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Wahlen ändern nichts

Von Ernst Wolff.

Ob es um das Amt des Präsidenten der USA, die Posten im Berliner Senat oder die Zusammensetzung der Gemeinderäte in der niedersächsischen Provinz geht – Wahlen haben heute alle eines gemeinsam: Sie ändern nichts.

Es handelt sich um reine Scheingefechte, bei denen die beteiligten Akteure sehr genau darauf achten, die wirklich brennenden Fragen zu umgehen und die Wählerschaft von den wahren Verursachern der derzeitigen Probleme abzulenken.

Die Mittel, mit denen die Wahlkandidaten arbeiten, sind nicht neu: Es werden Vorurteile bedient, Feindbilder aufgebaut und Ängste geschürt – eine sichere Methode, um die Wähler zu verunsichern und ihren Blick auf die drängendsten Probleme der Gegenwart zu vernebeln.

Das größte Problem unserer Zeit

Das Hauptproblem unserer Zeit, das eigentlich im Mittelpunkt eines jeden Wahlkampfes stehen müsste, ist die rasante Zunahme der sozialen Ungleichheit. Nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam verfügten 2014 85 Einzelpersonen über ein Vermögen, das dem Besitz der ärmeren Hälfte der Menschheit entspricht. 2015 waren es nur noch 62 Personen.

So erschreckend die Zahlen sind, es handelt sich dabei nur um die Spitze eines Eisberges: In den USA leben inzwischen 60 Millionen Menschen von Essenmarken, Hunderttausende mussten Häuser und Wohnungen aufgeben und leben in Zeltstädten. Die Obdachlosigkeit unter sozial Schwachen nimmt zu, die Lebenserwartung ab. Gleichzeitig haben die Spitzenverdiener in den USA ihr Vermögen kontinuierlich vermehrt.

In Deutschland arbeiten mehr als 25 % der Beschäftigten im Niedriglohnsektor, die Leiharbeit boomt, immer häufiger werden Löhne durch „Werkverträge“ gedrückt. Während die Kinderarmut wächst, nimmt das Einkommen derer, die von ihrem Vermögen leben können, ebenfalls überproportional zu.

Europaweit sieht die Lage noch schlechter aus. Vor allem der jüngeren Generation rauben Arbeitslosigkeit, mangelnde Ausbildungsmöglichkeiten und zunehmend schwierigere soziale Verhältnisse die Zukunftsperspektive, und das nicht nur im Süden, sondern auch im benachbarten Frankreich.

Die Ursache wird verschwiegen

Die beschriebene Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Produkt einer weltweit betriebenen Politik. Diese Tatsache aber wird von sämtlichen Wahlkandidaten – ob in den USA oder in der deutschen Provinz – unterschlagen. Offenbar handelt es sich hier um ein Tabu, das niemand anzurühren bereit ist: Es geht nämlich um die Geldpolitik der Zentralbanken.

Als das globale Finanzsystem 2008 zusammenzubrechen drohte, sprangen die Regierungen ein und retteten vermögende Investoren mit dem Geld von Steuerzahlern. Obwohl es sich um die in der gesamten Geschichte der Menschheit größte Vermögensumverteilung von unten nach oben handelte, unterwarf sich die Politik bereitwillig der von der Finanzindustrie ausgegebenen Parole, die Banken seien „too big to fail“.

Die Folge der Bankenrettung waren riesige Löcher in den Staatshaushalten. Um diese zu stopfen, sprangen die Zentralbanken ein. Sie finanzierten bankrotte Staaten durch den Aufkauf von Staatsanleihen, pumpten Billionenbeträge in die Wirtschaft und senkten bis heute weltweit mehr als 660 Mal die Leitzinsen. Parallel dazu erließen sie Austeritätsprogramme, d.h. sie kürzten die Staatsausgaben, erhöhten die Steuern und senkten so den Lebensstandard der arbeitenden Bevölkerung.

Stabilisiert wird nicht das Finanzsystem

Die meisten Menschen glauben noch heute der offiziellen Version, dass diese Maßnahmen der „Stabilisierung“ des von ihnen nicht verstandenen Finanzsystems dienen. Kaum einer durchschaut ihren tatsächlichen Charakter: Dass sie das System nämlich ganz im Gegenteil destabilisieren und in Wirklichkeit keinem anderen Ziel dienen, als die Lasten der Krise von 2008, die von gewissenlosen Spekulanten verursacht wurde, auf die arbeitende Bevölkerung abzuwälzen.

