Was steckt hinter dem Drama um die Deutsche Bank?

Von Ernst Wolff.

Die Ereignisse um die Deutsche Bank sind nicht nur ein Lehrstück in Sachen Korruption, Manipulation und politischer Erpressung. Sie enthüllen auch die gewaltigen Gefahren, die derzeit hinter den Vorgängen an den Finanzmärkten lauern.

Der Kurssturz der Deutsche-Bank-Aktie in den vergangenen zwei Wochen ging auf die Ankündigung des US-Justizministeriums zurück, das Geldhaus wegen illegaler Hypothekengeschäfte mit einer Rekordstrafe in Höhe von $14 Mrd. zu belegen.

Bei dieser unverhüllten Drohung dürfte es sich um eine Antwort der USA auf die Ende August von der EU-Kommission wegen Steuerbetrugs gegen den US-Großkonzern Apple verhängte Strafe in Höhe von 13 Mrd. Euro handeln. Außerdem war der Schachzug eine kühle Machtdemonstration Washingtons gegenüber Berlin und ein Versuch, Öl ins Feuer der zerstrittenen EU zu gießen.

Die gegen Apple und die Deutsche Bank verhängten Strafen zeigen, dass sich zurzeit hinter den Kulissen ein erbitterter Kampf abspielt: Die Kontrahenten USA und EU kämpfen beide auf eigenem Boden mit unlösbaren Problemen und versuchen daher mit allen Mitteln, dem jeweils anderen größtmöglichen Schaden zuzufügen – um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und um von den eigenen Problemen abzulenken.

Dass die USA sich die Deutsche Bank als Zielscheibe ausgesucht haben, zeigt, welche Risiken Washington inzwischen im eigenen Interesse einzugehen bereit ist: Würde die Deutsche Bank nämlich fallen, bräche das gesamte Weltfinanzsystem in sich zusammen und risse auch die US-Finanzindustrie mit in den Abgrund.

Kein Wunder also, dass am vergangenen Freitag das Gerücht gestreut wurde, die Strafe sei von $ 14 Mrd. auf unter $ 6 Mrd. gesenkt worden. Auf diese Weise wurden der Aktienkurs wieder in die Höhe getrieben und die Wogen zumindest vorübergehend geglättet. Was aber war das Ziel der USA bei diesem Spiel mit dem Feuer?

Das Ziel der USA: Die Bundesregierung zur Rettung der Deutschen Bank zu zwingen

Die Vorgänge hinter den Kulissen gleichen einem Pokerspiel, bei dem nicht nur um Geld, sondern vor allem um Macht gespielt wird. Mit ihrer hohen Strafforderung haben die USA versucht, die Regierung in Berlin zur Rettung der Deutschen Bank durch eine Verstaatlichung oder zumindest eine Teilverstaatlichung zu zwingen, um auf diese Weise einen Keil zwischen sie und ihre Wähler zu treiben und Berlin innerhalb der EU zu isolieren.

Wie die „Zeit“ berichtet, verfügt die deutsche Regierung bereits über einen Notfallplan, der eine 25-prozentige Beteiligung des Staates an der Deutschen Bank vorsieht, das Problem also entgegen geltendem EU-Recht, das einen Bail-in (also die Rettung der Banken durch Anteilseigner, Sparer und Einleger) vorschreibt, erneut auf den Steuerzahler abwälzt.

Dass die Regierung in Berlin nicht auf diese Pläne zurückgegriffen hat, hat seine Gründe: Zum einen würde sie innerhalb der Bevölkerung vermutlich auf solch starken Widerstand treffen, dass die Tage der Koalition gezählt wären. Zum anderen aber würde sie gegenüber Brüssel und Rom in Erklärungsnot geraten: Der italienische Premier Renzi fordert für sein Bankenproblem schon seit geraumer Zeit die Aussetzung der Bail-in-Regelung und grünes Licht für ein Bail-out, also eine staatliche Bankenrettung. Die deutsche Regierung, die innerhalb der EU die größten Bürgschaften für diese Rettung übernehmen müsste, weigert sich seit Monaten, Renzi dafür ihre Zustimmung zu geben.

Da die Regierung Merkel sich durch ein Eingreifen bei den eigenen Wählern und innerhalb der EU nur vollends hätte diskreditieren können, hat sie zu einer altbekannten Taktik gegriffen: Ohren, Augen und Mund zuzuhalten und durch Aussitzen darauf zu vertrauen, dass jemand anders etwas unternimmt, um die drohende Katastrophe abzuwenden.

Die USA dagegen konnten sich Ende der Woche für einen kurzen Moment die Hände reiben: Sie haben nicht nur aller Welt die Hilf- und Machtlosigkeit der Regierung in Berlin demonstriert und sie sich damit für die anstehende TTIP-Entscheidung gefügiger gemacht, sondern auch dem Ruf der Deutschen Bank erheblich geschadet und ihren Konkurrenten an der Wallstreet damit einen nicht zu unterschätzenden Gefallen getan.

Vor allem aber hat Washington das Klima zwischen Berlin und Rom weiter vergiftet. Wie Bloomberg berichtet, hat ein Gericht in Mailand am Freitag angekündigt, sechs derzeitige und ehemalige Manager der Deutschen Bank wegen des Kaschierens von Verlusten bei der bankrotten Bank Monte dei Paschi zu verklagen. Außerdem steht am 14. Oktober eine Entscheidung in einem laufenden Verfahren gegen Deutsche-Bank-Mitarbeiter in Italien an. Das juristische Trommelfeuer gegen das Geldinstitut, gegen das derzeit weltweit mehr als 6.000 Verfahren laufen, hält also an.

