Wir sollen wieder töten lernen!

Demo gegen Kriegstreiber und „atlantifa“

Von Rainer Rupp.

Unter dem Motto: „Die aktuellen Kriege und die militärische Konfrontation gegen Russland treiben uns auf die Straße“ findet am Samstag den 8. Oktober in Berlin eine von etwa 200 Organisationen unterstützte Protestdemo statt. (Näheres dazu auf der Website friedensdemo.org.) „Die Bundesregierung betreibt eine Politik der drastischen Aufrüstung. Deutsche Konzerne exportieren Waffen in alle Welt. Das Geschäft mit dem Tod blüht“, heißt es weiter im Aufruf zur Demo.

Obwohl die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung (noch) nicht auf die Straße geht, lehnt sie diesen militaristischen Kurs strikt ab. Tatsächlich beklagen die eingefleischten „Atlantiker“, NATO-Angriffskrieger und Regimechange-Befürworter hierzulande seit vielen Jahren, dass trotz massiver Propaganda für „mehr Verantwortung weltweit“, die Deutschen die Nase voll haben vom Krieg.

Auch Ermahnung wie die des „Spiegels“ auf seiner Titelseite im November 2006: „Die Deutschen müssen (wieder) das Töten lernen“, ein Fach, in dem sie einmal Weltmeister waren, hatte auf die Leute nicht die gewünschte Wirkung, dafür aber umso mehr auf unsere Medien, Politiker und Parlamentarier. Mit Ausnahme (wie lange noch?) der Partei „Die Linke“ – hat der Bundestag bisher alle Kriegseinsatz- und Kriegsverlängerungsforderungen der Bundesregierung abgesegnet. So hat das „Hohe Haus“, wo jeder „nur nach seinem Gewissen frei entscheidet“, wenigsten für unsere Jungs und Mädels in Uniform den Weg freigemacht, an der Seite der für Frieden, Demokratie und Menschenrechte kämpfenden US-Soldaten wieder so richtig das Töten und das Sterben fürs Vaterland der Großkonzerne zu lernen.

Alle Umfragen in unserem Land haben allerdings gezeigt, das stabil über 60 Prozent der deutschen Bevölkerung gegen jegliche Beteiligung der Bundeswehr an militärischen Interventionen und sonstigen Abenteuern im Ausland sind, egal mit welchen „humanitären“ Deckmäntelchen die deutschen Kriegsbeteiligungen schön geredet werden. Das Potential für eine mächtige Friedensbewegung ist also vorhanden. Es würde schon genügen, wenn nur ein Teil davon mobilisiert werden könnte. Durch ein geschlossenes, außerparlamentarisches Auftreten progressiver und konservativer Kräfte auf breiter Front gegen die Kriegstreiber würden überall im Land die anti-militaristischen Kräfte in der Gesellschaft gestärkt. Über die entsprechenden Rückwirkungen auf die Politik würden die Falken in Berlin in die Schranken gewiesen, und im besten Fall davon gejagt.

Gemeinsam könnten wir den neu aufgekeimten Militarismus der Berliner Politik stoppen und zurückdrängen. Und immer wieder gibt es Anläufe für eine neue starke Friedensbewegung mit Bündnissen auf breiter Front. Aber jedes Mal, wenn es so aussieht, als könnten die Anstrengungen von Erfolg gekrönt werden, treten selbsterklärte „linke Friedenskämpfer“ auf den Plan, um das Projekt mit allen möglichen spalterischen Aktionen und diffamatorischen Behauptungen und Aufrufen zu torpedieren. Sie präsentieren sich als die einzig wahren, „linken“ Friedenskämpfer. Alle anderen, die nicht wenigsten ein paar Zitate von Marx auswendig gelernt haben und die sogar gemeinsam mit Bürgerlichen für den Frieden demonstrieren sind entweder so genannte „Querfrontler“, verkappte Rechte, oder gar Faschisten. Die Wirkung dieser Gruppen sowohl auf regionaler als auch auf zentraler Ebene sollte nicht unterschätzt werden.

