ZUR SACHE: 9. November ’89 – Der Beginn vom Ende des Neuanfangs?

Der 9. November 1989 wird in der individuellen Betrachtung der meisten Menschen in Verbindung gebracht, als der Tag, an dem die Mauer geöffnet wurde.

Er stellte im Rückblick aber, im wahrsten Sinne des Wortes, auch einen Startschuss dar. Der Beginn der epochalsten Neuordnung, die die deutsche Geschichte, neben der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990, in seiner jüngeren Historie vorzuzeigen hat.

Innenpolitisch, außenpolitisch und sozialpolitisch ergaben sich Umbrüche in einer Radikalität, die in ihrer Kontinuität für die Stimmung der Menschen, für den „Ist-Zustand“ dieses Landes, maßgeblich verantwortlich sind.

Wurden mit Tag 1 nach der Maueröffnung die existierenden Chancen wirklich genutzt? Wollten sie erkannt werden? Wer besaß Illusionen, wer hatte Interessen? Sehr viele, sehr tiefe Fragen, die in der Kürze der Sendezeit kaum zu beantworten sind. Wir wollen es trotzdem versuchen!

Zum heutigen Thema von ZUR SACHE: 9. November ’89 – Der Beginn vom Ende des Neuanfangs? erklären und erläutern folgende Teilnehmer:

  • Barbara Thalheim: Sängerin und Liedermacherin
  • Matthias Krauß: Freier Journalist und Buchautor
  • Uli Gellermann: Betreiber der Rationalgalerie.de

Wichtige Bücher zur Thematik:

  • Frank Schumann: 100 Tage die die DDR erschütterten
  • Otto Köhler: Die Grosse Enteignung – Wie die Treuhand eine Volkswirtschaft ruinierte
  • Vladimiro Giacché: Der Anschluss – Die deutsche Vereinigung und die Zukunft Europas
  • Matthias Krauß: Die große Freiheit ist es nicht geworden

Redaktioneller Hinweis: die Sendung wurde am 8. November 2019 aufgezeichnet

Inhaltsübersicht:

00:02:21 Leben in der DDR, von innen und außen betrachtet

00:17:54 Leben im wiedervereinten Deutschland

00:20:21 Das Treuhanddesaster

00:24:31 Erfahrungswerte während und nach der DDR

00:38:05 Realitäten der Gegenwart

00:50:34 Unterschiede verdrängt und vergessen

00:59:52 Gedanken zur Gegenwart

01:12:22 Blick zurück, blick nach vorne

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66 Kommentare zu: “ZUR SACHE: 9. November ’89 – Der Beginn vom Ende des Neuanfangs?

  1. SCHLIMMER als die Tagesschau (mittlerweile zum schaumig gärenden Regierungssender verkommen) konnte die "Aktuelle Kamera" doch nicht sein. Oder irre ich mich da?

    Man beachte den K*tzreiz verursachenden, und zunehmend brandgefährlichen(!) Dreck, den diese Hamburger TS-Jornaille mehr und mehr und wieder und wieder über die zwangszahlende Bevölkerung – also deren Leser – auskippt.

    Bei der Tagesschund-Online wird seit geraumer Zeit die Leser-Kommentarfunktion langsam, eiskalt und genüsslich abgewürgt. Kritik, Diskurs, Debatte … ihgittigitt, bloß weg mit so etwas Unappetitlichem! Braucht doch kein Mensch!

    (Nebenbei: Hat mal jemand darüber nachgedacht, dass "weniger" Produkt gemeinhin auch "weniger" Kosten nach sich zieht und damit nicht mehr so viel zu (zwangs-)kosten hat?)

    Noch etwa 10 Millionen(!) Leute deuen sich diesen regierungskonformen Desinformations-Rotz (wie mir scheint gottseidank bei klar rückläufigen Zahlen) täglich ins Hirn … vgl. TS-Online-Rubrik "Unsere Zuschauer" — na das ist doch da, wo immer das Bildchen ist, wodrin diese peinliche Tagesschau-Barbie so brav steht. 😉

    10 Millionen Seuchengefährdete.

    Na denn. Täglich grüßt das Merkeltier:

    DEUTFLAND GÄÄHT EF GUUT!

    Leuteee! Frohe Botschaft zur Einheit:
    Lafft unf froh und munter sein!

    • Ende der 1980er war die Westpropaganda eher subtil und beispielsweise die Aktuellen Kamera ziemlich plump.
      Jedenfalls ist es heute so, dass ich die Sichtweise der russischen Regierung aus staatsnahen russischen Medien erfahre, weil "deutsche" (transatlantische) Medien nur noch Nato-Werbetexte wiedergeben; genauso bei China oder Iran oder der Lage in und um Syrien …

  2. Das Gejammere der DDR-Nostalgiker nervt zumal sie keiner in die BRD gepruegelt hat. Und wenn Katalanen und Briten die Unabhaengigkeit wollen, warum dann nicht auch die Ex-DDR. Die AfD koennte sich dann zum Beispiel in Alternative-DDR umbenennen.

  3. Bleibt bemerkenswert, wie es auch nach 30 Jahren noch Diskussionen auslöst, wenn die DDR nicht als 3.ReichSaddamGaddhafiAssadHitler dargestellt wird.

    Nun ist die DDR schon länger Geschichte …
    China hat sich dem Kapitalismus geöffnet, d.h vieles im Kapitalismus bewährte übernommen, aber nicht das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, sondern vieles im Sozialismus bewährte fortgeführt und weiterentwickelt.
    Und ick sach ma so:
    Von der ökologischen Problematik, dass Flugzeuge nicht mit Wasserstoff fliegen¹, mal abgesehen, in China werden Flughäfen fertig und sind in Betrieb; FlughÄfen, Mehrzahl. 😀

    ¹ Und auch das wird höchstwahrscheinlich eher in einem Umfeld gelöst werden, in dem pragmatisch gedacht wird, also wenn überhaupt, dann werden Wasserstoff-Flugzeuge aus China kommen oder von sonstwo, aber in sowas hirntotem wie der BRD können nur noch Comic-Nummern kommen, vielleicht eine Abgas-Software für Kerosin-Flugzeuge oder irgendsowas endinnovatives.

    • Na, so hirntot kann Deutschland nicht sein. Denn z.B. Zwangslager –ich muss schon wieder mit sowas anfangen, sorry, aber solche Dinge gibt es leider – Zwangslager, die ohne Personalkosten mit Zwangsarbeitern billige Massenwaren für den Weltmarkt produzieren, haben wir hier in Deutschland zum Glück nicht (oder ist auch das schon wieder falsch, zu sagen "haben wir hier in Deutschland zum Glück nicht"?).
      Laogai, Zwangsarbeit in China:
      https://www.youtube.com/watch?v=NaY4iaQ_tFE
      Und selbstverständlich wählt die KenFM-Redaktion ihre Themen so, wie sie es für richtig hält, Gott sei Dank (Entschuldigung, Gott sei Dank darf man wohl auch nicht mehr sagen) wählt die KenFM-Redaktion ihre Themen so, wie sie es für richtig hält. Aber wenn Sie nochmal genau lesen, was ich schreibe, so meine ich trotzdem:
      "interessiert hätte einen doch, wie die desolaten Seiten der DDR-Wirtschaft und der DDR-Gesellschaft eben durchaus die „Abwicklung der DDR“ beeinflussten. Die desolaten Verhältnisse der DDR waren nicht unwesentlich der Grund dafür, dass es eben eine Abwicklung wurde (und eine Ausschlachtung durch profitgierige Kapitalisten, aber die gibt es immer) und keine Weiterentwicklung." Zur Mangelwirtschaft in der DDR und den daraus zwangsläufig sich ergebenden Folgen leider kein Wort in dem Gespräch. Bei Berücksichtigung dieser Mangelwirtschaft wäre das Gespräch zwangsläufig anders ausgefallen. Das habe ich vermisst.

    • @ citoyen
      "Na, so hirntot kann Deutschland nicht sein. Denn z.B. Zwangslager –ich muss schon wieder mit sowas anfangen, sorry, aber solche Dinge gibt es leider – Zwangslager, die ohne Personalkosten mit Zwangsarbeitern billige Massenwaren für den Weltmarkt produzieren, haben wir hier in Deutschland zum Glück nicht"

      Wie hirntod die Deutschen sind, kann man daran sehen, dass die Deutschen aktuell in der BRD Menschen in Zwangsager stecken, aber diesen Menschen nichtmal als moderne Sklaven nutzen, sondern diesen Menschen arbeiten verbieten; was übrigens eine doppelte Menschenrechtsverletzung ist.

      "Laogai, Zwangsarbeit in China:"

      Hartz-IV Zwangsarbeit in der BRD.

      "interessiert hätte einen doch …desolaten … desolaten"

      Wer ist "einen" ?!
      SIE citoyen invisible kommen nicht drauf klar, dass es möglich ist die DDR sachlich zu betrachten.
      Aber das ist IHR Problem und was auch immer Sie projizieren, es hat nichts mit der DDR zu tun, sondern mit Ihren Eltern.
      Der Vorteil der BRD bis 1989 war unter anderem, dass der Büchermarkt nicht SOO sehr zensiert war, das hätten Sie nutzen können, dann müssten Sie jetzt nicht projizieren.

      "Zur Mangelwirtschaft in der DDR"

      Für Geld gab es in der DDR alles, für Geld gibt es in der BRD alles.
      Ohne Geld gab es in der DDR nichts, ohne Geld gibt es in der BRD nichts.
      Unterschied: Das bisschen Groschengeld für ein Brot hatte in der DDR noch jeder – in der Hartz-IV-BRD sind schon einige Menschen VERHUNGERT.

      Ich habe im Rahmen meiner Möglichkeiten versucht, mit Ihnen zu diskutieren.

    • Andreas,
      der Versuch, mit Ihnen zu diskutieren, war auch ganz meinerseits, und ist es gerne auch weiterhin.
      Und natürlich wurde ich genauso wie Sie und andere auch durch die Eltern geprägt, das ist doch gar keine Frage. Und natürlich hat deshalb (und aufgrund anderer Prägungen) jeder ein in gewisser Weise vorgefasstes Welt- und Menschenbild, das durchaus auch falsch sein kann, meines ebenso wie Ihres. Wichtig bei einer solchen Diskussion ist doch aber, dass man dem anderen die Chance gibt, sein Welt- und Menschenbild weiterzuentwickeln. Diese Chance, dazu zu lernen, hat er dann, wenn man auf seine Argumente eingeht und ihm sagt, was man daran für falsch hält, ohne ihn gleich von vornherein in eine Schublade zu stecken ("ja klar, falsches Elternhaus", "falscher Beruf" usw.), in eine Schublade, aus der er dann nie wieder herauskommt. Eine sinnvolle Diskussion wird schwierig bis unmöglich, wenn sich jeder nur noch auf die Verteidigung des eigenen Standpunktes beschränkt, weil er sich vom anderen angegriffen fühlt. Eine vernünftige Diskussion ist aber kein Krieg, in dem es gilt, den anderen zu besiegen, sondern soll im Idealfall beide Seiten weiter bringen, vielleicht sogar dauerhaft an einen Tisch. Genau das wünsche ich mir von alternativen Medien wie diesem hier und möchte, wenn ich etwas kommentiere, durchaus an den Reaktionen anderer erkennen, inwieweit ich vielleicht meine Sichtweise korrigieren muss. Ich bin nämlich, genauso wie vermutlich auch Sie, weder Journalist noch Politiker und hatte deshalb immer nur nebenbei Zeit, mich mit politischen Themen zu befassen, möglicherweise weniger als Sie. Wenn wir denen, die über unsere Köpfe hinweg herrschen wollen, nennenswerten Widerstand in Richtung Änderung der Verhältnisse entgegenbringen wollen, bringt es uns doch überhaupt nicht weiter, wenn wir, anstatt gemeinsam Lösungen in diese Richtung zu erarbeiten, uns untereinander zerstreiten.
      Mein Vorschlag: Lassen wir bei der nächsten Diskussion einfach unsere jeweiligen Elternhäuser außer Betracht, auch unsere jeweiligen Berufe und unsere sonstige Sozialisation und konzentrieren wir uns einfach nur auf die Argumente, auf unsere UND die des anderen. Denn sonst besteht, solange man sich noch nicht persönlich kennen gelernt hat, immer die Gefahr, dass man sich eine ganz falsches Vorurteil bildet.
      Übrigens: Die Missstände, die Sie auch in Ihrem letzten Kommentar zu Recht anprangern, sind doch nicht von der Hand zu weisen, da stimme ich Ihnen doch völlig zu, auch wenn ich graduell anderer Auffassung bin, diese Missstände nämlich noch nicht mit Zwangslagern auf die gleiche Stufe stellen möchte.
      Dann also: Bis zum nächsten Mal!

    • @ citoyen
      "diese Missstände nämlich noch nicht mit Zwangslagern auf die gleiche Stufe stellen möchte."

