Im Gespräch: Wolfram Elsner („Keine Angst vor China: Wie die neue Nummer Eins die Welt verändert“)

Eine 3.500 Jahre alte Kultur, 9,5 Millionen Quadratkilometer Festland, aktuell 1,393 Milliarden Menschen – das ist China. Ein Land, das sich in den letzten Jahrzehnten zu einer ernst zu nehmenden, modernen Industrienation entwickelt und sich die Bewunderung, den Respekt und natürlich auch den Neid vieler Staaten erarbeitet hat.

Ein Imperium aber ist es nicht. Dafür fehlen China im Vergleich zu den USA ein paar wenige Flugzeugträger sowie vor allem eins: das Streben nach Weltherrschaft. Wenn die USA sich selbst als exzeptionelle Weltmacht bezeichnen und Begriffe wie „Full-spectrum dominance“ für sich beanspruchen, will China im Gegensatz dazu lieber kooperieren statt dominieren.

Wolfram Elsner, seines Zeichens Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bremen, erklärt uns gleich zu Beginn des Gespräches genau das. Und er geht weiter. Selbst innerhalb des gesellschaftlichen Bewusstseins sei in China in den letzten Jahren eine Abwendung von der egozentrischen Ellenbogengesellschaft zu beobachten, hin zu einem echten „Wir-Gefühl“.

Nicht nur die große Kooperationsbereitschaft und die Fähigkeit Klimaziele zu erreichen, auch die Abkehr von der „Ein-Kind-Politik“ und die kaum noch wirksame staatliche Zensur könnte den Zuschauer überraschen.

China ist weit weg, aber China ist auch weitaus interessanter, als es scheint. Das China von heute ist ein Einwanderungsland. Reisen wir also ins Reich der Mitte. Einmal klicken und schon geht‘s los.

Inhaltsübersicht:

0:01:40 China will kooperieren, nicht dominieren

0:08:21 Das frühe China auf dem Weg zum ökologischen Vorbild

0:18:25 Das Verhältnis chinesischer Bürger zum Staat

0:32:36 Eine Wir-Gesellschaft

0.39:24 Der Künstler Ai Weiwei

0:57:47 Als Ökonom nach China

1:10:32 China und die Corona-Situation

1:18:45 China ab 1949 – die 10 Krisen

1:28:37 Die Uiguren und die neue Seidenstraße

1:39:42 Die BRICS-Staaten und die Belt & Road Initiative

1:47:02 Die vergangene 1-Kind-Politik

1:48:55 Zensur in China

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117 Kommentare zu: “Im Gespräch: Wolfram Elsner („Keine Angst vor China: Wie die neue Nummer Eins die Welt verändert“)

  1. Extrem interessantes Interview.

    Der Herr Jebsen kann ja mal bei der chinesischen Regierung anfragen, ob der weltweite Umgang mit Sars-CoV-2 übertrieben ist.
    Einerseits die Pandemie bestreiten und andererseits China für seine Art der Bekämpfung loben ist widersprüchlich.
    Die Rechten haben in Deutschland und Europa schlimm gewütet, nicht mit denen die diese Taten relativieren oder sogar gutheißen marschieren zu wollen, ist doch das Mindeste was wir gelernt haben sollten.
    Parteien werden unterwandert, richtige Inhalte werden dadurch aber nicht falsch, ein schwieriges Thema.
    Informationen darüber wie Meinungsfreiheit in China umgesetzt wird sind weiterhin interessant.
    Beweise dafür, dass es auf dem Platz des himmlischen Friedens nicht Tausende von Toten gegeben hat auch.
    Ohne diese hat man in Gesprächen kein Werkzeug um überzeugen zu können, was regelmäßig ärgerlich ist.
    Ansonsten ist dieses Interview ein einziges Argument dafür die USA nicht noch weiter bei der Demütigung Chinas zu unterstützen.
    Wir wären so dumm diejenigen die bei Wohlstand, Forschung und Nachhaltigkeit so viel weiter sind wie wir nicht als Verbündete zu gewinnen.
    Covid-19 deckt so viel auf, die Überlegenheit Chinas gegenüber den USA was die Versorgung der Bevölkerung betrifft ist bewiesen.
    Die USA werden vom MIK ruiniert, im Interesse der Allgemeinheit in den USA ist das nicht.
    Sehr viele unserer Politiker und Medien sind leider „transatlantisch korrumpiert“, es gab mal eine Folge der Anstalt die das wunderbar kenntlich gemacht hat.
    Wenn wir der US-Linie weiter folgen und China komplett verärgern, dann haben wir noch längerfristig viele wirtschaftliche Probleme, einen weiterhin zunehmenden Migrationsdruck, vermehrt auftretende rechtspopulistische Regierungen und eine zunehmende Militarisierung, weil das Schutzgeld für den MIK ja generiert werden muss.
    Auf der anderen Seite lockt uns China, was wahrscheinlich sogar bei der Wasserstofftechnologie interessante Ergebnisse hat, und von dem wir wissenschaftlich und wirtschaftlich total und absolut profitieren könnten.
    Und Russland, bei dem wir als Deutsche eh auf ewig in der Schuld stehen und was darüber hinaus auch gigantische Rohstoffvorkommen hat.
    Jedem der auch nur einen Hauch an Europa hängt müsste doch sofort klar sein, dass wir uns auf gar keinen Fall gegen China und Russland entscheiden sollten.
    Vor allem jetzt der Hetze wegen Hongkong nicht glauben wäre für Europa sehr gut und stattdessen auch mal die Informationen aus solchen Artikeln verbreiten;

    linkezeitung.de/2019/08/21/hinter-einer-tv-gefertigten-protestgeschichte-aus-hongkong-setzt-washington-auf-nativismus-und-mobgewalt/

    Das beste wäre Jodie Foster würde US-Präsidentin werden und sofort den US-Imperialismus beenden, damit wäre den Menschen in den USA dann auch geholfen.

    Die Definition was Links ist müsste vielleicht neu aufgelegt werden, in dem Beitrag werden keine Namen genannt, man kann mit der generellen Kritik an „ Links“ so nicht viel anfangen.

    Rationell und USA passen leider so gut wie gar nicht mehr zusammen, beruhigend ist anders.
    Selbstständiges Wirtschaften ist erlaubt und es gibt keine geplante Produktion, m.E. ist das Kapitalismus in China.

    Sehr gutes Interview!

  2. Ein sehr gutes Gespräch.

    So, wie man in dem Gespräch mit Bernd Erbel den Islam und insbesondere den Iran näher kennenlernen konnte, kann man in dem Gespräch mit Wolfram Elsner China näher kennenlernen. Solche Interviews sind wertvoll.

    Leider plappern einige Hauptmedien in Deutschland den antichinesischen Unfug, den die USA verbreiten, nach. Da ist es wichtig, dem seriöse Informationen entgegenzusetzen.

  3. Der pro-chinesische Plapper-Hannes der WHO ist selbst ein Schlächter!

    "Tedros Adhanom Ghebreyesus has repeatedly parroted Chinese Communist Party talking points, constantly heaping praise on Beijing’s response to coronavirus despite the fact that China hid the truth about its spread and viciously silenced scientists and doctors who tried to warn the world.

    Now we know why."

    summit.news/2020/04/03/who-director-was-top-member-of-violent-ethiopian-communist-party/

    Now we know why he loves China so much.

    Ich erwarte, dass auch in China die alten deep state-Verbindungen ausgemerzt werden müssen, bevor dieses System ausschließlich wohlmeinend bewertet werden könnte.

    en.wikipedia.org/wiki/Yale-China_Association

    Das war der Ausgangspunkt und Prof. A. Sutton hat uns schon lange darüber berichtet, wie das Kapital unter Nelson (?) Rockefeller sich China "einverleibt" hat.
    Vielleicht war es von Anfang an ein WHO-Projekt.

    So wie es die russ. "Revolution" 1917 war wie es der Faschismus war.

    Geplant am Reißbrett der Global-Ingenieure.

    Was soll das mit dem Volk zu tun haben, auch wenn man sich noch so oft Volksrepublik nennt?

  4. Kann vielleicht mal jemand sagen wie die Geldschöpfung in China funktioniert? Unser Giralgeldsystem hat ja quasi einen Geburtsfehler, durch die Exponentialfunktion merken wir in immer kürzeren Abständen ein Verschlechterung der Lebensqualität. Wie man u.a. beim Wunder von Wörgl gesehen hat, hat das Geldsystem immense Auswirkungen. Vielleicht kommen die Chinesen daher besser zurecht als wir?

  5. I’m
    Vergleich zu den Methoden in China mit “forced quarantaine” – “forced app delivered contract tracing” and IF available – forced immunization
    The concerns about corona dictatorship while admiring China are ;

    A schizo affektive Kollektive personality disorder

    Spread by kenfm – i am sorry to be so blunt but it is the truth

    • But I will give credit to China that there is wie Bereitschaft – vielleicht kulturell bedingt – well being of society I’m
      Vergleich zum persönlichen Individualismus höher zu bewerten – this makes their system
      Very effective – and there is an urgency to improve western capitalism – we need to build trust among our society and avoid am unnecessary polarisation

    • @ US German

      This place offers generous hospitality to almost anybody – is it appropriate to offend the host over a bad mood after a beer or two?

      If you were younger I would have asked you to behave.

    • I do this for YOU – Kirsten – it will help to see different perspektieves – I treat you as I want to be treated ….we are not in china

    • By the way I do not treat younger people (children) by telling them “to brave” – I try to show them my Perspektive if they “do not behave”

    • Uebrigends war das Gespräch gut – es gab mit eine andere Perspektive – ich spreche heute per Zoom mit einem deutschen Freund der sei über 10 Jahren in China lebt – um meinen Eindruck dass der Professor etwas einseitig seine Meinung artikuliert — zu verifizieren ….uebrigends sollten wir von China lernen – wie auch umgekehrt – da bin ich mit dem Prof einer meinung

  6. Lieber Ken – dr Li der Augenarzt der von der Polizei still gestellt wurde – und an corona gestorben ist – sagte kurz vor seinem Tod :” there should be more than one voice in a healthy society”

    Warum deine bewunderung für China???

