Wer und was steckt hinter „Pfingsten in Berlin“? | Von Jochen Mitschka

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Aktuell werden bundesweit Menschen mobilisiert, zu Pfingsten nach Berlin zu kommen, um dort lautstark aber hoffentlich wie sonst auch friedlich ihre Stimme für die Grundrechte zu erheben. Geplant sind vier Tage Programm, was ab Dienstag passiert, bleibt offen, sagen die Veranstalter. Anfangen soll es mit Autokorsos am Freitag. Dann plant man einen Sternmarsch auf vier Routen mit Abschluss-Kundgebung, und schließlich eine Großdemo auf fünf Bühnen am Sonntag synchronisiert mit 17 Stadtteildemos in ganz Berlin, vermutlich um nicht wieder in der Falle “Abstandhalten” gefangen zu werden. So hat sich das kleine Veranstaltungsteam ambitionierte Ziele gesetzt.

Nachdem seit Jahren die Verfassungsrichter systematisch durch die “staatstragendenden” Parteien eingesetzt wurden (was man dankenswerterweise bei Wikipedia nachlesen kann (1), und sogar ein wichtiger ehemaliger Politiker die Leitung des 1. Senats übernommen hat (2), wurde durch sein Urteil im Eilantrag gegen das neueste Ermächtigungsgesetz (3) nun für alle deutlich, dass es in Deutschland keine Gewaltenteilung mehr gibt.

Unter dem Motto „Pfingsten in Berlin 2021 – Es reicht! Grundrechte sind nicht verhandelbar“, wollen sich die Veranstalter vom 21.-24. Mai in Berlin “die Grundrechte zurückholen“. Nun wissen wir ja, Achtung Satire, dass solche Forderungen ein Zeichen für ganz Rechte und so genannte Verschwörungstheoretiker sind. Nachdem ich selbst als Redner eingeladen war, habe ich mir diese Veranstaltung und ihre Organisatoren näher angesehen, auch wenn ich nicht in der Lage bin nach Berlin zu kommen.

Das Manifest von „Pfingsten in Berlin

Das Manifest macht meiner Meinung nach deutlich, dass der Protest aus der Mitte der Gesellschaft stammt. Gefordert werden

  1. die Rücknahme aller Änderungen des Infektionsschutzgesetzes seit 18.11.2020. (Damit ist offensichtlich nicht nur die Wiederherstellung des Föderalismus, sondern auch die Anerkennung der anderen “ausgesetzten” Grundrechte gemeint.)
  2. die vollständige Wiederherstellung der Grundrechte.
  3. das Recht auf selbstbestimmten Umgang mit unserem Körper ohne Gefahr gesellschaftlicher Diskriminierung. (Damit ist sicher gemeint, dass Zwangsimpfungen, auch durch die Hintertür gesellschaftlicher Zwänge, nicht erlaubt sein dürfen. Ebenso wie der Europarat das ja beschlossen hatte.)
  4. den Schutz der Kinder vor Isolation, Repressalien und unerwünschten medizinischen Eingriffen durch den Staat. (Wer hat nicht von Drohungen gehört, Kinder den Eltern wegzunehmen, sollten sie nicht sogar innerhalb der Familie in Quarantäne gehalten werden.)
  5. die eigenverantwortliche Regelung des Umgangs mit alten oder kranken Familienangehörigen und Freunden. (Sollen alte Menschen wirklich in Einzelhaft gehalten werden, “um sie zu schützen”, auch gegen ihren Willen?)
  6. das sofortige Ende der sich abzeichnenden Zweiklassengesellschaft. (Grundrechte sind keine Gnadenakte von Regierenden, sondern Regierende müssen sich dafür verantworten, wenn sie Grundrechte einschränken.)
  7. die sofortige uneingeschränkte Öffnung von Handel, Dienstleistungen, Gastronomie und Kultur
  8. die Unterstützung von Klein- und Mittelbetrieben sowie die Förderung der regionalen Landwirtschaft
  9. unabhängige wissenschaftsbasierte Entscheidungen. (Damit dürfte gemeint sein, dass es nicht angeht, dass nur Wissenschaft anerkannt wird, wenn sie sich im Sinne der Regierenden äußert. Sobald diese aber eine andere Meinung vertritt, nicht mehr in den Diskurs zugelassen wird. Nur wenn These, Antithese und Synthese erlaubt sind, kann man von “Wissenschaft” sprechen.)
  10. eine zensurfreie Presse sowie Meinungsfreiheit in allen Medien
  11. das Ende medialer Angstkampagnen
  12. dass alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden

