Wikipedia verliert vor Gericht – und denunziert weiter | Von Dirk Pohlmann

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Wikipedia wurde anlässlich seines 20-jährigen Bestehens gefeiert, als einzigartiges Internetprojekt, das von engagierten Autoren als offenes Wissensystem betrieben wird, bei dem jeder mitmachen kann, mit dem das Wissen der Welt kostenlos für alle Menschen zur Verfügung gestellt wird. Diese Botschaft wurde zum Beispiel, von sogenannten Qualitätsmedien wie der Süddeutschen Zeitung, von ARD und ZDF und sogar in einer Doku des wohl letzten funktionierenden öffentlich-rechtlichen Senders Arte in einer Art Dauerwerbesendung verbreitet.

Die Realität sieht anders aus. Die Wikipedia wird im politisch relevanten Teil von problematischen Polit-Kommissaren dominiert, besonders in Deutschland. Wikipedia hat strukturelle Probleme, sie ist ein Monopol mit Definitionsmacht und sie ist damit ein verfassungsrechtliches Problem. Die Geschehnisse der letzten Wochen beweisen diese Behauptung. Dazu gehört auch ein neues Zivilgerichtsurteil, mit dem der mittlerweile berühmt-berüchtigte Autor Feliks nach zwei weiteren verlorenen Prozessen zu 8.000 Schadenersatz plus weiterer 2.000 Euro Geldstrafe verurteilt wurde. Feliks hat angekündigt, in Berufung gehen zu wollen.

Der Sachverhalt muss erläutert werden, damit man ihn in seiner ganzen Problematik versteht.

2017 war mir Feliks das erste mal aufgefallen, als ich in einem anderen Zusammenhang das israelische Foltergefängnis “Anlage 1391” recherchierte, auch in der deutschen und englischen Wikipedia. Anlage 1391 wurde von verschiedenen israelischen Geheimdiensten betrieben. Man könnte es als das Vorbild für Abu Ghraib bezeichnen. Selbst der ehemalige Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Beth, Ami Ayalon, wollte mit den Grausamkeiten in Anlage 1391 nichts zu tun haben. Sein Kommentar: „Ich glaubte damals nicht und glaube heute nicht, dass es eine solche Anlage in einem demokratischen Staat geben sollte“.

Zu den Methoden, die dort angewandt wurden, gehörten nach Aussagen von Gefangenen unter anderem Einsperren in winzigen, mit Exkrementen verdreckten Zellen, Einzelhaft in Zellen, die mit einer Klimaanlage im Winter gekühlt und im Sommer geheizt wurden, Einzelhaft in konstanter Dunkelheit, Verhöre bei denen Gefangene von Männern oder mit Besenstielen vergewaltigt wurden und andere Foltermethoden. Über die Anlage 1391 gibt es sogar Medienberichte aus den in Wikipedia ausschließlich erlaubten sogenannten reputablen Quellen des Mainstreamjournalismus wie taz, Spiegel, Guardian, Newsweek oder auch einen Bericht des Folterausschusses der Vereinten Nationen. Nichts davon fand sich im deutschen Wikipedia-Eintrag, der unter der Aufsicht des Tatortreinigers Feliks stand.

In der Versionsgeschichte entdeckte ich, dass er im Sommer 2017 in der Einleitung selbst diese Passagen entfernt hatte: „Es existieren zahlreiche Hinweise und Zeugenaussagen zu Menschenrechtsverletzungen in der Anlage.“ Oder anderswo: „Danach ist den Inhaftierten, die zu 68% der Folter unterzogen werden, der Zugang zu Anwälten und das Wissen um den Ort des Aufenthaltes verwehrt.“ (…) „Es gibt fensterlose Isolationshaft in kleinen Zellen mit Dauerbeleuchtung, was als mentale Folter gilt und zum DDD Syndrom führt.“ Nachdem Feliks im Sinne des israelischen Sicherheitsstaates den Artikel gekärchert hatte, gab es nur noch ein Problem, das in epischer Breite dargelegt wird. Dass das Gefängnis nicht auf Landkarten zu finden war.

