Wen hat Ken Jebsen umgebracht?

Facebook-Post von Oskar Lafontaine.

„Wenn Henry Kissinger, George W. Bush, Barack Obama oder Hillary Clinton, die für Millionen Tote verantwortlich sind, im Kino Babylon in Berlin einen Preis verliehen bekämen, würde dann der Kultursenator Klaus Lederer intervenieren, um diese Preisverleihung zu verhindern? Weil dem Journalisten Ken Jebsen dort der „Kölner Karlspreis“ verliehen werden sollte, hat er das jedenfalls für nötig befunden.

Am Wochenende hat der Parteivorstand der Linken einen Beschluss gefasst, in dem er sich ausdrücklich mit Klaus Lederers Intervention solidarisiert und sich gleichzeitig nicht nur von Nationalisten, Antisemiten und Rechtspopulisten distanziert – was sich von selbst verstehen sollte – sondern auch von sogenannten „Verschwörungstheoretikern“, mit denen Linke „ganz grundsätzlich nicht zusammenarbeiten“ dürften. Begriffe wie „Verschwörungstheoretiker“ oder auch „Querfront“ stammen aus dem Arsenal der Geheimdienste.

Das ist eine bedenkliche Entwicklung. Während Meinungen, die man nicht teilt, in zunehmendem Maße – als gäbe es eine Gedankenpolizei – von einzelnen Mitgliedern des Parteivorstandes diffamiert, ausgegrenzt und geächtet werden, gibt es auf der anderen Seite „keine Unvereinbarkeitsbeschlüsse mit Befürwortern von Militäreinsätzen oder neuer Aufrüstung, keine Abgrenzung, keine Ächtung mehr“, wie der Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko, Mitglied des Vorstandes der Partei DIE LINKE, zu Recht kritisiert. Koalitionsverhandlungen mit anderen Parteien oder r2g-Gespräche wären dann auch eher schwierig.

Unabhängig davon, ob man jede Meinung von Ken Jebsen teilt, für die Linke gilt der Satz Rosa Luxemburgs: „Freiheit ist immer die Freiheit des anders Denkenden.“ Die Ausgrenzung missliebiger Meinungen hat in der LINKEN eine ungute Tradition.

Die Freiheit gehört spätestens seit der französischen Revolution zum Wertekanon der politischen Linken. Nachdem Willy Brandt 1972 dem Radikalenerlass, der zu Berufsverboten führte, zugestimmt hatte, bezeichnete er diesen später als einen großen politischen Fehler. Ebenso wenig wie Berufsverbote können Auftrittsverbote Instrumente linker Politik sein.“

Hier der Link zum Facebook-Post von Oskar Lafontaine: https://www.facebook.com/oskarlafontaine/photos/a.198567656871376.47953.188971457830996/1629779007083560/?type=3&theater

Den Text von Andrej Hunko gibt es auch hier auf den NachDenkSeiten: http://www.nachdenkseiten.de/?p=41439

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14 Kommentare zu: “Wen hat Ken Jebsen umgebracht?

  1. Dass Oskar Lafontaine in diesem unsäglichen Bullematsch des Parteivorstands der Linken seine Stimme erhebt, war fällig und nötig, und ich bin ihm dankbar dafür.

    Aber – das reicht nicht. Lafontaine ist Physiker. Rückgratlosen Physikern wie ihm verdanken wir, dass einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung immer noch nicht klar ist, was der freie Fall dreier Gebäude am 11. September 2001 bedeutet. Und wenn nur die Dummerchen in seiner Partei „die Linke“ von Newtons Gesetzen ein wenig mehr verstünden, wäre der Druch dort schon beträchtlich geringer, sich inhaltlich von Jebsen zu distanzieren …

  2. Spätestens jetzt sollte einem klar werden, wem dieses Rechts-Linkks-Mitte-Oben-Unten-Liberaler-Konservativer-Polit-Profiteure-Schmierentheater dient und wer dies orchestriert. Folge dem Geld, und du weißt, wer die Fäden zieht. Der SOROS-Meinungs-Fightclub lässt grüßen, da spielt es keine Rolle, welche Farben die moralhysterischen Meinungspolizei-Verbalschläger tragen. Da ziehen plötzlich alle an einem gemeinsamen Strang.

