ZUR SACHE: Der Fall Khashoggi – Kleine Morde unter Freunden?

In der zweiten Ausgaben von Zur Sache lautet das Thema: Der Fall Khashoggi – Kleine Morde unter Freunden?

Mordsgeschäfte.

Wenn ein in England lebender russischer Doppelagent, Sergei Skripal, einem seinerzeit von Russen entwickelten Nervengift, Novitschok, zum Opfer fällt und merkwürdiger Weise überlebt, liegt der Fall für die westliche Wertegemeinschaft klar auf der Hand.

Der Kreml steckt hinter der Attacke und wird seither mit Sanktionen überzogen. Präsident Putin persönlich, so verkaufen es uns die Konzernmedien, steckt hinter der Attacke. Sein Geheimdienst würde nicht autark arbeiten, sondern wie allgemein üblich auf Anweisung der Chefetage. Und die hätte mit Skripal eben ein Exempel statuieren wollen, das da lautet: Wer als Russe den Kreml kritisiert gerät, auch im Ausland, ins Fadenkreuz. Putin, um es auf den Punkt zu bringen, hat versucht, Sergei Skripal ermorden zu lassen.

Der Grundsatz eines Rechtsstaates „in dubio pro reo“, „Im Zweifel FÜR den Angeklagten“ könne daher nicht zur Anwendung kommen, schließlich ist der russische Präsident verschlagen. Fall abgeschlossen.

Am zweiten Oktober betritt der saudische Journalist und Riad-Kritiker, Jamal Ahmad Khashoggi, das saudische Konsulat in Istanbul. Er will heiraten und benötigt dafür entsprechende Papiere. Als die Botschaft am Abend schließt, wartet die Braut immer noch auf ihn. Vergeblich.

Nach Tagen des Schweigens, als der mediale Druck immer größer wird, räumt Riad schließlich ein, es wäre im saudischen Botschaftsgebäude zu einem Streit mit Jamal Ahmad Khashoggi gekommen. Eine Rangelei. Bei dieser sei der Mann leider zu Tode gekommen.

Als es den türkischen Behörden gelingt, die Bilder der Überwachungskameras, die sich wie üblich im Umfeld von Botschaften befinden, auszuwerten, entdecken sie, wie am Tag des „Unfalls“ ein Khashoggi-Doppelgänger den Hinterausgang des Gebäudes verlässt. Damit wird klar, der Journalist und scharfe Kritiker des saudischen Königshauses wurde gezielt in eine Falle gelockt. Der Mord an ihm war geplant, auch wenn die Vertuschung in die Hose ging. Anders als im Falle Skripals, wo die finalen Beweise gegen Moskau bis heute fehlen, räumt Riad wenig später sogar ein, Kashoggi getötet zu haben. Man spricht von „Tötung“.

Doch wie reagiert der Westen jetzt? Völlig anders, als wenn Russland, der Iran, Syrien, der Irak oder Nordkorea am Pranger stehen. Wenn ein eingeräumter Mord an einem saudischen Journalisten geschehen ist, sogar von der saudischen Regierung zugegeben wird, geht die Show auf der politischen Bühne weiter, als wäre das ein Auffahrunfall mit Blechschaden. Sanktionen gegen Riad? Weit gefehlt. Im Gegenteil. Eine Investoren-Konferenz unmittelbar im Anschluss an den Mord erzielt in Riad Rekordergebnisse. Man spricht von 50 Milliarden Dollar. Vor allem im Öl-Sektor boomt es richtig und hier sind die USA ganz vorne mit dabei. Natürlich verkaufen sie vor allem Waffen an Riad, aber hier sind auch Frankreich und Deutschland mit von der Partie.

Ob der Mord an Khashoggi daran etwas ändern konnte? Nicht wirklich. Deutschland hat den Export nur für zwei Monate ausgesetzt. Wenn es um Mordsgeschäfte geht, muss man bei Mord schon mal ein Auge zudrücken.

Warum wird Riad anders beurteilt als Moskau? Nun Riad wird noch gebraucht. Als größter Öl-Dealer der Welt muss es die größten Junkies, den Westen, an der Öl-Nadel halten und es ist vorgesehen, den von den USA ersehnten Krieg gegen den Iran endlich vom Zaun zu brechen.

Wir garantieren ein journalistisches Aha-Erlebnis.