Die Probleme der Deutschen Bank sind unlösbar

Wie gefährlich das Spiel um die Deutsche Bank ist, lässt sich kaum ermessen. Sie ist nicht nur die größte in Deutschland ansässige Bank, sondern darüber hinaus das am stärksten im hochriskanten Derivate-Bereich engagierte Finanzinstitut der Welt. Zwar hat sie dieses Risiko vom Rekordhöchststand von $ 75 Billionen auf derzeit $ 46 Billionen reduziert, verfügt damit aber nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich immer noch über 12 Prozent aller weltweit abgeschlossenen Derivate-Verträge und somit über ein nicht einmal annähernd einschätzbares Gefahrenpotential.

Sollte die Deutsche Bank zusammenbrechen, so wären die Folgen weitaus schlimmer als die der Lehman-Pleite 2008. Es würde mit Sicherheit zum Kollaps des gesamten weltweiten Bankensystems und somit zum Stillstand des globalen Handels kommen – mit unabsehbaren sozialen Konsequenzen.

Eine solche Katastrophe könnte auch ein Eingreifen der deutschen Regierung nicht verhindern. Die Summen, um die es ginge, würden ihre Möglichkeiten mehrtausendfach überschreiten. Es gäbe nur eine Möglichkeit, den Fall der Bank – zumindest für eine Zeit – zu verhindern: Die EZB müsste eingreifen und riesige, bisher nie dagewesene Geldsummen aus dem Nichts schöpfen und in die Bank pumpen.

Damit aber würde sie auch noch den letzten Rest an Vertrauen in das bestehende Finanzsystem zerstören, die eigene Bilanz sprengen und die Grundlage für eine Hyperinflation legen – den Zusammenbruch des Systems also im Grunde auch nur aufschieben. D.h.: Ein Zusammenbruch der Deutschen Bank wäre der Supergau.

Ein solcher Crash hätte allerdings eine überaus dramatische Folge: Er würde der internationalen Öffentlichkeit hautnah klar machen, dass es weder radikale Islamisten, noch Russland oder China sind, die die Welt derzeit in den Abgrund treiben, sondern die kriminellen Machenschaften der Finanzindustrie.

Das aber werden Politiker – das lehrt die Geschichte – auf jeden Fall zu verhindern versuchen, und zwar auf eine altbewährte Art: Durch das Entfachen von Kriegen. In genau diesem Zusammenhang müssen die weltweite Aufrüstung, das Säbelrasseln vor allem der USA und ihrer Nato-Verbündeten gegen China und Russland und das ständige Anfachen des Flächenbrandes im Nahen Osten gesehen werden.

Dass sowohl die Finanzindustrie, als auch die von ihr abhängige Politik im Pokerspiel um die Deutsche Bank derartige Risiken eingehen, zeigt: Nicht einmal die Gefahr eines Atomkrieges hält sie davon ab, ihrer unersättlichen Gier nach Macht und Geld freien Lauf zu lassen.

Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg.

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

23 Kommentare zu: “Was steckt hinter dem Drama um die Deutsche Bank?


  1. „Ein solcher Crash hätte allerdings eine überaus dramatische Folge: Er würde der internationalen Öffentlichkeit hautnah klar machen, dass es weder radikale Islamisten, noch Russland oder China sind, die die Welt derzeit in den Abgrund treiben, sondern die kriminellen Machenschaften der Finanzindustrie.“

    Karl Marx selber hätte es nicht besser formulieren können.

  2. Die EZB muss im Fall der Fälle einspringen und die Derivate der DB abnehmen. Die EZB kann die Schrottpapiere ebenfalls außerhalb der Bilanz führen, aber dann im Unterschiede zur DB „vergessen“. Damit ist die Bilanz der EZB nicht gesprengt.

    Eine Inflation entsteht durch die Maßnahme nicht. Es werden nur Reserven ins Banksystem eingeschossen, es kommt kein Geld in den Publikumsverkehr. Außerdem kostet das den Steuerzahler keinen Cent. Und warum sollte dadurch das letzte Vertrauen zerstört werden, wenn die EZB das einzig Richtige tut ohne den Steuerzahler zu belasten? Soll man das Vertrauen schonen und dafür das System zusammenbrechen lassen?

    Die FED hat übrigens im Verlauf der Krise ab 2008 riesige Mengen Geld in die Hand genommen und den Instituten Schrottpapiere abgekauft. Die USA ist deshalb auch besser aus der Krise gekommen als die Euro-Länder. Die EZB hat das nicht getan und dafür die Staaten und die Steuerzahler das „ausbaden“ lassen.

    Die Staaten haben mit Gesetzen und Regeln dafür zu sorgen, dass sowas nicht passieren kann. Wenn die Banker die Möglichkeit haben, „legal“ viel Geld zu verdienen, warum sollten sie das nicht machen? Wirtschaftsunternehmen funktionieren so. Es ist dann lächerlich, wenn Politiker der DB Verantwortlosigkeit vorwerfen.

  3. Nein, bei Griechenland mögen amerikanische Unternehmen CDS gekauft haben, aber eben auch bei deutschen und französischen Banken. Ganz sicher auch bei der Deutschen Bank.
    Es ist auch nicht wichtig, wer die Papiere hält. Oder wo er sie gekauft hat. Wesentlich ist, dass die 46 Billionen $ die im Artikel genannt sind nichts mit den betreffenden CDS-Papieren über die Deutsche Bank zu tun haben. Das sind blos die Hochrisikopapiere der DB. Die erhöhen einfach das Risiko, das der DB was komisches zustößt. Ganz plötzlich.

    Die CDS-Papiere die dann hochgehen, die kann jeder kaufen. Bei so ziemlich jeder Bank. In beliebiger Höhe. Das wird auch nirgends irgendwie zentral, oder was das angeht überhaupt ernsthaft erfasst. Nicht mal Gott dürfte wissen, was an solchen Papieren derzeit so im Umlauf ist, oder in den letzten Wochen dazugekommen ist, oder noch kommt, wenn die DB weiter unter Beschuss bleibt. Das kann man allerhöchstens aus bisherigen Erfahrungen ganz grob Schätzen.