Der Hauptslogan der Veranstalter lautet: „Wir sind der Souverän und haben das Recht dazu. Politiker sind die Repräsentanten und haben sich an unsere Forderungen zu halten! Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“. Sie verweisen auf GG Artikel 20 Abs. 2

Was die deutschen politischen Parteien ja offensichtlich anders sehen, denn sie verweigern uns schon immer, über eine Verfassung oder sogar Änderung des Grundgesetzes abzustimmen. Mit anderen Worten, die Diener des Volkes schreiben sich selbst die Regeln, so wie sie ihnen am besten passen.

Demonstrationen & Kundgebungen

Am Samstag den 22.05.21 sind vier laute Märsche zur Siegessäule geplant. Ab 11 Uhr beginnt die Aufstellung, Startzeit aller Märsche ist 12:00 Uhr. Die Startpunkte sind nach Regionen organisiert, die Demonstrationsstrecke ist ca. 9 km lang. Die „Route West“ trifft sich am “Olympischer Platz” vor dem Olympia Stadion, wo sich  Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen & Bremen sammeln. Die „Route Ost“ startet in der Mühlenstraße Höhe Mercedes Benz Arena – S Warschauer Straße für Teilnehmer aus Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Teilnehmer aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sammeln sich bei der „Route Nord“ an Scharnweber Straße zwischen U Scharnweber Str. und U Kurt-Schumacher-Platz. Und die Bayern, Rheinland-Pfälzer, Baden-Württemberger und Saarländer sind auf der Route Süd zu finden, die an der  S+U Steglitz Schloßstrasse beginnt. Berliner sollen sich dort anschließen, wo sie ansässig sind.

Es wurde angekündigt, dass es bereits während der Demonstrationszüge von den vier Begleit-LKWs ein informatives Programm geben wird, das von Anwälten, Ärzten, Eltern, Journalisten, Polizisten, politisch engagierten Menschen und Musikern gestaltet wird. Für die Abschlusskundgebung an der Siegessäule haben u.a. Dirk Pohlmann, Jens Rodrian, Markus Fiedler, Ralf Ludwig und Uli Masuth zugesagt.

Am Sonntag werden fünf mobile Bühnen zwischen Brandenburger Tor – Siegessäule und S Tiergarten aufgestellt. Auf den Bühnen erwarten die Teilnehmer von 13 bis 19 Uhr viele Informationen, alle wichtigen Themenbereiche dieser Zeit werden adressiert, so die Ankündigung der Organisatoren. Um für eine gleichmäßige Verteilung der Teilnehmer zu sorgen, werden auch die Bühnen nach Bundesländern aufgeteilt. Montags sind Demonstrationen in 17 Stadtteilen vorgesehen, wobei das Programm vor Ort von den Verantwortlichen aus den Bundesländern gestaltet wird. Weitere Details zum Programm sollen in Kürze auf der Homepage zu finden sein.

Gemeinsam gegen die Spaltung

Ziel der Veranstalter ist es nach ihrer Aussage, dass alle Menschen gemeinsam für ihre Rechte auf die Straße gehen können. Darum sind Nationalfahnen, Parteifahnen sowie alle extremistischen Symbole grundsätzlich nicht erwünscht. Begründet wird das damit, dass man alle Menschen unabhängig von ihrer jeweiligen Position gewinnen will.

Mit Fahnen und Symbolen dagegen grenzt man sich von anderen Menschen ab. Unternehmer und Sozialhilfe-Empfänger findet man selten gemeinsam auf der Straße. Türken demonstrieren nicht gemeinsam mit Kurden, Linke wollen nicht mit Rechten gemeinsam protestieren. Bürgerliche tun sich schwer mit kiffenden Hippies. Statt Brücken zu bauen, wird Spaltung vertieft. Diese Spaltung will man zu Pfingsten in Berlin mit „Pfingsten in Berlin“ überwinden. Setzen Millionen als Menschen gemeinsam ein Zeichen, können sie von der Politik nicht weiter ignoriert werden.