    • In China wäre Ken jebsen vermute ich mal – nach einem Video a la “corona dictatur” VERSCHWUNDEN – das finde ich nicht bewundernswert !!! Ken jebsen – ich mag dass du deine andere Meinung artikulieren kannst

  7. Es ist immer toll jemandem zu zuhören, der von etwas begeistert ist. Und es ist schön, eine Darstellung von China zu erfahren, die so anders ist als das, was gegenwärtig durch die Propagandakanäle geleitet wird.

    Allerdings deckt sich das, was Herr Elsner sagt, nur sehr bedingt mit eigenen Erfahrungen und dem, was ich aus erster Hand und meinem familiären Umkreis erfahre. Aber das ist sicher dem Unterschied zwischen Leuten, die in der Wirtschaft arbeiten und denen, die darüber an Hochschulen philosophieren, geschuldet. Schließlich ist es die Aufgabe der Hochschulen in den Gesellschafts"wissenschaften", die Kader auszubilden, die die Welt so sehen, wie sie sein soll, nicht wie sie ist. Und das ist in China sicher nicht anders als hier. Was wir also gehört haben, ist das Bild, das China von sich gezeichnet haben will. Und auch das tatsächliche Bild ist beeindruckend, wenn man auf Hochhäuser, Infrastruktur und Technologieentwicklung schaut. Die Schattenseiten werden bereits weiter unten thematisiert und brauchen hier nicht wiederholt zu werden.

    Sollte sich der Herr Elsner mit den chinesischen Eliten, ihrer Rekrutierung und der Regelung ihrer internen Differenzen befassen, dann wäre es sicher schnell mit seiner Beliebtheit in China vorbei. Ein Thema, das in einem Land, in dem hunderte Bürger ihren Stammbaum verbürgt bis auf Konfuzius zurück führen können, nicht uninteressant wäre.

    Und ganz skurril wird es, wenn Herr Elsner den Patriotismus und die Aufbruchstimmung lobt, etwas, was man hier in Deutschland über das Deutsche Reich seit 1871 (Gründerzeit (!)) bis zur Bundesrepublik Deutschland heute nicht sagen dürfte, ohne sich höchster Misbilligung auszusetzen. Dabei wiederholt sich unter unseren Augen das, was man neuerdings Thukydides-Falle (oder -Trap) nennt: den unausweichlichen Kampf eines Imperiums gegen einen aufstrebenden Wettbewerber, der die ökonomischen Quellen zu gefährden droht. Ein geradezu klassischer Fall ist der Kampf der Angelsachsen gegen Deutschland seit 1871 bis heute. (Ja, bis heute, z. B. durch Umformung unserer Bildungslandschaft nach amerikanischem Muster, Migration, etc. pp. mit tatkräftiger Unterstützung der Transatlantiker, der Grünen und der SPD. (*)) Insofern sind die Extrapolationen des Herrn Elsner in die Zukunft lediglich Spekulationen mit unsicherer Prognose. Aber die Darstellung Elsners und die gegensätzliche Propaganda bezüglich Chinas sind ein Indiz dafür, dass wir in wirklich kritischen Zeiten leben.

    (*) Bitte diese meine Meinung nicht kommentieren, denn hier geht es um China.

  8. Vorweg gesagt: Ich habe schon mehrmals KenFM unterstützt und hege auch keinen übermäßigen Groll gegen China.

    Ehrlich gesagt bin ich entsetzt über dieses Interview. Ein handzahmer Ken Jebsen interviewt einen Wirtschaftswissenschaftler, der nach eigenem Bekunden lange Zeit keine Ahnung hatte über China, zu China. Im besten Fall ist dies einfach Werbung für ein Buch, das niemand braucht; im schlimmsten Fall ist das Propaganda. Dieser Wirtschaftswissenschaftler ist tatsächlich der Meinung, dass die soziale Überwachungs-App gegen die "oberen 10.000" gerichtet ist, und das gemeine Volk ja gar nichts zu befürchten hat.

    Das war sicher keine Sternstunde von KenFM.

    Eigentlich habe ich diese Meinung unter das Youtube-Video gesetzt. Aber dort bin ich wohl shadow-banned …. meine letzte Meinung zu KenFM und auch meine letzte Spende!

    • Wir leben wirklich in seltsamen Zeiten, in denen offenbar auch vernunftbegabte Menschen sehr dünnhäutig geworden sind.
      1) shadow banned – das kann nicht mehr als eine Vermutung sein. Dem Umstand, dass der Kommentar nicht sofort angezeigt wurde, könnte auch X-andere Gründe haben, stimmt's?
      2) keine Sternstunde – das ist Ihr Urteil, und das ist in Ordnung. Viele andere Menschen hier (siehe Kommentare) kommen zu anderen Urteilen.
      Ein Portal zu unterstützen, das explizit für MeinungsVIELFALT steht und diese Unterstützung dann zu streichen, wenn eine Meinung mal nicht gefällt – da kommt der Verdacht auf, dass sie von Anfang an nicht verstanden haben, wo Sie hier sind.

    • ich fand das interview interessant – da ich glaube dass der Professor authentisch war (wenn auch blauaeugig was ihm zusteht da er seine Meinung haben darf)

      Ken dagegen sollte als journalist nicht naiv sein und hat als interviewer leider eine aehnliche schlechte Figur gemacht wie der Interviewer von Bill Gates in den Tagesthemen – wobei man zur Entschluldigung vom tagessthemen sprecher beruecksichtigen kann dass die Figur Bill Gates eher einen 'einschuechtert' als ein professor der ein paar Monate in China lebt….und daher er befangen gewesen sein mag…….

  9. Zumindest haben GB und USA bewiesen nicht als Weltmacht zu taugen. China sehe ich genau so kritisch.
    Der Multiplikator an Gefährlichkeit ist für mich der rasante wissenschaftlich/technische Fortschritt und die Digitale
    Überwachung. Keiner weiß was da noch auf uns alle zukommt. Die totale Kontrolle und der Verlust an den letzten Freiheiten machen mir Angst.

  10. Ken sehnt sich nach der Zerschlagung des US imperiums und Aufloesung der NATO ….. Ramstein zusammenklappen… weg mit den Atombomben … dafuer eine friedliche Chienesisch Russische Eurasische platten dominanz …..

    als US Amerikaner kann ich nur sagen … ja sieht ziemlich danach aus … und von mir aus koennne die GI's lieber heute als morgen aus Dt abziehen….. und ja Trump kann sowieso besser mit Kim als mit Angie…. schmunzel

    in 200 Jahren treffen wir uns hier wieder im Forum und sehen ob es unter chinesischer Dominanz besser ist …..
    (ich befuerchte NEIN…. Menschen tendieren zu Macht/missbrauch … aber who knows)

    • Wir würden die US A ja mitmachen lassen, aber die US amerikanische Elite muss erst mal in ein geeignetes Umerziehungslager, das ihnen einbläut die Menschenrechte zu achten :–) Hail Trump and the US A

    • Sie scheinen typisch amerikanisch zu denken: Es geht immer um Dominanz, wenn nicht unter US- dann unter China-Dominanz.
      Dass Sie hier den kulturellen Unterstrom des Christen-/Judentums, dass aus einer Ideologie räuberischer Hirtenvölker (siehe Altes Testament/ Tora; im Gegensatz zum bäuerlichen bsw. Chinas) hervorgegangen ist, übersehen, ist für die meisten Menschen nur natürlich, beweist aber ein geringes Maß an Reflektion. Die vielen Menschen unterschiedlicher Kultur und Sprachen dürften in einer sich auf gleicher Augenhöhe begegnenden Welt besser aufgehoben sein als in der gegenwärtigen mit der Eroberung von Einflussphären und Märkten.

    • es geht um Menschen ….. schauen Sie mal in ihrem Umfeld … bei der Arbeit … wie 'Dominanz' aussieht … ja ich wuenschte mir auch eine Gesellschaft wo alle gleich sind und alle gleich happy – das ist eine ILLUSION………

      pragmatisch waere es besser die Dinge stueckweise zu verbessern …. daher mag ich NICHT wenn die USA die einige Weltmacht sind …. weil ich weiss dass MACHT missbraucht wird…. und bin froeh dass Russland wieder aus der Krise rausgefuden hat – das passt nicht zu ihrem Urteil ueber mich ?

      allerdings bin ich genaus kritisch ueber eine sich – wie selbst der PROFESSOR IN SEINEM Buch anklingen laesst – Dominanz von China ….. da ich die 'idealisierte Warhnehmung nicht teile' es sind auch Menschen ……

      wer den Mensch (sich selbst kennt) der kann gegensaetzte akzeptieren und neigt nicht zu shizoaffektiven Fehleinschaetzugen (gegen Impfpflicht und tracking app aber fuer China idealisierEn 🙂

  11. Als "Schwiegersohn Chinas" mit zweitem Wohnsitz in Nanning (Guangxi) beobachte ich die Entwicklung und die Stimmungen seit ca. 20 Jahren vor Ort. Viele meiner praktischen Erfahrungen decken sich mit den theoretischen Ausführungen im Gespräch. Der Wille zum eigenen und zum allgemeinen Nutzen zu handeln ist tief verwurzelt.
    Ich habe die "Coronakrise" hier vor Ort erlebt (bin seit Dez 19 hier) und war überrascht, wie diszipliniert alle Bürger mitzogen. Auf Nachfage kam meist der Hinweise, dass man schon Erfahrung hätte von SARS 2003.
    Wenn ich dann den Affenzirkus in Deutschland sehe … aber der deutsche Familienzweig braucht auch Unterstützung, also werde ich dann wohl erst mal ins "verseuchte" Berlin zurückkehren.
    Toller Beitrag 👍

    • zum thema 'Affenzirkus' wie lange koennte wohl Ken Jebsen in china seine narrative verbreiten ?
      ehrliche Frage an einen der mehr Ahnung hat als ich (mein Eindruck etwa 2-3 Stunden … dann waere er 'weg')
      zumindest soweit meine chinesische kollegein berichtet kann man auf wechat das wort 'Meinungsfreiheit' nicht unzensiert eingeben..

    • Faschismus und Antifaschismus haben die selbe perverse Geistesbehinderung .
      Es ist die soziopathische Unfaehigkeit goetterfunkengleich bedingungslos zu lieben.
      Aber manchmal taut auch das Eis wie in der wahren Geschichte "7 Jahre Tibet".