    Meine Lebenserfahrung zeigt mir: SCHWARZ+ROT+GELB+GRÜN+BLAU=BRAUN!

    Denn, nach Feierabend sitzen die Akteure bei Kempinski in der VIP-Lounge bei einem Bierchen zusammen und diskutieren über die neue Diätenerhöhung und wie hoch die neuen DenksT€UERn, äääähhhmmmpf GEZ-Gebühren und AtemsT€UERn ääähhhmmmpfff CO2-Abgaben dieses Jahr ausfallen sollen.
    Wie die Neuen $taat$$icherheits-Risiken sprich andersdenkende unbequeme Wahrheitsfinder zu bashen und öffentlichkeitswirksam zu behandeln sind, da sind sich dann alle höchst solidarisch und einig. Schließlich hat das ja auch eine lange Tradition hier in diesem Herrenmenschen-Sauberland.

    Gute Nacht Doitschland-Täuschland

  3. Parteivorstand hin oder her – letztlich ist es eine Frage der Ethik und Moral – und der Fakten, d.h. ob man sie akzeptiert oder nicht. Jeder Mensch auf dieser Erde, egal welches Parteibuch er führt, welchem Verein er angehört oder was er noch so treibt kann sich folgende Fragen stellen:
    – Wie stehe ich zu Krieg und Frieden?
    – Wie halte ich es mit der Wahrheit?
    – Wie ernst meine ich es wirklich wirklich (extra zwei Mal geschrieben!) mit der Gleichwertigkeit und Solidarität?
    – Geht es mir um mich oder geht es mir um die Sache?
    Zugegebenermaßen verbergen sich hier hehre Ziele und es erfordert viel Eigenarbeit.
    Worauf ich hinaus will?
    Dass mich irritiert, wieso immer noch betont wird, dass man nicht mit allen Positionen einverstanden ist oder sein muss
    „Unabhängig davon, ob man jede Meinung von Ken Jebsen teilt“), wozu das? a. Ken Jebsen lässt viele zu Wort kommen, b. Schreiben viele Autoren, es gibt mittlerweile einen guten Autorenstamm, c. frage ich mich, wozu eigentlich überhaupt betont wird, dass man nicht immer gleicher Meinung sei, aber die Freiheit der Andersdenkenden müsse es einfach geben.
    Ist es nicht vielmehr so, dass Jebsen eher vielen über den Kopf gewachsen ist und sie mit seiner spitzen Zunge nicht klar kommen?
    In diesem Sinne würde ich es begrüßen, wenn auch bei der aufrichtigen Seite der Linken diese Betonung, dass man ja nicht immer gleicher Meinung mit Jebsen sei, einfach weg ließe. Außerdem: Was ist denn falsch an seinen Analysen? Warum haben wir denn die Kriege? Und: Was ist dagegen einzuwenden, dass wir in unserem Bonum Commune auf schwere Schwachstellen stoßen, welche zu beheben sind, damit es mit uns allen weitergeht?

  4. Ich zitiere mich mal selbst.

    „Wenn dieser weit überdurchschnittlich unbegabte Herr sein Amt be-halten kann, entsteht für die Kultur und Demokratie ein Schaden – verursacht durch Die Linke – der für Die Linke nicht reparabel sein dürfte. Es ist IMMER so das jede Partei sich selbst zerlegt, selbst wenn sie von destruktiven Kräften (U-Booten usw) innerhalb der Partei zerlegt wird – weil sie es zulässt.
    Natürlich geht Die Linke durch solches Vorgehen ein gewisses Risiko ein, welches sich gar zu einem Sturm entwickeln könnte. Das gehört zu Machtspielchen. Sicher dürfte sie das einige alt und potentielle Wähler kosten und vielleicht auch Austritte.“

    „Natürlich gibt es auch innerhalb Die Linke GegnerInnen dieser Zensur. Nur sind es halt zu wenige und/oder sie haben keine Macht. Wenn in einer Partei die destruktiven Kräfte die Oberhand haben, dann ist sie aus linker Sicht halt nicht mehr wählbar.