Einige Beispiele: Die Staatsfinanzierung durch den Kauf von Staatsanleihen kam nicht etwa den betroffenen Ländern zugute, sondern diente fast ausschließlich dazu, diesen Ländern die Begleichung ihrer Schulden bei ausländischen Banken zu ermöglichen. Nutznießer waren also nicht die arbeitenden Bürger der unterstützten Staaten, sondern in erster Linie ausländische Großbanken.

Nicht anders verhält es sich mit den Unsummen frisch aus dem Nichts geschöpften Geldes: Allein die EZB hat seit dem März 2015 mehr als eine Billion Euro „in die Wirtschaft gepumpt“. Offiziell heißt es, das sei nötig, um „die Wirtschaft anzukurbeln“. Das aber ist in den vergangenen acht Jahren nachweislich nicht passiert. Tatsächlich hat die EZB das Geld über private Banken an Investoren ausgegeben, die es großenteils zur Spekulation an den Finanzmärkten einsetzen.

Ähnlich sieht es bei der Senkung der Zinsen aus. Auch hier heißt es, die Maßnahme sei nötig, um „Anreize für Investitionen“ zu schaffen. Tatsächlich wird Spekulanten das Geld zu immer günstigeren Zinsen, zum Teil bereits zum Nulltarif, zur Verfügung gestellt – ein Freibrief, um noch größere Risiken an den Finanzmärkten einzugehen und das System noch instabiler zu machen.

Auch bei der Einführung der „Bail-in“-Regelung (die Beteiligung von Aktionären, Anlegern und Sparern an der Rettung von Banken) handelt es sich keinesfalls um die von der Politik behauptete „Entlastung der Steuerzahler“. Die zur Jahreswende vorgenommenen „Bankenrettungen“ in Italien beweisen, dass sich Großinvestoren rechtzeitig absetzen und vor allem Kleinanleger und die Mittelschicht für die Fehlbeträge aufkommen müssen.

Sämtliche seit 2008 durchgeführten Maßnahmen nützen also nicht der arbeitenden Bevölkerung, sondern ausschließlich der Finanzindustrie und den hinter ihr stehenden Investoren und Spekulanten. Es gibt aber weder in den USA, noch in der deutschen Provinz, auch nur einen einzigen Politiker, der seine Wähler im Wahlkampf über diese Zusammenhänge aufgeklärt hätte.

Die Manipulation kennt keine Grenzen mehr

Das ist allerdings noch nicht alles. Die angeführten Maßnahmen haben die soziale Ungleichheit nämlich nicht nur verschärft, sondern dabei eine Eigendynamik entwickelt, die sich nicht mehr stoppen lässt und mit unerbittlicher Konsequenz in noch schwereres Wasser führt:

So hat das Gelddrucken riesige Blasen an den Aktien-, Anleihe- und Immobilienmärkten geschaffen, die auf jeden Fall platzen und riesige Vermögenswerte vernichten werden. Die Niedrigzinspolitik hat die Investoren wie Heroinabhängige nach billigem Geld süchtig gemacht und wird mit Sicherheit nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Im Gegenteil: Die vor uns liegende Periode wird wegen weiterer Zinssenkungen im Zeichen von Minuszinsen stehen. Da diese aber zur Hortung von Bargeld führen, wird nach der bereits für den Herbst 2017 geplanten Abschaffung des 500er-Euroscheins die generelle Abschaffung des Bargeldes vorangetrieben werden müssen.

Aber auch das ist noch nicht alles. Um den Zusammenbruch dieses völlig aus den Fugen geratenen Systems zu verhindern, werden immer neue Maßnahmen nötig: Die Stützung von Unternehmen durch den Aufkauf von Firmenanleihen durch die EZB ist da nur ein Schritt, dem weitere folgen werden. Die Schweizer Nationalbank ist bereits Großaktionär bei Apple und Google und es gibt keinen Grund, warum die EZB ihrem Beispiel nicht folgen sollte.

Egal, von welcher Seite aus man es betrachtet: Das Finanzsystem steuert auf noch ungehemmtere Manipulation, noch größere soziale Ungleichheit und schlussendlich auf einen historischen Zusammenbruch zu, der zu schwersten gesellschaftlichen Verwerfungen bis hin zu Bürgerkriegen führen wird. Das mit Abstand wichtigste Thema in einem Wahlkampf, der diesen Namen verdient, müsste die Warnung vor dieser Entwicklung sein.