Markus Fiedler und ich stellten fest, dass Feliks zu den hyperaktiven Editoren in der Wikipedia zählte und sich vor allem damit beschäftigte, Mitglieder der Linkspartei entweder zu denunzieren oder zu beweihräuchern. Er verschönerte Aktionen des israelischen Sicherheitsstaates in der oben beschriebenen Weise. Er war eindeutig ein Mann mit einer Mission. In monatelanger Recherche gelang es uns herauszubekommen, wer da hinter der Maske der Anonymität in der Wikipedia und als Mitglied des intern so genannten Wikipedia-Politbüros manipulierte, des engsten Machtzirkels der Online-Enzyklopädie: Jörg Matthias Claudius Grünewald, vormals Egerer, er hatte seinen Namen geändert, offenbar nach einer Eheschließung, die er auch dazu nutzte, 2013 zum Judentum überzutreten.

Wir stellten fest, dass er einmal Bundestagskandidat der PDS in Bayern war, Mitglied der Linkspartei, Wehrdienstverweigerer und THW-Angehöriger in Deutschland, aber Freiwilliger der israelischen Streitkräfte in Israel, bereits vor seinem Religionswechsel, und dann versuchte, auch in der Bundeswehr Offizier zu werden. Seine Aktivitäten in der Wikipedia waren also die Verlagerung seiner erfolglosen politischen Tätigkeit in die Online-Enzyklopädie, wo er unter dem Deckmantel der lexikalischen Objektivität und unter Nutzung der Anonymität in der Wikipedia im Kreise von Gleichgesinnten eine ungleich größere Wirkung entfalten konnte; denn er konnte die Realitätswahrnehmung der gesamten deutschsprachigen Öffentlichkeit in den von ihm bearbeiteten Sinne manipulieren, so wie er aus dem Foltergefängnis Anlage 1391 ein Mustergefängnis des humanen Strafvollzugs machte.

Markus Fiedler und ich kündigten an, seine Identität zu veröffentlichen, und wurden von seinem Anwalt kontaktiert, wir hätten die Deanonymisierung zu unterlassen, oder es würde schlimme Konsequenzen für uns haben. Wir veröffentlichten und es hatte Konsequenzen. Jörg Grünewald setzte am Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen uns durch. Wir mussten alle Informationen über ihn wieder aus dem Internet entfernen. Seine Anonymität war ihm und der Wikipedia besonders wichtig, ein Kennzeichen, dass sich durch die gesamte Wikipedia-Affäre als roter Faden hindurchzieht.

Die Möglichkeit, als Heckenschütze gezielt gegen politische Gegner vorzugehen, ist ein Wesenselement der Wikipedia, die Anonymität der Schutzschild, der die Manipulation ermöglicht. Anonymität ermöglicht Verantwortungslosigkeit. Verantwortung bedeutet, die Konsequenzen für die eigenen Handlungen anzunehmen. In der Wikipedia gibt es keine Verantwortlichkeit. Die Wikipedia macht sogar Werbung damit, dass ihren Autoren juristisch keine Folgen drohen.

Die Anonymität ermöglicht auch, dass andere Wikipediaautoren sofort manipulativ einspringen können, falls der extrem seltene Fall eintritt, dass ein Wikipedia Autor enttarnt wird und er juristische Konsequenzen ertragen muss. Der meist immense Aufwand, herauszubekommen, gegen wen man eigentlich klagen muss, verhindert auf diese Weise wirksam, dass man sich gegen die immer neuen Denunzianten wehren kann. Für den Menschen, der in der Wikipedia denunziert wird, ist es eine Sisyphosarbeit sich zu wehren, er kämpft gegen eine unsichtbare Hydra, der immer wieder neue Köpfe nachwachsen, sobald einer abgeschlagen wurde.

Natürlich gibt es eine gute Coverstory zur Anonymität, die die Wikipedia vor sich herträgt. Die Anonymität schütze die Wikipedia-Autoren vor üblen Konsequenzen, zum Beispiel, wenn ein Autor in der Wikipedia über Geheimdienste oder Neonazis berichte und dann bedroht werde.

Der Fall Feliks und viele andere Manipulationen zeigen zwar, dass eher das Gegenteil der Fall ist, nämlich dass in der Wikipedia Geheimdienstnarrative geschützt werden, aber das ist nur ein Teil des Problems. Grundsätzlich muss man feststellen, dass die Anonymität genutzt wird, um denunzieren zu können, um Existenzen politischer Gegner zu beschädigen und zu vernichten. Die Wikipedia ist ein Pranger, an denen die Editoren ihre Gegner ohne jegliche Folgen für sich selbst anbinden können, wo sie ihn mit Jauche übergießen und dem Gespött der Öffentlichkeit aussetzen können.