      Ja genau: Sie MÖCHTEN es nicht.
      Sie sehen die BRD so, wie Sie sie SEHEN WOLLEN.
      Die Insassen sind nicht freiwillig in den Lagern, sondern werden dort rein gezwungen, also sind es ZWANGSlager.
      Und diese Zwangslager befinden sich auf dem Territorium der BRD und werden durch BRD-Gesetze, die diesbezüglich ein Menschenrecht brechen, scheinlegitimiert.
      Und wenn es kein kleines oder großes Unrecht gibt, sondern Unrecht=Unrecht ist – wie Sie es für die DDR anmahnen – dann gilt Unrecht=Unrecht auch für die BRD.
      Bei der BRD sehen Sie nicht konsistent Unrecht=Unrecht, da wollen Sie dann mit einem anderen Maß messen.
      Okay, dann wollen Sie das halt so und nachdem alles eine Meinung sei, egal wie begründet oder unbegründet und egal wie es wirkt, das eine Unrecht anzuprangern und das andere Unrecht zu beschönigen, ist das halt Ihre Meinung, so weit so gut.
      Aber wozu sollte ich dann weiter mit Ihnen diskutieren?!
      Das eine aus 0° zu sehen und was anderes aus 180° zu sehen bringt mir nix.

      "Dann also: Bis zum nächsten Mal!"

      Dummheit ist, das Gleiche unter gleichen Bedingungen zu wiederholen und ein anderes Ergebnis zu erwarten.

    • Andreas,
      Sie sehen MICH so, wie Sie mich sehen wollen. Da habe ich dann in der Tat keine Chance, Ihnen irgendetwas aus meiner Sicht zu erklären in der Hoffnung, mit Ihnen in eine konstruktive Diskussion zu treten. Leider – und schade.
      Zum Abschied😢 sehen Sie sich aber zum Thema "Umgang miteinander bei Diskussionen" vielleicht noch folgenden, ganz aktuellen Artikel von heute an auf "Peds Ansichten", Autor Peter Frey, den Ken Jebsen interviewt hat (KenFM im Gespräch vom 15.9.2019):
      https://peds-ansichten.de/2019/11/journalismus-kritik/
      Mit freundlichen Grüßen

  4. Es kommen sicher zu Recht interessante und wichtige Aspekte zur Sprache, insgesamt aber wird das Gespräch der eigentlichen Problematik nicht gerecht. Denn da viel zu viel Wesentlich(er)es ausgeklammert wird, entsteht ein unangemessen einseitiges Bild der DDR und damit auch der Verhältnisse danach. Zu kurz gekommen ist mir und interessiert hätte einen doch, wie die desolaten Seiten der DDR-Wirtschaft und der DDR-Gesellschaft eben durchaus die „Abwicklung der DDR“ beeinflussten. Die desolaten Verhältnisse der DDR waren nicht unwesentlich der Grund dafür, dass es eben eine Abwicklung wurde (und eine Ausschlachtung durch profitgierige Kapitalisten, aber die gibt es immer) und keine Weiterentwicklung. Und wo in dem Gespräch (ich habe es mir zweimal angehört) bleiben zentrale Themen wie Mauertote, Folter in Bautzen und anderswo, Stasiopfer, Bespitzelung der Bürger, Zwangsadoptionen, Zwangsscheidungen, Vaterschaftsaberkennungen, Mangelwirtschaft usw., usw., usw.? Der Beginn vom Ende des Neuanfangs doch hoffentlich jetzt nicht auch bei KenFM, der Beginn nämlich vom Ende eines Journalismus, der so erfrischend anders sein will als die Mainstream-Medien: redliche Berichterstattung, saubere Recherche, keine Lückenpresse. Lückenpresse bitte nicht auch bei KenFM!

    • Übrigens, die „ehemalige“ DDR und nicht das „ehemalige Mittelalter“ oder das „ehemalige Römische Reich“: Ja klar, so wie ich „ehemalige“ Mitschüler habe. Warum denn der Unterschied? Aus dem simplen Grund, weil DDR und Mitschüler noch nicht so lange her sind wie Mittelalter oder Römisches Reich und heute noch Menschen leben, die DDR bzw. Mitschüler erlebt haben. So einfach sind oft die Dinge, man muss doch nicht hinter allem und jedem Finsteres argwöhnen, hinter jedem Baum einen Indianer sehen. Und wenn es Menschen gibt, die erleichtert sind darüber, dass die DDR ehemalig ist, wer wollte es ihnen verdenken?

    • Nur mal den Punkt:

      Nach der Selbstauflösung der DDR ging das Volksvermögen von mehr als 620 Milliarden DM an die von Detlev Karsten Rohwedder geführte Treuhand über. Rohwedder entwickelte den Plan, dieses Vermögen an die DDR-Bürger auszuzahlen, in Anteilen von je 30.000 DM pro Kopf. Der Plan war kaum geboren, da kam Rohwedder bei einem bis heute nicht restlos aufgeklärten Attentat ums Leben. Seine Nachfolgerin Birgit Breuel verwarf Rohwedders Konzept, ließ die Vermögenswerte der DDR von westdeutschen Firmen plündern und erzielte letztlich Treuhandschulden von mehr als 180 Milliarden DM, die heute in schwarzen „Nebenhaushalten“ versteckt sind.

      Die DDR sei „marode“ gewesen, sagen die begnadet Bornierten heute dazu und übersehen dabei geflissentlich, dass die Bundesrepublik mit 2.1 Billionen Euro verschuldet ist, während das reine Geldvermögen in privater Hand auf 6 Billionen Euro wuchs.

      Aus:
      Samstag, 16. November 2019, 15:30 Uhr
      ~7 Minuten Lesezeit
      Im Zerrspiegel der Sieger
      Die Wortschöpfung „Unrechtsstaat“ verhindert, dass aus dem Anschluss der DDR an die BRD eine Wiedervereinigung wird.
      von Volker Bräutigam

      Der Diskurs über die DDR wird vom Standpunkt des vorläufigen Siegers im Kampf der Systeme geführt. Es ist zugleich der Standpunkt eines erbarmungslos bornierten Rechthabers, der alle Argumente niederzumachen sucht, die seiner Selbstgerechtigkeit und seinem Überlegenheitsgefühl entgegenstehen. Im Buch „DDR — Meilenstein der Geschichte“ beschreiben 70 Zeitzeugen ihre Erlebnisse und Wahrnehmungen in der DDR. Sie möchten verhindern, dass das Positive in Vergessenheit gerät und vermitteln mit Herzblut nachfolgenden Generationen, was für sie das Leben in 40 Jahren Deutsche Demokratische Republik ausmachte. Der Autor empfiehlt dieses Buch und ergänzt die Berichte mit diesem Beitrag durch seine eigenen Erfahrungen.
      (Rubikon)

      Auch wenn Propaganda und Hölle aus stetiger Wiederholung bestehen und dadurch wohl Wirkung zeigen soll. Sie sehen auch, wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Der Vorwurf des "Mainstreamens" an KenFM ist drollig. Da es sie doch so sehr stört, daß eben nicht das Narrativ des Mainstreams bedient wird, in dem die ehemalige DDR durchweg verteufelt wird.
      Aber in einem Punkt haben sie recht, wäre die Sendung länger gewesen, hätte man durchaus noch darauf eingehen können, wer da wen schluckt. Da braucht man schon fast eine eigene Ausgabe für. Eine Kriminalgeschichte der BRD – eine Geschichte von Junkern, Industriellen und anderen Ausbeutern.

    • Hallo Box,
      wenn Sie schon meinen, mir "Propaganda und Hölle" vorwerfen zu müssen, ohne dass meine Kommentare hierzu auch nur den geringsten Anlass geben, dann wäre es doch der notwendigen Gesamtbetrachtung der Problematik dienlich gewesen, wenn Sie sich auch mit den von mir angesprochenen Punkten auseinandergesetzt hätten: Mauertote, Folter in Bautzen und anderswo, Stasiopfer, Bespitzelung der Bürger, Zwangsadoptionen, Zwangsscheidungen, Vaterschaftsaberkennungen, Mangelwirtschaft usw. Einem solch wichtigen Thema wird man nur gerecht, wenn man ALLE Seiten betrachtet und sich nicht nur die einem genehmen herauspickt. Da ich aber, wie ich Ihnen auch zu anderen Themen bereits versichert habe, so auch diesmal, Ihre Einwände, trotz Ihrer Zuspitzungen, z.T. durchaus als berechtigt ansehe, deshalb trotz allem selbstverständlich:
      Mit freundlichen Grüßen

    • @ citoyen
      "Es kommen sicher zu Recht interessante und wichtige Aspekte zur Sprache, insgesamt aber wird das Gespräch der eigentlichen Problematik nicht gerecht."

      Es kommen interessante und wichtige Aspekte zur Sprache, insgesamt wird das Gespräch dem gewählten Titel und Thema der Sendung gerecht.
      (Wer eine Sendung DDR-Brutkasten-blutrünstige-Kinderfresser und Saddams Massenvernichtungswaffen will, der wird bei anderen Medien ausreichend bedient.)

      "Denn da viel zu viel Wesentlich(er)es ausgeklammert wird, entsteht ein unangemessen einseitiges Bild der DDR und damit auch der Verhältnisse danach."

      Denn da wird viel Wesentliches gesagt und damit entsteht ein ausgewogeneres Bild, als wenn die übliche westdeutsche/USA-Hetze über die DDR wiedergekäut werden würde.

      "die desolaten Seiten der DDR-Wirtschaft … Die desolaten Verhältnisse der DDR … "

      … waren in der westdeutschen/USA-Hetze über die DDR so "desolat".
      Im Vergleich zur heutigen BRD war das pure Stabilität und wenn Sie das nicht glauben wollen, warten Sie bis der US-Dollar überdurchschnittliche Inflation bekommt, dann werden Sie sehen wie desolat die BRD ist.

      "Mauertote"

      Frontex

      "Folter in Bautzen und anderswo"

      Hartz-IV mit Sanktionen
      Folter von Julian Assange und die BRD hat mit USA und UK nicht etwa nur eine Kontaktschuld, nein, das sind Verbündete in der Nato.
      Guantanamo
      Abu Ghareb
      Und das sind nur die berühmtesten Standorte der Folter.

      "Stasiopfer"

      Jobcenter-Opfer
      Verfassungsschutz-Opfer
      Gustl Mollath

      "Bespitzelung der Bürger"

      NSA
      Five Eyes
      BND, Verfassungsschutz, Bundestrojaner, Vorratsdatenspeicherung, Uploadfilter
      Hartz-IV völlige Durchleuchtung von Bürgern, nur weil sie finanziell Versicherung ("Sozialversicherung") in Anspruch nehmen müssen; 100te Seiten Akten über einen Hartz-IV-Berechtigten

      "Zwangsadoptionen, Zwangsscheidungen"

      Bitte Quelle / Nachweis

      "Vaterschaftsaberkennungen"

      Bitte Quelle / Nachweis
      Jedenfalls war die finanzielle Ungleichheit von Geburt an nicht so wie jetzt im BRD-System der erzeugerseitigen Unterhaltszahlung; und sei es nur, weil es nicht solche völlig kranken Einkommensunterschiede gab.

      "Mangelwirtschaft"

      Wie viele Kita-Plätze fehlen in den veralteten Bundesländern nach wie vor?
      Wie viele bezahlbare Wohnungen fehlen?
      Von 80 mio Bürgern sind rund 40 mio erwerbstätig bzw. erwerbsfähig und davon 12 mio erwerbslos oder im Niedriglohnsektor – Preisfrage: was nützen denen die schönen vollen bunten Regale?
      Was ist "Mangelwirtschaft"?
      Wenn Menschen nicht bekommen können, was sie brauchen, ist das Mangel.
      Für 12 mio Bundesbürger ist die BRD Mangelwirtschaft und da sind Rentner mit kleinen Renten noch nicht mitgerechnet.

      Und:
      "Aus dem simplen Grund, weil DDR und Mitschüler noch nicht so lange her sind wie Mittelalter oder Römisches Reich und heute noch Menschen leben, die DDR bzw. Mitschüler erlebt haben."

      Nach IHRER Logik:
      Die Mitschüler leben / existieren noch, also sind es ehemalige Mitschüler.
      Nun; die BRD lebt /existiert auch noch.
      Also:
      ehemalige BRD 😀

    • @ Box
      " … da kam Rohwedder bei einem bis heute nicht restlos aufgeklärten Attentat ums Leben."

      Bestimmt STASI; muss ja, was sonst?! 🙂
      Ach nee, die "RAF" gab es plötzlich wieder, wie praktisch.

      "Seine Nachfolgerin Birgit Breuel verwarf Rohwedders Konzept … "

      Und holte die ganzen USA-Investmenbanken ins Treuhand-Piratenboot, deren Namen ich erst seit 2008/2009 kenne, LehmanBrothers, GoldmanSachs, Warburg … die ganze ehrenwerte Gesellschaft.

      Okay; höflich ausgedrückt waren die Ossis 1989/90 maximal naiv (ich sage so dumm kann man nicht sein, da müssen psychische Krankheiten bestehen), aber letztendlich haben die Wessis mit ihrem Steuergeld die Taschen der Großaktionäre von LehmanBrothers, GoldmanSachs, Warburg gefüllt – unter anderen Taschen versteht sich. 🙂
      Und dann gibt es immernoch welche (Wessis), die nicht drauf klarkommen, wenn es eine Sendung gibt, wo die DDR nicht Schuld an ALLEM Übel ist.
      Birgit Breul war und ist hamburger Bankierstochter, Mitglied in Atlantik-Brücke e.V. und wahrscheinlich auch ansonsten nicht nennenswert mit einem DDR-Hintergrund konnotiert.