  12. Ja, mein Ton war tatsächlich etwas scharf – aber so bin ich.
    Was der Schreiber derewo sagt, damit stimmt mein Sohn weitestgehend überein. Das ist die persönliche Perspektive, die viele Deutsche (und nicht nur Deutsche), die in China leben oder gelebt haben, dort eventuell auch Familie haben, teilen. Aus persönlicher Erfahrung an der gesellschaftlichen Basis und wie die Lebenswirklichkeit für die allermeisten Chinesen ist.Mein Sohn sagt auch, dass er etwas dazu schreiben würde, unter den folgenden Voraussetzungen:
    Erstens: Es müsste ein Interesse vorhanden sein, dass das Video mit Zeitstempeln und und Zitaten genau analysiert wird, richtige und positive Punkte bekräftigt werden, und falsche Punkte genau benannt werden. Das ist sehr viel Aufwand, und lohnt sich nur, wenn echtes Interesse daran vorhanden ist.
    Dazu kann man kurz sagen: Von der chinesischen Gesellschaft als einer "konfuzianischen" Gesellschaft zu sprechen ist ungefähr genau so wie zu sagen, die deutsche Gesellschaft wäre eine "kantianische" Gesellschaft.
    China als Großmacht in Ostasien ist und war, wie alle Großmächte der Geschichte, imperialistisch, gewalttätig, kriegerisch, kolonialisierend, hat ethnische Säuberungen betrieben und über die Jahrhunderte Territorien besetzt und sich angeeignet, die nicht zum Ursprungsgebiet der sog. Han-Chinesen gehören. Diese Politik betreibt die KP, wie alle Großmächte auch, bis zum heutigen Tag.
    Alles andere wäre historisch naiv und verbreitet gefährliches Halbwissen über die Vorgehensweise von Großmächten.
    Zweitens muss man dann auch nur über China sprechen, und nicht auf die Enttäuschungen über Deutschland oder Amerika und des "Westens" zurückkommen, dabei bringt man dann einiges durcheinander. Man muss das klar trennen. Denn sicher kann man von den Chinesen manches lernen, so wie umgekehrt auch. Aber es ist kontraproduktiv, die Schweinereien der USA, der Europäer, des Westens usw., mit einem naiven Positivmodell Chinas zu kontern, denn dabei werden Sachverhalte vermengt, die nicht zusammengehören.
    Drittens: Die Authetizität des Professors ist echt und wahrhaftig. Das heißt aber nicht, dass er die "Wahrheit" oder auch nur einen großen Teil der Wirklichkeit Chinas sieht. Der Grund liegt einfach darin, dass die Chinesen sehr gut darin sind, die Teile zu verstecken, die zu zeigen nicht genehm sind. Dazu kommt, dass gerade Menschen wie Herr Professor Elsner in China, und von der Chinesischen Regierung, geradezu hofiert werden, da es im internationalen Wissenswettbewerb für alle Länder und Universitäten ein Aushängeschild ist sich mit ausländischen Fachkräften zu schmücken. Diese bekommen dann das Beste der unheimlich großzügigen chinesischen Gastfreundschaft präsentiert. Die meisten Ausländer bekommen vom Leben der Chinesen nichts mit, da sie weder Chinesisch sprechen, oder auf Chinesen treffen, die ohnehin Ausländern gegenüber nicht nur neugierig sind, sondern auch aufgeschlossen. Die allermeisten Gäste des Landes leben in einem für sie eigens eingerichteten Kokon.
    Viertens: Muss man die Kommunikationsstrategie der chin. Regierung genau auseinandernehmen. Einen guten Leitfaden dafür bieten die ehemalige Sowjetunion und die DDR.
    Gibt es Interesse, über diesen riesigen Komplex etwas zu erfahren?
    MfG

    • Vielen Dank Frau Dr. Flietner für Ihren Beitrag!

      Meine Wenigkeit hätte allergrößtes Interesse über diesen riesigen Komplex mehr zu erfahren! Das Wissen um differenzierte Meinungen und Erfahrungen können jeden einzelnen von uns nur weiter bringen.

      Nochmals vielen Dank und beste Grüße!

    • Der Kokon ist ein gutes Argument. Meinenstein sagte:

      Meinenstein sagt:
      23. Mai 2020 at 10:34
      @ Box
      vielen Dank für Ihren Beitrag! Denke hier wäre es wirklich angebracht bspw. ein "Positionsrunde" auf KenFm nachzulegen, um die verschiedenen Positionen mal an einen Tisch zu bekommen und auch darüber zu diskutieren, was wir daraus für uns für Orientierung ziehen können.

      Auch die Frage, ob es in China, eine dominante Ethnie gibt, fand ich sehr spannend.

      Tatsache ist, das das Gespräch mit Herrn Elsner viele positive Beispiele erwähnt hat, an denen wir uns orientieren könnten, für unser eigene Planungen und Belange. Wenn schon Hochhäuser, dann mitten im Wald ! Wie in Asterix und die Trabantenstadt. Ein wenig zwanghaft und kontrollsüchtig kommt mir persönlich der chinesische Entwurf ja auch vor. Tatsache ist auch, das ich weder von der einen, noch der anderen Elite viel Gutes erwarte.

      Die Organe des Körpers funken mehr elektrische Reize in das Gehirn, als das Gehirn an die Organe.

      Für mich ist das "Schweizer Modell" Vorbild.

      Direkte Demokratie ist der nächste demokratische Entwicklungsschritt für Deutschland.

    • @ Dr. Petra Flietner

      vielen Dank für ihren Beitrag! Eine sehr aufschlußreiche Kritik, die ich gerne gelesen habe
      (is doch alles sch… sollten wir auch den MSM überlassen, die können das besser 😉 )

      Das hier: "Mein Sohn sagt auch, dass er etwas dazu schreiben würde, unter den folgenden Voraussetzungen:
      Erstens: Es müsste ein Interesse vorhanden sein, dass das Video mit Zeitstempeln und und Zitaten genau analysiert wird, richtige und positive Punkte bekräftigt werden, und falsche Punkte genau benannt werden." verstehe ich nicht!?
      Von welchem Video, Zeitstempeln und Zitaten sprechen Sie?

      Vielen Dank für diesen deutlichen Hinweis!**:
      "Zweitens muss man dann auch nur über China sprechen, und nicht auf die Enttäuschungen über Deutschland oder Amerika und des "Westens" zurückkommen, dabei bringt man dann einiges durcheinander. Man muss das klar trennen. Denn sicher kann man von den Chinesen manches lernen, so wie umgekehrt auch. Aber es ist kontraproduktiv, die Schweinereien der USA, der Europäer, des Westens usw., mit einem naiven Positivmodell Chinas zu kontern, denn dabei werden Sachverhalte vermengt, die nicht zusammengehören."

      M.E haben Sie da völlig recht und ich sehe es auch in der Tat als eine berechtigte Kritik. Für mich selbst hatte ich das gar nicht so gesehen, weil ich die Dinge ohnehin trenne und hatte mich deshalb nur auf die entsprechenden Stichworte konzentriert und bin damit gleich um die Ecke gebogen zu unserer z.Zt. sich immer mehr abzeichnenden Systemfrage hier im Westen.
      Kantianer zu werden/sein finde ich da eine gute Idee. Was hätte Kant wohl zu dem Internet gesagt oder Hanna Arendt zur digitalen Öffentlichkeit? Sehr spannende Fragen!

      Bezügl. Befangeneit des Professors, können wir nur spekulieren. Aus meiner eigenen Zeit an der Universität und Tätigkeit im Forschngsbereich, weiß ich, dass auf Auslandsreisen, Konferenzen, Arbeiten in Projekten,etc. Mensch sich sehr wohl in seiner ganz eigenen visonären "Forschungswelt" aufhält und darüber auch schon mal die eigentlichen auch vorhandenen Realitäten ausblenden kann. Deshalb hat es mich ja auch gefreut, dass hier auch klare empirische Gegenpositionen gegeben wurden. Und bei Berücksichtigung Ihres "zweiten" Kritikpunktes, würde Mensch auch nicht Gefahr laufen in ein nicht zu hantierendes Gemengelage zu laufen.

      Also mein Interesse an Ihrem riesigen Komplex (was immer sich dahinter verbirgt) ist auf jeden Fall da. Die Systemfragen liegen auf dem Tisch! Gesitreicher Input kann da nicht schaden, eher im Gegenteil!

      Gruß

      🙂

    • An Icke Rund:
      Deinem Vorschlag einer "Positionen-Sendung" kann ich nur zustimmen, bezüglich dem direktdemokratischen Hochglanzbild der Schweiz empfahl ich dies schon mehrfach, um endlich mit Illusionen und "Aberglauben" aufzuräumen…

      https://konzern-initiative.ch/neuigkeit/fuenf-miese-tricks-der-konzernlobby/

    • @ Schattenkrieger, danke für den Beitrag. Das die Schweizer vor gedacht und vor gearbeitet haben, dafür bedanke ich mich an dieser Stelle. Wir können ja gleich aus deren Fehlern lernen 🙂 Stellen sie sich vor es wäre noch niemand auf den Namen gekommen. Direkte Demokratie.

      Lernen wir auch von schlechten Beispielen, wie es besser geht.

    • An Icke Rund:
      Aus den bereits begangenen Fehlern zu lernen wäre tatsächlich von Vorteil, dazu benötigen wir jedoch eine radikale Abkehr von der vorherrschenden Norm. Zum Beispiel legalisierte Korruption und legalisierte Kriminalität lassen sich auch in einer direkten Demokratie praktizieren, wir benötigen einen Bruch mit diesen schlechten "Angewohnheiten" der sich sehen lassen kann.

      "Ich bin für die Wahrheit, egal wer sie ausspricht. Ich bin für die Gerechtigkeit, egal für wen sie ist, oder gegen wen sie sich richtet." (Malcom X)

    • '… mein Sohn war in china…' ich lebe seit 20 Jahren in USA – habe vor dem Mauerfall die DDR bereist und war habe die Sowijetunion kennengelernt und war einmal kurz in Hongkong……

      ich arbeite mit einigen chinesichen Kollegen sehr eng zusammen … und eine gute Freundin von mir ist 1989 nach USA gekommen und hat Familie in China aber jetzt einen US pass und besucht jedes Jahr China.