    „Wie könenn denn diese Versicherungen überhaupt solche Summen versichern? Eine Versicherung kann man doch nur geben, wenn man Sicherheit bieten kann. Diese Versicherungen gehören auch aufgelöst, da sie Scheingeschäfte machen, im Ernstfall keine Sicherheit bieten.“

    Das ist ein Irrtum. Du musst keine Sicherheiten bieten. Außer vielleicht nach Ratings von Standard and Poors, aber das ist ja n ganz eigenes Ding. Meiner Meinung nach sind diese Versicherungen sogar bereits illegal. Zumindest überall, wo Staaten ein Glücksspielmonopol mit expliziten Ausnahmen versehen haben könnte man das sicherlich ranziehen. Denn es ist ja nur Lotto. Geht das Auslöserunternehmen hoch, oder geht es nicht hoch.

    CDS rückwirkend (oder auch über den Hebel Glücksspielmonopol) für illegal zu erklären, und Käufer wie Verkäufer solcher Papiere zur Verantwortung zu ziehen, ist nur mathematisch realistisch. Politisch ist das heikel bis utopisch. Wenn Deutschland das zum Beispiel alleine macht, haben wir vielleicht keine US-Bomber über Hamburg (ganz sicher bin ich da nicht), aber unser Exportsektor fliegt uns um die Ohren, weil die USA uns aus der Verteilung internationaler Aufträge einfach rausnehmen könnte. Das können also unsere Politiker nicht alleine machen, das müssten die BÜRGERRECHTSBEWEGUNGEN wenigstens der USA, Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens gemeinsam durchsetzen, bei ihrer jeweiligen Regierung. Diese 4 gemeinsam und es dürften eigentlich nur noch Russland und China mächtig genug sein um auszuscheren, alle westlichen Länder müssten das dann mit tragen.

    Was die illegalen Geschäfte der Deutschen Bank angeht – die sind umfangreich. Da habe ich überhaupt keinen Überblick. Es lohnt sich auch nicht als Laie, sich darum zu bemühen. Generell geht es um das alltägliche Geschäftsgebaren, das genauso mafiös ist, wie bei den global tätigen Automobilherstellern, bei Apple, oder halt allen anderen globalisierten Banken. Da gehts dann um Kredite für Leute die sich das nicht leisten können, weitervertickung von Hochrisikozeugs an Kommunen oder Landesbanken, Falschberatung, Bilanzfälschung, Manipulationen (beim Libor war die Deutsche Bank dabei), Insidergeschäfte … du siehst, der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Hier ein bisschen was aus vertrauenswürdiger Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?s=deutsche+bank&Submit.x=0&Submit.y=0
    Vielen Dank an jens Berger, was das angeht.

    • Vielen Dank. Ja, finde die Versicherungen auch illegal. Wenn Aktionäre CDS Papiere kaufen und die dann plötzlich nichts mehr wert sind, tragen die Zocker eben den Verlust davon. Wer Gewinn macht, muß auch Verlust bis auf Null in Kauf nehmen. Ja, die Bürgerrechtsbewegungen müssen helfen, daß Käufer und Verkäufer zur Verantwortung gezogen werden. Wenn die Aktionäre lieber Krieg haben, statt wertloser Papiere, dann muß das kräftig blockiert werden.

      Wo ist die Verbindung zwischen Finanzwelt und Gewaltmonopol? Bei den Politikern? Wie macht man Politiker unerpressbar? Indem sie international zusammenarbeiten und keine Eigeninteressen an den Finanzgeschäften haben dürfen.

      „weil die USA uns aus der Verteilung internationaler Aufträge einfach rausnehmen könnte“
      Die USA verteilen internationale Aufträge, auch wenn sie nicht in die USA gehen? Wenn das nur die Aufträge in die USA beträfe würde ich sagen: was solls, die Importe der USA bringen uns nur grün bedruckte Zettelchen und tragen dazu bei das US-Aussenhandelsdefizit weiter aufzubauen.

      Die Staatserpressungen werden doch immer dreister so weiter gehen, wenn man nachgibt. Das muß gestoppt werden. Ich habe immer noch nicht ganz verstanden, warum diese 46 Billionen CDS so dramatisch für die normalen Leute sein sollten. Das sind doch nur Zahlen, also dann Nullen bei den Zockern, wenn die Summe futsch ist, oder?

    • „Wo ist die Verbindung zwischen Finanzwelt und Gewaltmonopol? Bei den Politikern? Wie macht man Politiker unerpressbar? Indem sie international zusammenarbeiten und keine Eigeninteressen an den Finanzgeschäften haben dürfen.“

      Soweit ich weiß stehen Politiker mindestens eine Stufe in der Hierarchie unter den Entscheidungsträger. Vermutlich deutllich mehr. Das sind ja nur Erfüllungsgehilfen, die mit viel Geld ins Amt gespült werden. Oder eben nicht.
      Deswegen können wir Politiker auch generell nicht unerpressbar machen. Der Punkt mit dem Gewaltmonopol ist im Prinzip die Frage, wer die Armeen kontrolliert. Die meisten glauben, dass der Staat als Regierung oder das Parlament die Armee kontrolliert. Ich glaube das nicht. Ich sehe die Parlamente als Legitimateur – die müssen immer absegnen, was die Armee tut bzw. eigentlich schon getan hat. Kann man ja am Bundestag beobachten.
      Noch schlimmer sind die Geheimarmeen. Will heißen die Geheimdienste. Da sieht man nicht mal mehr, was die machen. Weder du oder ich, noch das Parlament, ja noch nichtmal die speziellen parlamentarischen Kontrollgremien bekommen zugang zu allen Akten. Das sind Geheimarmeen, die staatlich finanziert, aber von irgend wem anders kontrolliert werden. Diese Geheimarmeen machen im Prinzip heute das, was vor 80 Jahren die SS gemacht hat. Nur halt nicht nur in Deutschland, sondern überall. Das sie das nicht offen tun ist einfach die moderne Version davon. Die Regierung schickt ja auch nicht mehr die Kavallerie, wenn 300.000 Leute gegen irgendwas demonstrieren. Heute wird da der staatliche Rundfunk angeworfen, und erklärt, dass das alles Nazis waren.