  5. 30 Jahre Mauerfall? Wir hätten da eine Idee… (ca. 2min.)
    Martin Sonneborn

    Eigentlich hätte mir bei Schäubles Besuch zu den Mauerfall-Feierlichkeiten im EU-Parlament eine Minute Redezeit zugestanden; weil die Verwaltung sie mir verweigert hat, sage ich vor der Tür des Plenarsaals, was ich zu Schäuble nie gesagt hätte…

    https://www.youtube.com/watch?v=K-4GAmj-7T4

    • Kann man komsich finden. Oder es sein lassen. Ohne Erkenntnisgewinn.

      Aber wer ist WIR? Ich habe die Ostzone nicht übernommen und ausgeschlachtet.

      Die niveaulosen Arschkriecher Ost und West haben halt nach 1989 gemeinsam das Volk verascht. So wie vorher als Hausmeier zweier mehr oder weniger getrennter Kostenstellen, nur jetzt ebenauf Gesamtrechnung.

      Revolution? Wo jetzt genau? Wahlergebnisse nach der Wende? SPD, CDU, SED also PDS haben zum Schein abwechselnd regiert.

      Das Volk? Vorher wie hinterher nur Objekt eines Systems.

  6. Danke, Michael Klarwasser, meinsenfdazu, noein, Mamomi für die notwendigen ergänzenden Kommentare.

    Viele DDR-Bürger wollten sicher nicht nur Bananen und Westautos, sondern doch wohl auch und vor allem:
    – Freiheit von Stasi und staatlichem Terrorregime
    – Freiheit von Mauertod bzw. Tod im Todesstreifen an der innerdeutschen Grenze,
    – Freiheit von der Zerstörung des Lebens ganzer Familien, deren "Republikflucht" gescheitert war
    – Freiheit von Zwangsadoption von Dissidentenkindern durch Linientreue
    – Freiheit von tagtäglicher Bespitzelung, selbst durch Freunde und Familienmitglieder
    – Freiheit von der Angst vor Bautzen, Folter, Menschenrechtsverletzungen, Studien- und Berufsverbot
    – Freiheit von der Diskriminierung politisch Unerwünschter und der Privilegierung Linientreuer
    usw., usw., usw.

    Warum muss die DDR-Vergangenheit von linker Seite immer so verklärt werden? Warum nicht ganz nüchtern Positives und Negatives erkennen, so wie es war? Dass die DDR "Diktatur der Arbeiterklasse" sein wollte, hatte eben auch schlimme Schattenseiten für den einzelnen Bürger dort in seinem ganz konkreten Alltag. Der "erste Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden" hat ebenso wenig mit Demokratie und Menschenrechten zu tun wie die "Diktatur des Proletariats", die die einstige KPD anstrebte und wofür sie vom Bundesverfassungsgericht zu Recht verboten wurde. Denn die Erhebung nur eines Teils der Bevölkerung über alle anderen Bevölkerungsgruppen ist zutiefst undemokratisch, genauso undemokratisch wie eine "Diktatur des Kapitals". Ein Unrechtsstaat ist nun mal ein Unrechtsstaat. Sein Unrecht muss aufgearbeitet werden, das der SED-Diktatur genauso wie das der Nazidiktatur und genauso wie das Unrecht, das die Diktatur des Großkapitals hervorruft. Und als Unrechtsstaat darf und muss er benannt werden, auch wenn es noch so viele andere (und schlimmere) andere Unrechtsstaaten gibt (deren Unrecht selbstverständlich ebenfalls aufzuarbeiten ist). Wenn einer Unrecht tut, kann er sich nicht darauf hinausreden, dass ein anderer auch Unrecht tut. Unrecht darf nicht übersehen werden, sondern daraus muss man lernen, sonst wiederholt es sich. Das ist Konsens nach 1945 und muss auch Konsens nach 1989 sein.

    • Warum mal nicht das Gedankenexperiment wagen, was denn wohl geschehen wäre, wenn es umgekehr gelaufen wäre?

      Der Osten "gewinnt", des Westen wirft das Handtuch?

      Honnecker, Mielke und Wolf werden zu neuen Machthabern über alles, sie führen die Enteignungen durch und dann?

      Keine Siegerjustiz des SED-Regimes? Vergebung / Versöhnung a la Einheitspartei?

    • @ Citoyen
      Haha hatten wir das Thema nicht schonmal?
      Sie sagen etwas, dem ich zustimme:
      "Wenn einer Unrecht tut, kann er sich nicht darauf hinausreden, dass ein anderer auch Unrecht tut."
      Ich würde ergänzen: Wenn einer heute Unrecht tut , kann er sich nicht darauf hinausreden, dass andere vor drei Jahrzehnten auch Unrecht taten. Das wäre "Haltet den Dieb vor 30 Jahren!"
      Und Sie sagen:
      "Unrecht darf nicht übersehen werden, sondern daraus muss man lernen, sonst wiederholt es sich."
      Das sehe ich auch ähnlich, nur ganz leicht anders:

      – Freiheit von Stasi und staatlichem Terrorregime

      Verfassungsschutz, Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner, NSA/BND
      Unrecht darf nicht in der Vergangenheit bei anderen angeprangert und bei sich selbst heute übersehen werden, sonst übt man selbst heute das Unrecht aus, was man bei anderen betreffend früher anprangert.
      Und mit solch offensichtlicher Doppelmoral wirkt man unfähig sich selbst zu reflektieren.

      – Freiheit von Mauertod bzw. Tod im Todesstreifen an der innerdeutschen Grenze

      Frontex
      Unrecht darf nicht in der Vergangenheit bei anderen angeprangert und bei sich selbst heute übersehen werden, sonst übt man selbst heute das Unrecht aus, was man bei anderen betreffend früher anprangert.
      Und mit solch offensichtlicher Doppelmoral wirkt man unfähig sich selbst zu reflektieren.

      – Freiheit von der Zerstörung des Lebens ganzer Familien, deren "Republikflucht" gescheitert war

      Freiheit von der Zerstörung des Lebens von Menschen, die versuchen vor dem Niedriglohnsektor zu flüchten, Freiheit von der Zerstörung des Lebens erwerbsunfähiger Menschen; Hartz-IV.
      Unrecht darf nicht in der Vergangenheit bei anderen angeprangert und bei sich selbst heute übersehen werden, sonst übt man selbst heute das Unrecht aus, was man bei anderen betreffend früher anprangert.
      Und mit solch offensichtlicher Doppelmoral wirkt man unfähig sich selbst zu reflektieren.

      – Freiheit von Zwangsadoption von Dissidentenkindern durch Linientreue

      Freiheit von Zwangsindoktrination von Dissidentenkindern durch vollzugsartig ausgelegte staatlich linientreu beaufsichtigte Schulpflicht
      Unrecht darf nicht in der Vergangenheit bei anderen angeprangert und bei sich selbst heute übersehen werden, sonst übt man selbst heute das Unrecht aus, was man bei anderen betreffend früher anprangert.
      Und mit solch offensichtlicher Doppelmoral wirkt man unfähig sich selbst zu reflektieren.

      – Freiheit von tagtäglicher Bespitzelung, selbst durch Freunde und Familienmitglieder

      Für Ihre Freunde und Familienmitglieder kann die Gesellschaft nichts, aber für Verfassungsschutz, Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner, NSA/BND durchaus.
      Unrecht darf nicht in der Vergangenheit bei anderen angeprangert und bei sich selbst heute übersehen werden, sonst übt man selbst heute das Unrecht aus, was man bei anderen betreffend früher anprangert.
      Und mit solch offensichtlicher Doppelmoral wirkt man unfähig sich selbst zu reflektieren.

      – Freiheit von der Angst vor Bautzen, Folter, Menschenrechtsverletzungen, Studien- und Berufsverbot

      Bautzen, Folter – Guantanamo, Abu Ghareb, Assange
      Menschenrechtsverletzungen – Hartz-IV, Asylrecht
      Studienverbot – unnötig, wer keine Eltern mit finanziellem Einkommen hat, kann es mit Bafög bezogen auf Bachelor versuchen, viel Spaß! Da muss studieren nicht extra verboten werden.
      Unrecht darf nicht in der Vergangenheit bei anderen angeprangert und bei sich selbst heute übersehen werden, sonst übt man selbst heute das Unrecht aus, was man bei anderen betreffend früher anprangert.
      Und mit solch offensichtlicher Doppelmoral wirkt man unfähig sich selbst zu reflektieren.

      – Freiheit von der Diskriminierung politisch Unerwünschter und der Privilegierung Linientreuer
      usw., usw., usw.

      Freiheit von der Diskriminierung finanziell unerwünschter Menschen, Hartz-IV.
      Snowden musste aus USA flüchten, Assange wird in UK gefoltert, USA und UK sind unsere Verbündeten in der Nato.
      Ob hier Hartz-IV oder dort Folter glänzt in der "westlichen Wertegemeinschaft" einschließlich der BRD die BERUFSGrUPPE DER JURISTEN durch VOLLSTÄNDIGES VERSAGEN.
      Unrecht darf nicht in der Vergangenheit bei anderen angeprangert und bei sich selbst heute übersehen werden, sonst übt man selbst heute das Unrecht aus, was man bei anderen betreffend früher anprangert.

    • Ja, ja, ja, Andreas, warum auch nicht. Man muss doch immer alles im Blick haben und nicht auf einem Auge blind sein. Und wenn eben eine Darstellung einseitig ist, muss die Gegendarstellung eben die andere Seite beleuchten und insofern eben auch einseitig sein. Wichtig ist nur, dass sich auf diese Weise ein Gesamtbild formt, das möglichst viele, wenn schon nicht alle Seiten beleuchtet,

    • Zur erneut gleichlautenden Demagogie von "citoyen invisible", also der bewußten Entstellung der Redewendung "Diktatur des Proletariats," zuzüglich der Verklammerung der DDR u. des 3. Reiches. Den Rechtsbruch durch das Verbot der KPD ignorieren wir mal, da der Feind ohnehin stets links steht. Ansonsten und deshalb, gerne nochmals:

      Marx betont, er habe keineswegs die Existenz der Klassen oder deren Kampf entdeckt. Aber er habe nachgewiesen, dass 1. „die Existenz der Klassen bloß an bestimmte historische Entwicklungsphasen der Produktion gebunden ist; 2. dass der Klassenkampf notwendig zur Diktatur des Proletariats führt; 3. dass diese Diktatur selbst nur den Übergang zur Aufhebung aller Klassen und zu einer klassenlosen Gesellschaft bildet“ (MEW 28, S. 508; das Wort „Diktatur“ meint hier nicht eine autoritäre Herrschaftsform, sondern einfach nur Klassenherrschaft, unabhängig von ihrer politischen Form).

      Dazu nochmals die Ausführung:

      Die Pariser Kommune, beschränkt auf einen relativ kleinen Raum, wurde nach kurzer Zeit von den internationalistisch vereinten französischen und deutschen Kapitalisten und Militärs geschlagen und mit blutiger Rache liquidiert. Der nächste revolutionäre Versuch der Arbeiter war die russische Revolution von 1905; der erste erfolgreiche Versuch von größerer Dauer war die russische Oktoberrevolution von 1917. Die Bedingungen waren völlig anders als in Paris: nationale Dimension der Revolution im flächengrößten Staat der Erde, ein zahlenmäßig geringes Industrie- Proletariat ohne Schulbildung und ohne demokratische Organisationserfahrung, eine umfassende, multinationale Front konterrevolutionärer Regierungen zur Vernichtung der Revolution, geringe Entwicklung der Produktivkräfte, also objektive Unreife für die Revolution.
      Lenin analysiert das Problem im August/September 1917, also vor der Oktoberrevolution, in SR. Dabei definiert er die DdP als »Demokratie für die riesige Mehrheit des Volkes und gewaltsame Niederhaltung der Ausbeuter [ … ], d.h. ihr Ausschluß von der Demokratie – diese Modifizierung erfährt die Demokratie beim Übergang vom Kapitalismus zum Kommunismus« (LW 25,476). Bemerkenswerterweise spricht er schon hier davon, daß ein besonderer Apparat dafür nicht notwendig sein würde, sondern es genüge »die einfache Organisation der bewaffneten Massen (in der Art der Sowjets der Arbeiter-und Soldatendeputierten [ … ])« (477). Auch in weiteren Abschnitten dieser Schrift eilt Lenin der Entwicklung weit voraus und schildert eine Zukunftsgesellschaft basisdemokratischer Prägung, deren Gegenteil sich in der Stalin-Ära entwickelte.
      Rosa Luxemburg meldet in ihrem Fragment zur russischen Revolution (GW 4, 332-65) prinzipielle Bedenken gegen die Leninschen Organisationsprinzipien an. Luxemburg begrüßt zwar die Oktoberrevolution, befürchtet aber die Deformation der DdP und fordert, sozialistische Demokratie »nicht erst im gelobten Lande«, nicht als »fertiges Weihnachtsgeschenk für das brave Volk«, beginnen zu lassen: »Sozialistische Demokratie beginnt zugleich mit dem Abbau der Klassenherrschaft und dem Aufbau des Sozialismus. Sie beginnt mit dem Moment der Machteroberung durch die sozialistische Partei. Sie ist nichts anderes als DdP.« (363)

      Und etc.:

      Viele Intellektuelle, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen kritisieren heute die total globalisierte Ausbeutungswirtschaft mit ihren mörderischen Kriegen, mit Massenflucht und Terror auslösenden Folgen unter den allzu harmlosen Begriffen wie Neoliberalismus oder Finanzkapitalismus. Damit wird aber suggeriert, der historische Wirtschaftsliberalismus, der frühere Handels- und spätere Industriekapitalismus wäre, ungeachtet dessen, ob wir ihn mit den Medici, mit Calvin oder Adam Smith beginnen lassen, auch nur eine Spur humaner gewesen. Dass jedoch Widmann das Blutbad, das dieser friedliche finanzkapitalistische Neoliberalismus weltweit verursacht, nicht einmal andeutet, interpretiere ich meinerseits als Versuch, mit der provokativ zugespitzten These, die Oktoberrevolution sei nichts weiter als „ein Verbrechen gegen die Menschheit“ gewesen, von den historischen und aktuellen Verbrechen derer abzulenken, die im Namen Gottes, der Eigentumsfreiheit und des Profits begangen werden. Wer aber den entpolitisierten und unwissenden jungen Menschen wissentlich ein Zerrbild über verzweifelte Versuche, sich aus dem überproduktiven Vernichtungslagern der kapitalistischen Demokratien zu befreien, vermittelt, verhindert die überlebenswichtig gewordene rationale Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Geschichte des Kapitalismus.