    Wir sehen doch klar wo Die Linke mitregiert, welche verheerenden Auswirkungen auf die monetär Schwachen der Gesellschaft das hat. Die Linke ist ja oft nicht nur keinen Deut besser als alle anderen Parteien, sondern gar schlimmer. Im Grunde ist das Einzige was man ihr noch zugute halten kann, ihre Ablehnung gegen Krieg. Bin mal gespannt wann in der Frage die ersten Abweichler mächtiger werden als die Gegner…“

    „Es geht nicht um Gerechtigkeit, Recht, Gesetz oder ähnlich profan marginales. Es geht um Macht. Es geht immer nur um Macht. Es geht darum diese Macht auszuüben und zu zeigen. Den Machtlosen zu zeigen das Recht, Gesetz, Gerechtigkeit nicht die geringste Roille spielt. Der Mächtigere, Stärkere gewinnt – so einfach ist das.

    Falls Lederer Deine Mail überhaupt liest, wird er nicht darauf eingehen. Warum auch? Er hat bereits gewonnen! Und die Mischpoke aus dem Parteivorstand gibt ihm unmißverständlich die Macht.

    Mir ist völlig unbegreiflich, wie auch nur ein (denkender, intelligenter) Mensch immer noch irgend etwas auf irgend eine Partei geben kann.

    Es wird Zeit das der Linken eine Chance gegeben wird – eine Chance auf Besinnung. Dazu braucht sie eine Auszeit. Jeder Linke der etwas auf sich und die Partei hält, sollte ihr diese Chance gewähren und dafür sorgen, das Die Linke sich bei der nächsten Bundestagswahl aus dem Parlament entfernen darf, damit sie diese Auszeit und damit die Chance auf Besinnung wahrnehmen kann – sie hat es sich wahrlich verdient.“

  5. was soll der Titel bitte, war echt kurz erschrocken, als ich diesen Artikel auf meinem Mobiltelefon als Benachrichtigung sah. Herr Jebsen lebt ja nun, ähnlich wie andere „Alternativdenker“ wie Daniele Ganser, tatsächlich nicht ganz ungefährlich. Und dieses Portal hat braucht bei seinen vielen Qualitätsartikel doch nun wirklich keine Clickbaits …

  6. Ich lese und verfolge seit gut einem Jahr die Beiträge hier auf KenFM und bin über alle Maßen erstaunt und erschrocken, was ich in dieser Zeit alles erfahren musste. Ich muss leider zugeben, dass ich wohl die Hälfte meines Lebens „verschlafen“ habe, und sich der Aufwachprozess als alles andere als angenehm und einfach erweist. Ich habe auch sehr lange benötigt, für eine Registrierung und einen Kommentar, obwohl es mich des Öfteren in den Fingern gejuckt hat. Wenn ich jetzt allerdings lese, dass sich der Parteivorstand der sog. LINKEN mit der gelenkten Zensurbemühung des Herrn Lederers solidarisiert, fühle ich mich aufgerufen auch endlich Stellung zu beziehen. Genau wie der Post von Kristana beschreibt, erübrigt sich nun auch für mich bei zukünftigen Wahlen eine Stimmabgabe für die LINKE, die bis dato zuverlässig mein Kreuzchen erhielt.
    Offenbar ist nunmehr die einzige Chance des „Wahlpöbels“ eine Partei schneller zu wählen und „groß“ zu machen, als diese durch neoliberale Netzwerke infiltriert und unterwandert werden kann. Dazu möchte ich hier ausdrücklich aufrufen, solange ich noch entgegen Ken’s Meinung den kleinsten Funken Hoffnung hege, dass Wahlen irgendetwas ändern oder bewirken können. Dabei erscheint es mir fast egal, welche Partei des Nichtestablishments man wählen würde. Die Grünen zu korrumpieren hat ca. 20-30 Jahre gedauert, bei den LINKEN ging es dann offenbar leider deutlich schneller. Ich möchte aber auch zu bedenken geben, dass auch eine AfD aus dem Bürgerzorn erwachsen ist und anfangs alles andere als eine rechtsnationale Partei war, sondern sich primär gegen eine aus dem Ruder gelaufene neoliberale EU samt ihren undemokratischen Finanzierungswerkzeugen aufgestellt hat. Hier allerdings ist eine Unterwanderung quasi in Zeitraffer zu beobachten gewesen.