Dennoch hören wir von keinem Politiker auch nur ein Wort darüber. Der Grund dafür ist keinesfalls Unwissenheit, denn die Fakten liegen ja für jeden, der sich informieren möchte, offen auf dem Tisch. Der Grund liegt darin, dass die wirklichen Entscheidungen in unserer Gesellschaft schon lange nicht mehr von der Politik, sondern von der Finanzwirtschaft und deren höchster Interessenvertretung, den Zentralbanken, getroffen werden.

Politiker sind in diesem Spiel nichts anderes als PR-Agenten und Öffentlichkeits-Verwalter der Finanzindustrie. Ihre Aufgabe besteht darin, die wirklichen Probleme zu verschleiern und den Menschen durch Ablenkungsmanöver auf Nebenschauplätze Sand in die Augen zu streuen, damit diejenigen, die vom gegenwärtigen System profitieren, das auch in Zukunft ungehindert tun können. Zum Lohn für ihre Tätigkeit erhält die politische Kaste materielle Privilegien wie hohe Diäten, großzügige Rentenansprüche, Sonderleistungen, direkten Zugang zu lukrativen Jobs in der Industrie, dem Finanz- oder Stiftungswesen. Außerdem erhalten ihre Vertreter – und das dürfte nicht ganz unwichtig sein – die Möglichkeit, ihre Geltungssucht im Lichte der Öffentlichkeit auszuleben und sich – von der Finanzindustrie wohlwollend geduldet – in den ebenfalls von der Finanzindustrie finanzierten Mainstream-Medien als die Machthaber unserer Zeit aufzuspielen.

Im Grunde bestätigt das Schauspiel, das wir unter dem Titel „Wahlkampf“ alle vier Jahre aufs Neue erleben, die Worte von Kurt Tucholsky, der schon vor einem dreiviertel Jahrhundert gesagt hat: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, dann wären sie verboten“.

Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg.

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

 

18 Kommentare zu: “Wahlen ändern nichts

  1. Ich widerspreche – sachlich und mit Begründung:
    Wahlen ändern gerade derzeit wieder etwas. Allgemein gilt das sowieso, wie das folgende Beispiel zeigt:
    Hätten die Nazis in den 30er-Jahren statt über 30% nur etwa so viel bekommen wie jetzt die ‚AfD‘, die Geschichte wäre anders gelaufen und Millionen Opfer wären nicht ermordet worden.
    Und auch speziell, also auf das ‚Jetzt‘ bzw. auf die neueste Geschichte bezogen, kann man z.B. feststellen, dass ohne die Wahl der FDP 2009 Deutschland de facto noch den Zwangsdienst (Wehrpflicht) und wohl auch die Praxisgebühr hätte, das Zweite war ’nur‘ die Beseitigung eines Ärgernisses, das Erste aber meiner Meinung nach eine Grundsatzentscheidung für die Freiheit des Einzelnen und gegen Militarismus.
    Aktuell in den USA steht mit Donald Trump ein Kandidat zur Wahl, der offensichtlich die ’neue Linie‘ des Politestablishments vertritt, die in sinnlos geschlossenen Grenzen, Rechtspopulismus/Islamismus (sind ohnehin verwandt) und Spaltung besteht, droht, die NATO aufzukündigen und die EU attackiert – und somit offen droht, die Luftnummern und Polit-Katastrophen der Neocon-‚Ära‘ (Irak, Libyen, Syrien, Umgang mit ‚Terror‘) wie ein kleines, fast schon harmlos-nostalgisch wirkendes Übel aussehen zu lassen. Natürlich ist zu hoffen, dass auch bei einer Wahl Trumps das Schlimmste verhindert werden kann – aber auch das geht nur mit gewählten Politikern, die verhindern, dass sich die USA mittels ‚Mauerbau‘ in eine lächerliche Kopie der ‚DDR‘ verwandeln.

    Man sieht also – Wählen ist aktuell und Wahlen sind wichtig. Wie auch immer man das findet, es ist so.

    • zu der ersten 2 Punkten:
      Wenn sie der Meinung sind, dass 30% der Deutschen, die den Nazis ihre Stimme gegeben haben, ausreichten einen Krieg vom Zaun zu brechen kann ich Ihre Aussage nachvollziehen.
      Die Sache war aber viel komplexer. Aber das wissen Sie ja selber.