      Aus:
      Mittwoch, 06. Dezember 2017, 12:00 Uhr
      ~46 Minuten Lesezeit
      100 Jahre Konterrevolution
      Eine Replik auf Arno Widmanns Mordphantasien zur Oktoberrevolution in der Frankfurter Rundschau.
      von Hans See
      (Rubikon)

      Und etc. etc.:

      Unrecht gibt es in jedem Staat. Aber ab wie viel Unrecht ist ein Staat ein Unrechtsstaat? Der sozialdemokratische Rechtsphilosoph Gustav Radbruch hatte darauf eine klare Antwort, hinter die man nicht zurückfallen sollte. Es genüge dafür nicht, wenn Herrscher Recht brechen, um ihre Macht zu sichern. (Wenn die Vergehen, für die DDR-Funktionäre zu Recht angeklagt wurden, für dieses Verdikt genügen, dann haben wir auf der Welt allerdings nur Unrechtsstaaten: Rechtsbeugung, Gewalttaten oder unterlassene Hilfe an der Grenze, Wahlfälschung, Misshandlung Gefangener, Amtsanmaßung und Korruption, Doping und Kontrolle privater Kommunikation.)
      Das NS-Regime war für Radbruch ausschließlich deshalb ein Unrechtsstaat, weil da Schwerstverbrechen wie Angriffskrieg, Völkermord, Zwang zu Sklavenarbeit und Plünderung besetzter Gebiete, kurzum: Verbrechen gegen die Menschlichkeit, staatlich geboten waren – das Unrecht also das eigentliche Staatsziel war. Wer NS- und DDR-Herrschaft mit dem gleichen Begriff charakterisiert, verharmlost oder dämonisiert auf unstatthafte Weise. Beide Diktaturen haben keinen einzigen identischen Anklagepunkt hinterlassen.
      ( Daniela Dahn, Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute / Die Einheit – eine Abrechnung, S. 66)

    • @ Box
      Aus den Zitaten:
      "Unrecht gibt es in jedem Staat. Aber ab wie viel Unrecht ist ein Staat ein Unrechtsstaat?"

      Hm … da kann man mal drüber nachdenken, ich persönlich finde, ein bisschen schwanger gibt es nicht.
      Einen Rechtsstaat machen bestimmte Prinzipien aus; gleiches Recht für alle, Unschuldsvermutung, faires Verfahren … Unabhängigkeit der Justiz.
      Dementsprechend ist ein Unrechtsstaat einer, wo diese Prinzipien nicht existieren.
      So gesehen war die DDR definitiv ein Unrechtsstaat.

      Geht man davon aus, dass seit 1948 die Menschenrechte laut UN-Menschenrechtserklärung das Minimum an Rechten sind, die jeder hat, dann ist ein Unrechtsstaat einer, der ein oder mehrere Menschenrechte bricht.
      So gesehen war die DDR auch ein Unrechtsstaat.

      Ich wundere mich nur immer wieder, wie sich Leute an der inzwischen 3 Jahrzehnte vergangenen DDR abarbeiten, während jetzt und hier in der BRD rechtsstaatliche Prinzipien fehlen und Menschenrechte gebrochen werden.
      Da stimme ich dem Tenor der Sendung zu; offensichtlich wird die DDR gerne rausgeholt, um von heutigem abzulenken.

    • @Box
      <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/andreas/' rel='nofollow'>@Andreas</a>

      Moin, Box.
      Ich komme leider erst jetzt dazu, zu Ihrem damaligen und jetzt wiederholten Kommentar Stellung zu nehmen, sorry.
      Aber warum denn gleich Demagogie unterstellen? Wollen wir es nicht einfach vorerst dabei belassen, dass wir insoweit eben unterschiedlicher Meinung sind und es dem jeweils anderen bisher (noch) nicht gelungen ist, hieran wesentlich etwas zu ändern?

      Können Sie mir erklären, wie Sie heutzutage noch eine "Diktatur des Proletariats" rechtfertigen, die ja bedeutet, dass eine Bevölkerungsgruppe, eben das "Proletariat", sich über alle anderen Bevölkerungsgruppen erhebt und wesentlich mehr Rechte beansprucht als jene? Ich darf (ich wiederhole mich, ich weiß) nochmals verdeutlichen, was das bedeuten würde für z.B.
      – die Würde der Menschen (Artikel 1 Absatz 1 GG), die nicht der herrschenden Gruppe zugerechnet werden,
      – die menschliche Gemeinschaft ALLER, die Menschenrechte JEDER/JEDES einzelnen (Artikel 1 Absatz 2 GG),
      – die Gleichheit ALLER Menschen (Artikel 3 Absatz 1 GG) und,
      – dass NIEMAND wegen Herkunft oder politischer Anschauung benachteiligt werden darf (Artikel 3 Absatz 2 GG)?

      Wir sind uns doch wohl wenigstens darin einig, dass sich die Verhältnisse seit Marx und Lenin grundlegend geändert haben, dass es heute nur eine hauchdünne Oberschicht von besonders Reichen ist und auch nur eine sehr überschaubare Zahl ihrer Zuarbeiter, die den großen Rest der übrigen Gesellschaft beherrscht und immer mehr unterdrückt. Dann aber gilt es doch, nach Wegen zu suchen, wie man diese Unterdrückung beendet, indem man diese kleine Oberschicht, und nur diese, entmachtet. "Diktatur des Proletariats" hingegen würde ja bedeuten, das Kind mit dem Bade auszuschütten und nicht nur diese Oberschicht, sondern gleich auch alle jene mit zu entrechten, die nicht zum "Proletariat" gehören. Wenn Sie von "Proletariat" sprechen, können Sie heutzutage, schon wegen der zwischenzeitlichen Wegrationalisierung vieler Arbeitsplätze, allenfalls noch eine wesentlich kleinere Gruppe dazu zählen als noch zu Zeiten von Marx und Lenin (deshalb habe ich mir erlaubt, "Proletariat" in Anführungszeichen zu setzen). Oder meinen Sie etwa nicht, dass die Arbeiter- und soziale Bewegung seit über hundert Jahren die Lebensverhältnisse in unserer Gesellschaft grundlegend und sehr weitgehend in ihrem Sinne verändert hat, so dass die einst krassen Unterschiede zwischen den Bevölkerungsschichten heute bei weitem nicht mehr bestehen (abgesehen von den rückschrittlichen Folgen Schröder'scher Politik, die zu einer neuen, prekären Unterschicht geführt hat)? Soll nach der Unterdrückung durch das Großkapital nun die Minderheit eines "Proletariats" gleich den ganzen Rest der Gesellschaft unterdrücken, also auch jene große Überzahl, die gar nicht der Oberschicht angehört? So etwas ist nicht einmal für eine Übergangszeit im Marx'schen Sinne zu rechtfertigen, denn so ein "Zwischenregime" würde nur neues, massenhaftes Unrecht schaffen (wie man übrigens in der DDR gesehen hat).

      Ich meine nach wie vor, Unrecht ist Unrecht, ob großes Unrecht oder kleines Unrecht. Denn "ein bisschen schwanger gibt es nicht", wie Andreas richtig bemerkt. JEDES Unrecht muss aufgeklärt werden, um zu verhindern, dass es sich wiederholt. Dass die Nazizeit besonders übel war, darf nicht dazu führen, dass man das Unrecht des SED-Regimes als demgegenüber vernachlässigbare Größe betrachtet. Nein, BEIDES Unrecht muss aufgeklärt und entsprechend seinem jeweiligen Unrechtsgehalt sanktioniert werden. Die Menschheit muss, wenn sie sich weiterentwickeln soll, aus ihren Fehlern lernen, und zwar aus ALLEN Fehlern. Und Marxisten, Entschuldigung, müssen sich schon die Mühe machen, die Lehre von Marx weiterzuentwickeln, wenn sie zur Änderung der heutigen Verhältnisse beitragen soll.
      mfG

    • Dass man eine herrschaftsfreie Gesellschaft über den Umweg Diktatur erreichen will, das halte ich für gestört.

      Diktatur der Proletarier? Wieviele Promille arbeiten denn noch produktiv?

      Beamte, Dienstleistungen, Renter, Arbeitslose…wer arbeitet denn noch in einem Bereich, den man klassich als Arbeiterberufe sehen kann?

      Die Zeit ist durch.

    • Andreas,

      das mit dem schwanger oder nicht, wenn man sich schon auf's juristische Glatteis begibt, hakt. Da, innerhalb einer Verhandlung stets nicht nur schuldig oder nicht, sondern auch die Schwere einer Schuld ermittelt und ein angemessenes Strafmaß festgesetzt wird. Soweit in der Theorie. Natürlich wich und weicht die Praxis erheblich ab.

      Und, beim permanenten Hinweisen auf gebrochenes Recht in der DDR geht es nicht allein um das Ablenken von den durchaus gravierenderen Rechtsbrüchen der damaligen und heutigen BRD. Es geht auch darum den Sozialismus zu stigmatisieren und den Kapitalismus als das beste aller Systeme darzustellen.

      Den gleichen Zweck hat die Verklammerung der DDR mit dem 3. Reich. Wobei man sich hier die Propaganda der deutschen Faschisten zunutze macht, die sich "Nationalsozialisten" nannten. Wobei natürlich ignoriert wird daß diese Sozialisten und Kommunisten verfolgten und ermordeten.

      Falls sie dazu noch einige weitere Ausführungen möchten, können sie auch einige der Artikel vom Rubikon nachlesen:

      Samstag, 16. November 2019, 15:30 Uhr
      ~7 Minuten Lesezeit
      Im Zerrspiegel der Sieger
      Die Wortschöpfung „Unrechtsstaat“ verhindert, dass aus dem Anschluss der DDR an die BRD eine Wiedervereinigung wird.
      von Volker Bräutigam

      Samstag, 16. November 2019, 15:57 Uhr
      ~12 Minuten Lesezeit
      Die Geschichtsrevisionisten
      Das Narrativ des ostdeutschen Unrechtsstaates ist falsch und gefährlich: Es relativiert die Naziverbrechen.
      von Frank Schumann

      Samstag, 16. November 2019, 15:45 Uhr
      ~9 Minuten Lesezeit
      Die Faschismus-Relativierung
      Die Extremismustheorie, die den Faschismus verharmlost, indem sie ihn mit dem Kommunismus gleichsetzt, ist ein lupenreines Siegernarrativ.
      von Bernhard Trautvetter

    • (at)citoyen invisible
      Sie schreiben vom Unrecht „der SED-Diktatur genauso wie das der Nazidiktatur“.
      Diese Gleichung geht meiner Meinung nach nicht auf sondern entpsricht der nihilistischen Gleichsetzung des Faschismus und des Kommunismus. „Ja, ja, ja, warum auch nicht“ – schreiben Sie. Man weiss warum nicht. Weil der Kapitalismus den Faschismus hervorbringt. Die Deutschen wollen keinen Kolonialismus faschistischer Art, keine Ausdehnung der NATO an die russische Grenze, sie wollen keine weiteren Kolonialkriege im Rahmen des dritten Weltkriegs und keinen ökonomischen Kolonialismus gegenüber den Südeuropäischen Länder sondern – ganz im Gegensatz zu den imperialen Parteien – die Respektierung anderer Länder. Wir wollen keine billige Propaganda und keine Verharmlosung des Holocaust, weder durch Verortung von „Konzentationslagern“ woanders als in der faschistischen Geschichte im Rahmen der deutschen Ostexpansion und dem Versuch der Versklavung des russischen Volks, noch wünschen wir eine Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus wie er in der deutschen Medienlandschaft wieder salonfähig gemacht wird.