Die Organisation dahinter, die keine ist

Das Organisationsteam hinter „Pfingsten in Berlin“ besteht aus acht Menschen, die sich zum großen Teil schon seit Jahren kennen, aber keiner Partei, Organisation oder festen Struktur angehören. Fast alle setzen sich spätestens seit den Friedensmahnwachen 2014 für Frieden, ein gerechteres Wirtschaftssystem, Gerechtigkeit und eine solidarischere Gesellschaft ein. Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit – das Motto der Friedensmahnwachen – hat im Corona-Jahr 2020 besondere Bedeutung gewonnen und die Gruppe noch enger zusammengeschweißt.

Bereits am 30. Mai 2020 veranstaltete das Team mit Unterstützung von Ralf Ludwig die erste offiziell genehmigte Kundgebung in Berlin „Kündigt Ramstein Air Base“ – bis zu diesem Zeitpunkt waren seitens der Stadt alle Veranstaltungen untersagt gewesen. Corona spielte an dem Tag nur eine untergeordnete Rolle, wobei einige Sprecher das Thema bereits aufgriffen. Im Sommer waren alle bei den großen Berliner Demonstrationen am 1.8. und 29.8. dabei, die Auflösung durch die Polizei sowie das Framing als „Rechts“ aufgrund vereinzelter Reichsfahnen machte den Aktivisten deutlich, dass neue Ansätze gefragt sind, äußerten Sie mir in Gesprächen.

Mit den „Schweigemärschen“ entwickelte die Gruppe ein Konzept, das mit „Schwarzen Wahrheiten“ arbeitete. Der Protest unter strikter Einhaltung jeglicher Vorgaben, mit schwarzen Masken, schweigend und unter Verzicht auf jedwede Symbolik erlaubte es auch Menschen, die in ihrem Leben noch nie auf einer Demonstration waren, ihren Protest gegen die überzogenen Maßnahmen deutlich zu machen.

Nach mehreren Schweigemärschen in Berlin und über 20 Städten im gesamten Bundesgebiet sowie Linz und Wien in Österreich, die wie alle anderen Proteste von den politisch Verantwortlichen komplett ignoriert wurden, entschied sich die Gruppe, mit „Pfingsten in Berlin“ ein deutlicheres Zeichen zu setzen. Dabei setzt man auf die Zusammenarbeit mit allen aktiven Organisationen in Deutschland, die das Manifest mittragen können und wollen.

Die Menschen dahinter

In kurzen Interviews erfuhr ich, wofür die Menschen stehen und was sie motiviert, diesen Protest zu organisieren.

Andrea Drescher kam im Juli 1961 in Berlin zur Welt, wuchs aber im Rhein-Main-Gebiet auf und lebt seit über 20 Jahren in Oberösterreich. Sie ist Unternehmensberaterin, Informatikerin, Selbstversorgerin, Friedensaktivistin, unabhängige Journalistin für verschiedene Online-Medien, Autorin u.a. www.menschen-mit-mut.eu, Übersetzerin für alternative Medienprojekte sowie aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln seit ihrer Jugend überzeugte Antifaschistin. Sie habe gelernt, alles erst einmal in Frage zu stellen. Außerdem wüsste sie, was ein Immunsystem leistet.

Sie erzählte mir, dass sie begann an der Gefährlichkeit der Krankheit zu zweifeln, als man erklärte, dass Einsperren zu Hause vor Erkrankung schützt, aber nichts empfahl, was das Immunsystem förderte. Als man behauptete, dass das Leben der Alten unbedingt schützenswert sei, – obwohl man keine Probleme hat, Rentner obdachlos werden und Flaschen sammeln bzw. in Pflegeheimen dahinvegetieren zu lassen – wäre ihr klar geworden, dass hier massiv gelogen wurde. “Zu viele Menschen wurden in die Angst getrieben und glauben diese Lügen. Demonstrationen sind eine Form der ‘Öffentlichkeitsarbeit’ gegen diese Lügen”, sagte sie mir.

