Die Macher: Wolf-Dieter Storl – Pionier für Permakultur

Wer Wolf-Dieter Storl als Pionier für Permakultur bezeichnet, liegt goldrichtig und dennoch daneben. Es gibt Menschen, für die selbst der zutreffendste Begriff falsch wird, wenn er als einzige Bezeichnung herhalten muss.

Wolf-Dieter Storl ist vor allem ein Suchender. Er erfindet nicht, er findet. Seine Technik ist dabei uralt. Er hört zu und sieht hin, ohne zu kommentieren.

Diese Art zu forschen kann man als angewandte Weisheit bezeichnen und in der Tat kommt der Mann, der heute zurückgezogen im Allgäu lebt, rüber wie ein Schamane. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Wanderschaft.

Geboren wurden Wolf-Dieter Storl im zerbombten Nachkriegsdeutschland. Seine Jugend verbrachte er in den 60ern und 70ern in den USA, nachdem die Eltern aus der noch jungen Bundesrepublik ausgewandert waren.

Storl sog die amerikanische Kultur wie ein Schwamm auf. Er lebte und erlebte die unterschiedlichsten Facetten sogenannter Amerikaner, die vor allem eines gemeinsam hatten, ihre enorme Unterschiedlichkeit.

US-Amerika, so erkannte Storl früh, ist wie ein Flickenteppich, bei dem die zusammengenähten Fetzen oft nichts miteinander zu tun haben.

Storl lebte wie ein Hobo mit Hippies, Konservativen, Religiösen und Indianern. Er probierte synthetische und natürliche Drogen aus und verfiel immer wieder der Faszination des anderen Geschlechts.

Über all die Jahre lernte er vor allem die unberührte Natur kennen. Vor allem Pflanzen haben es ihm angetan. Welche sind essbar? Welche verfügen über spezielle heilende Eigenschaften? Storl eignete sich über Jahre Wissen an, das man nicht in Büchern findet, sondern das einem von Ureinwohnern verraten wird.

KenFM besuchte den Wissenschaftler, der optisch eher einer Figur aus „Herr der Ringe“ ähnelt, in seinem steinalten Bauernhof im Allgäu. Es ergab sich ein faszinierendes Gespräch über Gott und die Welt. Der Nicht-Esoteriker Wolf-Dieter Storl lebt nicht in der Vergangenheit oder einer Fantasiewelt. Im Gegenteil. Er ist ganz weit vorn im Hier und Jetzt.

Sein aktuelles Buch „Mein amerikanischer Kulturschock: Meine Jugend unter Hillbillies, Blumenkindern und Rednecks“, das Anlass für den Besuch dieses Mannes war, kann einerseits helfen, das Phänomen Storl zumindest schemenhaft zu erfassen, andererseits versteht der Leser aber in jedem Fall, wie es Donald Trump ins Weiße Haus schaffen konnte. Storl gelingt es, dessen Wähler zu dekodieren und die leben im amerikanischen Hinterland und ticken völlig anders, als in den intellektuellen Hochburgen der USA.

Weitere Informationen zu Wolf-Dieter Storl gibt es auf seiner Website: www.storl.de

Das Buch „Mein amerikanischer Kulturschock: Meine Jugend unter Hillbillies, Blumenkindern und Rednecks“ ist hier bestellbar: https://www.storl.de/shop/buecher/mein-amerikanischer-kulturschock/

Inhaltsübersicht:

0:00:06 Wolf Dieter Storl – Von Sachsen über Amerika in das Allgäu

0:27:07 Nahrungsmittelengpässe in der Ostzone als Wegweiser in die Botanik

0:42:19 Fügungen des Schicksals – das Studium der Anthropologie

0:47:25 Die grüne Revolution und kulturelle Vielfalt

1:12:30 Drogen als Kulturfaktor

1:35:18 Die amerikanischen Ureinwohner

1:51:10 Heimkehr nach Europa über Umwege

2:19:26 Ethnobotanik – Die Rückführung des Menschen zu seinen Wurzeln

2:25:43 Gartentour – Was ist eigentlich Permakultur?