      „Die USA verteilen internationale Aufträge, auch wenn sie nicht in die USA gehen?“
      Ja. Große Industrieprojekte werden diplomatisch ausgekungelt. Dabei gelten Regeln. Eine heißt, ‚wer den Irak nicht mit bombardiert hat, darf ihn nicht wieder aufbauen‘. Es gibt andere, und die gelten längst nicht nur für Wiederaufbau. Wenn Deutschland durch die Ostsee eine Pipeline bauen will, dann schauen sich die Amerikaner das an, und da kann dann schon mal ein Veto kommen. Das wird dann diplomatisch geregelt. Schätze mal, wenn die Bundesregierung sowas akzeptiert (das muss sie nicht zwingend), dann wird das diskret geregelt. Indem meintetwegen die Finanzierung platzt oder irgendwas.

      „Ich habe immer noch nicht ganz verstanden, warum diese 46 Billionen CDS so dramatisch für die normalen Leute sein sollten. Das sind doch nur Zahlen, also dann Nullen bei den Zockern, wenn die Summe futsch ist, oder?“
      Die 46 Billionen $ sind nur die Risikopapiere der Deutschen Bank. Das kann alles mögliche sein, nicht nur CDS. Und was davon CDS Papiere sind läuft bestimmt nicht gegen den Zusammenbruch der Deutschen Bank. Das wäre Unsinn. Es ist einfach die Summe, mit der die Deutsch Bank maximal haften müsste, wenn die Papiere alle ausfallen (vorrausgesetzt, die Bilanzen stimmen – eine naive Annahme; aber die Größenordnung sollte schon hinhauen).
      Und die Bank kann keine 46 Billionen bezahlen. Noch nicht mal nen Nennenswerten Bruchteil davon. 13 Milliarden Strafzahlung haben sie an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Wie hoch ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass unter 45 Billionen $ Hochrisikopapieren irgendwo irgendwann 13 Milliarden $ flöten gehen? Ich würde meinen, dass ist nur eine Frage der Zeit.
      Und in dem Moment werden so einige CDS-Papiere ausgelöst. Wer CDS-Papiere auf Kredite an die Deutsche Bank gekauft hat, die jetzt nicht mehr bedient werden können, muss ausbezahlt werden. Die kann man also kaufen, als Spekulation auf den Untergang der deutschen Bank. Das hat mit dem 46Billionen$ im Prinzip gar nichts zu tun. Obwohl einige dieser Papiere auch per CDS „abgesichert“ gewesen sein könnten. Die gehen dann natürlich gleich mit hoch.
      Dann ist wegen den ganzen freien CDS-Papieren nicht nur die Deutsche Bank pleite, sondern so ziemlich jedes global operierende Geldinstitut weltweit – nämlich alle, die irgendwem CDS-Papiere verkauft haben. Auf einen Schlag. Dagegen wäre die Leeman-Pleite dann tatsächlich ein Kindergeburtstag.

    • Nochmal Danke für den Durchblick, den Du hast. Das ist ja alles schwerstkrimineller Wahnsinn.

      Was ich aber noch nicht verstehe: Banken sind doch eigentlich schon immer pleite. Soweit ich das verstehe, hatten Banken niemals das ganze Geld, das sie verleihen. Es ist das Vertrauen der Banken untereinander, das bei einem großen Knall zusammenbricht, oder? Aber das ist auch Quatsch weil die wissen ja eigentlich, daß die anderen genauso betrügen, daß alle Täusche Bank sind. Ich verstehe es nicht. Die Leute arbeiten weiter, zahlen weiter fleißig ihre Kredite ab und falls nicht, hat „kriegt“ die Bank den Gegenwert, und trotzdem kommen die nicht klar. Aber ach ja, das ist ja alles viel komplexer mit den Derivaten und so.

    • Eine Bank besitzt niemals das Geld, dass sie verleit. Nur Nichtbanken müssen das Geld erstmal haben. Das war in grauer Vorzeit mal anders (glaube ich), aber seit wenigstens 150 Jahre müssen Banken das Geld, das sie verleihen, nicht mehr besitzen. Das nennt man Geldschöpfung durch Kreditvergabe (seit kurzem – die Banken sprechen da nicht gerne drüber, weißt schon „Über Geld spricht man nicht, Geld hat man.“ und so), und ist eines der zentralen Fundamente unseres Finanzsystems. Das ist im Prinzip auch unproblematisch, wenn man von dem kleinen aber feinen Umstand absieht, dass sich Banken für Geld, dass sie verleihen, aber nie besessen haben, Zinsen zahlen lassen. Um dieses Geld wird die Währungsgemeinschaft defakto beraubt. Daher kommt auch der Ausdruck „Privatvermögen“ – privare – berauben. (kleiner Scherz – es gibt natürlich auch andere Wege Dinge zu rauben; Die Bundesregierung hilft da immer gerne weiter)

      Die Frage mit dem Vertrauen ist relativ einfach. Es geht darum, ob dein Gegenüber morgen noch Zahlungsfähig ist. Oder ob du Geld, dass du heute rüberschießt nie wieder siehst. Im Normalfall funktioniert das, auch wenn alle Spieler wissen, dass das System Wahnsinn ist. Erst wenn ein großer Player ausfällt – und je aufgeblasener ein Markt ist, desto weniger „groß“ muss der sein – dann ist es höchst fraglich, wer womit für die Pleite haftet, und also ob er morgen auch noch Zahlungsfähig ist.