      Ich glaube der Professor ist authentisch …. alledings etwa blauaeugig (hat vermutlich mit der situation zu tun)
      Ken ist viel mehr blauaeugig und lustigerweise ist kritisch gegen impfwang und tracking app – aber ich hab keine Frage zum tracking in China gehoert … vielleicht weil dort die Menschen ja alle so motiviert sind 'mitzumachen' …

      dieser Wiederspruch zwischen Kritik an tracking app und fehlender Kritik und appreciation fuer China laesst tief blicken…..

      aber im prinzip geb ich dem Professor Recht .. China ist auf der Ueberholspur … und der Grund ist vielleicht der 'fehlender Gemeinschaftssinn im Westen' – zum Teil durch die narrative von KenFM aber ich mag es mal positiver sagen auch durch das 'kapitalistische System in der derzeitigen Auspraegung'

      meine Chinesischen Freunde wuerden dem Professor vermutlich in einem heftig wiedersprechen … VERTRAUEN gibt es wenig … sondern ein fein austariertes …. authoritaeres system …..

      ich glaube schon dass der Westen von China etwas lernen kann … wie auch umgekehrt….. denn solange Menschen die kreativ sind lieber nach USA kommen … (Englisch ist vielleicht etwas einfacher als Chinesisch zu lernen) ist der Westen noch nicht abgeschrieben…….ueberigends leben wir alle auf einem planeten …d.h wir sollten von einander lernen (siehe zum Berggruen institut in Los Angeles)

      fuer Ken: Jack Ma hat nicht ein google aehnliches system – nur groesser – entwcickelt – sondern eine platform die eine mischung aus amazon und ebay darstellt .. nur kleiner…. derzeit…… (und Rumsfeld ist nicht der Hauptaktionaer von Gildead schumnzel)

      aber alles gut ….. der Beitrag war interessant

    • @ US German

      "(…) Rumsfeld ist nicht der Hauptaktionaer von Gildead schumnzel)"

      Und wie wäre es mit ein paar Fakten dazu, wer dann Hauptaktionär von Gilead ist? schmunzelschmunzelschmunzel

    • vermutlich BlackRock und ein paar andere grosse Fonds (basically in other words die Altersruecklagen von vielen Menschen ) – it is all connected….

  13. Der Ausgewogenheit halber gut, es auch mal von der Seite zu sehen.
    Andererseits ist es zumal wenn man die Komplexität schon anspricht, ein krass simplifiziertes Schönreden.
    Wir stehen hier vor einer gewaltigen Herausforderung, die wir erst einmal klar herausarbeiten müssen, anstatt Sprüche zu klopfen.
    没有 思想 的 学习 是 的 , 没有 学习 思想 是 危险 危险。。

    • danke für dein deinen beitrag. hohle sprüche die nichts sagen. lies mal dinen müll selbst durch! arbeite mal klar heraus ….. heitert aber immer wieder auf.

    • Sorry ,wenn Du dem nicht folgen kannst. Es macht halt einen Unterschied, ob man hier in China lebt, oder es mit westlich indoktrinierten Hirn aus gehörigen Abstand betrachtet.
      Ich befürchte es weiter auszubreiten würde ein paar Bücher mehr erfordern.
      Deine Müllabsonderung hättest Du dir auch sparen können.
      Sich der deutschen Herausforderung zu stellen, kommt dir wohl auch nicht in den Sinn.
      Wo siehst Du denn die Ebene der Kooperation, wenn man dem Gegenüber nicht das Schwarze unter den Nägeln zugesteht, und sich nur darauf beschränkt zu erkenne, dass diese Kultur ja bei weiten nicht so verkorkst ist, wie die eigene.
      Die Zeit geht an Euch vorbei.
      Das sehen ich auch wie Elster.
      DOCH Denken ohne zu lernen ist gefährlich. Zechprellerei steht gar zur Diskussion.
      So entsteht kein dynamischer Prozess der zur Synergy führt.
      Keine feedback loops zur Emergence..
      So.. this guy is missing the point — or what?

  14. Passt hier zwar nicht zu 100% zum Beitrag, aber der Teil über China ist vorherragend.

    https://www.youtube.com/watch?v=KIX5eU67DLw

    … habe in letzter Zeit selten so gelacht. Mein Wochenende ist damit jedenfalls gerettet.

    • Das Interview war amüsant und gleichzeitig vollkommen einseitig in den Ausführung des Experten. Was der mal lesen sollte, ist dieser Artikel hier aus der Zeit-Online, das haben viele nicht auf dem Radar:
      https://www.zeit.de/wissen/geschichte/2014-04/china-erster-weltkrieg-qingdao
      Das hieraus resultierte ,,Chinesische Trauma'' wird im nachfolgenden Text klar in seiner strategischen Folge/Ausprägung skizziert:
      https://programm.ard.de/TV/arte/die-welt-des-xi-jinping/eid_287241053349704
      Fazit: Wer heute noch gute Worte für den Feind einer ,,freien Welt'' findet – auch die ist alles andere als frei klar, der muß zum Doktor, oder in China direkt anheuern. Peter Mallm, RLP, Freinsheim

    • @ Peter Mallm

      Da Sie Ihren Beitrag als Antwort auf meinen Beitrag gesetzt haben, erlaube ich mir Ihre Aussagen mal kurz zusammenzufassen:

      Mach doch rüber wenn Dir hier was nicht gefällt! Wenn das nicht so gemeint war können sie mich ja korrigieren.

      Beste Grüße

  15. Ich teile die Einschätzung von Winfried Wolf (Heft 47, Lunapark21), dass in China heute die kapitalistische Produktionsweise dominiert und man nicht von einem sozialistischen Land sprechen kann, nur weil dort eine nominell kommunistische Partei regiert. Er hat die Frage aufgeworfen, „wann es in der jüngeren Entwicklung der chinesischen Gesellschaft zu einem Umschlag von Quantität in die neue Qualität kam“, wann also „die von Parteiführer Deng angeschobenen ‚Reformen‘ mit ihren kapitalistischen Elementen den nichtkapitalistischen Grundcharakter der Gesellschaft aufgehoben haben“ (ebd., 42). Auf diese Frage will ich im Folgenden eingehen. Ich stimme auch Werner Rügemer (2019) zu, dass es nicht genügt, zu konstatieren, dass China ein kapitalistisches Land sei. Die konkrete Gestalt des Kapitalismus ist für die Lebensbedingungen der beherrschten Klassen von großer Bedeutung und muss auch genau analysiert werden, um eine angemessene, an die jeweiligen nationalen Bedingungen angepasste emanzipatorische Strategie und Taktik zu entwickeln. Ich sehe allerdings die Entwicklung des Kapitalismus in China nicht so positiv wie Rügemer. Auch das möchte ich im Folgenden kurz ausführen.
    (…)
    Nach Schätzungen wurden durch den Prozess der Privatisierung und Liberalisierung ehemals staatliche und genossenschaftliche Vermögenswerte im Wert von 5 Billionen US-Dollar an Kapitalisten mit engen Verbindungen zur Regierung übertragen. 2006 gab es in China 3200 Personen mit einem persönlichen Vermögen von jeweils mehr als 15 Millionen US-Dollar. 2900 von ihnen waren Kinder hochrangiger Partei- und Staatsfunktionäre. Ihr kombiniertes Vermögen wurde auf 3 Billionen US-Dollar geschätzt, was damals etwa der Höhe des chinesischen Bruttoinlandsprodukts entsprach. Nach einem anderen Bericht von 2013 beliefen sich „graue Einkommen“ aus der Korruption und dem Diebstahl öffentlicher Vermögenswerte auf ca. 1 Billion Dollar oder 12 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts von 2011. Im Oktober 2012 meldete die New York Times, dass die Familie des früheren Ministerpräsidenten Wen Jiabao Vermögen im Wert von mindestens 2,7 Milliarden US-Dollar akkumuliert hatte. Der Bericht machte klar, dass an der Korruption und dem Diebstahl öffentlichen Vermögens auch die höchsten Ränge der chinesischen Partei- und Staatsführung beteiligt sind (Li 2016, 34f). 2001 kündigte der damalige Präsident Jiang Zemin an, dass die KPCh zukünftig auch Unternehmer als Parteimitglieder aufnehmen werde. Das Vermögen der 70 reichsten Delegierten des Nationalen Volkskongresses stieg auf 89,8 Mrd. US-Dollar im Jahr 2011. Unterdessen war die Zahl der Arbeiter und Bauern im Nationalen Volkskongress von 51,1 Prozent im Jahr 1975 auf 4 Prozent im Jahr 2003 gesunken (Lin 2020, 35f).

    China trat im Jahr 2001 nach langen Verhandlungen der WTO bei, wurde voll in die Weltwirtschaft integriert und zentraler Standort für arbeitsintensive und exportorientierte Produktion. 2003 überholte China die USA als Hauptempfängerland von ausländischen Direktinvestitionen. Der Anteil Chinas an den weltweiten Exporten stieg von 1,8 Prozent im Jahr 1990 auf 11,1 Prozent im Jahr 2012. Dabei wuchs die Zahl der Wanderarbeiter von 84 Millionen im Jahr 2001 auf 274 Millionen im Jahr 2015. Eine Untersuchung in der Provinz Guang-zhou, dem wichtigsten Zentrum der exportorientierten Produktion, kam 2003 zu dem Ergebnis, dass zwei Drittel der Arbeiter länger als acht Stunden pro Tag arbeiteten und an den Wochenenden keine freien Tage hatten. Manche Arbeiter arbeiteten bis zu 16 Stunden pro Tag. Eine andere neuere Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die einheimischen privaten Unternehmen im Durchschnitt Löhne zahlen, die 30-32 Prozent unter dem „living wage“ liegen, der für eine vierköpfige Familie in den chinesischen Städten mindestens notwendig ist. Dies ist die Basis für die hohen Profitraten in China und für die Anziehung des Kapitals aus dem Ausland. Etwa 200 Millionen Arbeiter arbeiten unter gefährlichen Bedingungen (Li 2016, 21, 28; Lin 2020, 38). Hart-Landsberg (2011) spricht von 700.000 Arbeitsunfällen mit 100.000 Toten pro Jahr.
    (…)
    Es ist nicht überraschend, dass das chinesische Entwicklungsmodell für viele Länder der kapitalistischen Peripherie eine hohe Attraktivität hat. Allerdings dürfte es kaum übertragbar oder kopierbar sein, da andernorts die spezifischen nationalen und historischen Voraussetzungen – die vorangegangene Agrarrevolution, die große Bevölkerungszahl, die relativ große Autonomie des Staates gegenüber den sozialen Klassen etc. – fehlen. Trotz aller Fortschritte – und wegen ihnen – ist der Kapitalismus in China durch eine enorme strukturelle Heterogenität gekennzeichnet. Trotz seiner fortschreitenden Zerstörung umfasst der kleinbäuerliche Sektor mit seinen traditionellen Produktionsmethoden immer noch Hunderte Millionen Menschen. Hunderte Millionen Wanderarbeiter leiden unter gleichsam frühkapitalistischen Ausbeutungsmethoden mit überlangen Arbeitszeiten, despotischen Fabrikregimen und gefährlichen Arbeitsbedingungen. Gegen die existie renden Arbeitsgesetze wird permanent in großem Maßstab verstoßen. Gleichzeitig werden Proteste, Streiks und Ansätze autonomer Organisierung immer wieder brutal unterdrückt. Diese Art des autoritären Kapitalismus ist sicherlich keine Alternative zu den westlichen Kapitalismen. Dass all dies unter der Regierung einer „kommunistischen“ Partei geschieht, ist vielmehr eine schwere Hypothek für die internationale Arbeiterbewegung und die fortschrittlichen Kräfte in aller Welt.