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38 Kommentare zu: “Die Macher: Wolf-Dieter Storl – Pionier für Permakultur

  1. Hallo KenFM,
    Sie stören mit Ihrem sehr schnellen Dazwischenreden so manches Mal die Rede des Interviewten.
    Schade.
    Da wäre es oft interessanter zu hören, was so ein exotischer Geist zu erzählen hat, auch wenn der journalistische Fahrplan dadurch nicht ordentlich eingehalten wird.

  2. Gerade weil ich auch mal Tendenzen habe fanatisch zu werden, tat mir das lesen des Buches „mein amerikanischer Kulturschock“ von Herrn Storl gut. Er findet in jeder Gruppierung, jedem Land, und jeder Einstellung das menschliche und darin auch Gutes und Berechtigtes. Er sieht dabei auch das nicht so Gute, aber ohne es zu verurteilen.
    Ich schaue mir die Welt häufig mit Absichten an. Von Herrn Storl kann ich lernen einfach einmal zu zu schauen wie etwas ist und wächst, ohne dabei meine Vorstellungen hinein manipulieren zu wollen. Da hat sich Herr Storl wohl den edelsten Zug der Wissenschaftlichkeit angeeignet; die Unvoreingenommenheit.
    Gerade in diesen Infokriegszeiten wo jeder den anderen überzeugen möchte, tut es gut wieder zuhören zu lernen. Ich glaube es gibt kein besseres Kraut gegen die grossen Ledererkriege vom letzten Jahr in allen Foren und den daraus entstandenen Depressionen, als etwas dem Gärtnermeister Storl und seinen Märchen und Erfahrungen zu zuhören. Ein bisschen ein Gnom ist er ja geworden in seinem Alter und Gnome sind ja bekanntlich weise und immer höchst aufmerksam.

  3. Und was ist mit den aktuellen Problemen in der Gärtnerei? Gibt es bei Herrn Storl noch genügend Insekten zum Bestäuben? Und was ist mit Chemtrail-Giften? Wir müssen hier die Wildkräuter z.B. mindestens nach jedem Regen gründlich spülen. Ich kann die Kontamination mit dem Pendel feststellen. Und hier ist sonst keine Landwirtschaft oder Gärtnerei. Glyphosat kann es also nicht sein.

    • Die öffentliche Meinung sagt,dass Chemtrails nicht existieren.Also sollte man sich auch an das halten,was das Zentralorgan der öffentlichen Meinung verkündet!

      Eine Antwort darfst du nicht erwarten,solange kein Experte oder öffentlich bekannte Persönlichkeit dazu Stellung bezogen hat. Erst dann existiert dieses Problem für den Michel und auch erst dann wird der Michel sich dazu äußern.
      Denn er hat gelernt ,nichts falsches zu denken und immer mit dem Strom zu schwimmen.

    • Das Insektensterben kann nicht mehr öffentlich weggelogen werden und kann auch vom Einzelnen nicht mehr verdrängt werden. Es ist ganz augenscheinlich Fakt. Deshalb hätte mindestens dies zu diesem alternativen Garten-Beitrag dazugehört. Wie kommt es, dass auch bei KenFM eine so wichtige Übelebensfrage ignoriert wird? Vielleicht gibt es ja da oben auf dem Berg bei Herrn Storl noch ein bisschen mehr Insekten, als anderswo, aber stark abgenommen haben sich ganz sicher dort auch. Wäre wichtig gewesen, wenigstens zu erwähnen.

  4. Was soll ein Macher sein!?
    Ein Macher ist für mich ein Unternehmer und ein Kleingeist. Solche Leute die nach Anerkennung gieren und materiellen Gewinn in Form von Ehre und Geld. Solche Leute bauen Ställe und halten dort 10000 lebendige Geschöpfe ,die sie dann schlachten lassen-zum persönlichen Gewinn.Also für sie als Person-nicht als Mensch .Denn ein Mensch macht das nicht. Ein Mensch möchte wachsen in seiner Gesinnung und mit seinen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Ein Mensch möchte lieben und nicht töten.