Es ist richtig, dass Drohungen und Schlimmeres gegen Personen eingesetzt werden, die in der Öffentlichkeit stehen. Ich habe es selbst erlebt, als ich anfing, über die Wikipedia-Junta zu berichten. Das reichte von einer Morddrohung per E-Mail, deren Absender die Polizei nicht ermitteln konnte, bis zur konstanten Belästigung in der Öffentlichkeit, von teuren Gegenständen, die in meinem Namen bestellt wurden, die sich jemand anders liefern ließ und deren Inkassoforderungen bei mir landeten, von dubiosen Webseiten, auf denen ich eingetragen werde, wogegen ich mich juristisch wehren muss, von natürlich anonymen antideutschen Denuziations-Flugblättern, die verteilt werden, wenn ich einen Vortrag über die Wikipedia halte und vielen anderen Methoden der Zersetzung, denen man als Kritiker der Wikipedia ausgesetzt ist. Zum Beispiel, dass mein Wikipedia-Eintrag jetzt wieder zur Strafe für zu viele gewonnene Gerichtsverfahren denunziatiorisch bearbeitet wird. Ich habe nicht aus der Anonymität gearbeitet. Sie wird aber gegen mich genutzt. In der Wikipedia, die in diesem Fall zum anonymen Racheportal aus sehr persönlichen Motiven wird.

Sie wagen es, die Machenschaften einiger Wikipedia-Autoren öffentlich aufzudecken? Seien Sie darauf gefasst: Diese Wikipedia-Autoren haben viele Verbindungen und alle Möglichkeiten, sich dafür in der Wikipedia und über ihr nahestehende Journalisten zu rächen. Das sind die Ruhrbarone, Salonkolumnisten, sie arbeiten im Tagesspiegel, dem Deutschlandfunk, der Süddeutschen, dem Münchner Merkur, dem Online Portal SHZ, dem österreichischen Standard und vielen anderen Medien. Dabei hilft ihnen der Ruf, den Wikipedia fälschlicherweise hat, nämlich eine interessenlose und kostenlose Online-Enzyklopädie zu sein.

Dass die Anonymität in der Wikipedia vor allem mit der Sehnsucht nach folgenloser Denunziation zusammenhängt und nur sehr wenig mit ehrenwerten Motiven, kann man auch am Zusammenwirken von Wikipedia und Psiram nachweisen. Die beiden Webseiten sind technisch und personell eng verbunden. Die Psiram-Autoren sind auch in der Wikipedia oder in den Medien als Journalisten aktiv. Psiram ist eben kein Portal, dass unterdrückten und bedrohten Journalisten zur Publikation verhilft, die unter der Verfolgung totalitär agierender Staaten leiden – ein Beispiel wäre da Julian Assange.

Psiram ist eine ihrer klarsten Erscheinungsformen dieses Problems, nämlich eine anonyme, komplett illegale Denunziationsplattform, die über Umwege sogar staatlich unterstützt wird. Jeder Eintrag in Psiram dient der Zersetzung der darin behandelten Person oder Organisation, ausnahmslos. Keiner dient dem Schutz von Aufklärern vor Neonazis.

Der Sinn von Psiram ist die anonyme Denunziation weltanschaulicher Gegner bei gleichzeitigem Schutz der Denunzianten vor juristischen Konsequenzen. Der Sinn der Anonymität der Psiram-Autoren und der anonymen Wikipedia-Junta ist es, Verantwortungslosigkeit zu ermöglichen. Das ist die fast ausschließliche Wirklichkeit der Anonymitätsnutzung. Der vorgebliche Grund der Anonymität, der Schutz vor Übergriffen, ist demgegenüber so gut wie nicht existent.

Wenn aber ein Wikipedia-Autor aus gutem Grund de-anonymisiert wird, wie wir es bewusst im Fall Feliks getan haben, weil nur so bewiesen werden kann, was in der Wikipedia tatsächlich läuft, dann ist das Geheul bei den Denunzianten und der Wikipedia-Junta groß. Es wird außerdem immer noch bestritten, dass es so läuft, wie es läuft. Es wird weiter verschwiegen, dass es so läuft, wie es läuft, zum Beispiel in allen Mainstreammedien. Die Manipulation der hier gemeinten Editoren wird geschützt, nicht die Editoren vor Gewalt. Um auch das zu sagen: Es betrifft nicht alle Wikipedia-Autoren, sondern die Machtelite der Wikipedia.

