Zwei Gedichte von Wolfgang Bittner

Szenenwechsel

An die Politiker und Journalisten,
die den Krieg herbeilügen

Meine Damen und Herren!
Können Sie sich vorstellen,
dass Krieg ist
und Sie mittendrin?

Soldaten mit geschwärzten Gesichtern
durchbrechen die Tür,
sie durchwühlen das ganze Haus,
nehmen was ihnen gefällt,
erschlagen den Großvater
mit den Kolben ihrer Gewehre,
vergewaltigen Ihre Mutter und Ihre Schwester.

Und Sie schauen zu,
eigentlich schon nicht mehr am Leben,
und fast so tot wie gerade jetzt.

 

Die Tränen der Krokodile

Wer jemals wieder ein Gewehr,
dem soll die Hand verdorren.
Erinnert Euch! Ihr wisst es noch?

Doch gab es einen Gott,
der Eisen wachsen ließ,
und Ideologen, Profiteure.
Die Augen rechts! Die Augen geradeaus!
Und Waffenfabrikanten, Ölmagnaten.
Präsentiert das …!

So geht’s im Gleichschritt an die Front
nach Osten wie nach Westen,
mal robben sie, mal stehn sie still,
mal sitzen sie am Monitor
und spielen Scheibenschießen.

Marsch, marsch, ihr Jungs und Mädels!
Die Gräber sind schon vorbereitet,
die Trauerfeiern mit den Trommeln,
den Trompeten und den Trauerreden.
Und soll – verflucht – die Hand verdorren!

 

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung der Gedichte.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

7 Kommentare zu: “Zwei Gedichte von Wolfgang Bittner

  1. Guten Abend,
    hiermit schreibe ich mein erstes kleines Gedicht auf:

    Der Frieden ist der Weg

    Aufstehen, rausgehen, zusehen
    die Welt ist für manch einen schwer zu verstehen.

    Menschen trinken Wasser ohne nachzudenken
    verstehen nicht, dass uns die Medien nach belieben lenken.

    Verurteilen andere für deren Kultur
    doch wir leben alle mit der Natur

    Kriege sollen mit Bomben beendet werden
    und Menschen sterben dabei in Herden

    Wir beobachten alles vom warmen Zimmer,
    wenn es so weiter geht wird es nur noch schlimmer

    Keiner ist bereit mit dem anderen zu reden
    Doch irgendwann muss man sich festlegen

    Wollen wir weiter im Luxus leben
    oder eine bessere Zukunft anstreben?

    Was auch passiert, es gibt einen Beleg,
    der Frieden ist der Weg.

    • Da höre ich geradezu einen Rap.
      Du hasts im Blut, Paul.
      Schon mal auf Poetry-Slams gewesen?

  2. Anbei ein Gedicht von – Richard G. Kerschhofer, ehemaliger Wiener Wirtschaftswissenschaftler
    – fälschlich Tucholsky zugewiesen [https://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/452600/Wenn-die-Boersenkurse-fallen],
    welches Krieg in einen größeren Zusammenhang kontextualisiert:

    „Wenn die Börsenkurse fallen, regt sich Kummer fast bei allen,
    aber manche blühen auf: Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

    Keck verhökern diese Knaben Dinge, die sie gar nicht haben,
    treten selbst den Absturz los, den sie brauchen – echt famos!

    Leichter noch bei solchen Taten tun sie sich mit Derivaten:
    Wenn Papier den Wert frisiert, wird die Wirkung potenziert.

    Wenn in Folge Banken krachen, haben Sparer nichts zu lachen,
    und die Hypothek aufs Haus heißt, Bewohner müssen raus.

    Trifft’s hingegen große Banken, kommt die ganze Welt ins Wanken
    – auch die Spekulantenbrut zittert jetzt um Hab und Gut!

    Soll man das System gefährden? Da muss eingeschritten werden:
    Der Gewinn, der bleibt privat, die Verluste kauft der Staat.

    Dazu braucht der Staat Kredite, und das bringt erneut Profite,
    hat man doch in jenem Land die Regierung in der Hand.

    Für die Zechen dieser Frechen hat der Kleine Mann zu blechen und
    – das ist das Feine ja – nicht nur in Amerika!

    Und wenn Kurse wieder steigen, fängt von vorne an der Reigen
    – ist halt Umverteilung pur, stets in eine Richtung nur.

    Aber sollten sich die Massen das mal nimmer bieten lassen,
    ist der Ausweg längst bedacht: Dann wird bisschen Krieg gemacht.“

  3. Ist etwas off-topic, aber es passt ja zum ‚Feindbild Islam‘.
    Der Westen ist nicht nur mit der wirklich totalitären Islamdiktatur Saudi-Arabien verbündet, die unverhohlen Kriege führt und- im Gegensatz zu fast allen anderen islamdmonierten Staaten – alle Religionen außer ihrer eigenen fanatisch-stupiden Auslegung des Islam verbietet und wahhabitisch-islamistischen Extremismus fördern will. Sondern neuerdings werden die Mitglieder dieses Diktaturregimes vom SPIEGEL hofiert und dürfen dort Hetzreden gegen Andere führen (hier explizit gegen Assad):

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/news-des-tages-saudi-arabien-berlinale-umberto-eco-a-1078413.html

    Da ist ein Link auf die Printausgabe, in dem steht, dass der Saudi-Außenminister die Spiegel-Redakteure 6 Stunden warten ließ. Als ich das las, musste ich wirklich lachen, auch wenn das Thema ernst ist. Ich werde diesen Artikel mal prüfen, ob da irgendwelche kritsche Fragen gestellt worden sind, aber ich werden den SPIEGEL nicht kaufen. Was man im kostenlosen Internet erkennen kann, ist, dass dieser Diktaturpolitiker vom SPIEGEL auf groteske und unfreiwillig komische Weise hofiert wird ‚verkörpert einen neuen Typ‘ (es ist aber bisher nichts von einer neuen Politik zu sehen).
    Man muss das mal vergleichen mit der hetzerischen Art, mit der der Spiegel gegen Politiker oder andere Akteure bisweilen vorgeht, die bei weitem nicht das Diktatur- und Gefahrenpotential der Saudi-Regierung haben.