    Wolf-Dieter Storl ist kein Macher,sondern ein geistiger Mensch .Ein beseelter und inspirierter Mensch,der lebendig ist,weil er geistig ist.

    Vor einigen Wochen war er Gast in einer Talkshow. Und Wolf-Dieter Storl wurde gefragt,was er meine,,das ein langes Leben ermögliche. Da sagte er -unter Berücksichtigung ,ob er solches im Fernsehen sagen dürfe-dass seine Mutter unter anderem dermassen alt geworden sei,weil sie nie Tabletten zu sich nahm.
    Natürlich gab es dafür keinerlei Applaus von den angepassten Zuschauern und den so dermassen angepassten Selbstdarstellern -den Talkgästen,die normalerweise immer irgendwelche Schauspieler sind ,ohne eigen Meinung-also genau solche Konformisten wie 90 Prozent der Leute.Nur nicht aus der Reihe tanzen und schön immer das tun,was die Obrigkeit will,das man tut.

    Aber alleine für diese Äusserung liebe ich Wolf-Dieter Storl.

    • Ich finde schon, dass Storl ein „Macher“ ist und dass er mehr als Wissenschaftler an die Pflanzenwelt ran geht, denn mit Zärtlichkeit. Er weiß sehr viel. Aber im Garten drückt er nach meiner Wahrnehmung ziemlich gefühllos die langen Pflanzenstengel zur Seite und einer knickt dann auch zuletzt dabei um. Sorry, ich sage nur, was ich sehe, Ist nicht böse gemeint.

    • Ein Macher würde wahrscheinlich mit Glyphosat über die Blumenwiese gehen,nicht erkennend,dass alles in der Natur einen großen Kreislauf und Zusammenhang bildet.

      Aber ein Nichtmacher wie Storl ,der läßt die Natur sich selbst heilen.So wie ja auch ein Kranker immer nur durch sich selbst geheilt wird,-das Immunsystem kann naürlich unterstützt werden,aber der Heiler ist der Organismus selbst.

      Entschuldige,ist nicht böse gemeint.Du darfst Deine Meinung natürlich haben.

  5. Ich fand die Schilderung über die negative, sterile Einstellung zur Natur allgemein in USA(Ohio) sehr aufschlussreich.
    So extrem hatte ich mir das noch nicht mal vorgestellt – und das ist ja nun auch schon einige Jährchen her. Wie schlimm muss das für alte Ureinwohner erst gewesen sein, die das naturverbundene Leben ihres Volkes noch im Blut hatten!

  6. Danke Ken!
    Wieder ein bereichernder Beitrag, von dem ich ewig zehren werde. Es ist unglaublich, was für Menschen Sie in den Fokus bringen. Sie haben schon einen gewissen Suchtfaktor in mir ausgelöst. Ich freue mich wie Bolle auf jede neue Veröffentlichung. Natürlich bin ich nicht konform mit allen Beiträgen (Tagesdosis). Aber prägend ist Ihr Konzept allemal. Und Herr Storl findet hier natürlich Platz in meinem Bücherregal neben Frau Dahn, Ganser und anderen Helden.