Ein gutes regionales Beispiel hierfür ist die Initiative aus „fünf Friedensgruppen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland“, die Mitte September stolz auf ihrer Webseite vermerkte, dass sie die ‚Stopp-Ramstein-Kampagne‘ rechtzeitig als querfrontlerische, rechtslastige und neo-nazistische Aktion durchschaut hatte und „deshalb nicht mitgetragen“ habe, obwohl diese sehr erfolgreiche Großdemo hatte quasi vor ihrer lokalen „Haustür“ stattgefunden hat. Zugleich ruft die Initiative alle friedensbewegen Menschen dazu auf, an Demonstrationen wie jetzt am 8. Okt. in Berlin, nicht teilzunehmen. Begründet wird das u.a. mit dem „problematischen Anteil von Rednern“, zu denen auch Rainer Rupp (der Autor dieser Zeilen) gehört, denn der habe Anfang 2016 die „junge Welt“ verlassen, „weil diese die Montagsmahnwachen kritisiert“ habe und Rupp sei zudem – was offensichtlich noch verwerflicher ist – „schon 2014 als Interviewpartner von ‚Russia Today Deutschland‘ und von Ken Jebsen bei KenFM“ aufgetreten. Unter vielen anderen haben sie auch Willy Wimmer wegen seiner Interviews mit Ken Jebsen als problematischen Redner aufgelistet.

Die „linke“ Scharia-Polizei lässt grüßen. Diese Leute würden am liebsten jeden auf seine Gesinnung prüfen, bevor sie ihn zu einer Friedensdemo zulassen.

Diese Gegner jeder nicht hundert prozentig „linken“ Friedensdemo setzen sich besonders aus jungen Leuten zusammen. Gemeinsam haben sie sehr verquaste Ideen, die sie für revolutionär links halten. So haben sie sich in Migrationsfragen dem „Mutter-Theresa-Kommunismus“ verschrieben, während sie in Syrien die Bombardierung Assads fordern. Zugleich machen sie ihre rabiat pro-zionistische, atlantik-faschistische (atlantifa) Überzeugung mit zynischen, anti-palästinensischen Spruchbändern deutlich, wie z.B.: „Bomben auf Ramallah, das ist die wahre ANTIFA“. Und im Krieg in der Ukraine sehen sie nur einen Streit zwischen angeblich zwei imperialistischen Mächten, den USA und Russland. Selbst wenn es so wäre, dann gehörte es doch zur guten, alten Tradition der Linken, auch unter imperialistischen Mächten zwischen dem Angreifer und dem Angegriffenen zu unterscheiden.

Obwohl diese selbst erklärten „Linken“ oft Mitglieder in den Parteien „Die Linke“ und der DKP sind, oder in Antifa oder anderen, einst hochgeschätzten linken Organisationen agieren, so denken und handeln sie doch wie Neo-Konservative. Daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn ihre Aktionen von den Mainstreammedien wohlwollend begleitet werden. Ihre Illusion, das „linke Gewissen“ der Gesellschaft zu sein, wird durch ihr Handeln wiederlegt, denn objektiv arbeiten sie für die Kriegstreiber, die sie vorgeben zu bekämpfen.

Derweil beobachten in unserem Land immer mehr Menschen voller Entsetzen, wie die Bundesregierung im Verein mit NATO und EU total ungebremst von parlamentarischer oder außer-parlamentarischer Opposition von der Ukraine über Syrien nach Afrika überall höchst unverantwortlich zündelt. Zugleich geht sie auf Konfrontationskurs mit Russland und riskiert dabei nicht nur einen neuen „Kalten“ sondern womöglich einen heißen Krieg. Daher auf zur Demo am 8.Oktober, die um 11:30 Uhr am Alexanderplatz, Ecke Otto-Braun-Straße mit einer Kundgebung beginnt und dann zum Brandenburger Tor führt.

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

8 Kommentare zu: “Wir sollen wieder töten lernen!

  1. Die in Deutschland sichtbaren und in den Vordergrund gehobenen Linken sind NATO-Linke, wie ich sie bezeichne.
    Diese „Linken“ haben die Funktion die Position „Links“ in Deutschland im Interesse der Besatzungsmacht USA zu besetzen.
    Entsprechend ist die Hauptzielrichtung die Diskreditierung von Gruppen, die die Selbstbestimmung Deutschlands anstreben oder den Einsatz deutscher Truppen im Ausland verhindern wollen.

  2. Die Friedensbewegung in Deutschland scheint ziemlich aufgefächert und zerstritten dazu.
    Mahnwachen, Montagsdemonstrationen, Friedenswinter, Friedensquerfront, Friedensinitiativen der APO von links, von rechts, aus der Mitte, Friedensinitiativen der Gewerkschaften, der Kirchen, der EU, der Studenten, der Umweltschützer, der Atomkraftgegner, der Frauen, der politischen Parteien etc.