      „kann man z.B. feststellen, dass ohne die Wahl der FDP 2009 Deutschland de facto noch den Zwangsdienst (Wehrpflicht) und wohl auch die Praxisgebühr hätte, das Zweite war ’nur‘ die Beseitigung eines Ärgernisses, das Erste aber meiner Meinung nach eine Grundsatzentscheidung für die Freiheit des Einzelnen und gegen Militarismus.“

      Die Wehrpflicht ist nur ausgesetzt – nicht abgeschafft worden.

      Das auf betreiben der FDP die Praxisgebühr abgeschafft wurde hat den Hintergrund, dass der Ärzteschaft die Praxisgebühr ein Ärgernis war. (Bürokratie)
      Wiederstand gab da auch nicht. Wurde im Bundestag einstimmig beschlossen.

      Das Wahlen gar nichts bewirken, will ich nicht sagen – aber ihre Auswirkungen sind doch sehr beschränkt, weil Vieles was vor den Wahlen gesagt wurde danach nicht mehr gilt.
      Dazu kommt das, was auf der Tagesordnung steht, nicht vom Bürger bestimmt wird.

      Der Staat wird kein Problem lösen, weil jeder Staat Unterwerfung bedeutet.
      Wir können nur wählen, wer uns bestimmt.

  2. zu:
    „Allein die EZB hat seit dem März 2015 mehr als eine Billion Euro „in die Wirtschaft gepumpt“. Offiziell heißt es, das sei nötig, um „die Wirtschaft anzukurbeln“. Das aber ist in den vergangenen acht Jahren nachweislich nicht passiert.“

    Grund ist die hochgepriesene Austeritätspolitik in der EU mit unserer „schwarzen 0“ an der Spitze.
    Wenn es zu wenige Schuldner gibt, kann es auch keine höheren Zinsen geben. Wo sollen die Zinsen den herkommen?

    „Tatsächlich hat die EZB das Geld über private Banken an Investoren ausgegeben, die es großenteils zur Spekulation an den Finanzmärkten einsetzen.“

    Wenn der Staat sich in Zeiten der Niedrigzinsen kein Geld leiht um zu investieren (Geld ist ja genug da), dann wird damit eben spekuliert.

    Die ganze Sparpolitik wird damit begründet, das wenn wir (als Staat) nicht sparen, unseren nachfolgenden Generationen ein „Riesen Schuldenberg“ hinterlassen.

    Wenn wir aber so weiter machen, ist der Staat zwar weniger verschuldet, aber wir hinterlassen dann eine kaputte Infrastruktur, ein marodes Bildungssysthem u.s.w. unseren Enkeln.
    Den Schulden des Staates (wenn er vernünftig investiert) stehen ja auch Werte gegenüber.
    Wenn diese Werte runtergewirtschaftet werden und danach verhökert (privatisiert) wird, dient das wieder nur der Gewinnmaximierung einiger Reicher.

  3. Es ließe sich schlussfolgern welch einzigem Zweck dieses groteske System dient.

    Sicherlich nicht allein der Kapitalakkumulation, denn diese ist letztendlich nur Mittel.
    Auch denke ich nicht daß Finanzkrisen, inklusive der Vergangenen, unkontrolliert verlaufen.

    Es ist einzig der Wille zur Ausübung entgrenzter Macht einer durch ihre Triebe gesteuerten „Elite.“

    Wenn das Ganze in Krieg und Aufstand mündet liegt das meines Erachtens nicht an Systemversagen, sondern daran daß entweder die Unterdrückten genug davon haben oder es die Hauptspieler wissen wollen.

  4. Wahlen ändern nichts, richtig, denn so lange das Volk aus Gewohnheit , in Unkenntnis wählt.Die Schuld den Politikern zu geben ist einfach, jedoch werden sie immer wieder durch Wiederwahlen bestätigt..Wir würden doch nciht anders handeln, wenn unsere Unfähigkeit regelmässig unterstützt wird.
    Es scheint überall die gleiche Vorgehensweise zu sein, die anderen haben schuld, der Fingerzeig ist schon genetisch, denn selbst wenn der Ami dazwischen funken würde, so lange das Volk seinen Willen, welcher durch Information gebildet wurde, kund tut, so lange kann auch er nichts ändern..
    Die Tendenz als das arme Opfer da zustehen , wird immer stärker, so als könnten wir fast nichts tun.
    Auch denke ich , man zu viel auf einmal…der Frieden muss garantiert werden, diese Mammutaufgabe ist leicht vermittelbar und lebenswichtig…erst dann, wenn das erreicht wurde, können wir uns neuen Aufgaben zuwenden.Es gibt viele, zu viele, weil man zu spät und noch in zu geringer Zahl wach wurde/ wird.