  7. So richtig spannend fand ich das Gespräch ab der 58. Minute, wo es um den Kultur-Imperialismus geht. Ausgesandt um die Grüne Revolution nach Afrika zu bringen, weg von der roten, hin zur grünen Revolution, dazu die Green Berets. Indien mit seinen vielen autarken Dörfern, ein Problemfall. TV soll ihnen zeigen, welche Bedürfnisse, Träume, sie haben sollen.
    Das ist ja gar nichts anderes als das, womit wir mit Filmen, Fernsehen, Werbung und Marketing zum Konsumieren verführt wurden.
    1:03:22 Std. Unsere wunderbare Vielfalt in Europa!
    Die Ethnienbotanik angewendet auf unsere kulturelle Vielfalt in Sprache, Dialekte, Essensgewohnheiten, Kunst, Kulturlandschaften. Wir dürfen uns das nicht kaputt machen lassen. Es geht dabei um weit mehr als um Buntheit. Es geht darum, sich der Ideologisierung (alles nur eine Preisfrage) zu widersetzen.
    Dafür müssen wir aber rauskommen aus unserem Nischendasein.
    Gärtnern mit Leberecht Migge und Marie-Luise Kreuter; (als ästhetisches Sahnehäubchen vielleicht noch Karl Foerster). Wer das verinnerlicht hat, der erfährt beim Gärtnern nach Storl nichts wirklich Neues. Auch lässt sich aus dem Selbstversorger-Garten mit genau denselben Methoden ein Garten für Insekten, Vögel und Wildtiere machen.
    Das spricht überhaupt nicht gegen Wolf-Dieter Storl und sein Gärtnern, im Gegenteil.
    Ich bin aber davon überzeugt, dass diese Art zu gärtnern schon weit verbreitet ist.
    Wer einen Garten hat, warum sollte er nicht gesünderes und schmackhafteres Gemüse, Obst und Beeren selbst anbauen wollen.
    Die Dinge im Großen – wie industrielle Landwirtschaft – wo die Abhängigkeiten geschaffen
    wurden und nicht einfach zurückgedreht werden können, das Einebnen der kulturellen Vielfalt durch Vereinheitlichung von Bildung, vereinfachenden Regeln und Gesetze (EU-Normen z.B.). Hier geht viel Wertvolles unwiederbringlich verloren.
    Hier ist der Knackpunkt.

  8. Wie immer ein sehr interessantes Interview!

    Ich bin froh, das es ein so gutes Kontrastprogramm (KenFM allgemein) zu den alltäglichen negativen Meldungen gibt. Für mich sind die Macher immer wieder eine Art Hoffnungsschimmer bzw. ein guter Gegenpol zum oftmals irrsinnigen Weltgeschehen. Dadurch bin und bleibe ich stets motiviert, regelmäßig selbst sinnvolle Dinge anzupacken und hierdurch innere Kraft zu schöpfen. Dieses positive Denken und Handeln gebe ich auch an mein näheres Umfeld weiter und bin erstaunt, das es doch auch auf nährenden Boden trifft. Glücklicherweise gibt es immer mehr Menschen denen es so geht und deshalb entstehen all die guten Gegenbewegungen zum Mainstream, Konsum- und Politikwahnsinn. Ein großes Dankeschön nochmals an das gesamte KenFM-Team, durch Euch bin ich in den letzten Jahren auf sehr viele tolle Projekte und Menschen aufmerksam geworden.

    Was mir jedoch beim Durchlesen einiger Kommentare hier absolut nicht gefällt, sind oftmals drastische Sichtweisen mancher Kommentatoren. KenFM steht für Offenheit und den Menschen, wie er ist. Kontraproduktiv ist daher diese „Fleisch essen = böse“ Mentalität. Seit einigen Jahren gibt es eine Art fanatische veganer Religion! Weshalb werden Menschen heute regelrecht diffamiert, wenn sie Fleisch, Wurst oder andere Tierprodukte verzehren oder nutzen? Ich frage diese Leute immer, was wird aus all den Tieren, wenn diese keiner mehr benötigt? Sollen die ganzen domestizierten Rassen einfach aussterben? Hierzu habe ich bisher keine befriedigende Antwort erhalten. Dieses Fleisch essen = böse denken, geht noch weiter. Was ist mit Haustieren wie Hunde, Katzen etc. für all diese Haustiere werden ebenfalls zur Futterherstellung Nutztiere getötet. Katzen und Hunde sind Fleischfresser und können nun einmal nicht von rein pflanzlicher Kost leben. Sollen diese Haustiere dann ebenfalls aussterben, oder ist das Schlachten und verarbeiten von Nutztieren für Fiffi & Co. plötzlich okay für die Veganer? Auch die Herstellung der ganzen „fleischlos Produkte“ ist in meinen Augen reine Lebensmittelverschwendung. Schaut man sich die Masse an Energie und Wasser an, so ist es eben ökologisch keinesfalls besser, ein Soja Produkt zu kaufen als ein tierisches. Ich persönlich vertrete eine Einstellung bei der Gewinnung von Nahrungs- und Nutzmitteln, wie die des BÖLW. Also eine nachhaltiges Wirtschaften und Handeln und ein ressourcenschonender Umgang mit allen Rohstoffen. Beispielsweise ist es sinnfrei, das vegane Produkte fast immer in Kunststoffverpackungen verkauft werden. Meine Milch, Quark und Joghurt etc. hole ich direkt beim Bauern mit der Milchkanne und meine Fleisch und Wurstwaren bekomme ich beim Hofladen ebenfalls in mitgebrachte Behältnisse. Gemüse, Obst und Kräuter bauen wir größtenteils im Garten an. Für eine komplett vegane Ernährung, bräuchten wir jedoch ein vielfaches an Feld und Garten. Ich denke die meisten Veganer, können sich vom eigenen Garten, Feld (wenn überhaupt vorhanden) ebenfalls nicht selbst ernähren!