    Komplett unter:
    Ein Klassenkrieg, den die Arbeiterklasse verloren hat“
    17. Januar 2020 Thomas Sablowski
    Die Entwicklung des Kapitalismus in China – ein Beitrag zur LP21-Debatte
    (lunapark2)

    • Ein Volk, das, von seinen "Alteliten", in der chinesischen Kosmogonie, als Ungeziefer am Kleid der Schöpfung, bezeichnet wird, hat es schwer.

      Vielleicht versucht das chinesische Volk, diese Kosmogonie der "Alteliten" zu überwinden, so wie das Christentum, in einer Phase ist, überwunden zu werden ?

      Ich bin einigermaßen verwirrt. Sprechen alle vom gleichen China?

      Nun alles hat wohl mehrere Seiten, wir sollten das "chinesische Modell" von allen Seiten betrachten und wie immer als Europäer, das Beste daraus kopieren. Das Geheimnis der Seidenraupen hatten zwei Engländer gestohlen. Lassen Sie uns aufmerksam sein was wir diesmal vom Beispiel der chinesischen Gesellschaftsordnung lernen dürfen.

      Das wir es in China ebenfalls mit elitären Strukturen zu tun haben, erinnert uns daran, wie der Chinese, alles verbessern zu wollen. Wir könnten denen vormachen, wie Staat, ohne Eliten geht.

      Die chinesischen Eliten leiden wohl auch unter der gleichen Angst, wie die westlichen Eliten und kompensieren diese mit dem Raub von Volksvermögen. Kein Wunder, wenn die Führungsposition über Erbfolge gegeben wird. Da muss der Führungskader ja ein schlechtes Gewissen bekommen. Das ist jedoch in den westlichen Demokratien sehr ähnlich.

    • @ Box

      vielen Dank für Ihren Beitrag! Denke hier wäre es wirklich angebracht bspw. ein "Positionsrunde" auf KenFm nachzulegen, um die verschiedenen Positionen mal an einen Tisch zu bekommen und auch darüber zu diskutieren, was wir daraus für uns für Orientierung ziehen können.

      Wir sollten ja nicht – wie bei allen "alternativen" Betrachtungsweisen, ja auch nicht den Fehler begehen, nach den "richtigen" Kochrezepten zu suchen. die gibt es nicht. Wir können uns nur aus uns selbst heraus entwickeln.

      Eines darf Mensch, sowohl nach diesem Gespräch, wie aber auch aus den globalen Lockdown-Maßnahmen, nun aber annehmen. Es gibt nichts was nicht geht und wir nicht verändern können, wenn wir nur wollen!

      Salop gesagt: "Die Welt könnte Morgen schon eine ganz andere Andere sein!"

      Die Phrasendreschereien des Wohlstandsturbokapitalismus mit denen wir seit Jahrzehnten im Westen verknastet werden, gehören auf den Müll und dürfen getrost in Frage gestellt und andere neue Zukunftsvisionen entworfen werden.

  16. Ob China, Amerika, Deutschland…..
    Das globale Problem…
    Ich habe ein Video gefunden das alles auf den Punkt bringt.

    Die Art der Menschenhaltung ist an ihrem Ende angelangt.
    https://youtu.be/cUxXF3MX8S4

    • Noch ein interessanter Beitrag….

      https://www.dropbox.com/s/v771gj25f627imw/Begleit_PDF_Deutschland_ist_der_Schlüssel.pdf?dl=0

    • In der Tat , braucht es eben nur diese Art Bauernschlauheit , um das Spiel zu durchschauen.
      Das ist auch der Grund, dass einfache Menschen, die sich mehr an der Natur orientieren,
      die Wahrheit klarer erkennen, als Professoren des von Menschen gemachten Wissens.
      Ergänzend dazu
      https://www.youtube.com/watch?v=tiUob_bkfZU&feature=youtu.be&fbclid=IwAR0HRCWX084DnsiZ8OxQSkMJ0eoeUvF5Swy1rzLg4mpCn0xqrIzUVCEiptQ

    • Fand ich aus der gleichen Reihe auch sehr interessant, um den Ball zurück zu spielen.

      Mensch vs. Person ( Persona = Maske ) Wie man das Spielbrett des Systems (BRD) verlassen kann.

      https://www.youtube.com/watch?v=5R0if7_FRGU

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/icke/' rel='nofollow'>@Icke</a>
      Zweck der hohen Kunst der scharlatanistischen Verdrehungsakrobatik im neoliberalen System ist schließlich´´ Recht?zu ´´schaffen´´´- um es meistbietend zu versteigern.

  17. Danke für diesen Beitrag, der einen guten Kontrapunkt zum vorherrschenden massiven China-Bashing setzt.
    Was wahr ist werden die allermeisten Rezipienten hier mangels eigener Anschauung wohl niemals rausfinden. Und selbst mit wäre die absolute Wahrheit nicht zu finden, sondern stets nur die jeweilige subjektive. Die bei der Komplexität der zu gewinnenden Eindrücke zudem extrem heterogen wären.

    Zudem:
    China ist so groß und so bevölkerungsreich, weshalb sollte dort nicht ein sowohl als auch möglich sein?

    Und zu guter Letzt die Frage:
    Wer kennt chinesische Geschichte und Kultur in allen soziologischen Aspekten so gut, dass er/sie eine seriöse Bewertung aus *chinesischer* Sicht wagen dürfte?

    "In China do as the Chinese do" – mit unseren westlich konditionierten Sichtweisen erreichen wir auf sicher nichts anderes als eine oberflächliche westliche Sicht auf chinesische Verhältnisse.
    Ich für meinen Teil halte daraus resultierende Bewertungen für eine Spielart des Kolonialismus.

    • Schließe mich da an. 1 Video, ein paar Beiträge? Vielleicht früher auch schon ein paar Artikel?
      Ist das wirklich ausreichend die Situation in einem Land mit einer 3.500 Jahre alten Kultur und derzeit über 1 Milliarde Einwohner, das darüber hinaus noch sehr weit weg ist, zu beurteilen?
      Zahlen, Statistiken? Die meisten von uns, auch wenn Geopolitisch gebildet, sind einfach immer zu schnell beim Einsortieren, Beurteilen, Meinung bilden.
      Ich weiß nichts von China außer, alten Informationen vom Boxeraufstand, vom Opiumkrieg & "Germans to the Front". Das ist nicht grade viel.
      Das Interesse ist momentan auch beschränkt, da wir direkt vor unserer Haustür grade einen abartigen Höhepunkt schleichender Korruption erleben.
      Insofern, China und die Chinesen mögen es mir verzeihen, es gibt grade andere Prioritäten zumal ich zu dem Thema, mangels faktischer Informationen nichts zu sagen habe. Wie wohl ein großer Teil von uns.
      Allerdings eines weiß ich, die chinesischen Imbissbuden in Europa kochen mit gefühlten 50 % Geschmacksverstärker.

  18. Achso, ein VWLer, daher die fehlende Ahnung von der (westlichen) Wissenschafts- und Technikgeschichte. "Die Chinesen hatten schon alles, die müssen nix kopieren", das ist doch ein bisschen sehr blauäugig-tendenziös.

  19. Sehr geehrte Frau Dr. Petra Flietner,

    ich leide daran, das unsere Staatform unsozialistisch ist. Ich bin vom Sternzeichen her Sozialist. Was soll ich machen ?

    Ich habe die Philosophie des asiatischen geistigen Raumes auch erforscht und sehr viel davon profitieren dürfen.
    Deshalb schaue ich gern Richtung Sonnenaufgang, um mich Beeindrucken zu lassen.

    Ich respektiere ihre Vorsicht, nachdem sie aus eigener Quelle andere Daten haben.
    Bleiben wir einander gewogen !

    So jetzt aber zu Bett, sonst verpass ich morgen früh den Sonnenaufgang. 🙂

  20. Ich habe mir gerade nochmal die Beiträge der Foristen durchgelesen und muß sagen, daß ich einigermaßen befremdet über die positive Resonanz bin. Es wird ein Bild von China vermittelt, welches in der Kürze der Zeit garnicht von den Einzelnen überprüft worden sein kann. Nur weil ein selbst ernannter Chinaexperte seine Eindrücke und Thesen in einem Buch beschreibt und ein Interview gibt, bedeutet dies nicht, daß diese der Wahrheit entsprechen. Es muß auch nicht der Wahrheit entsprechen, nur weil es in einem, von mir sehr geschätzten, Portal erscheint. Es liegt mir fern ein China- Bashing zu betreiben, allerdings würde ich mir wünschen eine etwas differenziertere Betrachtungsweise zu entwickeln. Auch ich wünsche mir eine andere Ordnung in der Welt, aber ganz sicherlich nicht nach chinesischem Vorbild.

    • Wie im Beitrag erwähnt sollten wir uns hierbei am Bericht von Herrn Elsner orientieren.

      Der chinesische Mensch denkt, bevor er handelt, darüber nach:

      "Wie können wir das noch verbessern, außer es läuft gut".

