Wissenschaft und Macht als Spießgesellen

Wie das „Land der Dichter und Denker“ im Sumpf der Korruption versinkt

Von Rudolf Hänsel.

Die Dichternamen Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller sind den Menschen weltweit ebenso ein Begriff wie die Namen der Wissenschaftler und Denker Albert Einstein, Albert Schweizer und Carl Friedrich von Weizäcker. Doch das ehemals hohe Ansehen Deutschlands als „Land der Dichter und Denker“ wird zusehends in den Schmutz gezogen und versinkt im übelriechenden Sumpf der Korruption. Ein Beispiel für diese „Pest der Korruption“ (1) ist die Hiobsbotschaft, dass Wissenschaft und Macht in einer existentiellen Frage für die Menschheit Spießgesellen sind, also Mittäter in einer üblen Sache.

Anspruch und Werte der Wissenschaft

Unter Wissenschaft wird die Gesamtheit des menschlichen Wissens, der Erkenntnisse und der Erfahrungen einer Zeitepoche verstanden. Dieses wird systematisch erweitert, gesammelt, aufbewahrt, gelehrt und tradiert. In der Rechtsprechung des deutschen Bundesverfassungsgerichts wird der Begriff „Wissenschaft“ definiert als:

„Alles, was nach Inhalt und Form als ernsthafter Versuch zur Ermittlung der Wahrheit anzusehen ist.“

Um dieses hohe Ziel zu erreichen, gibt die Wissenschaft vor, bestimmte Werte anzuerkennen wie:

  • Eindeutigkeit,
  • Transparenz,
  • Objektivität,
  • Überprüfbarkeit,
  • Verlässlichkeit,
  • Offenheit und Redlichkeit und
  • Neuigkeit: Die Arbeit führt zu einem Fortschritt in der Erkenntnis (2).

Wissenschaft und Macht als Spießgesellen

Die heutige Wissenschaft steht jedoch zur Politik in einem Verhältnis immer stärkerer wechselseitiger Anhängigkeit. Die politischen Gegebenheiten setzen die jeweiligen Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Forschung und gesellschaftliche Nutzanwendung von Forschungserkenntnissen.

Das führt dazu, dass es kaum noch unabhängige Wissenschaftler gibt, sondern nur mehr Akademiker (mit Universitäts- oder Hochschulausbildung), die kuschen oder ihr Wissen und Können – und oft auch ihre Seele – an korrupte Politiker, den militärisch-industriellen Komplex und Big Money verhökern. Einige entfernen sich so weit von ihrem Menschsein, dass sie die Mittel für die allgemeine Vernichtung der Menschheit vervollkommnen helfen. Wenn die Not der Menschen nicht an ihr Herz rührt, dann richten sich diese sogenannten Wissenschaftler selbst: All ihre Weisheit und Wissenschaft werden zu einem selbstgefälligen Spiel des Verstandes degradiert, das keine Verbindlichkeit kennt.

In letzter Zeit dringen immer mehr Beispiele politischer und wissenschaftlicher Korruption bisher unvorstellbaren Ausmaßes ans Licht der Öffentlichkeit. In Deutschland machte nun Michael Eisfeld, Professor für Wirtschaftsphilosophie an der Universität von Lausanne und Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – der Nationalen Akademie der Wissenschaften –, seine scharfe Kritik an der Regierung und am wissenschaftlichen Beratungsgremium öffentlich.

Er erklärte, dass „die Regierung derzeit vor allem jene Wissenschaftler zu Rate ziehe, die bereit sind zu sagen, was die Regierung auch hören will“ (3). Dieses Vorgehen würde die Reputation der Wissenschaft massiv untergraben und zwangsläufig zu einer populistischen Gegenreaktion gegen die Wissenschaft als Ganzes führen.