      Handelt es sich bei diesen von ihnen genannten negativ definierten Freiheiten nicht um eine PR-Projektion des unbewusst Verdrängten am eigenen Staat/ an der eigenen Geschichte? Sprechen Sie, wenn Sie von „Freiheit“ schreiben, von der Freiheit vor Angst und Not?
      Hat eine real nicht gelebte Freiheit nicht die Tendenz, auf andere Staaten in destruktiver Weise proijziert zu werden? Auf einen Staat, der für tot erklärt wird, die ehemalige DDR etwa oder andere kommunistische Staaten wie China, wo man sich dieser von Ihnen verwendeten Gleichsetzung vom Faschismus mit dem Kommunismus in nihilistischen mit Wortschöpfungen wie „Chinazi“ bedient zwecks Volksverdummung und zwecks Abklenkung von der Tatsache, dass diese Staaten das zwingende Völkerrecht einhalten und sich gegen die imperialen Agression wehren?
      Sie schreiben von einer „Beleuchtung möglichst vieler, wenn schon nicht aller Seiten“. Warum nur beleuchten und nicht gleich vollständig aufklären?

      Besteht nicht die Möglichkeit einer neuen DDR, ist es daher etwa nicht legitim, von einer ehemaligen DDR zu sprechen? Nostalgie darf nicht zum Zweck des Geschichtsrevisionismus verkauft werden und soll nicht zur Inaktivität verleiten, wir sollten uns der aktuellen Geschichte bewusst werden um eine positive Entwicklung einleiten zu können. Fehlendes Klassenbewusstsein rechtfertigt keine generelle Absenz.

      Nicht der Wein von 1949 wird heute in neue Schleuche gefüllt, sondern der Wein von 1933, um diesen Etikettenschwindel geht es in der Debatte. Vielleicht ist ein legitimes Anliegen der Menschen in Deutschland heute die Freiheit vor Angst und Not, die nicht mit der Angst und Not anderer Menschen erkauft werden soll.

      -Freiheit vor NATO-Terroraktionen im Inland und völkerrechtswidrigen Nato-Kriegen im Ausland
      -Freiheit vor Massenflucht der durch die Kriege vertriebenen Menschen
      -Freiheit vor Tod an der EU-Aussengrenze, gelebte Völkerfreundschaft statt Volksverhetzung.
      -Freiheit vor der Zerstörung ganzer Familien durch Krieg im Ausland und im Innern durch die neoliberale Umverteilung von Unten nach Oben, das wäre die Freiheit vor Krieg, der Krieg kommt zurück zu uns. Gleichberechtigung im Innern ist nicht möglich ohne Gleichberechtigung zwischen den Staaten. D.h. weder Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau noch die Gleichberechtigung der Arbeiter ist denkbar ohne eine Gleichberechtigung zwischen den Staaten. Einen Sozialimperialismus lehnt die Mehrheit in Deutschland ab. Deshalb wird das Volk weder von einer imperialistischen linken noch von einer imperialistischen grünen Partei vertreten. Denkbar wäre daher eine Partei, die über dem Kapital steht anstatt Parteienverbot.
      -Freiheit vor Zwangsadoption von Kindern verarmte Familien in Griechenland aber zunehmend auch in anderen EU Staaten. Wir fordern stattdessen Lebensmittelmarken.
      -Freiheit vor täglicher Bespitzelung durch die EU-Geheimdienste und die NSA mit ihrer erpresserischen Vorratsdatenspeicherung
      -Freiheit von der Angst vor Belmarsh, Folter, Menschenrechtsverletzungen, Studien- und Berufsverbote für diejenigen, die sich ein Studium nicht leisten können.
      -Freiheit vor der Diskriminierung Andersdenkender

      Warum muss die DDR-Vergangenheit und der real existierende Kapitalismus von rechter Seite immer so verklärt werden? Handelt es sich dabei um eine unbewusste Projektion?

    • (at) Box, (at) redtable
      Das ist leider der Nachteil, wenn man im Internet postet, und dies gelesen wird von Leuten, die einen nicht persönlich kennen: man orientiert sich an Klischees, hat vom anderen aufgrund seiner Äußerungen klischeehafte Vorstellungen, und unterstellt ihm deshalb Ansichten, die er gar nicht hat. Ich glaube nicht, dass ich diese falschen Eindrücke auch mit noch so seitenlangen Ausführungen ausräumen könnte, deshalb lasse ich es und empfehle stattdessen die Lektüre von Walter Lippmanns "Die Öffentliche Meinung". Darin beschreibt er sehr genau, wie wir uns von vorgefertigten Bildern und vorgefassten Meinungen leiten lassen.

    • @ Box
      "Und, beim permanenten Hinweisen auf gebrochenes Recht in der DDR geht es nicht allein um das Ablenken von den durchaus gravierenderen Rechtsbrüchen der damaligen und heutigen BRD. Es geht auch darum den Sozialismus zu stigmatisieren und den Kapitalismus als das beste aller Systeme darzustellen."

      Welche Motivation jeweils im Einzelfall dahinter steckt … jedenfalls wenn mit zweierlei Maß gemessen wird, dann gibt es eine Motivation dahinter. 🙂

    • @ citoyen
      "Ich meine nach wie vor, Unrecht ist Unrecht, ob großes Unrecht oder kleines Unrecht."

      Okay:
      Hartz-IV (spätestens "Sanktionen") ist Unrecht und Gaskammer ist Unrecht.
      Unrecht = Unrecht, also BRD = 3.Reich.

      Aber komischerweise unterscheiden die selben Leute, die die DDR schwungvoll mit dem 3.Reich in einen Sack stecken wollen, bei der BRD dann doch sehr fein und sehen bei der BRD dann doch etliche Unterschiede zum 3.Reich.
      Da wird mit zweierlei Maß gemessen.

      "Dass die Nazizeit besonders übel war, darf nicht dazu führen, dass man das Unrecht des SED-Regimes als demgegenüber vernachlässigbare Größe betrachtet. Nein, BEIDES Unrecht muss aufgeklärt und .. "

      Warum die BRD ausklammern?!
      ALLES Unrecht muss aufgeklärt werden.
      3.Reich und DDR sind vergangen und können heute m.E. "nur noch" dazu dienen aus der Geschichte zu lernen – und eine Lektion aus der Geschichte könnte sein, Unrecht unter keinen Umständen zu tolerieren, also muss heute das Unrecht der BRD aufgeklärt werden.

      Und noch zu "Diktatur des Proletariats"
      Die ist Teil der kommunistischen Ideologie und da zeigte sich am real existierenden Sozialismus der DDR und nicht nur der, wie kontraproduktiv dogmatische Ausführung von Ideologie ist.
      Die auch hier von Kommentator Box zitierte Rosa Luxemburg hat schon früh erkannt, dass Demokratie nötig ist.

      Diktatur der Großaktionäre ist Teil der liberalen Ideologie und da zeigt sich am real existierenden Kapitalismus der BRD und nicht nur der, wie kontraproduktiv dogmatische Ausführung von Ideologie ist.

      DDR war Diktatur des Proletariats, BRD ist Diktatur der Großaktionäre.
      Demokratie FEHLT nach wie vor.
      Und damit ist für mich klar, worin die Arbeit besteht aus der BRD das zu machen, was ihre Laudatoren schon jetzt in ihr sehen wollen. 🙂

    • @ redtable
      "Besteht nicht die Möglichkeit einer neuen DDR, ist es daher etwa nicht legitim, von einer ehemaligen DDR zu sprechen?"

      Vielleicht als Gedankenexperiment, aber wozu?
      So wie in der DDR nicht alles schlecht war, ist auch an der BRD nicht alles schlecht.
      Das Grundgesetz ist nicht schlecht; ich würde Artikel 1 Absatz 2 ändern zu:

      Menschenrechte laut UN-Menschenrechtserklärung sind in der BRD unmittelbar geltendes Recht von Vorrang vor allen anderen Gesetzen.

      Auch an den juristischen Strukturen der BRD ist nicht alles schlecht, ja es braucht etliche Veränderungen, aber man könnte daraus ein rechtsstaatliches System machen, strukturell ist einiges schon halbwegs angelegt.
      Dann wäre die BRD einer der wenigen (Schweiz?) wenn nicht gar der einzige Staat auf der Erde, wo Menschenrechte gelten.

      Und wenn es überhaupt erstmal ein Fundament gibt (Menschenrechte), dann kann man sich über Material und Farbe der Fensterrahmen des Erdgeschosses unterhalten.
      Sprich dazu braucht es noch Demokratie.

      Okay, vielleicht braucht es Demokratie zuerst, um Menschenrechte durchzusetzen, da würde ich mich nicht auf eine Reihenfolge festlegen, sondern es pragmatisch sehen.

      Jedenfalls sind sowohl die kommunistische Ideologie (DDR) als auch die liberale Ideologie (BRD) weitgehend ökonomische Betrachtungen, es geht im Kern um materielles Gemeinschaftseigentum oder materielles Privateigentum.
      Und ja, das hat natürlich Wechselwirkungen mit den politischen und den juristischen Bereichen der Gesellschaft – aber eben auch umgekehrt.
      Deswegen finde ich, wenn man zu einer menschenwürdigen Gesellschaft kommen will, greift es zu kurz sich nur auf ökonomische Fragen zu beschränken.
      Deswegen sage ich:
      Menschenrechte + Demokratie

      (Und was mit Demokratie gemeint ist, dürfte klar sein, denn würde man parlamentarische Diktatur der Großaktionäre wollen, müsste man ja nichts ändern.)

    • Nein, nein, nein, Andreas🙂
      Wo sehen Sie denn, dass ich die BRD ausklammere? Ganz im Gegenteil:
      "…dass es heute nur eine hauchdünne Oberschicht von besonders Reichen ist und auch nur eine sehr überschaubare Zahl ihrer Zuarbeiter, die den großen Rest der übrigen Gesellschaft beherrscht und immer mehr unterdrückt. Dann aber gilt es doch, nach Wegen zu suchen, wie man diese Unterdrückung beendet, indem man diese kleine Oberschicht … entmachtet."
      "…genauso undemokratisch wie eine "Diktatur des Kapitals"",
      "das Unrecht, das die Diktatur des Großkapitals hervorruft"
      "JEDES Unrecht muss aufgeklärt werden"
      Wir liegen näher beieinander, als Sie denken. Aber wenn einer nicht hundertprozentig links argumentiert, hat er sich schon disqualifiziert und wird mit seiner Meinung nicht mehr gehört. Damit kann ich aber leben.

    • @ citoyen
      "Wo sehen Sie denn, dass ich die BRD ausklammere?"

      Wenn jemand was zitiert und dazu was bemerkt, könnte es dann sein, dass es sich auf das Zitierte bezieht?!
      Zitat citoyen invisible, genau wie in meinem vorangegangenen post:
      "Dass die Nazizeit besonders übel war, darf nicht dazu führen, dass man das Unrecht des SED-Regimes als demgegenüber vernachlässigbare Größe betrachtet. Nein, BEIDES Unrecht muss aufgeklärt und .. "

      Ja, später erwähnen Sie bezüglich der BRD:
      " hauchdünne Oberschicht von besonders Reichen … beherrscht … Unterdrückung"
      Unterschied 1.:
      Wenn es um die BRD geht, kommt Ihnen das Wort "Unrecht" oder "Unrechtsstaat" nicht über die Lippen.
      Unterschied 2.:
      Wenn es um die BRD geht, reihen Sie diese nicht an das 3.Reich an.

      Zweierlei Maß, Doppelmoral, Einseitigkeit, ideologischer Filter

      "Aber wenn einer nicht hundertprozentig links argumentiert, hat er sich schon disqualifiziert und wird mit seiner Meinung nicht mehr gehört. Damit kann ich aber leben."

      Aber wenn die Gäste einer Sendung nicht hundertprozentig rechts argumentieren, wenn Kommentatoren zur Sendung nicht hundertprozentig rechts argumentieren, wenn sie nicht ALLES an der DDR verteufeln, dann wird genau das von Leuten wie genau IHNEN , citoyen, intensiv und ausdauernd kritisiert.

  7. Gute Rede von Gysi zum Thema "Mauern fallen lassen, auch die eigenen"
    https://youtu.be/EVbkbHYDBY8

    Leider mit entsetzlich unwürdigen Zwischenrufen der anderen Parlamentarier und einem abschreckenden Bild der ignorant-dümmlichen Gesichter dieser neuen Partei, die sich mit ihrer aller Häß-lichkeit selbst outen.

    • Nur dass Gysi eine höflich formuliert ambivalente Haltung zu Israel hat und darum Gysis Meinung zum Thema Mauern und eigene Mauern nur verlogen sein kann.

  8. Zur "Besetzung Deutschlands". Deutschland ist ein besetztes Land sagen Sie. Es wird geklatscht.
    Sehr geehrter Herr Krauß
    Wenn die Akklamation nicht als Zustimmung der Besetzung verstanden werden kann, sondern alternativ dazu als Akklamation für eine Beendigung der Besatzung, dann kommt der Verdacht auf, das Publikum wünschte sich womöglich eine Elaboration. Man kam in der Gesprächsrunde nicht mehr zur Sache weil keine Zeit blieb oder weil das Thema etwas delikat ist.
    Aus dem DDR-Geschichtsunterricht her ist vielleicht einigen der Name Lin Zexun in Erinnerung geblieben, der gegen den Opium-Import vorgegangen ist und den Rest seines Lebens an der Mauer arbeiten musste (nicht in Isolationshaft wie Assange, der gemäss Nils Melzer so lange gefoltert wird bis er seinen eigenen Namen nicht mehr aussprechen kann).