Als Diskussionsteilnehmer waren im Studio:

  • Rainer Rupp: Journalist und Publizist
  • Patrik Baab: Politikwissenschaftler und NDR-Journalist
  • Dirk Pohlmann: Investigativer Drehbuchautor

Inhaltsübersicht:

00:00:08 Das heutige Thema und die Gäste

00:02:07 Der Tatort in Istanbul, eine erste Einschätzung

00:07:42  Das Konsulat: Formalitäten für eine Hochzeit, oder doch eine Falle?

00:12:49 Die Ermordung Jamal Khashoggis: Wessen Schaden, wessen Nutzen?

00:18:59 Zweierlei Maß: Der Fall Skripal, der Fall Khashoggi

00:24:15 Der Journalist Jamal Khashoggi

00:37:39 Gewinner, Verlierer, Nutznießer

00:52:41 Hat sich Mohammed bin Salman (MbS) verspekuliert?

01:01:40 Wer steht fest, wer wackelt, wer fällt?

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31 Kommentare zu: “ZUR SACHE: Der Fall Khashoggi – Kleine Morde unter Freunden?

  1. Hab ich jetzt was verpasst, oder habt ihr wirklich versucht die Rolle der Türkei zu erklären, ohne mit einem einzigen Wort den Militärputsch gegen Erdogan zu erwähnen?

    Hm mal sehen, warum könnte der Erdogan Russland neuerdings gewogen sein?
    Vielleicht, weil die USA einen Putsch gegen ihn unterstützt haben, und die Russen ihn gewarnt haben?
    Ok, ja wäre vielleicht doch zu weit hergeholt.

  2. Ainan Dean, der von sich behauptet, Ex ISIS, Ex Mi6 und Ex Mi5 Agent gewesen zu sein, sprach auf RT.com in einem langen Interview über die Kashogi Familie und dessen Mord.
    Er sagte, dass das kein Auftragsmord war, sondern tatsächlich ein Kidnapping schief gegangen ist.
    Ws keiner in Jebsens Runde anscheinend wusste, ist die Tatsache dass Kashogi mehr als 20 Jahre für den Saudi Geheimdienst arbeitet und nun eine Frau heiraten wollte, die für die türkische Regierung arbeite, eine Todsünde. Sie wollten ihn deshalb entführen. Er behauptet dafür direkte Quellen zu haben.
    Das Interview ist auch interessant weil wir erfahren, dass es tatsächlich Islamisten waren, wie von Putin immer behauptet, die in Grosny drei Wohnung zur Explosion brachten was zum Krieg im Kaukasus führte. In den MSP wurde immer behauptet, dass das eine False Flag OP waren und Putin beschuldigt wurde, seine eigenen Leute abzuschlachten.
    ISBN: 9781786073280 ist ein Buch des Ainan Dean, in dem er dies Themen diskutiert (unter vielen Anderen

    • Korrektur: Er war Doppelspion für ISIS und MI6, nicht MI5. Letztere waren mehr mit der IRA beschäftigt. Den Mord an Kashogi wird natürlich nicht im Buch thematisiert. Darüber spricht er lange im Interview.

  3. Mittwoch 5. Dezember 2018, 10.56 Uhr:

    Der Istanbuler Generalstaatsanwalt hat im Fall des ermordeten saudischen Regierungskritikers Jamal Khashoggi Haftbefehle für zwei hochrangige saudische Beamte ausgestellt. Einer von beiden sei Saud al-Kahtani, einer der engsten Berater von Kronprinz Mohammed bin Salman, wie die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch berichtete. Nach offiziellen Angaben ist er mittlerweile entlassen worden.

    Der andere Haftbefehl erging demnach gegen den ehemaligen Vize-Chef des Geheimdienstes Ahmed al-Asiri. Beide halten sich in Saudi-Arabien auf. Sprecher des Generalstaatsanwalts wollten die Haftbefehle nicht unmittelbar bestätigen.