Im Artikel von „RT. Deutsch“ mit der Überschrift „Von der Macht verführt – Stellte sich Leopoldina in den Dienst der Corona-‚Propaganda‘?“ fuhr der Philosophieprofessors schwere Geschütze auf, die das ganze Ausmaß des gigantischen Verrats beziehungsweise Verbrechens an der Bevölkerung verdeutlichen:

„Das Kanzleramt entschied sich gleich zu Beginn der Pandemie für eine Politik, die sie in einem transparenten, öffentlichen und kritischen Diskurs nie hätte durchsetzen können. Dies sei nur dank Wissenschaftlern möglich gewesen, die mit großer Autorität in der Öffentlichkeit den Regierungskurs verteidigten. (…) Diese Wissenschaftler haben sich von der Regierung für Propaganda einspannen lassen. Ein verhängnisvolles System der Abhängigkeit zum beiderseitigen Vorteil bewahre die Beteiligten davor, Verantwortung zu übernehmen. ‚Die Politiker können sagen, dass sie nur der Wissenschaft gefolgt sind. Und die entsprechenden Wissenschaftler können sagen, dass sie die Politik nur beraten haben. So trägt am Ende niemand die Verantwortung.‘

Bereits am 8. Dezember verfasste Eisfeld eine Protestnote an den Präsidenten der Leopoldina, Professor Gerald Haug: ‚Mit Bestürzung habe ich die heute veröffentlichte Stellungnahme der Leopoldina zur Kenntnis genommen, in der es heißt: ‚Trotz Aussicht auf einen baldigen Beginn der Impfkampagne ist es aus wissenschaftlicher Sicht unbedingt notwendig, die weiterhin deutlich zu hohe Anzahl an Neuinfektionen durch einen harten Lockdown schnell und drastisch zu verringern‘.

Nach Veröffentlichung der Leopoldina-Stellungnahme unterstützte auch Angela Merkel den harten Lockdown. Es gebe wissenschaftliche Erkenntnisse, die real seien und an die man sich besser halten sollte, argumentierte die Kanzlerin (4).“

Der Vollständigkeit halber zwei weitere aktuelle Meldungen: Bereits am 7.02.2021 berichtete die „WELT AM SONNTAG“, dass in der ersten Hochphase der Pandemie der deutsche Innenminister Horst Seehofer Wissenschaftler für die Rechtfertigung von Corona-Maßnahmen einspannte. Diese lieferten daraufhin die Ergebnisse für ein dramatisches „Geheimpapier“ des Ministeriums (5).

Eine weitere Meldung macht deutlich, dass nicht nur deutsche Wissenschaftler korrupt sind:

„Laut Berichten schwedischer Radiosender soll eine Gruppe aus Wissenschaftlern und Akademikern durch eine Social-Media-Kampagne versucht haben, Schwedens Ruf im Ausland aufgrund einer ‚anderen‘ Corona-Strategie zu diskreditieren, die auf Freiwilligkeit der Bevölkerung setzt (6).“

Friedrich Nietzsche und die Lockdowns

Abschließend ein Zitat des berühmten deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche aus den ersten Seiten eines seiner letzten Werke von 1888: „Der Antichrist. Fluch auf das Christentum“. Christian Kreiß leitete damit seinen Artikel „Genozid unter dem Deckmantel der Krankheitsbekämpfung? – oder: Nietzsche und die Lockdowns“ ein:

„Was ist gut? – Alles, was das Gefühl der Macht, den Willen zur Macht, die Macht selbst im Menschen erhöht. (…) Was ist Glück? – Das Gefühl davon, dass die Macht wächst. (…) Die Schwachen und Missratenen sollen zugrunde gehen: erster Satz unserer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen. Was ist schädlicher als irgendein Laster? – Das Mitleiden der Tat mit allen Missratenen und Schwachen, das Christentum… (7).“

Quellen:

(1) Dr. Mikovits Judy / Kent Heckenlively. (2020). Die Pest der Korruption. Wie die Wissenschaft unser Vertrauen zurückgewinnen kann. Mit einem Vorwort von Robert F. Kennedy, Jr. Narayana-Verlag.