    Die Frage stellt sich demnach, wie die Besetzung beendet werden kann.

    Die Intellektuelle Elite am chinesischen Hof des 19. Jh. haben sich damals die gleiche Frage gestellt und einen informellen Prozess gestartet, wie nach den Opiumkriegen, die Besetzung langfristig beendet werden könne aus einer Situation der (militärischen) Schwäche heraus.
    Daran nahmen Gouverneure und weitere Beamte landesweit teil, dh. Beamte, welche den rigorosen Prüfungsbetrieb überstanden haben und die höchten Beamtenprüfungen erfolgreich durchlaufen haben. Deutschland hat sich ja damals in China engagiert. Die Hunnenrede Kaiser Wilhelms II ist einigen in Erinnerung geblieben. Vor dieser Rede fand eine "erste Öffnungspolitik" statt die vielleicht mit Lenins späterer "Öffnungspolitik" vergleichbar ist, Technologeimport zu einem hohen Preis den er bereit war, zu bezahlen. Eine Politik, die verhinderte dass die Stützen der Gesellschaft (Aussenverteidigung, Binnnenhandel, Innen- und Aussenpolitik u.a.) aus der Hand gegeben wurden. Dafür wurde ein hoher Preis bezahlt. Eine ganze Kriegsflotte wurde z.B. mit Verlust verkauft, nachdem sie nicht unter ein eigenes Kommando gestellt werden konnte.

    Dieser Preis wurde deshalb bezahlt, weil der informelle Prozess im Destillat ergab, dass die Briten in China eine ähnliche Politik durchführen wollen wie in Indien, destilliert in der Formel Nr. 30 "Die Rolle des Gastes in die des Gastgebers umkehren" und derem Gegenstrategem, ebenfalls Strategem Nr. 30 "Die Rolle des Gastes in die des Gastgebers umkehren"

    Grob gesagt lässt sich dieses Strategem unterteilen in fünf Etappen. Wenn Deutschland die Besetzung beenden will, muss es bereit sein, kurzfristig einen hohen Preis dafür zu bezahlen, langfristig gesehen gibt es meiner Meinung nach aber keine Alternativen dazu.

    Auf dem ersten Punkt der ersten Etappe von Nr. 30 steht, dass man sich gehör verschaffen muss. Kommt aber nichts nach ihrem Satz "Deutschland ist besetzt" dann verschafft man sich kein Gehör. Überlässt die Linke nicht der Rechten das Feld, wenn sie den Satz nicht zu Ende spricht. Wer sonst, als integere Intellektuelle aus der DDR, können zu diesem Thema sprechen? Merkel, Gysi, Gauck etwa?

  9. <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/matthias/' rel='nofollow'>@Matthias</a> Krauß: Sie sprechen von einem neutralen und "isolierten" Deutschland. Neutralität und Isolation sind nicht dasselbe. Nehmen Sie China als Beispiel, ein Land, welches aus der imperialistischen Aggression gelernt hat. Auch aus der jüngsten imperialistischen Geschichte. Der zweite Weltkrieg begann ja – wie der Dritte – nicht in Europa sondern ausserhalb Europas. In China. 1937 mit dem Überfall Japans auf die Mandschurei. Japan brauchte Kohle, Deutschland braucht Öl und Gas. Fragt man die heute überfallene Bevölkerung in den überfallenen Ländern, ist der Dritte Weltkrieg Realität. Auch einer Strategemischen Analyse hält ihre Aussage nicht stand:

    Gemäss der chinesischen Strategemkunde sind die Länder, die sich in einem Bündnis befinden heute Opfer von Strategem Nr. 28: Auf das Dach locken, um dann die Leiter wegzuziehen. Es wird wie im ersten Weltkrieg der Bündnisfall ausgerufen – so 2001 in der NATO – und alle Länder die so naiv waren (und das dümmliche Gefühl hatten "dabei zu sein") sind in die Falle getappt. Sie sind zwar auf dem Dach aber es führt kein Weg mehr zurück. So gibt es deutsch und d…oofe Politker_innen und Journalist_innen in Deutschland, die der Meinung sind, der Bündnisfall sei eingetreten, wenn die NATO-Türkei von syrischen Truppen angegriffen werde.

    Warum nur lehnt das heutige China Kriegsbündnisse ab im Gegensatz zum heutigen Deutschland und der EU? Mir fallen dazu die Sprichwörter, "In for a penny, in for a pound!" ein oder das deutsche Sprichwort "mitgegangen-mitgefangen-mitgehangen". Also eine kurzfristige Politik, die langfristig nur wieder in eine Katastrophe mündet. Nicht für die 80% derjenigen, die mit einem Fuss in Washington stehen, sondern für die Bevölkerung Deutschlands eine sehr kurzfristige , geradezu naiv klingende Idee, dass Neutralität out sei. Wir sollten uns unseres eigenen Verstandes bedienen und Neutralität als das betrachten was es ist: Neutralität verhindert, dass wir uns auf dem Dach – im Bündnisfall – wiederfinden und keine Leiter mehr herunterführt. Nun, der Bündnisfall ist bereits ausgerufen worden, Deutschland ist auf dem Dach der Welt.

  10. Tolle Sendung! Riesen Kompliment Herr Jebsen!

    Den Pflaumenbaum verdorrt anstelle des Pfirsichbaums.

    Die Frage kam auf, wie man eine (noch) bessere Sendung machen kann. Die Frage ist berechtigt. Die Antwort darauf liefert Strategem Nr. 11.
    Indem man sich des Strategems der indirekten Kritik bedient. Die drei „Krokodile“ – 'hohle'-, Vodka- oder Kaugummi-Krokodile – sind ein Beispiel für Strategem Nr. 11, heute wären das GysiGauckMerkel-Witze. Witze über die Sprachrohre des Grosskapitals und der Rüstungsindustrie Deutschlands. Das sind im Grunde Witzfiguren, die kein rational denkender Mensch mehr ernst nehmen kann. Auf keinen Fall sind das Volksvertreter.

    Meiner Meinung nach sind Bücherbesprechungen vermutlich der beste Weg, also die Literatur von totgeschwiegenen Autoren. Dieses Totschweigen von Autoren bietet gemäss Strategem Nr. 14, dem Phönixstrategem, die Gelegenheit, diese in den Schmutz gezogenen Autoren, wie auch die in den Schmutz gezogene DDR mit grösster Sorgfalt aufzuheben, um Nike 89 von der Glienicker_Brücke wieder flugfähig zu machen. Sie braucht einen Kopf, sie braucht Flügel. Im Moment ist sie flugunfähig und hat offenbar zu Speck am Knochen und trägt zuviel Gold.

    Strategem Nr. 11 wird dann angewandt, wenn eine direkte Kritik oder eine direkte Veröffentlichung der Wahrheit zu gefährlich sind und einen potentiell nach Belmarsh bringen kann oder schlimmer.

    In der Frage des Engagements Deutschlands an „17 Standorten weltweit“, also + 4 seit ich das letzte Mal gezählt habe, ist ein Dreh- und Angelpunkt der Aufklärung im Sinne von Strat. 14. Interviews mit Autoren aus diesen 17 Standorten, jeweils übersetzt auf Deutsch, dazu braucht es einen neuen Luther der uns die Kriegsbibel der herrschenden Klasse übersetzt und eine neue Wartburg, spätestens dann, wenn Herr "H"ellermann alle 35 Warndreiecke in allen Varianten durchbesprochen hat, sozusagen als 36-te und letzte Variante. Dann wenn wieder die Flucht aus Deutschland Realität wird, nicht nur die Wirtschaftsflucht, die schon lange real existiert.

    Im derzeitigen 'Klima' kann bestehendes Recht-wie das zwingende Völkerrecht oder das Grundgesetz meiner Meinung nach nur durch Volksgerichte ad hoc eingehalten oder gesprochen werden, da es von deutschen Politikern und ihrem Verfassungsschutz nicht beachtet wird und mit Füssen getregen wird. Diese Federn – auch die Friedenspolitik – muss aufgehoben werden von jemandem. Werden die richtigen Federn aufgehoben, steht einer Revolution langfristig nichts im Weg. So ein System mit besseren Sendungen zu „reformieren“ ist durchaus denkbar. Die ARD-Kritik eignet sich gemäss Strat. 11 hervorragend für die Kritik an den geisteskranken und verhaltensauffälligen Politiker_innen Deutschlands der Vergangenheit aber auch der Gegenwart.

  11. Hallo! Ostdeutschland…es ist Mitteldeutschland! Polen hat rechtwidrig Ostdeutschland annekiert!
    Als Mitti kann ich hehaupten, das unser Käfig bis 1990 klein und rostig war, als nun BRD-Bürger…ist der Käfig nun etwas größer und golden…sonst nichts!
    Leute, wir hatten in der DDR ein für den Einzelnen kostenloses Versorgungssystem in der Medizin, wir hatten landesweit Einheitspreise (alle Preise galten an allen Orten der "Republik"), Lebensmittel waren subvetioniert (Butter 2,50 OM, Brot 0.97 OM, Bier Helles 0, 72 OM etc.), ein Liter Benzin kostete über Jahrzehnte 1,65 Ostmark! Ein Liter besseres Motorenöl 10 Ostmark! Keine Mehrwertsteuer! Keine Beteiligung an Straßenausbau oder Kanalisationsanschluss für Anwohner! Keinen Jahreslohnsteuerausgleich oder Nachzahlungen, Grunderwerbssteuer??? Kannten wir nicht! Maklergebühren – was war das denn? Kriege? Tote im Krieg aus der DDR heraus oder deren Bündnispartner geführten Kriege? Keine! Überwachung und Spionage der Bevölkerung samt Repressalien oder Gewalt gegen Ungeliebte? Ja…haben wir heute in verbesserter Qualität! NSA, Terror und Lügen…ja aber golden ist unser Käfig! Es ist zum Heulen wie dumm dieser Bürger auf deutschem Kolonialgebiet geworden ist.

  12. Revolution der Duckmäuser?

    Die Betreuung von Kleinkindern bis hin zu besserer Bildung an der Schule, in der Berufsausbildung und an den Universitäten gehört mit hoher Zustimmung der Ostdeutschen zu den Gebieten, auf denen die DDR weit voraus war. Stand doch das bundesdeutsche gegliederte Schulsystem aus dem 19. Jahrhundert, mit seiner unvermeidlichen Reproduktion herkunftsbedingter Ungleichheit, schon lange in der Kritik. Doch die friedliche Revolution stand da bereits derart unter Beschuss, dass die für die Westelite erlösende Kapitulation nicht mehr weit sein konnte.

    Beschuss? Schon im Februar 1990 brachte der Spiegel eine achtseitige Schmähschrift über «Das Bildungssystem der SED: Die Schule – Erziehung zu Drill und Duckmäusertum». Wurde im Herbst noch die couragierte Besonnenheit der ihre Bürgerrechte erkämpfenden Ostdeutschen allseits gelobt, musste man jetzt den Eindruck gewinnen, dass Revolutionen mit Vorliebe dort ausbrechen, wo die Konzentration von Duckmäusern besonders hoch ist. Es ging in dem Artikel auch nicht etwa um eine Analyse der Qualität von Schulbüchern oder Lerninhalten, sondern einzig um das Ausmalen einer Anstalt der totalen Indoktrination.
    (…)
    Nach der für Deutschland desaströsen 1. Pisa-Studie von 2001 erzählte mir ein Mitarbeiter der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft: «Wir sind mit einer Delegation nach Helsinki gefahren, um herauszufinden, was ihr Bildungswesen so erfolgreich macht. Das darf man ja heute gar nicht laut sagen», und er schaute sich tatsächlich um und sprach leise weiter, «aber die Kollegen haben uns erstaunt gefragt, weshalb wir so eine weite Reise unternommen haben, sie hätten das Skelett ihrer Einheitsschule mit ganzheitlicher Betreuung und praxisbezogenem Unterricht nach vielen Studienreisen in die DDR auch von dort übernommen». Überrascht hat mich nicht der Fakt, ich hatte zumindest schon gehört, dass Entwicklungsländer wegen der guten Didaktik komplette DDR-Mathematik- und Physik-Lehrbücher übernommen hatten. Überrascht hat mich die nicht nur verinnerlichte, sondern auch ausgesprochene Spielregel, wonach nichts, was nach Anerkennung von Lebensleistungen in der DDR klingen konnte, erwähnt werden durfte.
    (Daniela Dahn, Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute / Die Einheit – eine Abrechnung, S. 68/71)

    Aber vielleicht ist ein anderer Auszug auch noch von Interesse:

    Dahn: Unmittelbar nach der Wende stieg die Zahl der Einkommensmillionäre in der Bundesrepublik um 40 Prozent, es war das beste Jahr in der Geschichte der Deutschen Bank. Die normalen Bürger aber sind eher belastet worden, die haben die Einheit als Verlust erlebt. Und wenn man sich den Armutsatlas anguckt, sind immer noch die Umrisse der alten DDR zu sehen. … Die Grundidee des Kapitalismus ist falsch: Die Idee der Profitmaximierung. Es war kein Zufall, dass die soziale Marktwirtschaft parallel zum realsozialistischen Weltsystem entstanden ist – und dann auch mit ihm untergegangen ist. Wir werden diese soziale Marktwirtschaft nicht mehr hinbekommen, weil die Systemkonfrontation fehlt, die dem Westen eine soziale Legitimation abgefordert hat.
    (Daniela Dahn, Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute / Die Einheit – eine Abrechnung, S. 54)

    Frau Dahn beschreibt in ihrem äußerst lesenswerten Buch, sehr ausführlich, die Propaganda die man aufbot, schon allein damit man auch wußte, daß man schon immer im Besten aller System gelebt hatte und daß es dazu niemals, unter keinen Umständen eine Alternative geben kann (TINA).
    Während das Verhältnis der BRD zur DDR Kultur und Geschichte doch von Anbeginn an sehr angespannt war, (eine sozialistische Altlast, wo kämen wir da hin, wenn das Teil des Bestandes wird?) so war das Verhältnis zu anderen Altlasten sehr viel entspannter, was durch die Renazifizierung unter freundlicher Mitwirkung Globkes dargelegt wird.