Andrea Feuer, Jahrgang 1971 stammt aus Berlin, wo sie immer noch lebt. Die geschiedene Mutter zweier Kinder ist zahnmedizinische Fachangestellte von Beruf, den sie in einer ganzheitlichen Praxis ausübt. Daher hat sie sich über die Jahre intensiv mit Naturheilkunde und Homöopathie beschäftigt. Das Thema, das die Friedensaktivistin seit Jahren begleitet, ist Impfung. Sie erklärte, schon seit 2014 politisch aktiv zu sein. Angefangen hätte es mit den Friedensmahnwachen und Demonstrationen über TTIP und Monsanto.

2016 als sich eine Impfpflicht für Deutschland abzeichnete, hatte sie den Impfkritischen Verein „Netzwerk Impfentscheid Deutschland” gegründet. Seither setze sie sich für eine „freie Impfentscheidung gegen Zwangsmaßnahmen“ eines jeden Menschen ein und hätte zahlreiche bundesweit impfkritische Demos organisiert. “Jeder Mensch hat ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und ein Recht auf freie Entfaltung. Pfingsten ist für mich besonders wichtig, da die Corona-Maßnahmen unser aller Freiheitsrechte massiv einschränken. Grundrechte sind Grundrechte und dürfen nicht an Maßnahmen gekoppelt werden.” Das war ihre Kernaussage mir gegenüber.

Andreas Mertens, Jahrgang 1963, ist ein Berliner Urgestein. Der Groß- und Außenhandelskaufmann und selbstständige Unternehmer verbringt seine Zeit mit seiner Lebensgefährtin, seiner Tochter, seinem Hund und seinen Friedensfreunden. Die Organisation von Friedensdemonstrationen sowie soziale Projekte wie die Winterhilfe am Alex sind für ihn Herzensangelegenheiten. Sein Motto: Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. Politisch aktiv wäre er seit 1982, “das fing in Bonn mit Protest gegen den Nato-Doppelbeschluss an”. In den letzten Jahren, so erzählte er, war er bei den Friedensmahnwachen, bei Kündigt Ramstein Airbase, und vom ersten Tag auf den Demos gegen die Einschränkung der  Grundrechte aktiv. “Ich habe viele Demos selbst organisiert, die eines gemein hatten: Sie gingen  in jede Richtung nur nicht nach rechts, auch wenn das über die Corona-Proteste behauptet wird. Die Maßnahmen greifen unverhältnismäßig in unser Leben ein, dabei  scheint es um etwas anderes zu gehen. Pfingsten in Berlin entstand aus den bundesweiten Schweigemärschen. Ich hatte einfach keine Kraft mehr zu Schweigen.” So der Originalton Andreas Mertens.

Frau Dr. Javid-Kistel kam 1966 in Gardelegen in Sachsen-Anhalt zur Welt und hat drei erwachsene Kinder und vier Enkel. Noch im September 1989 floh sie aus der DDR, da sie nicht an einen friedlichen Wandel glaubte. Aufgrund eigener positiver Erfahrungen absolvierte sie nach dem Medizinstudium eine dreijährige Zusatzausbildung „Homöopathie für Ärzte“ und betreibt seit 1998 eine homöopathische Privatpraxis.

Was Sie antreibt, beschrieb sie so:

Ich war zwar immer kritisch, pazifistisch und habe meine Meinung vertreten, bin aber erstmals 2019 aufgrund der Masernimpfpflicht auf Demonstrationen gegangen. Jetzt geht es um meine Patienten, Kinder und Enkelkinder, da muss ich als Ärztin meine Stimme erheben. Körperliche Unversehrtheit, das Recht auf medizinische Selbstbestimmung und die freie Impfentscheidung stehen zur Disposition. Ich bin von Tag zu Tag entsetzter, was passiert. Maskenpflicht, Testpflicht, defacto Impfpflicht – die Entrechtung der Nichtgeimpften steht im Widerspruch zum Nürnberger Kodex. Jetzt wollen sie ab Juni schon 12-jährige und ab Herbst Babys impfen. Darum spreche ich fast ständig auf Demonstrationen. Pfingsten in Berlin sehe ich als große Chance. Ganz viele Menschen müssen zeigen, dass es so nicht weitergeht, dass wir nicht einverstanden sind.