  7. Es zeigt sich auf allen Ebenen immer deutlicher, dass Politik nicht von Menschen (sog. Politikern) sondern von Interessen gemacht werden darf/muss.
    Denn Politiker haben immer auch Eigeninteressen, die nicht dem Interesse der Interessengruppen entsprechen.
    Dadurch entsteht IMMER ein Interessenkonflikt.

    Politik, die von Interessen gemacht wird, ist stets direkte Politik, also ohne Interessenvermittler/Vermeintliche Repräsentanten von Interessen/(Partei)Politiker.

    Wenn Politik die Wahrheit bzw. die wirklichen Interessen abbilden soll, dann gelingt das nur, wenn die Willenskundgebung des einzelnen Menschen direkt erfolgt.

  8. Es ist furchtbar, was jetzt auch mit der Linkspartei in aller Öffentlichkeit geschieht. Nun ist es eindeutig klar, dass keine politische Partei in Deutschland mehr dem allgemeinen niederträchtigen vergiftetenden geistigen Sog genügend entgegenzusetzen hat.
    Die negative Kettenreaktion nimmt ihren unbarmherzigen Lauf. Es läuft alles wie eh und je in der Geschichte der Menschheit. Nur, dass der bisherige Teufelskreis jetzt nicht mehr nur als Kreis betrachtet werden kann, sondern als abwärtige Schraubbewegung, da die Vergiftung des Lebens auf allen Ebenen stattfindet und die Heilkräfte der gesamten Natur dadurch lahmgelegt werden. Welchen Halt haben wir jetzt noch?

    • Solange es noch solche klugen Kommentare und Kommentatore(ine)n gibt ist mir vor der Zukunft nicht ganz so bange !
      Ich kann teilw. die Verzweiflung verstehen die einen befällt , wenn man über das Übel diese Parteienlandschaft nach solchen Ereignissen nachdenkt , aber uns bleibt die Hoffnung das der Einzelne sich findet und gegen den Gruppenzwang der Parteidisziplin ( man erinnere sich nur an das kommunistische Lied “ Die Partei ,diese dann auch die Partei hat immer Recht…)diese auch dann verlässt , denn zu Schwarmintelligenz ist dieses System nicht fähig !
      Sodaß nur Persönlichkeiten mit einem guten Talent und ehrlichen Charakter wählbar sind , die keiner Partei Ideologie unterliegen. Aber ich meine nach dem alten Motto “ Es ist Krieg und keiner geht hin !“ sollten wir besser darauf setzen :
      Es ist Wahl und keiner geht hin setzten und sehen was dann passiert !? Ich war nicht zur Wahl , weil man von denen Niemand mehr trauen kann ! Stellt Euch vor Politik ist Ehrenamt und nur mit einer Aufwandsentschädigung verbunden !
      Wer von diesen Leuten würde sich dann noch zur Wahl stellen ?

  9. Der Parteivorstand der Linken hat WAS? Die haben doch den Schuss wahrhaftig nicht gehört!
    Betätigen sich hier als Steigbügelhalter für die AfD. Die ganze Zeit hab ich sie noch gewählt, einzig um den anderen die Prozente nicht zu schenken. Aber so traurig es ist, das hat sich jetzt erledigt. Was für ne Gurkentruppe!

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