    • @ Box
      "Schon im Februar 1990 brachte der Spiegel eine achtseitige Schmähschrift über «Das Bildungssystem der SED: Die Schule – Erziehung zu Drill und Duckmäusertum». "

      Naja das ist ja an sich weitgehend richtig, nur vermute ich – wenn es der Spiegel oder irgendein anderes transatlantisches Qualitätsmedium war – dass versucht wurde es so darzustellen, als ob das ja nur in der bööösen DDR so gewesen wäre, aber in der guuuten BRD ganz anders ist; als ob das Schulsystem der BRD nicht Drill wäre und nicht zu Duckmäusertum erziehen würde.
      Mich und wahrscheinlich viele andere stört doch nicht das Benennen der Fehler der DDR, sondern die Doppelmoral, das Messen mit zweierlei Maß, diese schäbige Verlogenheit.

  13. Also … jetzt hängt doch die DDR nicht so hoch. Diese intellektuelle und akademische Sichtweise entspricht nicht der Realität. Alles was nach dem innerdeutschen Grenzfall passierte ist in all seinen daraus entstandenen negativen Schicksalen berechtigter Weise anzuklagen. Für Kohls versprochene aber verlogene blühende Landschaften flogen dem selbigen auch rohe Eier an den Kopf. Aber niemand möchte mehr in DDR als solches "leben". Mangelwirtschaft und flächendeckende Armut gehören auch zur DDR. Die DDR war nicht nur Berlin ! Eine katastrophale Umweltverschmutzung. Verseuchte Flüsse und Seen mit Quecksilber, Blei, Arsen, Chemikalien und all möglichen Abfällen der Industrie. Im Greifswalder Bodden wurde nach Öl gebohrt und dementsprechend schwammen dort Ölteller und das Wasser stank. In den Industriegebieten wie Wolfen-Bitterfeld waren die Krankheitsraten sehr hoch, da die Luft förmlich vergiftet war. Bei den niederen Löhnen reichte das Geld hinten und vorne nicht. Die Lebensverhältnisse und deren Qualität waren sehr schlecht. Das ganze Land war komplett herunter gewirtschaftet. Alles materiell und handwerklich benötigte floss nach Berlin. Die goldene Aushängestadt der DDR und die Menschen im Lande haben es gehasst. Einem verlogen staatlichen Medienimperium. Hauptsache nach außen glänzen. Im Hinterland gab es nicht einmal Ersatzteile für Fahrräder. In der Schule wurde man in aggressiver Form politisch indoktriniert. Knallhartes Brainwash. Mund halten. Der Systemline folgen zu müssen, da ansonsten der Staatsschutz Dich Nachts aus der kalten Wohnung holt. DDR — gute Schulbildung als solches in ihrem Umfang und der Anforderung. Gute Gesundheitsversorgung. Schlechter Arbeitsmarkt, denn so toll war der gar nicht. Den Dienst an der Waffe verweigern bedeutete zu 99% Knast. Die DDR war ein Polizeistaat. Ein Überwachungsstaat in übelster Form. Diese DDR, die Ihr hier so hoch lobt, hatte bittere faschistische Strukturen.

    • Nur so als Beispiel: Während in den 80ern im Westen die Schüler Joghurtbecher gesammelt haben, wurden die DDR-Kinder noch im Handgranatenweitwurf geschult.

      Und diese ganze Bürgerbewegung der Grünen, die ich heute verabscheue wie noch was: überhaupt denkbar im wundervoll-schönen Sozialismus? Mal der Regierung was abtrotzen? Wohl kaum.

      sueddeutsche.de/bildung/schule-ich-bekenne-ich-habe-im-sportunterricht-geweint-1.3683878-3

      Hätte ich früher als Propaganda betrachtet. Bis ich eben Menschen aus der DDR kennengerlernt habe, die genau das berichtet habe, ohne dass ich danach gefragt hatte.

      Von sonstigen Fragen nach der Umwelt, Ressourcenschonung oder Versorgung der Provinz ganz abgesehen.

      Im Altersheim denkt man auch gern an früher. Vermutlich, weil es lange genug her ist und eh nicht wieder kommt.

    • @ Michael Klarwasser
      "Also … jetzt hängt doch die DDR nicht so hoch."

      Tun sie das? Bedeutet die DDR nicht so tief zu hängen automatisch, sie so hoch zu hängen?

      "Aber niemand möchte mehr in DDR als solches "leben". "

      Jedes Mal, wenn ich mit dem bundesdeutschen "Gesundheits"system zu tun bekomme, wünsche ich mir in der DDR zu leben.

      "Mangelwirtschaft und flächendeckende Armut gehören auch zur DDR."

      Mangelwirtschaft ja, flächendeckende Armut nein.

      "Eine katastrophale Umweltverschmutzung. Verseuchte Flüsse und Seen mit Quecksilber, Blei, Arsen, Chemikalien und all möglichen Abfällen der Industrie. Im Greifswalder Bodden wurde nach Öl gebohrt und dementsprechend schwammen dort Ölteller und das Wasser stank. In den Industriegebieten wie Wolfen-Bitterfeld waren die Krankheitsraten sehr hoch, da die Luft förmlich vergiftet war."

      BRD: Flächenversiegelung, Abgasmanipulation legal obwohl die glorreichen bundesdeutschen Autokonzerne es technisch locker besser könnten, Nitrate im Grundwasser, radioaktiver Müll in Salzstöcken, Krebsraten rund um AKW, labortechnisch genmanipulierte Pflanzen legal, Roundup legal, Chemiecocktail in Nahrung … Totschweigen der Verbreitung des Staubes von abgereichertem Uran durch unseren Verbündeten … Verpackungsmüll, Styropor an Häuserwänden, Elektronikschrott in Massen, die Robotron und RFT zusammen gar nicht hätten herstellen können … künstliche Obsoleszenz … Verkehrspolitik 100% pro Auto …

      "Bei den niederen Löhnen reichte das Geld hinten und vorne nicht."

      Mal abgesehen davon, ob das auf die DDR zutrifft, soviel ich von der DDR noch mitbekam war eher das Gegenteil der Fall … auf den Niedriglohnsektor der BRD trifft das definitiv zu.

      "Die Lebensverhältnisse und deren Qualität waren sehr schlecht. Das ganze Land war komplett herunter gewirtschaftet."

      Ich konnte für wenige DDR-Mark quer durch die DDR mit der Deutschen Reichsbahn fahren – mit Gepäckwagen, so dass ich sogar was mitnehmen konnte! – oder auch immerhin bis in die Slowakei.
      Das funktionierte und Verspätungen gab es, aber nicht so systematisch, wie ich es von der DB kenne.
      In Richtung "sozialistisches Ausland" funktionierte sogar der Flughafen. 😀
      Schule war ideologisch gefärbt und ansonsten Schulpflicht wie in der BRD auch, aber materiell war das Schulgebäude ein Neubau mit stabilem Putz, nebenan noch ein Multifunktions-Gebäude mit eigener Großküche, wo mittags die Schulspeisung stattfand. Den Speiseplan fand ich als Kind nicht so toll, aber dass es was zu essen gab war SELBSTVERSTÄNDLICH.

      "Alles materiell und handwerklich benötigte floss nach Berlin."

      Nein, das meiste in den Export, einiges zu Genex und was dann noch übrig war, nach Berlin.

      "Im Hinterland gab es nicht einmal Ersatzteile für Fahrräder."

      Komme aus einer 100.000-Einwohner-Stadt und da gab es Ersatzteile für Fahrräder, im Laden.
      Es gab halt Mifa und ich habe die Fehlkonstruktionen gehasst, aber es gab sie zu kaufen.

      "In der Schule wurde man in aggressiver Form politisch indoktriniert. Knallhartes Brainwash. Mund halten. Der Systemline folgen zu müssen, da ansonsten der Staatsschutz Dich Nachts aus der kalten Wohnung holt."–

      Die eine Außenwand war mal in einem Winter kalt, d.h. in einem WINTER, jetzt in der BRD sind zwei Wände meiner Wohnung OHNE Winter von November bis einschließlich März kalt, wegen Geld.
      Als Kind hatte ich gelegentlich die DDR-Schule geschwänzt und das gab Stress, aber dass die Stasi mich aus der warmen Wohnung geholt hätte, kann ich so nicht bestätigen.

      "DDR — gute Schulbildung als solches in ihrem Umfang und der Anforderung."

      Naja okay man konnte nach dem ersten Halbjahr der ersten Klasse lesen und schreiben, aber insgesamt war es auch nur min. 10 Jahre Bulimielernen und getreu dem Motto "Wissen von Vorgestern für eine Welt von Übermorgen" … also wie heute in der BRD größtenteils auch.

      "Gute Gesundheitsversorgung"

      Da war auch viel Luft nach oben, aber solchen Wahnsinn wie heute mit >100 Krankenversicherungen und Zuzahlungen und Bürokratie in einem Ausmaß, die jeden der noch nicht krank ist, krank macht … wenn ich mich recht erinnere, bin ich in der DDR mit dem Personalausweis zum Mediziner …

      "Schlechter Arbeitsmarkt, denn so toll war der gar nicht."

      Es war kein "Markt", jedenfalls nicht offiziell.

      "Den Dienst an der Waffe verweigern bedeutete zu 99% Knast."

      Nein, es gab diese Truppe mit nur Spaten, die wurden drangsaliert und auf eine Karriere als Bezirksvorsitzender der SED durften die nicht hoffen, aber einige durften sogar studieren.
      In der BRD bedeutete Zivildienst unter bestimmten Umständen – Wohnsituation – finanzielle Benachteiligung und in einer Gesellschaft, in der Geld ALLES ist, da ist finanzielle Benachteiligung auch nicht lustig, schon gar nicht in den jungen Jahren, wo man Geld bräuchte um in einer solchen Gesellschaft ins Leben starten zu können …

      "Die DDR war ein Polizeistaat. Ein Überwachungsstaat in übelster Form."

      NSA, BND, Verfassungsschutz, Handyüberwachung, Bundestrojaner, Vorratsdatenspeicherung … DDR hatte die Personenkennzahl ab 14 Jahren, BRD hat die Steuernummer für jedes Neugeborene … Uploadfilter, Erfassung aller Banküberweisungen … Snowden in Russland, Assange beim BRD-Verbündeten UK in Haftbedingungen, die sich hinter Bautzen nicht verstecken müssen …

      "Diese DDR, die Ihr hier so hoch lobt, hatte bittere faschistische Strukturen."

      Mag sein, aber von welchem Standpunkt aus hätte man das Recht, darauf mit Fingern zu zeigen?!
      Die heutige Bundesrepublik hat mit Hartz-IV – Euthanasie2.0 – und dem Überwachungsstaat Strukturen, wenn die nicht faschistisch genug ist, um nicht mit Fingern woandershin zu zeigen, dann weiß ich auch nicht.

    • Ergänzend:

      Unrecht gibt es in jedem Staat. Aber ab wie viel Unrecht ist ein Staat ein Unrechtsstaat? Der sozialdemokratische Rechtsphilosoph Gustav Radbruch hatte darauf eine klare Antwort, hinter die man nicht zurückfallen sollte. Es genüge dafür nicht, wenn Herrscher Recht brechen, um ihre Macht zu sichern. (Wenn die Vergehen, für die DDR-Funktionäre zu Recht angeklagt wurden, für dieses Verdikt genügen, dann haben wir auf der Welt allerdings nur Unrechtsstaaten: Rechtsbeugung, Gewalttaten oder unterlassene Hilfe an der Grenze, Wahlfälschung, Misshandlung Gefangener, Amtsanmaßung und Korruption, Doping und Kontrolle privater Kommunikation.)

      Das NS-Regime war für Radbruch ausschließlich deshalb ein Unrechtsstaat, weil da Schwerstverbrechen wie Angriffskrieg, Völkermord, Zwang zu Sklavenarbeit und Plünderung besetzter Gebiete, kurzum: Verbrechen gegen die Menschlichkeit, staatlich geboten waren – das Unrecht also das eigentliche Staatsziel war. Wer NS- und DDR-Herrschaft mit dem gleichen Begriff charakterisiert, verharmlost oder dämonisiert auf unstatthafte Weise. Beide Diktaturen haben keinen einzigen identischen Anklagepunkt hinterlassen.
      ( Daniela Dahn, Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute / Die Einheit – eine Abrechnung, S. 66)

      Wie man mit Faschismus und Antifaschismus in DDR und BRD überhaupt umging, wird überhaupt sehr anschaulich dargelegt. Nicht daß das einen aktuellen Bezug hätte.