    • Wenn die Welt nicht vollständig aus den Angeln gehoben wird, wird man es einmal mehrheitlich verstehen, was es mit unserer Ernährung wirklich auf sich hat.

  9. Leider konnte ich mir das Interview noch nicht anschauen. Mich faszinierte jedoch bereits das Titelbild. Es sieht so aus, als wäre die Rispe (richtig bezeichnet? keine Ahnung), die über die Schulter von Wolf-Dieter Storl hängt, ein Teil seiner Haare, ein Haarschmuck, ein Teil seiner Kleidung oder etwas anderes, das vollständig zu ihm zu gehören scheint; und vollständig mit ihm verschmolzen ist. Wer da hineinfühlt, der nimmt die liebevolle Verbundenheit dieses wundervollen Menschen mit allem, was ihn umgibt, wahr und das Gefühl der Geborgenheit, des Aufgehobenseins, des Schutzes. Eine annähernd totale Zuwendung, die erwidert wird, und zwar fast zärtlich seitens dieser Pflanze. Hat mich sehr berührt….

    Keeeeene Ahnung: Wenn in der ersten Minute nicht schon jemand stirbt oder durchgef… wird, dann ist es also langweilig. Ich verstehe. In dem Moment, wo die Fließbänder still stehen, da wird auch Ihr „Leben“ beendet sein.

    • Dies ist ein sehr vorurteilsvolles Kommentar und eine ebensolche Beleidigung gegen „Keeene Ahnung“.

  10. Rudolf Steiner, mit dessen Lehre sich Herr Storl ja wohl auch intensiv befasst hat, hatte es ja u.a. auch mit Zwergen und anderen Naturwesen. Ich kenne seine Weltanschauung ganz gut- meine Großeltern waren „Anthroposophen der ersten Stunde“ und ich war auch auf einer Waldorfschule. Ich habe auch gern immer mal wieder Bücher von Steiner gelesen und dadurch innere Zusammenhänge gesehen und ich finde, dass er tatsächlich viel Gutes bewirkt hat. Aber trotz seiner großen seherischen Gaben war er aus meiner Sicht immer noch zu sehr Traditionalist, geistig in seiner Zeit verhaftet. Obwohl er damals schon vorausgesehen hatte, dass Rinder, wenn sie Fleisch essen, „wahnsinnig“ werden, was ja dann auch geschah(BSE), hat er doch den negativen Einfluss des menschlichen Tiere-Verzehrens mit all seinen verheerenden Folgen damals noch nicht erkannt. Er wird zwar im Netz auf irgendwelchen Listen als Vegetarier oder sogar Veganer aufgeführt, war es aber nicht. Ich meine, wir können uns heute nicht rückwärts an unserer Vergangenheit orientieren, weil die Menschheit ihren vorgeschriebenen Weg in die Vergeistigung schon lange abgebrochen hat und sich anstatt zu vergeistigen, sich „verfleischlicht“ hat. Das haben leider nur erst die Wenigsten erkannt in allen uns bekannten Zeiten und auch heute.

    • Meinst du wirklich,du hast zwei Sätze aus einem Buch von Rudolf Steiner verstanden?

