen Verteilung müsste niemand auf der Welt hungern.

      So etwas kann Deutschland alleine jedoch nicht schaffen.
      Deutschland könnte auch nicht wie in einem sozial-romantischen Gutmenschentraum alle Migrationsbewegungen aus Afrika aufnehmen.
      Aber Deutschland kann seine Grenzen sichern und müsste in Einklang mit zurzeit gültigen Gesetzen und der Genfer Flüchtlingskonvention niemanden mehr aufnehmen.
      Die finanziellen Mittel die eingespart werden könnten vor Ort mit einen weit aus größeren Faktor wirken.
      Dann noch Asylzentren vor Ort, als einzig legalen Weg.
      Man erreicht dann auch die Menschen, die gar nicht „fliehen“ können: Behinderte und Schwerkranke.
      Aber nein das ist zu human… lieber wollen wir offene Grenzen und eine Welcomepolitik damit die Menschen nicht den Anreiz verlieren sich auf den gefährlichen Weg zu machen und dann ertrinken. Damit auch das nicht so abschreckend wirkt spielen NGOs selber Schlepper vor den Küsten. Denn für die Asylindustrie sind diese Menschen wirklich „Goldstücke“. Migrationsbewegungen sind nicht nur Zufall oder eine Waffe, sondern auch ein großes Geschäft.

      Bezüglich unschöne Bilder an den Grenzen sage ich nur:
      Wer trotz Grundversorgung ohne eine akute Gefahr für Leib und Leben versucht eine Staatsgrenze gewaltsam zu überqueren, ist erster Linie ein Straftäter und kein Migrant\Flüchtling. Entsprechend ist Gewalt anzuwenden um dies zu verhindern.
      Teddybärwerfer bekommen da vielleicht hysterische Empörungsanfälle, aber Gewalt lässt sich eben nicht immer mit friedlichen Mitteln stoppen.
      Mazedonien hat es geschafft seine Grenzen zu schützen ohne einen Migranten zu erschießen, die einzigen Toten dort waren das Resultat der Aktion „Kommando Nobert Blüm“ so weit ich weis.

      Was haben die Leute vor dieser Grenzschließung viel lamentiert, man kann doch nicht, aber das geht doch nicht…. Grenzsicherung ist unmöglich – aber Saudi-Arabien 1A Grenzanlagen bauen und dessen Personal schulen.

      Noch zu den Toten und Opfern:
      Wie viele Tote und Opfer von Gewaltverbrechen hat denn die Migrationskrise \ Migrationspolitik in Deutschland gefordert ?

      Ja ich weis… nicht so schlimm… wie sagt man bei Nato-Angriffskriegen so schön:
      Colleteral Damage 😉

    • @Entschwörungspraktiker:

      Aha, und Deutschland kann da alleine nichts dran ändern und sollte das daher auch nicht versuchen. Dann haben wir wohl wirklich keine andere Wahl als die, die fiesen Gewallttäter, die über die Grenzen kommen wollen, niederzu-schießen.

      Schade – naja, was soll man machen? Sachzwänge halt…

    • Also wirklich Leute wegen ihrer mono-thematischen Meinung verdächtigen, dann noch
      Menschen an Grenzen niederschießen… waren Sie mal beim MfS beschäftigt ?
      Oder fehlt ihnen die Vorstellung für nicht letale Gewaltanwendung ?

      Jeder Grenzschließung-Kritiker kann sich wohl nur vorstellen Menschen am Grenzübertritt zu hindern, indem er sie umbringt… tja Schwarz-Weiß-Denkschablone halt…

      Einen wichtigen Punkt für den Lösungsansatz Asylzentren wo Ort habe ich vergessen:
      Wenn diese Zentren der einzig legale Weg sind für Asyl und Einwanderung, weis man immer woher die Menschen kommen. Falls Sie dann straffällig werden kann man sie ohne großen Probleme wieder zurückschicken. Das mit den „Ich habe doch gar keine Papiere“ oder „Ich keine Ahnung woher“ sowie „Ich spreche keine arabisch, sehe auch nicht so aus, heiße Franco und komme auf jeden Falls aus Syrien“ funktioniert auch nicht mehr. Außerdem könnten Behörden oder Zentren vor Ort selber Papiere\Visa erstellen für Menschen. die wirklich ihre Papiere verloren haben.

      Also ein solches Konzept könnte Deutschland auch allein umsetzen, ich denke dafür ließen sich auch andere Länder begeistern. Natürlich würde die Asylindustrie Rotz und Wasser heulen, da dies eine effektive Steuerung wäre. Es gäbe dann keine Zuschüsse mehr für Schlepperspiele und sonstige Geschäfte mit dem Menschenhandel.
      Die Festung Europa mit nur legalen und begrenzten Wegen für Asyl und Einwanderung… ein Alptraum.

    • Entschwörungspraktiker, ich geb’s auf. Es tut mir nicht gut, meine Zeit zu verschwenden für Antworten auf Ihre behämmerten und menschenverachtenden Kommentare. Vertrauen wir einfach den lybischen und sudanesischen Behörden vor Ort, das ist natürlich ein Riesenplan!

      Antworten Sie was Sie wollen, ich werde das nicht mehr tun. Sie sind es nicht wert.

    • Benjamin zumindest konnte ich ihnen einen Lerneffekt bieten.
      Wenn die sachliche und inhaltliche Argumentation unzureichend ist, sollte man nicht mit rhetorischen Platzpatronen antworten und sich dann wundern wenn scharf zurückgeschossen wird.

      Über Argumente mit einen gewissen sachlich und logisch nachvollziehen Inhalt kann man diskutieren.
      Über Scheinargumente aus Empörung und einer Schwarz-Weiß-Denkschablone nicht.

      Vielleicht kann ich Sie doch noch dazu motivieren, logische Widersprüche in meinen Argumenten zu finden bzw. ihre These mein Kommentare seien behämmert und menschen-verachtend zu belegen.

      Wenn Sie vielleicht in der Asyl-Industrie arbeiten oder davon profitieren, verstehe ich natürlich ihre Ablehnung meiner Lösungsvorschläge und dass Sie die Diskussion verärgert verlassen. Ohne die Masseneinwanderung funktioniert das kapitalistische Grundkonzept der Verknappung und die Verarschung (Wohnraum, Missbrauch des Sozialstaats) nicht so richtig.

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