      Den letzten Teil muss ich direkt Zitieren:
      „Die Leute arbeiten weiter, zahlen weiter fleißig ihre Kredite ab und falls nicht, hat „kriegt“ die Bank den Gegenwert, und trotzdem kommen die nicht klar. Aber ach ja, das ist ja alles viel komplexer mit den Derivaten und so.“

      Ich kann dir aus dem Stand 3 Dinge sagen, wo die Kacke automatisch in den Ventilator fliegt.
      Das eine ist, wenn ein Markt toll aussieht, und eine Bank unbedingt mitmischen will. Das ist zum Beispiel beim US-Hypothekenmarkt 2008 passiert. Da wurden massen Kredite an Eigenheimbauer rausgehauen. Und zwar praktisch ohne Solvenzprüfung. Man hat ja die Sicherheit, im Zweifel einfach das Haus zu kaufen. Aber es gab keinen Markt für Eigenheime in den USA, abgesehen von den Käufern dieser Eigenheimhypotheken. Und die sind alle gleichzeitig pleite gegangen.

      Das zweite sind die erwähnten CDS Papiere. Da isses halt so, dass die Bank eine Ausfallversicherung für irgendein Kreditpapier verkauft. In diesem, wie in obigem Beispiel ist das Problem, dass die Bank jetzt erstmal einen realen Gewinn mitnimmt – nähmlich den die Ratenzahlung auf den Kredit oder die Provision/den Preis für das CDS-Papier. Das macht sich super in der Bilanz. Der mögliche Verlust ist aber ein Virtueller. Der wird nicht wirklich eingepreist, weil er ja noch gar nicht da ist. Und die Bank braucht ja jetzt – in diesem Quartal – eine gute Bilanz. So gut wie es irgend geht. Weil jeder Bankmitarbeiter, wirklich jeder individuell für sich, davon profitiert, genau jetzt eine gute Bilanz der eigenen Geschäfte aufzuweisen. Keine Sau im Betrieb hat also Zeit, seine Kollegen zu kontrollieren. Die basteln alle an den eigenen Geschäftsabschlüssen. Also fallen die Risiken bei Bonizahlungen, Beförderungen oder auch simpel dem Netzwerken („Schaun sie mal, Herr Schäuble, das ist unser neuer Star…“) einfach unter den Tisch. Erstmal stehen ja die Gewinne in der Bilanz.

      Das Dritte, wo man sich schnell verrechnen kann sind „Hebel“. Davon hat man vielleicht schonmal bei irgendwelchen staatlichen Investitionsfonds was gehört: „Wir wollen die EU-Wirtschaft ankurbeln, und Investitionen fördern, aber bezahlen wollen wir möglichst nichts dafür.“
      In dem Fall schlägt man dann einfach einen Hebel vor. Wir nehmen 1 Milliarde € in die Hand, und die Industrie macht dann selber das das Hokuspokus Simsalabim 3 mal 8 ist neune 10 Milliarden werden. Oder so.
      Aber eigentlich macht man nen Hebel anders: Leute die eine „todsichere“ Geschäftsidee haben, mit der man ganz sicher nen ordentlichen Batzen Geld verdienen kann, so 50% Rendite oder so was, die benutzen nicht einfach ihr Geld, um dieses top secret super duper todsichere Geschäft abzuschließen. Die sammeln aus allen möglichen Quellen Kapital zusammen. Weil wenn du 1.000.000€ hast ist es im Prinzip nicht schwer, ein vielfaches davon auf dem Kapitalmarkt einzusammeln. Und dann investieren die nicht 1.000.000 in die Geschäftsidee, sondern meinetwegen 10.000.000. Wenn’s klappt bekommt man nicht 50% auf eine Millionen € sondern 50% auf 10. Dann Zahlst du die Kredite damit zurück, samt Zinsen (lass es 5% sein), und statt ner halben Mille 4,5 Mille gemacht. Da man dass dann aufs Eigenkapital runterrechnet haste also mit 1 Mille Einsatz 4,5 Mille verdient, was ner Eigenkapitalrendite von 450% entspricht. Statt 50%. Das ist ein Hebel. Nur wenn es schief geht, weil das todsichere Geschäft doch irgendwie nicht so ganz todsicher war, dann sitzt du auf Krediten vom Vielfachen deines Kapitals, und hast kein Geld mehr. Dann kannste eigentlich nur noch ne Bank gründen.
      Dazu gabs hier mal ein nettes Interview, wo das Vorgehen eines einzelnen Traders deutlich gemacht wurde.
      https://kenfm.de/volker-handon-die-psycho-trader/
      Wenn ne Bank das macht läuft das im Prinzip aber genauso ab (die hätte nur im konkreten Beispiel nicht die Möglichkeit sich vor der Haftung zu drücken, wie Volker Handon das getan hat). Und nur damit wir uns nicht mißverstehen, ich halte Volker Handon für ein A********. Weil ich generell jeden für asozial halte, der meint, dass man Geld, das „auf der Straße liegt“ doch wohl einfach mal aufsammeln kann. Schließlich müssen Gemeingüter ganz grundsätzlich „auf der Straße liegen“, damit sie als Gemeingüter funktionieren. Mit solchen Leuten sind daher Gemeinschaften nicht zu machen. Es sind im wörtlichen Sinne des Wortes Asoziale, die sich an einer Gemeinschaft bereichern, aber nicht als deren Teil handeln können.

    • Lieber Lesesalamander und alle die Ahnung haben,

      Die Fragen waren ernst gemeint, vielleicht habe ich zu doof gefragt, aber ich würde das gerne verstehen. Es wäre sehr nett, wenn jemand antwortet, ich finde das wichtig zu verstehen.

      Was bricht im Ernstfall (?) wirklich zusammen? Die Papiere sind dann nichts mehr wert? Wenn ja, wäre das so schlimm für die Masse der Bevölkerung? Realwerte bleiben existieren, es bahnt sich keine Naturkatastrophe an wenn halluzinierter Wert die Realität trifft, in der die Zettelchen eben nix mehr Wert sind. Ist es nciht so, daß lediglich Gewinnerwartungen zertört würden? Die Banken sind schon immer (fast) pleite gewesen, oder nicht?

      Ein anderer Punkt: Die DB ist international, mit deutschem Namen und Sitz in Dtl., aber internationalen Aktionären und amerikanischer (?) Leitung. Warum wird eine Rettung, laut Spekulationen, seitens dt. Regierung überhaupt angedacht?