      Gerade weil die Deutschen doch so gerne denken und dichten, wären die Chinesen sicherlich auch an Austausch und Kontakt interessiert, ganz im Gegensatz zum "großen Bruder", oder dem "Einen Auge" 😉

  21. Was mich jetzt aber irritiert…spätestens seit Sommer 19 kämpft Hongkong nicht ihre Freiheit zu verlieren an die ein Parteienpolitik China. China versucht wieder Hongkong einzuverleiben. Hongkong kämpft für Freiheit der Presse und die Unabhängigkeit der Justiz, (Auch gerade sehr aktuell bei uns !) Die Parteizentrale Chinas versucht mit sehr harten Mitteln den Widerstand zu brechen.Hier wird darüber kaum berichtet.Es gibt wohl 2 x China?…oder verstehe ich etwas falsch?
    https://www.arte.tv/de/videos/093503-000-A/hongkong-sie-fordern-china-heraus/?fbclid=IwAR20cIpaDHtHcE2OeM0ofv9MFKJvkwhTqRfkyxhlIfP3wRi1YkMkepuSsRM

    • Vielleicht versucht China Hongkong zu reintegrieren, statt eine historische Basis des westlichen Bündnisses dort zu akzeptieren.
      Ähnlich, wie Russland es als schwierig empfunden hat auf die Krim zu verzichten.
      Historisch erinnert, wäre es aus der Kolonialgeschichte heraus verständlich.

    • Hong Kong – Proteste?
      Die, bei denen die Protestierenden alle vorgedruckte Protestschilder mit der Otpor- Faust von Soros Open Society vor sich hertrugen.

      Hm. Weiß nicht.
      Ist zwar immer wieder schwer, sich den Zynismus vorzustellen, mit dem politische Kräfte einen Sch… auf persönliche Schicksale geben, aber dass Destabilisierung an den Außengrenzen zu einer oft benutzten Taktik des Hegemons gehört, ist inzwischen ja hinlänglichst bekannt.

      Nach meiner Meinung sind die Proteste in Hong Kong nichts anderes.

  22. Liebes KenFm- Team, das war ja ganz großes Kino heute. Ich fühlte mich in den Staatsbürgerkundeunterricht in der DDR zurückversetzt, wo ständig über die Erfolge der Sowjetunion berichtet wurde, sozusagen Rotlichtbestrahlung. Ich möchte Herrn Prof. Elsner keinesfalls der Lüge bezichtigen, dies ist eben seine Wahrnehmung der Dinge. Er wird in China durch potemkinsche Dörfer geführt und glaubt anscheinend, dies sei die Realität. Der Prof. ist für mich das beste Beispiel unser links toleranten Intellektuellen, welche glauben, durch die Medien gut informiert zu sein. Prof. Mausfeld hat diese Manipulationsproblematik ja sehr gut herausgearbeitet. In diesem Fall mal nicht durch unsere Qualitätsmedien, sondern die von Interviewten erwähnten Zeitungen, beides Propagandablätter der kommunistischen Partei. Ich erweitere immer gerne meinen Horizont, auch über China, aber das nächste Mal bitte mit einem wirklichen Experten

    • Waren Sie schon mal da ?

      Haben potemkinsche Dörfer die Eigenschaft sich auszubreiten ?

      Das chinesische Vorbild könnte ansteckend werden.

    • wer bezahlt dich Petra?
      Im bequemen staatlichen finanzierten Hirn kommen dann deine Reflektionen.
      Wer bezahlt mich weiter für Propaganda?
      Kann ich mich auch dem neuen System andienen?
      War ich persönlich schon mal in China?
      Typisch linke und grüne substanzlose Kritik ohne Beleg.
      Propaganda Blätter der kommunistischen Partei.
      Geh ins Bett und schlafe deinen neoliberalen Rausch aus du alte Bitsch

    • @ Dr. Petra Flietner

      finde schon, dass Sie da ein zu sehr vernichtendes Urteil fällen, oder? es wird ja nicht behauptet, dass das jetzt das wahrhaftige und einzige Bild von China ist, sondern wohl eher der Kontrast zu den sonstigen Bildern und Vorstellungen, die uns da von unserem Staatsfernsehen geliefert werden.
      Das mit der erfolgreichen Armutsbekämpfung hatte ich auch schon an anderen Stellen gehört und das die Nasa da ihre Satellitenaufnahmen getrükt hat, glaube ich auch nicht. Und das mit Der Luft, glaube ich Herrn Elsner jetzt auch einfach mal, schließlich hat er das nicht aus der Zeitung, sondern aus der eigenen Erfahrung!

      Den Pragmatismus kann ich mir als Ingenieur auch gut vorstellen und der hat in Amerika auch eine ganz besondere Tradition. Das kann ich aus eigener Berufs- und Forschungserfahrung bestätigen, dass wir uns Europäer da unfassbar schwer mit tun und kaum hinterher kommen.

      Unsere ganzen bürokratischen Normungs- und Prüfsysteme sind derart träge + Mentalität: "Was der Bauer nicht kennt, das frist er nicht", dass wir schon allein aus diesem Grunde Meilenwert hinterherhängen. Die empirische Nachweisvariante, gemäß dem System "Try and Error" verbunden mit "Einzelzulassung" ist ja gerade erst im Entstehen. Dabei sollte es aber idealer Weise nicht nur um Anpassung an technische Entwicklungsgeschwindigkeiten in der digitalen Welt gehen und in wirtschaftlcihe Überlebenskämpfe ausarten, sondern eher die ganzheitlichen Betrachtungsweisen ermöglichen, um so auch die Empfindsamkeit und Begrenztheit von Mensch und Natur mit berücksichtigen zu können.

      Herr Prof. Elsner ist als aktiver Akademiker und Professor/ Vertreter einer dt. Universität ohnehin prädestiniert, in der Sache, in die Zukunftsvisionen eingeweiht und involviert zu werden, wenn er dort seine Reisen als "Fachmensch" anch China tätigt (unterstelle ich jetzt mal so) und hat deswegen vielleicht auch eine etwas rosa Brille auf. Diesbezüglcih kann ich Ihrer Kritik da folgen, aber ich finde, dass wir diese rosa brille für unser eigenes Weiterkommen hier in dem gegen die Wand fahrenden Westen sehr gut als Anregung gebrauchen können, um nicht in Ohnmacht zu verfallen oder zu verzweifeln.

      Ich persönlich bin stutzig geworden, als Herr Prof. Elsner über das soziale Engagement während der Coronakrise berichtete. Erstens weil er – sogar eganz expliziet – das Kriegskonzept erwähnte, welches bemüht wurde, um die Menschen zum geschlossenen und erduldenden Handeln zu bewegen, das geschieht hier ja genauso und ich stelle es mir in China, mit deren digitaler sozialer Kontrolle und Ein-Parteinvergangenheit auch nicht wirklich so dolle vor. Ist es da die kooperierende Nächstenliebe oder die Gummipunkte auf meiner Social-App und die damit drohende soziale Ächtung, die mich da um den Nachbarn kümmern lässt?
      Da hätte Ken Jebsen durchaus auch mal kritischer nachfragen und sich zeigen können.

      Für mich hat das Gespräch als Kontra zum üblichen und äußerst dummen China und Rußland-bashing seinen Wert und weil es viele Anregungen für neue prinzipielle Haltungen gibt, die wir sehr gut gebrauchen können, ebenso. Schließlich wird hier bei uns ja auch die Systemfrage gestellt. Wenn vielleicht noch nicht so deutlich, aber das wird immer mehr Gewicht bekommen, je mehr unsere Wirtschaft in den nächten Monaten den Bach hinuntergeht, wovon ja "noch" kaum einer redet.

    • Hallo Herr Icke Rund, ich weiß nicht , ob das hier die richtige Stelle ist, um Ihnen zu antworten, aber ich finde unter Ihrem Kommentar keine Möglichkeit. Nein, ich war nicht in China, aber mein Sohn für 1,5 Jahre, er spricht auch die Sprache. Als Philosoph und Informatiker hatte er Gelegenheit mit vielen verschiedenen Menschen zusammenzukommen und auch das Land zu bereisen. Seine Eindrücke sind völlig andere, als die im Interview geschilderten. Ein Forist hier, hat das ja auch geschildert. Ob potemkinsche Dörfer sich ausbreiten weiß ich nicht, ich verstehe die Frage nicht. Für wen könnte China ansteckend wirken,? Möchten Sie in einer sozialistischen Staatsform leben? Ich sicher nicht.

    • @ Dr. Petra Flietner

      Wenn ihr Sohn da andere Erfahrungen hat, dann berichten Sie doch davon, dann haben wir alle was davon (ich fände es gut und wichtig) und das wäre dann wohl auch wesentlich sinnvoller und interessanter, als das Gespräch einfach nur abzuwerten, bzw. Herrn Prof. Elsnr als sonst was zu beschimpfen. Da wird dann -wie von Uwe Jakob geschehen – einfach nur mit Abfälligkeiten zurückgeschmissen . . .
      Das bringt doch nix! Ebenso wenig, wie sich über absolut gültige Wahrhaftigkeiten zu streiten, oder

      Bleiben wir stark!

      🙂

    • Sehr geehrte Frau Dr. Petra Flietner,

      ich leide daran, das unsere Staatform unsozialistisch ist. Ich bin vom Sternzeichen her Sozialist. Was soll ich machen ?

      Ich habe die Philosophie des asiatischen geistigen Raumes auch erforscht und sehr viel davon profitieren dürfen. Deshalb schaue ich gern Richtung Sonnenaufgang, um mich Beeindrucken zu lassen. Ich respektiere ihre Vorsicht, nachdem sie aus eigener Quelle andere Daten haben.

      So jetzt aber zu Bett, sonst verpass ich morgen früh den Sonnenaufgang.

  23. Nach diesem Beitrag muss ich wieder mal feststellen, meine Bildung ist keine sondern ich wurde aktiv verseucht.
    Vielen Dank für dieses absolut überragende Gespräch.

  24. Danke an Ken, KenFM eröffnet uns den Zugang zu anderen Sichtweisen, die zunehmend einen Sinn ergeben, befreien wir uns aus der Dekadenz des überholten Imperiums.
    China bietet uns die Chance, ein friedliches Miteinander auf der Welt zu erreichen.

  25. Denke für die "neue Sicht" auf China.
    Sehr angenehmes Gespräch, dem ich gut und gerne folgte.
    Lieber Herr Jebsen, durch Ihre Beiträge in allen Formaten bekomme ich immer wieder den Mut und die Motivation, weiter zu machen, gerade dann, wenn ich wieder mal vollkommen verzweifelt bin, aufgrund der täglichen Nachrichten.