Christian Volgmann, Jahrgang 1964, ist in Bielefeld geboren und 1993 nach Köln zu seiner zukünftigen Frau gezogen. Der gelernte Werbetechniker war bis 2018 selbständig. Ein Burnout zwang ihn dazu, es ruhiger angehen zu lassen und erleichterte die Entscheidung nach Mecklenburg zu ziehen, was er nicht eine Sekunde bereute. Er war der Ideengeber der Friedensfahrzeuge.

Ich fühle mich leider immer wieder bestätigt, da meine Befürchtungen seit April 2020 immer mehr zur Realität werden. Ob es die Reisebeschränkungen sind, Privilegien für Geimpfte oder auch die Einschränkung der Grundrechte etc. betrifft: Vieles hat sich bewahrheitet. Wenn der Rest auch noch eintreten sollte, den ich vor Augen habe – dann Gute Nacht Deutschland. Deshalb müssen wir ALLE auf die Straße!“

Michael Kottwitz aka. Mitsch Kotten, geboren 1982 in Zehdenick, wohnhaft in Berlin, ist als Unternehmensberater und Steuerfachangestellter tätig. In seiner Freizeit trifft er sich mit Freunden, macht Sport und geht viel in der Natur wandern. Er liebt es anderen zu helfen und deren Freude zu sehen, erklärter er mir.

Tief in mir habe ich schon immer Dinge hinterfragt. Im Zuge der bundesweiten Friedensmahnwachen 2014-2019 habe ich endgültig den politischen Aktivismus für mich entdeckt und war dort all die Jahre die versöhnliche, aber auch sehr freiheitliche Stimme. Das Eigentum des anderen zu achten, besonders das am eigenen Körper ist immer noch mein Leitsatz. In Zeiten massiver willkürlicher Grundrechtseinschränkungen, fühle ich mich als Menschenfreund und in meiner freiheitlichen Weltanschauung gefordert, weiterhin aktiv für Menschenrechte einzutreten. Pfingsten in Berlin, ist für mich ein besonderes Projekt, bei dem verschiedenste Individuen freiwillig und friedlich zusammenfinden, um gemeinsam für ihre Menschenrechte einzustehen. Ein Familientreffen.

Interessant an seiner Aussage ist die Verbindung von “Recht auf Eigentum” und “körperliche Unversehrtheit“. Was ich so noch nicht gehört hatte.

Norbert Voß, Jahrgang 1951, geb. in der Region Münster/Osnabrück, lebt seit 1970 in Berlin. Als Tragwerksplaner und Architekt arbeitet er seit 1980 selbständig. Sein bürgerschaftliches Engagement zeigt er regional als Vorsitzender des Vereins „Bürger für den Lietzensee e.V.“ Politisch setzt er sich seit 2014 für Basisdemokratie ein. Er ist Friedensaktivist. Ohne Fernseher verbringt er freie Zeit mit Motorradfahren, Langlauf, Gitarre spielen, Bildhauerei, Kochen zur gesunden Ernährung und Sport.

Er erklärte mir: “Die Moderation der letzten Jahre der Montagsmahnwachen erforderten tieferes Auseinandersetzen. Als Genossenschaftler der taz, redaktionell ohne Mitspracherecht, sind Genossenschaften ein Modell mit Zukunft! Altmedien vernachlässigen ihre Pflicht, außerparlamentarische, 4. Gewalt, zu sein. Eigenes Recherchieren, Videos sehen, Bücher lesen, neue, freie Medien, von Journalisten mit der Frage gegründet: ‘Was ist der Grund für gerade dieses politische Handeln?’ wird zwingend erforderlich! Zitat Hannah Arendt: ‘Niemand hat das Recht zu gehorchen!’