    So präsentiert sich auch der Frieden in der Welt: Zerstückelt, zerissen, uneinheitlich und chaotisch. Wo kann denn Frieden in der Welt einkehren, wenn die Friedensbewegten selbst keinen Frieden untereinander herstellen können? Kann man denn diese vielen gut gemeinten Initiativen nicht bündeln, nicht zusammenfassen? Friedlich?
    Kann da nicht e i n e Friedenorganisation in und für die Welt entstehen? Eine Weltorganisation mit einem Logo und einem allgemeingültigen Programm, einem Manifest? Einer Friedenskonferenz, einer Instanz die von der Weltöffentlichkeit auch wahrgenommen wird? Alle lokalen und länderspezifischen Gruppen und Grüppchen sollten sich dann als Teil dieser globalen Bewegung verstehen und unter einheitlicher Fahne auftreten und sich verständigen.
    Kein Tag an dem nicht mindestens eine Meldung der Friedensbewegung über alle Kanäle und über alle Frontseiten der Massen-Mainstreammedien die Menschheit aufrüttelt! So könnte ein Motto lauten.
    Heute haben wir hunderte von Friedensorganisationen und dazu passend auch hunderte von Kriegen und kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt.
    Macht Schluss mit der nervigen Konkurrenz und Kleinkariertheit im Wettstreit um die echte und einzige, um die richtigste Organisation und um den wahrsten Weg zum Frieden in der Welt.
    Es gibt nur einen Frieden.
    Macht Frieden ihr MACHER!

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  3. Ich möchte meinen Dank an das Kenfm-Team aussprechen: Ohne diese Infos auf Euren Seiten hätte ich die Aussagen vieler wichtiger Leute nie kennen gelernt. Zum Beispiel hätte ich von Rainer Rupp nichts erfahren. Bis vor ca. 3 Jahren, las ich nur die Mainstream-Medien und sah die üblichen Info-Sender und dort wurde das wichtige Wissen und die vielen Warnungen vieler hochkarätiger Leute, die sich hier auf Kenfm tummeln, verschwiegen. Das ist ein Riesenvorwurf, den ich den Mainstream-Journalisten mache: Dass sie uns Lesern und Zuschauern eigentlich die wichtigsten Infos verschweigen oder informative Sendungen erst ab 23:55 sendeten. Ich wurde immer unzufriedener mit den „normalen“ Medien und eckte dort auch in den Kommentarbereichen immer häufiger an, man betrieb dort „Erziehungsjournalismus“ und andere Foristen durchleuchteten Leser auf ihre angeblichen „Gesinnungen“, die Redaktionen zensierten mich immer häufiger, weil ich allzu oft widersprach und schließlich wurde ich ganz gesperrt, weil ich Infos brachte, die sie nicht mochten oder doppelte Textbausteine entdeckte, die einen angeblich autentischen „Leserinnentext“ als Fake entlarvten. Ironischerweise erfuhr ich zum ersten Mal von Ken Jebsen – als ein polemischer Betreiber eines leider vielgelesenen Blogs versuchte, Jebsen lächerlich zu machen. Da dachte ich, wenn ein so einseitig ausgerichteter Reporter, wie dieser Blogbetreiber, über dessen eindimensionales Weltbild ich mich immer häufiger geärgert hatte, diesen Jebsen zu diffamieren sucht, dann muss dieser Jebsen hochinteressant sein. Und dann fand ich endlich bei Kenfm Themen und Hintergrundinformationen, nach denen ich vorher vergeblich gesucht hatte. Also: Großes Kompliment.

    Ich möchte auch Rainer Rupp danken, von ganzem Herzen: Ich habe vor zwei Wochen im Berliner Spionage-Museum erfahren, dass er uns alle vor einem Atomkrieg bewahrt hat. Da, im Museum, hieß es: „Im Jahr 1983 verhinderte Rainer Rupp (Deckname Topas) womöglich einen Atomkrieg. Die NATO plante ihr zehntägiges Herbstmanöver „Able Archer 83“ (fähiger Bogenschütze) einschließlich eines simulierten Einsatzes von Kernwaffen. In Moskau glaubten einige Mitglieder des KPdSU-Politbüros, dass dies ein Täuschungsmanöver wäre, das einen westlichen Erstschlag zum dritten Weltkrieg verschleiern sollte. Rupp arbeitete im NATO-Hauptquartier bei Brüssel und sah das anders: Die NATO und Washington wollten keinen Angriffskrieg. Die Übung werde eine Übung bleiben, wenngleich eine umfangreiche. Als Agent des DDR-Auslandsgeheimdienstes (HV A) kopierte er beinahe lückenlos die Akten zu dem Manöver und schickte sie nach Ost-Berlin, von wo sie nach Moskau weitergeleitet wurden. Dort verglich man sie mit geheimdienstlichen Informationen aus anderen Quellen. Das beschwichtigte die Nerven. Die Sowjetunion kam 1983 dem vermeintlichen Erstschlag der NATO nicht mit einem eigenen atomaren Erstschlag zuvor.“

    Danke, Herr Rupp, dass Sie damals so besonnen waren. Danke.

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