    • Neulich hatte ich die Idee, wie schön es wäre, der Bürger, die Bürgerin könnten sich auf dem Platz der Republik einfinden und würden dann dort von Regierungsmitarbeitern und betreut, damit ihre Anliegen, sowie von Herrn Elsner beschrieben, in pluralistischer Runde besprochen und kluge Entscheidungen getroffen werden können.

      In China sind sie schon so weit, sehr ermutigend !

      Terrorismus gehört noch zum politischen Tagesgeschäft, genau wie Propaganda. Unsere Politik hat es geschafft , die gleiche Situation, wie vor 100 Jahren entstehen zu lassen. Die Situation der BRD gleicht der Weimarer Republik, seit Großbritannien aus der EU ausgestiegen ist.

      Schön, das wir wenigstens mit den Franzosen einigermaßen befreundet sind und keine mediale Todfeindschaft pflegen.

      Die Chinesen haben, im Gegensatz zur "weißen Rasse" der Europäer eine reine Weste, was Kolonialisierung und Ausbeutung auf dem afrikanischen Kontinent betrifft. Sie werden die korrupten Eliten in Afrika umerziehen. Wir sollten uns daran ein Beispiel nehmen, in unserem eigenen Land. Soziale Umerziehung und Angleichung der Vermögen.

      Die westliche Wirtschaftspolitik hat einen Massenexodus von Afrikanern und Afrikanerinnen nach Europa ausgelöst.

      Bevor Rom unterging, hatte es zuvor seine Provinzen politisch und wirtschaftlich – sozial ruiniert.
      Alles Volk machte sich damals auf den Weg nach Rom. Hätten die Herren und Damen Polittrickser/innen wissen können. Westliche Hybris und Arroganz fährt das Volk immer wieder an die Wand.

      Wir stehen im Moment auf der falschen Seite der neu entstehenden Bündnisse in der Welt.

    • sehen sie es als kulturelle Aufgabe und Chance.
      Europa hat´s ja auch nicht erst seit Gestern gegeben und Amerikaner sind ja auch nur ausgewanderte Europäer. Geben wir unserer europäischen Kultur also noch eine Chance!
      Machen wir den schwer traumatisierten Ausgewanderten klar, dass wir sie auch lieben, wenn sie nciht das Imperium sind und erinnern wir sie an ihre eigentlichen Wurzeln, auch wenn es z.Zt. wohl ausssichtslos erscheint.

      😉

  26. Im Gegensatz zur Bundesvirusregierung scheint die chinesische Führung, im Interesse des Volkes, voraus denkend zu entscheiden und zu handeln.

    Was das Bäume pflanzen angeht, bin ich der gleichen Meinung. Ich hoffe die Chinesen exportieren ihr Wissen an die Nordafrikaner. Da hat nach den Römern, vor 2000 Jahren, noch niemand daran gedacht wieder auf zu forsten. wo wir gerade in Südamerika soviel Wald verloren haben.

    Ich kann es bestätigen, das es Freude macht, Bäume gepflanzt zu haben und sie aufwachsen zu sehen.
    Vor allem wenn es möglicherweise Obst daran zu ernten gibt. 🙂
    Auch Bäume, die von Vorfahren gepflanzt wurden, haben Erinnerungs- und Nährwert.

    Der Umgang mit Korruption fand ich interessant. Auch die Frage der Rehabilitation, nach Wiedergutmachung finde ich, ist eine gute Idee. Bei uns bürgt für die staatliche Korruption der Bürger und die Bürgerin und der Täter, bzw. die Täterin genießt bezeichnenderweise "Immunität".

    Laotse gefällt mir besser als Konfuzius. Ich habe immer geargwöhnt, das Konfuzius für sein Gesellschaftssystem die Ameisen beobachtet hat. Naja wenigsten ist es effektiv und funktioniert. Das ökologische Engagement lässt hoffen,
    das wenigstens schon eine Regierung auf der Erde mehr gesunde Ordnung, statt Chaos verbreitet.

    Das schöne an den Chinesen ist doch, das sie fragen: Wie können wir das besser machen ? Hervorragender Ansatz !
    Wobei so etwas kann auch zwanghaft werden kann. 🙂

    Dinge die funktionieren, muss man/frau auch mal einfach laufen lassen. Ameisen nehmen sich auch mal eine Auszeit und berauschen sich und tanzen dann zeitweilig aus der Reihe, bis sie wieder nüchtern werden.

    "Niedergang durch Gier" werde ich mir merken". Ein sehr schöner Beitrag !

  27. Nach 3 Jahren China und den Zeigen von diesen Unsinn an meine chinesische Frau, das Buch sollte keiner kaufen und sich das Geld sparen.
    Dieser Mann hat null Ahnung von China.

    1. Korruption wird nicht bekämpft, die ganze Industrie ist korrupt
    2. Kein Chinese interessiert sich für die Verschmutzung, man kauf Filter für Zuhause und Masken. In Peking sieht es aus wie bei einer Sonnenfinsterniss durch die Luftverschmutzung.
    3. Das Land funktioniert nur mit Ellenbogen, wer nett ist kriegt nichts
    4. Die Menschen werden wie Dreck behandelt, der Unterschied zwischen einen Studierten und einen Unstudierten Menschen ist das 10 fache im Gehalt.
    5. Es gibt keinen Kündigunsschutz, Menschen helfen sich nicht auf der Arbeit. Man hat Angst das der Andere einen dann ersetzt.
    6. Ich habe Wanderarbeiter gesehen die im Winter auf Kartons in den Baustellen schlafen, Menschen die im Mülleimern nach Essen suchen und die reichen Chinesen die aus der AMG G-Klasse auslachen.
    7. Das Hinterland ist entvölkert, in den Dörfern leben nur noch Alte. Der Rest arbeitet schwarz in der Stadt für einen Lohn der unter den der Leibeigenen im Mittelalter ist.

    China ist ein schrecklicher Platz zum Leben, jeder der es sich leisten kann zieht in ein anderes Land. Kanada, Australien sind voll mit Chinesen die aus China geflohen sind.

    6. Es gibt keine

    • @ Derewo

      ich finde das sehr interessant, was Sie da schreiben. Das ist ein echter Kontrast und zeigt, wie unterschiedlich die Bilder sein können.
      Das Bild was Prof. Wolfram Elsner zeichnet war/ist auf jeden Fall ein sehr interessantes und vielversprechendes Bild, das uns Allen als Anregung, "wie es denn auch anders gehen könnte", in diesen Tagen dienen könnte. aus dieser Perspektive habe ich das Gespräch sehr genossen.
      Ob das jetzt mit der Realität übereinstimmt, kann ich ja nicht beurteilen, aber ich denke, Prof. Wolfram Elsner klingt so authentisch und wissentlich in dem was er sagt, da denke ich das da wohl irgendetwas drann ist.
      Gleich wohl ich mir ihre Schilderungen auch vorstellen kann und nicht anzweifeln möchte, da ich auch davon ausgehe, dass Sie das bestimmt nicht einfach so dahin schreiben.

      Interessant wäre da die Frage, wie das eigentlich zusammenpasst? Ist da jeweils nur einseitig berichtet worden oder berichten Zwei aus unterschiedlichen Entwicklungsstadien, die ja durchaus nebeneinander existent sein können?

      Vielleicht haben andere ja noch andere Erfahrungen?

    • Die beste Antwort auf alle Fragen, die ich bis jetzt finden konnte hieß: Sowohl als auch. Es ist wohl beides wahr.

    • @ Icke Rund
      ja ich denke auch, dass beides wohl vorhanden ist.

      ein möglichst Objektives Bild von China erhalten ist ja eine Sache. Wir stellen uns – ganz im Gegenteil zu den Chinesen – ja nun (ob mit o. an Corona) auch die Systemfrage. Bei uns sind es nicht nur biologische Viren, die sich pandemisch ausbreiten, sondern auch geistige und digitale Viren, die sich in unsere Gehirne und Computer schon gefressen haben und immer mehr fressen wollen.
      Da können uns die beiden unterschiedlichen Positionen durch aus Vorbilder sein, wenn wir darüber nachdenken, wo es hin und eben nicht hingehen soll.

    • @Derewo
      sie unterschlagen ganz klar die timeline die in diesem Beitrag aufgezeigt wird.
      Das was sie beschreiben hat es wahrscheinlich gegeben aber diese Gesellschaft lernt aus Fehler, wir in unserer korrupten Gesellschaft nicht.
      Das ist der wesentliche Unterschied

    • @ Uwe Jakob

      mit der Timline haben Sie m.E sicherlich irgendwo recht. Finde es aber nicht fair, die Schilderung von Derewo in die Vergangenheit "… hat es wahrscheinlich gegeben." wegzuordnen.
      Sehe da die Gefahr in eine Diskussion von richtig oder falsch hineinzugeraten, und die fände ich hier einfach zu schade und eigentlich auch nicht sinnvoll, oder ? Es sind zwei subjektive Bilder und es wird noch tausend andere Einschätzungen geben.

    • ich finde es auch gut, dass es hier auch eine konträre Position mal aufgezeigt wird.

      die digitale soziale Kontrolle in China, ist mir da auch ganz bestimmt nicht geheuer, bzw. was da mit chinesischer Tradition geht und sich vereinbaren lässt, ist nicht zwangsläufig auch für Europäer geeignet.
      Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass irgendein Europäer mit bspw. einer Corona-app anständig umzugehen weiß und diese nicht für irgendwas missbraucht. Ich halte als Europäer auch gar nix davon überhaupt irgendwelche privaten Daten/ Appaufzeichnungen in das Internet zu übereignen. Das Internet ist ein Gebäude, was nur aus Türen, Toren und Eingängen besteht, ein durch und durch fragiler öffentlicher Raum, der eigentlich gar nicht zu schützen ist, wenn er nicht zentral (und von wem dann?) betrieben wird.
      Da gibt es glaube ich eine Menge Diskussionsbedarf, wie wir mit dieser Technik gesellschaftlich umgehen können. Fragen auch, die wir nie wirklich diskutiert haben!

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/meinenstein/' rel='nofollow'>@Meinenstein</a>

      Der Zusammenhang zwischen Hotspots des Virus und der G5 – Technologieausbreitung und Umweltverschmutzung sollten wir sehr kritisch betrachten.