    Quelle: https://www.merkur.de/politik/fall-khashoggi-tuerkei-erlaesst-haftbefehle-fuer-hochrangige-saudis-news-zr-10409249.html

  4. Nach der etwas wirren und nicht sehr fachkundigen ersten Ausgabe von „Zur Sache“ werden wir mit dieser zweiten mehr als entschädigt. So lebt das Format! Viele wichtige, mir teilweise zumindest im Zusammenhang nicht bekannten Punkte, und eine lebhafte Diskussion, bei der vor allem Dirk Pohlmann durch Hinterfragen glänzt – genau so soll es sein, wir dürfen nicht alles einfach nur schlucken, nur weil die „Richtigen“ es sagen. Patrik Baab ist jemand, der mit angenehm ruhiger Stimme Sachverhalte vermitteln kann – sehr gute Ergänzung zum gewohnt hektischen Ken, der immer unter Dampf zu stehen scheint. Und bei Rainer Rupp gefällt mir, dass hier ein Geheimdienst-Insider aufzeigt, was alles denkbar ist in diesen Kreisen. Fazit: Sehr empfehlenswert!

  5. Eine spannende und erhellende Sendung. Auch die Kombination der drei Studiogäste Baab/Rupp/Pohlmann war großartig.

    Die Einordnung von Kashoggi hat sich für mich allerdings noch mal deutlich ins Positivere gewandelt, nachdem Chris Hedges seinem Journalistenkollegen 2x (zu Beginn und Ende) ehrenderweise erwähnt:
    „good friend of mine“, „incredible couragious, honorable, perceptive“
    Quelle: https://m.youtube.com/watch?v=ZBcOyv8LZ8s

  6. Jamal Khashoggi wollte lt. Sunday Express. über den Einsatz von Chemiewaffen in Saudi-Arabien im Jemen veröffentlichen, als er getötet wurde.
    https://www.globalresearch.ca/uk-was-aware-of-saudi-plot-against-khashoggi-weeks-in-advance-report/5658436?fbclid=IwAR2WsQzOmDssCoy-eP5BcbF0zP9UhQ5ofGseqUZENl33ESVZFHkIJgT-Rx8
    Übrigens guter Einwand von Herrn Pohlmann. Es sollte wirklich mehr Kompetenz von der Öffentlichkeit ins Spiel gebracht werden.

    • Global Research, August 15, 2018; first posted on Global Research March 2015

      BBC Foreknowledge of 9/11 Collapse of WTC Building Seven: British Man Won Law Suit against BBC for 9/11 Cover Up

      Under Section 363 of the Communications Act, citizens of the UK are required to purchase an annual license in order to use a television receiver. Rooke refused to pay the license fee due to a section of the Terrorism Act that states:
      It is an offence for someone to invite another to provide money, intending that it should be used, or having reasonable cause to suspect that it may be used, for terrorism purposes.

      The fact that the BBC reported the collapse of WTC 7 twenty-three minutes before it actually fell indicates that the UK was aware of the attacks on 9/11 before they actually happened. The direct implication is that they were working with the “terrorists”, all arguments as to who the terrorists actually were aside.

  7. Sehr Empfehlenswert. Eine hochkarätig besetzte Runde. Da macht es Spaß zuzuhören. Die Protagonisten können frei ihre Meinung äussern.

    Mir wird bei so einem Gespräch immer klar, wie verklemmt dagegen im Main-Stream fast immer agiert wird, wo der Moderator meist versucht jede nicht ins Narrativ passende Meinung schon im Keim zu ersticken.

    Ganz anders agiert Ken Jebsen, der seinen Gesprächspartner ausreichend Zeit zur freien Meinungsäusserung gibt.
    Herr Pohlmann hat die Fähigkeit es auf den Punkt zu bringen und das Wichtige verständlich herauszuarbeiten.
    Herrn Rupp schätze ich sehr. Seine Analysen sind oft zutreffend.
    Herrn Baab hört man schon von der Stimmlage her gern zu. Nicht minder interessant ist seine Meinung zur Geopolitik.

    Der Mordfall Kashoggi und die Reaktion einiger westlicher Staaten darauf ist seltsam. Da ist es gut, wenn man mal unter verschiedenen Annahmen darauf schaut und versucht Ursache und Wirkung zu beleuchten. Das macht diese Gesprächsrunde so interessant.