Als Anmelder eines Schweigemarsches, nach Reden, so erzählte er mir, erfolgten “gute Gespräche mit Polizei, Medien, mit Zuhörern“. Die Regierungsmaßnahmen, flankiert von den Altmedien, strotzen vor “Ungereimtheiten“, sind Willkür, meint er. Nach Schweigemärschen drängten nun die Teilnehmer zu Größerem.

Silke Volgmann, Jahrgang 1965, ist vor einigen Jahren von Köln nach Mecklenburg Vorpommern gezogen. Sie hat 28 Jahre als selbständige Werbetechnikerin gearbeitet und ist seit 2000 bis heute als Musikverlegerin tätig. Neugierig, humorvoll und mit ganzem Herzen für den Frieden unterwegs, engagiert sie sich in zahlreichen Projekten und rief u.a. die „Friedensfahrzeuge“ mit ins Leben.

“Seit 2003 bin ich politisch ‘wach’, aktiv seit 2015 als ich auf die Mahnwachen in Köln stieß. Dann ging es Schlag auf Schlag: die Verbreitung von Free21, die Teilnahme an der Druschba-Fahrt 2016 und 2017 sowie Unterstützung der Friedensbrücke Kriegsopferhilfe. „Pfingsten in Berlin“ ist die 3. Großveranstaltung, bei der ich zu den Initiatoren gehöre. Das musste sein.”

Die Corona-Maßnahmen entbehrten jeglicher Grundlage, erklärte sie mir, sie würden sich widersprechen, und wären unlogisch.

“‘Pfingsten in Berlin’ ist für mich eine neue Möglichkeit und der feste Glaube daran, dass wir weitere Menschen dazu bewegen können, auf die Straße zu gehen und insbesondere, denen die Augen zu öffnen, die in ihrem Inneren spüren, dass etwas nicht stimmt.

Mein Fazit

Ich persönlich kann leider zu Pfingsten nicht nach Berlin fahren, wäre aber sehr gerne dabei. Denn ich glaube, dass ein Einsatz für Grundrechte und inneren wie äußeren Frieden das Engagement wert sind. Aber ich drücke uns allen die Daumen, dass der Plan aufgeht und sich wirklich Millionen Menschen auf nach Berlin machen, um den Verantwortlichen zu sagen: „Es reicht!“ Wir wollen keine Spaltung der Gesellschaft, und wir wollen, dass ihr akzeptiert, dass die Gewalt der Regierenden nur von uns geliehen ist.

Weitere Infos und Kanäle:

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Quellen:

  1. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesverfassungsgericht#Erster_Senat “nominiert von” und “gewählt von”.
  2. https://www.nachdenkseiten.de/?p=59130
  3. https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2021/05/rs20210505_1bvr078121.html

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien am 08. Mai 2021 im Rubikon – Magazin für die kritische Masse

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Bildquelle:    ©PfingstenInBerlin

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12 Kommentare zu: “Wer und was steckt hinter „Pfingsten in Berlin“? | Von Jochen Mitschka

  1. Rantanplan sagt:

    Bin schon gespannt wie sich die Proteste weiterentwickeln und wo sich die Community sammelt wenn erst alle im Sommer in den Urlaub gefahren sind und die Pandemie weitestgehend überstanden ist weil viele geimpft wurden oder genesen sind.
    Wie sich die einzelnen Gruppen gegenseitig feiern und auf die Schulter klopfen dass man das Regime und die Diktatur besiegt hätte.
    Weil jetzt die Politiker die Corona-Lüge zurück nehmen mussten ohne dabei ihr Gesicht zu verlieren.
    Dass ganz Deutschland jetzt wieder in Freiheit leben kann und dass alle Deutschen auf die Protestler stolz sein könnten weil sie den Kahn noch mal umgebogen haben.

  2. Wolf-Im-Scharfspelz sagt:

    Zitat:
    Gleichheit ohne Freiheit ist ein Gefängnis.
    Freiheit ohne Gleichheit ist ein Jungle.