  4. Wer Krieg verhindern will, muss Feindbildschaffung verhindern.

    Es gibt aber ein Feindbild, das praktisch nicht als Feindbild erkannt wird, weil es politisch korrekt ist, diese Gruppe anzufeinden. Und deshalb gibt es zahlreiche Demütigungen für die betreffende Menschengruppe, die den Provokateuren gar nicht mehr auffallen.
    Hier ist ein Beispiel für eine solche Demütigung:
    http://www.bento.de/politik/integrationslager-gods-entertainment-deutsche-sollen-sich-integrieren-349014/#refsponi
    „Deutsche, integriert Euch“ ist die „kreative“ Idee einiger „Künstler“. Es soll wohl witzig und provokativ sein, aber der tiefere Sinn dahinter ist eher verletzend, weil voller Vorurteile.
    Es handelt sich um das Feindbild: „Der Hässliche Deutsche“. Und am feindseligsten gegenüber diesem Feindbild sind manche Deutschen selbst. Seltsam.

    Hier mein Gedicht zu diesem Phänomen, zu dem ich auch manche Politiker und vor allem die Antideutschen zähle.

    Ihr allzu Eifrigen

    Ihr habt euer Deutsch-Sein ganz entkernt
    Zeigt untertänig, wie brav ihr gelernt,
    Euch zu krümmen, als Umerzogene
    Im Rücken Verbogene.
    Doch lasst ihrs damit nicht bewandern
    Ihr verlangt es auch von andern.
    Ihr hasset die, die ihr Haupt aufrecht tragen.
    Und trotz Beschimpfung nicht verzagen.

    Kein Deutscher ist vor euch gefeit.
    Gibt‘ s doch nur ein Volk, das für alle Zeit
    Darf ungestraft verspottet werden.
    „Ewig schuld‘ger Wurm. Kriech auf der Erden!“
    Immer neue Kränkung für die Germanen
    Wird von euch mit List erstrebt.
    Das lässt erahnen
    Welch Sadismus in euch lebt.

    Ihr seltsamen Wächter! Wer hat euch erlaubt,
    Mit eurem demütig gesenkten Haupt –
    Wer hat euch das Recht verliehen
    Erwachsene Menschen zu erziehen?

    A.Eberl

    • Die Gedichte sowohl von Herrn Bittner, als auch von Ihnen A.Eberl sind leider furchtbar wahr. Und das die Wahrheit nur allzu hässlich sein kann wird hier mehr als deutlich. Würde eine Frau Roth z. B. sie lesen, sie würde sie nicht begreifen. Empathie ist in Berlin wohl eher als Krankheit, vielleicht sogar angeborene Behinderung zu bewerten.

      Die Frage nach dem Deutsch-Sein halte ich aber durchaus für sehr wichtig und schwer zu beantworten. Temporär-Patriotismus wird zwar zur EM und WM usw gestattet aber sonst wird es argwöhnisch betrachtet, wenn man sagt: ,,Man ist stolz darauf deutsch zu sein.´´ Hier noch ein Lied von der Band Eisbrecher die diese Frage, wie ich finde sehr gut beantwortet. Ob Sarkastisch oder nicht, sei egal.: https://youtu.be/USNk5Qi1IfU

      Um am Ende nochmals Danke an Herrn Bittner und A.Eberl für diese tollen Gedichte. Bitte mehr davon.

    • Man muß schon weit nach rechts gehen, leider, um Autoren zu finden, die den Mut haben, den permanenten Schuld- und Büßerkult der Deutschen darzustellen. Empfehle Prof. Sieferles „Finis Germania“!
      Zitiert von den Seiten 66-68:

      Auf die Kollektivschuld der Deutschen, die auf Auschwitz zurückgeht, folgt (…) der Aufruf zur permanenten Buße, doch fehlt in dieser säkularisierten Form der Erbsünde das Element der Gnade und Liebe vollständig. Der Deutsche ähnelt daher nicht dem Menschen, dessen Schuld durch die Liebe Gottes zwar nicht revidiert, aber kompensiert wird (Anm.:.. Rückbezug auf Adam), sondern dem Teufel, dem gestürzten Engel, dessen Schuld niemals vergeben und der für alle Zeiten in der Finsternis verharren wird. (…) Der Deutsche, oder zumindest der Nazi, ist der säkularisierte Teufel einer aufgeklärten Gegenwart. Die mündig und autonom gewordene Welt benötigt ihn als eben die Negativfolie, vor der sie sich selbst rechtfertigen kann.
      (…)
      Die Welt braucht offenbar (…) Deutsche, um sich ihrer moralischen Qualitäten sicher zu sein.
      (…)
      … während die Deutschen die ersten sind, ihre unauflösliche Schuld zuzugeben.
      (…)
      Die endlose liturgische Repetition einer immergleichen Geschichte beschwört deren unverliebare Aktualität. (Anm.: In den jährlich wiederholten Reden deutsche Präsidenten)

      Das erste Gebot (Anm.: der deutschen Staatsreligion) aber lautet: Du sollst keinen Holocaust neben mir haben.“

      (…)
      Die Deutschen die ihre gnadenlose Schuld anerkennen, müssen von der Bildfläche der realen Geschichte verschwinden.“

      Und das ist, was gerade passiert, oder nicht?

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