  8. Für mich ist das Thema uninteressant. Vier Journalisten spekulieren über ein Thema, dass für uns als Deutsche keine wirkliche Rolle spielt. Wir haben wichtigere Themen als über Auftragsmorde in der Türkei etc. zu sprechen. Das ist Zeitvertrieb für Gelangweilte…
    Bitte Themen wählen, die uns alle was angehen…sonst bleibt die Zielgruppe überschaubar…

  9. Khashoggi steht für den Ausbruch aus einer straffen Diktatur, er beschmutzte diese Fassade, stellte sie in Frage, im Ansatz, die Macht des Geldes in Frage.
    Solange Journalisten das „große Geld“ nicht angreifen, dürfen sie, zumindest im kleinen Rahmen, was eine geringe Verbreitung heißt, auch die Bibel, den Talmud und den Koran angreifen, zur Diskussion stellen.
    Aber niemals das „große Geld“.
    Da gibt es dann auch keine große Kritik aus Russland oder China. Denn das ist die Ebene auf der Pyramide, auf der sich die Macht- und Geldelite wieder versteht und vertraut.
    Das müssen sie auch, denn sie sitzen in einem verdammt kleinen Boot, (sie wollten ja nicht mehr reinholen, dass Boot vergrößern), dass bei größerem Gegenwind auch schnell mal kentern kann.
    Khashoggi ist die Fortsetzung von Assange und Snowden. Sie werden von der kritischen Mainstream Journaille, wenn überhaupt, nur noch sehr schwach verteidigt.
    Die Kritiker des Neo-Liberalismus verlieren zunehmend an Orientierung. Es kann nur besser werden.

  10. Auch von meiner Seite aus ein riesiges Kompliment für diese Sendung!!!

    Einzige Einschränkung: Trump macht angeblich eine gute Politik für die amerikanische Wirtschaft und entlastet die kleinen Leute?!? Äh…nein! Bzw. dieses Mini-Strohfeuer ist bald vorbei. Hatte aber ja auch nichts mit dem Thema hier zu tun.

  11. Vielen Dank Kenfm und Experten !
    für die vielen interessanten Beleuchtungen des Themas.

    …für mich zeigt sich dieses Format bisher eigentlich wie eine gestraffte Form der Diskussionsrunde „Positionen“ nur im Stehen (in der Tat kamen mir bisher zwischendurch auch immer wieder Gedanken, dass das doch echt anstrengend sein muss, die ganze Zeit zu stehen, oder . . .)

    . . . den angekündigten Schlagabtausch kontroverser Positionen sehe ich allerdings nicht so recht, eher ergänzen sich die Experten . . . (is vielleicht auch schwierig diese „kontroversen Positionen“ überhaupt in einer Runde bei Kenfm zu versammeln, da bestimmte Geister diese „böse Verschwörungstheorieplattform“ sicherlich meiden wie die Pest ? ?)

    .. mich würde es schon interessieren, ob es jeweils Vertreter kontroverser Positionen gäbe, die man gerne hätte dabei haben wollen, aber eben vielleicht dankend abgelehnt haben . . .

    • Die Einladung von Mainstream- Gläubigen könnte das Niveau nicht heben. Was soll denn dabei rumkommen?
      Sie sind, weil sie keine Überzeugung haben, rhetorisch immer im Vorteil.
      Das mit anzusehen, würde ich auf die Dauer nicht ertragen.

    • “ Schlagabtausch kontroverser Positionen“ hab ich mir früher ein paarmal bei Frau Christansen angetan. Seiher nie wieder. Es geht dort nicht um Erkenntniszuwachs, sondern ums Gewinnen im Diskussionssport, um Eitelkeiten, um Streit. Das hat mich aufgeregt und abgestoßen. Anders war es bei dem Format von Scobel, wo im Idealfall drei Experten unterschiedlicher Fachrichtungen ein Thema beleuchteten. Und so ähnlich habe ich diese Zur-Sache-Sendung wahrgenommen: drei Experten, die nicht gegeneinander sprachen, sondern ihre Sicht auf die Sache beitrugen, was sich meistens schön ergänzte und oft über diesen Fall hinauswies.