In dem folgenden Gerichtsverfahren, das Feliks gegen uns angestrengt hatte und dass wir nach der einstweiligen Verfügung gegen uns herbeisehnten, verlor er. Wir konnten wieder über ihn berichten. Er ging in Berufung. Und verlor erneut. Beim zweiten Urteil des Oberlandesgerichtes Hamburg wurde Presserecht geschrieben. In dem Urteil wurde festgelegt, dass es kein Recht auf Anonymität für Wikipedia-Autoren gibt, die an politischen Auseinandersetzungen teilnehmen – und schon gar nicht für solche, die manipulieren.

In einem weiteren Zivilgerichtsverfahren wurde jetzt erneut Rechtsgeschichte geschrieben. Elias Davidsson, der im Verfahren gegen Feliks für uns aussagte und dessen Wikipedia-Eintrag Feliks deshalb zur Strafe noch einmal verschlimmerte, hat nun ebenfalls gegen Feliks alias Jörg Grünewald einen Prozess wegen Missachtung seiner Persönlichkeitsrechte gewonnen. Es ist das erste Mal überhaupt, dass in Deutschland ein Wikipedia-Autor zu Schadenersatz verurteilt wurde. Das Gericht verhängte eine besonders hohe Geldstrafe von 8.000 plus 2.000 Euro.

Arte schreibt dazu auf seiner Webseite: „Nach Angaben (der Richter) wurde der Wikipedia-Autor zuvor bereits in einem ähnlichen Fall vom Hamburger Landgericht im Zusammenhang mit “tendenziösen Bearbeitungen von Einträgen zum Nahostkonflikt“ verurteilt. Von diesen Beiträgen waren unter anderem Linken-Politiker und bekannte jüdische Persönlichkeiten betroffen. Eine Entschädigung sah das Koblenzer Landgericht unter anderem auch deshalb als angemessen an, weil der unter den Beiträgen leidende Kläger keine Möglichkeit zur Veröffentlichung einer Gegendarstellung gehabt habe. Auch die Dauer und das Ausmaß der Persönlichkeitsrechtsverletzungen spielte dabei eine Rolle. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.“

Was danach geschah, beweist die Wikipedia-Problematik erneut. Der Eintrag in Wikipedia wurde danach entsprechend des Urteils bereinigt. Der Wikipedia Autor Nillurcheier aber trug den Begriff danach sofort wieder ein und editierte den Wikipedia-Artikel von Elias Davidson und neuerdings immer umfangreicher in die alte Richtung „erfolgloser Verschwörungstheoretiker“. Nillurcheier ist ein Anagramm seines Realnamens Dr. Ulrich Leiner. Dr. Leiner ist Politiker der Grünen, 2. Bürgermeister der Gemeinde Haar bei München und nach eigenen Angaben sogar einer der Gründer der Grünen, wogegen die Gründerin Jutta Ditfurth mit dem Kommentar „Maulheld“ Einspruch erhob.

Als Markus Fiedler und ich seine Identität, seine Webseite und seine Aktivitäten veröffentlichten, schrieb ein Süddeutsche-Journalist und der Leiter der Lokalredaktion im Münchner Merkur jeweils Artikel, dass Leiner Opfer einer konzertierten Verleumdungskampagne werde. Leiner sprach von einem Shitstorm. Der anonyme Denunziant beklagte sich über anonyme Denunziation, der er ausgesetzt sei. Es würden sogar Rücktrittsforderungen an die Grünen geschickt! Die Süddeutsche Zeitung verortete Fiedler und mich ganz im Sinne von Wikipedia und frei erfunden im dubiosen rechten Lager und – natürlich – als Putin-Trolle.

Nicht so schön ist, dass der Süddeutsche-Journalist sehr eng mit Dr. Leiner – was sich in der Berichterstattung niederschlägt – und zum Beispiel eine Wahlkampfveranstaltungen von ihm moderiert hat.

Noch unschöner ist, dass die Vorgeschichte des Urteils nicht erwähnt wird und auch nicht, warum wir Dr. Leiners Klarnamen veröffentlicht haben, nämlich weil er sich in übelster Wikipedia-Manier über das Gerichtsurteil hinwegsetzte und weiter hinwegsetzt, jetzt mit medialer Deckung.

Dr. Leiner veröffentlichte den manipulativen Süddeutsche-Artikel auf seinem Facebook-Profil mit Dank für die „Klarstellung“. Einer der ersten Kommentare auf dem Facebookprofil von Dr. Leiner unter dem Posting lautete: “Gut, dass es für solche Fälle noch Psiram gibt.” Und Dr. Leiner gab ein Like dafür.