    • Mit dieser grobschlächtigen, dummdreisten Beleidigung outen Sie sich doch hier nur selbst,K.d.D.

    • Um ähnlichen Missverständnissen meines Textes hier zu begegnen: Ich halte R.S. trotzdem ohne Frage für einen der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts, der leider vielmals verkannt worden ist und immer noch verkannt wird. Hiermit möchte ich auch auf den hervorragenden Vortrag des Anthroposophen Thomas Meyer hinweisen, der hier bei KenFM aktuell anzusehen ist.

    • Es gibt übrigens doch einige Zitate von Steiner, die vermuten lassen, dass er sich irgendwann zumindest fleischlos ernährt hat. Aber es kann in seiner Lehre nicht radikal enthalten gewesen sein, weil sonst meine Großeltern garantiert auch auf Fleisch verzichtet hätten, denn R.S. war ihr absoluter Guru. Es gab sogar bei ihnen regelmäßig „Leseabende“, wo mein Opa aus Steiners Werken vorlas und darüber diskutiert wurde.
      Außerdem schließt der Demeter-Anbau nach Steiner Tierwirtschaft mit ein(Kuhörner vergraben etc.).
      Das chinesische Bauernvolk hat sich übrigens vier Jahrtausende lang ohne Viehwirtschaft sehr gut ernährt. Als Dung wurde alles mögliche Verwendet, u.a. auch die eigenen Ausscheidungen.
      Nachzulesen in „Geheimarchiv der Ernährungslehre“ von Dr. Ralph Bircher.

  11. Wunderbar, so inspirierend, eine alte Seele der mitteleuropäischen Kultur. Gutes Interviw und klasse vorbereitet. Für mich steht Wolf als Kristallisationspunkt einer authentischen Bewegung, die so dringend neue Vorbilder braucht. Um Wolf können neue Netzwerke entstehen die uns unabhängig und selbstbewusst in selbstbestimmtes/autakes leben führen können.
    Sein Selbstbewusstsein strahlt weise und jeder der von einem Leben auf dem Land träumt hat hier einen spannenden Meister vor sich. Nur die psychologische Gesundheit und das nicht mehr verfügbare Land in BRD sind dann noch die großen Hindernisse zu unserer Befreiung. Wie lassen sich die verbinden, welche aufkeimende Gemeinschaft nähren? Wie lässt sich ein Ort finden der für solche geeignet ist? Wie lässt sich eine Gemeinschaft beschützen vor den zersetzenden Elementen? Ich weiß, das sind fragen an die Bärensuppe, doch es braucht Leute wie Wolf, Rätsch und Sitting Bull in unserem Zentrum.

  12. Ein sehr kommunikativer Mensch, der vieles durchlebt und gelernt hat. Ich verstehe bloß nicht, wie ein Mensch so viel Empfindsamkeit für Pflanzen aufbringen und Mitleid mit aufgespießten Schmetterlingen haben kann, aber keins mit all den Tieren, die grausam vernutzt und gejagt werden. Wie kann man das trennen? Mitgefühl ist von Natur aus unteilbar. Für mich hier leider deshalb im Grunde nichts brauchbar Innovatives. Da richte ich mich lieber nach eigener Lebenserfahrung.

    • Hallo Jele
      Er hat sich in anderen Vorträgen zum Leid der Tiere und der grossen Schuld der Menschen geäussert; er trennt das nicht. Ich weiss leider nicht mehr genau, wo ich diese Aussage gehört habe.
      Vielleicht weiss das jemand anderes?

    • Auf jeden Fall ernährt er sich auch über Tiere und das sieht(mächtiger Leibesumfang) und hört(leichte Kurzatmigkeit) man ihm auch deutlich an. Wer wirklich mit den Tieren mitfühlt, kann sich nicht mehr von ihnen ernähren. Das eine schließt das andere aus. Reiner Traditionalismus ohne Sinn und Verstand, heutzutage sowieso. Ich sage es immer wieder: Am Traditionalismus geht die Welt unter. Mit anderen Worten: Daran, dass die Mehrheit nicht mehr grundsätzlich umdenken kann. Darum geht es und um nichts anderes. Alles andere ist nicht wirklich innovativ, ist mehr oder weniger Oberflächenkosmetik. Mit Speziesismus kommen wir nicht mehr weiter. Der hat uns ja in dieses Untergangszenario hineingeführt. Siehe das Comic-Video „Man“ von Steve Cutts.