    Eine Analogie zum Staat, ja Staat, der besteht aus dem Menschen die ihn bilden, einem Regelwerk das dass Zusammenleben dieser Menschen im Grunde "organisiert".
    Wenn man sich den Staat mit seinen Regeln nun als einfache Ziegelwand vorstellt, dann sind die Ziegel ein Symbol für die Menschen, der Zement in den Fugen ist ein Symbol für zwischenmenschlichen Beziehungen, das Fundament ein Symbol für die Gesetze, beginnend beim Grundgesetz.
    Nun wenn man zulässt das vertreter der Ziegelsteine das Fundament zerstören, dann bröckeln die Fugen und Ziegelsteine werden aus der Wand fallen und zerbrechen und dann die Wand an sich.

    Es sollte jeder Mensch in seinem eigenen Interesse gut daran tun das Grundgesetz zu schützen, egal wie damit wir wieder normale zwischenmenschliche Beziehungen haben und unseren Staat so organisieren das abgehobene Vertreter der Menschen nicht wieder am Grundgesetz und Gesetz herum erodieren.

    Jede Form von Widerstand muss genutzt werden, wenn wir verhindern wollen das der Staat in seinem Grunde bestehen bleibt.

  3. Isabelle Emcke sagt:

    http://stateofthenation.co/?p=65194

  4. Rolf Theus sagt:

    Wir müssen jeden, wirklich jeden Widerstand, der sich offensichtlich und unmissverständlich gegen das Corona-Maßnahmen-Regime richtet, unterstützen.
    Erst Recht, wenn er sich ausschließlich gegen dieses verbrecherische Corona-Maßnahmen-Regime richtet, wie das hier der Fall ist, um maximalen Widerstand zu organisieren.
    Es kommt so zu einem breiten Widerstand, der alle Kräfte gegen dieses Regime umfasst.
    Der Widerstand muss ihnen um die Ohren fliegen.

    • Rolf Theus sagt:

      ausschliesslich offensichtliche Gewalttäter natürlich.

    • P.Nibel sagt:

      Widerstand – was für Widerstand? Die Leute tun doch nichts Verbotenes!

    • Norbobot sagt:

      @P.Nibel: beim Wort 'Widerstand' zwängt sich mir heutzutage immer die Vision eines demonstrierenden Spartacus auf? wie weit wäre er wohl mit friedlichen Schweigemärschen gekommen? Soweit ich im Geschichtsunterricht nicht geschlafen habe, wurde nie etwas gewaltlos geändert. Und wenn wir aktuell die menschenverachtende Gewalt der Eliten zu spüren bekommen, fehlt mir persönlich der Glaube an Demonstrationen.

    • P.Nibel sagt:

      @Norbobot
      Die Löwen interessiert es nicht, ob du ein guter Christ bist – die inreressieren sich nur für deinen Bodimass-Index! 😀

  5. Nevyn sagt:

    Ich erinnere mich an eine Fabel aus dem Büchlein "Der Esel als Amtmann"
    "In meinem Reich" sagte der Löwe "herrscht Meinungsfreiheit. Bei mir kann jeder sagen, was ich denke."
    Das ist aber heute nicht mehr gültig. Wer sagt, was die Herrschenden wirklich denken, hat ein echtes Problem. Er soll sagen, was ER denken soll, was ihm also zugedacht ist.

  6. P.Nibel sagt:

    Ich bin auch für die Forderungen, die hier gestellt werden, aber ich würde sie nicht fordern, denn warum sollte die Regierung diesen Forderungen nachkommen? Diese Forderungen zu stellen, ist reine Selbstbeweihräucherung!

    Wenn wir Meinungsfreiheit hätten, dann könnte ich das Problem, unter dem wir leiden, deutlich bennenen – also demonstriert für Meinungsfreiheit! Ohne Meinungsfreiheit kann man seine anderen Rechte gar nicht verteidigen.

    Wer Fahnen verbietet, der will nicht die Spaltung der Gesellschaft überwinden, sondern will sie bloß unsichtbar machen!
    In Wirklichkeit sind da also nur Leute erwünscht, die überhaupt keine eigene Meinung haben – das kenne ich schon!
    Ein Happening für Mitläufer, die auch ohne Meinungsfreiheit auskommen – davon bekommt man leicht eine Million zusammen!