Markus Fiedler ist übrigens ein weiteres Opfer der Denunziationen aus dem Umkreis der Wikipedia-Junta und der ihr angeschlossenen antideutschen Batallione. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft schrieb einen sehr besorgten Brief an seine Schule, das Kultusministerium, den Bund der Waldorfschulen, den NDR, die taz und viele anderen Medien. Wie denn ein Verschörungstheoretiker wie Markus Fiedler, der in dem Brief auch noch in die Nähe des Antisemitismus gerückt wurde, als Biologie- und Musiklehrer an einer Waldorfschule angestellt sein könne.

Unter Beteiligung des Bundes der Waldorfschulen wurde Markus Fiedler deshalb die Auflösung seines Arbeitsvertrages kommentarlos in die Hand gedrückt. Der Bund der Waldorfschulen und die Waldorfschule Oldenburg haben meine Fragen zu dem Vorgang nicht beantwortet. Sie hoffen auf eine geräuschlose Beendigung der Angelegenheit und ihres Einknickens vor der Denunziation. Dieses Anbiedern angesichts von Machtdemonstrationen ist keine Seltenheit.

Ein Freund von Markus Fiedler schrieb einen vertraulichen Brief an Psiram, den das Portal sofort veröffentlichte: dass er sich von Markus Fiedler und dubiosen Figuren wie Ken Jebsen distanziere. Ob man ihn jetzt bitte nicht weiter in Psiram denunzieren werde?

Die Wikipedia in Gestalt ihres Autoren Feliks verliert einen Prozess nach dem anderen. Aber die Fraktion, der er angehört, siegt doch, mit Unterstützung der Medien. Markus Fiedler ist arbeitslos. Die Angst vor den McCarthy-Methoden von Wikipedia und Psiram beherrscht die Landschaft.

Man kann nur annehmen, dass das mit billigender Unterstützung des deutschen Staates stattfindet. Denn er geht nicht gegen Psiram vor. Er kümmert sich auch nicht als Gesetzgeber um das Problem des Monopolmanipulators Wikipedia. Er finanziert die Amadeu Antonio Stiftung mit über 1 Million, die Psiram in Seminaren und in Veröffentlichungen zur Nutzung an Schulen vorschlägt.

Was wohl geschehen würde, wenn wenn jemand ein ähnliches Portal wie Psiram betreiben würde, nur eben andersherum – eines, in dem transatlantische deutsche Politiker und ihre medialen Netzwerker denunziert würden?

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Annette Shaff / shutterstock

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18 Kommentare zu: “Wikipedia verliert vor Gericht – und denunziert weiter | Von Dirk Pohlmann

  1. zeno sagt:

    Dass die Anthroposophen, die freien Waldörfianer in den gleichen denunziatorischen Gestus wie die verurteilten Wikipedianer verfallen, ist überaus beschämend für die ganze Bewegung.
    Der Bund der Freien Waldorfschulen vermeldet, er beziehe
    " klar Stellung gegen jede Form der Diskriminierung, des Nationalismus und des Rassismus, nachzulesen in der sog. Stuttgarter Erklärung, verabschiedet im Jahr 2007 und im November 2020 überarbeitet. "
    "Zusätzlich hat der Bund der Freien Waldorfschulen 2019 den Arbeitskreis für eine offene Gesellschaft – gegen politischen Extremismus und Populismus eingerichtet ."
    Alles nur Makulatur? Versagen auf der ganzen Linie, wenn wohlklingende Worthülsen nicht mehr reichen, sondern entsprechend klares, verantwortungsvolles Handeln gefragt ist? Wenn diese hundertjährige Bewegung sich weiter so ambivalent verhält, statt ihre Konflikte zu lösen, dann
    ist für sie diese schicksalsträchtige Zeit der Beginn ihres Untergangs.