    • Allerbesten Dank, habe Deinen letzten Kommentar (21:14) gerade erst gelesen. Die „Bankenpleite“ ist also auch nur Verarschung, weil sie ja schon immer pleite waren. Diese A……….. Wie können die mit so einer beschränkten Weltsicht leben… Ich bin dafür, die per Hebel aus dem Abzockersystem zu befördern, Papiere-Taschentücher für die Tränen bekommen sie dazu. Wenn die Verantwortlichen dann lediglich Hartz4 bezögen, könnten sie dem Gemeinwohl nicht mehr schaden.

    • „Die Fragen waren ernst gemeint, vielleicht habe ich zu doof gefragt, aber ich würde das gerne verstehen. Es wäre sehr nett, wenn jemand antwortet, ich finde das wichtig zu verstehen.“
      Das sind sehr gute Fragen, die du da stellst. Das muss man schon verstehen, wenn man ernsthaft was verbessern helfen will. Nur eins noch vorweg, bzw hinterher – ich bin auch kein Finanzexperte, sondern habe mir alles was ich weiß im Selbststudium angeeignet. Was ich hier sage ist derzeitiger Stand MEINES Wissens, das sich sowieso ständig weiter entwickelt, und ganz sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Wenn du also irgendwo anders was anderes liest, dann musst du selber prüfen, was besser passt. Ich lese ja auch nur Ernst Wolff, Heiner Flassbeck, Norbert Häring und Kollegen und mache mir dann dazu meine Gedanken. 😉

      „Was bricht im Ernstfall (?) wirklich zusammen? Die Papiere sind dann nichts mehr wert? Wenn ja, wäre das so schlimm für die Masse der Bevölkerung? Realwerte bleiben existieren, es bahnt sich keine Naturkatastrophe an wenn halluzinierter Wert die Realität trifft, in der die Zettelchen eben nix mehr Wert sind. Ist es nciht so, daß lediglich Gewinnerwartungen zertört würden? Die Banken sind schon immer (fast) pleite gewesen, oder nicht?“

      Da gibt es 2 Sachen, die mir wichtig erscheinen. Das eine ist simpel und einfach Römisches Recht und Mathematik. Ich versuche es mal mit nem einfachen Beispiel:
      Nehmen wir an, du bist ein Mittelständiges Unternehmen, und hast ein Konto bei der Giga Virtuell Private Bank. Du bist deren einziger Kunde mit einem Konto, und hast ein Guthaben von 1.000.000€.
      Jetzt haben die sich mit den 1.000.000€ zusätzliches Kapital beschafft – sagen wir 10.000.000€ , um einen todsicheren Tip in Bares Geld ummünzen zu können. Um noch ein wenig mehr Geld investieren zu können, haben sie außerdem CDS papiere rausgegeben. Damit haben sie nochmal 1.000.000€ zusätzliches (Eigen-?)Kapital aufgetrieben. Jetzt investieren die also 11 Millionen € in diese Todsichere Geschäftsidee. Und das Ding geht schief, das Geld ist futsch – die Papiere, die für 11 Millionen € eingekauft wurden sind am Ende des Tages nur noch 1.100.000€ Wert. Aber die Bank hat ja Kredite über 10.000.000 aufgenommen, und auch noch einen Kunden, dem sie versprochen hat 1.000.000€ auf Bestellung bereitzustellen. (Nichts anderes ist dein Girokonotguthaben – ein Versprechen auf Zahlung von Geld)
      Jetzt wird also ein Insolvenzverwalter eingesetzt. Der findet Papier im Wert von 1.100.000€ und Forderungen im Wert von 10.000.000€ sowie ein Konto mit 1.000.000€ vor. Da greift jetzt einfach die Gläubigerbeteiligung, sprich, der Verwalter behandelt dein Guthaben ganz genau so wie die echten Kredite – als Kredit, und damit als sowas wie Risikokapital. Gehen wir mal von dem Unwarscheinlichen Fall aus, dass da keine Vorzugspapiere dabei waren (die zuerst bedient werden müssen), dann verteilt der Insolvenzverwalter jetzt das Geld, das noch da ist anteilig auf die Forderungen. Also 100.000€ für dich – das bleibt von deinem Konto übrig, und 1.000.000 für die Kreditgeber. Als Zyniker habe ich gelernt das man da noch weiter gehen muss. Es gibt ja die Einlagensicherung. Die besagt, dass ein gewisser betrag auf deinem Konto sicher ist. Das Geld bekommst du auf jeden Fall vom Staat erstattet. Ist jetzt nur Spekulation, aber wenn dir der Staat Einlagen bis 100.000€ sichert, dann würde ich meinen, dass in obigem Fall du ja 100.000€ aus dem Konto behältst. Mit anderen Wortden, die 100% zugesicherten Einlagen haste ja auch behalten. Damit ist der Staat seiner Schuldigkeit der Einlagensicherung faktisch nachgekommen, ohne einen einzigen Cent zahlen zu müssen.
      Also hast du am Ende 90% deines Geldes vom Konto bei der Giga Virtuell Private Bank verloren. Einfach weil du da ein Girokonto hattest.
      Immerhin – schlimmer kanns für dich eigentlich nicht mehr kommen. Aber rein rechnerrisch, wenn jetzt die CDS-Papiere auch noch hochgehen … sagen wir die hatten eine Prämie von 1% der Versicherungssumme – dann kommen da jetzt noch Forderungen von 100.000.000€ von Haltern der CDS-Papiere dazu. Dann haste also 1.100.000€ anteilig zu verteilen auf Forderungen von 100.000.000€ für Halter von CDS-Papieren, 10.000.000€ für Kreditgeber und 1.000.000€ für dich als beteiligter „Gläubiger“. Wie gesagt, immerhin müsste jetzt die Einlagensicherung greifen. Aber drauf wetten würd ich da nicht. *rolleyes*