  13. Der Mann ist Spitze schon seine Video Beiträge bei gaiamedia gesehen Wahnsinnig tolle Erfahrungen die er auch hier wiedermal mit uns teilt ich kauf mir besser mal sein Buch um mein Garten zu pimpen bevor die Hungersnot eintritt weil die Böden von der ganzen Chemie verseucht und ausgelaugt sind damit ich auch genug zuessen hab dann ganz nebenbei lassen die ja schon die ganzen Wildschweine erschießen damit wir garkeine Nahrung dann haben … selbstmord …

    muss ich erstmal downloaden !

    Dr. Christian Rätsch würde mich auch sehr interessieren für die nächsten Macher Sendungen

    Danke für den Beitrag Ken

    • Da sollte man vor allem mal anfangen, zu studieren, welche Pflanzen es neben welchen Pflanzen aushalten und welche sich nicht miteinander vertragen. Das gibt es nämlich. Unverträglichkeiten. Sogar Aversionen.
      Abgesehen davon, dass Menschen und Pflanzen nicht nur der freie Wille voneinander unterscheidet.
      In der Heil- und Ritualarbeit sind mir Pflanzen und die Natur viel lieber als Menschen. Bei Menschen muss man immer froh sein, wenn sie das annehmen, was Du für sie tust. Wenn sie nicht lieber weiterleiden und sich weiterquälen.
      Pflanzen, Tiere, Natur: völlige Offenheit und Mitgehen mit dem, was geschieht. Pflanzen werden ihrem Gärtner keinen Widerstand entgegensetzen.
      Menschen erkennen noch nicht einmal an, dass es den großen Gärtner überhaupt gibt.
      Menschen: sie wissen alles besser und wollen alles anders. Wandelnde Steine.
      Ich entschuldige mich bei den Steinen für diesen Vergleich.

      Jetzt bin ich mal gespannt, wie Sie, SiW, es schaffen werden, auch diesen Beitrag so zu wenden, dass es neben der Werbung für Multikulti auch noch zu einem Angriff gegen die AfD reicht.

      Wer kennt den Film noch nicht, der auf Arte lief, wo eine völlig verzweifelte und überforderte Klassenlehrerin plötzlich eine Pistole in der Hand hat?
      Sozialstudie über die so hoch gepriesene Durchmischung aller Kulturen in einer Schule Frankreichs.
      „Heute trage ich Rock!“

    • Das es Unverträglichkeiten zwischen verschiedenen Pflanzen gibt, weis ich.
      Wir haben selber einen kleinen Garten.
      Das es Pflanzen gibt die „sehr gut miteinander können“, auch.
      Das nennt sich Mischkultur. Beide profitieren.
      Z.B. Erdbeeren und Knoblauch.

      Mein Kommentar ist da in bestimmter Weise nicht ganz richtig, wenn ich Ihrer Argumentation folge.

      Mir ging es eher darum, darauf hinzuweisen, das aus allen Herren Ländern, verschiedene Pflanzen in einem Garten gedeihen können, wenn der Gärtner es klug anstellt. –> positive Herangehensweise.

      Was Sie den „großen Gärtner“ nennen, befeuert wahrscheinlich die (ihre?) Denkrichtung:
      Da gibt es einen Gärtner, der unverträgliche Pflanzen ganz gezielt nebeneinander in ein Beet setzt.

  14. Was für ein wunderbarer Beitrag! Ich bin ein großer Storl-Fan, besitze mehrere seiner Bücher (die ich auch nur weiterempfehlen kann) – und ja, ich finde seine Hinweise zur Selbstversorgung wirklich großartig (auch wenn ich bislang noch längst nicht alles umsetze!)…

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