  2. Bunseok sagt:

    Als Wikihausen-Zuschauer waren mir die Fakten weitestgehend bekannt. Dass dieses Pack Erfolg mit der Denunziation und der folgenden Entlassung von Herrn Fiedler hatte, macht mich jedoch noch immer wütend.
    Ich glaube, es haben nicht wenige Leute bereits begriffen, dass Wikipedia auch eine Desinformations- Verleumdungsplattform ist. (Das betrifft ja auch andere Bereiche, mit denen Sie sich noch nicht befasst haben.)
    Das Problem ist, dass sie auch eine Lücke füllt. Sprich: Die meisten Leute wissen, dass da gelogen und manipuliert wird. Aber wenn man Informationen in verschiedenen Bereichen sucht, ist es der erste, schnellste Anlaufpunkt.
    Ich glaube, man kann Wikipedia nicht das Wasser durch Aufklärung alleine abgraben. Zu viele Spieler haben ein Interesse daran, dass die WP genau das bleibt, als was sie etabliert worden ist. Um ihren Einfluss zurechtzustutzen, bräuchte es eine Alternative, die besser funktioniert. D.h. eine Enzyklopädie im klassischen Sinne, mit Peer-Reviews, redaktioneller Steuerung, und Autoren, die sich mit Namen verantwortlich zeichnen. (Und Journalisten, die diese Berufsbezeichnung verdienen und für die Recherche mehr als twittern ist.)
    So etwas stampft man aber nicht selbst oder mit ein paar Freunden aus dem Boden. Es wurde sehr viel Geld und Aufwand darauf verwendet, diese Enyzklopädie alternativer Fakten zu kreieren und ihr zur Monopolstellung zu verhelfen. Die Frage ist, wie holen wir uns die Objektivität zurück? Es scheint weniger an Willigen zu mangeln als an gangbaren Ideen.

  3. Beobachter sagt:

    Herr Pohlmann,

    ich habe erst jetzt das letzte Drittel des Beitrages gehört. Da war wohl meine "Gratulation" etwas voreilig ausgesprochen,
    sie bezog sich auf den Erfolg im Falle Davidsson und die Enttarnung von Felix. Die Entlassung von Herrn Fiedler aufgrund
    von Diffamierungen war mir da noch nicht bewußt. Also, desto mehr grüße ich ihn. Ich werde ihn auch über die unten von Severin erbetene Kontonummer unterstützen.
    Mit den besten Grüssen

    • Dirk Pohlmann sagt:

      Ich glaube, die Gratulation ist trotzdem gerechtfertigt. Das Üble (Markus Fiedlers Entlassung) macht das Gute (Der juristische Sieg von Elias Davidson) ja nicht ungeschehen oder wirkungslos. Ich hoffe nur, dass es nicht umsonst war. Wenn diese Ereignisse die Dinge in vielen Köpfen klären, neu sortieren und ändern, hat es einen Sinn. Dazu gehört die Wikipediaproblematik, aber auch, wie korrupt die Süddeutsche und auch der Münchner Merkur reagiert haben und reagieren und das auch noch absichtlich, wie ich im Fall des Münchner Merkur nach einem Gespräch mit dem Autor weiß. Bei der Süddetuschen ist sowieso klar, dass es sich um Buddy Journalismus handelt. Uns ist am wichtigsten, dass dieser Artikel geteilt wird, und vor allem von Leuten gelesen wird, die glauben, dass die Süddeutsche hochklassigen Journalismus betreibt und man bei KenFM Propaganda findet. Diese systematischen Lügen sind ja nur wirksam, weil den Quellen, die tatsächlich manipulieren, große Glaubwürdigkeit zugesprochen wird, auch im Kreisverkehr der Leute, die manipulieren. Sie glauben das Recht dazu zu haben. Siehe Dr. Leiner. Es ist wie ein Film.

      Am schlimmsten wäre es, wenn Markus ohne Effekt einfach nur abgeräumt worden wäre.

    • Beobachter sagt:

      Sehr geehrter Herr Pohlmann,

      vielen Dank für die Antwort. Da haben Sie recht. Der Kreislauf wechselseitiger Zitation ist auch sonst ein ziemlich absurder,
      wohl aber sogar gewollter Prozess. Etwas suffisant könnte man darüber schreiben:

      "Der Kuckuck lobt den Hahn, dieweil der Hahn den Kuckuck lobt."