  14. Einen etwas anderen Blick, gerade was die "Frauenfrage" betrifft, beschreibt Carsten Forberger im seinem Rubikon-Artikel https://www.rubikon.news/artikel/die-arroganz-der-macht
    Das Frauen in der DDR ein selbstbestimmteres Leben führen konnten, ist eine Mär. Inzwischen gibt es in Deutschland flächendeckend Krippen für Babys…

    • Hole die Kinder so früh wie möglich in staatliche Obhut. So kannst Du sie früher indoktrinieren. Das Mittel, welches in jedem totalitären System genutzt wird. Im Westen wurde das durch die sogenannte Gleichberechtigung der Frau erreicht. Wer’s immer noch nicht kapiert, ist Mittäter. Gewollt oder nicht spielt keine Rolle.

    • Im Westen konnte eine Gewerkschaft z. B. noch Vorteile durchsetzen.

      Wo hat denn das Volk im Osten einmal gegen die Regierung was durchgedrückt?

      War nicht nötig, weil die Regierung papstgleich eh unfehlbar gewesen ist?

      Ich halte von den Grünen bestimmt nichts, aber die Umweltbewegung hat in Kleinen etwas bewegt. Wo war so etwas im Osten möglich?

      Wenn aber alle von der Wiege bis zur Bahre durchdoktriniert sind, geht einfach nix mehr. Gar nix.

      Arbeitszwang für Frauen und die Kinder zwangsweise in die Staatsmühle! HJ / FDJ, nicht mal beim Kürzel hat mal das Weite gesucht.

    • @ Mamomi
      "Das Frauen in der DDR ein selbstbestimmteres Leben führen konnten, ist eine Mär."

      Im vorgegebenen Rahmen konnten Frauen genauso selbstbestimmt leben wie Männer, außerhalb beide nicht.
      Und da sehe ich keinen wesentlichen Unterschied; DDR ideologischer Rahmen, BRD finanzieller Rahmen, in beiden Fällen endet die Selbstbestimmung an den Grenzen eines Rahmens.

  15. Ken Jebsen bringt es auf den Punkt, dass Hillary Clinton bereits im Iran "einmarschiert" wäre. Trump stiftet Verwirrung.
    Neben Angst, Hysterie und Krieg ist eines der Geschäfte der NWO eine allgemeine Politikmüdigkeit zu erreichen, damit die Bürger der Nationalstaaten "Souveränität abgeben" (Zitat Merkel).

  16. Was die Treuhand angeht und die Liquidation der DDR, möchte ich doch mal dringend darauf hinweisen, dass die Liquidation bereits bei ihrer Gründung beschlossene Sache war. Adenauer hat bereits 1952 den "Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung" gebildet. Er wurde geführt durch Dr. Friedrich Ernst, 1935 Reichskommissar für das deutsche Kreditwesen, ab 1939 war er verantwortlich für die Verwaltung des "feindlichen Vermögens" in den von Hitler überfallenen Gebieten. Weiter waren dabei Karl C. Thalheim, Imanuel Fauser, Matthias Kramer, Bernhard Skrodzki, allesamt führende Nazi und SS-Größen. Die Treuhand war ein schon bei den Nazis bewährtes Mittel bei der Enteignung der Juden. Also die Vernichtung der DDR war lange geplant und stabsmäßig vorbereitet und durchgeführt.

    Wer die Vergangenheit nicht kennt hat keine Zukunft. Die DDR hat das eindringlich bewiesen. Wir haben unsere Feinde nicht als solche gesehen, wir haben uns einlullen lassen und verloren.

  17. Eine gute Diskussionsrunde. Etwas zu ausgeglichen in den Ansichten.

    Für mich, als altem Ossi, ist es überaus interessant eigenes Erleben mit dem heute in den Medien darüber Dargestellten zu vergleichen. Da klaffen Welten auseinander.

    Ich vermute mal, das die Angst vor einer Alternative zum kapitalistischen/imperialistischen System eine große Rolle spielt. Keinesfalls darf das bestehende System in Frage gestellt werden.

    Die DDR mit ihrer Diktatur der Partei ( in Wirklichkeit war es eine Diktatur einer Altherrenriege, die einmal an die Macht gekommen, den Platz nicht mehr freiwillig geräumt hat), die immer Recht hatte, ist in dieser Form völlig berechtigt untergegangen.

    Nach meiner Einschätzung hat der Raubtierkapitalismus dann voll zugeschlagen. Bereicherung auf Kosten Anderer gehört zum Wesensmerkmal dieses Systems.

    Es ist gut, Reichtum etwas differenziert zu betrachten. Materieller und ideeller Reichtum sind durchaus 2 wichtige Facetten. Das war ein wertvoller Hinweis von Frau Thalheim.

    Leider ist die Welt seit dem Zusammenbruch des "sozialistischen Weltsystems" nicht sicherer geworden. Herrn Bröckers stimme ich zu, wenn er auf die fehlende Alternative zum gegenwärtigen System hinweist und der damit verbundenen Dreistigkeit der gegenwärtig Regierenden. Aktuell haben wir es ja mit den Amok laufenden Frauen Kramp-Karrenbauer und von der Leyen zu tun, die weitere verstärkte Militäreinsätze Deutschlands im Ausland fordern.

    • Wir haben keinen Kapitalismus. Wir haben Kartellismus.
      Das wurde wenigstens in der DDR richtig erkannt mit der Bezeichnung „Macht der Kartelle“.
      Die DDR war allerdings genauso strukturiert. Nur waren es dort die politischen Kartelle.
      Ob Kartellismus, Sozialismus, Marxismus, Kommunismus- all diese „ismen“ sind nur Bezeichnungen für ein und dasselbe System der herrschenden Klasse.
      Ideologien sind Gefängnisse für den Verstand. Leider verstehen die meisten Menschen das immer noch nicht und rennen jeder neuen Ideologie nach, die ihnen Besserung verspricht, nur um erneut versklavt zu werden. Die Naivität der Masse ist ungeheuerlich, wie man zur Zeit an der Klimahysterie gut erkennen kann. Selbst intelligente Menschen fallen gerade darauf rein. Menschen die zB die Lügen über 9/11 erkennen, erkennen die gleichen Methoden und Lügen beim Thema Klima nicht.
      Das Erwachen der selbsternannten Erwachten und alternativen (den meisten) wird schmerzhaft sein.

  18. Bei kenfm wird sehr oft die fehlende Meinungsvielfalt in den Öffentlich Rechtlichen beklagt. Leider ist das gleiche umgekehrt auch bei kenfm auch der Fall, und diese Runde ist ein deutliches Beispiel dafür. Zwar unterscheiden sich die Meinungen in Nuancen, aber nicht im Grundtenor. Ich hätte mir jemanden in der Runde gewünscht der lange Zeit in der DDR aus politischen Gründen inhaftiert war, oder Vertreter einer Familie die wegen eines Ausreiseantrags Repressalien erfahren haben und denen deshalb der Zugang zu den Möglichkeiten die die DDR manchen Bürgern bot verwehrt blieb. Oder hat es soetwas nie gegeben und war nur eine Erfindung westlicher Propaganda? Da fehlte leider Salz in der Suppe.

    • Diese Protagonisten treten im Überfluss in den Main-Stream-Medien auf. Meine Bewertung dieser Berichterstattung lautet:

      ——–"Jeder Ossi lief zu DDR-Zeiten ängstlich und gedrückt umher, ständiger Verfolgung ausgesetzt. Jeder Ossi hatte nur einen Gedanken, wie kann ich nach dem goldenen Westen kommen."

      Gefühlt 95 % der Berichterstattung umfassen diese Themen. Das hat mit der damaligen Realität wenig zu tun. Wann endlich bemerken Medienvertreter, aber auch viele Politiker, dieses falsch gezeichnete Bild? Oder wollen sie das gar nicht?————–

      Insofern ist es in Ordnung, wenn diese Thematiken nicht auch noch bei kenfm übermässig gepusht werden.

  19. Wie das gelaufen ist erinnert mich an die sprechenden Köpfe der frühen 1980ger
    ´These slippery people gonna see you through´

    What about the time you were rollin' over
    Fall on your face, you must be having fun
    Walk lightly, think of a time
    You'd best believe this thing is real
    Put away that gun, this part is simple
    Try to recognize what is in your mind
    God help us, help us lose our minds
    These slippery people help us understand

    What's the matter with him? (He's alright)
    I see his face (The Lord won't mind)
    Don't play no games (He's alright)
    Love from the bottom to the top
    Turn like a wheel (He's alright)
    See for yourself (The Lord won't mind)
    We're gonna move (Right now)
    Turn like a wheel inside a wheel

    I remember when sittin' in the tub
    Pulled out the plug, the water was runnin' out
    Cool down, stop actin' crazy
    They're gonna leave and we'll be on our own
    Seven times five, they were living creatures
    Watch 'em come to life right before your eyes
    Backsliding, how do you do?
    These slippery people gonna see you through

    What's the matter with him? (He's alright)
    How do you know? (The Lord won't mind)
    No, no, no games (He's alright)
    Love from the bottom to the top
    Turn like a wheel (He's alright)
    See for yourself (The Lord won't mind)
    We're gonna move (Right now)
    Turn like a wheel inside a wheel

    What's the matter with him? (He's alright)
    I see his face (The Lord won't mind)
    How do you know? (He's alright)
    And we're going to the top
    Turn like a wheel (He's alright)
    See for yourself (The Lord won't mind)
    We're gonna move (Right now)
    Turn like a wheel inside a wheel
    What's the matter with him? (He's alright)
    I see his face (The Lord won't mind)
    How do you know? (He's alright)
    Love from the bottom to the top
    Turn like a wheel (He's alright)
    See for yourself (The Lord won't mind)
    We're gonna move (Right now)
    Turn like a wheel inside a whee…l

    https://www.youtube.com/watch?v=HFS2oz-i3Ik

  20. Solange die BRD und die DDR, (für die BRD war es ja die "sogenannte" DDR) Konkurrenten waren, haben sie ihre jeweiligen politischen Lager vorbildhaft vertreten. Die Anlaufschwierigkeiten nach dem Krieg wurden relativ schnell überwunden und der Hunger war, anders als in den meisten Ländern auf dem Globus, (2/3 der Menschheit hat heute pro Tag nicht mehr als 2 Dollar pro Kopf zur Verfügung), schon ein paar Jahre nach dem Krieg kein Thema mehr. Pferdmenges und Abs haben im Westen Adenauer und Ehrhard die kapitalistische Welt, noch nicht so Ego-zentriert, wie es die Banker und Konzernführer heute tun, erklärt, so das genug Krümel vom Kuchen für die Arbeiter übrig blieb.
    Selbst nach der Pleite der DDR, haben sich die Kapitalisten der BRD ohne Waffengewalt die brauchbaren Industrieanlagen der DDR angeeignet. (Nicht ganz ohne Waffengewalt:
    Rohwedder, von der Treuhand, der fair mit den Brüdern und Schwestern aus dem Osten umgehen wollte, musste von den Kapitalisten ermordet werden), ansonsten aber vorbildhaft für die Welt. (Nebenbei, ohne dem Imperium, den USA, würde Korea sicher heute auch schon vereint sein.)
    Und heute?
    Deutschland ist noch mehr Vasallenstaat der USA, alles andere als souverän, was die BRD, noch nicht ganz so ausgeprägt, ja vorher auch schon war. Merkel kapiert nicht, dass nicht die Demokraten regieren, sondern Trump. Wofür man, nach den regelmäßigen Verbalaussetzern von Trump ein gewisses Verständnis haben muss. Aber das niederträchtigste ist für mich, dass es der Politik nicht gelungen ist, für gleiche Löhne und Renten, im Osten wie im Westen zu sorgen. Das Parlament schaut zu, wie das Kapital West und Ost noch immer spaltet. Kassieren aber für ihr Nichtstun knapp 10000 Euro im Monat. Für ihr Marionettendasein eine schöne Stange Geld. Nicht nur die Kapitalisten mit ihrer nie zu sättigenden Gier verhalten sich sozial widerlich, auch ihre Angestellten, Kanzlerin und Konsorten. Einfach nur, ethisch wie moralisch widerlich. (Versuche mich immer noch von Anne Will und Gästen zum Thema Grundrente zu erholen). Widerlich, aber ich glaube, dass sagte ich schon.

    • Auch Du verlierst Dich in Einzelheiten ohne das Gesamtbild zu erkennen.
      Buchtip: Everything you need to know but have never been told.

      Ist für den Einstieg schon mal wichtig.

    • Ein Gesamtbild von mir würde den Rahmen hier sprengen.
      Außerdem glaube ich, dass uns für ein Gesamtbild noch der zeitliche Abstand fehlt.
      Wie groß der Rahmen wird, kann auch die Wissenschaft noch nicht absehen.
      Wir sind noch mitten drin, im Ost- West Konflikt, national wie international.

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