      Das andere ist, dass das was wir unter „Banken“ verstehen auch gerne mal Fonds, Hedgefonds, oder ähnliches sein könnten. Die können keine Geldschöpfung per Kreditvergabe, aber die ganzen anderen Schweinereien sind denen auch nicht zu blöd. Und Fonds sind im Prinzip Kapitalsammelstellen für Anleger aller Coleur. Zum Beispiel für Leute, die eine kapitalgedeckte Altersvorsorge aufbauen. In der Regel gehen die ja zur Bank, und die dreht denen dann nach meinem Kenntnisstand Fondsanteile an. Und wenn der Fonds dann pleite geht, dann gilt die Rechnung von oben (aber jetzt zählst du als Fondseigner zu den Kreditgebern), mit 2 zusätzlichen Details.
      1) wissen einige Anleger – nämlich die großen – in aller Regel lange vorher bescheid und ziehen ihre eigenen Investitionen vorsorglich schonmal ab, solange der Fonds noch nominal flüssig ist (und sie daher alle Investitionen in voller Höhe rausziehen können). Was das Problem für alle die bleiben schlimmer macht, denn die Insolvenzmasse wird dadurch kleiner.
      2) Gibt es da dann gar keine Einlagensicherung mehr.

      Und Prost. Übrigens kann man so einen Fonds auch vor der Pleite zerschlagen, wenn man rechtzeitig bescheid weiß. Dann nimmt man eventuell noch profitable Teile heraus, bildet ein Nachfolgeunternehmen, das genau diese Teile übernimmt, und bringt seine Investitionen genau dorthin ein, sowie ein anderes Nachfolgeunternhemen, für die ganzen Anleger die einen Bankberater gefragt haben – die kommen in den BadFonds – zusammen mit dem ganzen Müll. So macht man das generell auch immer wieder mit Unternehmen. Atommüll wird so entsorgt werden (wurde glaub ich auch zum Teil schon so umgesetzt). Verlass dich drauf.

      „Ein anderer Punkt: Die DB ist international, mit deutschem Namen und Sitz in Dtl., aber internationalen Aktionären und amerikanischer (?) Leitung. Warum wird eine Rettung, laut Spekulationen, seitens dt. Regierung überhaupt angedacht?“
      Die Bank heißt immernoch Deutsche Bank. Und die meißten Bundesbürger glauben auch, dass das eine deutsche Bank ist. Es wäre für die BRD, die Bundesregierung, und auch die deutsche Wirtschaft ganz sicher ein gigantischer Imageverlust, wenn die hoch geht. Mal abgesehen davon, das also sicherlich auch noch viel deutsches Geld in der deutschen Bank liegt, ist es doch aus Sicht der US-Regierung einfach folgerichtig, dass die Bundesregierung für die Rettung sowohl der deutschen als auch der amerikanischen Anteilseigner aufkommt. Das ist doch aus US-Sicht viel billiger. Also warum nicht? Schauen was geht kostet ja nichts, und hat ja noch die anderen netten nebeneffekte, die Ernst Wolff rausgearbeitet hat. Wenn man nicht ganz so zynisch ist, kann man das vielleicht auch als Warnschuss verstehen, endlich diese spezielle kriminelle Vereinigung wieder auf den International üblichen Boden der kriminellen Tatsachen zu bringen und nicht 2 Größenordnungen drüber hinaus.

    • Vielen Dank für die guten Erklärungen. Wow Respekt, daß Du dir alles selbst angeeignet hast – anders könntest Du wahrscheinlich auch nicht so kritisch sein.

      Das Problem fing also schon da an, wo ich mir für 1 Mio Eigenkapital 10 Mio leihen konnte. Die „Großzügigkeit“ der gigavirtuellen Privatbank ist dann gar nicht mehr so nett – ich muß wohl high gewesen sein, als ich das angenommen hab, aber ich wollte auch so viel wie meine Kollegen, die ihren Frauen was zeigen können. Bei der nächsten Geschäftsidee suche ich mir Investoren, die mit einsteigen – mit eigenem Geld, und wir teilen Gewinn und Verlust unter uns, und nicht mit der gesamten Gesellschaft.

      „für die ganzen Anleger die einen Bankberater gefragt haben – die kommen in den BadFonds – zusammen mit dem ganzen Müll“….das ist so krass! Atommüll, ja den hat die Mafia schon in die Adria gekippt. Finanzmafia kippt den Finanzmüll in die Gesellschaft.

  4. Vielen Dank für diesen tollen Artikel, der sehr gelungen versucht den internationalen Poker um die Deutsche Bank zu beschreiben. Besonders wertvoll finde ich die Hintergrundinformationen sowie den Ansatz die Haupt-Akteure und deren Motivation (oder eher Trieb?) in einen Zusammenhang zu bringen. Es ist doch klar wie Kloßbrühe, dass hinter dieser Destabilisierung machtpolitische Absichten stehen. Wer die irreführenden, fragmentierten und dekontextualisierten Meldungen der Massenmedien in dieser Sache liest kann nur kopfschüttelnd feststellen, das diese Journalisten entweder überhaupt keine Ahnung haben, oder ganz bewusst mit der Schere im Kopf arbeiten…traurig…

    Vielen Dank Herr Wolff

  5. Keine Panik!
    Die einzige Währung die immer und überall gültig ist, ist GEWALT!!!
    Ein simples Gesetz kann Schulden schaffen oder verschwinden lassen.
    Es kommt nur auf die Gewalt an es durchzusetzen.
    Am Ende steht also der Krieg, und der ist nicht mehr weit.

    • JA, leider haben Sie recht!
      Die Drahtzieher sind im Hintergrund und finanzieren wieder mal ALLE Aufgehetzten!
      Teile und Herrsche funktioniert schon seit Jahr Tausenden!
      Wir Schlafschafe sind es, die so etwas viel zu spät begreifen.
      Die UNIS und Ihre Forscher sind aber das schlimmste Übel, denn die entwickeln all die Machtmittel und Waffen!
      Die gekaufte Wissenschaft – dort müssten wir suchen – die Weiskittelträger
      Das Milgram Experiment lässt grüßen!