  5. „Es gibt aber weder in den USA, noch in der deutschen Provinz, auch nur einen einzigen Politiker, der seine Wähler im Wahlkampf über diese Zusammenhänge aufgeklärt hätte.“…
    „Dennoch hören wir von keinem Politiker auch nur ein Wort darüber.“

    DOCH, Herr Wolf, es gibt einen Politiker, der schon lange darüber aufklärt: Christoph Hörstel von der DM. Er hat diese Zusammenhänge auch erklärt – in vielen youtube-Videos und immer wieder in seinem Facebook.

    • Christoph Hörstel erklärt wirklich für jeden verständlich, viele Zusammenhänge, jedoch erzählt er viel darüber, was sich im Hintergrund abspielt, was noch komme wird…endend mit, zur Zeit kann ich noch nichts davon erzählen..Wann fragt man sich nach Monaten hat er das vor nachzuholen..Spinnkram?, So kann man sich auch einen Ruf verderben..Schade eigentlich…!

    • Was erwartet ihr von Politikern?
      Viele von denen, wissen selber nichts über die Zusammenhänge oder wenn sie etwas wissen, haben sie kein Interesse den Wähler zu informieren.
      Und der Wähler will aber auch zu 99% nichts davon wissen.
      Nach Abstimmungen im Bundestag wurden des öfteren Abgeordnete über den Inhalt der Abstimmung gefragt, nachdem sie mit „ja“gestimmt haben.
      Ein großer Teil war ahnungslos oder hatte nur geringes Wissen.

      Fragt mal einen Bankangestellten über das Geldsysthem. Da ist fast nichts! Das ist aber doch ihr Job.
      Die können oftmals nicht ein mal ihre „Produkte“ erklären.
      Das sind Verkäufer die nicht einmal wissen was in der Auslage liegt.
      Die reichen nur mit Druck von „Oben“ durch, was da ist!

  6. Es kommt darauf an, was man vermeint durch Wahlen ändern zu können. Da sollte man sich jedenfalls keine falschen Hoffnungen machen. Viel wichtiger ist, was man durch das Wählerverhalten direkt und real bewirken kann.
    Die größte Wirksamkeit erzielt man natürlich damit, das sich möglichst alle beteiligen und eine gültige Stimme abgeben. Fallen die Stimmen jedoch großteils den etablierten Parteien zu, dann ist klar, das sich nichts ändern wird. Gibt aber jeder seine Stimme irgendeiner Partei, egal welcher -nur keinesfalls einer etablierten Partei, dann wird dies auf jeden Fall eine gewaltige Änderungswirkung entfalten. Denn etablierte Parteien abzuwählen bedeutet auch gesetzte und eingespielte Korruptionsnetze zu kappen. Na ? Das wäre doch schon mal etwas, oder?

    P.S. die Chancen steht gut für Veränderungen, da sich eben viele Gewohnheitswähler erstmals entschlossen von den etablierten Parteien abwenden. Also Abwählen gehen! Denn das geht.

    • und wie bringt man millionen menschen dazu, etwas zu wählen:
      – wovon sie noch nie gehört haben (Kleinstparteien, die sich Gemeinwohl, Nachhaltigkeit, etc auf die fahnen geschrieben haben)?
      – oder durch indoktrination instinktiv abgeschreckt werden (zB kommunistische Parteien, u.ä.)?
      – sich überhaupt in den realen demokratischen Prozess einzubringen, sich einzusetzen für das, was einem interessant und schützenswert betrachtet wird?

      wie bringt man diese menschen großflächig dazu, (wahl-) Propaganda zu durchschauen, kritisch zu denken und Argumente beider seiten anzuhören und nicht eine pauschal auf- und die andere pauschal abzuwerten (‚gutmenschen‘, ’neurechte‘, etc.)? es ist für viele menschen schwer, einen Sachverhalt als zwei Probleme derselben Medaille zu betrachten, wie bringt man sich dann in einen politischen Kontext mit diesen Personen, deren Meinung in stein gemeißelt ist? noam Chomsky sagt, man könne mit diesen menschen reden, und wenn man das konsequent macht, könne sich etwas ändern. aber wie bringt man den Großteil der homogenen Bevölkerung dazu, sich über NATO Angriffskriege, geostrategie, kriegspropaganda, geldsysteme, FED- zentralbankensystem, Lobbyismus, Neoliberalismus, drohender Ökozid, Bedrohung durch Nuklearwaffen, […] Gedanken zu machen, wenn der 40h Job totalst auslaugt, der alltag im nacken sitzt, Fußball EM und Promi big brother in der glotze laufen, für das man keinerlei gedankenanstrengung aufbringen muss…?