  12. Ab ca. 1:02:

    Dirk Pohlmann: „..Schwanz am Hund…“…“…erwarte, daß wir rauskommen aus der `Wem-gehört-die-Welt“-Ideologie…“…“wenn wir Leute behandeln, wie den letzten Dreck…“ „dass sie irgendwann mit Rache dagegen arbeiten werden…“…dann haben sie angefangen, selber Großmacht zu spielen…“

    Wo liegt der Hund begraben (nicht im Sinne von tot, sondern im Sinne von verborgen)? Und wer hängt alles am Schwanz?
    Von den 5 + 9 Eyes sind in den Medien stets die CIA und NSA, gelegentlich auch die anderen präsent. Geheim ist, was geheim bleibt. Stille Wasser gründen tief, so die Redewendung. Interessant wäre, was die Augen machen, die nur selten, wenn überhaupt, in den Medien als Agenten erscheinen.
    Wir sehen die Folgen des Verrats an den Arabern durch London und Commonwealth, basierend auf Geopolitik und Auslegung der Bibel als Katasterbuch.
    Ja, es ist höchste Zeit, daß wir herauskommen aus der „Wem-gehört-die-Welt-Ideologie“, daß wir den Hund begraben – im Sinne von tot.

    • Wem gehört die Welt? Das ist einfach: Die Priesterschaft beherrscht diese Welt. Darunter gibt es viele VER-walter. Zum Beispiel VER-walter des Geldes. Auch VER-walter der Prof. Dr. Dr. Märchenschaft. Auch VER-walter der Länder (fälschlicherweise „Regierungen“ bezeichnet). Diese Welt ist eine koordinierte Bühne. Es gibt ein Netz über Schwur / Eid. Und die Fäden laufen ganz oben alle zusammen bei der Priesterschaft. Sinnvollerweise sollten die Bevölkerungen dieser Welt die Geißel Geld abschaffen. Beispiel: https://mumu1.bplaced.net/forum-mist.html

  13. Hochinteressantes Thema – Danke an Ken und an die nicht minder interessanten Gäste.

    Kritikpunkt: Die Steh-Veranstaltung macht für mich einen ungemütlichen Eindruck. Die noch ungemütlichere, graue und nichtssagende Studio-Ausstattung macht die ganze Sache nicht besser. Bei einer Radiosendung wäre es mir egal, aber so…
    Wenn ein Einzelner vorne steht und einen Vortrag hält, vermittelt es einen ganz anderen Eindruck als vier Personen, die wie Schüler vor einer Prüfkommission stehen.

    • Gerade wollte ich genau dasselbe schreiben.
      Ergänzen möchte ich noch, dass ich das Stehen über eine Stunde lang für viele Menschen für unzumutbar halte. Ich kriege schon nach zehn Minuten Stehen Rückenschmerzen. Also: Diese Anordnung ist gut für eine kurze Abfolge von Statements, aber nicht für eine längere Debatte.

    • Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. ich kann sehr gut mit dieser Kulisse leben, die Kulisse die mir am meisten auf den Geist geht, finde ich bei Anne Will, die erinnert mich immer an unser altes Grundig-Radio. Dies nur um auch eine Gegenstimme zu bringen.

    • Im stehen kann man viel freier atmen und besser reden. Für ein halbwegs gesunden Mann ist stehen angenehmer als sitzen, insbesondere wie auf Sesseln wie bei praktisch allen Talkshows. Außerdem kann man sich am Pult abstützen.
      Gehen Sie mal in ein Bar und schauen sie wieviel Männer lieber stehen, als sich auf frei Hocker zu setzten.
      Bei Frauen kann das etwas anderes sein bedingt durch anders formiertes Becken.