      Umso wichtiger ist es, diese propagandistischen Kreisgänge der Selbstreferenz und Selbstbeweihräucherung gelegentlich
      durch investigativen Journalismus zu durchbrechen. Ob das beim breiten Publikum jemals ankommt, ist eine andere Frage.
      Ich erinnere mich noch an die Anfänge von Wikipedia. Da war natürlich auch nicht alles golden, die Debatten in der Diskussion auch damals manchmal haarsträubend. Allerdings -es waren echte Debatten, die Ergebnisse jedenfalls noch
      nicht stromlinienförmig gebügelt. Das hat sich inzwischen sehr zum Nachteil entwickelt. Insbesondere in der deutschen
      Wikipedia streitet man sich gern des langen und breiten über die korrekte Schreibung irgendwelcher Begriffe -"aber dann
      verliessen sie ihn". Es gibt natürlich auch gute Artikel. Manche Fachgebiete sind eben gepflegter als andere. Aber als Gesamtprojekt scheint mir die Wikipedia eine verfahrene Sache zu sein,im Kern ein Wiederkäuen arrivierter akademischer Standpunkte, und selbst das nicht immer ausgewogen. Wenn man sich etwa mit religiöser Thematik befasst, sieht man
      dass es manifeste Autorenkreise ganz bestimmter Prägung gibt. Diese widersprechen sich der Substanz nach durchaus untereinander; das
      wird aber m.E. dadurch "elegant" gelöst, dass man sich wohl auf "Zuständigkeitsbereiche" geeinigt hat, gelegentlche edit wars in Grenzterritorien inbegriffen. So kann man uneingestandenen "POV" in den entsprechenden Rubriken züchten. Aber der Repräsentation der Wirklichkeit ist es sicher abträglich. Von den politischen Schlagseiten ganz zu schweigen.

  4. Beobachter sagt:

    Gratulation , Herr Pohlmann (und auch einen guten Gruß an Herrn Fiedler)

    Ich habe letztens Ihr Gespräch mit Herrn Davidsson verfolgt; es ist schon grotesk, was in Wikipedia so abgeht. Wenigstens
    erging in diesem Falle mal Recht vor Unvernunft und DIffamierung.

    Ein ursprünglich nobles Projekt, die Wikipedia, ist -insbesondere auf dem Felde der Politik- völlig auf den Hund gekommen.
    Herr Felix ist nun bekannt und hat sicher einen Dämpfer erhalten. Leider hat er viele "Kollegen" mit ähnlicher Agenda, so dass
    wohl Wikipedia nicht mehr zu retten ist. Vielleicht sollte man von der Wikihydra reden. Es würde mich übrigens nicht wundern, wenn demnächst der liebe Felix als Argument herangezogen wird, WIkipedia noch weiter nach aussen zu immunisieren. Psiram setzt dem Ganzen
    freilich noch die Krone auf. Hier wird der Müll -vorerst- abgeladen,
    der in Wikipedia -noch- nicht salonfähig ist. Liederlich wie es sich ausserdem darbietet, wissen die Psiramautoren sicher ganz gut,
    dass sie quasi eine geistige Rumpelkammer erzeugt haben Doch hat man so ein Reservoir geschaffen, auf das man dann auch in Wikipedia
    wieder verweisen kann, ganz zu schweigen vom Irrwitz, Psiram auch in Schulen als Material zuzulassen. Das ist zwar auch formal nicht korrekt, aber es wird trotzdem gemacht. So sickert der ganze Unfug
    doch auch in die Wikipedia; und einmal da angelangt, kann sich der Mainstream daran delektieren. Eigentlich müsste man mit Voltaire rufen:
    Ecrasez l`infame!
    Ein tieferliegendes Problem von Wikipedia ist sowieso die sture Zitatonskultur, da ja die Forderung nach reputablen Quellen zwar gut klingt, in Wirklichkeit aber als eine Art "Ketzerhammer" gebraucht wird. Diese Restriktion wird man nicht los werden, auch wenn man noch einige Felixe enttarnt. Aber immerhin,

  5. wasserader sagt:

    "des wohl letzten funktionierenden öffentlich-rechtlichen Senders Arte"
    Arte ist Globalistenpropaganda wie andere MSM auch .
    Arte richtet sich an ein integriertes Bildungsbürgertum, um mit etwas über die üblichen Propagandasender hinausgehende
    Scheinkritik diesen Publikumskuchen für die NWO zu sichern.

  6. Presseschlau sagt:

    32.000 Euro waren es wohl in den ersten beiden Prozessen und um 3. Prozess (Gerichtskosten, Schmerzensgeld, Schadensersatz) auch noch mal 14.000 Euro, wenn ich das richtig gerechnet habe. Macht bis jetzt 46.000 Euro.

    Wenn diese Leute glauben so weiter machen zu müssen, muss man sich eben erst mal an Feliks abarbeiten und ein Exempel statuieren. Bleibt zu hoffen, dass weitere Opfer dem Beispiel von Hr. Davidsson folgen.

    Ihr habe aber trotzdem viel erreicht, wie Wikihausen #50 aktuell gut zeigt.