(2) https://de.wikipedia.org/wiki/wissenschaft

(3) https://de.rt.com/inland/113184-von-macht-verfuehrt-leopolina-corona-propaganda/; https://kenfm.de/mutige-menschen-03-prof-dr-michael-esfeld/

(4) A.a.O.

(5) https://www.welt.de/politik/Deutschland/article225864597/Interner-E-Mail-Verkehr-Innenministerium-spannte-Wissenschaftler-ein.html

(6) https://de.rt.com/europa/113211-wegen-schwedens-anderer-corona-strategie/

(7) www.rubikon.news/artikel/der-lockdown-genozid

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Dr. Rudolf Hänsel ist Erziehungswissenschaftler und Diplom-Psychologe.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Motortion Films / shutterstock

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5 Kommentare zu: “Wissenschaft und Macht als Spießgesellen

  1. RULAI sagt:

    "Die Korruption wird alles erfassen und in einen Sumpf ziehen, der in Zersetzung und Verfall endet."

    Schon wieder ein Prophet.

    Was ich sehe, ist die Selbsterregungsoper des unglücklichen Emotionalkörpers.
    Ist ja auch geil, oder, wenn alles im Sumpf untergeht?

    • RULAI sagt:

      Die lautlose Revolution – infea-shop.de
      https://www.infea-shop.de/images/Leseproben/Leseprobe_Lautlose_Revolution_Arjuna…

      Arjuna Ardagh: "Die lautlose Revolution"
      Wie eine im Alltag gelebte Spiritualität uns und die Welt verändert.
      Vorwort von Ken Wilber

      Ich hoffe, Ihr findet den Downloadlink auf dieser Adresse.
      Er führt zu einer pdf-Datei, mit 36 Seiten hochhilfreichen Materials, das uns hilft, die Jago-Trance, in der die Untergangspropheten schwelgen, bis auf den Grund zu durchschauen. (Fast hätte ich jetzt hier das ganze Vorwort von Ken Wilber hereinkopiert, aber das erschien mir dann doch als unverhältnismäßig 😉 .)

      Viel Freude beim Lesen.
      Es könnte alles so einfach sein …

    • RULAI sagt:

      Interessant. Verbindungsstörung 404 wird angezeigt, wenn ich versuche, den Link aufzurufen.
      Gestern gings noch.
      Habs runtergeladen.
      Heute geht es nicht mehr.
      Wen wunderts noch?

  2. Werweißdasschon sagt:

    Die Korruption ist ein "Geschwür", dass sich, wenn man diese nicht behidert, in allen Gesellschaftsschichten ausbreitet und wuchert, bis alles nur noch durch Korruption funktioniert.

    Beispiel:
    Rümänien, Tatort des ersten "Farben-Revolution" in Europa.
    Was viele nicht wissen, dass der Putsch dort 1989 aus dem Ausland angestoßen wurde….um präziser zu sein aus Frankreich und aus Deutschland. Ziel war es die Wiedervereinigung Deutschlands zu ermöglichen und den Weg Richtung EU in die wege zu leiten.
    Unabhängig davon, war Rumänien wohl das korrupteste Land in Europa, obwohl die anderen, wenn man einen genaueren Blick riskiert, auch schon auf dem besten Wege waren.
    Nachdem der Diktator erschossen war, und alle Pläne der Wiedervereinigung und EU ermöglicht waren, kehrte in Rumänien scheinbar Ruhe ein. Doch die Korruption dort, hat bis heute Bestand. Es lässt sich kaum eindämmen und betrifft selbst kleinste Organisationen bzw. Kommunen. Es ist ins Blut übergegangen.

    Die WIssenschaft hat hierbei kein Alleinstellungsmerkmal. Die Korruption wird alles erfassen und in einen Sumpf ziehen, der in Zersetzung und Verfall endet.

