Wolfgang Bittner: „Deutschland würde bei der Ausweitung eines solchen Krieges in Schutt und Asche fallen“

„Die Bevölkerung wird nach Strich und Faden hinters Licht geführt“, sagt der Schriftsteller Wolfgang Bittner gegenüber den NachDenkSeiten. In einem Interview zum Thema Krieg und Frieden legt der Autor und Jurist dar, wie er die gegenwärtigen Spannungen in der Weltpolitik wahrnimmt. Ob die Krise in der Ukraine, die Aufrüstungspolitik der Nato oder die militärischen Drohgebärden gegenüber Nordkorea: Bittner betont, dass „mehrere Zündschnüre“ brennen und nicht absehbar sei, „ob sich der Frieden in der Welt bewahren“ lasse. Bittner sagt, dass sowohl Medien als auch Politik nicht korrekt über die Hintergründe und Ursachen dieser Konflikte und politischen Spannungen aufklären.

Es finde gerade auch „hinsichtlich des Ukraine-Konfliktes und der Auseinandersetzung mit Russland eine unglaubliche Indoktrination der Bevölkerung“ statt.

„Die Fakten“, so Bittner, „werden vernebelt und verdreht, es wird gehetzt und gelogen.“

Das Interview führte Marcus Klöckner und ist am 4.11.2017 auf den NachDenkSeiten publiziert worden.

Hier gehts zum Interview mit Wolfgang Bittner auf den NachDenkSeiten. 

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6 Kommentare zu: “Wolfgang Bittner: „Deutschland würde bei der Ausweitung eines solchen Krieges in Schutt und Asche fallen“

  1. Tony: „Welcher Frieden?“

    Kluger Einwand. Aber Dritter Weltkrieg, ggfs. mit dem Einsatz von Atomwaffen, ist doch etwas anderes als die zurzeit stattfindenden Konflikte und lokalen Bürgerkriege, so schrecklich das alles ist.

    Wolfgang Bittner hat recht: Wir brauchen eine starke weltweite Friedensbewegung! Ich frage mich, wann die Gewerkschaften, die Kirchen usw. endlich aufwachen und etwas in Gang bringen. Übrigens läuft gerade eine Unterschriftenaktion:
    https://abruesten.jetzt/
    Unterschreiben!

    • Unfriede beginnt leider schon in Kleinigkeiten und dehnt sich dann, unaufhaltsam, immer weiter aus.
      Am liebsten möchte ich in einem solchen Kontext immer auf das Buch von Barry Long hinweisen, wo er beschreibt, wie der Unfriede bereits die kleinen Kinder ergreift, falls die Eltern nicht wissen, wer sie sind und rechtzeitig intervenieren und das Kind in dem bestärken, was es in Wirklichkeit ist: Liebe, Wahrheit, Frieden, Friedfertigkeit, das Gute, die Essenz des Lebens selbst.
      Das Buch heißt „Nur die Angst stirbt“ und das betreffende Kapitel über das Eindringen des Unglücks
      und des Unfriedens in die menschliche Psyche lautet provokativ: Das besessene Kind.
      Wir alle sind, leider, besessene Kinder; und in den Sandkastenkriegen entstehen die Soldaten, Bomberpiloten
      und Generäle.

      Habe die Petition zur Abrüstung gerade unterzeichnet – danke, Elina! – und ein Dutzend mal weiterverbreitet.
      Klingt vielversprechend und sieht fundiert aus, auch vom Formalen her (eigene Website).
      Auch wenn es hier nur um Symptomkuriererei geht: wenigstens ein Anfang und besser als nichts.

    • Kein Einwand gegen Bittner.
      Ich sehe nur ein Problem, das ich, ohne es tiefer zu beschreiben, mit Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsdefizit, Dualismus und Krieg/Frieden andeuten möchte.
      Beispiel: Der Ehekrieg findet statt, lange bevor es zur Gewalt kommt.
      Ich sehe das mit jedem Krieg so. Der sogenannte „Kalte Krieg“ ist für mich (beabsichtigte) „Vernebelung“ von Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. Aber unsere Kultur ist eine teilende und teilt immer in Stücke wie Vorher und Nachher, wie einen Kuchen, den man aufteilen kann. Daß Vorher und Nachher und Nachher und Vorher ineinander übergehen ist schwer vorstellbar. Und ist der Krieg zwischen zwei Nachbarn in einem Mehrfamilienhaus teilbar? Aber genug davon und zu dem, was „im Raum“ steht: Atomkrieg.

      Ich sehe mit Hiroshima und Nagasaki den Krieg nicht beendet, sondern den Atomkrieg begonnen. Und bis heute nicht beendet!
      Denn es war Botschaft und „in-Stellung-Gehen“ zugleich (für antizipierte Zukunft); und als Botschaft nicht nur eine regionale. Diese „Zukunft“ scheint für manche nun „Gegenwart“. Was möglich ist, wird gemacht.
      Meine Wahrnehmung.

      One-Belt-One-Road ist die Chance, „Kriegen“ als Handel zu betreiben – ohne Bomben.

  2. Ich stimme in allem überein. Wolfgang Bittner schreibt: „Zurzeit brennen also mehrere Zündschnüre und es ist nicht absehbar, ob sich der Frieden in der Welt bewahren lässt.“ Und er nennt Ursachen und Verursacher.

    Spannend auch die Planungen Moskaus und Pekings im Rahmen der Shanghai-Cooperation (One Belt, One Road-Projekt) und die Folgen der Sanktionspolitik der USA für Deutschland und Europa, die außen vor bleiben. Die europäischen Politiker müssten alles daran setzen, diese Zwangsmaßnahmen der USA zu Lasten Europas abzuwehren. „Aber das wird von den USA nicht erst in jüngerer Zeit verhindert, weil sie dann ihre globale Vormachtstellung verlören, sie würden eine Regionalmacht mit großen inneren Problemen. Deswegen die Teilung und das Erzeugen von Chaos in Europa, die Interventionen und diese gewaltige Rüstung.“

    Ein sehr gutes Interview mit außerordentlich wichtigen Inhalten, klar und deutlich!

  3. Ein sehr klares Interview mit guten Fragen und fachkundigen Antworten. Lobenswert finde ich auch die fast bescheiden auf jeden Fall aber behutsam zu nennende Haltung von Herrn Bittner. Beispielsweise an der Stelle, wo er um Prognosen gebeten wird.
    Da spricht jemand sehr aufrichtig und gewinnt erneut mein Vertrauen.
    (Im Gegensatz zu denen, die bei uns in der Regierung sitzen und die Herr Bittner recht deutlich charakterisiert:
    „Es ist unfassbar, mit welcher Arroganz, mit welcher Dreistigkeit diese Leute auftreten, wo Zurückhaltung und Bescheidenheit geboten wäre. Aber das wird dann noch von den Medien als große Geste zur Verständigung mit Russland dargestellt, als ob es guter Wille von Deutschland wäre, dem uneinsichtigen, böswilligen Putin die Hand zu reichen. Verlogener geht’s doch nicht.“)

    Aufrichtigkeit!!!!
    Herr Bittner lebt sie vor.

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