Wolfgang Bittners Roman „Hellers allmähliche Heimkehr“ ins Farsi übersetzt

Ein literarischer Beitrag zur Völkerverständigung

Der Roman „Hellers allmähliche Heimkehr“ des in Göttingen lebenden Schriftstellers Wolfgang Bittner ist ins Farsi (Persische) übersetzt worden. Der Teheraner Nilufar Verlag hat das Buch Ende 2019 herausgebracht, nachdem der angesehene Übersetzer und Lyriker Kamran Djamali etwa ein Jahr an dem Roman gearbeitet und den Text mit erklärenden Fußnoten für die iranische Leserschaft angereichert hat.

„Hellers allmähliche Heimkehr“ handelt von einem Journalisten, der nach 25 Jahren in die norddeutsche Kleinstadt zurückkehrt, in der er aufgewachsen ist, und die Stelle des Chefredakteurs der Lokalzeitung übernimmt. Probleme sind vorgegeben, denn neben der vermeintlichen Normalität gibt es eine andere Wirklichkeit: Ein dichter Filz aus Beziehungen, Abhängigkeiten und Korruption versteckt sich hinter gutbürgerlicher Fassade. Als Heller dagegen vorgeht, gerät er in ernste Schwierigkeiten, in die auch sein direktes Umfeld einbezogen wird.

Der Roman erhielt zahlreiche sehr positive Kritiken. „Es ist ein gutes und wichtiges Buch“, bescheinigte der Focus. Der sozialdemokratische Vorwärts lobte: „Der Roman ist fiktiv und dennoch exemplarisch. Er spiegelt die heutige Wirklichkeit.“ Und in der Zeitschrift Ossietzky hieß es: „Es gibt ihn noch! Den Roman der lesenswert ist, in der Jetztzeit spielt und (endlich) wieder die gesellschaftliche Realität spiegelt.“

Wolfgang Bittner, von dem Bücher und Texte inzwischen in 16 Sprachen einschließlich Chinesisch, Koreanisch und Russisch übersetzt worden sind, schrieb in einer dem Buch angefügten Danksagung, er wünsche sich, dass sein Roman im persischen Sprachraum viele Leser findet, „die an einem literarischen Einblick in die gesellschaftliche Wirklichkeit Deutschlands interessiert sind“. Nach Auskunft des Übersetzers ist das der Fall. Trotz der von den USA ausgehenden Aggressions- und Sanktionspolitik bestehen in den Iran – ebenso wie nach Russland – nach wie vor zahlreiche kulturelle Verbindungen.

Wolfgang Bittner lebt als Schriftsteller und Publizist in Göttingen. Der promovierte Jurist war freier Mitarbeiter bei Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen und hat etwa 70 Bücher veröffentlicht, zuletzt 2019 den Roman „Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen“ und das Sachbuch „Der neue West-Ost-Konflikt – Inszenierung einer Krise“.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildquelle: CHM3N / shutterstock

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Ein Kommentar zu: “Wolfgang Bittners Roman „Hellers allmähliche Heimkehr“ ins Farsi übersetzt

  1. Kenne jetzt den Inhalt dieses Romans leider noch nicht … aber ich glaube, Herr Bittner ist einer der Wenigen, die noch am eigenen Leib Kriegsleid erfahren haben und sich trotzdem mit Offenheit und Ehrlichkeit dem Thema Drittes Reich / Deutschlands Vergangenheit und Gegenwart stellen. Das Dritte Reich hat jedenfalls nicht aufgehört zu existieren. Nicht in unseren Köpfen (ob nun dafür, dagegen, oder nur "Latte"). Und dieses Thema strahlt heute möglicherweise weit mehr auf uns ab als wir wahrhaben wollen.

    Man sollte sich von diesem Trauma lösen, um diesbezüglich klar im Kopf zu werden.

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