    • Die Frage, wer die Bürger zum Wählen bringt, ist einfach zu beantworten: die Regierenden sind es.
      Je spürbarer die negativen Auswirkungen für die Bürger ausfallen, umso mehr davon (absehbar) betroffen sind, je größer wird auch die Bereitschaft sich an den Wahlen zu beteiligen. Wir erleben eine Zeit spürbarer Verluste und zunehmender Gefährdung. Auf allen Gebieten. Für alle. Höchste Eisenbahn um zu reagieren.
      Die jetzige Regierung, vor allem Frau Merkel/Herr Schäuble, wird sogar einen historischen Höchstwert an Wahlbeteiligung erzielen. Immerhin!
      Was Bürger dagegen vom Wählen abbringt, ist die Meinung, das Wahlen eben doch nichts ändern würden. Natürlich ändert man Regierende durch Wahlen nicht, aber abwählen kann man sie. Immerhin. Davon sollte man auch wirklich Gebrauch machen, wenn sie es einem schon so dringlich nahelegen. Das ist das, was man bewirken kann und daher auch tun sollte.

  7. „Die beschriebene Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Produkt einer weltweit betriebenen Politik. “

    Eher: Die beschriebene Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Produkt einer weltweit betriebenen Eigentums-Wirtschaft.

    Soziale Ungleichheit ist in aller erster Linie ein wirtschaftliches Problem. Warum? Weil ich mit genügend Kohle meine Politiker kaufen kann… und damit den Einfluss.
    Das Problem ist, dass es Menschen gibt, die Preise und Löhne bestimmen können, während alle anderen nur gehorchen dürfen. Diese Eingleisigkeit des gesellschaftlichen Lebens führt automatisch zu Chaos, denn gleichzeitig gewöhnen sich die Millionen Untertanen an die politische Religion des Kapitalismus und verlieren ihre Eigenverantwortung – sie sind ja wirtschaftlich auch nur Konsumenten, wie sollten sie dann auf ein mal Verantwortung im restlichen Leben übernehmen? Gtib es dieses restliche Leben überhaupt? Wenn man schon in allen wirtschaftlichen Belangen ein Sklave ist – wie kann man dann frei sein??? Wir sehen: Das ist unmöglich. Politische Demokratie wirtschaftliche Diktatur? Geht schlecht.
    Jedenfalls ist daher die Lösung des Problems, dass die Menschen wieder Verantwortung übernehmen müssen.
    Das können sie nur, wenn man die sogenannten „verantwortlichen“ Zentralen zugunsten individueller Freiheit auflöst. Individuelle Freiheit darf man nicht falsch verstehen – klar ist Freiheit nur zwischenmenschlich kooperativ möglich… ein / eine Einzelne kann niemals alleine frei sein – wer das behauptet hat a) keine Ahnung von der Evolution des Menschen und kapiert b) die Gesellschaft als ökologisches Phänomen nicht…
    Deswegen darf Politik nicht delegiert werden. Die Angelegenheiten, die uns selbst angehen, müssen wir selbst erledigen. Das ist auch gar nicht viel.
    Deutschland, und die mit der willkürlichn Erfindung dieser Verwaltungseinheit ebenso künstlich geschaffenen Probleme sind ja gar nicht unsere eigenen Probleme. Deutschland, Europa und die anderen willkürlichen Verwaltungseinheiten der Herrschenden sind alle künstlich. Unser eigener Horizont ist wesentlich kleiner und lässt sich mühelos selbst verwalten.
    Probleme der Welternährung sind doch nur aufgetaucht, weil es weiltweit operierende Raubritterorganisationen gegeben hat / gibt. Sie sollen jetzt die Lösung sein? So ein Quatsch.
    Wenn ich so ein paar Stichworte in den Raum werfen sollte, dann sind das Eigenverantwortung, Selbstverwaltung, Kollektivierung, Dezentralisierung, Föderalismus, Selbstorganisation, Basisdemokratie, Bedarfswirtschaft usw.
    Autoren dazu: Rudolf Rocker, Augustin Souchy, Franz Barwich, Erich Gerlach, Abel Paz, Diego Abad de Santillán, Juan Peiró, Ulrich Klemm, Helmut Rüdiger, Horst Stowasser, Ahto Uisk, Beltrán Roca Martínez, Helge Döhring, Martin Veith usw.

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