    • Box sagt:

      Sieger und Verlierer lassen sich also leicht identifizieren, wenn man nur bereit ist, die Perspektive auf die historische bipolare Systemkonkurrenz von real existierendem US-Kapitalismus und real existierendem Kommunismus zu verengen. Doch genau eine solche Perspektivenverengung blockiert ein tiefer gehendes Verständnis, denn tatsächlich geht es um sehr viel mehr als um eine solche Alternative.

      Wir sollten daher bei der Suche nach den Verlierern nicht an der Oberfläche der offiziellen Rahmengeschichte bleiben. Denn die Sieger stehen hier berechtigterweise in dem Ruf, in globalem Maßstab Verlierer zu produzieren. Auf materieller Ebene ist der Kapitalismus schon seiner Funktionslogik nach darauf angelegt, Verlierer geradezu im Überfluss zu produzieren. Wie dies ganz konkret funktioniert, hat die ostdeutsche Bevölkerung nach 1990 in einem von den westdeutschen Eliten veranstalteten Crashkurs lernen können. Zu den verordneten Lerneinheiten gehörte die systematische Zerstörung der ostdeutschen Volkswirtschaft, die Privatisierung ihres Volkseigentums, bei der 80 Prozent des von der Treuhandanstalt verwalteten ehemals ostdeutschen Produktionsvermögens an Westdeutsche und nur sechs Prozent an DDR-Bürger fielen sowie der Verlust von mindestens 2,5 Millionen Jobs.

      Aus Sicht der Sieger haben diese gesellschaftlichen Verwüstungen übrigens rein gar nichts mit der Funktionslogik des Kapitalismus zu tun, sondern sind — wie der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte, jüngst feststellte — schlicht eine Konsequenz daraus, „dass die Ostdeutschen das Pech hatten, 40 Jahre auf der falschen Seite der Geschichte gestanden zu haben.“

      Ein erfolgreiches Verbrechen zeichnet sich bekanntlich gerade dadurch aus, dass es dem Täter gelingt, den Opfern die Überzeugung zu vermitteln, dass sie ihr Schicksal verdient hätten.

      Zu den traumatischen Lehreinheiten gehört auch die Erfahrung, dass Korruption nicht einfach zu den Auswüchsen des Kapitalismus zu zählen ist, sondern dass sie Teil seiner natürlichen Funktionsweise ist. — Es waren wahrlich paradiesische Zeiten für westdeutsches Kapital, in denen sich die Funktionslogik des Kapitalismus ungehemmt offenbaren konnte.

      Dennoch müssen wir bei der Suche nach den Verlierern von 1989 noch tiefer unter die Oberfläche dringen, denn es geht um mehr: Es geht um den Verlust an mühsam errungener zivilisatorischer Substanz. Der folgenschwerste Verlust betrifft die zivilisatorische Leitidee von Demokratie — einen der bedeutendsten zivilisatorischen Schutzbalken gegen das rohe Recht des Stärkeren.

      Nachdem die Bemühungen um eine wirkliche Demokratisierung innerhalb der DDR an den machtpolitischen Realitäten zerschellt waren, erhielten die Neubürger einen weiteren Crashkurs im Fach „kapitalistische Demokratie“. Dabei konnten nun diejenigen, die sich das Wort „Demokratie“ nicht durch eine pervertierte Verwendung enteignen lassen wollten, selbst erfahren, wie weit das demokratische Leitideal und die Realität der „kapitalistischen Demokratie“ auseinander liegen. Diese Diskrepanz ist eigentlich nicht überraschend, denn es gehört gerade zum Wesensmerkmal einer „kapitalistischen Demokratie“, dass sie keine ist. Der Widerspruch ist so offenkundig, dass er sich nur mit ausgefeilten Techniken der Indoktrination unsichtbar und undenkbar machen lässt.

      Aus:
      Die verhinderte Demokratie
      Nach der Wiedervereinigung eroberten die Sieger die Deutungshoheit und vereitelten so die historische Chance eines wirklichen Neubeginns.
      von Rainer Mausfeld
      https://www.rubikon.news/artikel/die-verhinderte-demokratie

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