    Ich wäre diesen Leuten nicht böse, wenn sie mich nicht mit in die Scheiße reiten würden, aber da sie das tun, bin ich ihnen böse! Sie machen keine Opposition – sie verhindern Opposition, denn Opposition braucht Inhalte und nicht nur ein schickes Rüschenhemd!

    • Karsten Haffer sagt:

      Dieser Kommentar ist äußerst unfair. Unter Punkt 10 wird explizit die Meinungsfreiheit in allen Medien gefordert.
      Was bedeutet es denn 'auch für die Forderungen zu sein'? Dann fordert man sie doch. Oder nicht?
      'Ohne Meinungsfreiheit kann man seine anderen Rechte nicht verteidigen.' – Das mag sein, aber es geht hier nicht um das Verteidigen unserer Rechte sondern um das sofortige Wiedereinsetzen!
      Fahnen oder Parteisymbole sind nicht erwünscht ('verboten' sind sie übrigens nicht), damit alle gemeinsam, über alle Zugehörigkeiten zu einzelnen Parteien oder Organisationen hinweg, demonstrieren. Dieser gemeinsame (friedliche) Massenprotest auf der Straße ist eine unabdingbare Notwendigkeit, dem Handeln der Regierung erfolgreich Einhalt zu gebieten.
      'Mitläufer, die ohne Meinungsfreiheit auskommen' werden sich wohl kaum zu einer Großdemo mit diesen klar definierten Forderungen aufraffen. Das ist purer Blödsinn.
      Der letzte Absatz ist völlig falsch und geradezu boshaft. Wie sollte denn Opposition aussehen oder stattfinden? Mit Kalaschnikow o.ä.? Wenn man friedlichen Protest als unnütz ablehnt, selbst aber (vermutlich) gar nichts tut, sollte man sich nicht auch noch darin versteigen, statt der Regierung, die Menschen, die gegen das Unrecht gemeinsam auf die Straße gehen, verantwortlich für 'seine eigene Scheiße' zu machen.
      Ich hoffe, dass es ein unübersehbar großer Protest wird, der nicht mehr ignoriert werden kann. Weder von der Politik noch von den Medien!

    • P.Nibel sagt:

      @Karsten
      Nein, es ist nicht unfair, weil ich auch gesagt habe, dass Opposition Inhalte braucht. Eine Liste von wohlklingenden Begriffen zu erstellen, ist kein Inhalt! Wenn jemand für die Freilassung von Ursula Haverbeck demonstriert (falls die noch lebt), dann glaube ich ihm, dass er für Meinungsfreiheit ist – sonst nicht! Da die Organisatorin dieser Demo jüdische Wurzeln hat, vermute ich aber, dass sie lieber die Meinungshoheit behalten will, anstatt Meinungsfreiheit für alle zu fordern.
      Vom Holocaust darf man ja sooft und solange reden, wie man will und damit verhindern, dass die Deutschen Selbstbewusstsein entwickeln und sich für ihre Rechte grademachen. Wer aber das Grundgefühl hat, dass er sich schon dafür entschuldigen muss, dass er überhaupt lebt, der bleibt sein Leben lang ein Sklave und wird niemals Rechte haben!

      Es ist der Liberalismus, der uns in die missliche Lage gebracht hat, in der wir jetzt stecken und dass das niemand begreift, liegt an der Manipulation der Meinung. Ich schau´mal kurz ins Fernsehprogramm von ZDFInfo:
      12.50 Komplizen des Bösen
      13.35 Komplizen des Bösen
      14.20 Komplizen des Bösen
      15.00 Komplizen des Bösen
      15.45 Komplizen des Bösen
      16.30 Komplizen des Bösen
      17.15 Komplizen des Bösen
      18.00 Komplizen des Bösen
      18.45 Komplizen des Bösen
      19.30 Komplizen des Bösen
      20.15 Bauplan des Bösen (Kim)
      21.00 Bauplan des Bösen (Mussolini)
      21.40 Bauplan des Bösen (Saddam)
      22.25 Bauplan des Bösen (Noriega)
      23.10 Bauplan des Bösen (Idi Amin)
      23.55 Bauplan des Bösen (Franco)

      Das ist Meinungsfreiheit mit jüdischen Wurzeln!

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