  7. Huhu! sagt:

    Kurze Frage? Kündigungsschutzklage ist eingereicht? Es soll da gute Anwälte geben, Rechtsschutz ist von Vorteil, die bittere Pille musste ich auch schon Mal schlucken und habe daraus gelernt…

  8. addcc sagt:

    Echt entmutigend, der Artikel. 🙁
    Nirgendwo ein Leuchten.

  9. Der Nachtwandler sagt:

    …und so sieht er sich selber, der tolle Dr. Ulrich Leiner (möglicherweise gibt es ja etwas hinzuzufügen!!!)

    https://ulrich-leiner.de/ueber-mich/

    "Über tausend Menschen in Haar haben mir das Bürgermeisteramt zugetraut" => tja, aber geworden ist er es nicht

    • Huley sagt:

      Deutschland ist ein von Wandalen geführter Drecksstaat geworden, eine ekelerregende Schlangengrube.

    • Udo Cremers sagt:

      Huley: einfach auswandern nach Nordkorea. Diese demokratische Republik freut sich über jeden Flüchtigen und gewährt ihm grundlegende Rechte.

    • gruni sagt:

      # Udo Cremers
      Ohne Argumente einfach nur draufhauen wie in den besten 70er Jahren mit Anleihen am Antikommunismus:
      „Geh‘ doch rüber in die DDR, wenn es Dir hier nicht gefällt!!!“
      Nein, U. Cremers so geht solidarische Auseinandersetzung nicht! Im Artikel von D. Pohlmann standen eine Reihe von Maßnahmen/Verbrechen, die die deutschen Herrschenden sich angemaßt haben. Darunter eben auch die Entlassung von Markus F. durch die Waldorfschulen.
      Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie man die Pohlmannrecherche zu Wikipedia nicht zur Kenntnis nimmt und im gleichen Atemzug # Huley beschimpft.

  10. Hartensteiner sagt:

    Vor Wikipedia hätte ich nach der Encyclopedia Britannica gegriffen um eine Sammlung des Weltwissens in die Hand zu bekommen. Wenn ich mich recht erinnere waren die Beiträge dort nicht anonym und es fiel mir auch nicht auf, dass dort sonderlich manipuliert wurde. (Da kann ich mich irren, lang ist es her).
    Dann kam wikipedia und ich fand das eine tolle Idee und braucht eine Weile, bis ich begriff, dass ich mit dieser Auffassung beinahe einen Preis in Sachen Naivität verdient hätte. "Wissen der Welt" ist doch nachgerade eine Aufforderung an die "Mächtigen der Welt", sich darum zu kümmern. Betreiben sie doch in Politik und Medien überall ihre "Bewusstseinsindustrie", die das Denken der Masse der Menschen besetzt. Und da sollten sie eine Manipulation des "Wissens der Welt" als ein nachgerade unschlagbares Medium zur Manipulation des Denkens auslassen? Aber nicht doch!

    • Dirk Pohlmann sagt:

      Ganz genau. Eigentlich ist dieser Gedankengang so naheliegend, dass er jedem vernunftbebegabten Wesen kommen sollte, das eigenständig und kritisch denkt. Aber bei dem letzten Teil hapert es ganz ordentlich. Dazu muss man sich dem Sirenengesang der Leitmedien widersetzen. Sie bekommen das gut hin. Aber das muss man erst mal hinbekommen!

  11. severin sagt:

    "Man kann nur annehmen, dass das mit billigender Unterstützung des deutschen Staates stattfindet."

    Das mag sein. Was Herr Fiedler und Herr Pohlmann hier an investigativem Journalismus geleistet haben findet allerdings auch mit billigender Unterstützung des deutschen Volkes statt. Gibt es die Möglichkeit einer Direktspende an Herr Fiedler? Wir, als kritische Masse, sollten Herrn Fiedler eine finanzielle Entschädigung zu kommen lassen.

    • Dirk Pohlmann sagt:

      Herzlichen Dank! Wir haben extra eine neue Kontonummer angelegt, weil Markus und ich die Spenden für die Sendung Wikihausen teilen. Ich meine aber, dass es jetzt viele Zuschauer gibt, die speziell Markus unterstützen wollen. Deswegen gibt es eine Kontonummer, die speziell für Markus Fiedler eingerichtet wurde.

      Inhaber: Markus Fiedler

      IBAN: DE84 2806 2165 0101 0522 00

      Raiffeisenbank Rastede eG

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