      Die soziale Kontrolle, die dadurch ausgeübt wird ein Sozialkreditsystem einzuführen hat sicher Vor – und Nachteile.
      Ich persönlich fühle mich am Sichersten, wenn niemand mich überwacht.

      Was sicherlich für das chinesische Modell spricht ist das der Westen finanziell pleite ist und der chinesische Weg aus den Schuiden führen kann, oder schon geführt hat. Das muss ich noch recherchieren….

    • Zum Thema Timeline: ich bin mit meiner Frau ende 2019 zurück nach Deutschland gekommen, ich glaube nicht das sich da was geändert hat in den letzten 6 Monaten.

      Was zum nachdenken über den Staat China.
      1. Vor einen Monat hat die Regierung eine Anfrage ins Netz gestellt (schon mal positiv im Vergleich zu DE) ob man Einwanderer aus Afrika haben will. 100 Millionen Menschen aus Afrika will China nach China holen. Die Begründung: "wir haben nicht genug Arbeiter". Alle Posts die gesagt haben "wir haben genug Menschen die arbeiten können, nur wollen die nicht mehr wie Sklaven arbeiten" wurden in Minutentakt gelöscht und die Umfrage wurde nach 4 Stunden aus den Netz genommen.
      2. Wohnungen in den Ballungsgebieten kosten um die 4 Millionen €, Durchschnittseinkommen eines Studierten Menschen in China ist bei 1500€ Netto, ein normaler Arbeiter muss mit 200-600 € auskommen, Wanderarbeiter max. 100€.

      Zu Bildung in China:
      1. Lehrer haben ein sehr niedriges Gehalt und das bessern die mit Nachhilfe aus. Damit die Kinder zu Nachhilfe gehen wird in den regulären Stunden nichts unterrichtet.
      2. Es gibt Schulen die von der Industrie gesponsort werden (so mit die meisten), also gibt es Legoschulen wo mit Lego spielen ein Prüfungsfach ist. Natürlich muss das neueste von Lego zuhause vorhanden sein für die "Hausaufgaben"
      3. Kinder müssen sich für Schulen bewerben, ja auch die Erstklässler.
      4. Reiche Chinesen kaufen Wohnungen auf die im Einzugsgebiet der besseren Schulen sind und verkaufen die zum 5 fachen des normalen Werts.
      5. Die richtig Reichen schicken Ihre Kinder auf Privatschulen (ein Schuljahr sind 20000€)

      Zum Familienleben:
      Meistens wohnt die Mittelschicht mit ihren Eltern zusammen. Die Wohnungen können sich die wenigsten leisten, weil der Lebensunterhalt über den Niveau von DE ist. Ich habe fixe Ausgaben von 1500€ Wohnungsmiete + 500€ Essen (2 Personen ohne Restourantbesuche) gehabt.
      Beide Elternteile müssen arbeiten um genug zu verdienen um die Familie zu ernähren, somit wird die Erziehung in die Hände der Großeltern gelegt. Man sieht sehr oft Familien die in der Mall am WE sind und es sind Fremde. Die Eheleute sind sich fremd und die Kinder quengeln rum und wollen zu Oma.

      Zum Leben der Studenten:
      Kredithaie treiben Studenten in Kreditfallen und die Hübschen landen im Freudenhäusern (die illigal sind, aber massenhaft in jeder Stadt zu finden sind). Viele Mädels arbeiten in Restaurants und werden von den Besitzern auf Daitingapps gestellt. Die verabreden sich dann immer wieder in diesen Restaurant damit der Besitzer Kasse macht.

      zu Überwachung:
      Ich war in der Wüste Gobi mit den Zelt unterwegs. Dörfer die kein fliesendes Wasser haben und nicht an das Stromnetz angeschlossen sind, haben an jeder Straße und jeder Kreuzung Kameras. Man wird ständig überwacht, auch in den Firmen sind überall Kameras.
      Händies sind mit spyware bestückt und der Staat ließt mit. Es wird fast ausschließlich mit den Telefon bezahlt und ist für den Staat immer verfügbar. Man muss sich mit Pass und Fingerabrücken registrieren bei sehr vielen Apps.

      Ich habe selten so viel Elend gesehen wie in China, bis auf USA die so ziemlich das Negativ von China sind. So ein kalter Kapitalismus wie in China, der Menschen wirklich als Humankapital behandelt, will keiner haben.
      Diese armen Menschen sind in der Trettmühle gefangen und wissen nichts von garnichts.
      Ich habe (durch meinen deutschen Vertrag als Expert) in den 3 Jahren mehr von China gesehen als 99% der Chinesen in ihren ganzen Leben. Meine Frau hat das erste mal in ihren Leben Glühwürmchen gesehen als wir zusammen in den Bambuswäldern waren und dabei sind die nur 3 Stunden Zugfahrt von ihrer Heimatstadt entfernt.

      Mir braucht keiner der Dödels (die zum Urlaub nach China reisen, oder als "Gastprofessoren") was über China erzählen. Ich habe mit den Menschen Tür an Tür gelebt, mit ihnen in der Kantine gesessen und ich bin mit einer verheiratet.

      China ist ein Ausbeuterstaat der schlimmsten Art und desto schneller China in dieser Form kaputtgeht, desto schneller wird es Menschen in China besser gehen.

      Ach ja so zum nachdenken für alle die Kinder haben oder wollen.
      Alle Kinder meiner Arbeitskollegen müssen regelmässig zum Arzt. Alle Kinder haben Probleme mit der Artmung, weil die Regierung sich weigert die Kohlekraftwerke mit Filtern zu versehen.

    • @ Icke Rund

      gestatte mir einen kleinen Handwerkertip: Wenn zwischen @ und Name ein Leerzeichen ist, gibt es keine Buchstabenschlange 😉

    • zu Timeline:
      Ich bin Ende 2019 zurück nach DE gekommen, so viel hat sich nicht in den letzten 6 Monaten verändert.

    • interessant, was Sie sagen, das mag so gewesen sein, aber jetzt will ich Wolfram Elsner glauben! 😉
      …. nicht bösse sein.

    • @ meinenstein, besten Dank für den Handwerkertip.

      Mein gute Güte, wieder einmal ist die letzte Antwort: "Sowohl als auch". Unsere westliche Gesellschaft auch mit vielen "Elenden" unterwegs, oder nicht ? Vor jedem "Einkaufspalast in Mitte" liegen ein paar Bettler rum…

      Auf jeden Fall ist es interessant, wie verschieden die Sichtweisen auf China sind.

    • @ Derewo

      vielen Dank, dass Sie da mit Ihren Schilderungen auch nochmal ihr anderes Bild weiter vervollständigt haben.
      visionäres Denken ist immer eine Sache, empirische Erfahrungen eine ganz andere und wie ich finde hier ein sehr lohnenswerter Beitrag!

    • "China ist ein schrecklicher Platz zum Leben, jeder der es sich leisten kann zieht in ein anderes Land."

      Ich lebe seit 2011 in China und hatte mich nach Deutschlandbesuchen immer scherzhaft mit den Worten verabschiedet, wieder in meine neue freie Heimat zu gehen. Bei jetzigen Zuständen in Deutschland ist das kein Scherz mehr.

      Wolfram Elsners positive Schilderungen sind wertvoller als Ihre negativen, Herr Derewo. Sie beschreiben – auch noch vorhandene – Relikte der Vergangenheit, während Wolfram Elsner voller Optimismus an Entwicklungen glaubt. Alles braucht seine Zeit und diese wird hoffentlich zeigen, dass Wolfram Elsner heute schon näher an der Realität ist als Sie, Herr Derewo.

      Die von Ihnen genannten Lebenshaltungskosten betreffen Wohngegenden mit westlichem Standart – passt also. Ich selbst bevorzuge die normalen Wohngegenden, die auch in der teuersten Stadt Chinas noch deutlich überwiegen. Aktuell reichen mir hier weniger als 300 Euro monatlich für 40qm (3 Zimmer, Küche, Bad, Balkon), Strom, Gas, Wasser und komplette Nahrung vegetarischer Hauskost.

      Auch Ihre anderen Extreme spiegeln vielmehr Ihre eigene Einstellung als das tatsächliche Leben in China wider. Das ist meine Erfahrung nach dreifacher Zeit als Ihrer in China.

  28. Sehr interessante und authentische Sichtweise (so kann das dargestellte Bild des Fernsehens auch wieder etwas gerade gerückt werden); vielen Dank für das Interview. Der Professor spricht mir voll aus dem Herzen. Werde mir das Buch auf jeden Fall bestellen.

    • Konnten Sie die Zwangsgebühr umgehen ? Oder zahlen sie schon doppelt ? 🙂

    • Nein, ich zahle GEZ schlicht und einfach nicht. Hab' da schon einigen an Strafanzeigen an Gerichtsvollzieher durch. Und auch an Verfahren am Verwaltungsgericht …

      Ich erinnere mich, am Anfang der BRD nach Gründung der Bundeswehr war es auch nicht einfach "seinen" Wehrdienst zu verweigern es gab da sehr schwierig zu bestehende Gewissensprüfungen um nicht zum Bund zu müssen. Doch je mehr das machten, je normaler wurde es einen Wehrersatzdienst zu leisten.

      Für mich ist es vor allem eine _Gewissensentscheidung_ keine GEZ zu zahlen. Was das mit Gewissen zu tun hat, muss ich in diesem Forum sicher nicht erklären 😉 Man denke nur an die Hetze gegen Russland im ÖR. Und so halte ich es wie damals mit der Bundeswwehr, ich leiste jetzt eine GEZ Ersatzgebühr. Und da ich KenFM regelmäßig frequentiere halt an diesen Kanal 🙂

    • Das ist auch OK, jeder muss für sich den Weg finden der für ihn passt und mit dem er leben kann. Ein Kollege von mir bezahlt GEZ immer monatlich anstatt vierteljährlich. Er bekommt so immer innerhalb des viertel Jahres eine Mahnung, sonst passiert aber nichts. Hering (Handelsblatt) versucht GEZ mit Bargeld zu zahlen. Alles Dinge, die Sand ins Getriebe der Verwaltung streuen 😉

      Du könntest GEZ auch in kleineren Teilbeträgen zahlen oder einfach mal einen Cent schuldig bleiben. Alles Dinge, auf die das GEZ Abrechnungssystem nicht eingestellt ist 🙂

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