  14. Wow. Meine drei liebsten Protagonisten der Aufklärung in einer Sendung. In dieser Form einmalig in unserer Medienlandschaft.
    Rainer Rupp ist für mich trotz seiner Spionagetätigkeiten während des kalten Krieges jemand, der im entscheidenden Moment durch sein Gewissen uns allen den Hintern gerettet hat. Und auch weiterhin, durch seine jahrelange Erfahrung im Umgang mit der Welt der Mächtigen uns mit seinem analytischen Spürsinn, versucht zu zeigen, wie und wieso einseitige Interessen weniger dem Rest der Menschheit das Leben so schwer macht.
    Zu Dirk Pohlmann möchte ich sagen, dass er die besondere Fähigkeit besitzt, komplizierte Inhalte, auch mit Hilfe des Filmes, so zu erklären, dass es erstens verstanden wird und zweitens entsprechende Motivation erzeugt, weiter am Ball zu bleiben und aktiv an der Gestaltung unserer Gesellschaft zu arbeiten.
    Und zu letzt noch ein Statement zu Herrn Patrik Baab. Mit was für einer Akribie und Detailverliebtheit er arbeitet finde ich sehr bewundernswert. Seine Ausführungen zu Barschel Palme und Co waren ein Hochgenuss für jemanden wie mich, der auch mal Fragen versucht zu beantworten, auf die man ohne einen scharfen Blick zu haben, nicht mal kommen würde.
    Sehr oft ist es so, das der Teufel im Detail steckt.
    Um auf den Inhalt dieser Sendung zu kommen, möchte ich genau hier anknüpfen.
    Es gibt ja immer den schnell den Spruch auch von einigen hier in diesem Forum, dass nichts zufällig passiert und man meistens davon ausgehen sollte, dass bestimmte Sachen einem Drehbuch folgen. Der Fall Kashoggi zeigt uns aber, dass der Zufall und die daraus resultierenden Folgen bestimmt nicht von den Drehbuchautoren dieses Mordes so geplant gewesen sein konnten. Der Narzismus von MBS, die Revanchegelüste eines Erdogans, der Skandal um Nethanjahus U-Boot Affaire und zuletzt die Fixierung Trumps auf american first zeigen uns, dass die Story, die dort versucht wurde zu schreiben, aus dem Ruder läuft. Die Reaktionen wirken hilfslos und zeigen uns, dass nichts in Stein gemeisselt ist und veränderbar ist.
    Diese Chance sollte nicht vertan werden, indem man diese Situation einfach so an sich vorbeiziehen lässt, sondern erkennt, dass genau diese Situation dazu genutzt werden sollte, den Menschen Mut zu machen, sich nicht wieder einzuigeln oder sich irgendwelchen komischen Ideologien anzuschließen, damit wir Interesse dafür entwicklen, an den Grundfesten dieser Weltordnung zu rütteln, um endlich dazu zu kommen, wie man eine Welt mitkrieren kann, wo solche Morde nicht mehr stattfinden.
    Meine Beobachtungen der letzten Zeit in diesem kenfm-forum hat mir leider gezeigt, dass das Interesse hier hinsichtlich der Motivation etwas zu verändern, etwas nachgelassen hat. Ich weiss nicht, ob auch andere diese Beobachtung hier gemacht haben.
    Daniele Ganser sagt öfters in seinen Vorträgen, dass man Menschen, die kein Interesse an Aufklärung haben, auch in Ruhe gelassen werden sollten, weil bei Desinteresse die Erfolgsaussichten sehr gering seien.
    Das allerdings Desinteressen die Folge von sehr starker Beeinflussung von Seiten der Mächtigen resultiert, möchte ich hiermit erwidern, dass wir genauso arbeiten müssen, damit das Desinteresse wieder aus den Köpfen verschwindet. Auch mit Mitteln, die die Mächtigen benutzen, wie zum Beispiel endlosen Wiederholungen von bewiesenen Tatsachen, Ungereimheiten und Rätseln, die uns vorgelegt werden. Im übrigen ist dies die Quintessenz, die uns Prof. Mausfeld immer versucht zu erklären.
    Und ich bewundere Ken jebsen dafür, dass er genau dies mit seiner Arbeit versucht zu erreichen.

    Pooler1970

    • Recht hast Du. Aber das „In die Zukunft blicken“ ist so hoffnungslos, realistisch betrachtet, dass man schwerlich noch einen Ansatz (Angriffspunkt) findet, worauf sich aufbauen lässt. Wer hunderttausende Manipulateure durch die veröffentlichte Meinung wirken lassen kann, ist Meinungsmacher und gibt die Richtung vor.

    • Beantworten sie sich selber die Frage zur Hoffnungslosigkeit. Bis wann waren sie selbst Opfer der Massenmedien und wann began das Erwachen. Genau wie es Ihnen ergang, ergeht es noch vielen anderen. Das gute bei der Sache ist, dass es vom Erwachen kein Zurück gibt. Auch wenn vielen die Kraft,der Mut und die Ausdauer fehlt, irgendwann bricht es los und wird eine Welle verursachen, die alles verändern wird.

      Pooler1970

    • Hoffnung?
      Eva und Pandora haben uns das eingebrockt. Sämtliche Laster entwichen der Büchse der Pandora, nur die Hoffnung blieb eingeschlossen.

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