  6. Ein Kommentar meinerseits zu diesem vernünftigen Artikel:
    http://www.pandualism.com/c/grotesk.html#p20161003

    Auszug: „Wir dürfen aber auch nicht den Gedanken der Evolution ausser Acht lassen. Nicht umsonst heisst es z.B. ‚Krieg ist der Vater aller Gedanken‘ oder ‚Not macht erfinderisch‘. Nur wenn es uns gelingt, die (so pervers es klingt) kreative Kraft von Krieg und Zerstörung durch etwas anderes zu ersetzen, kann es uns gelingen, den Zyklus aus Krieg und wirtschaftlichem Neubeginn zu durchbrechen.“

    Gruss, Wolfgang

  7. „Er würde der internationalen Öffentlichkeit hautnah klar machen, dass es weder radikale Islamisten, noch Russland oder China sind, die die Welt derzeit in den Abgrund treiben, sondern die kriminellen Machenschaften der Finanzindustrie.“

    Da fällt mir ein Goethe-Zitat ein. Die Welt kreist immer um dieselbe Scheiße. Und früher oder später tritt man hinein.

  8. War auch mein erster Gedanke, daß die Zahlungsforderung der Deutschen Bank mit Apple zusammenhängt. Zeigt das nicht, daß es in erster Linie eine Drohung ist? Washington/Wall Street will Druck ausüben, erpressen, kennt man ja. Sündenböcke finden, die die eigenen massiven Defizite überblenden.

    Was bricht bei einer Bank die zusammenbricht? Doch nur das Zahlenverschieben, oder?

    Arbeit und Vertrauen zwischen Menschen, darauf basiert unsere Wirtschaft. Banken saugen das ab – brauchen wir nicht. Politiker brauchen mehr Mut, entgegen all der Apokalypsenmeldungen, was eintreten würde wenn Banken brechen.

    • Da haste aber nicht aufgepasst, was Risikopapiere im Wert von 46 Billionen$ bedeuten.

      Bist du halbwegs mit CDS-Papieren vertraut? Die Dinger, die der EU im Namen z.B. der Deutschen Bank die Griechenlandrettung aufgedrängt haben…

      Ich erläutere das nochmalm, nur für den Fall.
      CDS-Swaps Sind Risikolebensversicherungen für Kreditverträge (gibts vielleicht auch für anderen Mist, aber das ist für die Argumentation nicht wichtig). Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass man die beliebig oft abschließen kann, auch ohne einen Kreditvertrag zu zeichnen. Also eine Risikolebensversicherung, die du auf deinen 90-Jährigen Nachbarn abschließen darfst, oder auf den 19-jährigen Nachbarssohn, von dem du weißt, dass er jede Nacht in auf der B17 vorm Orteingang rennen fährt. Beliebig oft, also in beliebiger Höhe. Auslöser für die Versicherungssumme ist dabei der Tod des Rentners, oder des Rasers – egal, ob natürlicher Tod, Altersschwäche, eine Lebensmittelvergiftung, oder fehlerhafte Bremsbeläge die Ursache waren…

      Die Bank bekommt dafür eine Zahlung – und nur diese Zahlung dürfte in den Bilanzen (also den 46 Billionen $) auftauchen, Die Versicherungssumme, bei Fälligkeit ist aber ein Vielfaches davon. Laut Ernst wolff gab es recht unbedeutende Banken, so im Wert von 2 Milliaren $, die man retten musste, weil die mit etwa 2 Billionen $ auf diese Weise versichert waren. Bei Banken, wie der Deutschen Bank. Guckste mal bei seinen Artikeln, da findest du die genauen Zahlen,

      Wenn jetzt die Deutsche Bank pleite geht, dann gehe da CDS Papiere für ein so einige Billiarden, vielleicht auch schon Trillionen $ (deutsche Trillionen) um die Welt. Niemand, wirklich niemand (und ganz sicher nicht die BRD), kann dann noch irgend etwas aufhalten. Die Drohung der USA ist in diesem Zusammenhang auch keine Drohung sondern völlig irre.

      Die einzige Möglichkeit das zu lösen, wäre CDS – Papiere für illegal zu erklären, und zwar Rückwirkend, deren Zahungen völlig auszusetzen, und die Banken, wie auch die Käufer dafür mit Strafzahlungen haften zu lassen. Und zwar Rückwirkend. Das muss man halt wollen, aber das will keine, der mit Finanzwirtschaft Geld verdient.

    • Danke für die netten Erklärungen, Lesesalamander. Hab schon mal was von den Versicherungen gehört, verstehe aber nciht ganz…Die Risikoversicherungen waren bei Griechenland hauptsächlich amerikanische Konzerne, wenn ich mich recht erinnere. Wie ist das bei der Deutschen Bank?

      Wie könenn denn diese Versicherungen überhaupt solche Summen versichern? Eine Versicherung kann man doch nur geben, wenn man Sicherheit bieten kann. Diese Versicherungen gehören auch aufgelöst, da sie Scheingeschäfte machen, im Ernstfall keine Sicherheit bieten.

      Wenn die Regierung hart bleibt, wird die Forderung der Strafe zurückgezogen, denke ich. Die USA hängen viel zu sehr mit drin. Was waren das überhaupt für illegale Spekulationsgeschäfte an US Börsen? Und die Deutsche Bank war doch sicher nicht die Einzige, die da illegale Geschäfte gemacht hat.

      Die CDS Papiere für illegal zu erklären – ja das wär`s. Sollen die Politiker darauf bestehen. Und diese illegalen Versicherungen werden aufgelöst.

      Bitte klär mich weiter auf. Danke.

    • Sry ich habe den falschen Antwortknopf gedrückt – @KenFM Redaktion, der Knopf ist wirklich irreführend 😉

      Meine Antwort findest du jedenfalls weiter oben in den Kommentaren, als Einzelpost.

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